Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Jule:
Zwei verlorene Seelen
Dream and Dare von Sarah Stankewitz
"In Wahrheit sind wir alle Kämpfer. Manche von uns kämpfen laut, manche eher leise. Aber am Ende des Tages siegen wir alle."
Mit "Dream and Dare" geht die "Faith-Reihe" zu ende. Eine Reihe, die mir viel bedeutet. Ich habe die Protagonisten in mein Herz geschlossen und werde ihre Geschichten nicht so schnell vergessen.
In diesem Buch haben Hope und Isaac gezeigt, dass jeder seine eigenen Päckchen zu tragen hat, und dass es immer Hoffnung gibt.
Doch in diesem Roman haben auch die Nebenprotagonisten wichtige Rollen eingenommen und dafür gesorgt, dass sich mein Herz mit Freude gefüllt hat. Seien es William und Pumpkin oder das kleine Mädchen mit ihrer Mutter. Sie haben für Hoffnung und Freude gesorgt. Sie haben Licht in die Dunkelheit gebracht.
Dazu kommt der Schreibstil, der, wieder einmal, sehr authentisch ist, sodass mir die Geschichte noch näher gegangen ist. Zwar konnten mich Hope und Isaac nicht ganz so berühren wie Cameron und Hazel, haben mich aber trotzdem, vor allem durch ihre persönlichen Geschichten, mitgenommen.
Auch die Thematik der Musik ist, für mich, absolut passend, denn sie kann so einige Wunden heilen, wie Hope und Isaac zeigen. Manchmal habe ich mir gewünscht, dass "Crashing December" eine reale Band ist.
Aber besonders das Ende liebe ich. Wie alle aufeinander treffen und man versteht, was hinter dem Titel steckt.
Sarah Stankewitz hat es geschafft mit "Dream and Dare" einen authentischen Roman zu schreiben, der mir sehr nahe geht und viele wichtige Themen aufgreift, die nicht vernachlässigt werden dürfen. Sie zeigt, dass Aufgeben keine Option, und Schwäche zeigen absolut okay ist.
Denn am Ende kann jeder seine inneren Dämonen besiegen.
Mord am Meer
Windstärke Tod (WaPo Cuxhaven 1) von Bente Storm
"Cuxhaven war irgendwie auch ein Dorf, trotz der knapp fünfzigtausend Einwohner."
Mit "Windstärke Tod" hat Bente Storm einen leichten Küsten Krimi geschrieben, bei dem die Wasserpolizei eine wichtige Rolle spielt.
Deshalb passt das Cover perfekt zu dem Buch. Die Karte von Cuxhaven passt zudem sehr gut und hilft bei der Orientierung während des Lesens, da die Handlung doch sehr schnell von einem Ort zum anderen springt.
Das die Handlung so schnell von einem Ort zum anderen springt, ist den doch sehr kurzen Kapiteln geschuldet. Durch diese bekommt man zwar viele verschiedene Eindrücke durch unterschiedliche Perspektiven, allerdings wird dadurch auch so mancher Ermittlungsansatz unterbrochen.
So wurde ich, hier und da, in meinem Lesefluss gestört, obwohl der Schreibstil recht angenehm war.
Die verschiedenen Protagonisten haben mich außerdem, besonders zu beginn, sehr verwirrt, sodass ich mich mit ihnen erst zurechtfinden musste. Denn manchmal wurden sie mit Vornamen und manchmal mit Nachnamen angesprochen, was bei der Menge an Protagonisten seine Zeit gebraucht hat um zu wissen wer wer ist.
Nichtsdestotrotz fand ich die meisten der Protagonisten sympathisch.
Allerdings hat mir ein wenig die Spannung gefehlt, sowie Überraschungen und Wendungen, da die Auflösung am Ende, für mich, recht vorhersehbar war.
Alles in allem also ein Krimi dem die Spannung etwas abhanden gekommen ist, der durch das Setting aber ein paar gemütliche Lesestunden versprechen kann.
Gemischte Gefühle
Es war einmal in Brooklyn von Syd Atlas
"Erst wenn wir vom Weg abgekommen sind, fangen wir an, uns selbst zu verstehen."
Syd Atlas ruft mit ihrem Roman "Es war einmal in Brooklyn" gemischte Gefühle bei mir hervor, was an vielerlei Dingen liegt.
Zum einen wurde ich über den gesamten Roman hinweg nicht wirklich warm mit den verschiedenen Protagonisten und manche waren mir sehr unsympathisch.
Zum anderen wurden viele Handlungen sehr schnell über die Bühne gebracht.
Erst befindet man sich hier und dann auf einmal in einer ganz anderen Handlung. Für mich war das Ganze einfach viel zu sprunghaft, sodass man kaum die Zeit hatte sich genauer mit einer Situation auseinanderzusetzen.
Nichtsdestotrotz hat mir der Schreibstil ganz gut gefallen und kaum Schwierigkeiten bereitet.
Auch der Blackout wurde, obwohl er nur kurz zum tragen kam, im richtigen Moment eingesetzt, sodass man Veränderungen der Protagonisten und der Geschichte deutlich wahrgenommen hat.
Auch der emotionale Faktor kam durch Davids Krankheit und die Freundschaft zu Juliette nicht zu kurz.
Alles in allem ein Roman, der mehr Potenzial hat und eher etwas für zwischendurch ist.
Rasant und ehrlich
Dein Taxi ist da von Priya Guns
"Wenn die Sterne günstig standen, war das Fahren für Ride-Share, als betriebe ich einen mobilen Beichtstuhl. Ich war eine gesalbte Schwester, die auf zerschlissenen Polstern saß."
"Dein Taxi ist da" von Priya Guns ist ein rasanter und ehrlicher Debütroman über Damani, die jeden Tag aufs neue darum kämpft, genug Geld zu verdienen, um zu überleben.
Durch die deutliche Sprache die verwendet wird, wird schnell klar, dass hier nichts verborgen bleibt und alles so dargestellt wird, wie es wirklich ist. Die kurzen Kapitel ermöglichen außerdem einen schnellen Lesefluss und lassen viele verschiedene Eindrücke zu.
Nichtsdestotrotz hat mir an manchen Stellen eine weitere Ausführung gefehlt, so wurden manche Sachen häufiger erwähnt, was mich ziemlich gestört hat, denn dieser Roman hat sein Potenzial nicht vollständig ausgereizt.
Die Beziehung zwischen Damani und Jolene wurde zum Teil gut erleuchtet, ging aber am Ende zu schnell über die Bühne. Zu dem Zeitpunkt hätte ich gerne gewusst wie es weiter geht.
Die Nebenprotagonisten, wie Mrs. Patrice, haben mir dafür sehr viel Freude bereitet und den Roman etwas aufgelockert.
Alles in allem ein Debütroman dessen Potenzial nicht ganz genutzt wurde und der ein paar Schwächen aufweist.





