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Rezensionen von Ele95:

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Die tote Joggerin

Steirerzwist, Kriminalroman von Claudia Rossbacher, Ebook, Gmeiner-Verlag
Sandra Mohr ermittelt, ihr 15. Fall
Eine Hoteldirektorin wurde beim Joggen ermordet und in die Mur geworfen, unweit davon wurde auch ein Obdachloser ermordet aufgefunden. Stehen die Leichenfunde in einem Zusammenhang und warum mussten die Opfer sterben? Sandra Mohr ermittelt mit ihrem Team mit Hochdruck, bis sie selbst Morddrohungen erhält.

Im bewährten Modus, zuerst ein Mord und die Ermittlungsarbeit beginnt. So schreibt Claudia Rossbacher. Auch im 15. Fall, flüssig und unterhaltsam. Das Werk umfasst 29 Kapitel in idealer Leselänge. Ein spannender Krimi, mit den vertrauten Ermittlern, den man einfach nicht aus der Hand legen mag. Sandra Mohr kompetent und sympathisch, immer wieder hat die Autorin Einblicke in das Privatleben von Sandra geschaffen, das macht sie authentisch. Und ich mag auch Sascha Bergmann, der manchmal mit seinen Späßen etwas daneben liegt, auch mürrisch, aber ebenfalls ein guter Ermittler, die beiden ergänzen sich hervorragend und sind auch erfolgreich.
In den Steirerkrimis wird hauptsächlich die Arbeit der Ermittler beschrieben, deshalb sind sie auch so nachvollziehbar. Genau so stelle ich mir Polizeiarbeit vor. Stück für Stück, kommen die Ermittler der Lösung näher. Raum genug für den Leser um selbst mitzuraten – im whodunnit-Stil, mit überraschenden Wendungen. Erst am Schluss wurde mir langsam klar, wie es gewesen sein könnte.
Immer wieder wird auf vergangene Fälle hingewiesen, trotzdem steht jeder Teil für sich und kann auch in unabhängiger Reihenfolge gelesen werden. Das Setting ist ebenfalls gut beschrieben und so geht die Erzählung wie Kino im Kopf ab. Besonders charmant sind die schlagfertigen Dialoge in Mundart. Im anschließenden Glossar sind österreichische bzw. steierische Ausdrücke erklärt, auch die Abkürzungen, die die Polizeiarbeit betreffen.
Ich fühlte mich rundherum gut unterhalten. Es war spannend zu lesen. Ich hoffe auch, dass es nicht der letzte Steirerkrimi von Rossbacher war, gerne würde ich Mohr und Bergmann bei weiteren Fällen über die Schulter schauen. An einigen Stellen hätte ich mir die Beschreibungen ausführlicher gewünscht. Die Bedrohungen an Sandra waren im Buch so abrupt und plötzlich, doch auf jeden Fall verständlich, aufgeklärt.
Von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung an alle die Krimis im whodunnit-Stil mögen und natürlich an alle Fans der Reihe.

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Aufbruch und Freiheit

Restsommer von Kea von Garnier

Restsommer, Coming of Age-Roman von Kea von Garnier, 400 Seiten, Blessing-Verlag

„Es ist nur so, dass ich, bevor ich mich den Rest meines Lebens nur noch mit Toten beschäftige, gern selbst richtig gelebt hätte.
Dominik lebt im Zonenrandgebiet, wo sein Vater ein florierendes Beerdigungsinstitut betreibt, welches schon seit ein paar Generationen in Familienbesitz ist.

