Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Liselottchen:
Vorlesebuch zu einem wichtigen Thema
Ups, ich darf auch Nein sagen von Inke Hummel
Im Mittelpunkt des Buches steht die kleine Leonora, die in die erste Klasse geht. In der Vorlesegeschichte erlebt sie einiges, muss auf Tante Theresas Geburtstag, Möbelpacker heben sie einfach zur Seite, hat eine Begegnung mit einem Hund und Ähnliches. Leonora lernt, mit ihren Gefühlen umzugehen und dass sie Nein sagen darf und muss, wenn ihr etwas nicht geheuer ist.
Es gibt allerdings auch Situationen, wo sie sozusagen »durch muss«, beispielsweise der Tante gratulieren oder zeitig am Morgen aufzustehen, damit sie pünktlich in die Schule kommt.
Dazwischen gibt es Abschnitte für Eltern, mit Tipps und Ratschlägen, die teilweise etwas belehrend rüberkommen und die jeder mit Hausverstand wissen könnte. Dennoch sind auch gute Vorschläge dabei, wie man beispielsweise mit den Kindern Situationen, die Mut erfordern, einüben kann.
Meine beiden ältesten Enkelinnen (5 und 7), haben die Geschichten rund um Leonora zeitweise ein wenig langweilig gefunden. Dadurch, dass die Autorin zahlreiche »lehrreiche« Situationen einbauen wollte, ist die Spannung ein wenig verloren gegangen. Kinder spüren schnell, wenn Bücher einen »Erziehungseffekt« haben sollen. Bei der Geschichte, in der Leo Leonora (die ähnlichen Namen sind gewollt?) auffordert, doch mit dem Roller die Rutsche hinunterzufahren, haben beide den Kopf geschüttelt. »Ich hätte gesagt, mach’s doch selbst«, hat meine jüngere Enkelin sofort eingeworfen. Die Ältere hat sich gleich bei der ersten Geschichte gewundert: Sie selbst liebe es, wenn ihre Mama ihr eine schöne Frisur macht und das ziepe nie, hat sie gemeint. Und sie hätten sich beide mehr Bilder gewünscht, es ist doch sehr viel Text für die Zielgruppe.
Fazit: Ein wichtiges Thema, das stellenweise ein wenig konstruiert aufbereitet wurde, dennoch ein lesenswertes Buch.
Verborgenes Leben in ständiger Angst
Was die Zeit verschweigt von Mary Ellen Taylor
Die Journalistin Ruby hat erst eine Krebserkrankung überstanden. Das Angebot über eine französische Filmschauspielerin Cecile zu recherchieren, die nach Ende des Zweite Weltkrieges spurlos verschwunden ist, kommt ihr gerade Recht. Sie erhält das Tagebuch von Sylvia, die zur damaligen Zeit die Schneiderin der Schauspielerin war und auch die Aufzeichnungen eines deutschen Offiziers, der als Wachkommandant eingeteilt war.
Stück für Stück erfährt Ruby immer mehr über das Leben und die Gefahr, in der sich die Französinnen im von Deutschland besetzten Paris befunden haben. Doch auch Rubys Privatleben scheint mit der Vergangenheit verwoben zu sein.
Aus drei verschiedenen Perspektiven lässt einen die Autorin in die Geschichte eintauchen. Das gelingt ihr sehr gut. Die Kapitel im Paris der 1940er-Jahre sind beklemmend und ich habe mit den Frauen mitgezittert, die ständig Angst vor Verschleppung und Hinrichtung haben mussten. Sylvia, die eigentlich Polin ist und mit gefälschten Papieren in Paris lebt, ist eine starke Persönlichkeit, die sich bemüht loyal zu bleiben. Ich fand die Gegenüberstellung zwischen Vergangenheit und Gegenwart gut gelungen: Ruby, die ebenfalls tapfer gegen den Krebs kämpft und die Frauen im Paris während der schwierigen Zeit der deutschen Besatzung. Die Angst ist allgegenwärtig: die Angst, dass er Krebs zurückkehrt und die Angst, vor Entdeckung durch die Nationalsozialisten.
Das Buch hat für mich eine starke Sogwirkung, ich konnte es nicht zur Seite legen. Nachdem es mir zwischendrin manchmal etwas zu langsam voranging, war mir der Schluss – der unerwartet aus zwei neuen Perspektiven geschildert wurde – ein wenig zu kurz, vor allem auch, was Rubys Krebserkrankung betrifft.
