Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Barbara F:
Familiengeschichte mit Lakritzgeschmack
Das schwarze Gold des Südens von Tara Haigh
m Bamberg von 1887 lebt die Familie Imhoff, welche ein Lakritzimperium betreibt das durch einen Parasitenbefall und die Zuckerrübenbauern kurz vor dem Konkurs steht.
Der Vater, ein Patriarch, glaubt die Fäden in der Hand zu haben, die Mutter ist die Sanftere und gefühlsbetonter.
Die Tochter Amalie heiratet die rechte Hand ihres Vaters aus Vernunft, denn von Liebe weiß sie zu diesem Zeitpunkt noch nichts.
Sie versucht gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem Mann den Betrieb zu retten. Auf der Reise in den Süden Italiens tun sich für sich aber auch andere Wege auf.
Die Tochter Elise reist nach dem tragischen Tod der Mutter mit ihrem heimlichen Liebhaber Hals über Kopf nach Paris um dort ein neues Leben zu beginnen.
Zwei Schwestern aus einer Familie die unterschiedlicher nicht sein können und die sich für zwei ganz gegensätzliche Lebensformen entscheiden.
Die Autorin beschreibt die Zeit des 19. Jahrhunderts sehr treffend, hebt die Rolle der Frauen damals hervor und scheint sich auch mit der Lakritzproduktion gut auseinander gesetzt haben.
Die Geschichte ist ganz nett, auch wenn sie stellenweise ein wenig langatmig war.
4 Frauen, 4 Leben, eine Geschichte
Die Wunderfrauen - Alles, was das Herz begehrt von Stephanie Schuster
Teil 1 von die Wunderfrauen spielt in Starnberg im Jahre 1953 und erzählt aus der Perspektive von Luise abwechselnd mit ihren Nachbarinnen Helag, Marie und Annabel.
Luise ist gelernte Köchin, kümmerte sich um ihre Schwiegermutter bis zu ihrem Tod und kann sich dank derer Ersparnisse den Traum vom eigenen Gemischtwarenhandel erfüllen.
Nebenbei kümmert sie sich noch um ihre beiden Brüder, die zuerst alleine auf dem Hof leben.
Helga Knaup macht eine Ausbildung in der Starnberger Geburtsklinik und versucht die Männerwelt näher kennenzulernen sowie anderen Frauen ihre Liebe zur Gymnastik näher zu bringen.
Annabel von Thaler ist eine wohlhabende Arztgattin und Luises Nachbarin. Sie ist damit beschäftigt ihren Ehemann von Affären abzuhalten und sich um ihren Sohn Friedrich zu kümmern.
Und dann gibt es noch Marie Wagner, sie wurde als Niederschlesien vertrieben und möchte als Bereiterin arbeiten, landet schließlich aber bei Luises Brüdern Martin und Manni am Hof.
Vier sehr unterschiedliche Frauen die trotzdem sehr viel verbindet und die jede für sich ihre Geschichte mutig und tapfer bewältigen.
Der Schreibstil ist flüssig, die Geschichte ist gut nachvollziehbar und mir gefällt die Idee, dass in den kommenden Teilen jeweils eine der anderen Frauen quasi im Vordergrund stehen wird.
Wenn der Wind dreht
Das Wörterbuch des Windes von Nina Blazon
Als Versöhnungsreise wurde der Urlaub in Island von Swea und ihrem Mann Hendrik geplant, getrennt gehen sie nach einigen Tagen auseinander und Swea taucht ein in das Leben Islands.
Sie landet bei Einar, einem einsam wirkenden alten Mann und seinem verschreckten Pferd im Sumarhaus. Im Nebengebäude lebt der etwas verwahrlost wirkende Busfahrer Jon, der durch die Finanzkrise alles verloren hat.
Nach dem anfänglichen Schock beginnt Swea wieder zu malen, sucht sich Jobs, findet Freunde und fühlt sich bei Einar, Jon und dem Pferd Houdini wie zu Hause.
Die Familie zu Hause setzt sie zwar sehr unter Druck, Swea gelingt es aber schließlich sich von deren Vorstellungen zu lösen und sie auf Abstand zu halten.
Neben dem Leben von Swea, Einar und Jon beschreibt die Autorin auch das Leben in Island mit samt seinen geschichtlichen Hintergründen sehr eindrucksvoll.
Die Geschichte hat mich am Anfang sehr gefesselt, in der Mitte war sie ein wenig langatmig, das letzte Drittel aber wieder spannend und enthüllend.
Eine tolle Geschichte nicht nur für Island-Liebhaber.
Ein Schiff in Frauenhand
Das Wörterbuch des Windes von Nina Blazon
Statt zu Hause zu helfen schippert Aleja lieber mit den Piratinnen am Schattenschiff herum und erlebt so einige Abenteuer.
Am Schattenschiff gibt es einiges zu entdecken und es scheint als würden sich auch Geister an Board herumtreiben.
