Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Barbara F:
Im Hintergrund die Angst
Das wirkliche Leben von Dieudonné Adeline
Nach Außen hin eine normale Familie, der Vater Jäger und Familienernährer, die Mutter Hausfrau und Ziegenliebhaberin, das Mädchen hochintelligent und fleißig, der Bub nach einem traumatischen Ereignis in sich selbst zurückgezogen und ein Schatten seines Vaters.
Im Hintergrund herrscht Angst und Gewalt, Angst vor dem gewalttätigen Vater, Angst vor den brutalen Tierquälereien des 10 jährigen, Angst davor aufzufiegen, Angst selbst Opfer des Vaters zu werden.
Und trotzdem dreht die Welt sich weiter, entwickelt sich das Mädchen zu einer jungen Frau, überspringt eine Klasse in der Schule, lebt die Mutter weiterhin ihr Amöbendasein, lässt der Bub die Hyäne in seinem Kopf über sein Tun bestimmen.
Ein ergreifendes Buch bei dem man schnell zum Nachdenken kommt, fassungslos ist über solche Umgangsformen und selbst manche Fassade ein wenig hinterfragt.
Das Buch ist sehr gut aufgebaut, die einzelnen Szenen ausführlich beschrieben und von der ersten bis zur letzten Seite zieht sich ein roter Faden.
Für mich war das Ende allerdings ein bisschen sehr überzogen, deshalb ein Stern Abzug bei der Bewertung.
Spannung pur
Das wirkliche Leben von Dieudonné Adeline
Zuerst dachten wir so ein dickes Buch, da brauchen wir ja ewig zum Lesen. Wir haben uns aber getäuscht.
Henry Cole erzählt die Geschichte von Sammy, der kleinen Maus unheimlich spannend und man muss einfach weiterlesen. Außerdem gibt es zwischendurch immer wieder sehr schöne Bleistiftzeichnungen die das Ganze etwas auflockern.
In der Geschichte geht es neben dem Abenteuer, das Sammy erlebt nachdem er vom Bruder seines Besitzers ins All geschossen werden sollte und schlussendlich im Forst landet auch um Freundschaft, Vertrauen und um Heimat. Denn Sammy hat großes Heimweh und möchte unbedingt wieder nach Hause finden.
Das Buch eignet sich sowohl zum Vorlesen als auch zum Selberlesen. Das Format ist zwar etwas ungewöhnlich aber hat auch seinen Reiz.
Das Cover finde ich total nett und Sammy wirkt auf den ersten Blick sympatisch.
Heldinnen in unterschiedlichen Zeiten
Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani
Das Haus der Frauen erzählt die Geschichte von unterschiedlichen Pariser Frauen in unterschiedlichen Positionen.
Im Vordergrund stehen die alleinstehende Anwältin Solene, die nach einem Burn-Out auf Rat ihres Psychologen eine ehrenamtliche Tätigkeit als Schreiberin im "Palast der Frauen" annimmt sowie Blanche Peyron, Mitglied der Heilsarmee und Mutter von 6 Kindern, die das Haus der Frauen 1920 eröffnet hat.
Die Autorin geht dann auch noch auf verschiedene Schicksale der Bewohnerinnen ein, sowohl in den Anfängen des Palasts der Frauen als auch in der Gegenwart.
Das Buch ist leicht zu lesen, man kann den Geschichten sehr gut folgen auch wenn abwechselnd von Solene und Blanche berichtet wird.
Es ist mein erstes Buch der Autorin und mir hat es wirklich gut gefallen.
Alles wird gut
Heute nicht von Timon Meyer
Timon und Julian Meyer haben sehr passend für die derzeitige Krise das Buch "Heute nicht" geschrieben.
Mit witzigen Reimen beschreiben sie, was die Tiere heute gerade plagt, worüber sie sich ärgern oder Sorgen machen.
Dann kommt morgen und morgen wird alles gut. Sie fahren zum Strand, gehen spazieren und haben eine schöne Zeit.
Denn "Was die Tiere gestern plagte, kümmert heute keines mehr und es ist, sein wir mal ehrlich, auch schon viel zu lange her.
Die Reime sind kurz und aussagekräftig, die Zeichnungen wunderschön und auch witzig gestaltet und die Farben sehr kräftig.
Das Cover ist meiner Meinung nach ein bisschen bedrückend, da alle Tiere traurig schauen, aber das ändert sich ja im Laufe des Buches Gott sei Dank!
Was im Leben zählt
Dankbarkeiten von Delphine Vigan
Inhalt:
Mischka, eine 85 jährige betagte und alleinstehende Dame muss ins Altersheim übersiedeln nachdem sie zu Hause immer wieder stürzt und ihr bestimmte Wörter auch nicht mehr einfallen.
Marie, ihre junge Nachbarin ist eine der wichtigsten Bezugspersonen für Mischka. In der Kindheit ist Marie oft zu Mischka geflüchtet, nachdem es ihrer Mutter nicht möglich war sich ausreichend um Marie zu kümmern, nun hat sich der Spieß umgedreht und Marie kümmert sich liebevoll um Mischka.
Jerome, ein junger Logopäde versucht Mischkas verbliebene Wörter zu festigen und mit ihr an ihrem Wortschatz zu üben. Hat selbst ein Problem mit seinem Vater und hat Mischka ins Herz geschlossen.
Den zwei jungen Menschen gelingt es, Mischka einen Herzenswunsch zu erfüllen, indem sie ihre Dankesworte überbringen.
