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Rezensionen von Bücherfreundin:

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Aufrüttelnde Gesellschaftskritik

Die Kinder sind Könige von Delphine Vigan

Mit großer Begeisterung habe ich bereits einige Romane von Delphine de Vigan gelesen und mich daher schon sehr auf ihr neues Buch "Die Kinder sind Könige" gefreut.

Der Roman erzählt die Geschichte der jungen Mélanie, die von Jugend an ein Faible für Realityshows hat. Ihre eigene Teilnahme an einer Datingshow mit 26 Jahren gerät zum Flop, sie scheidet bereits in der ersten Runde aus.

Das Englischstudium gibt sie auf, um in einem Reisebüro zu arbeiten. Sie heiratet Bruno, einen Informatiker, und im gleichen Jahr wird Sohn Sammy geboren, zwei Jahre später Tochter Kimmy.

Nach Sammys Geburt fällt Mélanie in ein tiefes Loch. Sie füllt die innere Leere, indem sie sich auf den Vorschlag ihres Mannes hin bei Facebook anmeldet. Mélanie findet dort neue Bekannte, postet Kommentare und stellt Fotos ein. Sie hat das Gefühl, endlich wieder am Leben teilzunehmen. Ein Jahr später, nach der Geburt der kleinen Kimmy, wechselt Mélanie von Facebook zu Youtube und verfolgt dort intensiv alle Beiträge, die für sie von Interesse sind. Vor Kimmys 3. Geburtstag postet sie ihr erstes Youtube-Video.
Sie lässt Kimmy vor der Kamera singen und erzählen, später ist auch Sammy mit dabei. Ihre Filme erreichen immer mehr Abonnenten, man nimmt Kontakt wegen Product Placement auf. Bruno gibt seinen Beruf auf und kümmert sich um die Produktion der Filme. Die neue Tätigkeit bringt ihnen 5 Millionen Follower und einen gewissen Wohlstand, aber auch die ständige Verpflichtung, die Community zu unterhalten. Jede Aktivität, jedes Ereignis wird zum Gegenstand einer Story, der Konsum steht im Mittelpunkt der Filme. Mélanie sieht in all dem ein Geschenk, das Glanz in das gemeinsame Leben gebracht hat.

Als Kimmy 6 Jahre alt ist, verschwindet sie während eines Versteckspiels mit anderen Kindern der Wohnanlage. Die Polizei wird eingeschaltet, die Ermittlerin Clara wird mit der Welt der sozialen Netzwerke konfrontiert, die ihr bislang völlig unbekannt war.

Der gesellschaftskritische Roman hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. Die Vermarktung und Präsentation von Kindern durch ihre Eltern im Internet war mir bislang neu und hat mich betroffen und nachdenklich, aber auch wütend gemacht. Die Geschichte hat mich an den Film "Die Truman-Show" erinnert, in dem Truman nach Drehbuch in einer fiktiven Welt lebt und alle Menschen, die ihn umgeben, Schauspieler sind.
Das großartige Buch zeigt die Schattenseiten der Realityshows und sozialen Netzwerke auf und beschreibt das tägliche Leben der Familien, in denen die Kinder ohne ihre Einwilligung im Internet zur Schau gestellt werden. Es dokumentiert auch die seelischen Schäden, die Kinder erleiden, die für Netzwerke von ihren Eltern kommerziell ausgebeutet werden und keine normale Kindheit erleben dürfen.

Sehr eindrucksvoll beschreibt die Autorin, wie Mélanie immer mehr in den Sog ihrer Internetsucht gerät und sich ihr ganzes Leben nur noch darum dreht, ihre Kinder in ihrem Kinderkanal zu präsentieren.
Hochinteressant fand ich die Begegnung mit den inzwischen erwachsenen Kindern von Mélanie und deren Einstellung zu den Jahren als Internetstars am Ende des Buchs.

Der wunderbare und kluge Erzählstil von Delphine de Vegan hat mir wieder sehr gut gefallen, das Buch fesselte mich bis zum Ende. Es gehört bereits jetzt zu meinen diesjährigen Lesehighlights - von mir eine klare Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne!

