Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Julchentim:
Tolle Grundidee, aber wenig greifbare Figuren
Die Hexen vom Honeysuckle House von Liz Parker
Die Idee hinter Die Hexen vom Honeysuckle House hat mir wirklich gut gefallen. Eine Hexenfamilie, ein Fluch, der alle dreizehn Jahre ein Todesopfer fordert, und ein Haus mit eigenem Willen bieten so viel Potenzial für eine atmosphärische Geschichte.
Leider konnte mich die tatsächliche Umsetzung nicht richtig überzeugen.
Für mich blieb das Buch insgesamt blass und unpersönlich. Ich habe keinen wirklichen Zugang zu den Figuren gefunden und hatte zu keinem Zeitpunkt ein richtiges Bild der Protagonistinnen im Kopf. Mir fehlte es an Tiefe und an individuellen Persönlichkeiten, die sie voneinander unterscheiden und für mich greifbar machen.
Dabei hätte die Geschichte mit ihrer Grundidee so viel mehr hergeben können. Ich hätte mir gewünscht, stärker in die Gedanken und Gefühle der Figuren einzutauchen und eine engere Verbindung zu ihnen aufzubauen.
Am Ende bleibt für mich eine tolle Idee, aus der leider zu wenig gemacht wurde. Schade, denn ich hatte mir deutlich mehr von dem Buch erhofft. Aber cosy war es trotzdem.
Gute Idee, aber mir fehlte der richtige Sog
Red Star Rebels von Amie Kaufman
Ich hatte richtig Lust auf einen spannenden Science-Fiction-Roman und die Ausgangsidee von Red Star Rebels hat mich auch sofort angesprochen. Leider konnte mich die Geschichte beim Lesen dann doch nicht so richtig packen.
Das Tempo ist hoch und durch die kurze Handlungsspanne passiert eigentlich ständig irgendetwas.
Trotzdem wollte bei mir keine
richtige Spannung aufkommen. Vieles war für mich ziemlich vorhersehbar und einige Entwicklungen kamen dadurch weniger überraschend, als ich es mir gewünscht hätte.
Auch bei den beiden Hauptfiguren hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Die Dynamik zwischen ihnen war durchaus unterhaltsam, aber ihre Entwicklung und vor allem die Beziehung zueinander ging mir stellenweise einfach zu rasch. Gerade bei einer Geschichte, die so stark von den beiden lebt, hätte ich gerne mehr Zeit mit ihnen verbracht.
Insgesamt war das Buch für mich eine nette und kurzweilige Science-Fiction-Geschichte, von der ich mir nach dem Klappentext und meiner Vorfreude aber einfach mehr erhofft hatte.
Düstere Endzeitstimmung in typischer Nesbø-Manier
Insel der Ratten von Jo Nesbø
Jo Nesbø gehört für mich zu den Autoren, bei denen ich oft neugierig zugreife. Insel der Ratten ist allerdings etwas anders als seine üblichen Romane. Die Geschichte ist deutlich knapper und dadurch auch wesentlich kompakter erzählt.
Das dystopische Szenario nach einer Pandemie hat mir angesprochen und mir gefallen.
Die Gesellschaft ist zusammengebrochen, Recht und Ordnung spielen kaum noch eine Rolle und plötzlich geht es für die Menschen nur noch ums Überleben. Besonders spannend fand ich dabei die Frage, wie weit man bereit ist zu gehen, wenn die eigene Familie bedroht wird und die Grenzen zwischen Gerechtigkeit und Rache verschwimmen.
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und setzt sich nach und nach zusammen. Das hat für mich gut funktioniert und gerade dadurch wollte ich wissen, wie die einzelnen Fäden zusammenlaufen. Auch die düstere Atmosphäre und die teilweise ziemlich brutalen Szenen passen gut zu dieser Geschichte.
Was mir etwas gefehlt hat, war die Tiefe. Gerade bei den Figuren hätte ich mir mehr Zeit und Tiefe gewünscht. Durch den geringen Umfang der Geschichte bleiben einige Charaktere etwas auf Abstand und auch das dystopische Szenario hätte für meinen Geschmack noch mehr Raum vertragen.
