Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
Konnte mich nicht überzeugen
Wächter der Magie - Aufbruch nach Artimé (Wächter der Magie 1) von Lisa McMann
Mich erinnert dieses Setting irgendwie etwas an ‚Hüter der Erinnerung‘. Doch leider kommt es an dessen Genialität bei Leibe nicht heran. Der Schreibstil ist in meinen Augen gewöhnungsbedürftig und erfordert einiges an Konzentration, was mir das Eintauchen in die Geschichte erheblich erschwerte.
Die hier skizzierten „Welten“ sind zudem recht klar in Gut und Böse getrennt. Artimé und Quill. Die Einen unterdrückt und willenlos, die Anderen gesegnet mit Gaben, welche in ihrer ursprünglichen Heimat geächtet wurden. In Artimé blühen diese Kinder auf, doch es wird auch mit einem Angriff Quills gerechnet, auf den es sich vorzubereiten gilt. Der phantastische, kreative Teil dieses Buches gefiel mir gut, doch mit dem Aufbau der Welten selbst, des Handlungsverlaufes und der Ausarbeitung der Charaktere war ich nur wenig glücklich. Auch die Altersempfehlung empfinde ich vom Verlag als zu jung angesetzt.
Ungeheuer berührend
Das Wesen des Lebens von Iida Turpeinen
Dieses Buch wirkt fast schon dokumentarisch und zeigt die Geschichte der Wissenschaft rund um die Entdeckung und Ausrottung der Stellers gen Seekuh auf. Damals übliche Methoden und Ansichten wurden dabei genauso aufgezeigt, wie die mit dem Schicksal der Seekuh verbundenen Personen. Das erzählerische, nostalgische Lesegefühl wurde durch ein völliges Fehlen direkter Anreden unterstützt, der Leser nimmt die Rolle eines Beobachters ein ohne emotional ausgegrenzt zu werden.
Handlung, und Schreibstil sind durchsetzt von wissenschaftlichen Themen, werden jedoch auf eine Weise präsentiert, die mich persönlich sehr anrührte. Da mir diese Tierart völlig neu war und ich deren Schicksal somit noch nicht kannte, konnte ich mich unvoreingenommen auf dieses Buch einlassen, wodurch mich die Handlung vielleicht mehr fesselte, wie es Personen, die mit dieser Geschichte vertraut sind womöglich empfinden könnten. Inwieweit die Handlung als biographisch einzuordnen ist, kann ich jedoch durch mein fehlendes Vorwissen leider nicht einschätzen. Doch nehme ich der Autorin ihr Werk vollkommen ab. Es wirkt äußerst realistisch, wissenschaftlich fundiert und doch sehr persönlich und lebensnah.
Ein Buch, das mir lange in Erinnerung bleiben wird.
Agency for Scandal
Agency for Scandal von Laura Wood
Die junge Izzy Stanhope, durch den Tod ihres Vaters in Not geraten, erfährt die Ungerechtigkeit dieser Zeit am eigenen Leibe. Doch eine Gemeinschaft von mutigen Frauen lehrt sie für ihre Rechte und die anderer Frauen einzustehen. Als aber ein rätselhaftes Schmuckstück ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht gerät ihre Welt in Gefahr- und mit ihr ihr Herz.
Das Setting dieses Jugendromans schwankt zwischen Regency und Moderne, was mir sehr gut gefiel, da es einerseits dieses romantisch Verträumte der damaligen Zeit einfing, aber auch ein freieres Agieren der Protagonisten ermöglichte. Kriminanistische Elemente trafen dabei auf eine feministische Denkweise und eine unschuldig, süße Liebesgeschichte. Izzy gefiel mir in ihren Ansichten, ihrer Selbständigkeit, Loyalität und Wandelbarkeit sehr. Sie ist ungewöhnlich tough für ihre Zeit, ohne dadurch überheblich zu wirken. Ihr Versuch ihre Familie zu schützen, aber auch für andere einzustehen imponierten mir und nahmen vollends mich für sie ein. Aber auch das Geheimnis der Brosche entwickelte sich rasch zu einem äußerst vertrackten Fall, der meine Erwartungen bei Weitem übertraf. Er brachte der anhaltende Spannung in die Handlung und ein großartige und abwechslungsreiche Story mit sich. Schön war dabei auch der Einbezug des Dukes, das zum Vorschein tretens seines wahren Charakters und der sich anbahnenden Liebesgeschichte.