Eines Tages soll er das Institut übernehmen. Das erwartet sein Vater, doch je näher das Ende der Schulzeit rückt, desto mehr Zweifel kommen in ihm auf. Auch er hat Träume, von einem Leben, weitab von Toten und Beerdigungen. Doch kann er seinen Vater so sehr enttäuschen? Eines Tages verliebt er sich, doch diese Liebe verlangt Mut und Entscheidungen. Ein emotionaler Coming of Age Roman, der ans Herz geht.
Das Buch besteht aus 55 kurzen Kapiteln in idealer Leselänge, die mit Zahlen gekennzeichnet sind, Songtitel, anderssprachige Phrasen, Buchtitel und Eigennamen, sowie Chatverläufe sind kursiv hervorgehoben, somit deutlich dargestellt. Knackige Dialoge in Jugendsprache beleben den Roman.
Kea von Garnier schreibt fesselnd, flüssig einfühlsam und stimmungsvoll, ich bin nur so durch die Seiten geflogen, wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Voller Atmosphäre, voller Gefühle und spannend. Ganz tief kann der Leser in das Innenleben des Protagonisten blicken. Der Roman ist im Ich-Stil aus der Sicht von Dominik geschrieben.
Die Figuren sind nachvollziehbar charakterisiert und authentisch, dazu passt die von der Autorin gewählte Jugendsprache die glaubhaft rüberkommt. Das Setting ist hervorragend beschrieben, selbst die Hitze die in diesem Sommer vorherrscht konnte man richtig spüren. Die Figuren sind so toll geschildert und beschrieben, ich hatte die Szenen immer deutlich vor Augen. Jede Figur konnte ich mir lebhaft vorstellen. Die Liebesszenen sind ästhetisch und überhaupt nicht peinlich ausgeführt. Auch der Umgang mit den Verstorbenen, die im Institut betreut werden, ist angenehm aufgefallen, da beweist von Garnier sehr viel Einfühlungsvermögen.
Ein weiterer Punkt der mir gefallen hat, war die Darstellung, der Vater/Sohn Beziehungen und der Familienverhältnisse, bei Biff und auch in der Familie von Dominik. Ich hatte ständig das Gefühl so könnte es sich tatsächlich abgespielt haben. Die schönen Szenen auf der Tagebauhalde oder auf dem Hochhausdach etc. habe ich genossen, weil sie so stimmungsvoll geschildert wurden.
Diesen gefühlvollen, genretypischen Coming of Age Roman habe ich sehr genossen, das Lesen hat mir richtig Freude gemacht, für alle die Erwachsen-werden Romane mögen, möchte ich Restsommer empfehlen. Ein tolles Buch welches 5 Sterne verdient.

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Aufbruch und Freiheit
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Augsburg im ausgehenden Mittelalter

Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen von Peter Dempf

Im Auftrag der Fugger: Teufelsreigen. Historischer Roman von Peter Dempf, 576 Seiten, erschienen im Lübbe-Verlag.
Der zweite Band der Reihe „Im Auftrag der Fugger“
Augsburg 1505, das Leben pulsiert im Heiligen Römischen Reich und mittendrin der Finanzier der Reichen und Mächtigen – Jakob Fugger, der Reiche.

selbst König Maximilian I, lässt sich seine Reisen durchs Reich von Jakob dem Reichen finanzieren. Doch Lagerhäuser der Fugger werden zerstört, Warentransporte werden ausgeraubt, die Boten und Fuhrleute werden ermordet. Wer will den reichen Handelsleuten schaden? Sind Jakob und seine Brüder etwa sogar in Lebensgefahr? Dies alles soll das mittelalterliche Ermittlerteam Afra und Herwart, die Boten Fuggers, ergründen. Wer steckt hinter den Anschlägen und aus welchem Grund werden sie verübt?
Im Vergleich zum Historiker hat es der Schriftsteller leichter. Er kann Fantasie und Realität vermischen und zu einer unterhaltsamen Geschichte verweben.
Der Roman teilt sich in vier Bücher, die aus nummerierten Kapiteln bestehen, die Bücher haben Titel, die Kapitel sind mit Ort und Datum versehen. Die Figuren der Handlung sind am Anfang des Buches erklärt, was sehr hilfreich war, historische Personen sind kursiv versetzt. Am Ende des Bandes befindet sich das Glossar darin werden mittelaltertypische Begriffe für den Leser erklärt.
In diesem Buch wird das ausgehende Hochmittelalter so greifbar und echt dargestellt, immer wieder findet sich der Leser mittendrin im Geschehen. Dies hat Dempf in seiner detailgetreuen und gut recherchierten Arbeit mit dazu flüssigem Schreibstil gut geschafft. Das Geschehen läuft im Kopfkino mit, ob auf Reisen, im goldenen Kontor oder im Fuggergarten, der Leser ist mittendrin und dabei. Die Figuren sind lebensecht geschildert, z.B. Jakob der Reiche, die Art an seiner Mütze zu nesteln, Zeno der Weißgesichtige und seine gruselige Erscheinung, sogar „Fugger“ Afras Hund, alles sehr authentisch. Ihre Handlungen sind nicht immer nachvollziehbar.
Was mir zu schaffen gemacht hat war die Länge der Handlung, die Wiederholung der immer gleichen Situationen, Afra und Herwart in der Klemme, der Hund greift ein, alle sind gerettet. Zeno erscheint, ist er wohl gut oder böse, er kommt wie immer davon. Bis zum Ende konnte ich das für mich nicht ganz endgültig entscheiden, Jakob selbst und Familienmitglieder geraten in Verdacht, und die Eggenbergerin verwitwete Gossembrotin, sie hat auf meiner Verdächtigen-Liste ein dauerndes auf und ab. Warum ihr letztendlich nicht Einhalt geboten wird habe ich nicht verstanden. Der Plot war für meinen Geschmacks etwas sehr verworren.
Im Nachwort wird dargestellt, wieviel der Vorkommnisse tatsächliche in Augsburg und im Reich in der damaligen Zeit geschehen sind. Dempf ist es gelungen daraus einen Historischen Kriminalroman zwar authentisch und zeitgemäß doch mit unnötigen Wiederholungen und Ungereimtheiten zu machen.
Für Leser die Historische Romane mögen zu empfehlen. Von mir 3 Sterne.

