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Rezensionen von nanu?!:
Der Tote in der Suppe
Tote trinken keinen Rosé von Bernhard Emilia
"In seiner Suppe?", das hört Rachel öfter wenn vom ungewöhnlichen Tod ihres erst kürzlich verstorbenen Ex-Freundes Edgar gesprochen wird, denn der ist in seiner Suppe ertrunken.
Als sie auf dessen Trauerfeier hört, dass neben dieser Suppe ebenfalls eine Flasche Rosé gestanden haben soll, weiß Rachel sofort, dass an dieser Sache etwas faul ist.
Denn Rosé wäre für Edgar niemals in Frage gekommen, und schon gar nicht zu seiner Vichyssoise.
Zusammen mit ihrer besten Freundin Magda, versucht sich Rachel als Detektivin, um die Sache aufzuklären.
Das war mal ein netter, unaufgeregter, ruhiger Krimi. Begeisterung klingt anders, aber das sind nun mal die Worte, die mir als Beschreibung bei diesem Buch als erstes einfallen.
Rachel und Magda waren schon zwei lustige Persönchen. Sie sind furchtbar neugierig und stecken ihre Nasen wirklich überall hinein. Für Magda ist die Detektivarbeit eher ein witziges Abenteuer, Rachel kannte den Toten persönlich und nimmt die Sache ein wenig ernster.
Auffallend fand ich vor allem die vielen Dialoge. Es wird wahnsinnig viel diskutiert und beratschlagt und Vermutungen angestellt. Nicht nur zwischen Rachel und Magda, sondern mit allen Figuren die im Laufe des Romans auftauchen wird ewig herum diskutiert. Ich fand das manchmal anstrengend zu lesen und verlor dann sogar kurz das Interesse an der Handlung.
Besonders am Anfang der Recherchen wird viel gemutmaßt da es - bis auf den Rosé - absolut keinen Anhaltspunkt für ein Verbrechen gibt. Erst nach und nach gewinnt die Handlung an Fahrt. Es dauert also bis etwas passiert.
Die Autorin drückt sich sehr gewählt aus und verpasst so Rachel und Magda eine gewisse Eleganz. Paris als Kulisse, passte gut zur Handlung. Ein paar Schauplätze wird man als Tourist bestimmt wieder erkennen.
Ein wenig mehr Action hätte dem Roman nicht geschadet. Selbst die Auflösung kommt ziemlich unspektakulär daher.
Freunde von sehr ruhigen und unblutigen Krimis werden bestimmt ihre Freude an dem Buch haben. Ich persönlich liebe solche Krimis eigentlich, aber mir fehlte hier einfach das gewisse Etwas.
"Heilige Peperoni"
Tote trinken keinen Rosé von Bernhard Emilia
Für ein Projekt in der Schule beginnt Pippa in der fünf Jahre zurück liegenden Vergangenheit zu wühlen.
Damals verschwand die Schülerin Andie Bell spurlos und die ganze Stadt glaubt, in Sal Singh den Mörder gefunden zu haben.
Pippa möchte wissen, was damals wirklich geschah. Für ihre Recherchen geht Pippa jedem Hinweis nach und scheucht dabei so einiges auf.
Was für ein fabelhafter Krimi. Also, meiner Meinung nach hätte man den nicht besser schreiben können...
Erst einmal die besondere Erzählweise: Zum einen wird alles aus Pippas Sicht in der dritten Person beschrieben.
Zum anderen kommt aber auch Pippa selbst in der Ich-Form zu Wort. Denn für das Schulprojekt schreibt sie wie einem Tagebuch ähnlich Protokolle, wo sie dem Leser ihre Version der Dinge mitteilt. Dazu sammelt sie ausserdem die Interviews von allen Befragungen, Zeichnungen, Nachrichten, Artikel und solche Dinge, und schreibt immer dazu, wie ihre Vermutungen zu dem neusten Stand der Dinge lauten.
Pippa, auch Pip genannt, geht dabei sehr gewissenhaft vor und überlässt nichts dem Zufall. Sie ist ein sehr ordentlicher und auch ehrgeiziger Mensch, besonders wenn es um die Schule und ihre Zukunft geht.
Zu Beginn gibt es eine Menge Personen die man auseinander halten muss. Viele Menschen scheinen mit Andie Bell zu tun gehabt zu haben, ausserdem hat Pip einen großen Freundeskreis.
