Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Very British
Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar von Robert Thorogood
Judith Potts ist eine 77-jährige, schrullig-sympathische, exzentrische Seniorin mit einem messerscharfen Verstand, die für ihr Leben gerne puzzelt, beruflich Kreuzworträtsel für Zeitungen anfertigt, immer ein Döschen Fruchtbonbons in der Tasche parat hat und sich jeden Abend - gerne nach einem Nacktbad in der Themse - ein Schlückchen Whisky gönnt.
In Marlow ist die Witwe mit ihrer unverblümten, schnörkellos-frechen Art bekannt wie ein bunter Hund, wohnt sie doch in dem wunderschönen alten Herrenhaus, dessen beeindruckende Fassade zum Glück nicht darauf schließen lässt, wie unaufgeräumt und verstaubt es drinnen aussieht. Judith kümmert sich nicht groß um Ordnung, gemütlich muss es sein. In vielen von Judiths Eigenarten habe ich mich wiedererkannt, sei es ihr Schimpfen über Tauben oder ihre Wertschätzung von Kindern, ihr Optimismus, ihr Gerechtigkeitssinn oder ihre Neugier. Sie ist sehr facettenreich ausgearbeitet worden und hat die klassischen Ecken und Kanten, die man sich von Romanfiguren immer wünscht, damit sie glaubwürdig erscheinen. Selbiges gilt für ihre neuen Bekanntschaften, die Hundesitterin Suzie, die nie ein Blatt vor den Mund nimmt, und die ordnungsliebende, perfektionistische Pfarrersfrau und Anwärterin auf den Titel 'Hausfrau des Jahres': Becks Starling – "also eigentlich Becky Starling, also eigentlich Rebecca". Dass diese drei so gänzlich unterschiedlichen Damen plötzlich zueinander gefunden und sich angefreundet haben, liegt daran, dass Judiths beschauliches Leben und die von ihr geschätzte Ruhe empfindlich gestört worden sind, denn "Stefan Dunwoody, ihr Freund und Nachbar, war erschossen worden" – und die Polizei tritt auf der Stelle. Detective Sergeant Tanika Malik, die neben Becks aufgrund ihrer unterschwelligen Liebenswürdigkeit und nahbaren Art zu meinen Lieblingsfiguren des Werks zählt, staunt nicht schlecht über die eigenmächtigen Ermittlungen des sonderbaren Trios. Und als es zu einem zweiten Mord kommt, wird es immer gefährlicher im malerischen Marlow.
Die Gesamtkonstellation der Figuren gefiel mir hervorragend, obwohl ich mich nicht für alle weiblichen Hauptfiguren 100%ig erwärmen konnte. Sowohl Judiths als auch Suzies zum Teil dreistes Verhalten und ihre oftmals (grundlos) trotzige Wortwahl empfand ich als einen Tick zu respektlos. Mag sein, dass man sich im Alter sagt, man müsse auf gewisse gesellschaftliche Gepflogenheiten keine Rücksicht mehr nehmen, doch ein wenig mehr Taktgefühl hätte ich schön gefunden. Von den Hintergründen der Mordfälle war ich sehr überrascht, auf diese clevere Lösung wäre ich nie gekommen. Der Weg dorthin hatte vor allem im letzten Drittel ein paar Längen, die der Geschichte leider etwas an Spannung und Tempo geraubt haben.
Das wundervolle Setting war eines der Highlights für mich, ich würde sofort nach Marlow ziehen! Die Beschreibungen dieses reizenden Städtchens haben es mir total angetan. "An einem Ende der High Street befanden sich eine elegante georgianische Hängebrücke und eine alte Kirche am Flussufer, am anderen stand ein prunkvoller Obelisk, und dazwischen säumten historische Gebäude aus mehreren Jahrhunderten die Straße. Über der High Street waren auf ganzer Länge rot-blaue Wimpel angebracht, die alles zu einem ästhetischen Ganzen, zu einer kleinstadttypischen Postkartenidylle zusammenfügten".
Fazit: Herrlich charmantes Setting, größtenteils sympathische Figuren und ein interessanter Plot, wenn auch mit kleinen Längen. Ich freue mich auf den 2. Band der Reihe und spreche eine Leseempfehlung für alle Fans von Cosy-Crime-Storys aus.