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Augsburg im ausgehenden Mittelalter
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Den Unterschied kennen

Wo ist denn da der Unterschied? von Peter Dempf

Wo ist denn da der Unterschied, Jane Wilsher und Liz Kay, Duden-Verlag Berlin, 112 S., Ab 8 Jahre Cornelsen-Verlag.
Willkommen in der Welt der Unterschiede

In diesem reich und bunt illustriertem Buch macht es riesigen Spaß zu blättern zu schmökern, sich zu informieren und etwas dazuzulernen. Liebevoll illustriert und meist verständlich erklärt, werden hier kindgerecht verarbeitet die Unterschiede von Dingen die sich ähnlich sind oder die oft verwechselt werden.

Dieses Buch ist nicht nur ein Nachschlagewerk für Schulkinder, ich denke es ist auch schon zum Vorlesen für Vorschulkinder geeignet, denn die bunte Bebilderung spricht auch schon die Kleineren an. Selbst Erwachsene können hier das eine oder andere Detail erfahren. Sozusagen ein Buch für die ganze Familie.
Schon auf den ersten Seiten wird vorgestellt, was den Leser im Buch erwartet, 150 Antworten sind, in verschiedene Wissensgebiete, aufgeteilt z.B. Weltall, Pflanzen, Tiere, Dein Körper, Technik etc. Dazu liefert der Verlag auch die diversen Möglichkeiten wie das Buch gehandhabt werden kann, von: „einfach der Reihe nach durchlesen“ bis „direkt zum Lieblingsthema durchblättern“ oder ein „ein Unterschiede-Quiz veranstalten“, so viele Möglichkeiten um junge Leser für spannende Themen zu interessieren und dabei die Welt kennenzulernen.
Mir persönlich haben die Themen um den Körper und um Tiere und Pflanzen ganz besonders gut gefallen. Auch die Sparte Technik ist kindgerecht präsentiert. Verblüfft hat mich die Tatsache, dass ein Blitz heißer ist, als die Oberfläche der Sonne. Der Unterschied zwischen Rosinen Sultaninen und Korinthen. Mit Tornados und Hurrikanen kenne ich mich jetzt aus.
Ein Kritikpunkt bleibt jedoch, Einiges finde ich überflüssig zu erklären, der Unterschied zwischen Saxofon und Klarinette oder Dame und Schach, schlürfen und rülpsen u.v.m. Nicht verständlich oder mit zu wenigen Fakten erklärt waren etliche Unterschiede, Grasland und Savanne, Krokodil und Alligator da hätte ich mir deutlichere Bilder gewünscht, bei einigen auch mehr Fakten, der Unterschied zwischen Football und Fußball. Für die Vor- und Grundschüler sind die Erklärungen auseichend. Ab 8 Jahren wollen es die meisten eher genau wissen.
Ich habe mich der Reihe nach durch das Buch gelesen und war überrascht, wie verständlich und ansprechend hier Wissen vermittelt wird. Ein ähnliches Wissens-Buch hatte ich als Kind auch und es hat mir die Neugier für das Geschehen in der Welt nahegebracht. Ich werde dieses Buch auch weitergeben und auch verschenken, denn für mich gilt immer noch dieses Sprichwort: „Wissen ist Macht“. Und ich finde man kann gar nicht früh genug damit beginnen.
Dieses Erklär-Buch sollte in keiner Familie fehlen. Da die Erklärungen doch manchmal sehr beschränkt oder ungenau sind, würde ich das Lese/Nutzungsalter heruntersetzen, nicht ab 8 Jahre als Lese-Empfehlung, sondern als Vorlesebuch für die Kleinsten und zum Selberlesen max. im Grundschulalter. Eignet sich bestens als Geschenk. 4 Sterne

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Die Anwältin der Toten

Die Totenklägerin von Greta Jung

Die Totenklägerin – Nichts ist vergessen, von Greta Jung, 352 S., Lübbe-Verlag
Ein atmosphärischer Spannungsroman.
Mathilda ist Trauerrednerin und auch Anwältin, sie ist bekannt dafür, dass sie für die Toten einsteht und bei Bedarf in ihren Reden auch unangenehme Dinge anzuspricht. Sie fühlt sich als Anwältin, den Toten verpflichtet.