Trotz allem Abenteuer kommt dann doch die Sehnsucht nach der Familie.
Ob die magische Schatzkarte gefunden wird oder nicht verrate ich hier noch nicht.
Das Buch ist sehr feministisch angehaucht, das Schiff in der Hand von Piratinnen, Aleja ein sehr mutiges junges Fräulein.
Der Schreibstil ist leicht verständlich und man kann sich in die Geschichte total gut hineinfühlen, auch wenn es manch magischen Moment am Schiff gibt.
Das Cover ist mir persönlich etwas zu jugendlich, aber das ist sicher Geschmacksache.
Für Mädels die das Abenteuer lieben bestimmt ein tolles Buch, meine Jungs haben es nicht so cool gefunden, dass sich alles um die Frauen dreht.
Was ist schlecht am JETZT?
Marigolds Töchter von Woolf Julia
Gar nichts ist schlecht am JETZT, deshalb sollte man es auch in vollen Zügen nützen.
Julia Woolf ist mit "Marigolds Töchter" ein Roman gelungen, der das Thema Demenz anschaulich, ehrlich, brutal und liebevoll anspricht und beschreibt.
Marigold war die Sonne ihres Heimatorts. Als Ladenbesitzerin war sie nicht nur um das Wohlergehen ihrer beiden Töchter Daisy und Suze, ihres Mannes Dennis und ihrer ständig nörgelnden Mutter besorgt, sondern sie versuchte auch im Ort allen gerecht zu werden.
Als das Vergessen dann einsetzte fingen die anderen an sich um sie zu kümmern.
Parallel zum geistigen Verfall von Marigold werden noch die Liebesgeschichten von ihr und ihrem Mann Dennis und ihren beiden Töchtern erzählt.
Daisy kehrt nach 6 jähriger Beziehung aus Mailand zurück und findet bei den Eltern Unterschlupf, Suze die Lebenskünstlerin zieht endlich zu ihrem Verlobten und dann Ehemann Barry und kann durch die Erkrankung der Mutter selbstständig werden.
Eine ganz klare Leseempfehlung gibt es von mir!
spannend bis zum Weihnachtstag
Escape Room Adventskalender. Die drei unheimlichen Geschenke von Eva Eich
Dies ist bereits unser dritter Adventskalender zum Lesen und wir (2 Buben mit 7,5 und 9,5 Jahren und ich als Mama) sind sehr begeistert vom Escape Room Adventkalender hier, denn man liest nicht nur jeden Tag einen Teil der Geschichte sondern muss auch seine grauen Zellen etwas anstrengen.
Vom Inhalt möchte ich hier gar nicht viel verraten, da jeder Tag für sich ein Rätsel birgt.
Nur soviel sei gesagt: die beiden Geschwister Toni und Luca finden im einleitenden "Kapitel" nach einem Streit ihrer Eltern drei Geschenke und sind schon mittendrin im Abenteuer. Es gibt immer wieder neue Rätsel für sie und sie treffen auf ihrer Abenteuerreise nicht nur das Rentier Rudolph.
Das Buch liegt beim Lesen gut in der Hand, die Schrift ist gerade noch groß genug damit wir sie alle drei gut lesen können und die Zeichnungen sind sehr nett.
Jeden Tag wird ein Teil der Geschichte weitererzählt und man bekommt ein neues Rätsel zum lösen. Durch die Lösung kommt man zum richtigen Bildausschnitt, welchen man im Buch dann suchen muss.
Hat man die richtige Seite dann gefunden darf man sie am nächsten Tag dann mit einem Messer an der Seite aufschneiden und man sieht am Ende der Innenseite ob man das richtige Datum erwischt bzw das Rätsel richtig gelöst hat.
Die Rätsel sind sehr abwechslungsreich und mitunter auch sehr knifflig. Ein paar Mal musste auch ich scharf überlegen wie ich zur Lösung kommen kann.
Unser Conclusio: Hoffentlich gibt es fürs nächste Jahr wieder einen Escape Room Adventskalender ... den von heuer haben wir ja leider in 4 Tagen schon fertig gelesen gehabt.
Chaos pur
Hilfe, meine Eltern haben meinen Geburtstag gestrichen! von Jo Simmons
Das Buch war sehr spannend und ich musste oft lachen.
Mini das Schwein von Toms Schwester verursacht ein großes Chaos in der Familie nachdem es durch das Garagendach gebrochen ist und den Hund der Oma plattgedrückt hat.
Nachdem alle mit der Chaosbeseitigung beschäftigt sind bleibt keine Zeit für Toms Geburstagsparty.
So müssen Tom und sein bester Freund Keith die Organisation seines 11. Geburtstags selbst in die Hand nehmen. Dies gelingt den beiden mit HIlfe von Toms Schwester und anderen Freunden sehr gut.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen obwohl ich den ersten Teil nicht gelesen habe und ich freue mich schon auf den dritten Teil.
