Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Liselottchen:
Ein Vorlesebuch eher für größere Kinder
SUPERBIKES Das große Vorlesebuch von Hanna Sörensen
In diesem relativ dicken Buch sind 14 Vorlesegeschichten drin. Im Mittelpunkt stehen die Superbikes, das sind Fahrräder mit Menschenköpfen, etwas gewöhnungsbedürftig, hat aber meine Enkelkinder nicht weiter gestört. Am Anfang werden alle vorgestellt, doch die Vielzahl der Bikes hat meine Enkel überfordert.
Die Handlung ist für die Jüngsten (3 Jahre alt) zu komplex, die Größeren (5 und 7 Jahre) konnten sich für einige der Geschichte begeistern. Es sind nicht alle spannend und die beiden Antagonisten Trip und Spicy handeln wirklich grenzwertig. Vor allem gibt es extrem gefährliche Situationen, wenn beispielsweise eine Brücke über der Schlucht Bretter verliert oder ein Radrennen auf einem engen Bergweg stattfindet, wo man leicht den Abhang hinunterstürzen kann.
Warum das Buch vom Fahrradclub empfohlen wird, erschloss sich mir auch nicht. Ich hätte mir gewünscht, dass das richtige Verhalten im Straßenverkehr ein Thema wäre, in eine nette Geschichte verpackt, anstatt der waghalsigen Abenteuer. Meinen Enkelkindern gefiel am besten die Geburtstagsfeier.
Wenn das Hufeisen verloren geht
Das Fundbüro der verlorenen Schätze - Flammensturm von Mascha Matysiak
In diesem Band begleiten wir die Kinder Lotta und Karlos in den Freizeitpark. Sie haben Spaß, bis sich herausstellt, dass die Pferdeshow nicht stattfinden kann, weil das rote Hufeisen verloren gegangen ist. Und natürlich finden sie das gute Stück, sodass die Show doch noch gerettet wird. Es gibt auch ein Wiedersehen mit Herrn Nox, dem Leiter des Fundbüros.
Wiederum ist es ein ansprechend gestaltetes Kinderbuch, vor allem für Lesende geeignet, die leicht fortgeschritten sind. Meine Enkelin, Zweitklässlerin, hat bereits den Band um Poseidons Dreizack mit Begeisterung gelesen. Das Buch ist besonders, weil man auf vielen Seiten selbst entscheiden kann, wo man weiterliest, sodass man das Buch mehrmals lesen kann und immer neue Varianten entdeckt. So gibt es am Schluss auch drei verschiedene Enden. Das motiviert zum Lesen, meine Enkelin, eher (noch) keine begeisterte Leserin, hat freiwillig weitergelesen. Zudem sind auch Rätsel im Buch, die das Ganze auflockern. Perfekt geeignet ist auch die Schrift, gut lesbar (ohne Schnörkel, richtige Größe), sowie gelungenen bunten Illustrationen, die für die Zielgruppe sehr wichtig sind.
Unter dem Strich eine tolle Geschichte, die zum Lesen anregt, sehr empfehlenswert.
Motivierendes Buch zum Selberlesen für leicht Fortgeschrittene
Das Fundbüro der verlorenen Schätze - Poseidons Dreizack von Mascha Matysiak
Neo und Luna sind im Freizeitpark unterwegs. Sie staunen über verschiedene Dinge, wie beispielsweise das trojanische Pferd. Aber vor allem ist es die Wasser-Achterbahn, die nicht normal funktioniert und wilde Wellen wirft. Alle, die mitfahren, werden pitschnass. Bald erfahren sie warum: Der Meeresgott Poseidon hat seinen Dreizack verloren und ohne den gerät das Wasser außer Kontrolle.
Neo und Luna machen sich auf die Suche.
Ein tolles interaktives Buch! Meine Enkeltochter (8) besucht die 2. Klasse und ist noch nicht keine begeisterte Leserin. Diese Geschichte hat ihr jedoch Spaß gemacht. Die Buchstaben sind groß und angenehm zu lesen, und es geht immer auf einer anderen Seite weiter. So liest man das Buch nicht der Reihe nach, sondern beispielsweise nach Seite 10 auf Seite 52 weiter und nach Seite 52 auf Seite 18. Oftmals gibt es sogar eine Auswahl – und man kann entscheiden, auf welcher Seite man weiterlesen möchte. Das macht unheimlich Spaß. Die Story selbst ist auch kindgerecht spannend, sehr fantasievoll und mit wundervollen Illustrationen ausgestattet.