Während ich also am Anfang meine Schwierigkeiten mit den vielen Namen hatte, habe ich gar nicht gemerkt wie ich immer tiefer in diesen Mordfall hinein gezogen wurde. Selbst beim besten Willen, wäre ich nicht auf die richtige Auflösung gekommen. Alle scheinen ein Motiv zu haben und Pips Verdächtigenliste, die sie ständig aktualisiert, wird immer länger.
Das letzte Drittel war dann so spannend, dass ich dann nicht mehr vom Buch lassen konnte. Ich hatte in diesem Teil nicht nur einen WTF-Moment. Wirklich, so überrascht hat mich eine Auflösung schon lange nicht mehr.
Aber auch die vielen Details zu Pips Leben, die die Geschichte so rund machen, konnten mich überzeugen. Ob es jetzt Pippas beginnende Freundschaft zu Ravi (Sals Bruder) war, Pips Lernerei für die nächsten Prüfungen oder auch ihre täglichen Spaziergänge mit Barney, dem Familienhund.
Und immer mit dabei ist Pippas toller Sinn für Humor und ihre grenzenlose Neugier, wenn es um Andie Bell und Sal Singh geht.
Der Fall um Andie, die vielen möglichen Täter, die Liebe zum Detail, der Humor und die Frage, die immer über allem schwebt "Wo ist Andie Bell?", machen diese Geschichte zu einem spannenden Roman, den ich allen Fans von Jugendbüchern nur wärmstens empfehlen kann.
Bitte, bitte mehr davon!
Aufstriche auch als Häppchen geeignet
1 Brot - 50 Aufstriche von Marco Seifried
Mich überraschte in diesem Büchlein die Vielfalt der unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Besonders den vegetarischen Teil finde ich gelungen, obwohl ich keine Vegetarierin bin.
Bei den vegetarischen Aufstrichen basieren einige Rezepte auf Käse, wie der Schafskäse-Spinat-Dip mit Walnüssen zum Beispiel, wobei man hier schon nicht mehr von Dip sprechen kann, so dick wie der Aufstrich ist.
Die Birnen-Gorgonzola-Creme hat mich gleich überzeugt: Einerseits den scharf schmeckenden Käse, andererseits hat man die erfrischende Süße der Birnen.
In diesem Kapitel findet man auch einige Klassiker wie Guacamole, Zwiebelmarmelade oder Zaziki.
Gewürzte Butter für die nächste Grillparty findet man ebenso wie leichte Dips, die sich zusammen mit Nachos oder Cracker gut zum nächsten Apéritif servieren lassen.
Bei den Rezepten mit Fisch und Fleisch gibt es auch ganz tolle Varianten. Kasseler-Creme mit Lauch zum Beispiel schmeckt durch den beigefügten Senf schön würzig. Die Räucherforellen-Creme gefiel mir am besten.
Wer für die nächste Party noch Ideen braucht ist mit diesem Buch gut beraten, auch wenn das wahrscheinlich nicht so vom Autor vorgesehen war. Denn fast alle Aufstriche in diesem Buch lassen sich gut zusammen mit ein wenig Salat in Gläschen oder auf Porzellanlöffelchen füllen, und mit ein wenig Deko hat man total aufwendig aussehendes Finger-Food.
Ich habe das schon ausprobiert, und alles kam super an.
Die richtigen Cremes, die fast schon eher Mousse sind, kann man mit Spritzbeuteln auf kleine Toasts spritzen. Das klappt super.
Das letzte Kapitel mit den süßen Varianten ist für mich persönlich sehr uninteressant da ich es lieber herzhaft mag. Ich kann mir den Birnenaufstrich mit Rosmarin, oder das Erdbeer-Curd mit Limette gut zur nächsten französischen Käseplatte vorstellen.
Es gibt auch ein Rezept für eine Schoko-Nuss-Créme, die bestimmt um einiges gesünder ist als das Zeug, das man so im Supermarkt bekommt. Also ganz interessant für die Kinder.
Alle Rezepte sind in bewährter Gu-Qualität: Zu jedem Rezept gibt es ein tolles aussagekräftiges Foto, einfach gehaltene Schritt-für-Schritt-Anleitungen für das sichere Gelingen und manchmal auch zusätzliche Tipps und Tricks.
