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Rezensionen von Ele95:

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Eins gegen Deins

Kalte Wasser, Mysterythriller von Melanie Golding, 400 Seiten, erschienen bei Harper Collins Germany.
Eine gruselige Geschichte über Zwillinge, Elfen und Wechselbälger.
Lauren ist frisch gebackene Mami von Zwillingen. Nach einer komplizierten Geburt und der mangelnden Hilfe ihres Gatten Patrick, ist sie eher überfordert denn glücklich.

Dazu kommt eine massive Wochenbettpsychose. Schon im Krankenhaus versucht eine unheimliche Frau Laurens Babies mit ihren eigenen zu vertauschen, Lauren ruft die Polizei, doch die geheimnisvolle Frau kann nicht identifiziert werden. Als Lauren mit den Zwillingen zuhause ist, bricht das Unheil über sie herein. Sie behauptet die Kinder sind vertauscht worden und niemand außer der Polizistin Jo Harper glaubt ihr.
Zuerst einmal möchte ich anmerken, dass es sich bei vorliegendem Buch um einen Mysterythriller handelt. Für eine frischgebackene bzw. werdende Mama ist diese Lektüre m. M. nach völlig ungeeignet. Schon alleine die Beschreibung der Geburt wie auch die Gefühle von Überforderung und Schlafmangel kann einem ganz schön an die Nieren gehen. Trotzdem hat mich dieses Buch fasziniert, gegruselt und super unterhalten. Die 43 Kapitel sind atemberaubend gut geschrieben. Am Kapitelanfang ist jeweils ein Yeats-Text, ein Auszug aus einer irischen Sage oder eines Märchens der Gebrüder Grimm gestellt, schon dadurch allein wird eine unheimliche Stimmung geschaffen. Außerdem ist das Alter der Kinder und Datum und Uhrzeit eingefügt, dadurch konnte ich stets den zeitlichen Überblick behalten. Melanie Golding hat als Erzählstil die auktoriale Form gewählt, das hat mir gut gefallen, dadurch ist es dem Leser möglich die Sicht auf das Geschehen von verschiedenen Personen zu erfahren. Zwischendurch sind Kurznachrichten, Gedanken, oder Tagebuchaufzeichnungen kursiv eingefügt, das macht die Story lebendig. Die Autorin hat ihre Charaktere gut beschrieben, die Gefühle der Mutter, die Recherchen der Journalistin Amy Larsen oder die Bemühungen von D.S. Jo Harper sind glaubhaft und fesselnd beschrieben. Die Erlebnisse von Lauren im Mittelteil in der Therapieeinrichtung fand ich etwas langatmig, doch immer wieder war das Verhalten der Zwillinge ein Grund mir heftig Gänsehaut über den Rücken laufen zu lassen. Letztendlich muss der Leser selbst entscheiden, ob die Lösung einen mysteriösen Hintergrund hat, oder ob das Erzählte einer postnatalen Psychose der Protagonistin zuzuschreiben ist. Eine befriedigende Lösung des Falls ist nicht vorhanden, das lässt Raum für eigene Interpretationen. Ich hatte Mitleid mit Lauren, vor allem als sie in der ersten Zeit von ihrem Mann so schmählich im Stich gelassen wurde, ihre Überforderung mit zwei Neugeborenen war hervorragend beschrieben, das Gefühl kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Zu Beginn der Erzählung habe ich mich geradezu empört, eine Frau nach einer Zwillingsgeburt mit Zange, der die Beine aufgrund einer PDA noch gefühllos sind, wird zusammen mit ihren frischgeborenen Babys, direkt in ein Zimmer verlegt und keine Schwester oder hilfreiche Hand kümmert sich weiter darum. Das finde ich unglaubhaft. Wen wunderts, dass Lauren total überfordert und erschöpft eine Wochenbettdepression entwickelt? Mich hat das Buch gut unterhalten, die kleinen Mängel und der etwas langatmige Mittelteil geben m. M. nach einen Stern Abzug, deshalb von mir 4 von 5 möglichen Sternen und eine Leseempfehlung .

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Russische Patchworkfamilie

Der Zopf meiner Großmutter von Alina Bronsky

Der Zopf meiner Großmutter, Roman von Alina Bronsky, 224 Seiten, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch.
Ein Roman über eine Frau, die versucht, in einer Gesellschaft Fuß zu fassen, die ihr entgleitet.
Eine russische Familie, bestehend aus den Großeltern und dem kleinen Maxim, wandern als Kontingentflüchtlinge nach Deutschland aus.

