Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Stierle Kelten

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lilli33:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Fesselnder Auftakt von Linus Geschkes neuer Trilogie

Der Trailer von Linus Geschke

Fesselnder Auftakt von Linus Geschkes neuer Trilogie

Inhalt:
Vor 14 Jahren verschwand die damals 21-jährige Lisa Martin spurlos von Camp Donkerbloem, einem Campingplatz in Belgien. Der Fall konnte nicht gelöst werden. Nun kommt die Suche nach Lisa durch einen True-Crime-Podcast wieder in Gang.

Die Kommissarin Frieda Stahnke, aktuell vom Dienst suspendiert, hatte damals zwar mit den Ermittlungen nichts zu tun, kannte Lisa aber persönlich. Als sie einen anonymen Tipp bekommt, setzt sie alles daran, Lisa oder ihren Mörder zu finden.

Meine Meinung:
Linus Geschke ist fast schon ein Garant für spannende Thriller. Ich habe nun schon einiges von ihm gelesen und wurde nie enttäuscht. Auch „Der Trailer“ konnte mich von Anfang an fesseln und über die etwa 400 Seiten gut unterhalten. Es gibt zwar auch ein paar wirklich abartig gewalttätige Szenen, doch sind sie so perfekt eingebaut, dass es einfach stimmig ist und nicht unnötig reißerisch wirkt. Damit kann ich gut leben. Für wirklich zart besaitete Lesende könnte es allerdings zu viel sein.

Die Protagonistin Frieda hat mir gut gefallen. Sie ist clever und durchsetzungsfähig, kommt zuweilen aber auch ins Zweifeln. Ihre Gedanken und Handlungsweisen konnte ich problemlos nachvollziehen. Ihre Mithandelnden sind Wout, Kathinka und Tayfun. Alle drei sind in gewisser Weise schillernde Persönlichkeiten, die ihre Ecken und Kanten haben, nicht gerade der Schwiegermuttertraum, aber bei näherem Hinsehen zeigen sie doch alle auch liebenswürdige Seiten. Prima, dass es hier nicht nur schwarz-weiß zugeht.

Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Der größte Teil handelt in der Gegenwart, aber auch Lisas Erlebnisse in der Vergangenheit werden nach und nach enthüllt. Alles fügt sich am Ende zu einem kompletten Bild, wobei Linus Geschke mich mit der letzten Wendung wirklich überraschen konnte. Im Prinzip ist der Fall abgeschlossen, doch die Wege der Protagonist*innen werden sich auch weiter überkreuzen. Ich bin schon gespannt auf die weiteren Ereignisse.

Achtung: Das Nachwort des Autors ist lesenswert, aber bitte wirklich erst nach der Lektüre, da es Spoiler enthält.

Die Reihe:
1. Der Trailer
2. Das Camp (erscheint voraussichtlich im Februar 2026)
3. Die Schlucht (erscheint voraussichtlich im Juli 2026)

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33
Fesselnder Auftakt von Linus Geschkes neuer Trilogie
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Fesselnd, aber zu viele Wiederholungen

Der Stau von Jo Furniss

Fesselnd, aber zu viele Wiederholungen

Inhalt:
Nach einer Auszeit in Australien kehrt die Polizistin Belinda Kidd nach London zurück. Kurz vor der Stadt gerät sie in einen Stau, der durch einen Terroranschlag in einem Tunnel verursacht wurde. Sie steckt fest zwischen hohen Lärmschutzwänden und Unmengen von Autos.

