Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Stierle Kelten

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von niki:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Beste Unterhaltung

Der Romantitel wird dem Buch in zweierlei Hinsicht gerecht:

Einmal sind da die Brüder Goncourt, die sich alles im Leben teilen: Haus, Geliebte und die Leidenschaft zur Literatur. Heute sind sie die Namensgeber des Prix Goncourt, des renommierten französischen Buchpreises. Gerne sind die beiden wohlhabenden Brüder Gäste der Intellektuellen und Reichen im Frankreich des 19.

Jahrhunderts, auch dann noch als Jules an der Syphilis erkrankt und eher peinlichen Unsinn von sich gibt. Edmond will weder wahrhaben, dass sein Bruder noch vor seinem 40. Lebensjahr sterben wird, noch dass es Syphilis ist – Überarbeitung und Erschöpfung vom vielen Denken und Schreiben, erklärt den Freunden und Bekannten wortreich und ausweichend.

Ein Doppelleben führt in anderer Hinsicht auch deren treue und loyale Haushaltshilfe Rose Malingre. Nach deren Tod entdecken die beiden Brüder, dass Rose nicht die ist die sie vorgab zu sein, sondern die beiden Brüder hinters Licht geführt hat. Jules und Edmond können es kaum glauben, was sich vor ihren Augen abspielte, sie jedoch blind dafür waren, wo ihnen doch sonst nichts entgeht.

Ein großartiger Roman über die Brüder und deren Haushälterin, der mir unglaublich gut gefallen hat.

Fazit: lesen, Unterhaltung der besten Art.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nicole Koppandi
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Beeindruckend

Liebes Arschloch von Virginie Despentes

Oscar, ein mittelmäßig erfolgreicher Autor, über 40 Jahre alt, schreibt einen beleidigenden Kommentar auf Instagram über Rebecca, eine einstmals gefeierte Schauspielerin, die bereits weit über 50 Jahre alt ist. Rebecca antwortet ebenso heftig und beginnt ihre Mail mit „Liebes Arschloch, ich habe deinen Beitrag auf Insta gesehen.



Der Mailverkehr der beiden setzt sich fort, sie erzählen sich vom Leben heute, kennen sie sich doch von früher. Unter anderem erzählt Oscar von Zoe, der Radikalfeministin, der Oscar zu nahegekommen ist. Zoe sieht sich als #meetoo-Opfer und macht ihre Geschichte einem breiten Publikum in den sozialen Netzwerken bekannt.

Diese Mail-Freundschaft zwischen Oscar und Rebecca ist zu Beginn noch auf Konfrontation aus, doch allmählich entwickelt sich Schritt für Schritt ein Verständnis für die andere Seite bzw Einsicht in die eigenen Fehler.

Es geht im Buch um ganz aktuelle gesellschaftlichen Debatten, wie Schönheit und Altern, #meetoo, Feminismus, soziale Medien, Homosexualität, Alkohol- und Drogenexzesse sowie Entzug, Corona, Lockdown und Einsamkeit.

Der Roman soll dazu anregen, über Meinungen und Einstellungen zu den oben genannten Themen zu reflektieren, vor allem auch zum Nachzudenken anzuregen, wenn man sich mal die gegenüberliegende Seite angehört hat. Ein amüsant zu lesender Roman, der aktuelle Themen in emotionaler, geistreicher und manchmal wütender Korrespondenz aufs Tapet bringt.

Absolute Leseempfehlung

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nicole Koppandi
Beeindruckend
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Interessante Einblicke

Inside Vogue von Nina-Sophia Miralles

Hier geht es um die wohl bekannteste Modezeitschrift der Welt. Um ihre Anfänge in Amerika, Großbritannien und vor allem in Paris. Um ihre prägenden Chefredakteurinnen, die zum Teil Kultstatus haben, um Models und Fotografi*nnen.

Ihre Anfänge nahm die „Vogue“ am Ende des 19. Jahrhunderts, als Zeitschrift für Frauen der besseren, elitären Gesellschaft und dabei ist es bis heute geblieben.

Noch heute gilt diese Modezeitschrift als Inbegriff für Luxus, Marken, Schönheit und Mode.

Viele Krisen und Intrigen (auch innerhalb des Verlags) musste die Zeitung überstehen und hielt sich dennoch. Schließlich feiert die „Vogue“ bald ihren 130. Geburtstag.

Die Autorin Nina-Sophia Miralles geht im Buch den Fragen nach, wie in den jeweiligen Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts unterschiedliche „neue, kritische“ Themen, auch durch gesellschaftliche Veränderungen, in der Zeitschrift aufgriffen und rezipiert wurden, welche Kontroversen dabei eine Rolle spielten, sollten doch die Leser*in nur mit angenehmen Themen in Kontakt kommen.

Mit sehr großem Vergnügen habe ich die Biografie der „Vogue“ gelesen und mit Neugier und Interesse hinter die Kulissen geblickt. Absolute Empfehlung.

Aus dem Englischen von Christiane Rehagen und Sigrid Schmid

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nicole Koppandi
Interessante Einblicke
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Beeindruckend

Durch Mauern gehen von Marina Abramovic

Von ihrer Kindheit bis 2016 erzählt Marina Abramović ihr Leben. Beginnend in Belgrad, wo sie über die toxische Ehe ihrer Eltern berichtet, die Tito und seine Politik verehrten, während sie eine lieblose Kindheit verbrachte. Ihre Eltern waren ranghohe Mitglieder*innen in der kommunistischen Partei des ehemaligen Jugoslawiens und so mangelte es in materieller Hinsicht kaum an etwas.