Eines Tages wird sie von der 12jährigen Jackie engagiert, diese vermutet, dass Oma Resi getötet wurde. Bald bemerkt Mathilda, dass beim Ableben der alten Dame so einiges nicht stimmt. Zusammen mit Jackie beginnt sie zu recherchieren. Je näher sie der Wahrheit kommen, desto mehr Abgründe tun sich auf.
Das Buch teilt sich in 30 übersichtliche Kapitel in angenehmer Leselänge und ist aus der Sicht unterschiedlicher Figuren geschrieben, je nachdem kann der Leser die Ansichten von Jackie oder auch Mathilde, direkt verfolgen. Der Plot ist sehr spannend, flüssig und auch emotional. Wichtige Themen, die mich auch sehr beschäftigen werden angesprochen, das Leben in einem Altenheim, Sterbehilfe, Leben auf dem Land, Leben in einem Gebiet nahe der Grenze, Kinderarmut, diese Themen hat die Autorin sehr sensibel behandelt finde ich. Im Anschluss findet sich auch eine kurze Zusammenfassung zum Thema Sterbehilfe. Obwohl ich sonst auf die Haptik eines Buches bei der Rezension nicht eingehe, möchte ich feststellen, dass ich während der Lektüre immer wieder mit den Fingerspitzen die raue Oberfläche des stilisierten Engels auf der Vorderseite ertastet habe, das hat mir richtig gut gefallen, es fühlt sich tatsächlich wie eine Statue aus Stein an.
Interessant wie Mathilda bei ihrer Suche nach der Wahrheit, immer tiefer in die Familiengeschichte von Oma Resi eintaucht, nebenbei erfährt der Leser auch einiges über die Vergangenheit von Mathilda. Dieses Buch ist atmosphärisch sehr dicht. Es sind so viele interessanten Themen die angesprochen und behandelt werden. Außerdem finde ich die Idee – eine Trauerrednerin die auch ermittelt etwas Besonderes. Das ist mir noch nie in meiner Lektüre begegnet, deshalb hoffe ich, dass es von Mathilde, gemeinsam mit ihrer kleinen klugen jungen Freundin Jackie noch ein paar Fälle zu erlesen gibt.
Die meisten Figuren im Buch haben eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden. Selbst Nebenfiguren, Malika und deren Bruder. Lazlo und Udo. Ich hoffe, dass es da in eventuell weiteren Bänden noch mehr zu erzählen gibt. Natürlich Oma Resi und ihre Töchter, besonders die Familie von Irmgard, das Glashüttenimperium, alles so spannend und interessant. Nicht zuletzt natürlich die Protagonistin Mathilde und die Erzählung über ihre Jugend zusammen mit ihrer Mutter, im Laufe des Buches kommt immer mehr davon zutage. Es hat mich förmlich mitgerissen, mehr zu erfahren. Meine Lieblingsfigur war jedoch Jackie, so ein tolles Mädchen, voller Witz und Lebensklugheit und blitzgescheit, schon allein, weil ich wissen möchte wie es mit ihr weitergeht, wünsche ich mir eine Fortsetzung.
Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, es war spannend, ich habe mitgefühlt und auch mitgerätselt, habe gelacht und hatte Tränen in den Augen. Ich fand das Buch absolut gelungen und hätte sehr gerne eine Fortsetzung. Wer gerne Krimis liest, in denen es eine gute und schlüssige Handlung ohne unnötige Brutalität gibt, der sollte hier zugreifen. 5 Sterne

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Die Anwältin der Toten
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Auge um Auge

Am Hang des Todes von Lenz Koppelstätter

Am Hang des Todes, Krimi von Lenz Koppelstätter, 240 Seiten, Kiepenheuer & Witsch
Commissario Grauner ermittelt, sein 11. Fall
Commissario Grauner, war mit seiner Frau Alba auf Weltreise und er kommt ganz verändert zurück, gelassener und entspannter. Währenddessen hat seine Tochter Sara die Alm zu einem Urlaubsresort umbauen lassen.