Im Flüchtlingsheim, das den schönen Namen „Zur Sonne“ trägt, wird die Großmutter zur gnadenlos bösen Tyrannin. Vor ihren bitterbösen Sprüchen ist niemand sicher. Nur gut, dass die meisten Bewohner sie nicht verstehen, denn Deutsch lernt sie nicht. Den kerngesunden Max hält sie für einen geistig beschränkten und auch noch totkranken Idioten, der ständig umsorgt werden muss. Sie kocht und püriert, salzlos, zuckerlos und lauwarm. Dabei schikaniert sie ihn mit dem Duft und dem Anblick der leckeren Speisen die sie sich selber gönnt. Sogar seine Geburtstagstorte darf er nur mit den Augen verschlingen. Sie will ihn stets vor amerikanischen Päderasten, Zigeunern und der chinesischen Organmafia bewahren. Die Schimpftiraden der Großmutter treffen jeden. Sexismus, Antisemitismus, Homophobie. Die Türken kriegen ihr Fett ab, die Schwulen, die Juden sowieso. Als Schrumpfkopf, Dumpfbacke, Idiot, Asiatische Fresse, alter Sack, Krüppel und formloser Rotz werden Großvater und Max ständig tituliert. Doch Mäxchen fühlt sich abgehärtet gegen jede Peinlichkeit. Denn er und auch sein Opa wissen, dass es Margo tief in ihrem Inneren nicht so Böse meint. Als der Großvater sich in Nina, eine jüngere Russin verliebt, könnte das Ganze in ein Eifersuchtsdrama abgleiten. Doch wieder überrascht Oma alle.
224 Seiten aufgeteilt in kurze Kapitel die mit einer, den Inhalt des Kapitels, zusammenfassenden Überschrift versehen sind. Humorvolle zum Teil bitterböse Dialoge machen das Buch lebendig. Alina Bronsky beschreibt ihre Charaktere sehr gut, mir haben Sätze wie folgender sehr gefallen: „Das Klavier war alt. Die vergilbten Tasten erinnerten mich an die Zähne meiner Großmutter.“ Der Erzählstil in der Ich-Form, aus der Sicht des anfangs 6jährigen Maxim, ist gut gewählt, denn dadurch merkt man, dass Mäxchen keinesfalls so dumm ist, wie seine Oma behauptet. Obwohl Maxim der Erzähler ist, ist aber Margo, die Großmutter die eigentliche Protagonistin. Sie, die ehemalige Tänzerin, ist plötzlich abhängig von einem Kind. Das stellt sie vor ein Problem. Sie selbst ist nicht in der Lage, sich zu integrieren, deshalb beschneidet sie den Enkel, um ihre Einsamkeit zu überdecken, vermute ich. Immer wieder musste ich bei der Lektüre lachen. Sätze wie: „Alle dicken türkischen Mädchen sind schon dort, in rosa Tutus.“ Oder: „Hätte er dem Schwein nicht die Zigarette aus dem Maul reißen und sie ihm in den Hintern stopfen können?“ fand ich im Zusammenhang durchaus lustig.
Meine Lieblingsfigur natürlich der Erzähler Maxim, ein kluger und aufgeweckter Junge, der zum Glück durch die Behandlung seiner skurrilen Großmutter keinen größeren Schaden bekommen hat. Auch Tschingis, der Großvater, der schon lange zu sprechen aufgehört hat war mir sympathisch. Einzig Vera, die Tochter von Nina fand ich gemein und gehässig.
Die dominante Großmutter lässt die anderen Figuren im Buch blass erscheinen. Einige Seiten mehr und etwas mehr Informationen hätten dem Buch gut getan. Für den Preis, hat das Buch für meinen Geschmack zu wenig Umfang, denn es ist viel zu schnell gelesen. Mir hat das Buch gefallen und mir einen lustigen Lesenachmittag beschert. Deshalb möchte ich es gerne weiterempfehlen und vergebe 4 Sterne.

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Russische Patchworkfamilie
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Herzlich willkommen im Leben

Aufbruch in ein neues Leben von Linda Winterberg

Aufbruch in ein neues Leben, Die Hebammen-Saga von Linda Winterberg, 400 Seiten, erschienen im Aufbau-Verlag.
Auftakt- und erster Band zur Hebammen-Saga
Berlin 1917, der erste Weltkrieg wütet schon seit Jahren, die Versorgungslage ist sehr schlecht. Schrecken, Verstümmelung, Tod, Hunger, Schmutz und Verwahrlosung treffen wie überall, besonders die Ärmsten und Schwächsten.