Ein Buch der leisen Töne
Violet von Tracy Chevalier
Violet ist eine der vielen "übrig Gebliebenen". Das sind die Frauen die im ersten Weltkrieg ihren Liebsten verloren haben, oder nun keinen Mann mehr finden.
Weil es für diese Frauen einfach zu wenig Männer gibt, hat selbst die englische Regierung ein Wort dafür gefunden: "Frauenüberhang".
Violet hat genug davon, als alleinstehende Frau bei ihrer Mutter zu wohnen und sich von ihr herum kommandieren zu lassen. Ihren ganzen Mut nimmt sie zusammen und zieht ins zwölf Meilen entfernte Winchester, für Violet ein riesiger Schritt in die Unabhängigkeit.
So begleitet man als Leser Violet in ein neues Leben.
Von der Kathedrale in Winchester ist sie gleich ergriffen. Zufällig stolpert sie in eine der Segenungsfeiern, die regelmäßig in der Kathedrale für die neuen Stickarbeiten der Broderinnen-Gruppe abgehalten werden. Tief beeindruckt von den Werken der Frauen, möchte sie selbst auch der Gruppe beitreten.
Es ist nicht nur schön Violet dabei zu erleben wie sie versucht aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen. Es gefiel mir auch bei dieser Gelegenheit, den Frauen bei ihren Stickarbeiten über die Schultern zu schauen.
Unter der Leitung von Louise Pesel, die es wirklich gegeben hat, erschaffen die Frauen für die Kathedrale unter anderem wunderschöne Knie- und Sitzkissen. Diese soll man übrigens noch heute in der Kathedrale bewundern können und sie werden angeblich sogar noch benutzt.
Außerdem hat die Autorin ein weiteres interessantes Thema eingebaut, nämlich die Arbeit der Glöckner. Zusammen mit Violet darf man Winchesters Läutestube betreten und den Männern beim Wechselläuten zusehen. In einigen Passagen wird genau erklärt wie so etwas vonstatten geht. Man glaubt gar nicht wie kompliziert das Glockenspiel ist und wie Violet, habe ich auch nicht immer alles genau verstanden. Spannend ist das Thema trotzdem.
Mal abgesehen von den Stickereien und dem Glockenspiel fand ich es unheimlich spannend zu lesen, wie das Leben für die Frau, wenige Jahre nach dem ersten Weltkrieg, so war. Wie sie sich vor dem Familienvorstand rechtfertigen musste. Die schiefen Blicke der Leute wenn die fanden, eine Frau lebe nicht nach den üblichen gesellschaftlichen Regeln. Wie eine verheiratete Frau die ledige Frau plötzlich von oben herab behandelte, obwohl beide vorher Freundinnen waren. Und lauter solcher Details...
Das alles erzählt Tracy Chevalier mit sehr ruhigen Tönen.
Besonders bei den Figuren kommt die Detailverliebtheit der Autorin zum Vorschein. Ob es nun die neugierige Vermieterin ist, die keinen Männerbesuch in ihrem Haus duldet, oder die immer nörgelnde Mutter, die an allem und besonders an Violet ständig etwas auszusetzen findet. Ob es die gemeinen ewig schnatternden Bürokolleginnen sind oder die emsigen, manchmal hinter den Rücken der anderen Frauen tratschenden Stickerinnen. Immer hatte ich die Figuren deutlich vor Augen.
Am Ende hatte ich ein paar Tränchen in den Augen und auch wenn das Jahr gerade erst angefangen hat, und es sich bei dem Buch um einen Roman der besonders leisen Töne handelt, ist es jetzt schon eines meiner Jahres-Highlights. Violet muss man als Romanfigur einfach nur lieben.
Saisonal geht anders!
WW - Genial saisonal! von WW
Weightwatchers hat sich neu erfunden und nennt sich nun WW.
Es gibt nicht mehr wie früher nur einen Punkteplan nach dem man sich richten muss, sondern nun drei verschiedene Punktepläne.
Wie das genau funktioniert kann ich nicht sagen, da es kaum im Buch erklärt wird. Ich nehme mal an, man muss bei WW angemeldet sein um da durchblicken zu können.