Ich freue mich daher schon jetzt auf die Fortsetzung dieser Reihe und kann dieses Band nur wärmstens empfehlen!
Ohne Ocarina
Die Gräfin von Irma Nelles
Der Mythos besagt, dass einst ein britischer Soldat, welcher im Watt vor der Hallig Südfall abgestürzt war, dort eine aus Rungholt stammende Ocarina, eine Art Pfeife, fand. Ihrem Ton verdankte er letztendlich sein Leben.
Gräfin Reventlow-Criminil, die diesen namenlosen Piloten einst gefunden und gerettet haben soll, existierte tatsächlich.
Und eben dieser bemerkenswerten, starken Frau und die mit ihr verbundenen und weithin bekannten Geschichte wurde nun dieser Roman gewidmet. Er vermischt Mythos und Realität mit der Vorstellungskraft der Autorin und zeigt die Auffindesituation, aber vor allem die Tage danach auf recht eindringliche Weise. Die zwischenzeitlich von der Wissenschaft angezweifelte Beteiligung der besagten Ocarina am Überleben des Mannes aber ist nicht Bestandteil der Handlung und wurde hier durch ein, dem Piloten gehörendes und mitgeführtes Instrument ersetzt. Leider nahm dies der Geschichte ihren mystischen Charakter und lies sie stattdessen sehr real und etwas nüchtern wirken.
Obwohl ich auf Tatsachen beruhende Romane normalerweise sehr schätze, tat es mir in diesem Falle doch etwas leid, da diese Korrektur der Geschichte seine Einzigartigkeit und die Verbindung zum sagenumwobenen Rungholt nahm. Die Gräfin und ihr Leben auf Südfall, aber auch der fiktive Charakter des unbekannten Piloten, empfand ich stattdessen als äußerst gelungen. Zwar war immer eine gewisse Distanz zwischen den Personen zu spüren, doch erhöhte diese die Glaubwürdigkeit der Geschichte und unterstrich den Charakter dieser starken, aber auch eigensinnigen Frau sogar noch. Einen spannungsgeladenen Handlungsverlauf sucht man in diesem Buch jedoch vergeblich, stattdessen aber erhält man Einblick in ein Leben und historischen Begebenheiten, welche mich gerade durch ihre Alltäglichkeit sehr zu fesseln wussten.
Bandenkriege
Tode, die wir sterben von Roman Voosen; Kerstin Signe Danielsson
Diesen Thriller habe ich als Audio gehört. Die Sprecherstimme empfand ich dabei als angenehm wohlklingend und gut verständlich. Dennoch konnte mich die Handlung weit weniger packend. Zwar thematisch durchaus brisant und dank der Beteiligung Jugendlicher auch ergreifend, kam ich mit dem mir wenig sympathischen Ermittlerteam, Svea Karhuu und Jon Nordh, nur bedingt klar.
Deren Probleme und Lebensumstände wurden für mein Empfinden zu sehr beleuchtet, wodurch der eigentliche Fall zeitweise etwas ins Hintertreffen geriet. Dazu führten Wiederholungen im Schreibstil zu einem Abschweifen meinerseits. Unterstützt wurde dies leider auch durch den, mir zu komplexen Handlungverlauf, dem ich in geschriebener Form womöglich besser hätte folgen können und ihn mehr zu schätzen gewusst hätte.
Alles in allem aber vermute ich hinter diesem Buch durchaus einen recht soliden Thriller, der in mir jedoch nicht den Hörer fand, den er womöglich verdient hätte.