Trotz der kleinen Kritikpunkte: ein wundervoll geschriebener Roman, in dem Historisches und Zeitgenössisches gekonnt verwoben werden.
Erinnerungen und Gedanken
Spät am Tag von Kristin Vego
Die Schriftstellerin Johanne, Anfang 30 und geschieden, mietet sich ein Zimmer am Land, um ungestört schreiben zu können. Bald verliebt sie sich in ihren Vermieter Mikael, in dessen Nachbarschschaft seine Ex-Frau Sofia sowie seine kleine Tochter Maren wohnen. Daraus ergibt sich ein ungewöhnliches Dreiecks-Verhältnis, denn Sofia kommt oft unangemeldet und stört die Beziehung.
Die Leserschaft erfährt dies aus den Gedanken Johannes, die in Ich-Form in den Zeiten herumspringt und uns die Geschichte mosaiksteinartig präsentiert.
Die Autorin verstand es, einprägsame Figuren zu schaffen, die jedoch alle in irgendeiner Weise geheimnisvoll bleiben. Allen voran Johanne, die Erzählerin, die mit sparsam verteilten Emotionen ihr Leben vor uns ausbreitet. Stückchenweise, sie springt in ihren Gedanken vor und zurück, oft sind es nur Erinnerungsfetzen, winzige Erlebnisse, die auf sie einen bleibenden Eindruck gemacht haben. Dann Sofia, die Ex, war für mich fast mehr präsent, als Mikael, der eigentliche Protagonist. Sofia und Johanne umschleichen sich mit katzenartiger Höflichkeit, Sofias Ambitionen und Gefühle bleiben genauso verborgen wie der Grund, weshalb die Ehe gescheitert ist. Mikael, der Dritte im Bunde, weicht oft aus, mag keinen Streit, von ihm hätte ich gern mehr erfahren. Vieles steht nebenbei oder sogar zwischen den Zeilen. Auch die zahlreichen Gedankensprünge machten für mich das Lesen anstrengend.
Schade, aus dem Plot hätte mehr werden können. Ein ruhiges Buch, das sich trotz seiner Kürze nicht einfach schnell weglesen lässt. Bestechend ist die karge und trotzdem beeindruckende Landschaft. Möglicherweise müsste man es mehrmals lesen, um all die Feinheiten erfassen zu können.
Bildreicher historischer Roman im England des 19. Jahrhunderts
Der Wind von Yorkshire von Lia Scott
June lebt mit ihren beiden Schwestern, ihrer Tante und ihrem Vater in einem kleinen Ort in England. Früher war ihr Vater Pfarrer, doch nach dem Tod der Mutter verlor er den Glauben. Die Familie durfte bei der Schwägerin unterschlüpfen. Da der Vater sich mit kleinen Aufträgen als Hauslehrer oder Amtswegen für Mitbürger über Wasser hält, fragen auch die anderen zum Unterhalt bei.
Tante Eliza ist Heilerin und fährt mit einem Pferdewagen überall hin, wo sie gebraucht wird. June hilft ihr und eignet sich dadurch Wissen an. Dhalia, die Älteste, näht und Fern kümmert sich um die Schafherde und die Wolle. Ihre Wege kreuzen die des ehemaligen Wollsortierers Frank, dessen Frau depressiv ist und ihre Zeit im Bett verbringt. Als sie bei der Geburt des ersten Kindes stirbt, verlässt auch Frank den Ort und überlässt das Neugeborene seiner Schwester ...
Es fiel mir anfangs ein wenig schwer, in den Roman hineinzukommen. Viele Bilder, Beschreibungen und sehr viele Figuren, sodass die Orientierung nicht einfach war. Doch nach und nach wurde es besser und ich lernte die Personen langsam kennen. Große Sympathien hatte ich für Franky, der mit der depressiven Frau leben muss, die ihn verachtet. Es klingt durch, dass er eine Schuld auf sich geladen hat. Starke Persönlichkeiten sind vor allem die Frauen: June, ihre Tante Elisabeth und die jüngere Schwester fern, die die Schafzucht, zur damaligen Zeit in männlicher Hand, allein bewerkstelligt. Der Vater kommt am Anfang weltfremd und schwach herüber, doch gegen Ende, als seine Tochter krank wird, zeigt er, was in ihm steckt.