Am 1. Juli 1917 wird in der Provinz Brandenburg, ein Hebammen-Lehranstalt und Frauenklinik eröffnet.
Luise Mertens, Edith Stern und Margot Bach gehören zu den neuen Schülerinnen. Schon zu Beginn ihrer Ausbildung, befreunden sich die jungen Frauen und begleiten und unterstützen sich durch ihre Lehrzeit, obwohl sie aus unterschiedlichen Verhältnissen stammen. Edith ist die Tochter eines jüdischen Kaufmanns, der ein riesiges Kaufhaus besitzt. Ihre Berufswahl hat das Brechen mit ihrer Familie zur Folge. Margot Bach ist im vierten Hinterhof eines heruntergekommenen Viertels aufgewachsen, sie ergreift die Chance die ihr die Förderung der Fürsorge bietet, Hebamme zu werden. Die dritte im Bunde Luise Mertens aus einem kleinen Ort in Ostpreußen, wird von ihrer Oma, die als ausgebildete Hebamme arbeitet, auf an die Lehranstalt geschickt um den Beruf von Grund auf und mit den nötigen Zeugnissen zu erlernen. Linda Winterberg erzählt berührend und authentisch von diesen drei unterschiedlichen jungen Frauen und ihrem schweren Weg in die Unabhängigkeit.
Alle 41 Kapitel sind in einer angenehmen Leselänge. Zum Teil mit Ortsangabe und Datum überschrieben, wodurch der Überblick bewahrt werden kann. Die Autorin hat es geschafft, mich durch ihren bildmalerischen, emotionalen Erzählstil wunderbar zu unterhalten. Atmosphärisch dicht und gut recherchiert ließ mich das Buch in die letzten Jahre des Kaiserreiches und Ende des ersten Weltkriegs eintauchen. Winterberg wählte die auktoriale Erzählweise, dadurch ist es möglich bei den Handlungen aller drei Hauptfiguren „dabei“ zu sein und ihre aufregende Geschichte direkt mitzuerleben. Trotz Sterben Elend und Not kann der Leser durch das werdende Leben und die Geburt zu jeder Zeit einen Funken Hoffnung erkennen. Auch der Ausbruch der spanischen Grippe, die zwischen 1918 und 1920 Millionen Menschenopfer forderte, wurde zum Thema gemacht. Tatsächlich habe ich bei der Lektüre öfters geweint als gelacht. Die Charaktere sind äußerst sympathisch und ihre Handlung unbedingt nachvollziehbar. Auch einige Nebencharaktere hoffe ich in den Folgebänden wieder zu treffen. Mir ist aufgefallen, dass die Neugeborenen hauptsächlich Mädchen waren. Mäßige Spannung ist vorhanden, jedoch wurden die Nöte und Gefahren für meinen Geschmack immer viel zu schnell behoben. Die Autorin überrascht jedoch am Ende mit einer unvorhergesehenen Wendung. Immer wieder ist es mir trotzdem gelungen in dieser Zeit zu versinken nicht zuletzt weil einige reale Figuren im Buch vorhanden sind, der Spartakusbund, mit Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, Leo Jogiches und Max Reichpietsch, alles Figuren die Geschichte gemacht haben. Auch der Leiter der Frauenklinik Professor Hammerschlag ist real. Dies zeigt Authentizität und zeugt von guter Recherchearbeit. Auch am Ende bleibt ein bittersüßer Geschmack, denn als zum Ende des Buches sich alle über das Ende des Krieges und der Beginn der Republik freuen, ist der Leser sich schon bewusst, was auf die junge Republik und auch die Charaktere, vor allem Edith, in den weiteren Büchern noch alles zukommen wird. Ich will auf alle Fälle dabei sein. Von mir eine Leseempfehlung und 4 Sterne.

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Herzlich willkommen im Leben
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Ratlos

All das zu verlieren von Leïla Slimani

All das zu verlieren, Roman von Leila Slimani, 224 Seiten, erschienen im Luchterhand Verlag
Roman über eine Arztfrau die sich in ihrer Sexsucht verliert.
Adele schön, gutaussehend, stilvoll könnte eigentlich mit ihrem Leben zufrieden sein. Sie hat einen kleinen Sohn Lucien, der ihr lästig ist. Ihr Mann ist Chirurg, sie leben in einem angesehenen Pariser Viertel, in der Nähe von Montmatre.