Daher gibt es eine Leseempfehlung von meiner Enkeltochter und mir. Auch meine jüngeren Enkelkinder hatten Spaß, denen habe ich die Story vorgelesen.
Wenn Kunst dein Leben ist und niemand hinter dir steht
Bound by Hopes von Emma Wagner
Tess hat es schwer. Sie studiert Kunst und hat kaum Rückhalt in der Familie. Ihre Eltern versuchen fast täglich sie zu überzeugen, einen anderen Beruf zu ergreifen, und ihre weit verstreute Familie mit Tanten, Cousinen und sonstigen, quälen sie förmlich bei jedem Familientreffen, weil sie weder Freund noch (in ihren Augen) Zukunftsperspektive habe.
Nur ihr Bruder Travis, mit dem zusammen wohnt, steht halbwegs hinter ihr, ist aber mit Frauengeschichten und eigenem Studium zu sehr beschäftigt, um auf Tess einzugehen. Zumindest hat sie Brit, eine gute Freundin. Ein Skandal aus ihrer Collegezeit wird genüsslich immer wieder aufgewärmt. Als auch noch ihr Jugendfeind Ryker, für den sie damals heimlich geschwärmt hat, in den Ort zurückkehrt, verzweifelt sie fast.
Die Autorin hat einen fröhlich flotten Schreibstil und das ließ mich sofort in die Handlung eintauchen. Es ist aus der Sicht von Tess in Ich-Form geschrieben, daher habe ich mit ihr mitgelitten und gehofft, dass sich das Blatt bald wendet. Tess muss viele schmerzhafte Momente durchmachen, ihre gesamte Verwandtschaft hätte ich davonjagen können. Auch ihre Eltern sind anfangs wenig sympathisch, weil sie bei jedem Gespräch sofort auf Tess‹ angeblich so schreckliche Berufswahl kommen. Besonders ihre Cousine Orla und die Tanten hacken auf Tess in einer gehässigen Weise herum, dass es mir fast zu viel wurde. Mit dem Eintreffen von Ryker scheint sich Tess‹ Situation sogar noch zu verschlimmern, doch auch er hat einige Päckchen zu tragen. Der Spannungsbogen ist hoch und das Buch hat mir einige Adrenalinschübe verpasst. Unter dem Strich hätte ich gern ein paar wenige geöffnete Fässer gehabt und dafür manches ein wenig vertieft. Vor allem einigen Charakteren, die Tess besonders zugesetzt haben, hätte ich ein bisschen mehr an den Hals gewünscht. Dennoch ist es ein fesselndes Jugendbuch, mit flotten Dialogen und überraschenden Wendungen und Geheimnissen, dass ich gern weiterempfehle.
Mit dem Klassenbus auf Reisen
Die unendliche Klassenfahrt - Der Schatz auf der Dreizack-Insel von Michael Petrowitz
Lehrer Vogelsang hat das Klassenzimmer in die Luft gesprengt, seither ist er mit der gesamten Schulklasse unterwegs. Mit dem Bus Rosine erkunden sie das Land und erleben Abenteuer. Es ist ein besonderer Bus, mit dem man ungewöhnliche Orte erreichen kann, wie beispielsweise mitten in ein Buch hineinfahren.
Meine Enkelin ist acht und geht in die zweite Klasse, wir haben das Buch gemeinsam gelesen. Die Schriftgröße passt gut für eine Leseanfängerin und sie konnte es gut lesen. Es empfiehlt sich, zuerst den ersten Teil zu lesen, denn auch wenn am Beginn eine Zusammenfassung als Einleitung steht, war der Einstieg nicht so leicht. Durch die große Klasse kamen sehr viele Personen (Kinder) vor, dass es dauerte, bis wir halbwegs einen Überblick hatten. Die Geschichten selbst sind spannend aufgebaut, Adaptionen an andere Geschichten, wie Robinson Crusoe, Schatzinsel und (dummen) Piraten. Unter dem Strich amüsant und kurzweilig, auch die Illustrationen waren toll und passten zu den einzelnen Storys. Das Buch ist in Kapitel eingeteilt, dennoch ist es eine zusammenhängende Geschichte.
Das Buch können wir beide, meine Enkelin und ich, auf jeden Fall weiterempfehlen.
