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Rezensionen von gletscherwoelfchen:

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Kurzweilige Romance mit royalem Einschlag

Royal Rumors: How (Not) to Fall in Love von Tina Köpke

"Royal Rumors: How (Not) to Fall in Love" von Tina Köpke ist der erste Band einer Romance-Trilogie inmitten eines glamourösen Settings mit royalem Einschlag, die mich besonders durch die Dynamik zwischen den beiden Protagonisten überzeugt hat. Zwischen Ben und Natalie knistert es nicht nur in den romantischen Momenten, sondern vor allem dann, wenn sie sich gegenseitig auf die Nerven gehen.

Die zahlreichen Wortgefechte und kleinen Schlagabtausche haben für mich einen großen Teil der Tension ausgemacht. Ich mag es grundsätzlich sehr gerne, wenn sich eine Liebesgeschichte nicht ausschließlich über große Gefühle entwickelt, sondern die Figuren erst einmal ordentlich aneinandergeraten. Genau das funktioniert hier erstaunlich gut und sorgt dafür, dass die beiden auch dann interessant bleiben, wenn gerade nichts besonders Dramatisches passiert.

Auch die Nebencharaktere empfand ich als schöne Ergänzung. Sie wirken nicht ausschließlich wie platte Statisten, die irgendwann irgendwo auftauchen müssen, sondern geben der Geschichte zusätzliche Dynamik. Gerade im Umfeld der Protagonisten entstehen dadurch einige unterhaltsame Situationen, und gleichzeitig bekommt man einen besseren Eindruck von der Welt, in der sich die beiden bewegen. Für mich haben die Nebenfiguren deshalb durchaus dazu beigetragen, dass sich die Geschichte lebendig angefühlt hat.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Die Geschichte kommt ohne unnötige Umwege aus und lässt sich entsprechend schnell lesen. Besonders bei den Dialogen hatte ich viel Spaß, da hier die Chemie zwischen den Figuren am deutlichsten zum Vorschein kommt. Gerade die bissigeren Gespräche haben für mich einige Szenen getragen und dafür gesorgt, dass die Romance nicht zu glatt wirkt.

Nicht jede Entwicklung konnte mich allerdings gleichermaßen überzeugen. An einigen Stellen waren bestimmte Teile relativ früh absehbar, und manche Konflikte hätten für meinen Geschmack etwas mehr Tiefe vertragen können. Teilweise blieb die Geschichte dadurch ein wenig an der Oberfläche, obwohl das High-Society-Setting durchaus Möglichkeiten für komplexere Wendungen geboten hätte. Das hat meinen Lesespaß zwar nicht grundsätzlich geschmälert, war für mich aber der größte Schwachpunkt.

Insgesamt hatte ich mit dieser Romance eine unterhaltsame Lesezeit. Wer Lust auf eine Romance mit High-Society-Flair, viel Tension und sympathischen Nebenfiguren hat und damit leben kann, dass manche Entwicklungen etwas vorhersehbar ausfallen, sollte sich diesen Band definitiv näher ansehen.
4/5 Sterne

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Kurzweilige Romance mit royalem Einschlag
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Düstere Romantasy mit reichlich Spice

The Poison Daughter von Sheila Masterson

"The Poison Daughter" ist ein Einzelband mit düsterer Romantasy und reichlich Spice - wobei letzteres aber definitiv nicht das einzige Argument für diese Geschichte ist. Gerade das fand ich angenehm, denn hinter den romantischen und körperlichen Aspekten steckt eine deutlich umfangreichere Fantasyhandlung, die mit ihrer düsteren Grundstimmung und einigen interessanten Ideen überzeugen konnte.

Besonders spannend fand ich das Magiesystem. Dieses wirkt nicht wie ein bloßes Mittel, um die Handlung voranzutreiben, sondern besitzt eigene Regeln und Zusammenhänge, die sich im Laufe der Geschichte immer weiter erschließen. Gerade die Verbindung zur Gift-Thematik empfand ich als originell und passend zur insgesamt eher finsteren Atmosphäre. Ich mochte, dass nicht sofort alles erklärt wird, sondern man sich gemeinsam mit der Protagonistin immer weiter in diese Welt hineinfindet.