Die Zeichnungen fand ich toll und somit war auch nicht jede Seite ganz voll geschrieben. Die Titelseite ist auch ganz witzig gezeichnet.
(Rezension von Bub, 9 Jahre)
Leylas Wurzeln
Die Sommer von Ronya Othmann
Leyla wächst als Tochter einer Deutschen und eines geflüchteten Kurden in Deutschland auf und verbringt ihre Sommer bei der Großmutter in "Kurdistan". Die Großmutter legt viel Wert auf Religion und Kultur und versucht Leyla dies auch zu vermitteln. Trotzdem gehört Leyla nicht richtig dazu und dies wird ihr sowohl von den Cousinen im Dorf vermittelt als auch in Deutschland gezeigt.
Trotzdem fährt Leyla gerne zu ihrer Oma, bis der Krieg dies nicht mehr zulässt.
Ich habe mir bei der Lektüre sehr schwer getan. Konnte keinen roten Faden finden. Die Sequenzen haben zwischen dem Aufwachsen des Vaters und dem Aufwachsen von Leyla hin und hergewechselt. Man musste sehr aufpassen aus welcher Perspektive es erzählt wird.
Der kulturelle Anteil wurde immer wieder angeschnitten, jedoch nie ausführlich behandelt und die Rolle der deutschen Mutter war für mich auch sehr unklar.
zerbrochene Familie
Was uns verbindet von Shilpi Somaya Gowda
Eine idyllische internationale Familie mit Zielen und guter gesellschaftlicher Stellung zerbricht am Tod durch Ertrinken des Sohnes Prem.
Die ältere Schwester Karina, die Mutter Jaya und der Vater Keith machen sich alle Vorwürfe und haben Schuldgefühle.
Sie schaffen es nicht ihre Trauer gemeinsam zu bewältigen sondern entfernen sich immer mehr voneinander.
Jaya stürzt sich in indische Gebete und Meditationen, Keith konzentriert sich voll und ganz auf seine Arbeit an der Börse und Karina lernt für die Schule und versucht ihren Schmerz dadurch zu kompensieren, dass sie sich selbst Schmerz zufügt.
Am College angekommen lernt sie nach einiger Zeit Micah kennen, der sie davon überzeugt zu ihm in eine Kommune zu ziehen.
Zu diesem Zeitpunkt haben alle drei große Schwierigkeiten. Ob sie diese lösen können lasse ich hier offen.
Das Buch konnte mich nicht wirklich überzeugen, vorallem der Mittelteil war sehr überzogen, unrealistisch und der Teil mit der Oase hat mich zeitweise sehr zornig gemacht. Trotzdem konnte ich das Buch nicht weglegen und hab es zu Ende gelesen.
Heimatsuche
Was uns verbindet von Shilpi Somaya Gowda
Drei Generationen - ein Ort.
Drei Generationen - eine Suche.
Drei Generationen - eine Geschichte.
Andreas Wagner gelingt es in Jahresringe die Geschichte von der geflüchteten Leonore, ihrem Sohn Paul und ihren Enkeln Sarah und Jan sehr anschaulich und nachvollziehbar darzustellen.
Leonore kommt als Flüchtige nach Lich-Steinstraß und wird vom Moppenbäcker Hannes und seiner Mutter wohlwollend aufgenommen, auch wenn die Leute im Dorf sehr skeptisch ihr gegenüber sind.
Nur der Harbinger Arnold, auch ein Verstoßener des Ortes, schließt Freundschaft mit ihr.
Leonore findet im Buchenwald immer wieder Zuflucht und erlebt dort magische Momente. So entsteht auch ihr Sohn Paul in einem magischen Moment im Wald und sie ist nicht mehr nur die Auswärtige sondern auch die Alleinerziehende.
Ihr gelingt es ihren Sohn großzuziehen und als der Moppenbäcker Hannes verstirbt erbt sie die Moppenbäckerei und führt sie weiter um sie schließlich an Hannes weiterzuvererben.
Hannes heiratet, bekommt zwei Kinder, es gelingt ihm aber nicht mit seiner Frau glücklich zu bleiben und schließlich ist er auch alleinerziehend.
Auch für Paul und seine Kinder ist der Buchenwald ein wichtiges Stück Heimat. Dieser soll ihnen allen genommen werden damit ein Braunkohlebergwerk entstehen kann.
Eine ergreifende Geschichte rund um Heimat, Heimatlosigkeit, Alleinerziehern, Menschen am Rand der Gesellschaft, Zusammenhalt und Engagement für die Gemeinschaft und die Umwelt.
Der Schreibstil ist klar, prägnant und flüssig zu lesen.
Die Covergestaltung passend zum Buch, denn auch Maiglöckchen spielen eine Rolle in der Geschichte.