Doch kaum zuhause, überschlagen sich die Ereignisse. Bei einem Weltcup-Skirennen im Grödnertal, kommt der Lokalmatador zu Tode. Doch nicht durch einen unglücklichen Sturz. Nein, es wurde auf ihn geschossen. Grauner, Saltapepe und Tappeiner stürzen sich in die Ermittlungen.
Die im auktorialen Erzählstil geschriebene Geschichte erstreckt sich über einen Zeitraum vom 16.12., bis zum 19.12. Die einzelnen Tage sind mit einer Zeitangabe versehen und in Kapitel unterteilt, was mir sehr dabei geholfen hat, den Überblick zu behalten. Ein wortgewaltiger Krimi in einer mittunter düsteren Sprache, Buchtitel, Eigennamen und besondere Textstellen erscheinen kursiv gedruckt. Viele Dialoge – auch in italienischem Wortlaut, machen die Erzählung äußerst lebendig, Grauner flucht gerne italienisch. Am Anfang des Buches sind Karten und Links angegeben, mit denen man das Kartenmaterial auch auf der Homepage des Verlages finden kann. Flüssig und sehr bildhaft geschrieben, das befeuert die Lesegeschwindigkeit. die Landschaft prägt den Charakter der handelnden Figuren. Jede der Personen ist mir schon lange vertraut und doch entwickeln sie sich weiter, zeigen immer wieder Seiten die ich an ihnen noch nicht kenne. Der Plot hat mich von der ersten Zeile an gepackt, ich wollte nur noch wissen wie es weitergeht. Perspektivenwechsel, ungeahnte Wendungen und ein verblüffendes Ende, machen die Südtirol-Krimis für mich zu einem Highlight. Ganz kurz kam mir zur Lösung ein Anfangsverdacht, der sich am Ende als richtig herausstellte. Doch der Autor hat es tatsächlich geschafft, dass ich zuerst gründlich davon abgekommen bin.
Die Figuren sind so lebensecht, ich habe den Verdacht, dass es heimliche Bekannte des Autors sein könnten. Grauner z.B. vermag es auch im 11. Band noch mich zu verblüffen, die Weltreise mit seiner Alba hat ihn so verändert, zum Besseren, sehr sympathisch finde ich. Saltapepe überrascht mich auch in jeder Folge wieder, er ist ein Südtiroler geworden, so gut es nur für einen Neapolitaner möglich ist. Ein toller Ermittler ist er schon länger und auch Tappeiner war erneut kompetent und tough. Was für eine tolle Truppe, selbst Staatsanwalt Belli hat sich zu seinem Vorteil entpuppt. Und wieder sieht es aus, als ob es der letzte Fall für Grauner gewesen sein könnte, ich hoffe es nicht. Und wenn, dann wäre es schön wenn Saltapepe/Tappeiner in seinem Sinne weitermachen würden. Ohne die Krimis aus Südtirol, die mich immer wieder an Urlaubsorte/-Plätze erinnern, würde mir etwas fehlen. Dieses Mal war es der Langkofel, mir so vertraut, ich habe es genossen.
Der Fall war tragisch, emotional wie alle Koppelstätter-Krimis und es könnte ganz genau so passiert sein. Authentisch und glaubhaft. Die Lektüre rundherum eine Freude. Und wieder habe ich das Gefühl, es könnte der beste Band aus der Reihe gewesen sein. Dafür von mir 5 Sterne. Eine Empfehlung an alle, die spannende, nachvollziehbare Krimis mit Lokalkolorit mögen. Obwohl die Bände auch einzeln gelesen werden könnten. Meine Empfehlung - ganz von vorne beginnen.

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Auge um Auge
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Ein Nashorn am Strand

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt von Dita Zipfel

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt, Roman von Dita Zipfel, 219 Seiten, Insel-Verlag.
Starker Anfang driftet ins Skurrile ab.
Zwei Paare machen gemeinsam Urlaub in einem noblen Ferienhaus in Südfrankreich. Felix und Eva mit ihren beiden Kindern und Linn und Matze, die ungewollt kinderlos sind.