Trotzdem hat mich die Geschichte gut unterhalten und ich habe sie sehr schnell gelesen. Es ist kein typischer Nesbø-Roman, wie ich ihn sonst kenne, aber gerade als kurze, düstere Geschichte für zwischendurch funktioniert Insel der Ratten für mich gut.
Ein Buch, das leise ins Herz geht und dort bleiben wird
Theo in Golden von Allen Levi
Theo in Golden ist für mich eines dieser Bücher, die man nicht einfach nach dem Lesen zur Seite legt und vergessen kann. Diese Geschichte hat mich tief berührt und daran erinnert, wie viel ein freundliches Wort, echtes Zuhören und kleine Gesten für andere Menschen bedeuten können.
Theo ist ein ganz besonderer Charakter.
Seine ruhige, aufmerksame Art und sein Umgang mit den Menschen in Golden haben mir unglaublich gut gefallen und mich tief beeindruckt. Durch die Porträts lernt man viele unterschiedliche Lebensgeschichten kennen. Manche haben mich zum Lächeln gebracht, andere gingen mir richtig nahe. Dabei zeigt das Buch, dass hinter jedem Menschen eine Geschichte steckt, die es verdient, gesehen zu werden.
Diese Mischung aus Wärme, Menschlichkeit und den ernsteren Themen, die ihren Platz in der Geschichte finden - einfach herzerwärmend. Auch der geheimnisvolle Hintergrund von Theo hat meine Neugier geweckt und bis zum Schluss meine Aufmerksamkeit gefesselt.
Dieses Buch hat mich zum Nachdenken gebracht und an einigen Stellen tief bewegt. Es vermittelt eine schöne Botschaft, ohne dass die menschlichen Schicksale dabei verloren gehen. Wer bei dieser Geschichte nichts empfinden kann, muss innerlich ein Stein sein.
Eine wundervolle Geschichte über Mitgefühl, Nächstenliebe und die kleinen Dinge, die im Leben einen großen Unterschied machen. Von mir gibt es verdiente 5 Sterne!
Düster, magisch und mit einem ziemlich charmanten Dämon
Reap & Sow von Charlotte B. Plumb
Reap & Sow hat mir richtig gut gefallen. Ich mag diese düsteren Gothic-Vibes sowieso sehr gerne, und hier hat für mich einfach vieles zusammengepasst. Die ganze Geschichte rund um Dämonen, Pakte und die Stadt Blackbridge hatte genau die richtige Mischung aus düster, geheimnisvoll und trotzdem immer wieder unterhaltsam.
Eda mochte ich von Anfang an. Sie ist stur, handelt gerne mal etwas zu impulsiv und bringt sich damit natürlich auch selbst in Schwierigkeiten. Gleichzeitig würde sie für ihre Brüder wirklich alles tun. Genau das macht sie für mich zu einer Hauptfigur, mit der man gerne mitfiebert, auch wenn man bei manchen Entscheidungen am liebsten kurz dazwischenrufen würde.
Und dann ist da Kit. Ich glaube, er war für mich tatsächlich das Highlight des Buches. Seine trockene und freche Art und die Gespräche zwischen ihm und Eda, einfach klasse. Die beiden haben eine tolle Dynamik, und ich mochte dieses Hin und Her zwischen ihnen sehr.
Bei der Liebesgeschichte hätte ich mir an einigen Stellen allerdings etwas mehr Zeit gewünscht. Für mich ging die Entwicklung zwischendurch etwas zu schnell, obwohl gerade die langsame Annäherung eigentlich sehr gut zu den beiden gepasst hätte.
Auch bei der Welt hätte ich gerne noch etwas mehr erfahren. Die Idee mit den Dämonen und ihren Pakten fand ich richtig interessant, aber gerade über die Dämonen selbst und ihre Welt hätte ich gerne mehr gelesen.