Auch der Schreibstil hat für mich gut zur Geschichte gepasst. Sheila Masterson schreibt sehr bildhaft und schafft dadurch eine teilweise fast schon greifbare Atmosphäre. Gerade die düsteren und magischen Szenen konnten dadurch ihre Wirkung entfalten. Gleichzeitig ist der Stil stellenweise recht verschachtelt, weshalb ich mich an einigen Stellen etwas stärker konzentrieren musste.

Inhaltlich mochte ich vor allem, dass "The Poison Daughter" nicht bei einer klassischen Romance stehen bleibt. Die Geschichte hat eine eigene Dynamik, Geheimnisse und Konflikte, die unabhängig von der Liebesgeschichte funktionieren. Die düstere Fantasy nimmt einen wichtigen Platz ein und sorgt dafür, dass man sich immer wieder fragt, welchen Figuren und Informationen man eigentlich vertrauen kann. Dadurch entsteht eine angenehme Spannung, die mich trotz einiger ruhigerer Abschnitte immer wieder zurück in die Geschichte gezogen hat.

Ein paar Längen gab es für mich allerdings durchaus. Vor allem zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass die Handlung etwas auf der Stelle tritt und einzelne Entwicklungen mehr Raum bekommen, als unbedingt notwendig gewesen wäre. Angesichts der ansonsten spannenden Grundidee fand ich das etwas schade. Gerade weil das Magiesystem und die Welt so viel Potenzial besitzen, hätte ich mir an diesen Stellen etwas mehr Tempo gewünscht.

Insgesamt ist "The Poison Daughter" für mich eine atmosphärische und angenehm düstere Fantasygeschichte, die deutlich mehr zu bieten hat als nur Spice. Gerade das originelle Magiesystem, der bildhafte Schreibstil und die teilweise tiefgründige Handlung sind mir positiv im Gedächtnis geblieben. Wer Lust auf einen soliden, düsteren Romantasy-Einzelband hat, sollte sich dieses Buch näher ansehen.
4,5/5 Sterne

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Düstere Romantasy mit reichlich Spice
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72 Stunden, bis ein Leben zerstört wird

72 Stunden mit dir von Darianne Schramm

Was wäre, wenn du den Zeitpunkt des Todes eines Menschen vorhersehen könntest - und mit 100%iger Sicherheit wüsstest, dass du nichts dagegen tun kannst? Genau mit dieser beängstigenden Vorstellung beschäftigt sich "72 Stunden mit dir". Die Grundidee hat mich direkt neugierig gemacht, gleichzeitig empfand ich sie als ziemlich beklemmend.

Eine solche Gabe mag auf den ersten Blick wie eine besondere Fähigkeit erscheinen, wird für die Protagonistin aber schnell zu einer enormen Belastung.

Besonders gut gefallen hat mir, wie authentisch die Hauptfigur mit dieser Situation umgeht. Sie ist keineswegs durchgehend stark oder selbstsicher, wirkte dadurch für mich aber sehr greifbar. Ihre Entscheidungen und Reaktionen konnte ich vor dem Hintergrund ihrer Gabe und der damit verbundenen psychischen Belastung meistens gut nachvollziehen.

Der Schreibstil von Darianne Schramm liest sich angenehm flüssig und lässt einen schnell durch die Geschichte kommen. Gleichzeitig werden die emotionalen Aspekte nicht einfach abgehandelt, sondern bekommen ausreichend Raum. Gerade die Momente, in denen die Protagonistin mit ihrer Gabe und deren Konsequenzen konfrontiert wird, konnten mich berühren. Der Schreibstil bleibt dabei zugänglich und verliert sich nicht in unnötig komplizierten Formulierungen.

Die Grundidee hätte für meinen Geschmack stellenweise sogar noch etwas stärker ausgeschöpft werden können. Gerade die Konsequenzen einer solchen Gabe bieten unglaublich viele Möglichkeiten für moralische Konflikte und spannende Fragen. Dennoch funktioniert die Geschichte auch in ihrer eher persönlichen Ausrichtung gut. Im Mittelpunkt steht schließlich nicht nur die Gabe selbst, sondern vor allem die Frage, was sie mit einem Menschen macht.