Leider hört das Buch mittendrin auf. Der Klappentext verrät bereits das Ende, mehr kommt nicht, da wird man auf Band 2 vertröstet. Es sind sehr viele Handlungsstränge aufgebaut, die hoffentlich alle noch einen Abschluss finden werden.
Das Buch punktet bei mir hauptsächlich durch das Ambiente. Das Leben zu dieser Zeit wird bildhaft und eindrücklich geschildert, informativ und spannend. Fans historischer Romane werden von diesem Werk begeistert sein.
»Keiner ist wichtiger als der andere.«
Noch einmal ... von Oliver Jeffers
Ein bebildertes Buch für Erwachsene – die Idee fand ich gut. Die Gestaltung sieht wirklich aus, wie ein Buch für die Allerjüngsten: Illustrationen und wenig Text, oft nur ein Satz. Auch die Zeichnungen sind sparsam eingesetzt, es bleibt viel leer und die Schrift ist kindlich, wie gekritzelt. Der Inhalt ist rasch zusammengefasst: Gedanken über den Ursprung der Menschheit und dass alle erkennen sollten, dass es nur ein Wir geben kann, denn nur gemeinsam sind wir stark.
Die Zukunftsvision von einer Menschheit, die sich als Ganzes sieht und bei der alle am selben Strang ziehen, ist natürlich eine verlockende Vorstellung. Das Bild, wie Astronauten die Erde sehen, nämlich als Einheit – das gefiel mir gut. Ein Bilderbuch, das man lesen kann, schön finden mit liebevollen Gedanken - das für mich jedoch nichts Neues gebracht hat und ich bereits Lebensratgebern/Spruchkalendern davor gelesen habe. Ungewöhnlich ist nur die Gestaltung als Bilderbuch.
Das Buch selbst ist sperrig groß, schwer und unpraktisch. Schnell mitnehmen für unterwegs zu lesen, geht nicht. Ein handlicheres Format würde das Lesevergnügen vergrößern.
Plötzlich Milliardär
Küsse im Gepäck von Catherine Bybee
Max schlägt sich in seinem anstrengenden Job als Bauarbeiter durch, mit einer Chefin, die ihren Arbeitern empathielos alles abverlangt. Eines Tage stehen unbekannte Menschen vor ihm, behaupten, dass sie seine Halbgeschwister sind und er Miterbe eines Milliardenimperiums. Nach anfänglichem Unglauben gewöhnt er sich an seinen neuen Status.
Doch die Paparazzi sind hinter ihm her. Zu ihnen gehört auch Sarah, die von ihrem Chef gewaltig unter Druck gesetzt wird, eine möglichst skandalträchtige Story zu schreiben. Als Max sie vor dem Anwesen erwischt, handelt er einen Deal mit ihr aus. Sie darf exklusiv über ihn berichten, doch zu seinen Regeln.
Dies ist der zweite Band der Geschwister Stone, die unerwartet das Hotel-Imperium ihres ungeliebten Vaters erben. Max hat einen charismatisch angenehmen Charakter, der rundum sympathisch ist und mit seinem urplötzlichen Reichtum zu kämpfen hat. Seine Person konnte ich gut nachvollziehen, da er realistisch und plausibel reagiert. Auch Sarah ist liebenswert, kämpft mit einem Ekel von Chef, der etwas überspitzt bösartig dargestellt ist. Wieder an Bord die beiden Geschwister, Chase und Alexandra, sowie Chases Verlobte Piper, die mittlerweile hochschwanger ist.
Der Schreibstil ist wiederum angenehm flüssig. Das Buch kann weitgehend auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gelesen werden, ich würde allerdings empfehlen, mit Band 1 anzufangen.
Da ich vom ersten Band begeistert war, waren meine Erwartungen hoch und wurden hier nicht vollständig erfüllt. Die Handlung plätschert in weiten Teilen unaufgeregt dahin, die Gegner in Firma und Vorstand unken zwar ein bisschen, es passiert jedoch nicht wirklich etwas Dramatisches. Der Plot rund um Max‹ Jugendstrafen sowie die Suche nach seiner Mutter verläuft ebenfalls relativ handzahm. Ich hätte mir ein wenig mehr Aufregung und Konflikte gewünscht, die auch in der wachsenden Beziehung zwischen Max und Sarah nur kleine Wellen schlagen.