Trotzdem hatte ich mit dem Buch eine wirklich gute Zeit. Es gibt Spannung, Magie, Geheimnisse, eine ordentliche Portion schwarzer Humor und Charaktere, die mir größtenteils richtig ans Herz gewachsen sind.
Und dieses Ende! Damit hatte ich so nicht gerechnet. Ich war eigentlich schon zufrieden und dann kommt da noch dieser kleine Moment, bei dem man sich denkt: Okay, und jetzt soll ich bitte auf den nächsten Band warten?
Wenn Technik plötzlich zur größten Bedrohung wird
Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln von Florian Schwiecker
Code Null hat mich mit seinem aktuellen Thema direkt gepackt. Die Vorstellung, dass ein Angriff auf ein Satellitensystem plötzlich unseren Alltag, den Verkehr und wichtige Bereiche der Infrastruktur ins Chaos stürzen könnte, fand ich ziemlich beklemmend.
Besonders gut gefallen haben mir Charlie und die ungewöhnliche Zusammenarbeit mit ihrer selbst programmierten KI KIM.
Charlie ist absolut sympathisch, eigenwillig und fachlich beeindruckend, ohne dabei wie eine völlig unnahbare Superheldin zu wirken. Auch Lukas und Nicola ergänzen das Team gut.
Die Handlung ist schnell erzählt und baut ordentlich Spannung auf. Immer wieder gibt es Wendungen, durch die ich meine Vermutungen neu sortieren musste. Gleichzeitig bleibt das technische Thema auch für Leser verständlich, die mit IT nicht viel anfangen können. Ein paar technische Passagen waren mir allerdings dann doch etwas zu ausführlich, und bei den Figuren hätte ich mir stellenweise mehr emotionale Tiefe gewünscht. Gerade bei Charlie hätte ich ihre Gedanken und Ängste gerne noch stärker miterlebt.
Insgesamt hat mich Code Null aber gut unterhalten. Die Geschichte wirkt durch das Thema KI und Cyberterrorismus erschreckend nah an unserer Realität und macht nebenbei durchaus nachdenklich. Für mich ein gelungener Auftakt, bei dem ich bei Band 2 wieder dabei bin.
Ein neues Herzensbuch zum Träumen
Ms Atkins und die Bibliothek der Träume von Vanessa Göcking
Was für eine wunderschöne Geschichte! Ms Atkins und die Bibliothek der Träume hat mich von Anfang an abgeholt und sich für mich ganz schnell zu einem echten Herzensbuch entwickelt.
Ich mochte Amanda mit ihrer festen Ordnung, ihren Routinen und ihrer eher kontrollierten Art unglaublich gerne. Gerade ihre Entwicklung hat mir gefallen, weil sie zeigt, dass es nie zu spät ist, sich selbst zu fragen, was man eigentlich wirklich vom Leben möchte.
Auch die anderen Figuren bringen ihre eigenen Geschichten, Wünsche und Verletzungen mit. Dadurch wirken sie menschlich und ich konnte mit ihnen mitfühlen.
Vanessa Göckings Schreibstil ist flüssig, bildhaft und angenehm zu lesen. Die Bibliothek, London und dieser geheimnisvolle Ort voller Träume waren für mich eine wunderbare Kulisse, die ich sofort detailreich vor Augen hatte. Ich hätte am liebsten selbst jede Tür geöffnet und noch viel länger dort verweilt.
Besonders schön fand ich, dass die Geschichte trotz der fantastischen Idee vor allem von Menschen, Freundschaft, Verlust, Hoffnung und dem Mut erzählt, den eigenen Wünschen wieder Raum zu geben. Einige Gedanken haben mich tatsächlich dazu gebracht, über meine eigenen Träume und darüber nachzudenken, ob man im Alltag manchmal zu sehr funktioniert und dabei vergisst, was einem selbst guttut.
Das Buch hat mich emotional erreicht und am Ende mit einem richtig schönen Gefühl und Tränen in den Augen zurückgelassen.