Keine Chance weiter zu kommen. Doch das ist noch nicht das Schlimmste. In einem Auto sitzt eine Leiche - offensichtlich gerade ermordet. Der Mörder muss sich noch in der direkten Umgebung aufhalten. Obwohl nicht im Dienst, versucht Belinda zu ermitteln, wenn nur ihre Blase nicht so drücken würde …

Meine Meinung:
Insgesamt hat mir „Der Stau“ von Jo Furniss sehr gut gefallen. Der Thriller ist nicht allzu blutrünstig, aber dennoch fesselnd und spannend aufgebaut. Die Protagonistin, Belinda Kidd, genannt Billy the Kidd (entlockte mir beim ersten Vorstellen noch ein leichtes Schmunzeln, jedes weitere Mal nervte es nur - und es gab viele Male), fand ich sehr sympathisch in ihrer durchgreifenden und mitfühlenden Art. Sie hat mit einem Trauma zu kämpfen, eigentlich zwei, und versucht einfach, dieses Mal alles richtig zu machen. Ihre (Selbst-) Zweifel kann man gut nachvollziehen und auch alle Entscheidungen, die sie im aktuellen Fall trifft. Nur ihre volle Blase lenkt sie immer öfter ab. Klar, eine volle Blase kann irgendwann zum Problem werden, ich habe auch kein Problem damit, wenn dies mal erwähnt wird, aber doch bitte nicht auf gefühlt jeder Seite immer und immer wieder.

Billy bekommt es hier mit einigen seltsamen Gestalten zu tun; jeder scheint etwas zu verbergen zu haben, und nicht jeder sagt immer die Wahrheit. So kann man zusammen mit Billy rätseln, wie alles zusammenhängt und wer mit wem … Die Auflösung ist durchaus überraschend, aber dennoch in sich logisch.

Billy ist komplett auf sich allein gestellt, denn ihre Kollegen kommen erstens nicht zu ihrem Tatort durch und sind zweitens alle mit dem Terroranschlag beschäftigt. Sogar das Mobilfunknetz bricht zusammen. Doch Billy kommt auf eine recht pfiffige Idee, wie ich finde, um doch Kontakt zu ihrem befreundeten Kollegen Dom zu halten, der ihr im Hintergrund ein bisschen beistehen kann.

Je weiter die Handlung fortschreitet, um so spannender wird es, bis am Ende alle Verstrickungen offenliegen und man das Buch zufrieden zuklappen kann.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33
Fesselnd, aber zu viele Wiederholungen
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Nolwenn ist ganz vorne mit dabei

Bretonische Versuchungen von Jean-Luc Bannalec

Nolwenn ist ganz vorne mit dabei

Inhalt:
Gerade will Commissaire Georges Dupin sich in einer Konfrontationstherapie seiner größten Angst stellen und ein kleines Boot betreten, als sein Handy klingelt: Ein neuer Mordfall will gelöst werden. Die Inhaberin einer Schokoladenfabrik, Adeline Mazago, wurde tot aufgefunden - ertrunken in einem Schokoladenbottich.

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 14. Band dieser amüsanten Krimi-Reihe, die auch verfilmt wurde. Man kann das Buch aber auch gut ohne Vorkenntnisse lesen; der Kriminalfall ist abgeschlossen.

Nachdem Dupins Assistentin Nolwenn beim letzten Fall größtenteils außen vor blieb, ist sie nun hautnah bei den Ermittlungen dabei und unterstützt Dupin in vorderster Front. Mir hat diese bunt schillernde Person im letzten Band wirklich gefehlt, mitsamt ihren Eigenmächtigkeiten und ihrem herzlichen Wesen. Daher war ich wirklich froh und begeistert, dass sie diesmal nicht nur im Hintergrund die Strippen zieht, sondern richtig bei den Ermittlungen mitwirken darf - auch wenn das vielleicht nicht sehr realitätsnah ist.

Der Kriminalfall hat mir auch sehr gut gefallen, nicht nur weil es um mein Lieblingsthema „Schokolade“ geht, sondern vor allem, weil der Fall so undurchsichtig ist. Man kann wunderbar miträtseln und spekulieren, aber vorhersehen kann man die Lösung nicht. Dabei gibt es etliche Verdächtige, die allerdings nach und nach aus dem Leben scheiden. Die spannende Frage, ob es noch mehr Tote geben und wen es treffen wird, zieht sich durch den Roman.