Fazit: Ein ruhiger Wohlfühlroman, der leider nicht an den ersten Band herankommt, daher bewerte ich mit 3,5 Sternen. Band 3 werde ich jedoch trotzdem lesen, weil natürlich, wie bei einem Mittelband üblich, Fragen offengeblieben sind.
Eine beginnende Liebe in Louisiana
Der Duft der Sumpfzypressen von Melanie Thiele
May lebt in Louisiana und arbeitet für ihren Vater als Tourguide. Täglich fährt sie mit dem Boot ins Bayou und bringt Touristen die wilde Landschaft rund um New Orleans nahe. Als ihr Vater sie für den Sommer beauftragt, mit dem Wissenschaftler Cody zu arbeiten, ihn an die besten Plätze zu bringen und Bodenproben zu nehmen, ist sie zunächst nicht begeistert.
Doch bald kommt sie dem athletischen Mann näher und vertraut ihm an, wie sehr sie sich wünscht, dass die Landschaft geschützt. Denn die Sumpflandschaft Louisiana versinkt langsam im Meer. Cody scheint ihr helfen zu wollen, doch meint er es ehrlich?
Der Roman besticht durch das besondere Flair der wunderbaren Landschaft, die man sofort vor Augen hat. Maybelles Familie wuchs mir sofort ans Herz, ich war sofort mittendrin im Geschehen. Wer würde sich nicht so eine erfrischend herzlich offene Großfamilie wünschen, in der einer für den anderen einsteht.
May war mir sofort sympathisch. Die Autorin hat hier eine handfeste Protagonistin geschaffen, nicht zimperlich und die sich für das einsetzt, von dem sie überzeugt ist. Auch Cody gefiel mir gut, der verschrobene wortkarge Wissenschaftler, der sich zuerst nur für seine Arbeit und nicht für sonstige Probleme interessiert.
Während mich das Flair, die Familie und der Einblick in Bräuche, Rituale und Festivitäten der Cajun begeistert hat, fand ich die Entwicklung zwischen Cody und May ein wenig konstruiert. Mir war nicht ganz klar, was Cody eigentlich tut und was seine Forschung für einen Sinn macht, zumindest war die Erklärung für mich schwammig. (Wir sind hier, um zu lernen, nicht um etwas zu verändern). Cody Vater war mir zu klischeehaft böse, dafür war der Showdown rund um den Sturm und Mays Ex-Freund wieder spannend.
Mein Fazit: Ein netter Unterhaltungsroman, mit einigen spicy Szenen in einem wundervollen Ambiente.
Gefühlvoll geschriebener Liebesroman mit tiefgehendem Thema
All the Things I Love about You von Amelia Cadan
Die angehende Medizinerin Dawn kann das Leid ihrer Tante Juliana nicht länger ansehen und hilft ihr beim assistierten Suizid. Die Folgen für sie sind katastrophal: Sie wird kurz vor dem Abschluss von der Universität geworfen, zudem darf sie in keinem anderen Staat ihr Studium zu Ende führen. Ihr Traum vom Beruf als Ärztin ist somit geplatzt, auch sonst bekommt sie keine Chance auf einen Job.
Daher ist sie überglücklich, dass sie der Kickbox-Star Landen als Assistentin einstellt. Von Anfang an fühlen die beiden sich zueinander hingezogen, doch ist es eine gute Idee, sich mit dem Chef einzulassen?
Es ist mein erstes Buch der Autorin und der leicht zu lesende bildhafte Schreibstil ließ mich sofort in die Geschichte eintauchen. Es ist in der Ich-Form abwechselnd aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren geschrieben. Beim ersten Drittel dachte ich, eine nette Wohlfühlgeschichte, angenehmer Schreibstil, aber nichts Neues. Das änderte sich jedoch schlagartig, als ein Unfall passiert, der alles auf den Kopf stellt. Ab hier wird es emotional und die Story geht in eine komplett andere Richtung, die mir sehr gut gefiel. Die Ängste und Sorgen der Protas werden gut dargestellt, auch die Nebenfiguren fügen sich toll in die Geschichte ein. Dawns Eltern sind Schatten im Hintergrund, deren Verhalten ich nicht nachvollziehen kann, da hätte ich mir mal eine direkte Konfrontation gewünscht. Auch der Umgang mit dem behinderten Sohn (Dawns Bruder) ist eigenartig, weil sie Dawn ständig das Zusammensein mit ihm verbieten wollen.