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Aufrüttelnde Gesellschaftskritik
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Mit ganz viel Herz und Humor erzählte Geschichte - klare Leseempfehlung

Mongo von Harald Darer

Der neue, sehr lesenswerte Roman von Harald Darer erzählt die Geschichte eines jungen Paares, das sein erstes Kind erwartet. Dieser schöne Umstand wird getrübt durch die Tatsache, dass Katja, die werdende Mutter, Angst hat, dass das Kind mit dem Gendefekt Trisomie 21 geboren werden könnte. Ihre Sorge ist nicht unbegründet, da ihr Bruder Markus mit dem Down-Syndrom auf die Welt gekommen ist.

Harry, der Ich-Erzähler, ist überfordert, nicht nur von der Tatsache, bald Vater zu werden, sondern auch von den nachzuvollziehenden Ängsten seiner Partnerin. Gemeinsam suchen sie einen Spezialisten für Pränataldiagnostik auf.

Rückblickend erzählt Harry von Albert, dem Jungen mit Down-Syndrom, der im gleichen Dorf wie er lebte und den er einmal derart schlecht behandelte, dass er später von seinem Vater - das einzige Mal in seinem Leben - gezüchtigt wurde. Er beschreibt, wie er den Bruder seiner Freundin Katja kennenlernte, wie befangen er damals war und wie schwer er sich tat, mit Markus ins Gespräch zu kommen. Im Laufe der Zeit beginnt er, das eine oder andere mit seinem Schwager zu unternehmen, und er schildert auf sehr warmherzige und berührende Weise die lustigen Erlebnisse mit Markus, aber auch die ganz und gar nicht lustigen.
Harry erzählt sehr eindrucksvoll und mit sehr viel Herz und Humor über Markus' Leben mit dem Down-Syndrom, die damit verbundenen Probleme und alltäglichen Herausforderungen, er berichtet aber auch über die liebenswerte und charmante Art seines Schwagers.

Der Autor ist Österreicher, an seinen besonderen Schreibstil habe ich mich sehr schnell gewöhnt. Es gab natürlich einige mir unbekannte Begriffe und Redewendungen, aber dank des Internets waren Unklarheiten immer schnell beseitigt. Der Roman hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen und bis zum Ende gefesselt und begeistert.

Das schöne bunte Cover ist ein Hingucker, der Titel eine bewusste Provokation, die hoffentlich viele dazu veranlasst, nicht nur den Klappentext zu lesen.

Von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Mit ganz viel Herz und Humor erzählte Geschichte - klare Leseempfehlung
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Außergewöhnliche und berührende Lebensgeschichte

Der Erinnerungsfälscher von Abbas Khider

Abbas Khider erzählt in seinem neuen, vom Hanser-Verlag veröffentlichten Roman die Geschichte von Said Al-Wahid. Seit fast zwei Jahren ist Said Schriftsteller, er hat an einer literarischen Podiumsdiskussion in Mainz teilgenommen und befindet sich auf der Heimreise nach Berlin zu seiner Frau Monica und seinem Sohn Ilias.

Während der Zugfahrt bekommt er einen Anruf seines Bruders Hakim aus dem Irak, der ihm mitteilt, dass die Mutter im Krankenhaus liegt und wahrscheinlich nicht mehr lange leben wird. Said macht sich spontan auf den Weg zum Frankfurter Flughafen und nimmt die nächste Maschine nach Bagdad.

Auf seiner Reise in die alte Heimat erinnert sich Said an sein bisheriges Leben.
Als junger Mann floh er vor dem Terrorregime des Irak. Es dauerte Jahre, bis er auf Umwegen endlich in Deutschland ankam. Aber auch dort war es nicht einfach für ihn, der Bürokratismus war eine ständige Herausforderung, die ersehnte Einbürgerung ein mühsamer, sich über Jahre hinziehender Prozess. Seitdem führt er seinen Reisepass, für den er so lange kämpfen musste, ständig mit sich.

Als er mit dem Schreiben beginnt und seine eigene, wahre Geschichte niederschreiben möchte, stellt er fest, dass seine Erinnerungen unvollständig sind. Ein großer Teil ist durch ein Loch im Gedächtnis verloren gegangen, einfach verschwunden. Er muss seine Gedächtnislücken schließen, neu erfinden, bezeichnet sich selbst als einen Erinnerungsfälscher, der die Lücken mit fiktiven Inhalten füllt.