Auch die atmosphärischen Beschreibungen von Land und Leuten gefallen mir immer wieder gut und sorgen dafür, dass man trotz brutaler Morde in Urlaubsstimmung kommt und am liebsten sofort in die Bretagne reisen möchte.

Die Reihe:
1. Bretonische Verhältnisse
2. Bretonische Brandung
3. Bretonisches Gold
4. Bretonischer Stolz
5. Bretonische Flut
6. Bretonisches Leuchten
7. Bretonische Geheimnisse
8. Bretonisches Vermächtnis
9. Bretonische Spezialitäten
10. Bretonische Idylle
11. Bretonische Nächte
12. Bretonischer Ruhm
13. Bretonische Sehnsucht
14. Bretonische Versuchungen

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33
Nolwenn ist ganz vorne mit dabei
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Sehr komplex

Ihr werdet sie nicht finden von Andreas Winkelmann

Sehr komplex

Inhalt:
Vor sieben Jahren verschwand die damals 16-jährige Isabell Waider von einer Party. Trotz intensiver Suche konnte nur ihr Rucksack gefunden werden. Für Isabells Vater, den Polizisten Jonas Waider, stand schnell fest, dass ein Mann, mit dem er kürzlich aneinandergeraten war, für Isabells Verschwinden verantwortlich war.

Er drehte durch und saß dafür sechs Jahre im Gefängnis.

Die Privatdetektivin Franca Lichtenwalter erhält den Auftrag, die 22-jährige Silvia Frieling, Enkelin einer Bankierswitwe, zu finden. Silvia ist seit einem halben Jahr verschwunden. Schnell entdeckt Franca einen Zusammenhang zwischen den beiden jungen Frauen und sucht zusammen mit Jonas nach ihnen.

Meine Meinung:
Nachdem ich schon so viele positive Stimmen zu Andreas Winkelmanns Thrillern gelesen hatte, wollte ich mir endlich selbst ein Bild davon machen.

Ja, Winkelmann schreibt sehr gut. Die Story ist interessant und komplex, wenig vorhersehbar. Die Protagonistin Franca mochte ich auch sehr gerne, aber mit Jonas bin ich einfach nicht warm geworden. Sein Verhalten ging mir kolossal gegen den Strich, auch wenn der Autor es nachvollziehbar darstellt.

Vielleicht habe ich deswegen nicht so mitgefiebert, wie ich das gerne bei Thrillern mache. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass der Fall so lange zurückliegt und die gefährlichen Auswirkungen, die davon auf das aktuelle Geschehen ausgehen, erst spät greifbar werden.

Klasse gemacht sind auf jeden Fall die vielen unerwarteten Wendungen, mit denen Andreas Winkelmann bei mir punkten kann. Immer wieder musste ich meine Meinung revidieren, meine Verdächtigen gehen lassen und meine Spekulationen in eine andere Richtung lenken. Die Zusammenhänge sind komplex und nicht leicht zu durchschauen. Und die Abgründe der menschlichen Seele, in die der Autor uns blicken lässt, sind tief …

An „Ihr werdet sie nicht finden“ hatte ich sehr hohe Erwartungen, die leider nicht ganz erfüllt wurden. Dennoch kann ich guten Gewissens für diesen Stand-alone-Thriller eine Leseempfehlung aussprechen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33
Sehr komplex
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Immer wieder überraschend

John von Bernhard Aichner

Immer wieder überraschend

Inhalt:
Nachdem Blum sich mit der chinesischen Mafia angelegt hatte, wechselte sie ihre Identität und tauchte als John auf einer griechischen Insel unter. Das geht jahrelang gut, bis plötzlich eine deutsche Kommissarin auf der Matte steht …

Meine Meinung:
Man sollte den 1.

Band, „Yoko“, auf jeden Fall gelesen haben; es wird immer wieder darauf Bezug genommen. Auch manche von dort bekannte Figuren haben in Band 2 wieder ihren Auftritt.