Insgesamt ist "72 Stunden mit dir" für mich eine spannende und gleichzeitig emotionale Geschichte, deren Ausgang zwar nicht völlig überraschend kommt, deren Weg dorthin mich aber trotzdem überzeugen konnte. Wer Lust auf eine Geschichte mit einer ungewöhnlichen und durchaus beängstigenden Grundidee hat und sich dabei auch auf die emotionalen Seiten der Handlung einlassen möchte, sollte sich dieses Buch näher ansehen.
4,5/5 Sterne

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72 Stunden, bis ein Leben zerstört wird
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Hexen und Vampire, die Lust auf Mehr bereiten!

The Flamebearer Trilogy 1: The Witch in the Dead of Night von Charlotte Buckley

Schon bevor ich überhaupt mit dem Lesen begonnen habe, hat mich "The Witch in the Dead of Night" begeistert. Die Gestaltung des Buches ist wirklich etwas Besonderes. Von den Veredelungen bis hin zu den kleinen Details wirkt alles unglaublich hochwertig und mit viel Liebe umgesetzt. Gerade bei Fantasyromanen trägt eine solche Aufmachung für mich viel zum Leseerlebnis bei.

Und hier hatte ich von Anfang an das Gefühl, etwas Besonderes in den Händen zu halten.

Auch inhaltlich gelingt der Einstieg angenehm schnell. Statt sich lange mit der Erklärung der Welt aufzuhalten, konzentriert sich Charlotte Buckley von Beginn an auf die eigentliche Geschichte. Das Worldbuilding fällt dadurch insgesamt eher schlicht aus. Die wichtigsten Grundsätze und Gegebenheiten werden verständlich vermittelt, ohne dass man mit Informationen überschüttet wird. Wer besonders komplexe Fantasywelten mit ausführlicher Historie sucht, könnte sich hier etwas mehr Tiefe wünschen. Mich hat das allerdings kaum gestört, weil der Fokus ganz klar auf der Handlung liegt und diese davon deutlich profitiert.

Genau diese Storyline hat mich nämlich bis zum Schluss gefesselt. Immer wieder werden kleine Hinweise eingestreut, die zunächst unscheinbar wirken, später aber eine deutlich größere Bedeutung bekommen und dadurch zu einem gelungenem Spannungsbogen beitragen.

Der Schreibstil unterstützt dieses Erzähltempo sehr gut. Er liest sich flüssig und schafft es, die Stimmung konsequent aufrechtzuerhalten. Besonders die magischen Elemente fügen sich stimmig in die Geschichte ein, ohne den roten Faden aus den Augen zu verlieren. Insgesamt wirkt dieser Romantasy-Roman dadurch sehr zugänglich und eignet sich auch für Leserinnen und Leser, die sich nicht erst durch seitenlange Erklärungen arbeiten möchten.

Die Protagonistin Finn hat mir dabei durchweg gut gefallen. Ich mag es immer gerne, wenn Charaktere sich im Laufe eines Buches authentisch weiterentwickeln, was hier definitiv gegeben war. Sicherlich war die ein oder andere Kleinigkeit ein wenig klischeehaft. Das ist aber zumindest in diesem (Sub-)Genre keine Seltenheit und hat mich persönlich nicht gestört.

Insgesamt ist "The Witch in the Dead of Night" ein gelungener Auftakt, der weniger durch ein komplexes Worldbuilding als vielmehr durch seine spannende Handlung, die vielen geschickt platzierten Hinweise und seine außergewöhnlich schöne Gestaltung überzeugt. Wer Fantasy mit einer geheimnisvollen Atmosphäre, einer klaren Storyline und einem fiesen Ende sucht, das dem Folgeband entgegenfiebern lässt, sollte sich dieses Buch unbedingt näher ansehen.
4,5/5 Sterne

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Hexen und Vampire, die Lust auf Mehr bereiten!
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Abenteuerlicher Romantasy-Auftakt

Nobody's Quest von Alyssa Day

Schon auf den ersten Blick macht Nobody's Quest einiges her. Die hochwertige Gestaltung mit den liebevollen Details und der insgesamt sehr edlen Aufmachung sorgt dafür, dass das Buch im Regal sofort ins Auge fällt. Umso schöner ist es, dass sich hinter der ansprechenden Optik auch eine Geschichte verbirgt, die Lust auf mehr macht und einen gelungenen Grundstein für die Reihe legt.

