Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Jule:
Eine Oper voller Gefühle
Sinister Symphony (Whispers of Scandals, Band 1) von Marina Neumeier
Sinister Symphony ist ein Buch, mit dem uns Marina Neumeier in die Welt der Oper entführt. Doch der Schein trügt, denn hinter dem Vorhang begegnen wir der Mafia und dunklen Geheimnissen, die Aria und Icaro eigentlich in der Vergangenheit lassen wollten.
Aria und Icaro könnten auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein: Er führt ein Luxusleben in Mailand und ist berühmt, während sie sich mit ihrer Mutter rumschlagen muss, die immer nur etwas an ihrer Figur auszusetzen hat.
Und von Reichtum? Ebenfalls Fehlanzeige.
Nach und nach erfährt man allerdings mehr über die Beiden und ihre Vergangenheit und kann damit auch ihre Gefühle und Emotionen besser nachvollziehen. Allerdings liegt der Fokus schon sehr oft – besonders zu Beginn – auf dem Gewicht von Aria. Andere Themen gibt es kaum. Dies ändert sich aber zum Glück auch, je weiter die Operntour voranschreitet.
Leider bekommt man nicht viel von den einzelnen Stopps mit, es wäre schön gewesen, etwas mehr darüber zu lesen. Aber gut, dafür gab es einen kleinen Suspense Anteil, der nochmal etwas Abwechslung in die Geschichte gebracht hat. Die Mischung stimmt hier also.
Der Schreibstil ist an sich recht leicht und locker und die Gefühle und Emotionen werden durch die wechselnden Perspektiven sehr gut dargestellt. Dennoch hat mich die Sprache etwas gestört. Es ging sehr in den Jugend Slang, immer öfter wurden Deutsch und Englisch vermischt und das hat mich einfach genervt, obwohl ich sonst generell von der Geschichte positiv gestimmt war.
Alles in allem ist es cool, mit der Oper mal ein Setting zu haben, das man sonst eher nicht vorfindet. Und auch Romance und Spannung finden hier gut zueinander. Es ist eine Empfehlung für alle, die sich der Welt der Oper nähern wollen und kein Problem damit haben, wenn die Sprache mal nicht dem klassischen Muster entspricht.
Warm und hoffnungsvoll
Das Tarot Café von Moon Hye Joung
Seryeon legt für ihre Klienten die Tarotkarten – zumindest sollte sie das. Denn oft entwickelt sich – vor dem Legen der Karten – ein Gespräch mit ihren Klienten, in denen sie Ratschläge gibt. Dabei lernt man als Leser auch langsam ihr eigenes Leben und ihre Probleme kennen. Moon Hye Joung schreibt in ihrem Buch „Das Tarot Café“ so, dass man durch das Kartenlegen auch gleichzeitig mehr über Seryeon erfährt.
Da gibt es zum Beispiel ihren Ex Freund...
Die Handlung entwickelt sich immer weiter zu etwas, mit dem ich nicht ganz gerechnet habe. Dies allerdings im positiven Sinn, denn die Atmosphäre ist warm, herzlich und hoffnungsvoll. Beim Lesen mag man sich am liebsten in eine Decke einkuscheln und das, was man liest, einfach genießen. Dazu trägt auch der Schreibstil bei, der so voller Gefühl und nicht überzogen ist. Man liest einfach gerne die Worte, die geschrieben wurden, da sie so leicht sind. Die kurzen Kapitel ermöglichen es ebenfalls, recht schnell in der Geschichte voranzukommen, aber dennoch in den recht vielen kleinen Momenten zu verweilen.
Die Illustrationen und kurzen Erklärungen der Tarotkarten bieten einen tieferen Einblick und mehr Verständnis für das Kartenlegen. Insgesamt harmoniert alles perfekt, nur passiert es an manchen Stellen, dass die Geschichte doch etwas sehr ruhig ist.
Dennoch hat mir das Buch gut gefallen, gerade durch den Fakt, dass man immer wieder verschiedene Charaktere kennenlernt, mit Seryeon aber immer eine Konstante bleibt. Es ist also eine Empfehlung für alle, die sich in die Welt der Tarotkarten begeben möchten und sich nach einer ruhigen, unaufgeregten und ehrlichen Geschichte sehnen.