Zum Inhalt kann ich wenig sagen ohne zu spoilern. Nur so viel: Praktisch in jedem Kapitel wartet eine Überraschung auf die Lesenden, werden Lügen entlarvt. Yoko/John liefert sich ein spannendes Katz- und Mausspiel mit diversen Personen, ein unaufhörliches Jagen und Gejagtwerden.

Das alles in Bernhard Aichners unverwechselbarem, reduzierten Schreibstil, den ich total gerne mag. Hier ist kein Wort zu viel. Leider hat mich aber die Art und Weise, wie das alles passiert, zu sehr an die Toten-Trilogie des Autors erinnert. Immer wieder hatte ich beim Lesen Blum statt Yoko vor Augen. Das war etwas störend.

Die Reihe:
1. Yoko
2. John

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33
Immer wieder überraschend
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Wahrlich schwierige Fälle

Wisting und die Untiefen der Vergangenheit von Jørn Lier Horst

Wahrlich schwierige Fälle

Inhalt:
Infolge einer Dürre gibt der Farris in der Nähe von Larvik nach und nach seine Geheimnisse preis: die Leiche eines jungen Mannes und einiges Eigentum eines Mädchens. Beide wurden seit vielen Jahren vermisst. William Wisting nimmt sich beider Fälle an und klärt nebenbei sogar noch einen dritten auf.

Meine Meinung:
Dies ist Band 3 dieser Reihe und Band „ich weiß nicht wie viel“ mit dem Polizisten William Wisting überhaupt. Alles kein Problem, das Buch kann ohne Vorkenntnisse gelesen und genossen werden.

Ich liebe die unaufgeregte Erzählweise des Autors. Dadurch wirkt das Geschehen unheimlich authentisch. Die Atmosphäre in dem heißen, regenlosen Sommer und die düsteren Gedanken zu den Verbrechen sind fast mit Händen greifbar. Das Kopfkino läuft auf Hochtouren, was in meinem Fall vielleicht auch daran liegt, dass ich bereits einige Wisting-Verfilmungen im Fernsehen gesehen habe.

Es werden falsche Spuren gelegt, und immer wieder macht die Handlung eine Wende. Bei den Verdächtigungen sollte man sich nicht zu sicher sein. Denn am Ende kommt einiges anders.

Fazit:
Ein fast gemächlicher Kriminalroman, der dennoch stark zu fesseln vermag. Wer es nicht actionreich und reißerisch braucht, sondern lieber auf akribische Ermittlungen und logische Schlussfolgerungen setzt, kommt hier auf seine Kosten.

Die Reihe „Wistings schwierigste Fälle“:
1. Wisting und die Tote am Wegesrand
2. Wisting und der ungewollte Verrat
3. Wisting und die Untiefen der Vergangenheit

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33
Wahrlich schwierige Fälle
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Thriller mit Mehrwert

Der dunkle Sommer von Vera Buck

Thriller mit Mehrwert

Inhalt:
Als ihr Leben in Deutschland aus den Fugen gerät, flüchtet die deutsch-italienische Architektin Tilda nach Sardinien. In einem verlassenen Geisterdorf kauft sie eine alte Villa, um sie zu renovieren. Doch anscheinend ist das Dorf gar nicht so verlassen, wie alle annehmen.

Dass mit Tildas Haus ein großes Geheimnis verknüpft ist, wird bald klar. Doch was es damit wirklich auf sich hat, weiß wohl nur der alte Silvio - und der schweigt beharrlich. Es geschehen seltsame Dinge. Als Tildas Bruder Nino sie besucht und plötzlich spurlos verschwindet, macht sich Tilda auf die Suche nach ihm und erfährt dabei Ungeheuerliches.

Meine Meinung:
Ich mag Romane, in denen wie hier die Handlung in der Gegenwart durch Rückblenden in die Vergangenheit komplettiert wird. Dabei fand ich die gegenwärtigen Ereignisse zunächst gar nicht so spannend. Die Geschichte brauchte für meinen Geschmack ein wenig zu lang, um richtig in Schwung zu kommen. Doch als es dann so weit war, musste ich das Buch in einem Rutsch beenden, weil es mich dermaßen fesselte.