Marina Abramović berichtet über die wichtigsten Stationen ihres Lebens – privat, und vor allem auch künstlerisch. Von der Idee bis zur Umsetzung werden ihre Performances beschrieben, was sie damit ausdrücken wollte bzw welche Motivation dahintersteckte. Sie ging dabei immer an ihre Grenzen, körperlich und psychisch, überwindete Schmerzen und Gefahren, die damit einhergingen.

Sie erzählt von ihren wichtigsten und prägendsten Erlebnissen rund um den Globus, Weg- und Lebensgefährt*innen und von Höhen und Tiefen als Künstlerin.

Viel Platz nimmt ihre Beziehung mit dem deutschen Künstler Ulay ein, mit dem sie um die Welt reiste und 12 Jahre lang eine leidenschaftliche private, aber auch berufliche Beziehung führte, die an der Chinesischen Mauer endete.

Nicht immer konnte ich ihre, für mich manchmal ans Destruktive grenzende Kunst nachvollziehen, jedoch imponiert und beschäftigt hat sie mich doch sehr. Öfters habe ich das Buch zur Seite gelegt, mir ihre Performances angesehen und war beeindruckt, berührt oder konnte zugleich kaum etwas damit anfangen (was auch in Ordnung ist) – die gesamte Palette an Emotionen suchte mich heim.

Diese Lebensgeschichte und Künstlerin werden noch lange und intensiv (in mir jedenfalls) nachhallen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nicole Koppandi
Beeindruckend
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Interessante Familien- und Hotelgeschichte

Adlon von Felix Adlon; Kerstin Kropac

Felix Adlon erzählt die Geschichte des berühmten Berliner Grand Hotels beim Brandenburger Tor, dessen Gründer sein Ururgroßvater Lorenz Adlon war. Es ist eine interessante Familiengeschichte über sechs Genrationen und zugleich ein Rückblick auf die letzten 150 Jahre deutsche Zeitgeschichte.
????
Lorenz Adlon wird in Mainz als Schustersohn geboren und geht nicht den in der damaligen Zeit vorgegebenen Weg des Vaters.

Vielmehr landet er nach mehreren Zwischenstationen in Berlin, wo er sich den beruflichen Traum der Gründung eines eigenen luxurösen Hotels erfüllt.
????
Interessant sind die einzelnen Zeitabschnitte, insbesondere wie sich das Hotel etablierte und wie die politischen Umbrüche im Land und die damit einhergehenden privaten Folgen für die Familie gemeistert wurden. Beginnend unter Wilhelm II. begann das Hotel sich einen Namen zu machen: der europäische Adel ging im Adlon ein und aus und bescherte dem Haus weltweit einen exzellenten Ruf. Der 1. Weltkrieg konnte dem Adlon fast nichts anhaben, für die Gäste und Mitarbeiter gab es immer ausreichend zu essen und zu trinken. In der Zeit bis zur Weltwirtschaftskrise sorgten dann die neuen Geschäftsleute mit viel Geld für das weitere Fortkommen des Hotels. Auch die Gäste aus Amerika liebten die 20er Jahre in Berlin und im Adlon. Erst mit dem 2. Weltkrieg ging es bergab und ein neuerlicher Aufbau gelang erst nach dem Mauerfall.
????
Neben der Geschichte des Hotels war die Geschichte dieser Familiendynastie ausgesprochen, immer interessant zu lesen. Die einzelnen Biografien sind dabei eng mit dem Hotel verwoben.
????
Ein spannendes Sachbuch, das sich leicht liest, sehr informativ und unterhaltsam ist.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nicole Koppandi
Interessante Familien- und Hotelgeschichte
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Weltklasse Buch

Auf Erden sind wir kurz grandios von Ocean Vuong

Der Roman ist eine Hommage des Autors an seine Mutter, als Brief geschrieben, den diese nie lesen wird – sie ist Analphabetin. Vieles hat sie bestimmt nicht richtig gemacht, hat ihn oft geprügelt, ihn nicht verstanden, konnte aber nicht anders, ihre Sprache war Gewalt.

Mit der Distanz des Erwachsenen gelingt es ihm, zu beschreiben, wie es ihm als Kind und Jugendlicher ergangen ist, ohne ihr dies zum Vorwurf zu machen oder mit ihr abzurechnen.

Seine Erinnerungen sind keine schönen Bilder. Sie erzählen von Armut, seinem Leben als Außenseiter, Rassismus, den psychischen Folgen des Vietnamkrieges der Vorgeneration und den ersten homosexuellen Erfahrungen.

Ein emotionaler Fels in der Brandung ist die schwer traumatisierte und psychisch kranke Großmutter Lan. Sie bildet eine Stütze in seinem Leben, jedoch nur bedingt. In ihrem Kopf ist der Krieg noch nicht beendet. Alltagsbilder und –geräusche vermischen sich mit Erlebnissen aus dem Krieg.

Ein grandioser Roman, sprachlich wie inhaltlich – herzzerreißend und traurig, aber wichtig.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nicole Koppandi
Weltklasse Buch