Der Einstieg gelingt angenehm leicht und führt Schritt für Schritt in eine Welt ein, die vor allem durch ihre Quests und das durchdachte Magiesystem ihren ganz eigenen Reiz entwickelt. Gerade diese Aufgaben haben mir während des Lesens besonders viel Spaß gemacht. Sie lockern die Handlung immer wieder auf, sorgen für Spannung und vermitteln das Gefühl, gemeinsam mit den Figuren immer tiefer in die Geheimnisse dieser Welt einzutauchen. Dadurch entsteht stellenweise fast ein Abenteuercharakter, der sich angenehm von vielen anderen Romantasy-Titeln abhebt.

Überhaupt gehört das Worldbuilding für mich zu den größten Stärken des Buches. Alyssa Day erschafft eine Welt, die interessant aufgebaut ist und nach und nach immer mehr Facetten offenbart. Dabei wird nicht jede Information sofort erklärt, sondern vieles ergibt sich erst im Verlauf der Handlung. Das hat mir gut gefallen, weil ich das Gefühl hatte, die Welt gemeinsam mit den Figuren zu entdecken. Gleichzeitig merkt man, dass hier noch einiges an Potenzial für die Folgebände vorhanden ist und längst nicht alle Fragen beantwortet wurden.

Mit den Figuren bin ich insgesamt ebenfalls gut zurechtgekommen. Die Protagonistin entwickelt sich im Laufe der Geschichte nachvollziehbar weiter und findet sich gemeinsam mit den Leserinnen und Lesern erst nach und nach in ihrer neuen Realität zurecht. Auch die Nebenfiguren machen neugierig auf die Fortsetzung und bringen ausreichend unterschiedliche Persönlichkeiten mit, um für Abwechslung zu sorgen.

Etwas zwiegespalten war ich dagegen bei der Romance. Grundsätzlich fügt sie sich stimmig in die Handlung ein. Gleichzeitig konnte mich die Liebesgeschichte emotional nicht immer vollständig erreichen. Hinzu kommt, dass ich persönlich auf den vorhandenen Spice gut hätte verzichten können. Für mich hätte die Geschichte auch ohne diese Szenen funktioniert, zumal sie der eigentlichen Handlung keinen entscheidenden Mehrwert verliehen haben.

Nichtsdestotrotz empfinde ich Nobody's Quest als einen gelungenen Reihenauftakt, der vor allem mit seinem spannenden Worldbuilding, den abwechslungsreichen Quests und einer Welt überzeugt, die noch viel Entdeckungspotenzial bereithält. Wer Romantasy mit Abenteuercharakter und einem gut durchdachten Weltenbau sucht, sollte sich dieses Buch definitiv näher ansehen.
4/5 Sterne

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Abenteuerlicher Romantasy-Auftakt
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Fantasy trifft auf Mystery für junge Leser

Ashfield Academy - Der Ruf des Wasserspeiers von Sophie Oldenstein

Als die Nicky an der Ashfield Academy aufgenommen wird, beginnt für sie nicht nur ein neuer Lebensabschnitt, sondern auch das Leben an einem Ort voller Regeln, Erwartungen und kleiner Geheimnisse. Zwischen Unterricht, neuen Bekanntschaften und den ersten rätselhaften Ereignissen wird schnell deutlich, dass an der Academy nicht alles so gewöhnlich ist, wie es zunächst scheint.

Doch gerade diese Mischung aus Internatsalltag und unterschwelligen Mystery-Elementen macht einen großen Teil des Reizes der Geschichte aus.

"Ashfield Academy" ist ein Jugendbuch, das sich angenehm leicht lesen lässt und dabei genau die Atmosphäre einfängt, die viele Leserinnen und Leser an Academy- bzw. Internatsgeschichten so schätzen. Alte Gebäude, neue Freundschaften und das Gefühl, plötzlich Teil einer ganz eigenen kleinen Welt zu sein, erzeugen schnell eine gewisse Vertrautheit. Gleichzeitig hatte ich beim Lesen aber auch das Gefühl, dass das Setting durchaus noch etwas mehr Raum hätte einnehmen dürfen. Gerade der Alltag sowie Unterricht an der Academy und das Zusammenleben der Schülerinnen und Schüler wären für mich mit die interessantesten Aspekte des Buches gewesen, weshalb ich mir hier stellenweise noch tiefere bzw. überhaupt Einblicke gewünscht hätte.