Während Felix viel Geld besitzt und dies auf protzige Art und Weise zur Schau stellt, sind Matze und Linn großzügigerweise für ein paar Tage eingeladen worden. Matze macht die gönnerhafte Art von Felix wenig aus, er ist es schon seit Schulzeiten gewöhnt in seinem Schatten zu stehen. Doch Linn hat ihre Probleme damit, Auch Eva die mit Kindersegen geradezu überschüttet wird, kann Linn nur neidisch begegnen, denn sie befindet sich in einer wenig erfolgreichen Kinderwunschbehandlung. Dennoch nähern sich die beiden Frauen immer mehr an, bis der Urlaub zu einem Desaster zu werden beginnt.
Die einzelnen Kapitel sind in idealer Leselänge, einige davon sind mit Wochentagen betitelt. Der Schreibstil war schwierig zu lesen. Kurze abgehackte Sätze, umgangssprachliche Ausdrücke, und die Art wie Felix mit Linn spricht: „Hey Alter, …“ haben mich völlig irritiert, Phrasen in Englisch und Französisch sind nicht übersetzt. In einem Chat, tauchen viele med. Fachbegriffe und Abkürzungen auf, die nicht näher erklärt werden. Die Handlung wird jeweils aus der Sicht der beiden Frauen erzählt. Der Perspektivenwechsel war sehr abrupt und hat mich immer wieder irritiert.
Am Anfang hat mich die Story amüsiert bzw. fand ich sie unterhaltsam. Sehr spannend fand ich die Beziehung zwischen den beiden Frauen, die sich gegenseitig bewunderten und keine der beiden dies ahnt. Ganz viele Emotionen, die Gefühle einer Mutter bzw. einer Frau die Probleme hat Mutter zu werden, haben mich tief berührt. Mir hat gefallen, dass sich die beiden immer mehr angenähert haben, von einer Freundschaft jedoch noch weit entfernt, deshalb kann ich das Angebot, welches Eva macht in keiner Weise nachvollziehen. Linn ist eine schwierige Person, sie handelt immer wieder auf eine seltsame nicht nachvollziehbare Art, schießt in ihren Handlungen und Reaktionen über das Ziel hinaus. Die unangenehmste Figur jedoch war Felix, dieser dekadente Selfmademan, der gern den „Big Spender“ gibt, sein Leitmotiv: „Geht nicht – gibt’s nicht, hat mich genervt, besonders wenn er mit Geldbündeln wedelt. Ein reicher Angeber der mit seinem Lebensstil die Welt in den Abgrund stürzt, ob seines riesigen CO2 -Abdrucks, den er hinterlässt und versucht sein Gewissen mit Greenwashing zu beruhigen. Matze war meine Lieblingsfigur, ruhig und besonnen, zu Linn und ganz oft auch zu Felix. Die Figuren sind extrem charakterisiert, direkt schon überzeichnet.
Ab dem Punkt als das Nashorn auftritt, driftet die Geschichte ins Unglaubliche ab, das offene Ende und weder die Handlung noch die Sprache konnten mich zufriedenstellen. Von mir leider nur 2 Sterne.

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Ein Nashorn am Strand
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Eine Chance für Waldmann

Waldmann von Thomas Ziebula


Waldmann: Flucht in den Tod, Thriller von Thomas Ziebula, 447 Seiten, Ullstein-Verlag.
Sie dachten sie sind in Sicherheit.
Seit vor sieben Jahren auf einem Bazar in Lagos seine Frau spurlos verschwunden ist, ist Johannes Waldmann in einem psychischen Ausnahmezustand. Sein erster Fall nach seiner Rückkehr führt in gleich in die schlimmsten Abgründe, Menschenhandel und Zwangsprostitution.