Kochen kann man die WW-Rezepte ja aber trotzdem, auch wenn man kein WW-Jünger ist.
Das Buch gefällt mir nicht besonders. Ich verstehe auch das Konzept dahinter nicht. Ja klar, die Rezepte sind nach Jahreszeiten sortiert - das verrät der Titel des Buches ja schon - aber ansonsten sind die Gerichte innerhalb eines Kapitels wild durcheinander gewürfelt.
Da stehen Fleisch- und Fischgerichte zwischen den vergetarischen, den Snacks und den Suppen. Manche der Sachen sehen eher nach feinen Häppchen aus, andere eher nach Frühstück, und alles so vermischt dass man ewig suchen muss. Ich sehe da keinen roten Faden.
Dann die Angaben: Mal sind die Rezepte für zwei Personen ausgelegt, mal für vier und manchmal auch für sechs Personen. Kann man sich nicht auf eine Anzahl Personen einigen bevor man ein Kochbuch schreibt?
Was mich auch unheimlich stört sind die Zutaten für einige Gerichte. Das Buch wirbt mit saisonaler Küche, arbeitet aber trotzdem mit Lebensmitteln wie Avocado, Granatapfel, Vadouvan Würzmischung oder Seitan-Pulver.
Saisonal heißt für mich auch regional, und was nützt mir ein Kochbuch für Saisongemüse wenn die anderen Zutaten für ein Gericht doch noch eingeflogen werden oder übers Internet geordert werden müssen, weil man es nirgendwo findet? Das ist nicht nachhaltig.
Der Koch verwendet auch Gemüsesorten die ich in unseren Supermärkten noch nie gesehen habe. Schwarzkohl zum Beispiel, gelbe Bete oder auch Kerbelwurzel.
Was mir auch aufgefallen ist, sind die vielen extravaganten Lebensmittel mit denen Andi Schweiger in diesem Buch arbeitet: Entenbrust mit Schwarzwurzel-Kartoffel-Puffer, Jakobsmuschelcarpaccio mit Grissini, Oktopussalat im Glas mit Bulgur, Langostinos mit Couscous und Feigen, Spinatsalat mit Wachteln und Grünkernrisotto, ... Das ist nichts für die alltägliche Küche.
Andererseits gibt es auch eine Menge sehr einfache Gerichte: Geflügelburger mit Spitzkohl und Ei, Bärlauchrührei mit Frischkäsetopping, Putenschnitzel in kerniger Kruste mit Kürbisstampf, ...
Für mich ist dieses Buch nicht sonderlich gut gelungen weil es selbst nicht hält was es verspricht, nämlich saisonale Küche. Außerdem ist es ein heilloses Durcheinander von Gerichten ohne klare Linie.
Von mir gibt es zwei Punkte weil die Schritt-für-Schritt Anleitungen verständlich sind und ohne großes Tamtam auskommen, die Photos klasse sind, und ein paar der Rezepte - die mit den normalen Zutaten - gelungen, auch wenn es nicht viele sind.
Blaue Eiswelt
WW - Genial saisonal! von WW
Die Winter sind hart in Falùn und besonders das Winterfieber wird gefürchtet. Mailín ist eines der wenigen Winterkinder an denen das Fieber vorüber ging.
Besonders hart sollen sie sein, die Winterkinder, fast schon kühl. Umso erstaunlicher, dass gerade Mailín so bestürzt ist über den plötzlichen Fortgang der Fremdländerin Silja.
Das Silja freiwillig aus Falùn gegangen sein soll, kann Mailín nicht so recht glauben und begibt sich auf die Suche.
Das war mein erstes Buch der Autorin überhaupt und mich verblüffte vor allen Dingen die vielen Details und Facetten der Geschichte.
"Rabenherz und Eismund" ist wie eine Ansammlung von allen alten Sagen und Wintermärchen die man so kennt, die wie ein Puzzel zu etwas völlig anderem neu zusammen gefügt wurden.
In Mailíns Welt in Falùn fühlte ich mich sofort ganz wie zu Hause. Die Autorin beschreibt ein Dorf das durch seine kauzigen Dorfbewohner und Bräuche unheimlich lebendig wirkt. Da möchte man sich gleich zu Mailíns Freunden in die Gaststube ans Herdfeuer setzen um sich aufzuwärmen, und den Geschichten zu lauschen die dort erzählt werden. Die Stimmung in Falùn hatte mir gleich gefallen.