Der in wunderschönem Sprachstil geschriebene Roman über Said hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht. Es ist die Geschichte eines Mannes, der seinen eigenen Erinnerungen nicht traut, aber auch eine unter die Haut gehende Geschichte über die Probleme in der neuen Heimat Deutschland, über Vorurteile, wiederkehrende Demütigungen und Schikanen.

Ich kann diesen großartigen Roman nur empfehlen - von mir wohlverdiente 5 Sterne!

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Außergewöhnliche und berührende Lebensgeschichte
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Großartige und fesselnde Familiengeschichte

Für diesen Sommer von Gisa Klönne

Gisa Klönne, von der ich bisher noch kein Buch gelesen habe, erzählt in ihrem neuen Roman die Geschichte der Familie Roth.
Das Buch beginnt damit, dass Franziska für drei Wochen ihren betagten und hilfsbedürftigen Vater Heinrich in dessen Haus betreuen soll. Ihre Schwester Monika ist verreist, und sie soll die geplanten Umbauarbeiten im Haus vorbereiten und überwachen.

Vater und Tochter haben sich seit der Beerdigung der Mutter nicht mehr gesehen, und Heinrich reagiert nicht sehr begeistert auf den Besuch seiner Tochter. 

In zahlreichen Rückblicken aus Franziskas und Heinrichs Sicht schildert die Autorin das Leben, die Sorgen, Enttäuschungen und Schicksalsschläge der Familie.
Franziska, mittlerweile Anfang 50, wollte schon sehr früh die Welt retten, schloss sich Umweltaktivisten an und verließ nach zahlreichen Diskussionen mit dem Vater gegen den Willen der Eltern bereits mit 17 Jahren das Elternhaus. Sie bezeichnet sich als schwarzes Schaf der Familie, das die Eltern immer nur enttäuscht hat. Sie hat gescheiterte Beziehungen hinter sich, hat Jahre in Ashrams verbracht und ihren Weg immer noch nicht gefunden. Ihre drei Jahre ältere Schwester Monika hat dagegen alles erreicht, was sie sich vorgenommen hatte: Studium, Karriere, Familie, guter Kontakt zu den Eltern. 
Heinrich, Sohn einer Tänzerin, heiratete früh die Kriegswaisin Johanne. Nach der Geburt der ersten Tochter erleidet die kleine Familie einen Schicksalsschlag, von dem Johanne sich nie mehr erholte. Inzwischen ist Heinrich alt geworden, verwitwet, und gesundheitliche Einschränkungen machen ihm das Leben schwer.

Gisa Klönne rollt die Ereignisse der Vergangenheit und die Erinnerungen von Franziska und Heinrich ganz behutsam und langsam auf, bisweilen nur in ganz kurzen Abschnitten. Mich hat diese Art des Erzählens von Anfang an begeistert, und ich konnte mich sehr gut in die Charaktere der Personen einfühlen. Der Roman ist in wunderbarem, klugem Sprachstil geschrieben. 
Sehr gut hat mir gefallen, wie die Autorin den Zeitgeist in ihren Roman hat einfließen lassen. 

Klare Leseempfehlung von mir und 5 Sterne für diesen großartigen Familienroman!

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Großartige und fesselnde Familiengeschichte
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Spannende Detektivgeschichte

Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer, Band 4 - Achtung, Raubritter! von Cally Stronk

Der Ravensburger Verlag hat den vierten Band der Krimireihe für Kinder "Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer" von Cally Stronk und Patrick Fix veröffentlicht.

Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Die Zwillinge Lukas und Marie bekommen zu ihrem siebten Geburtstag von ihrer Tante einen Detektivkoffer geschenkt, mit dessen Hilfe sie Kriminalfälle klären können.

Die Gegenstände, die sich im Koffer befinden, haben verschiedene magische Fähigkeiten. Zwei Ganoven, Theodor Topf und Doris Deckel, sind in allen Bänden die Gegenspieler von Lukas und Marie.

In diesem vierten Band geht es um einen geheimnisvollen Schatz auf Burg Rätselstein. Lukas und Marie entdecken während einer Burgführung mit ihren Eltern wichtige Hinweise für ihre Schatzsuche und müssen diverse knifflige Rätsel lösen, um zu ihrem Ziel zu gelangen. Dabei sind natürlich wieder die beiden Ganoven Theodor Topf und Doris Deckel, die es auch auf den Schatz abgesehen haben.