Fazit:
Dankbarkeiten hat berührt und wachgerüttelt, wie wichtig ist es doch seinen ehrlichen Dank auszusprechen und zu schätzen was die Mitmenschen für jeden einzelnen tun.
Nebenbei beschreibt es noch eindrucksvoll die letzten Jahre/Monate eines Menschen, der bis zum Schluss um Eigenständigkeit bemüht ist.
Ein tolles Buch das ich gerne weiterempfehle!
Eine Stadt drei Schicksale
Die Frauen vom Alexanderplatz von Elke Schneefuß
Das Buch verbindet drei Frauenschicksale in der Nachkriegszeit in Berlin.
Hanna, Tochter eines Industriellen kehrt vom Dienst als Krankenpflegerin an der Front nach Hause und will keineswegs einen gut situierten Mann heiraten sondern einen eigenen Beruf ergreifen.
Vera, Tochter eines verstorbenen Schneidermeisters, muss sich um ihre kranke Mutter kümmern und hofft auf die Rückkehr ihres Bruders und auf Entlastung durch ihn.
Fritzi, Tochter eines alleinerziehenden Müllermeisters am Land, Mutter einer 4 jährigen Tochter, ist auf der Suche nach dem Vater von Christel und hofft ihn in Berlin zu finden.
Jede der Frauen geht ihren Weg auf eine ihr eigene Weise, auf Umwegen gelangen sie dann doch zum Ziel.
Das Buch hat mir im großen und ganzen recht gut gefallen, allerdings waren die Kapitel im ersten Teil ein wenig zu ausufernd und am Ende dann sehr knapp und schnell.
sehr informativ
Tagesschau & Co. - Wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen von Sarah Welk
Die Autorin Sarah Welk hatmit dem Sachbuch „Tagesschau & Co- Wie Sender und Redaktionen Nachrichten machen“ ein sehr informatives Werk zum Thema Nachrichten geschrieben. Die Kinder bekommen einen guten Einblick in die Welt der Zeitungen und Fernsehredaktionen.
Fragen wie beispielsweise was Nachrichten sind, wie sie gemacht werden und wie Reporter die Wahrheit rausfinden werden sehr ausführlich behandelt und gut erklärt.
Es wird auch gut beschrieben wer die Nachrichten überhaupt schreibt und woher die Reporter wissen was auf der Welt so alles passiert.
Die Texte sind in einfachen Sätzen formuliert und werden durch Zeichnungen und Infokästchen nochmal aufgelockert. Meinen beiden Burschen hat das Buch gut gefallen und wir haben es gemeinsam gelesen und somit hab ich als Mama auch noch einiges dazulernen können.
Ein Buch für jede Gelegenheit
Happy Ever After - Wo das Glück zu Hause ist von Jenny Colgan
Ein Buch für Buchliebhaber und den Lesern gewidmet ist "Wo das Glück zu Hause ist" von Jenny Colgan und gleichzeitig der Auftakt der Happy Ever After Reihe.
Hauptakteurin ist Nina, die ohne Bücher nicht leben kann und nach ihrer Entlassung als Bibliothekarin allen Mut zusammen nimmt und sich einen Lieferwagen kauft um in Schottland als fahrende Buchhändlerin unterwegs zu sein.
Doch nicht nur Bücher stehen im Vordergrund der Geschichte, auch die Liebe, der Mut, die Fürsorge für andere, Verlässlichkeit und Freundschaft sind wichtige Themen die die Autorin geschickt in der Geschichte verpackt hat.
Das Buch hat mich zwar nicht ganz so begeistert wie die Reihe der Kleinen Bäckerei aber es ist wiederum ein gelunges Werk von Jenny Colgan.
Das Cover finde ich sehr witzig gestaltet und ich freue mich schon auf weitere Teile dieser Reihe.
Einblick in zwei Leben
Rote Kreuze von Sasha Filipenko
Sasha Filipenko schafft mit Rote Kreuze ein Buch das sehr zum Nachdenken anregt.
Die Geschichte von Tatjana Alexejwna ist sehr berührend und man wird sehr direkt mit den Vorgehensweisen in der Sowjetunion in der Stalin-Zeit konfrontiert.
Paralell dazu gibt es kurze Einblicke in die ebenfalls tragische Geschichte des Alexander, der als Witwer mit einer drei Monate alten Tochter neben der an Alzheimer erkrankten Dame einzieht.
Rote Kreuze zieren das Haus, damit Tatjana sich zurechtfindet, Rote Kreuze zieren auch ihr Leben.
Ein stark geschichtebezogener Roman, der manchmal etwas sprunghaft scheint, am Ende jedoch abgerundet und in sich abgeschlossen ist.
Für alle Russland- und Geschichteinteressierten ein tolles Buch finde ich.
langatmig und ohne Inhalt
Sweet Sorrow von Nicholls David
Es kommt sehr selten vor, dass ich ein Buch nicht zu Ende lese aber Sweet Sorrow habe ich trotz mehrere Anläufe dann knapp vor der Hälfte abgebrochen.
Die Passage vom Theaterstück "Romeo und Julia" hat sehr viel Platz eingenommen und ich hatte den Eindruck, dass es gar nicht um das Leben von Charlie Lewis und seiner Familie geht, sondern dass der Klassiker ein wenig neu aufbereitet werden soll.
Neben dem Theaterstück wurden noch die Themen Trennung der Eltern, Alkoholkonsum des Vaters, finanzielle Schwierigkeiten und ein Umzug angerissen, allerdings nichts wirklich ausführlich beschrieben und ich konnte keinen Handlungsstrang finden.