Ukrainische Flüchtlingsfrauen werden zur Prostitution gezwungen, ihnen werden Drogen verabreicht und sie werden misshandelt. Ein Lokalpolitiker wird ermordet aufgefunden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Mit dabei ist die Journalistin Pia Luninger, die einen Artikel über die verschwundenen Ukrainerinnen schreiben will. Letztendlich mischt auch noch die mysteriöse Suse mit, die in einer Beziehung mit einem der Verbrecher steht und auch Kontakt zu den missbrauchten Frauen hat. Je tiefer Waldmann in den Fall verwickelt wird, desto mehr zieht er Vergleiche mit dem mysteriösen Verschwinden seiner Frau. Wird ihn das Trauma einholen?
Ich mag die Krimis von Ziebula, er schreibt spannend, bildhaft und sehr flüssig. Schon zu Beginn war ich schnell in Lesefluss. Die Spannung steigert sich mit jeder Zeile. In zwei Tagen bin ich durch das Buch geflogen und wollte es einfach nicht mehr zur Seite legen. Das Schicksal der ukrainischen Frauen und auch die Ermittlungen haben mich so sehr gefesselt. Das Buch besteht aus vier Teilen, die in überschaubare Kapitel, die mit Titeln, Orts- und Zeitangaben versehen sind. An jeder Stelle im Buch ist so die Übersicht gewährleistet. Dazwischen, in einer anderen Schrift, der Chat bzw. die Liebesbriefe von Sofia und Danylo. So authentisch, dass es mich zutiefst berührt hat. Mich hat die Art fasziniert mit der der Autor die Figuren und das Setting beschrieben hat, schon auf dem Bazar ganz am Anfang des Buches ist es mir aufgefallen, das Gefühl: Ich bin mitten drin, auf dem Bazar dabei. Ziebula ist auch ein Meister darin, Figuren zu beschreiben charakterlich und auch im Erscheinungsbild, jede einzelne Figur hatte ich deutlich vor Augen. Es sind zum Teil wirklich skurrile Typen, der Zylindermann mit der Hyäne, Rasta-man oder Suse und natürlich der sympathische Ermittler Waldmann, mit seinen psychischen Eigenheiten, seinen ungewöhnlichen Ermittlungsansätzen und Methoden. Mitsamt seinem Psychotherapeuten, dem Pater und dessen interessanten Therapieansätzen.
Das Thema ist brandaktuell, berührend und emotional. Die Spannung steigt von Kapitel zu Kapitel, Plottwists und ungeahnte Verwicklungen beleben die Story, das Ende habe ich mir ganz anders vorgestellt. Es war tatsächlich überraschend. Wird es wohl einen weiteren Fall mit Waldmann geben? Ich wäre dabei. Ich mag ihn.
Eine aktuelle emotionale Story, interessante Figuren, ein spannender Plot, ich fühlte mich bestens unterhalten. Empfehlung für Krimi-Fans die das Außergewöhnliche und auch besondere Ermittler mögen und natürlich für alle Ziebula-Fans. Von mir 5 Sterne

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Eine Chance für Waldmann
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Den Kopfhunger loswerden

Die neue Wissenschaft vom Sattsein von Pia Roser

Die neue Wissenschaft vom Sattsein, Sachbuch von Dr. med. Pia Roser. Ebook. Gräfe und Unzer-Verlag
Dr. med Pia Rosser ist Internistin und Fachärztin für Endokrinologie und Adipositasmedizin.
Das Buch ist übersichtlich gestaltet, Die in der Inhaltsangabe angeführten Punkte lassen sich als Teile und Überschriften leicht finden.

Die Illustrationen sind bunt und einfache comicähnliche Zeichnungen, die Verschiedenen Peptide, Hormone etc. werden als Superhelden dargestellt und prägen sich ein. Am Ende eines jeden Kapitels werden die wichtigsten Informationen noch einmal zusammengefasst, dazwischen befinden sich Tabellen und Diagramme um das Gelesene zusätzlich zu vertiefen. Das Buch liest sich flüssig und locker, die Autorin erklärt mit deutlichen Worten auf unterhaltsame Weise. Am Ende befindet sich noch ein Stickwortlexikon für Fachbegriffe. Ich persönlich finde, dass es für mich von Vorteil ist solche Ratgeberbücher als Printexemplar zu lesen, im Ebook kann die Aufmachung einfach nicht so gut dargestellt werden. Das Lexikon am Ende ist im Printbuch auf leichter aufzuschlagen. Mir wichtige Informationen kann ich in einem gedruckten Buch schneller finden.
Zuerst einmal werden die Zusammenhänge des Stoffwechsels und das Geschehen im Körper beim Abnehmen deutlich und ausführlich und wiederholt dargestellt, die einzelnen hormonaktiver Zellen, Botenstoffe, Hormone und ihr Zusammenspiel werden eindringlich erklärt.
Es wird ganz genau erklärt wie man abnimmt, was Kopfhunger bedeutet, dass Stress oder Veranlagung mit in diesen Prozess wirken kann. Auch das Sport nicht zwingend schlank macht, welche Lebensmittel wie wirken und beim Abnehmen helfen, nichts was ich nicht auch schon lange gewusst hätte. Eine neue Erkenntnis habe ich eigentlich nicht gewonnen, ehrlich gestanden hat mich das Buch eher demotiviert. Denn wenn ich das richtig interpretiere, hat man eigentlich als sowieso schon Übergewichtiger, keine Chance überhaupt abzunehmen, weil diese ganzen Stoffe im Körper bei adipösen Menschen gar nicht richtig funktionieren. Auch hat mir überhaupt nicht gefallen, dass Dr. Roser in ihrem Buch behauptet, dass man eigentlich nur mit einer Magenverkleinerung oder mit der Abnehmspritze richtig an Gewicht verliert. Gerade die Abnehmspritze wird von ihr immer wieder positiv erwähnt. Sie zeigt zwar die Nebenwirkungen auf, sie werden im Buch aber als nicht so schlimm dargestellt. Von einer Freundin kenne ich das aber ganz anders.
Nichts Neues zum Thema Abnehmen, eher demotivierend und für meinen Geschmack zu positiv über Abnehmspritze und operativem Eingriff, von mir 2,5 also wo nötig 3 Sterne.