Sei reisen viel, er beschenkt sie. Nebenbei arbeitet sie als Journalistin bei einer Pariser Tageszeitung. Sie ist trotz allem nicht mit ihrem Leben zufrieden. Und obwohl sie weiß, dass sie alles verlieren könnte gibt sie sich wildfremden Männern hin. Es ist wie eine Sucht.
Ich bin wirklich ratlos über dieses Buch. Ich verstehe die Protagonistin nicht, ich verstehe auch nicht was die Autorin mit dieser Geschichte ausdrücken will. Das Buch hat mich absolut nicht erreicht. Eher fühle ich mich immer wieder vom Verhalten der Protagonistin angewidert, die kultivierte schöne Frau hat es nicht nötig sich, von zum Teil von sogar sehr abstoßenden Männern, so erniedrigend benutzen zu lassen. Obwohl immer wieder Szenen aus ihrer Kindheit und Jugend beschrieben werden, konnte ich für ihre Promiskuität keine Ursache finden. Ihr Mann kann ihr seine Liebe nicht so richtig zeigen, trotzdem stößt er sie nicht von sich. Die Szenen sind unpornografisch dargestellt. Mich hat das Buch traurig gestimmt. Selbst die Spannung ist hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben. Das Ende wirft mehr Fragen auf als es beantwortet. Der Vergleich mit der „Bovary“ hält bei mir nicht stand, die einzige Parallele konnte ich nur durch die Gegebenheit erkennen, dass es sich bei beiden um Arztfrauen handelt die sexsüchtig sind. Es fehlt in dieser Erzählung einfach an Tragik und auch an Romantik. Auch hätte man aus den Figuren mehr herausholen können. Weil es sich um kurze Kapitel und eine niedrige Seitenzahl handelt, hatte ich das Buch an einem Tag ausgelesen. Da ich vor einiger Zeit schon ein Buch von Slimani gelesen habe, welches mir gefallen hat. (Dann schlaf auch du) Bin ich überhaupt erst auf diesen Band aufmerksam geworden. Es hat sich nicht gelohnt.

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Kommissariat "Ungeklärte Altfälle"

Unbarmherzig von Inge Löhnig

Unbarmherzig, Kriminalroman von Inge Löhnig, 384 Seiten, erschienen im Ullstein Verlag.
Gina Angelucci ermittelt in ihrem zweiten Fall.
Die Kommissarin Gina Angelucci ist nach ihrer Elternzeit wieder ins Kommissariat „Cold Cases“ für ungeklärte Altfälle, K12 zurückgekehrt. Dort gibt es jede Menge zu tun, doch Skelettfunde in Altbruck etwas nördlich von München lassen sie nicht los.

Gegen den Widerstand des Oberstaatsanwalts beginnt sie zu ermitteln. Die erste Spur führt in das neu ausgewiesene Gewerbegebiet der Gemeinde, wo sich zur Zeit des Nationalsozialismus eine Munitionsfabrik befand. Das männliche Skelett scheint zu einem jungen Mann zu gehören der aus der Nähe kam und in den letzten Kriegsmonaten verschwunden ist, das weibliche Opfer jedoch, welches aus dem Baltikum zu stammen scheint, gibt Rätsel auf. Könnte es sich um die sterblichen Überreste einer jungen Lettin handeln die zeitgleich mit dem jungen Mann verschwunden ist? Gina will es sich zur Aufgabe machen, den Toten ihre Identität wieder zu geben. Doch nicht alle Bewohner des Dorfes sind an einer Lösung des Falls interessiert.
Schon im Prolog ist der Leser dabei als ein Liebespaar erschossen wird, die Spannung setzt also unmittelbar bei Beginn des Buches ein. 51 Kapitel in angenehmer Länge, lebhafte Dialoge, zum Teil im Dialekt, was mir besondere Freude machte, bildhafter Schreibstil und hervorragend gezeichnete Charaktere waren der Grund, warum ich sofort in Lesefluss kam und ungern die Lektüre unterbrach. Bis der Fall geklärt und der letzte Satz gelesen war fiel es mir schwer, das Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Die Autorin verwendete die auktoriale Erzählweise, der Leser ist also immer nah am Geschehen und etwas besser informiert als die ermittelnden Beamten. Es handelt sich um einen Plot in zwei Zeitebenen, zum einen kursiv geschrieben und somit deutlich hervorgehoben, der Rückblick ins Jahr 1944, als Tagebucheintrag der Lettin Kairi. Zum anderen die Gegenwart, die die Ermittlungsarbeit und das nicht minder aufregende Privatleben der Kommissarin aufzeigt. Gleichzeitig wird auch ein langjähriges Eifersuchtsdrama, und eine daraus resultierende, mir sehr zu Herzen gehende, Familienfehde erzählt. Löhnig hat mich mit diesem atmosphärisch dichten Kriminalroman hervorragend unterhalten, obwohl ich den Vorgängerband nicht gelesen habe hatte ich keinerlei Mühe der Geschichte zu folgen. Besonders anrührend fand ich die Bestrebungen der Protagonistin, den Familien der Opfer, nach so vielen Jahren noch die Gewissheit über das Schicksal ihrer Lieben zu geben. Das wurde auch im Buch zu einem zufriedenstellenden Abschluss gebracht. Die Charaktere sind gut gelungen. Gina war natürlich meine Lieblingsfigur, eine gute Polizistin und Mutter. Den beiden verfeindeten Cousinen Lisbeth und Toni gehörte meine Sympathie, wie auch der jungen Zwangsarbeiterin Kairi. Ihre Notizen im Tagebuch haben mich zu Tränen gerührt. Inge Löhnig gibt allen Figuren ihre Geschichte, selbst den eher unbedeutenden. Ein überaus ergreifender Plot aus der Nazi-Zeit und die Spannung aus den gegenwärtigen Ermittlungen ,dazu der private Stalker-Fall. Ich bin begeistert und der Vorgängerband steht nun ganz oben auf meiner Leseliste.
Ich hoffe, dass es noch weitere Gelegenheiten gibt, Gina Angelucci, ihre sympathische Familie und die tüchtigen Kollegen, bei weiteren Fällen zu begegnen. Eine absolute Leseempfehlung für die Fans von Inge Löhnig. Ein mitreißender Krimi, der alles hat, was eine fesselnde Geschichte braucht, deshalb von mir 5 Sterne.