Die spannende Geschichte ist sehr schön und altersgerecht erzählt, sie eignet sich sehr gut für kleine Leser ab 7 Jahren sowohl zum Vorlesen als auch zum Selberlesen. Die Schrift ist groß, und die Seiten werden durch die wunderschönen bunten Illustrationen aufgelockert. Die Rätsel, die es nicht nur für Lukas und Marie, sondern auch für die kleinen Leser zu lösen gibt, sind ein wenig knifflig, hier ist vielleicht etwas Hilfe nötig. 

Besonders hervorheben möchte ich die wunderschönen Illustrationen von Patrick Fix. Die Personen sind ganz süß und liebevoll gezeichnet, und auch die Ganoven jagen den Kindern durch ihr Aussehen keine Angst ein. Das Cover ist farbenfroh gestaltet und passt sehr gut zum Thema "Achtung, Raubritter".

Eine spannende Detektivgeschichte für Kinder, die ich nur empfehlen kann!

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Spannende Detektivgeschichte
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Großartiger Krimi der leisen Töne

Vertrauen von Dror Mishani

Der von mir sehr geschätzte Diogenes-Verlag hat mit "Vertrauen" den vierten Band der Krimireihe rund um den mir auf Anhieb sehr sympathischen Inspektor Avraham Avraham von Dror Mishani veröffentlicht. 
 
Die Geschichte spielt in Tel Aviv. Oberinspektor Avraham war vor Jahren zur Polizei gegangen, um Leben zu retten und Grausamkeit, Gewalt und das Böse zu bekämpfen.

Er ist tätig im Ministerium für innere Sicherheit - und äußerst unzufrieden mit seiner Arbeit. Er fühlt sich unterfordert und hat gerade seinem Vorgesetzten ein Versetzungsgesuch übergeben.
Da kommen auf seine Abteilung gleich zwei neue Fälle zu. In einem Einkaufszentrum vor dem Eingang eines Krankenhauses wird ein wenige Tage altes Baby gefunden, und in einem Hotel ist ein Tourist verschwunden, ohne die Rechnung zu bezahlen. 
 
Während die Ermittlerin Esthi Wahabe im Fall des Säuglings intensive Nachforschungen anstellt, begibt sich Avi Avraham auf die Suche nach dem vermissten Touristen. Es handelt sich um Jacques Bartoldi, dessen Gepäck wenige Tage nach seinem Verschwinden von angeblichen Verwandten abgeholt wurde. Was ist geschehen? Was hat es mit den beiden Päckchen im Hotelzimmer auf sich? Wer ist der Mann, dessen Name in den Staub einer Fensterscheibe des Hotelzimmers geschrieben wurde?
Avrahams Spurensuche führt ihn nach Paris, und auch der israelische Geheimdienst, der Mossad, schaltet sich in die Ermittlungen ein ...
 
Ich habe den Krimi mit sehr viel Freude gelesen. Er ist auf eine ruhige und intensive Art sehr spannend und interessant aufgebaut und hat mich bis zum Ende gefesselt. Der feine, schöne und intelligente Sprachstil hat mir von Anfang an sehr zugesagt, der Autor räumt den Charakteren und Avis Gedankenwelt breiten Raum ein.   
 
Das großartige Buch, das erfreulicherweise ganz ohne Schimpfwörter auskommt, kann ich jedem empfehlen, der ruhig erzählte Krimis schätzt und auf Blut und Gemetzel gerne verzichtet. 
 
Ich mag die Schlichtheit der Diogenes-Cover sehr. Das geschmackvolle Cover zeigt eine junge Frau im Profil, das Buch ist in edles Leinen gebunden.
Von mir eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne!

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Großartiger Krimi der leisen Töne
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Lehrreiches Bilderbuch über die Bienen

Glücksfisch: Weißt du, was die Tiere machen? Kleine Biene von Dror Mishani

Der Fischer Kinder- und Jugendbuchverlag hat in seiner beliebten Glücksfischreihe ein ganz besonderes Bilderbuch von Fhiona Galloway veröffentlicht. Es handelt sich um ein buntes Sachbuch und bringt den Kleinen die Welt der Bienen nahe.