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Kampf gegen Windmühlen

Der Retter der Mütter von Péter Gárdos

Der Retter der Mütter, historischer Roman von Péter Gárdos, Ebook, Hoffmann & Campe-Verlag.
20 Kapitel zum Teil mit Ortsangaben und Jahreszahlen.
Ignaz Semmelweis (1818 – 1865), praktizierte als Gynäkologe und Geburtshelfer in der 1. Geburtshilflichen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses in Wien.

Dort starben viele Mütter nach der Entbindung an Kindbettfieber. Semmelweis hat sich zur Aufgabe gemacht, die Gründe für diese schreckliche todbringende Krankheit zu suchen. Erst als ein befreundeter Arzt sich bei einer Obduktion in den Finger schneidet und letztendlich an den gleichen Symptomen, wie die betroffenen Mütter stirbt, ahnt er, dass hier ein Zusammenhang bestehen muss. Er vermutet Leichengift, denn das Wissen um Bakterien gab es noch nicht. Erschreckend wird ihm bewusst, dass die Ärzte selbst mit ihren eigenen Händen den Tod zu den Müttern bringen. Er veranlasst sofortige Desinfektion mit Chlorkalklösung. Doch neidische und missgünstige Kollegen zweifeln seine Theorien an. Die unangenehmen Waschungen setzen sich nicht durch, obwohl doch diese Hygienemaßnahmen für sich sprechen. Über dieses Anrennen gegen Windmühlen, und die Selbstverherrlichung vieler Kollegen, verliert Semmelweis schließlich den Verstand. Diesem Umstand ist auch sein nicht genau geklärter, früher Tod zuzuschreiben. Erst posthum wurde ihm die Würdigung und Anerkennung seiner Theorie zuteil, er gilt heute als Pionier der antiseptischen Medizin und wird verdient als „Retter der Mütter“ bezeichnet.
Ich fand dieses Buch sehr fesselnd. Medizingeschichte kann mich immer begeistern. Anfangs fand ich Semmelweis sympathisch und strebsam, leider konnte er sich nicht durchsetzen. Seine Theorie konnte er einfach nicht überzeugend darlegen. Die Überheblichkeit der Ärzte, weil sie eine andere Meinung nicht akzeptieren können, die ihrer eigenen Überzeugung widerspricht, dass sie die Schilderungen oder Symptome von Patienten nicht akzeptieren wollen, dieses „Halbgott in Weiß- Gehabe“ ist hier hervorragend beschrieben. Der spätere Semmelweis mit seinen seltsamen Launen, hat mich enttäuscht, leider. Warum Stolz so einen abgrundtiefen Hass auf Semmelweis hatte, wurde mir auch gar nicht so richtig klar, ich vermute, dass es hauptsächlich der blanke Neid war. Semmelweis‘ Ende wird im Roman etwas anders dargestellt als bisher beschrieben, da hätte mich schon interessiert ob Gárdos bei seinen Nachforschungen auf nähere Hinweise gestoßen ist. Eine gründliche Recherche von ihm, ist nicht von der Hand zu weisen. Der Autor hat sich gut in die medizinischen Fakten und historischen Zusammenhänge eingearbeitet und hat es hervorragend geschafft, sie auch für Laien verständlich darzulegen.
Die Figuren sind lebensecht charakterisiert, Gefühle werden glaubhaft und nachvollziehbar geschildert. Das Buch hat mich sehr bewegt. Wer mehr über den Vater der Hygiene auf unterhaltsame Art herausfinden will, sollte dieses Buch lesen.
Von mir 5 Sterne

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Kampf gegen Windmühlen