Ein großer Pluspunkt waren für mich die Figuren und insbesondere ihre Freundschaften. Die Beziehungen untereinander wirken natürlich und ungezwungen, kommen ganz ohne künstliche Dramen aus. Besonders schön fand ich außerdem die selbstverständliche Inklusion innerhalb der Geschichte. Gerade dieser Punkt sorgt dafür, dass sich die Welt der Ashfield Academy lebendig und authentisch anfühlt.

Die Mystery-Elemente fügen sich ebenfalls gut in die Handlung ein. Sie sorgen für Spannung und werfen immer wieder neue Fragen auf, übernehmen aber nie komplett die Kontrolle über die Geschichte. Wer einen hochkomplexen Fantasy- oder Mysteryroman erwartet, wird hier vermutlich nicht vollständig auf seine Kosten kommen. Für mich war die Dosierung allerdings genau richtig, da der Fokus weiterhin klar auf den Figuren und ihrem Alltag liegt.

Insgesamt ist Ashfield Academy ein gelungenes Jugendbuch mit sympathischen Figuren und einer angenehmen Mischung aus Fantasy und Mystery. Wer Geschichten rund um Academys und neue Freundschaften liebt und sich an einer nicht zu intensiven, aber dennoch atmosphärischen Handlung erfreuen kann, sollte sich dieses Buch definitiv näher ansehen. Ich persönlich hätte gerne noch etwas mehr Zeit im Alltag der Academy verbracht – und genau das ist vermutlich das beste Zeichen dafür, dass ich mich dort durchaus wohlgefühlt habe.
4/5 Sterne

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Fantasy trifft auf Mystery für junge Leser
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Intensive, anregende Dystopie für Jugendliche

Wenn die Bienen schweigen von Caryl Lewis

Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt immer weiter aus dem Gleichgewicht. Um die Obstplantagen überhaupt noch bewirtschaften zu können, werden Mädchen bereits im Kindesalter in Camps gebracht und dazu gezwungen, Blüten per Hand zu bestäuben. Bildung, Kunst und Selbstbestimmung spielen längst keine Rolle mehr.

Auch Jess lebt in einem dieser Lager. Doch sie erinnert sich an die Geschichten ihrer Mutter und weiß, dass ein Pinsel für weit mehr geschaffen wurde, als Blüten zu bestäuben. Als sie beginnt, ihre Kreativität auszuleben, setzt sie ungewollt etwas in Bewegung, das sich schon bald nicht mehr aufhalten lässt.

"Wenn die Bienen schweigen" greift eine Thematik auf, die erschreckend aktuell wirkt. Das Aussterben der Bienen bildet dabei zwar den Ausgangspunkt der Geschichte, doch schnell wird deutlich, dass der Roman weit mehr erzählen möchte als eine klassische Klimadystopie. Vielmehr beschäftigt er sich mit den Folgen gesellschaftlicher Rückschritte, mit Unterdrückung, Machtmissbrauch und der Frage, wie viel Freiheit Menschen bereit sind aufzugeben, wenn Angst ihren Alltag bestimmt. Gerade diese Verbindung aus Umweltkrise und gesellschaftlicher Entwicklung empfand ich als ausgesprochen gelungen, weil sie niemals konstruiert wirkt, sondern eine bedrückende Konsequenz des geschilderten Szenarios darstellt.

Dabei schlägt Caryl Lewis überraschend ruhige Töne an. Wer eine actionreiche Dystopie erwartet, dürfte zunächst etwas Geduld brauchen. Die Geschichte entwickelt sich behutsam und setzt weniger auf spektakuläre Wendungen als auf ihre Atmosphäre und die schleichende Erkenntnis, wie tief sich das System bereits in das Leben der Menschen eingegraben hat. Genau darin liegt für mich allerdings eine der größten Stärken des Romans. Die sanfte, stellenweise fast melancholische Erzählweise entfaltet ihre volle Wirkung erst nach und nach. Je weiter ich gelesen habe, desto beklemmender wurde die Geschichte und desto häufiger habe ich mich dabei ertappt, einzelne Szenen noch lange nachwirken zu lassen.