Was machen die Bienen den ganzen Tag? Wo leben die Bienen? Warum summen Bienen?
Diese Fragen werden den Kindern in altersgerechter Sprache beantwortet.

Das Bilderbuch ist in wunderschönen Farben ganz zauberhaft illustriert und sehr ansprechend. Besonders schön finde ich die eingearbeiteten Klappen auf den beiden letzten Seiten, hinter denen es einiges für die Kleinen zu entdecken gibt.

Das lehrreiche Bilderbuch macht einen sehr stabilen Eindruck, die Seiten sind dick und fest. Das Buch ist für Kleinkinder ab 2 Jahren geeignet und wird sie ganz sicher begeistern. 

Das Cover mit dem großen Guckloch ist wunderschön in fröhlichen Farben gestaltet. 

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Lehrreiches Bilderbuch über die Bienen
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Außergewöhnliche Geschichte über drei Frauen und ein Theaterstück

Die Feuer von Claire Thomas

Claire Thomas erzählt in ihrem zweiten Roman "Die Feuer" von drei australischen Frauen, die sich das Theaterstück "Schöne Tage" von Samuel Beckett ansehen. Während die Bewohner Melbournes unter der extremen Hitze leiden, wüten außerhalb der Stadt Buschfeuer.

Der Roman besteht in erster Linie aus der Gedankenwelt dieser drei Frauen während ihres Theaterbesuchs.

Margot ist Anfang 70, Professorin für Literatur und steht kurz vor ihrer Pensionierung. Sie ist mit dem Augenchirurgen John verheiratet und Mutter des Optikers Adam.
Ivy ist Anfang 40, wohlhabende Kunstmäzenin, verheiratet und hat einen Sohn, Eddie. Ihre Stiftung unterstützt das Theater.
Summer ist 22 und absolviert ein Schauspielstudium, nebenher arbeitet sie als Platzanweiserin im Theater. Sie lebt mit April zusammen, der Inhaberin eines Tattoostudios.

Während die Frauen das Zweipersonenstück mit Winnie und Willie verfolgen, schweifen ihre Gedanken immer wieder ab. Margot denkt sorgenvoll an das Zusammenleben mit ihrem kranken Mann, Ivy denkt an ihre schmerzvolle Vergangenheit und an ihre Kinder. Summer macht sich Sorgen um ihre Freundin April, die zu ihren Eltern gefahren ist, welche in der Feuerzone leben.

In der Pause des Theaterstücks kommt es zur Begegnung und zum Austausch der Frauen. Es hat mir sehr gut gefallen, dass dieser Teil des Buches wie ein kleines Drehbuch, das aus vier Szenen mit lebhaften Dialogen besteht, geschrieben ist.

Die Gedanken der Frauen spiegeln immer wieder das Stück wider, das sie sehen. Es war für mich sehr hilfreich, mich vor der Lektüre des Buchs über den Inhalt des Theaterstücks zu informieren.

Der beeindruckende Roman ist in intelligenter und schöner Sprache geschrieben, er hat mir gut gefallen. Es war interessant und spannend, den Betrachtungen der sehr unterschiedlichen Protagonistinnen zu folgen, ihre persönlichen Hintergründe zu erfahren, Sorgen und Ängste zu erleben.  

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Außergewöhnliche Geschichte über drei Frauen und ein Theaterstück
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Bewegendes Familiendrama und berührende Liebesgeschichte

Der Papierpalast von Miranda Cowley Heller

Die amerikanische Autorin Miranda Cowley Heller erzählt in ihrem großartigen Debütroman "Der Papierpalast" die Geschichte der 50jährigen Elle Bishop, die all ihre Sommer im Papierpalast, dem Ferienhaus der Familie, verbracht hat. Das Ferienhaus in den Back Woods auf Cape Code trägt seinen Namen, weil der Großvater, der es vor langer Zeit baute, die Innenräume mit Pappe auskleidete.