Dabei war mir Mailín von den Figuren her noch nicht einmal die liebste. Auf ihrer Suche trifft sie auf so viele verschiedene Charaktere, manche von ihnen hätten ein eigenes Buch verdient.
Das Tempo der Geschichte ist oft so rasant, dass man als Leser kaum noch hinterher kommt. Trotzdem gefielen mir die ruhigeren Momente von Mailíns Reise am besten, weil man da so manch eine Figur noch besser kennenlernen konnte.
Die Geschichte ist komplett unvorhersehbar. Es ist unmöglich irgendwas von der Handlung vorher zu erraten, denn dafür gibt es einfach zu viele Wendungen. Als Leser wird man ständig getäuscht und am Ende weiß man nicht mehr wem man vertrauen kann, wer gut und wer böse ist.
Ein Aspekt am Ende hat mir nicht so sehr gefallen den ich aber nicht weiter erläutern möchte, da ich sonst spoilern würde. Jedenfalls ist das Ende der Grund, warum es von mir nur vier von fünf Punkten gibt.
"Rabenherz und Eismund" ist ein modernes Märchen das gut in die Winterzeit passt weil es den Leser in eine magische Welt aus Eis und Schnee entführt.
IdiotenAlarm (.biz und nicht .com)
Liebe ist nichts für Idioten von Kristin Rockaway
Mel lernt regelmäßig Männer über der Dating-App Fluttr kennen. Meistens kommt es aber nie zu einem Treffen weil die Männer entweder gar nicht erst zur Verabredung auftauchen, oder weil sie Mel mit ziemlich anzüglichen Photos verschrecken. Solche Bilder will sie wirklich nicht auf ihrem Telefon haben.
Nachdem sie wieder einmal eines dieser Photos geschickt bekommen hat, richtet sie ihre eigene App ein, die Frauen auf Fluttr genau vor dieser Sorte Mann warnen soll. So kann Frau, bevor sie sich auf Fluttr mit einem Mann verabredet, vorher nachschauen ob dieser schon negativ bei einer anderen Verabredung aufgefallen ist.
Was eigentlich nur als Frustabbau gedacht war, schlägt ein wie eine Bombe. Die Frauenwelt scheint genau auf solch eine App gewartet zu haben.
Als ich das Buch gesehen habe, habe ich nicht mit so einer ernsten Geschichte gerechnet. Ich dachte es geht darum, den perfekten Mann über Umwegen für Mel zu finden. Darum handelt es aber nur am Rande, denn eigentlich geht es in der Geschichte darum, wie Frauen in vielen Männerberufen immer noch nicht ernst genommen werden.
Im Fall von Mel bekommt der Leser einen Einblick in die Branche der Programmierer und Start-up-Szene.
Wie etwas das unter einem Schuh klebt wird Mel von einigen Kollegen dort behandelt. Eine Menge Beleidigungen muss sie sich anhören und beschweren darf sie sich nicht, wenn sie ihren Job behalten möchte.
Der Roman zeigt aber auch auf wie leicht es ist jemanden im Internet zu diffamieren und einen Ruf zu zerstören. Wie leicht man ein Youtube-Hit wird und das man nicht alles glauben soll, nur weil es im Internet steht.
Erzählt wird aus Mels Sicht in der Ich-Form und ehrlich gesagt ist sie mir oft mit ihren übertrieben langen Überlegungen - wer was wohl wie gemeint haben könnte und ob nicht doch mehr dahinter steckt - ziemlich auf die Nerven gegangen. Ihre Gedanken nahmen manchmal hysterische, fast schon besessene Züge an. Sowas ist anstrengend zu lesen.
Ihre Freundinnen dagegen fand ich alle toll und erfrischend. Sie unterscheiden sich sehr im Charakter voneinander und lockerten die Geschichte auf in dem sie Mel ein ums andere mal beruhigten.
Die Autorin benutzt eine flotte, freche Sprache mit einer gesunden Prise Humor, und scheut sich nicht ihre Figuren fluchen zu lassen. Ich weiß nicht wie oft das Wort Schwanz vorkommt, auch wieder eine Übertreibung die auf Dauer nervt.
