Kunden em pfehlungen
Rezensionen von froschman:
Die Macht des Geldes
Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie? von Iliana Xander
Caro, Lindsey und Natalie sind von einer Kleinstadt nach New York gezogen, um in der Großstadt ihr Glück zu versuchen. Doch Lindsey starb an Krebs, sodass nur mehr Caro und Natalie durch die Lokale ziehen konnten. In einem dieser Lokale hat Caro ihren Traummann gefunden und ist mit ihm aus dem Lokal gegangen.
Am nächsten Tag wird sie ohnmächtig an einer Bushaltestelle gefunden und ins Krankenhaus eingeliefert. Ihr wurde eine Art Vergewaltigungsdroge verabreicht, allerdings ein starkes, nicht im Handel erhältliches Präparat, sodass sie jetzt im Koma liegt. Die Polizei tappt im Dunkeln. Doch Natalie will den finden, der Caro das angetan hat. Sie entdeckt den Mann auf dem Cover eines Magazins, es handelt sich um den Unternehmer Geoffrey Rosenberg, dessen Krypto-Unternehmen in ein paar Tagen an die Börse gehen wird.
Natalie versucht, einen Job bei Rosenberg zu bekommen, als Reinigungsfrau bei einem großen Fest in seiner Villa, bei der zahlreiche Anleger den Börsengang feiern werden. Sie ist bereit, alles zu riskieren und will Rosenberg eine Falle stellen. In der Villa bemerkt sie, dass praktisch alle Räume mit Kameras versehen sind, das gesamte Personal benimmt sich komisch. Die Atmosphäre ist von Anfang an beklemmend. Je tiefer sie in die Welt Rosenbergs eintaucht, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Lüge, Wahrheit und Manipulation. Sitzt sie eigentlich schon selbst in der Falle?
Iliana Xander hat einen Thriller geschrieben, den man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte. Auch die kurzen Kapitel und der Blickpunkt aus verschiedenen Positionen erleichtern das Lesen.
Mord im Luxushotel
The Woman in Suite 11 von Ruth Ware
Die Reisejournalistin Lo Blacklock ist nach einem traumatischen Erlebnis vor zehn Jahren auf einem Kreuzfahrtschiff, bei dem sie beinahe ihr Leben verloren hätte, nicht mehr als Publizistin tätig. Doch nun erhält sie ein lukratives Angebot, sie soll über die Neueröffnung eines Luxushotels am Genfersee in der Schweiz berichten.
Sie sieht das als Neubeginn ihrer Reisjournalisten-Tätigkeit. Der Hotelbesitzer Marcus Leidmann ist einer der reichsten Männer der Schweiz und Blacklock hofft, mit ihm ein Interview für die Financial Times zu ergattern.
Eines Nachts wird sie überraschend in sein Hotelzimmer eingeladen. Lo ist zwar skeptisch, geht aber doch mit Block und Stift in die angegebene Suite. Doch nach zaghaftem Anklopfen wird die Tür geöffnet und vor ihr steht eine junge Frau, die behauptet, in Gefahr zu schweben. Somit beginnt ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel.
Ruth Ware hat mit diesem Thriller einen weiteren Beweis ihrer großartigen schriftstellerischen Fähigkeiten veröffentlicht. Die etlichen Wendungen, stetig steigende Spannung, die Beschreibung der beklemmenden Atmosphäre, die Machtspiele des Hotelbesitzers, all das führt dazu, dass man das Buch kaum mehr aus den Händen legen kann.
Mord inmitten der Naturgewalten
Grenzfall - Ihr Grab in den Fluten von Anna Schneider
In der Grenzregion des Karwendel sind sowohl in Bayen als auch in Tirol heftige Unwetter niedergegangen, Flüsse sind über die Ufer getreten, alles wird von den Wassermassen mitgerissen, Straße wurden vermurt. Auf Bayrischer Seite steht das Telefon von Alexa Jahn nicht mehr still. Es gibt bereits zahlreiche Vermisste und stündlich werden es mehr.
In einer Schlucht findet Alexa einen Mann, der jedoch nicht ertrunken ist, sondern ermordet wurde. Alexas Vater, Bernhard Krammer, nach einer Verletzung im Dienst noch nicht ganz einsatzfähig, ist auf österreichischer Seite damit beschäftigt, sechs junge Erwachsene zu finden, die trotz der schwierigen Bedingungen mit Mountainbikes zu einer Berghütte unterwegs waren und sich nicht mehr gemeldet hatten. Es wird auch eine Frau vermisst, die bereits Opfer von Übergriffen war. Spuren zu einer lang vergangenen Tat werden sichtbar.
Das Hochwasser steigt, die Stromversorgung fällt aus, es gibt auch kein Handynetz mehr. Auf der Berghütte wird ein Mädchen vermisst, die jungen Leute streiten immer mehr, keiner traut mehr dem anderen.