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Kommissariat "Ungeklärte Altfälle"
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Mobbing

R.I.P. von Inge Löhnig

R.I.P., Thriller von Yrsa Sigurdardottir, 444 Seiten, erschienen im btb-Verlag.
Kommissar Huldar, seine Chefin Erla und die Psychologin Freyja ermitteln wieder.
Das Mädchen Stella wird in einem Kino in dem sie arbeitet, überfallen. Der Täter lässt sie um Verzeihung flehen, erschlägt sie auf brutalste Weise und schleppt sie aus dem Kino.

Kurz darauf wird ihre Leiche in einem Hinterhof gefunden, dabei ein Blatt mit der Ziffer zwei darauf. Kurz darauf wird in seinem Elternhaus ein weiterer Jugendlicher zusammengeschlagen, diese Tat wird ebenso, wie die Tat an Stella, über Social Media an seine Klassenkameraden und Freunde weitergeleitet, er wird in einem Container gefunden, dabei ein Blatt mit der Nummer drei. Kommissar Huldar und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Wer ist der Mörder der die jungen Menschen so eiskalt und brutal ermordet und was haben sie verbrochen um den Tod zu verdienen? Auf der Suche nach dem Opfer Nummer eins und dem Täter, stoßen die Ermittler auf menschliche Abgründe. Die ermordeten Schüler haben auf gemeinste Weise Mitschüler gemobbt.
42 aufregende Kapitel in angenehmer Leselänge, lebendige Dialoge, ein auktorialer Erzählstil, bildhafte Beschreibung des Settings und der Personen machten die Lektüre zu einem wahren Lesevergnügen. Wie auch der Vorgängerband hat mich R.I.P. bestens unterhalten.
Ich habe das vorangehende Buch gelesen, was aber m. E. zum Verständnis des vorliegenden Bandes nicht nötig ist. Huldar hat sein angespanntes Verhältnis zu den Damen in seinem Team noch nicht klären können, Erla ist auf ihn sauer und Freyja geht ihm immer noch aus dem Weg was den Plot belebt aber die Nachforschungen auch etwas behindert. Der Anfang ist gut beschrieben und ich hatte keine Mühe sofort in Lesefluss zu kommen. Die Ermittlungen sind logisch und die Polizeiarbeit ist interessant erklärt. Der Spannungsbogen zieht sich vom ersten Kapitel bis zur letzten Seite. Die Taten sind schonungslos, jedoch gut beschrieben. Die Personen sind hervorragend charakterisiert und handeln nachvollziehbar. In der Mitte der Geschichte meinte ich den Täter ausgemacht zu haben, doch die Autorin hat es geschickt verstanden, den Leser auf die Falsche Fährte zu locken und immer wieder unerwartete Wendungen einzubauen, die Lösung des Falls hat mich letztendlich total verblüfft. Da die einzelnen Abschnitte oft mit einem Cliffhänger enden, hat mich die Geschichte einfach nicht losgelassen ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Blogeinträge von „Vala“ in kursiver Schrift, die dazwischen eingestreut waren, haben mich betroffen gemacht, das Thema „Mobbing“ vor allem in sozialen Medien, das auch den Taten zugrunde liegt, wurde im Buch hervorragend herausgearbeitet. Wieder einmal hat es Sigurdardottir geschafft einen erstklassigen, spannenden und unterhaltsamen Thriller vorzulegen. Ich bin begeistert und hoffe, dass ich den „Hauptdarstellern“ in einem weiteren Islandthriller begegnen werde. Eine absolute Leseempfehlung für die Genießer von skandinavischen Krimis und vor allem für die Fans der Autorin. Dafür verdiente fünf Sterne.