Liebesgeschichte in zwei Zeiträumen
Das Versprechen von Cornwall von Karin Lindberg
Samantha ist Digitalforensikerin bei Scotland Yard. Unschuldig wird sie verdächtigt, von der Arbeit suspendiert und nimmt sich eine Auszeit bei ihrer Tante Cora in Cornwall. Das ruhige Landleben und die herzlichen Dorfbewohner tun ihr gut, auch der Fischer Lowen, dem sie näherkommt. Als sie einen Ehering aus den 1930er-Jahren findet und das Gerücht um eine damals verschwundene Braut hört, ist ihr Entdeckergeist geweckt.
Die zweite Handlung führt die Lesenden ins London der 1930er-Jahre, wo die Waise Elsie als Sekretärin bei der Times arbeitet. Sie verliebt sich in Lord Hugo, der sie – entgegen der Standesunterschiede – heiraten möchte. Doch seine Mutter ist ihr alles andere als wohlgesonnen.
Es war nicht mein erstes Buch der Autorin. Auch dieses war wiederum ein Roman von Karin Lindberg, der mich gefesselt und berührt hat. Die Geschichten beider Zeitebenen sind spannend aufgebaut und werden zum Schluss miteinander verknüpft. Der historische Teil punktet mit sorgsamer Recherche und gibt ein genaues Bild der damaligen Zeit ab. Frauen und Männer waren in bestimmen Rollenbildern verankert und vor allem für Frauen gab es nur wenig Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen. Im Gegenzug dazu in der Gegenwart: Sam ist eine taffe intelligente Frau, die in ihrem Beruf anerkannt wird und Karriere gemacht hat. Der Roman punktet zusätzlich durch das wundervolle Ambiente von Cornwall, das die Autorin in liebevollen Bildern eingeflochten hat – am liebsten würde ich meine Koffer packen und sofort dorthin reisen. Auch die Nebenfiguren fügen sich wunderbar ein und sind nicht nur Staffage, sondern ergänzen die Handlung auf ansprechende Weise. Der Schreibstil – wie von Lindberg gewohnt – flüssig und überzeugend.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung, ich habe das Buch von der ersten bis zur letzten Seite genossen.
Neubeginn für zwei gestrandete Seelen
Das Glück weht vom Meer von Lotta Larsson
Nach ihrer geplatzten Hochzeit nimmt sich Anna eine Auszeit in einer Ferienhütte am dänischen Meer. Dort trifft sie auf Mikkel, der nach langem Aufenthalt im Ausland heimgekehrt ist und ebenfalls an alten Wunden zu tragen hat.
Es ist ein Roman der leisen Töne. Die Protagonisten sind seelisch verwundet und der ruhige beschauliche Ort, in dem jeder jeden kennt, tut beiden gut.
Mikkel, der schwer an Erlebnissen seiner Vergangenheit trägt, lernt langsam, damit umzugehen. Auch Anna findet Abstand. Der Schreibstil der Autorin ist blumig bildhaft und ich konnte so fast Teil des kleinen Ortes werden. Die Landschaft, die positiven Dorfbewohner/innen sowie das besondere Flair der kulinarischen Spezialitäten werden hier sehr nahegebracht. Ein Buch, das sämtliche Sinne anspricht und das man wirklich von Seite zu Seite genießen kann, mit versteckten Lebensweisheiten, liebenswerten Nebencharakteren und Weichenstellung für einen kompletten Neubeginn.
Mein Fazit: Ein bezauberndes Wohlfühlbuch, das sich flüssig lesen lässt und mich gut unterhalten hat. Zu empfehlen für alle, die nicht unbedingt immer Hektik und nervenaufreibende Szenen brauchen, sondern sich einfach in eine Geschichte fallen lassen möchten.
Liebevolles Vorlesebuch, auch für Erstlesende
Was Drachen im Frühling machen von Henning Callsen
Alle freuen sich auf den Frühling, erwachen vom Winterschlaf und machen erste Spaziergänge, beginnen mit dem Frühjahrsputz oder anderen wichtigen Dingen. Doch auf einmal beginnt es wieder zu schneien. Drache Alfi und seine Freunde sind sich sicher: Der Frühling wurde entführt. Sie machen sich auf den Weg und wollen ihn retten.