Schneider kann die Naturkatastrophe sehr gut und detailreich beschreiben, die Rettungsmannschaften arbeiten fast ohne Pausen. Die verschiedenen Handlungsstränge beidseits der Grenzen werden geschickt miteinander verwoben und die für Schneider typische Schreibweise lassen einem das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Studentischer Albtraum
Schattenmädchen von Frida Skybäck
Fredrika Storm und Henry Calment ermitteln in einem Fall, bei dem die Studentin Isabelle Karlsson von einer Sommerparty eines erfolgreichen Technologieunternehmens verschwunden ist. Dieses Unternehmen wurde von zwei ehemaligen Studenten der Universität Lund gegründet. CEO Martin Zenberg behauptet, weder er noch sein Unternehmen hätten Kontakt zu diesem Mädchen gehabt, niemand der Teilnehmer kann sich an Isabelle erinnern.
Die beiden Ermittler entdecken Zusammenhänge zwischen diesem Fall und dem Mord an der Studentin Petra Olsson, der vor sieben Jahren verübt wurde. Auch sie war auf einer Party, an der Zenberg dabei war. Dieser Fall wurde zwar aufgeklärt, der Verurteilte hat aber immer auf seine Unschuld hingewiesen, es gab einige Unklarheiten bei den Ermittlungen, der Verurteilte hat sich in der Zwischenzeit selbst gerichtet. Auch Petra war Studentin der Universität Lund, in der es geheimnisvolle Studentenverbindungen gibt.
Die Ermittlungen beginnen gemächlich, werden im Lauf der Zeit jedoch rasant. Etliche Wendungen machen diesen Krimi spannend, die Schreibweise Sybäcks ist leicht zu lesen. Von den beiden Ermittlern erfährt man viel (vielleicht zu viel) Privates. Das grausame an diesem Krimi ist die Tatsache, dass es sich dabei um eine wahre Begebenheit handelt!
Selbstjustiz
Minnesota von Jo Nesbø
Nach dem Tod seiner dreijährigen Tochter ist der Ermittler Bob Oz nicht mehr derselbe. Seine Frau verlässt ihn, seine Freunde wollen nichts mehr von ihm wissen. Es bleibt ihm nur mehr seine Ermittlerarbeit und der Alkohol, um sich von seinen Dämonen zu befreien! Auch aus dem Polizeidienst wurde er entlassen, er ermittelt allerdings weiter.
Er ist auf der Suche nach einem Mörder, der einen Rachefeldzug gegen Drogenbosse und Waffenhändler in Minnesota führt. Mit einem Katz-und-Maus-Spiel bringt dieser Mörder die Beamten zur Verzweiflung, er ist ihnen immer einen Schritt voraus, trickst die Überwachungskameras aus, hinterlässt irreführende Spuren. Bis Oz erkennt, dass der Täter zu einem finalen Schlag ausholen will. Der Bürgermeister, der ein bekennender Verfechter der Waffenfreiheit ist, will ein Footballspiel, das live im Fernsehen übertragen wird, eröffnen. Der Täter will dieses öffentliche Ereignis für seine Zwecke nutzen. Doch die Polizei und das SWAT-Team haben ihm eine Falle gestellt, das Stadion wird lückenlos überwacht. Doch er ist ihnen wieder einen Schritt voraus.
Jo Nesbø ist hat diesem Krimi wieder einmal ein herausragendes Buch geschrieben. Er kann dabei die Zerrissenheit der Amerikaner, was den privaten Waffenbesitz und -gebrauch betrifft, deutlich aufzeigen. Ich kann nur hoffen, dass dies ein Beginn ein er neuen Krimireihe wird.
Grausames und brutales Netzwerk
Wellengrab von Stefan Ahnhem
Kommissar Fabian Risk ist gemeinsam mit seiner Tochter Matilda auf einem Segelturn unterwegs, als auf dem Festland ein totaler Stromausfall stattfindet. Während des Blackouts sind zahlreiche unerklärliche Vorfälle geschehen. Unter Anderem wird eine Bank ausgeraubt, ein auf erstem Blick natürlicher Todesfall, der sich allerdings als Mord herausstellt, ein Kind wird entführt.
Und Zeugen verstricken sich in Falschaussagen, nichts passt zusammen. Dann meldet sich bei Fabian eine frühere Freundin, deren Tochter ebenfalls entführt wurde, die Entführer verlangten, dass keine Polizei eingeschaltet wird. Fabian, ein guter Beobachter menschlicher Abgründe, erkennt mit seiner neuen Partnerin Linn Hagmann Gemeinsamkeiten zwischen dem Stromausfall und den Entführungen, aber sie können noch nichts beweisen.
Ahnhem beginnt anfangs gemächlich, die verschiedenen Erzählstränge weisen in die gleiche Richtung. Je länger man liest, umso erschreckend realistischer wirkt das Szenario. Für mich hat dieser Krimi eher das Fornat eines Thrillers. Spannend geschrieben, man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Generationsübergreifendes Ermittlerduo
Der Tag, an dem Barbara starb von Richard Hooton
Die 89-jährige Margaret Winterbottom leidet an beginnender Demenz, unter Anderem spricht sie immer noch mit ihrem vor einem Jahr verstorbenen Mann Albert. Als im Haus gegenüber ihre beste Freundin Barbara ermordet wird, beginnt sie mit ihrem Enkel James zu ermitteln. Sie stoßen auf etliche Ungereimtheiten, geheime Briefe, falsche Alibis sowie auf Feindschaften.