Das Ende ich durchaus befriedigend, lässt aber einige Fragen offen. Vielleicht gibt es Erklärungen im zweiten Band.
Unter dem Strich: ein tiefgehender Liebesroman, der nachdenklich stimmt und den ich sehr gern weiterempfehle.
Ein Hase büchst aus
Jim Salabim und der Mogel-Strauß von Karsten Teich
Jim, der Hase, lebt mit anderen Tieren in einem Zauberhut und wird bei jeder Show aus dem Hut »gezaubert«. Doch dazwischen ist ihm langweilig. Er will den Hut verlassen und auf Abenteuersuche gehen. Mit von der Partie sind ein Dutzend Küken. Doch die Tauben passen auf und verfolgen die Ausreißer .
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Ich habe das Buch zusammen mit meiner Enkelin, die gerade die erste Klasse hinter sich hat, gelesen. Die Idee vom Zauberhut, in dem alle Tiere leben, fanden wir toll und dass es dem Hasen da zu eng wird, ist nachvollziehbar. Die Zeichnungen sind lustig und die bunt gestalteten Bilder laden zum Entdecken ein. Es sind zahlreiche lustige Ideen drin, wie beispielsweise, dass sich der Hase auf der Flucht in ein Hasenkostüm steckt. Die Ereignisse sind aneinandergereiht, teilweise war meine Enkelin verwirrt – ist der Zauberstab nun echt oder der Zauberer nur ein Schwindler? Manche Formulierungen sind eher für Erwachsene gedacht: Insta-Bamm und Klick-Klock, meine Enkelin ist noch ohne Handy und kennt die sozialen Netzwerke (zum Glück) nicht. Das Bild gegen Ende ist ansprechend, der Hase genießt seine Freiheit und liegt mit den Küken auf einer Wiese. Dabei hätte man es belassen können – das letzte Bild vom Zauberer mit den Tauben, der ihnen den Auftrag gibt, die Ausreißer zu suchen, lässt quasi das Ende offen.
Fazit: ein liebevoll illustriertes Bilderbuch, das meine Enkelin gern gelesen hat.
Historischer Roman mit tollem Ambiente
Das Geschenk des Meeres von Julia R. Kelly
In einem schottischen Dorf um 1900 passiert etwas Merkwürdiges: Der Junge, den der Fischer Joseph aus dem Meer rettet, ähnelt fast aufs Haar Moses, dem Kind der Lehrerin Dorothy, das vor Jahren verschwand und von dem alle glaubten, er sei damals ertrunken. Es ist doch nicht möglich, dass Moses wiedergekommen ist und immer noch der kleine Junge ist, der er war? Dorothy nimmt ihn bei sich auf und steigert sich mehr und mehr in die Fantasie hinein, dass der Junge, der nicht spricht, ihr Moses sein muss.
Das gesamte Dorf rätselt mit ...
Das Buch hat mich vom ersten Moment an in den Bann gezogen und ich konnte es fast nicht mehr aus der Hand legen. Die Autorin entblättert langsam die gesamte Geschichte, switcht zwischen damals und jetzt hin und her, in verschiedenen Perspektiven. Die Figuren sind alle plastisch und hautnah dargestellt, keine ist nur böse (mit Ausnahme der schlagenden Ehemänner) und keine ist nur gut. Im Lauf der Story ist mir jede Einzelne nahegekommen. Besonders gefiel mir, dass jede der Figuren eine Entwicklung durchmacht und dass man am Schluss ein anderes Bild von allen Personen bekommt. Der sprachgewaltige Schreibstil der Autorin schafft ein Bild von Schottland zur Jahrhundertwende (1900) und das Leben in der engen Dorfgemeinschaft. Es gibt auch einen (kleinen) mystischen Aspekt, den es für mich nicht gebraucht hätte und am Schluss hätte ich mir gern noch eine bestimmte Szene gewünscht, die etwas mit Wiedersehensfreude zu tun hat. Das ist schade, vor allem hätte ich es der Figur Dorothy gegönnt, mehr kann ich hier, ohne zu spoilern, nicht verraten. Trotzdem ist das Ende versöhnlich und ich habe das literarische Werk sehr genossen.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die gern historische Roman mit tollem Ambiente und einer wirklich fesselnden Story lesen.