Besonders überzeugt hat mich Jess als Protagonistin. Obwohl sie erst dreizehn Jahre alt ist, wirkt sie erstaunlich reflektiert, ohne dabei überzogen erwachsen zu erscheinen. Ihre Neugier und ihre kreative Art machen sie zu einer Figur, mit der ich gerne Zeit verbracht habe. Vor allem mochte ich, dass ihr Widerstand nicht aus blinder Rebellion entsteht, sondern aus dem Wunsch heraus, sich ihre Menschlichkeit zu bewahren. Gerade die kleinen Momente, in denen sie sich an Geschichten, Farben oder die Natur erinnert, verleihen ihr eine inspirierende Stärke, die nie aufgesetzt wirkt.

Auch die übrigen Figuren fügen sich stimmig in die Geschichte ein. Freundschaften, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung spielen eine wichtige Rolle, ohne dabei den ernsten Grundton des Romans aufzuweichen. Gleichzeitig wird immer wieder deutlich, wie sehr Angst und Kontrolle das Verhalten der Menschen bestimmen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, in der selbst kleine Gesten der Menschlichkeit plötzlich eine enorme Bedeutung bekommen.

Insgesamt ist "Wenn die Bienen schweigen" eine eindringliche Dystopie, die weniger durch große Action als durch ihre Atmosphäre, ihre wichtigen Themen und ihre kluge Protagonistin überzeugt. Wer Geschichten schätzt, die zum Nachdenken anregen, dabei aber dennoch durchgehend spannend bleiben und lange nach dem Zuklappen des Buches im Kopf nachhallen, sollte sich diesen Roman unbedingt näher ansehen.
5/5 Sterne

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Dystopie im Stil einer Kurzgeschichte

Insel der Ratten von Jo Nesbø

Erst kam die Pandemie. Dann die Menschen.

Nachdem im Zuge einer verheerenden Pandemie das staatliche System kollabiert ist, beherrschen wütende Banden die Stadt. Wer kann, verschanzt sich in seinem Zuhause. Wer das nötige Kleingeld hat, verlässt die Stadt. So auch Colin Lowe, ein wohlhabender Technik-Mogul, der sich gemeinsam mit seiner Familie auf die Insel der Ratten rettet.

Doch während er sich in Sicherheit wägt, macht sein Sohn Brad auf dem Land vor nichts Halt - bis er auf Colins Freund Will und dessen Familie trifft...

"Insel der Ratten" ist eine Kurzgeschichte, welche in einem Sammelband des Autors erschienen ist. Dieses Buch liest sich letztendlich auch genau so. Die Geschichte um Colin, Brad und Will startet mitten im Geschehen, vermischt immer wieder Rückblenden mit der Gegenwart und schreitet rasant aus verschiedenen Perspektiven voran. Der klare, eher nüchterne Schreibstil schildert die Ereignisse nach der Pandemie erschreckend realistisch und beklemmend, wirkt teilweise wie eine Dokumentation der Geschehnisse. Er drückt Emotionen häufig nicht explizit aus, sorgt durch die Nüchternheit und Distanz in der Darstellung zahlreicher Brutalitäten aber durch eine indirekte Kanalisation dieser Gefühle. Im Allgemeinen zeichnet sich dieses Buch an zahlreichen Stellen dadurch aus, dass Einiges ungesagt bleibt, unausgesprochen in der Luft schwebt und gleichzeitig doch klar und deutlich ist, was hier ausgedrückt werden sollte.

Ebenso klar wie der Schreibstil des Autors ist wohl auch der Fokus dieses Buches gesetzt. Dieser liegt primär auf der rasant voranschreitenden Handlung und actionreichen, erschütternden Einlagen, die den Leser packen und nicht mehr so schnell wieder loslassen. Plottwists sind dabe inklusive. Charaktere sind dabei eher als eine Art Requisite anzusehen, als Mittel zum Zweck. Gerade bei der Gewaltthematik - insbesondere am weiblichen Geschlecht - kann und darf das durchaus kritisch beleuchtet werden. Ich persönlich ordne dies in Anbetracht der Generalisierung dieser Herangehensweise unter dem Stil des Buches ein, möchte aber anmerken, dass dies mit Sicherheit nichts für jeden Leser ist.