Das Buch ist in einzelne kurze Kapitel aufgeteilt und eignet sich daher vorzüglich als Vorlesegeschichten vor dem Schlafengehen. Meinen Enkelkindern hat es gut gefallen, vor allem in den etwas tapsigen Alfi haben sie sich verliebt, es geschehen Missgeschicke, die zu lustigen Situationen führen. Auch die Illustrationen sind liebevoll und haben den Kleineren Spaß gemacht, während sich meine älteste Enkelin (7 Jahre) im Lesen versucht hat. Durch die einfach gehaltene Sprache war das schon gut möglich.
Mein Fazit: Ein gelungenes Vorlesebuch, das meine Enkelkinder und mich begeistert hat. Dass ich es bereits mehrmals vorlesen musste (durfte) sagt alles.
Nette Geschichte mit Tipps für Eltern
Ich bin noch gar nicht müde! von Nicola Hengels-Stitou
Mika möchte abends nicht schlafen gehen, meist ist er mitten im Spiel und zahlreiche Gedanken wirbeln in seinem Kopf. An diesem Abend bringt ihn Papa ins Bett, denn Mama ist noch mit seiner kleinen Schwester beschäftigt. Das passt Mika nicht und er macht es seinem – sehr geduldigen – Papa recht schwer.
Papa kann nicht so gut vorlesen wie Mama, dann fehlt im sein Kuscheltier, er muss auf die Toilette, es ist ihm zu warm, er will Mama und das sofort. Doch Papa hat sehr viele Tricks auf Lager: Er lässt Mikas Gedanken auf Papierfliegern zum Fenster hinausfliegen, er vertreibt imaginäre Monster und vieles mehr.
Die Geschichte ist für Kinder ab vier, fünf Jahren geeignet, es gibt immer noch eine Frage auf jeder Seite, wie beispielsweise »Hast du schon alles, was du brauchst, um einschlafen zu können?« Dieser Elternteil enthält für mich nichts Neues und komm an manchen Stellen belehrend rüber.
Unter dem Strich eine nette Geschichte zum Vorlesen, bei der – wie bei vielen pädagogisch wertvollen Kinderbüchern, die Spannung einen Tick größer sein könnte. Meinen Enkelkindern (3 bis 5) hat die Story ganz gut gefallen, besonders die Illustrationen haben sie begeistert.
Sehr traurig und bedrückend zu lesen
Bis mein Herz dich findet (Liebesroman) von Josefine Weiss
Maja lebt schon seit Jahrzehnten mit ihrer Herzkrankheit, ihr Leben ist dadurch eingeschränkt und wiederholt muss sie sich Untersuchungen und Behandlungen im Krankenhaus unterziehen. Ihr Verlobter war der Herausforderung nicht gewachsen und hat sie verlassen, worüber sie lange Zeit nicht hinwegkam.
Ihr Halt ist ihre Schwester Tessa und deren Familie. Bei einer Kontrolluntersuchung im Krankenhaus lernt sie den ebenfalls herzkranken Ben kennen. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, doch Ben möchte keine Beziehung, weil der glaubt, ihr nichts bieten zu können. Zudem hat er bereits einen tragischen Schicksalsschlag in der Vergangenheit hinnehmen müssen. Doch die Liebe ist stärker ....
Die Autorin gehört zu meinen Lieblingsautorinnen, weil sie immer wieder tiefgreifende Themen aufgreift. Dieses Mal ist es eine Herzkrankheit und ich konnte mit Maja mitleben, wie sehr sie im täglichen Leben gehandicapt ist. Berührend fand ich ihre Schwester Tessa, die aufopferungsvoll für sie da ist, aber auch deren Mann Gerrit. Bens Schicksal ging mir ebenfalls unheimlich nahe, seine Schuldgefühle und seine Erkenntnis, dass er seine Krankheit selbst verschuldet hat und sie dementsprechend verdient. Die Annäherung der beiden ist wieder ergreifend geschrieben und wie sie miteinander umgehen ist wunderbar. In der Mitte wurde es mir ein wenig langatmig, viele Gedanken und Betrachtungen, die sich im Kreis drehen und die ich bereits in anderen Büchern der Autorin in ähnlicher Form gelesen habe. Der Verlauf der Handlung ist leider tragisch und hat mich erschüttert, auch der etwas versöhnlichere Schluss konnte mich nicht vollständig glücklich machen.
Fazit: ein herzzerreißender Roman über ein schwieriges Thema, den ich mir an manchen Stellen positiver gewünscht hätte. Aber das ist natürlich meine persönliche Meinung, ich kann ihn trotzdem allen empfehlen, die gern ernst zu nehmende hochemotionale Bücher lesen.