Entschleunigend
Der Briefladen, in dem ich dich fand von Baek Seungyeon
Im Buch "Der Briefladen, in dem ich dich fand" von Baek Seungyeon kehren wir zurück zu Hyoyeong und damit auch in den Briefladen. Wir bekommen erneut Einblicke in das Leben von Hyoyeong und natürlich den PenPal Service. Im Gegensatz zum ersten Band liegt hier der Fokus aber nicht so sehr auf dem Briefladen und dem PenPal Service an sich, sondern eher auf der Liebe.
Und damit auch den Beziehungen der Protagonisten untereinander.
Wie schon im ersten Band konnte mich auch hier wieder der Schreibstil überzeugen: Er ist ruhig und absolut entschleunigend. In den meisten Situationen werden die passenden Worte gefunden und es bereitet einfach Freude das Buch in die Hand zu nehmen und immer weiterzulesen. Ebenfalls kommen die Gefühle nicht zu kurz, denn wie die Protagonisten im Buch bringt auch Baek Seungyeon die Gefühle und Emotionen sehr gut auf dem Papier rüber.
Hyoyeong ist außerdem selbstbewusster in dem, was sie tut, und arbeitet an ihrem ersten Briefband. Die Storyline hat mir sehr gut gefallen, während mir das Liebesdreieck zwischen ihr, Yeonggwang und Donggyu zwischendurch ein bisschen zu viel war. Mir hat es gefehlt mehr Zeit im Briefladen zu verbringen und Briefe von Protagonisten zu lesen, die vielleicht nur einmal kurz im Buch auftauchen. Dennoch ist das Buch keineswegs schlecht, es hat nur einen anderen Fokus, den ich mir nicht gewünscht habe.
Briefe kommen aber trotzdem nicht zu kurz – ganz im Gegenteil. Die meisten Protagonisten schreiben ihren Liebsten Briefe und versuchen damit entweder Beziehungen zu retten oder eine neue Aufzubauen. Die Liebe und die Vergangenheit stehen hier ganz klar im Fokus.
Insgesamt ist dieser Band allerdings ein Buch, das ich gerne gelesen habe, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass der Fokus woanders liegt und eventuell aus der einen oder anderen Situation etwas mehr rausgeholt wird. Entschleunigend und genau das Richtige, um Ruhe zu finden ist das Buch dennoch definitiv!
Eine wichtige Thematik
Unshame von Louisa Dellert
Mit "Unshame" hat Louisa Dellert ein Buch geschrieben, das kritisch auf Schönheitsideale und Social Media blickt. Sie erinnert daran, dass unser Körper mit das Wichtigste ist, das wir haben. Durch autobiographische Elemente schafft sie es eine authentische Sichtweise zu schaffen und Nähe aufzubauen.
Doch ebenfalls wichtig ist, dass sie betont aus einer privilegierten Sichtweise zu schreiben. Eben deshalb ist es so gut, dass sie auch viele Beispiele von anderen Frauen mit in das Buch trägt, die nicht die gleichen Privilegien haben wie sie.
Doch "Unshame" ist nicht nur autobiographisch: es enthält Tipps und Fragen zur Selbstreflexion sowie ein paar Zeilen, um selbst etwas in das Buch zu schreiben und die eigenen Gedanken und Worte zu ergänzen.
Der gesamte Aufbau des Buches ist stimmig. So fängt es bei längst vergangenen Schönheitsidealen an, die auch jetzt immer wieder aufgegriffen werden und landet schlussendlich bei einer Welt, die von Filtern beherrscht wird.
Der Schreibstil ist zudem so leicht und doch irgendwie eindringlich, dass es Freude macht, immer tiefer in das Buch einzutauchen und mehr über Ideale zu erfahren, die uns tagtäglich (besonders im Internet) begegnen.
Schlussendlich gibt das Buch ein bisschen Hoffnung, dass sich etwas ändern kann, an der Wahrnehmung des weiblichen Körpers und in den Sozialen Medien. Jeder weibliche Körper ist anders und nicht gleich. Wichtig ist, dass man sich selbst im eigenen Körper wohlfühlt und ihn wertzuschätzen weiß.
Am Ende wollen wir doch alle nur Frieden mit unserem Körper schließen und ihn nicht von anderen kritisieren lassen. Danke Louisa für dieses Buch.
Es wird wild
If Books Could Kill von Kate Eberle
"If books could kill" von Kate Eberle hält eine Geschichte bereit, die man nicht hervorsehen kann. Wir begleiten Roxie dabei, wie sie in dem neuen Buch ihrer Lieblingsautorin landet. Sie denkt, es wäre wieder eine Liebesgeschichte, doch falsch! Die Handlung entpuppt sich schnell als Thriller und zusammen mit Grant ist sie auf der Flucht vor Mördern.