Für mich ist dieses Buch eine wundervolle Mischung aus Magie, Gefühl und leisen Gedanken über das Leben. Eine Geschichte zum Wohlfühlen, Träumen und ein kleines bisschen Innehalten.
Ganz klare 5 Sterne und eine absolute Herzens- und Leseempfehlung!
Ehrlich, nahbar - mit einem kleinen Haken
Halbwach von Sophia Como
Halbwach hat mich wirklich überrascht. Zoe ist keine Figur, die immer die richtigen Entscheidungen trifft oder sofort sympathisch wirkt. Doch genau das mochte ich. Ihre Gedanken, ihre Widersprüche und ihre Bindungsangst haben sich unglaublich echt angefühlt,.
Der Schreibstil liest sich leicht, obwohl die Themen doch ziemlich schwer sind.
Ich war schnell in der Geschichte drin und wollte wissen, wie Zoe ihren Weg weitergeht. Besonders das Ende hat mir richtig gut gefallen, weil ich es stimmig und hoffnungsvoll fand.
Ein paar Dinge haben für mich trotzdem verhindert, dass es 5 Sterne werden. Die Therapiesitzungen wirkten stellenweise etwas zu belehrend und haben sich für mich nicht ganz natürlich angefühlt. Außerdem wurden sehr viele Konflikte aufgemacht, die zum Schluss etwas zu schnell abgearbeitet wurden. Da hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Zeit gewünscht.
Trotzdem ist das ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe und ohne Zögern weiterempfehlen würde, vor allem für alle, die Geschichten über Selbstfindung, Bindungsangst und das Erwachsenwerden mögen.
Honey von Imani Thompson
Ich hatte mir von Honey etwas mehr oder besser gesagt etwas anderes erhofft. Die Grundidee mit einer moralisch fragwürdigen Hauptfigur, die gezielt unangenehme Männer ins Visier nimmt, eine wirklich interessante Vision. Yrsa ist ungewöhnlich, scharfzüngig und sorgt mit ihrer trockenen Art immer wieder für unterhaltsame Momente.
Auch die Themen rund um Rassismus, Macht und das Leben in der Wissenschaft haben dem Buch zusätzliche Tiefe gegeben.
Trotzdem hat mich die Geschichte mit der Zeit verloren. Der Thriller gerät immer wieder in den Hintergrund, viele Entwicklungen bleiben oberflächlich und manches wirkte auf mich nicht ganz nachvollziehbar. Vor allem zum Ende hin hatte ich das Gefühl, dass der Handlung die Richtung fehlt. Der Schluss kam für mich einfach zu abrupt und hat viele Fragen offen gelassen.
Insgesamt ein interessantes Debüt mit einer starken Ausgangsidee und einer besonderen Hauptfigur. Für mich hat das Potenzial aber nicht bis zum Ende getragen.
Mitreißender Auftakt mit Herz
Nobody's Quest von Alyssa Day
Ich war von Anfang an doch recht schnell in der Geschichte und habe Solis Reise gerne verfolgt. Sie ist eine sympathische Hauptfigur, deren Entwicklung für mich das Highlight des Buches war. Besonders gut gefallen hat mir, wie ihre inneren Kämpfe und Selbstzweifel in die Handlung eingebunden wurden, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen.
Die Geschichte bietet viel Action, eine super spannende Quest und eine tolle Gruppendynamik. Gerade die wachsenden Beziehungen innerhalb der Reise haben das Buch für mich so besonders gemacht. Auch die zarte Liebesgeschichte hat gut gepasst, weil sie die Handlung ergänzt und zum Glück nicht dominiert.
An manchen Stellen hätte ich mir aber doch etwas mehr Tiefe bei den Nebenfiguren und einen gleichmäßigeren Erzählfluss gewünscht. Trotzdem hat mich die Geschichte bis zum Schluss gut unterhalten. Das Ende hat richtig Lust auf den nächsten Band gemacht und ich bin gespannt, wie es mit Soli und ihrer ungewöhnlichen Gruppe weitergeht.