Solider Reihenauftakt
Sternstunde von Corina Bomann
Das mit glänzendem Golddruck veredelte Cover sah so einladend aus, dass ich unbedingt mehr über diesen am Originalschauplatz in Berlin-Zehlendorf spielenden Roman von Autorin Corina Bomann erfahren wollte, welcher den Auftakt zu ihrer beim Penguin Verlag erschienenen Buchreihe "Die Waldfriede-Saga" bildet und auf rund 600 Seiten einen Bogen von 1916 bis ins Jahr 1929 spannt.
Wir erleben die von zahlreichen Hindernissen und Intrigen geprägte Anfangszeit der neu gegründeten Klinik Waldfriede unter Leitung von Herr Dr. Louis Conradi, wo auch die junge Krankenschwester Hanna nach einem schweren Schicksalsschlag einen Neuanfang wagt.
Der Schreibstil ist recht ruhig und angenehm, oftmals sehr detailreich; hin und wieder erschien mir die Story ein wenig langatmig. Erzählt wird in der dritten Person, wobei wir sowohl in Hannas als auch Dr. Conradis Gedanken und Gefühle einen Einblick erhalten. Hanna ist eine sympathische, anfangs leicht naive, äußerst gutmütige Frau, die sich aufgrund eines traumatischen Erlebnisses kaum mehr in der Lage sieht, ihrer Arbeit nachzugehen. "Was taugte eine Krankenschwester, die nicht jeden Kranken pflegen konnte?" Sie hat ein Faible für Technik, was sich als entscheidendes Kriterium erweist, als man ihr einen neuen Job anbietet, der auch einen Röntgenkurs beinhalten wird. Hanna zögert keine Sekunde, denn im Sanatorium Friedensau hält sie nichts mehr. - "Manche Kolleginnen tuschelten bereits hinter ihrem Rücken und behaupteten, dass sie sich nur vor der Arbeit mit den Soldaten drücken wollte." Ihr neuer Vorgesetzter, Dr. Conradi, ist sehr verständnisvoll und freundlich – allerdings ist er auch nur ein - verheirateter - Mann, was ihm im Laufe der Handlung zum Verhängnis zu werden droht. Neben Patientenschicksalen gingen mir vor allem die Geschehnisse um den Klinikhund Prinz zu Herzen.
Angereichert mit (größtenteils persönlichen) Dramen wie boshaften Kolleginnen und Kollegen, Verrat oder verbotenen Gefühlen, entfaltet sich die Geschichte im gemächlichen Tempo. Ich muss gestehen, dass die Entwicklung der zwischenmenschlichen Beziehungen für mich insgesamt spannender war als das an sich unheimlich interessante Setting, von dem ich mir etwas mehr Atmosphäre erwartet hatte. Auch die Schilderung der Nachkriegszeit blieb für mich – im Vergleich mit anderen historischen Romanen – eher schwach, hätte gerne einen Hauch intensiver eingefangen werden können. Manche Intrigen scheinen im Sande zu verlaufen und ließen mich mit unbeantworteten Fragen zurück; ich gehe jedoch stark davon aus, dass in den Folgebänden weiter darauf eingegangen werden wird.
Der christliche Glaube der Adventisten, über den mir zuvor noch nichts bekannt gewesen war, ist ein zentraler Bestandteil der Handlung. Viele im Roman erwähnten Personen und beschriebenen Ereignisse basieren auf wahren Begebenheiten und wurden von der Autorin aus der echten Chronik des Krankenhauses entnommen, welchem sie (nach einem persönlichen Aufenthalt) gerne ein Denkmal setzen möchte. Ihre intensive Recherche und Auseinandersetzung mit der Entstehungsgeschichte des Hauses ist deutlich spürbar.
Fazit: 3 ½ Sterne und eine klare Empfehlung für alle Fans von historischen Romanen und Geschichten mit Krankenhaus-Setting.
Interessante Idee, in der Umsetzung noch ausbaufähig
Das verschlossene Zimmer von Rachel Givney
Ich habe ein Faible für historische Frauenromane; insbesondere Werke, die handlungstechnisch vor dem Hintergrund der zwei Weltkriege angesiedelt sind, faszinieren mich ungemein. Folglich war mein Interesse sofort geweckt, als ich den vielversprechenden Klappentext zu Rachel Givneys im Krakau des Jahres 1939 spielenden Roman "Das verschlossene Zimmer" las.
(Neben dieser Zeitebene gibt es zudem im Jahr 1918 beginnende Rückblicke.)