Vor allem die Handlung in der Vergangenheit - im Jahr 1982 - fand ich sehr bewegend und spannend. Was damals geschah, wird intensiv und hautnah erzählt und damit Verbrechen aufgedeckt, die in Italien alltäglich waren. Vera Buck verknüpft gekonnt Fiktion mit Fakten, was das Geschehen umso bedrückender macht. Die Charaktere sind allesamt gut vorstellbar und tiefgründig.

Ich habe dieses Werk als Hörbuch gehört, wobei die Sprecher*innen ihre Sache wirklich gut machen. Leonie Landa, Laura Maire, Uve Teschner, Julian Mehne, Jeremias Koschorz und Lydia Herms leihen den verschiedenen Figuren ihre Stimmen. Jede*r von ihnen liest deutlich und gut betont und der jeweiligen Atmosphäre entsprechend. So macht es Spaß, sich dieses bewegende Buch, das Thriller und Familiendrama in einem ist, vorlesen zu lassen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33
Thriller mit Mehrwert
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Randnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Zu weichgespült

Vorsehung von Liane Moriarty

Zu weichgespült

Inhalt:
Cherrys Mutters war Wahrsagerin, doch Cherry hat ihre Gabe nicht geerbt - oder doch? Als sie eines Tages im Flugzeug aufsteht und von Passagier zu Passagier geht, um ihm seine Todesursache und das Alter zum Zeitpunkt des Todes zu sagen, kann sie sich hinterher an nichts erinnern.

Doch das Leben ihrer Mitreisenden hat sie dadurch komplett verändert, denn alle bemühen sich nun, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen.

Meine Meinung:
Die ersten Seiten fand ich richtig gut und fesselnd, wie ich es von Liane Moriarty auch gewohnt bin. Daher wollte ich nach der Leseprobe das gesamte Buch lesen. Leider konnte dieses mich aber nicht komplett überzeugen.

Die Erzählung springt zwischen verschiedenen betroffenen Passagieren, einer Flugbegleiterin und Cherry hin und her. Durch die Vielzahl der Personen wirkt der Roman etwas zerfleddert. Ich blieb zu allen Charakteren auf Distanz, weil ich mich immer wieder neu auf sie einstellen musste. Auch lernt man keine Figur wirklich gründlich kennen, sondern bleibt eher an der Oberfläche.Davon abgesehen ist der Schreibstil sehr angenehm zu lesen, nicht besonders anspruchsvoll, aber auch nicht ganz trivial.

Natürlich regt das Buch zum Nachdenken an: Was würde man tun, wenn man wüsste, man hat nur noch kurze Zeit zu leben? Würde man endlich Dinge in Angriff nehmen, die schon lange auf der To do-Liste stehen? Würde man endlich seine Träume verwirklichen, oder würde man sich zurückziehen, um nur ja nicht in die prophezeite Situation zu kommen? Hier reagiert jeder der Protagonist*innen anders. Manches konnte ich dabei gut nachvollziehen, anderes weniger.

Nachdem die Story im Mittelteil etwas vor sich hin plätschert, hoffte ich noch auf den Knalleffekt zum Schluss. Doch der blieb leider aus.

Fazit:
Nette Unterhaltung, aber nicht mehr.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33
Zu weichgespült
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Gelungene Fortsetzung

Nightbirds, Band 2 - Das Herz des Goldfinken von Kate J. Armstrong

Gelungene Fortsetzung

Inhalt:
Matilde, Sayer, Æsa und Fen sind die Fyrebirds. Sie werden gejagt, weil sie magisch begabt sind. Manche fürchten ihre Magie, andere wollen sie für sich missbrauchen. Über diesen Streit droht ein Krieg, die Stadt Simta zu zerstören. Die jungen Frauen müssen sich entscheiden, wie viel sie zu opfern bereit sind, um Simta zu retten.