Sehr gefühlvoll
Und dahinter das Meer von Laura Spence-Ash
Obwohl mich Bücher mit amerikanischem Setting oft nur wenig begeistern, war es bei diesem ganz anders. Es ist ungeheuer einfühlsam geschrieben, beschreibt das dortige Leben des Mädchens Bea, ihrem Ankommen in der Familie, ihrer Zerrissenheit, und wie sie gerade Fuß gefasst selbst vom Krieg und der Liebe eingeholt, wieder zurück zu ihrer Ursprungsfamilie ziehen muss.
Das Buch erstreckt sich über mehrere Jahre und man verfolgt sowohl das Aufwachsen Beatrix als auch ihr Leben als Erwachsene und dem erneuten Aufeinandertreffen mit ihrer amerikanischen Familie. Doch auch von dieser erfährt man viel, wie z.B. das diese Familien verbindende Schachspiel. Besonders aber rührte mich mit wieviel Gefühl diese Geschichte erzählt wird, wie emotional auf Ereignisse eingegangen und diese geschildert werden. Man taucht unwillkürlich in die Gefühls- und Gedankenwelt der Charaktere ein, was diese ungeheuer lebendig und real wirken und das Geschehen sehr nahbar werden lässt. Eine Geschichte, die den Leser emotional teilhaben lässt und dadurch unter die Haut geht.
Überzogen
Wir treffen uns im nächsten Kapitel von Tessa Bickers
Leider konnte mich diese Geschichte nicht wirklich erreichen. Ja, es ist eine romantische Story, auch cosy und slow burn, doch von der Idee her nicht wirklich neu. Auch agieren in meinen Augen die Charaktere teilweise etwas unlogisch und überzogen. Eine banale Diskussion über Verfehlungen in der Vergangenheit z.
B., noch dazu auf einem Krankenhausparkplatz, während die Angehörigen beider Parteien dringend Beistand benötigen, kann ich beim besten Willen nicht ernst nehmen. Und auch sonst empfand ich die Handlung leider mehr effekthaschend als nachvollziehbar. Mir war das zu viel Drama, zu viel Schicksal- Tod, Krankheit, Mobbing, Missverständnisse, Vorwürfe und natürlich auch Liebe und gegenseitige Anziehungskraft. Selbst der Anteil an Literarischem hat mich ehrlich gesagt enttäuscht. Obwohl die Bücher eine zentrale Rolle in der Handlung einnehmen, wirken die Gespräche über diese bekannten Werke hier seltsam belanglos. Wie dabei der Funke überspringen und die beiden sich füreinander erwärmen konnten, erschloss sich mir leider nicht. Und fühlte ich auch nicht.
Schade, aber nein- meinen Geschmack traf das Ganze leider nicht.
Das Ende stört, ansonsten großartig
Die magische Bibliothek der Buks 1: Das Verrückte Orakel von Nina George; Jens J. Kramer
Leider muss ich sagen, dass ich etwas zwiegespalten bin, was diese Geschichte angeht. Ich habe sie als Hörbuch gehört und Marian Funk spricht es wirklich ganz wunderbar und fesselnd. Die Aura der Bibliothek kommt dabei wunderbar zur Geltung, die Charaktere der Buks und Kinder wurden in meiner Phantasie lebendig und auch die kontrollierende Welt der Kinder konnte ich mir sehr gut vorstellen.
Die Handlung selbst ist ungeheuer spannend und abwechslungsreich und wird abwechselnd aus der sich der Kinder und die der Buks erzählt. Besonders fasziniert haben mich auch die darin enthaltenen Anspielungen auf Buchklassiker, die viele Kinder zwar nicht wahrnehmen werden, erwachsene Leser und Hörer sicherlich begeistern. Zum Verstehen der Handlung sind diese Anspielungen jedoch nicht relevant.