Elle ist mit dem englischen Journalisten Peter glücklich verheiratet. Das Paar hat drei Kinder: Jack, Maddy und Finn. Während eines Treffens mit ihrer Mutter und Freunden im Ferienhaus kommt es mit Jonas, Elles langjährigem Freund aus Kindertagen, in der Dunkelheit der Nacht zu einer intimen Begegnung, während Peter und Jonas' Ehefrau Gina im Haus sind und sich unterhalten. 
 
Die Haupthandlung geht über einen Zeitspanne von 24 Stunden, während derer Elle sich über ihre Gefühle klar werden und die Entscheidung treffen muss, ob sie bei ihrem Mann bleiben oder mit Jonas ein neues Leben beginnen wird.
 
Parallel dazu erzählt sie die Geschichte ihrer Großeltern, ihrer Eltern und ihre eigene. 
Sowohl die Großeltern als auch Vater Arthur und Mutter Wallace waren mehrere Male verheiratet. Es gab für Elle und ihre zwei Jahre ältere Schwester Anna mehrere Stiefväter und Stiefgeschwister. Sie erzählt über das erste Zusammentreffen mit Jonas und die Begegnungen mit ihm während der Ferienaufenthalte bis hin zu der Tragödie, die alles veränderte. Sie beleuchtet auch ihr Verhältnis zur selbstverliebten und jähzornigen Mutter und zum unzuverlässigen Vater. 
 
Der Roman hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Er ist keine leichte Kost, die schwereren Themen - sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Mord - sind schwer zu ertragen. Faszinierend fand ich die Beschreibung der unterschiedlichen Familienkonstellationen mehrerer Generationen. 
 
Das Ende habe ich als etwas abrupt empfunden, hier hätte ich gern noch ein wenig mehr gelesen.
 
Dieses außergewöhnliche Buch über familiäre Beziehungen, Geheimnisse und Lügen hat mich sehr berührt und gefesselt, aber auch erschüttert und aufgewühlt. Ich konnte vollkommen eintauchen in Elles Lebensgeschichte mit allen Höhen und Tiefen. Der Roman geht unter die Haut und wird bei mir noch lange nachwirken. Der schöne und intelligente Erzählstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen - klare Leseempfehlung und 5 Sterne von mir!

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Geschichte über Freundschaft und Lügen

Die Gezeiten gehören uns von Vendela Vida

Der neue Roman "Die Gezeiten gehören uns" von Vendela Vida spielt in der Mitte der achtziger Jahre und erzählt die Geschichte zweier Freundinnen. Die Ich-Erzählerin Eulabee und ihre schöne und umschwärmte Freundin Maria Fabiola leben mit ihren Familien in der privilegierten Wohngegend Sea Cliff , einem Stadtteil von San Francisco.

Beide sind 13 Jahre alt, sie kennen sich seit der Vorschule und besuchen die gleiche Schule. Eines Tages fragt ein Mann, der in einem Auto sitzt, die Mädchen nach der Uhrzeit. Später behauptet Maria Fabiola, der Mann habe sich angefasst. Dies wird von Julia, einer Klassenkameradin, bestätigt. Eulabee, die sich sicher ist, dass ihre Freundin lügt, erzählt dem Schuldirektor und der Polizei, dass der Mann nichts Unangemessenes getan hat. Man glaubt ihr.
Eulabees Ehrlichkeit hat Konsequenzen: fortan wird sie von ihren Freundinnen gemieden. Man bezichtigt sie des Verrats, sie ist nun eine Geächtete, und niemand will in der Schule neben ihr sitzen.

Einige Monate später wird Maria Fabiola vermisst, sie ist auf dem Heimweg von der Schule spurlos verschwunden. Da sie die Erbin eines berühmten Zuckerkonzerns ist, wird eine Entführung nicht ausgeschlossen. Weihnachten ist Maria Fabiola wieder zurück und berichtet, von Russen entführt worden zu sein. Eulabee glaubt ihr nicht ....

Die Geschichte ist flüssig und in klarem, intelligentem Sprachstil erzählt, ich habe sie gern gelesen. Allerdings habe ich bedauert, dass das Thema Gentle so abrupt endete.
Das letzte Kapitel - 35 Jahre später - über das ungeplante Aufeinandertreffen von Eulabee und Maria Fabiola hat mir am besten gefallen und einige Fragen beantwortet, die ich mir während des Lesens gestellt habe.

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Geschichte über Freundschaft und Lügen