Wer eine Dystopie mit grandiosem Worldbuilding oder hervorragender, tiefgründiger Charakterentwicklung sucht, wird mit der "Insel der Ratten" vermutlich nicht glücklich werden. Wer jedoch nach einem realistischen Denkanstoß in der gebotenen Kürze und einer rasanten, packenden Storyline mit Thrillerelementen sucht, der sollte sich dieses Buch unbedingt näher ansehen.
5/5 Sterne

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Dystopie im Stil einer Kurzgeschichte
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Ein überaus gelungener, atmosphärisch dichter Auftakt

Weavingshaw von Heba Al-Wasity

Schon die Grundidee von Weavingshaw hat mich neugierig gemacht. Statt auf ein klassisches Fantasy-Setting zu setzen, erschafft Heba Al-Wasity einen Ort, der sich von vielen anderen Genrevertretern deutlich abhebt. Weavingshaw wirkt von Beginn an geheimnisvoll und ein wenig unnahbar. Die Bewohner leben mit alten Traditionen, festgefahrenen Ansichten und Geschichten, die oft mehr Wahrheit enthalten, als zunächst angenommen wird.

Genau dieses Gefühl, dass sich hinter jeder Ecke ein weiteres Geheimnis verbergen könnte, hat mich durch das Buch getragen.

Besonders gut gefallen hat mir dabei die Atmosphäre. Die Autorin schafft es, eine Stimmung zu erzeugen, die gleichzeitig faszinierend und bedrückend wirkt. Während des Lesens hatte ich immer wieder das Gefühl, dass über der gesamten Handlung ein Schatten liegt und längst nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Gerade die düsteren Elemente haben für mich hervorragend funktioniert, weil sie nie ausschließlich auf Schockmomente setzen, sondern sich langsam und beinahe schleichend entfalten.

Der Schreibstil hat mir insgesamt ebenfalls gut gefallen. Er ist angenehm zu lesen, ohne dabei zu schlicht zu wirken, und legt einen starken Fokus auf die Figuren und ihre Emotionen. Dadurch fiel es mir leicht, mich in ihre Gedanken und Beweggründe hineinzuversetzen. Gleichzeitig nimmt sich die Geschichte viel Zeit für ihre Entwicklungen. Das empfand ich überwiegend als positiv, auch wenn sich einige Passagen im Mittelteil für meinen Geschmack etwas gezogen haben.

Ein großer Pluspunkt waren für mich die Charaktere. Viele Figuren bewegen sich nicht in klaren Schwarz-Weiß-Mustern, sondern handeln nachvollziehbar aus ihren eigenen Überzeugungen heraus. Gerade dadurch entstehen Konflikte, die sich glaubwürdig anfühlen. Besonders interessant fand ich, wie Vorurteile, Erwartungen und gesellschaftliche Strukturen die Entscheidungen der Figuren beeinflussen. Dadurch geht es in Weavingshaw um deutlich mehr als nur die eigentliche Handlung.

Auch das Worldbuilding konnte mich überzeugen. Die Autorin erklärt ihre Welt nicht in langen Infodumps, sondern lässt viele Informationen organisch in die Geschichte einfließen. Dadurch wirkt die Welt lebendig und gewachsen. Gleichzeitig verlangt das Buch etwas Aufmerksamkeit, da nicht jede Information sofort erklärt wird. Mir persönlich gefällt diese Art des Erzählens meist sehr gut, weil man die Welt gemeinsam mit den Figuren entdeckt.

Wenn ich einen Kritikpunkt nennen müsste, dann wohl das Erzähltempo. Während der Anfang und das Ende mich problemlos bei der Stange halten konnten, gab es im Mittelteil einige Abschnitte, die sich etwas wiederholend anfühlten. Hier hätte ich mir stellenweise etwas mehr Straffung gewünscht. Außerdem bleiben manche Aspekte der Welt zunächst recht vage, was zwar Neugier weckt, bei mir aber auch gelegentlich Fragen offenließ.