Der Schreibstil von Kate Eberle ist leicht und flüssig und durch die einfache Wortwahl fliegt man nur so durch die Seiten. Die Dialoge fließen dahin, können aber auch mal etwas holprig sein. Dafür ist die Geschichte nicht überladen mit Beschreibungen, denn diese werden nur an passenden Stellen eingesetzt.
Die Handlung dagegen ist überladen mit wilden Wendungen und unvorhersehbaren Geschehnissen, sodass man sich so fühlt wie Roxie, die eben auch die wildesten Sachen erlebt. Für mich ist es etwas too much und auch wenn es erst unterhaltsam ist, so wird es doch mit der Zeit ein wenig anstrengend.
Charaktertiefe sucht man zum großen Teil leider auch vergeblich. Über die zwei Hauptcharaktere Roxie und Grant erfährt man oft nur Dinge, die man bereits kennt. So bleiben beide leider etwas blass.
Für meinen Geschmack wurde an manchen Stellen einfach etwas zu viel gewollt und weniger wäre hier mehr gewesen. Dennoch ist es ganz nett für zwischendurch, aber bei weitem leider kein Highlight.
Ein wundervolles Buch
The Rainshadow Orphans von Naomi Ishiguro
"The Rainshadow Orphans" von Naomi Ishiguro ist ein Buch, das mich von Anfang bis Ende überzeugen konnte. Wir betreten als Leser*innen die Welt von Rainshadow City und damit auch das zuhause von Toshiko, Jun, Mei und noch vielen weiteren Protagonisten. Die drei Geschwister allerdings führen ihr Leben halb im Untergrund und ihre Wohnung ist versteckt, denn die Lucky Crows und die Kaiserin machen das Leben in Rainshadow City nicht wirklich leicht.
Besonders als die drei den Tod ihrer Tante Reiko zu rächen versuchen, gerät die Welt ein bisschen ins Wanken, die Geschichten vieler Protagonisten vermischen sich und eine Drachenperle sorgt für viel Wirbel.
Durch ihren Schreibstil und den Handlungsaufbau im Buch, kreiert Naomi Ishiguro einen Sog, der so stark ist, dass man das Buch kaum aus den Händen legen möchte. Man merkt, dass sie sich mit japanischer Mythologie auseinandergesetzt hat und deswegen eine ganz besondere Atmosphäre diese Geschichte umgibt. Zu Beginn mag man sich vielleicht fragen, wie die verschiedenen Charaktere miteinander zu tun haben, aber auch das löst sich schnell. So verbindet sich die Handlung der drei Geschwister mit Ken Saito, Theo und dem Sohn der Kaiserin Haru.
Insbesondere die Vielfalt der Charaktere macht dieses Buch noch bunter. So haben Toshiko, Jun und Mei alle ganz unterschiedliche Interessen und Dinge in denen sie gut sind – ihre Liebe zueinander, verbindet sie aber. Genau wie Kater Mochi – der heimliche Star der Geschichte, der immer wieder eine entscheidende Rolle spielen kann.
Ebenso sorgen das Setting und der Weltenbau dafür, dass die Geschichte alles andere als eintönig wird. Man besucht viel Orte und es kann vorkommen, dass es sich si anfühlt, als würde man gerade mit Toshiko auf einer Mission sein oder mit Haru am See sitzen und das Waser betrachten.
Es ist einfach ein wundervolles Buch. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn so manches Wunder lässt sich im Laufe der Geschichte definitiv finden.
An Spannung herrscht ebenfalls kein Mangel. Es gibt kaum eine Stelle, an der Langeweile auftaucht oder die wirklich zäh ist. Ständig stellt man sich neue Fragen oder es kommen neue Probleme auf, die gelöst werden müssen, sodass eine konstante Grundspannung entsteht.
Insgesamt ist dieses Buch eine Empfehlung an alle, die sich in eine neue Welt begeben und viele facettenreiche Charaktere kennenlernen wollen. Eine Geschichte, die perfekt ist für lange Nächte und gemütliche Lesestunden. Eine ganz klare Empfehlung von mir!
Zähe Geschichte
Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir
In "Home Before Dark" von Eva Björg Ægisdóttir erwartet den Leser eine Geschichte von zwei Schwestern, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten. Es ist eine Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt und voller Geheimnisse und Lügen zu sein scheint. Es wirkt so, als hätte jeder etwas zu verbergen und sein eigenes dunkles Geheimnis.