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Mobbing
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Weiße Fracht - Lost III

Weiße Fracht von Gil Ribeiro

Lost in Fuseta III –Weiße Fracht, Portugal-Krimi von Gil Ribeiro, 390 Seiten, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch.
Der Hamburger „Austausch-Kriminaler“ Leander Lost ermittelt in seinem 3. portugiesischen Fall.
Leander Lost ist etwas Besonderes, ein Asperger-Autist, Eidetiker, liebenswerter Hamburger Kommissar in Diensten der portugiesischen Policia Judicária.

Zusammen mit Sub-Inspektor Graciana Rosado und Carlos Esteves ermittelt er in seinem neuesten Fall. In Fuseta wird die Leiche des deutschen Aussteigers Uwe Ronneberg gefunden. Im nahegelegenen Tavira ereignet sich ein weiterer Mord an der Lehrerin Isamara Alves, stehen die Taten miteinander in Verbindung und hat das etwas mit einer gigantischen Drogenlieferung, die in Kürze die portugiesische Küste erreichen soll, zu tun? An der Algarve wird wieder auf Hochtouren ermittelt.
Ich habe Lost in Fuseta I und II gelesen und mich schon sehr auf den neuen Band gefreut. Durch meine Vorkenntnisse war ich mit „Land und Leuten“ schon vertraut und konnte mich von Anfang an auf den neuen Fall einlassen, zwar ist es nicht zwingend notwendig, die Vorgängerbände zu kennen, aber es erleichterte mir die Lektüre enorm. Ribeiro spart nicht mit kursiv gedruckten portugiesischen Redewendungen, Straßen, Landschaften Speisen und Namen. Die Handlung geht über einen Zeitraum von fünf Tagen, die auf 41 Kapitel aufgeteilt sind, das war hilfreich, weil sehr übersichtlich. Die handelnden Personen waren hervorragend charakterisiert und liebevoll gezeichnet. Natürlich war Leander meine Lieblingsperson, der Protagonist ist wirklich ein sehr liebenswerter Mensch, der so offen und ehrlich und in manchen Situationen auch mal unbeholfen agiert, woraus sich so manche nette Situationskomik ergab. Er kann z.B. nicht lügen. Auch in seiner Beziehung zu Soraia, der Schwester von Graciana Rosado steht er sich hier gerne selbst im Wege. Mit seiner Inselbegabung, seinem fotografischen Gedächtnis konnte er wieder einmal viel zur Lösung des Falls beitragen. Der Plot ist in auktorialer Erzählweise verfasst. Die einzelnen Bedrohungen waren für meinen Geschmack immer etwas zu schnell „entschärft“ und gelöst , aber es gibt auch immer wieder neue Wendungen, die überraschen, deshalb ist stets für Spannung gesorgt. Die beiden Ermittler M&M aus Deutschland haben die Erzählung humorvoll belebt. Nicht gefallen, hat mir bei diesem Fall, dass sich der Protagonist gerne eine „Nase voll“ von der „weißen Fracht“, dem Kokain gönnt, das hätte sich der Autor sparen können, Die Figur Leander ist m. M. nach interessant genug. Der Handlung konnte ich zu jederzeit gut folgen, die Charaktere agierten nachvollziehbar und größtenteils logisch.
Zum Ende wurde es noch einmal richtig spannend und es sieht so aus als ob der „Alemao“ nun endgültig in Fuseta und in der Familie Rosado angekommen wäre. Deshalb hoffe ich auch auf eine Fortsetzung der Reihe, durch einen vierten Band. Von mir 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Neueinsteiger und die Fans der Reihe.

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Weiße Fracht - Lost III
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Edith Piaf - Der Spatz von Paris

Madame Piaf und das Lied der Liebe von Michelle Marly

Madame Piaf und das Lied der Liebe, Roman von Michelle Marly, 448 Seiten erschienen im Aufbau Taschenbuch-Verlag.
Edith Piaf – sie verkörperte den Mut zu lieben wie keine andere und ging in ihrer Kunst wie im Leben bis zum Äußersten.
Nach dem Ende der deutschen Besatzung in Paris wird „die Piaf“ der Kollaboration angeklagt, sie muss mit einem Auftrittsverbot rechnen.