Meine Meinung:
Band 1 „Der Kuss der Nachtigall“ sollte man unbedingt gelesen haben, denn „Das Herz des Goldfinken“ baut darauf auf. Die Handlung wird quasi direkt fortgeführt.

Wie schon beim ersten Band brauchte ich auch hier wieder etliche Seiten, um in die Geschichte hineinzufinden. Die ständigen Perspektivwechsel zwischen den verschiedenen Protagonistinnen und die daraus resultierenden Ortswechsel erleichtern dies nicht gerade. Auch der Schreibstil mit den relativ einfachen und kurzen Sätzen wirkt auf mich nicht wirklich mitreißend. Und doch fand ich die Story alles in allem sehr faszinierend.

Die vier jungen Frauen könnten von ihrer Herkunft und von ihrem Wesen her kaum unterschiedlicher sein, was die Geschichte sehr tiefgründig und vielschichtig macht. Es kommt hier einiges an Gesellschaftskritik zum Vorschein. Das hat mir gut gefallen. Auch dass zwar immer wieder die Liebe eine Rolle spielt, sich aber nie in den Vordergrund drängt, fand ich klasse.

Die vier haben sich im ersten Band schon sehr schön entwickelt, und diese Entwicklung wird hier noch einmal gesteigert. Jede trägt nach ihren Möglichkeiten zur Lösung des Problems bei, ist unweigerlich mit den anderen drei verflochten und doch eigenständig.

Die Beschreibungen all dessen, was mit Magie zu tun hat, sind super gelungen und sehr fantasiereich. Auch wenn viele Ereignisse nicht überraschend waren, war die Geschichte insgesamt doch recht spannend und unterhaltsam.

Die Nightbirds-Dilogie:
1. Der Kuss der Nachtigall
2. Das Herz des Goldfinken

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33
Gelungene Fortsetzung
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Ein absolut passender Titel

Wut und Liebe von Martin Suter


Ein absolut passender Titel

Inhalt:
Camilla ist von ihrem Leben enttäuscht. Sie hasst ihren Job, liebt aber ihren Freund Noah. Dummerweise ist er ein unbekannter und mittelloser Künstler und die beiden sind auf Camillas Gehalt angewiesen. Doch dann beschließt Camilla, Noah zu verlassen und ein neues Leben im Luxus zu beginnen.

Noah kämpft verzweifelt um seine Liebe und schreckt dabei auch vor dem dubiosen Angebot einer wütenden älteren Dame, Betty, nicht zurück.

Meine Meinung:
Die Einzelbände von Martin Suter sind alle etwas Besonderes, seine Storys außergewöhnlich. Bei ihm ist es mir noch nie so vorgekommen, als hätte ich etwas Ähnliches schon einmal gelesen. Auch in „Wut und Liebe“ steckt viel Kreativität.

Von Anfang an konnte mich die Handlung fesseln, die Hauptpersonen waren für mich leicht zugänglich, obwohl sie Verhaltensweisen an den Tag legen, die mir gänzlich fremd sind. Doch Suter versteht es prächtig, Verständnis dafür zu wecken. Sein Schreibstil ist klar und durchdacht. Wechselnde Perspektiven zeigen die verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten auf und ergeben zusammen ein rundes Bild. Zuweilen musste ich über einzelne Szenen schmunzeln, dann wieder brachte der Autor mich zum Nachdenken. Wie weit würde ich für die Liebe gehen? Diese und ähnliche Fragen gingen mir beim Lesen durch den Kopf.

Was anfangs noch wie eine geradlinige Story wirkt, erweist sich bald schon als mäandernde Geschichte. Die Protagonisten kommen ihren Zielen einen Schritt näher, nur um kurz darauf wieder zurückgeworfen zu werden. Geheimnisse kommen ans Tageslicht, die ich nie erwartet hätte. Besonders der Schluss hat es in sich und lässt mich mit einem Grinsen im Gesicht das Buch weglegen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lilli33
Ein absolut passender Titel