Der Schreibstil von Eva Björg Ægisdóttir ist leicht zu lesen, sodass man quasi durch die Seiten fliegt. Einzig die Namen und die Spitznamen der Schwestern haben mich am Anfang etwas verwirrt und aus dem Konzept gebracht. Ansonsten sind ein einfacher Satzbau und ausdrucksstarke Dialoge vorzufinden.
Besonders interessant werden dabei die Kapitel die Marsibil begleiten und bei denen bemerkbar wird, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt. Sie wirkt immer verwirrter und vergesslicher. Parallel dazu nehmen auch die Kapitel aus der Sicht von Stina an Fahrt auf, denn von Mal zu mal nähert man sich ihrem Verschwinden.
Beide Schwestern lernt man so immer intensiver kennen und auch die Beziehungen innerhalb der Familie, sowie die verschiedenen Freundschaften.
Nichtsdestotrotz zieht sich die Geschichte und nach meinem Empfinden waren die ersten zwei Drittel ziemlich zäh und phasenweise wirklich langweilig, weil mir das Gefühl gegeben wurde, dass man nur auf der Stelle tritt und nicht wirklich etwas passiert, außer, dass Marsibil scheinbar immer mehr Probleme damit hat in der Realität zu bleiben. Es dreht sich viel um den Konsum von Alkohol und um die Familiären Spannungen, die immer deutlicher werden.
Erst gegen Ende nimmt die Handlung an Fahrt auf und wird besser. Allerdings war es ein langer Weg bis zu diesem Punkt. Und so ganz überzeugen konnte mich das Ende auch nicht wirklich. Insgesamt hat alles einfach etwas Wirr gewirkt und mich nicht wirklich überzeugt.
Über Vertrauen und die Liebe
Building Trust von April Dawson
Building Trust von April Dawson ist ein Buch, das viele verschiedene Facetten von einer Lovestory verbindet. Im Fokus steht dabei die Fake Beziehung von Phyn und Adric, die gemeinsam eine Mission verfolgen: Phyn mit Gideon zusammen zu bringen. Im Laufe der Zeit offenbaren sich allerdings die wahren Gefühle der beiden und es wird immer deutlicher, dass vielleicht nicht alles so ist, wie es scheint.
April Dawson überzeugt mit einem Schreibstil der luftig und leicht ist und mit dem das Lesen Freude bereitet. Sie findet eine sehr gute Balance zwischen ernsteren Themen und den humorvollen Seiten der Protagonisten. Dabei sind die Probleme und Herausforderungen insbesondere von Phyn und Adric sehr authentisch geschildert und in manchen findet man sich als Leser auch selbst wieder. Es harmoniert einfach und das macht viel aus.
Das lebendige Setting mit New York hebt das Lebendige dieser Geschichte nur noch mehr heraus und wie die Stadt steht auch das Leben der Protagonisten niemals still.
Arbeit, Familie und die Presse fordern Phyn und Adric manchmal bis auf das Äußerste. Und an diesen Punkten merkt man, wie stark die zwei sind. Phyn mag vielleicht wie eine sehr in sich gekehrte, introvertierte Person wirken, aber für die Menschen, die ihr wichtig sind, setzt sie sich, ohne zu zögern ein. Auch wenn sie viele Dinge im Leben für ihre Mutter macht, so steht sie zumindest im Geheimen auch zu den Dingen, die ihr am liebsten sind.
Adric dagegen ist anders. Er ist Extremsportler und landet im Knast. Er macht, was er will. Zumindest bis zu einem bestimmten Punkt. Bis sein Bruder ihm in die Quere kommt. Adric wandelt sich und zeigt Gefühle. Er unterstützt Phyn und ist für sie da, macht sie selbstbewusster. Man merkt, dass sich zwischen den beiden etwas entwickelt und die Vergangenheit wieder zum Vorschein kommt.
Zwar ist die Geschichte sehr schnelllebig und rast an manchen Stellen förmlich, so ist es doch spürbar, wie sich Gefühle entwickeln. Manche kleinen Dinge sind allerdings etwas repetitiv und nichts neues, was etwas schade ist. Denn es wird sich gefühlt oft nur auf die gleichen drei Punkt in dem Leben der zwei beschränkt, ohne dass man etwas anderes über sie erfahren oder entdecken kann.