In dieser Zeit lernt sie den jungen Yves Montand kennen und lieben. Diese große Zeit ihres Schaffens inspiriert sie zum Lied ihres Lebens – la vie en rose.
Das Buch gliedert sich in Epilog, einen Prolog, drei Teile und ein Nachwort. Jeder beginnende Teil ist sehr plakativ gestaltet. Mit einem schönen Rahmen einer Jahreszahl, dem dazu passenden Lied der Piaf und einem Zitat, überwiegend von der Künstlerin. Ein sehr lebendiges Buch, das sich durch lebhafte Dialoge auszeichnet, die Rückblicke, Erinnerungen an den passenden Stellen, besondere Wörter und Zeilen aus Liedtexten sind kursiv hervorgehoben. Die Autorin hat sich des auktorialen Erzählstils bedient, jederzeit konnte ich der Handlung folgen. Einzelne Kapitel sind zur besseren Übersicht mit den Orten des Geschehens überschrieben. Mannigfaltige Aphorismen der kleinen großen Frau, sind vorhanden und wert, dass man sie sich merkt, z.B. „Moral ist, wenn man so lebt, dass es gar keinen Spaß macht, so zu leben“ oder „Ohne Liebe ist man nichts“. Mit der Liebe und den Männern hatte sie kein Glück, das beweisen auch folgende Worte der Französin:“Stets ist die Liebe vor mir geflohen, nie konnte ich den, den ich liebte, lange in den Armen halten“. Der Hauptteil des Buches beschreibt die Zeit, die sie zuerst als Förderin und auch Geliebte von Yves Montand verbracht hat. Sie fühlte sich an seiner Seite als weiblicher Pygmalion, als er als Star groß herausgekommen war, trennte sie sich von ihm. Über diese Liebe textete und komponierte sie das Chanson „La vie en rose“. Eine große Liebe verband sie auch mit dem Mittelgewichtsweltmeister Marcel Cerdan der bei einem Flugzeugabsturz den Tod fand. Sie kannte keine Misserfolge ihre Niederlagen waren menschlicher Natur. Im Nachwort wird über ihr weiteres Leben ihre Krankheiten und ihren Tod am 10. Oktober 1963 berichtet. Das war der Vollständigkeit halber für mich sehr wichtig. Obwohl es sich hier um einen Roman handelt merkt man unbedingt, dass die Autorin sehr gute Recherchearbeit geleistet hat. Z.B. warum Madame Piaf so eine glühende Verehrerin der hl. Therese von Lisieux und gläubige Christin war. Auch über die historischen Hintergründe fühlte ich mich bestens informiert. Der Roman über das bewegende Leben dieser fantastischen Künstlerin, der Stimme von Frankreich, hat mich hervorragend unterhalten. Ich wollte das Buch nicht aus der Hand legen. Nebenbei habe ich öfters im Netz recherchiert und mir die Chansons angehört. Ständig hatte ich beim Lesen die Melodien der Sängerin im Ohr.
Ein absolut bezauberndes und zu Herzen gehendes Buch. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne.

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Edith Piaf - Der Spatz von Paris
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Haus am See

Madame Piaf und das Lied der Liebe von Michelle Marly

Das Haus der Sehnsucht, Liebesroman von Romina Gold, Ebook, 281 Seiten, erschienen im FeuerWerke-Verlag.
Eine romantische Geschichte über Liebe, Verzicht und Pflichtgefühl.
Michelle Mayfield ist eine erfolgreiche Schriftstellerin und ihrer Lektorin und Mentorin Clare Seymore freundschaftlich verbunden.

Bei einem Besuch lernt sie deren Mann Alex kennen. Michelle und Alex verlieben sich ineinander. Da Clare seit der Geburt ihres Sohnes unter schweren Depressionen leidet, können Michelle und Alex ihre große Liebe nur heimlich ausleben. Als Clares Gesundheitszustand sich dramatisch verschlechtert und Michelle durch Umstände dir ihr Leben verändern werden, vor eine Entscheidung gestellt wird, trennen sich beide und Michelle findet Ruhe und Geborgenheit in einem kleinen Haus am Pleasant Lake. Dort trifft sie auf den sympathischen Matt der ihr in dieser kummervollen Zeit zur Seite steht. Durch einen weiteren schockierenden Schicksalsschlag ist Michelle gezwungen sich zu entscheiden.
Das Buch ist in 31 überschaubare Kapitel aufgeteilt, die abwechslungsweise aus der Sicht von Alex und Clare erzählen. Romina Gold erzählt die Geschichte in einem mitreißenden und flüssigen Stil, da ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte, habe ich es an einem Tag ausgelesen. Das Setting war hervorragend beschrieben, die Gärten, die blühenden Rosen und auch die Sonnenuntergänge am See, hat die Autorin sehr bildhaft dargestellt. Die lebhaften und humorvollen Dialoge besonders mit Matt haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Abwechselnd mit romantischen und auch traurigen Szenen fühlte ich mich bei der Lektüre bestens unterhalten. Es war spannend zu verfolgen wie sich Michelle weiterentwickelt und letztendlich entschieden hat. Eine unerwartete Wendung hat mich verblüfft. Zu jeder Zeit erscheint die Geschichte logisch und die Charaktere handelten nachvollziehbar. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Matt und seine Mutter Debbie, die Michelle in ihrer schlimmsten Zeit so treu unterstützt haben. Auch Alex und Michelle waren sympathische Figuren, mit einem Happy End egal in welcher Konstellation habe ich gerechnet und wurde auch nicht enttäuscht. Dieser Satz auf S.251 hat mir sehr gut gefallen: „Es schien etwas Wahres dran zu sein, dass Kinder und Bücher Brücken bauen.“
Ein schönes Buch, das mich gut unterhalten hat. Sehr zu empfehlen für die Fans von unkomplizierten Liebesromanen. Von mir 5 Sterne weil ich keine Kritikpunkte entdecken konnte.