Ob Mel ihren Mr. Right am Ende findet, wird natürlich geklärt, aber so richtig romantisch war das Buch nicht. Bei dem Cover wird man bestimmt automatisch an eine reine Liebesgeschichte denken, was es aber definitiv nicht ist.
Ein paar kleine Schwächen hat das Buch also, trotzdem habe ich es gerne gelesen und vergebe daher drei von fünf Punkten.
Einige Klassiker, aber auch viel Neues
Kartoffeln kreativ von Inga Pfannebecker
Wer gedacht hat, Kartoffeln seien langweilige Knollen, hat noch keinen Blick in dieses Kochbuch hier geworfen.
In vier Kapiteln zeigt die Autorin Inga Pfannebecker was man alles mit Kartoffeln zaubern kann.
Das erste Kapitel "Aus dem Topf" ist gleichzeitig auch mein Lieblingskapitel, denn da finde ich meine heiß geliebten Eintopfgerichte.
Aber auch Kartoffelsuppe, indisches Kartoffelcurry, Gnocchi und noch mehr werden hier vorgestellt.
Es wird gezeigt wie man einfaches Kartoffelpüree aufmotzen kann oder süße Kartoffelknödel herstellt.
Bei "Aus der Pfanne" gibt es zugegebenermaßen nicht viel Neues zu entdecken. Die Rezepte für klassische Bratkartoffeln, Schupfnudeln oder Rösti könnten aber für den Anfänger interessant sein.
Überzeugen konnten mich hier die Kartoffelpuffer-Waffeln und die indischen Kartoffelbratlinge. Sehr schöne Ideen für meine Freunde, die Vegetarier sind.
Bei "Aus der Schüssel" geht es am ehesten um die Kartoffel als Beilage. Vier verschiedene Rezepte für Kartoffelsalat die unterschiedlicher nicht sein könnten, Nusskroketten, Herzoginkartoffeln, Pommes (diese hier haben mit dem belgischen Original aber nichts zu tun) oder auch pommes dauphine, nur um einige zu nennen. Für jedes Menu gibt es hier die perfekte Beilage.
Beim letzten Kapitel "Aus dem Ofen" wird es nochmal interessant: Kartoffellasagne, gefüllte Kartoffelkugeln, Empanadas oder Kumpir (gefüllte Backkartoffeln) haben mich gleich angesprochen.
Die Rezepte sind wie immer in GU-Qualität. Das heißt, sie sind klar und verständlich geschrieben in Schritt-für-Schritt Anleitungen. Zu jedem Essen gibt es ein tolles Photo, Nährwertangaben und manchmal auch zusätzliche Tipps.
Die Rezepte sind nicht schwierig nachzukochen und gelingsicher.
Es gibt in diesem Buch vielleicht einige Rezepte die man vielleicht schon kennt, wie Kroketten oder Bratkartoffeln, trotzdem findet man auch einige Neuheiten. Insgesamt gibt es über 45 Rezepte.
Sehr nützlich!
Brot backen von Anne-Katrin Weber
Das Buch ist perfekt für Leute die so ungerne backen wie ich.
Ich habe keine Geduld auf Teige zu warten, Fehler beim Abwiegen nimmt dir das Backwerk sofort übel weswegen man genau arbeiten muss.
Aber, ich liebe frisches selbstgebackenes Brot und da ist das kleine Backbuch super. Denn es gibt gleich zu Anfang ein Kapitel mit besonders einfachen Rezepten für Anfänger.
Dabei handelt es sich um 10 völlig unterschiedliche Brotsorten die mit einfacher Hefe gemacht werden und teilweise sogar mit Dingen wie Oliven, Tomaten oder Walnüssen. Eines der Brot wird sogar mit Speck und grünem Pfeffer verarbeitet, ein Geschmack wie im Himmel, ich sags euch. Es gibt ein Rezept für Blitz-Vollkornbrot das wirklich superschnell zubereitet ist, und eines für Wurzel-Brot welches krumm und schief aussehen darf. Das kriege sogar ich hin.
Im zweiten Kapitel wird es ein wenig kniffliger. Ich sag nur: Sauerteig. Man kann selbstgemachten Sauerteig nehmen, bei der Anleitung ganz vorne wird Schritt für Schritt und in Bildern erklärt wie das geht. Man kann aber auch fertigen Sauerteig nehmen. Außerdem lernt man mit welchem Trick man eine besonders knusprige Kruste hinkriegt.