Allerdings weiß Margaret oft nicht, ob das von ihr Bemerkte der Wirklichkeit oder nur ihrer Einbildung entspringt.
Richard Hooton schreibt anfangs schwungvoll, dann etwas langatmig, aber am Schluss ermitteln James und Margaret doch noch mit frischem Wind, bis sie den Täter ausforschen. Durch die Krankheit Margarets wird man doch nachdenklich, auch der Umgang mit ihrer eigenen Familie, hält doch nur mehr James zu ihr. Ein cozy-crime mit viel Menschlichkeit.
Der Danehof-Geheimbund ist zurück
Oxen. Interregnum von Jens Henrik Jensen
Axel Mossmann wurde aus der Pension zurückgeholt, er muss den Geheimdienst PET leiten, bis ein Nachfolger für seinen Posten gefunden wird. Aber nicht nur Mossmann ist zurück, sondern auch jene, die den Danehof wieder aufbauen wollen. Dieser rechtsgerichtete Geheimbund schien bereits zerschlagen zu sein, wurde allerdings an anderer Stelle wieder neu aufgestellt.
Die Verbindungen reichen bis in die höchsten politischen Kreise. Niels Oxen und Margarethe Franck müssen sich diesen neuen Anforderungen stellen. Überraschend wird einer der wichtigsten Danehof-Führer ermordet, gleichzeitig gibt der Tod eines jungen chinesischen IT-Studenten große Rätsel auf. Die verschiedenen Ermittlungsstränge werden letztendlich zusammengefügt und es wird klar, der Danehof ist stärker als je zu vor.
Dieser Band von Jensen ist kompromissloser als seine Vorgänger, dichter erzählt und emotional härter. Viele überraschende Wendungen, immer wieder neue Entwicklungen, man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Wer die Reihe kennt und mag, bekommt genau das, was er erwartet und wird auch hier nicht enttäuscht.
Blutrausch
Kälter von Andreas Pflüger
Die frühere BKA-Personenschützerin Luzy Morgenroth hat sich nach dem Tod ihres Freundes bei einem Einsatz in Israel 1982 auf die Insel Amrum versetzen lassen, um ihre weitere Berufslaufbahn als Provinzpolizistin ausklingen zu lassen. Als allerdings 1989 in einer Sturmnacht ein Mann verschwindet, um später tot an den Strand gespült zu werden, ändert sich ihr Leben plötzlich.
Sie bemerkt, dass sich ein Killerteam auf der Insel aufhält, und nimmt den Kampf gegen diese Gruppe auf. Sie ist sich sicher, dass niemand anderer als Babel hinter diesem Mordanschlag steckt, ein ehemaliger RAF-Terrorist, gegen den sie bereits in Israel ermitteln musste. Niemand auf der Insel weiß von ihrer Vergangenheit, jetzt sie wird wieder zu der Luzy von früher, einer Agentin im Kalten Krieg.
Andreas Pflüger versteht es mit Hilfe von historischen Ereignissen, wie dem Fall der Berliner Mauer, einen rasanten Agententhriller zu schreiben. Es geht dabei um Aktivitäten der Geheimdienste beiderseits des Eisernen Vorhangs. Ein stimmungsvoller Thriller, düster und niveauvoll.
Geister aus der Vergangenheit
Dann ruhest auch du von Sandra Åslund
Wie schon so oft begibt sich Johann Magnelius mitten in der Nacht durch einen Geheimgang in die Schlossruine Borgholm, um nach Seelenkontakten mit Verstorbenen zu suchen. Doch diesmal findet er unter einem bisher nicht vorhandenen Bretterverschlag eine Leiche einer Journalistin, mit einer Schussverletzung mitten im Gesicht.
Die Kriminalinspektorin Maya Topelius, die soeben auf Kurzurlaub bei ihren Eltern und Freunden ist, und ihr Kollege Pär werden nach Kalmar entsendet, um die Ermittlungen aufzunehmen. Es hatte sich bereits vor einem Monat ein Mord mit ähnlichen Vorzeichen ereignet, es könnte sich dabei um Bandenkriminalität handeln. Während der Ermittlungen geschieht ein weiterer Mord in dieser ansonsten ruhigen Gegend. Nebenbei trifft sich Maya in ihrer Heimat mit ehemaligen Mitschülern und stößt dabei auf ein längst verdrängtes Trauma aus ihrer Schulzeit. Durch die Hartnäckigkeit bringt sich Maya allerdings auch immer wieder in Gefahr.
Mit der Verknüpfung aus Vergangenheit und Gegenwart samt Rückblicken hat Sandra Aslund einen atmosphärischen Skandinavien-Krimi geschrieben, der nahtlos an ihre beiden Vorgängerromane (Im Herzen so kalt bzw. Still ist die Nacht) anschließt. Man muss diese beiden Bücher aber nicht unbedingt vorher lesen, jedes Buch ist für sich abgeschlossen.