Insgesamt ist Building Trust aber ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat und das ich sehr gerne weiterempfehle. Es bietet Liebe, Emotionen, Gefühle und ein bisschen Drama, davon aber nicht zu viel. Obendrauf gibt es mit New York auch einfach noch ein atemberaubend tolles Setting.
Voller Emotionen und ehrlicher Gefühle
The Night We Met von Abby Jimenez
"The Night We Met" von Abby Jimenez ist ein Buch, welches zeigt, wie stark Gefühle sein können und, dass man auf sich selbst hören soll, wenn es um die Liebe geht. Die Protagonisten Larissa, Chris und Mike hätte ich am liebsten einmal alle ganz fest in den Arm genommen. Ihr Geschichten sind allesamt unterschiedlich und doch verbindet sie alle eine Entscheidung, die Larissa nach einem Konzert getroffen hat.
Hat sie die falsche Wahl getroffen? Möglich. Aber es ist die Wahl gewesen, die sie am Ende alle noch enger zusammengebracht hat und vor Augen führt, dass man zu sich selbst stehen sollte.
Abby Jimenez begeistert neben den Charakteren auch mit Wufferine, dem heimlichen Star des ganzen Buches. Der kleine Hund, der so viel Humor mit in die Geschichte gebracht hat. Denn auch in dieser Geschichte hat Jimenez es geschafft ernste Thematiken mit Humor zu verflechten ohne, dass irgendetwas ins Lächerliche gezogen wird. So war auch dieses Buch eine emotionale Achterbahnfahrt, bei der man die Protagonisten manchmal gerne angeschrien hätte. Durch den Schreibstil wird es allerdings möglich insbesondere Larissa und Chris besser zu verstehen. Sie kommen authentisch rüber und ihre Emotionen und Gedanken sind einfach nur menschlich.
Ergänzend dazu bleiben einzelne Szenen für längere Zeit im Gedächtnis, da sie prägende Momente sind, obwohl sie vielleicht gar nicht so wirken.
Fest stehet aber, dass dieses Buch kein leichtes ist und zum Nachdenken anregt. Es zeugt von tiefen Gefühlen, Freundschaft, der Liebe und darüber an sich selbst zu glauben und sich nie unterkriegen zu lassen. Abby Jimenez konnte mich mit der Geschichte von Larissa, Mike und Chris mehr als überzeugen. Die ganzen Eastereggs und Details, die in die Geschichte mit eingeflossen sind, haben das Leseerlebnis nur noch besser gemacht!
Sehr bedrückend
Salto von Kurt Prödel
2,5 von 5
"Salto" von Kurt Prödel ist ein Buch, das nah am Leben ist und es definitiv nicht auf die leichte Schulter nimmt. Es ist größtenteils bedrückend und die Leichtigkeit fehlt. Aber gibt es in dem Leben von Marko überhaupt so etwas wie Leichtigkeit?
Marko hat sein Abi abgeschlossen und möchte jetzt Arzt werden – das hat er zumindest seiner Mutter versprochen.
Und damit fängt es an. Die Sorgen, die Zweifel und die Ängste. Marko ist nicht der Selbstsicherste und lässt sich auch gerne mal leicht verunsichern. Auch in Ungarn wird schnell deutlich, dass es alles andere als die richtige Entscheidung von ihm und seinem Vater war, ihn dorthin zu schicken, nur damit er Medizin studieren kann.
Die Beziehung zwischen Marko und seinem Vater ist nicht unbedingt die leichteste, um es mal so zu sagen. Beide leben in stetiger Trauer und irgendwann offenbaren sich weitere Probleme, die die zwei in finanzielle Sorgen stürzt.
Und dann kommt irgendwann auch noch das Leben dazwischen...
Kurt Prödel kann sehr eindringlich schreiben und eine besonders runterziehende und deprimierende Atmosphäre kreieren. Er kommt ohne viel Schnickschnack klar und seine Dialoge sind Dialoge. Nicht mehr und nicht weniger. Sie zeigen nur die Worte der Personen und nichts anderes. Man muss sich darauf einlassen. Mir wurde es zwischendurch aber zu eintönig und besonders die Handlung fand ich zu Beginn etwas repetitiv. Erst das Ende hat es rausgerissen und die Stimmung bei mir gehoben.
Alles in allem ist dieses Buch etwas für Menschen, die mit deprimierender und bedrückender Atmosphäre gut klarkommen und einen etwas anderen Schreibstil lieben.
Mich hat diese Geschichte leider nicht so gepackt, wie ich es mir erhofft hatte.