Zu den besonderen Zutaten gehören hier Haselnüsse für das Haselnuss-Brot, oder Sesam und Möhren für ein knuspriges Stangenbrot.
Zum Schluß gibt es ein süßes Kapitel. Von süßen Brötchen mit Studentenfutter gebacken über das klassische Brioche bis zu den leckersten Schnecken der Welt, müsste für jeden etwas dabei sein. Ich empfehle das Apfelbrot zur nächsten Käseplatte.
Um die Brote backen zu können braucht man kein besonderes Arbeitsmaterial. Die Brote werden entweder in der Kastenform, im Gärkörbchen oder lose geformt auf dem Backblech gebacken. Einen Brotbackstein braucht man nur bei ganz wenigen Rezepten.
Bei allen Rezepten gibt es ein appetitanregendes Photo, so weiß man auch wie es am Ende aussehen sollte. Alle Anleitungen sind einfach und verständlich geschrieben, zusätzliche Tipps erleichtern die Arbeit.
Ein wirklich nützliches Backbuch welches ich noch sehr oft in der Hand haben werde.
Rache ist Blutwurst!
Vicious - Das Böse in uns von V. E. Schwab
Es ist eher der gegenseitige Respekt voreinander der Victor und Eli eine Art Zweckgemeinschaft eingehen lässt, als echte Freundschaft. Jedenfalls interessieren sie sich beide an der Uni für das selbe Forschungsthema.
Sie wollen herausfinden wie Menschen zu ExtraOrdinäre werden. Das es sie gibt, davon ist sowohl Victor als auch Eli fest überzeugt.
Sie glauben kurz vor einem Durchbruch zu stehen und wagen ein Experiment. Dass das Ergebnis aber solche weitreichende und schreckliche Folgen haben würde, ahnt keiner von ihnen.
Dies ist mein erstes Buch der Autorin und wird aber sowas von nicht das letzte gewesen sein. Meine Güte, kann die gute Plots entwickeln.
Dabei ist es eigentlich seltsam wenn man als Leser keinen der Hauptfiguren leiden kann. Das die Protas Superkräfte entwickeln, verrät ja schon der Klappentext. Von Anfang an weiß man aber nicht wer der Gute oder der Böse ist oder ob der Jäger nicht gleichzeitig auch der Gejagte ist.
Beide Hauptfiguren sind unsympatisch, berechnend und herzlos. Sie sind das genaue Gegenteil eines Helden, aber gerade deswegen so unheimlich faszinierend. Man kann eigentlich mit keinem der Beiden richtig mitfiebern, möchte ihnen aus dem Weg gehen und kann trotzdem nicht von ihnen lassen.
Die meiste Zeit wird aus Elis oder Victors Sicht erzählt. Dabei wird ständig in der Zeit herum gesprungen: Mal wird von den Anfängen vor zehn Jahren erzählt, mal von Ereignissen die erst wenige Wochen zurück liegen. Oder der Leser kommt dem großen Finale, das wie eine Art Countdown aufgebaut ist, einen Schritt näher.
Aus der Sichtweise anderer Nebenfiguren - die deutlich sympathischer als die Hauptfiguren sind - wird ebenfalls erzählt.
Trotz der vielen Perspektivwechsel und Rückblenden hatte ich nie Probleme der Handlung zu folgen. Im Gegenteil, es ist sogar gut dass die Wahrheit erst nach und nach ans Licht rückt.
Die relativ kurzen Kapitel und die flotte und klare Schreibweise der Autorin bringen ordentliches Tempo in die Geschichte. Starke Emotionen wie Enttäuschungen, Hass und vor allem Rache erhöhen die Spannung. Die Stimmung ist wunderbar düster und packend.
Die philosophischen Aspekte dahinter werden auch ein wenig durchleuchtet. Man kann sich fragen ob es in Ordnung ist einen Menschen nach dessen Tod eine zweite Chance zu schenken. Ob dieser wieder zum Leben erweckte Mensch danach überhaupt derselbe sein kann, und lauter solche Dinge.
Ich bin schon ganz gespannt auf den zweiten Teil und von mir gibt es ganz klar eine Leseempfehlung.