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Abrechnung

Nemesis von Michelle Marly

Nemesis, Thriller von Jilliane Hoffman, 521 Seiten, erschienen im Wunderlich-Verlag.
Der abschließende Band der Cupido-Reihe
Auf einer Müllkippe in Südflorida wird die enthauptete Leiche einer jungen Frau gefunden. Auf der Schulter trägt das Opfer ein Brandzeichen. Staatsanwältin C.J. Townsend ist alarmiert, das Brandzeichen weist auf eine Mordserie hin, für die vor einigen Jahren ein dubioser Club verantwortlich war.

Diesem Club gehörte auch Bill Bantling alias Cupido an, der C.J. vor vielen Jahren brutal vergewaltigt und verletzt hatte. Bei diesem Club handelt es sich um etliche schwerreiche Prominente, Sportler und auch Politiker, die Unmengen von Geld dafür bezahlen um live am Bildschirm die Schändung und Tötung junger Frauen mitzuerleben. Bald wird C.J. klar, dass den Opfern vor Gericht niemals Gerechtigkeit widerfahren würde, da die Mitspieler bei diesem „Spiel ohne Grenzen“ zu reich und zu einflussreich sind um jemals von der Justiz belangt zu werden. Als wieder eine junge Frau verschwindet, muss C.J. eine folgenschwere Entscheidung treffen.
Das Buch teilt sich in überschaubare 94 Kapitel, in einer angenehmen Länge. Im auktorialen Stil erzählt Hoffman, den finalen Teil der Reihe um die Juristin C.J. Townsend. Überdeutlich sind die Chatverläufe oder Telefonnachrichten dargestellt. Eigennamen und besondere Phrasen sind fett gedruckt, Gedanken, Zitate und Rückblicke sind kursiv dargestellt, Smileys wurden verwendet. Vor dem Kapitel 75 wurde ein zur Story passendes Poem der Schriftstellerin Nikita Gill eingefügt. Ebenso vor Kapitel 5 ein Vers aus dem AT (Hesekiel 25,17). Die handelnden Personen hatten Tiefe und waren hervorragend gezeichnet, auch das Setting hat Hofmann mit ihren bildhaften Beschreibungen gut dargestellt. Ich könnte mir die Story sehr gut als Film vorstellen. Die emotionsgeladenen Dialoge, besonders zwischen C.J. und ihrem Gatten Dom machten den Thriller überaus lebendig. Gut gefallen hat mir, dass auch aus dem Privatleben der Ermittlerin einiges erzählt wurde, das macht die Charaktere sympathisch.
Die bisherigen Bücher habe ich vor Jahren schon gelesen, war aber sofort wieder in der Geschichte drin. Es ist mir außerordentlich schwer gefallen, das Buch aus der Hand zu legen, die Spannung beginnt auf den ersten Seiten und endet beim Schlusspunkt. Ich finde die Protagonistin hat sich im Laufe der Jahre, vom ersten Buch an, emotional sehr weiterentwickelt. Ihre Gefühle und Gedanken konnte ich absolut nachvollziehen. Ihre Taten jedoch nicht. Und das ist der Punkt an dem ich etwas enttäuscht war, stets bewies die Protagonistin Rückgrat und Korrektheit, sie war immer ein Vorbild darin das Gesetz zu wahren, egal welche Emotionen sie berührten. Doch hier nimmt sie das Gesetz selbst in die Hand, welches sie Kraft ihres Amtes schützen sollte und kommt damit auch noch durch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Townsend mit ihren einschlägigen Beweisen und der Liste mit Namen, nicht auf legalem Weg, diesen Verbrechern Einhalt hätte gebieten können.
Der Titel des Buches „Nemesis“ ist wie auch in den Vorgängerbänden sehr gut gewählt. Dieses Buch ist gut als Einzelband zu lesen, denn die Vorgeschichte ist gut in die Erzählung integriert. Jedoch sollte man sich die gesamte Reihe nicht entgehen lassen. Eine Leseempfehlung und 4 von 5 Sternen.

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Abrechnung