Die Begeisterung kam jedoch mit dem Schluss zum Wanken. Nach einer lange Zeit sehr durchdachten, kreativen und spannenden Handlung kam das Ende überraschend plötzlich, wirkt überhastet und lässt mich mit zu vielen noch offenen Fragen zurück. Ich vermute zwar, dass im Folgeband darauf noch näher eingegangen werden wird, doch statt Vorfreude zu wecken, lies der Schluss mich eher ratlos und frustriert zurück.
Mo(o)rdsmässig gut
Glutmoor von Lars Engels
Glutmoor ist das zweite Buch des Autors Lars Engels und ich empfehle diese chronologisch zu lesen. Denn obwohl Totes Moor im Grunde in sich geschlossen ist, baut die Handlung des jetzigen Bandes dennoch darauf auf. Immer wieder wird Bezug zum ersten Band genommen und der Fall um Janoschs Jugendliebe und Vater scheint ihn auch weiterhin zu verfolgen.
Auch in Form von Briefen. Und doch ist zwischen den Bänden auch Zeit verstrichen. Janosch ist verheiratet und wird bald Vater. Ein Umstand, der sich auch auf seine berufliches Tun auswirkt. Neben den Ermittlungen zum Mehrfachmord der Familie Sanders erhält man einen schönen Einblick in das Privatleben des Ermittlers. Janosch agiert dabei nicht immer ganz professionell, dafür aber menschlich und nachvollziehbar, jedoch auch mit unvorhergesehener Auswirkung. Wie auch schon im ersten Band erhält der Leser aber auch durch kursiv gedruckte Rückblicke Informationen zu Hintergründen, welche sich erst mit der Zeit zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Mir persönlich gingen die Ermittlungen, obwohl angefangs durchaus weitgestreut, zu rasch in eine, bzw. zwei Richtungen. Motive, welche die getötete Frau und Mutter betreffen könnten wurde hierbei erstaunlicherweise fast komplett ignoriert. Gäbe es da als Politikerin nicht mehr Motive? Welche die nicht auch ihren Sohn beträfen. Auch das Kind blieb fast unbedacht und erhält nur durch Janoschs Situation als werdender Vater Aufmerksamkeit, wobei auch mir selbst ein Kind als Zielperson nicht schlüssig vorgekommen wäre.
Dennoch empfand ich dieses Krimi als durchaus gelungen, er steigert sich schön in der Spannung und lässt das eher ungewöhnlich Ermittlerduo aus Schwiegersohn und Schwiegermutter logisch und kreativ agieren.
Schon im Herbst
Spekulatius, der Weihnachtsdrache. Spekulatius und das Abenteuer im Herbstwald von Tobias Goldfarb
Die Weihnachtsbücher mit Specki sind hier fester Bestandteil der Adventszeit. Und mit 24 Kapitel eine schöne Ergänzung zum Kalender. Bisher erschien der Drache immer pünktlich zum Beginn der staaden Zeit. Ich wusste jedoch auch, dass ein Osterbuch mit dem Weihnachtsdrachen herausgekommen sein soll.
Ostern und Weihnachten- das konnte ich mir noch irgendwie herleiten. Aber warum soll Spekulatius plötzlich Wochen zu früh und mitten im Herbst erscheinen? Die Erklärung, die dieses Buch lieferte konnte mich selbst nicht ganz überzeugen, doch dem Kind war das gleich. Specki wird heiß und innig geliebt- auch schon im Herbst, im Wald und mit den Tieren und mit jeder Menge Drachen am Himmel. Dass diese Fokusierung auf die Adventszeit aufgegeben wird, ermöglicht nun aber auch viele neue Abenteuer, wodurch es mit Spekulatius, Mats und Matilda bestimmt nicht so rasch langweilig werden wird und wir noch auf viele weitere Bände hoffen können.
Tobias Goldfarbs Stil gefällt mir sehr gut, die Handlung ist einfach, aber durchdacht und sehr kindgerecht umgesetzt, die Kapitellänge angenehm und Speckis Sprachfehler einfach zauberhaft.
Von uns gibt es daher eine klare Kaufempfehlung- trotz Gans…