Nichtsdestotrotz habe ich Weavingshaw sehr gerne gelesen. Das Buch lebt von seiner Atmosphäre, seinen vielschichtigen Figuren und der Art, wie sich die Geheimnisse der Welt Stück für Stück entfalten. Wer Fantasy mit einem starken Fokus auf Stimmung, Charakterentwicklung und gesellschaftliche Konflikte mag, sollte sich diesen Titel definitiv näher ansehen.
4,5/5 Sterne

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Spannende Schnitzeljagd mit magischen Elementen

Avorrit von Katrina Lähn

Um einen schrecklichen Fluch zu brechen und Ruhm sowie Reichtum zu erlangen, stellen sich jedes Jahr von neuem zahlreiche Bewohner Brillars erfolglos dem Spiel der Schlüssel und den damit verbundenen lebensbedrohlichen Aufgaben. Zumindest erzählt man sich davon in Avorrit. Denn so richtig an Flüche und Magie glauben möchte in dem kleinen Dörfchen niemand - und am Spiel teilnehmen erst recht nicht.

Bis sich eines Tages Marley und ihre beste Freundin Jo gezwungen sehen, sich dem Spiel der Schlüssel zu stellen. Doch schon bald sind die beiden sich nicht mehr ganz so sicher, ob die Bewohner Avorrits sich nicht doch getäuscht haben...

Wer "Avorrit" das erste Mal in den Händen hält, wird sicherlich genauso wie ich von der einzigartigen Gestaltung begeistert sein. Denn hier besticht nicht nur das hübsche Cover. Im Innenteil erwarten den Leser eine detaillierte Karte zu jedem einzelnen Handlungsort sowie liebevoll ausgewählte Seitenzierden, welche sich ebenfalls dem jeweiligen Handlungsort anpassen und einen ersten Eindruck davon vermitteln, in welche Richtung sich die Geschehnisse auf den folgenden Seiten bewegen könnten. Es muss sicherlich unheimlich viel Arbeit gewesen sein, diese Gestaltung so zu verwirklichen - denn das Spiel der Schlüssel ist vom Grundprinzip her eine magische Schnitzeljagd. Und Schnitzeljagden leben bekanntlich von häufigen Ortswechseln.

Diese Grundidee hat mich neben dem Design sofort begeistern können. Ich habe es während des Lesens geliebt, wie viel Abwechslung dem Leser in dieser Hinsicht geboten wird. Von gruseligen Wäldern bis hin zu vertrockneten, brennend heißen Wüstengegenden ist hier wirklich alles dabei. Die zahlreichen unterschiedlichen Settings sorgen dabei in Kombination mit dem lockeren, dynamischen Schreibstil der Autorin für reichlich Spannung und dadurch auch für einen tollen Lesefluss.
Gleichzeitig sehe ich in diesem Punkt aber auch die größte Schwäche des Buches. Durch die Hülle an Schauplätzen werden einige Settings und Aufgaben der Schnitzeljagd - gerade gegen Ende hin - nur recht oberflächlich angerissen, sodass immer wieder Fragen oder der Wunsch nach mehr Tiefgang offen bleiben. Das ist wirklich schade, denn im Gespräch mit der Autorin wird direkt deutlich, wie durchdacht und in sich stimmig die Welt Brillars tatsächlich ist. Mit ein paar Seiten und Informationen mehr wäre das innerhalb der Geschichte sicherlich ebenfalls toll rübergekommen.

Recht neutral stehe ich den Charakteren aus "Avorrit" entgegen. Hier sind grundsätzlich durchaus spannende Figuren vertreten, die teils auch die ein oder andere Überraschung bereithalten. Für mich waren sie im Allgemeinen aber eher Mittel zum Zweck. Die Beziehungen untereinander ebenso wie die Charakterentwicklungen sind zwar nett zu lesen, allerdings nicht besonders tiefgründig oder einzigartig. Für mich persönlich liegen der Fokus und die Stärken dieses Buches primär auf dem Setting sowie dem Plot.

Wer folglich lieber auf Spannung, Kurzweiligkeit und Abwechslung in Büchern wert legt, wird mit "Avorrit" mit Sicherheit genauso viel Freude wie ich haben. Wer scharfsinnige, tiefgründige Charaktere braucht, für den ist dieses Buch vermutlich nicht ganz die richtige Wahl.
4/5 Sterne

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Spannende Schnitzeljagd mit magischen Elementen