Erzählt wird in der dritten Person und abwechselnd aus mehreren Perspektiven, hauptsächlich aus Sicht der 17-jährigen Marie, die gerne Medizin studieren möchte, und ihrem Vater Dominik, einem angesehenen Arzt, der seine einzige Tochter lieber heute als morgen verheiratet sehen würde, um sie abgesichert zu wissen. Marie hingegen hat nur Augen für ihren Jugendfreund Ben, einen sympathischen Burschen, dessen einziger Makel sein jüdischer Glaube ist – denn die antisemitische Stimmung im Land heizt sich immer weiter auf und es wird gemunkelt, dass Hitlers Einmarsch bevorsteht. Ausgerechnet jetzt beginnt die bisher stets fügsame Marie zu rebellieren: Sie konvertiert heimlich zum Judentum, um Ben heiraten zu können, stellt unbequeme Fragen über den Verbleib ihrer Mutter und erkennt zunehmend, dass sie ihren allseits für seine Wohltätigkeit bekannten Vater scheinbar gänzlich falsch eingeschätzt hatte. Was ist mit ihrer Mutter geschehen? Wird Marie sie jemals wiedersehen?
Aus einem solch bedeutungsschweren Familiengeheimnis wie einer verschwundenen Mutter lässt sich gewiss eine spannende Geschichte zaubern, sollte man meinen; das geschmackvoll gestaltete, in dunklen Farben gehaltene Cover unterstreicht den Eindruck des Mysteriösen. Insgesamt erfüllte das Werk meine Erwartungen nur bedingt.
Der Schreibstil ist unkompliziert und flüssig, aber leider wirkte er insgesamt irgendwie farblos und lustlos auf mich. Vom Flair der Stadt Krakau spürte ich rein gar nichts, der historische Hintergrund war – abgesehen von der vorherrschenden Judenfeindlichkeit – komplett nebensächlich und auch mit Marie haderte ich; sie war für mich eine blasse Figur, die mir nicht in Erinnerung bleiben wird. Am interessantesten gestaltet fand ich ihren Vater, der schwer einzuschätzen war. Im Krankenhausalltag wurde deutlich, dass er das Herz am rechten Fleck hat und ein sehr gütiger Mensch ist – wieso ist er also strikt gegen Maries Ehe mit einem Juden? Das verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht! Ein weiterer Minuspunkt waren die zahlreichen Schreibfehler; gerade bei Namen sollte man auf die korrekte Schreibweise achten [Karska ≠ Karski], alles andere führt nur zu Verwirrung.
Zwar erschienen mir ein, zwei Passagen etwas langatmig, doch im letzten Drittel überraschte mich die Autorin mit einem kreativen Twist. Ich war so fixiert auf die Romanze des jungen Paares gewesen, auf Maries Nachforschungen sowie ihr auf Vorhaben, zum Medizinstudium zugelassen zu werden, dass ich diese Möglichkeit nie in Betracht gezogen hätte, mit der das Verschwinden von Maries Mutter erklärt wird. Realistisch und glaubwürdig ist die Story nicht, allerdings kann ich das bei einem Unterhaltungsroman hin und wieder verschmerzen.
Mein Lieblingszitat aus dem Werk lautet: "[…] wenn ich nicht mit Liebe leben darf, dann sehe ich keinen Sinn darin, überhaupt zu leben." – Ein durchaus romantischer Gedanke, der typisch ist für die teenagerhafte Naivität der jungen Marie; so schön diese Idee in ihren Ohren klingen mag, über ihre spontane, wenig durchdachte Konversion zum Judentum zu Zeiten der Judenverfolgung habe ich nur ungläubig den Kopf schütteln können.
Fazit: In meinen Augen ist es kein rein historischer Roman, da man von der Atmosphäre der damaligen Zeit kaum etwas spürt (abgesehen von der antisemitischen Stimmung), für eine Einstufung als Liebesgeschichte fehlt es an emotionalen Momenten. Am ehesten sehe ich das Werk noch als Familiengeschichte. Meine 3 Sterne vergebe ich für die hübsche Covergestaltung (inklusive der edlen Gesamtaufmachung mit Lesebändchen), die Grundidee und den allgemein nicht schlechten Schreibstil. Von mir gibt es eine kleine Empfehlung für Fans von Storys über Familiengeheimnisse.
Für meinen Geschmack einen Tick zu deprimierend
Heart Story von Helen Hoang
Für mich war der finale Band der "KISS, LOVE & HEART"-Trilogie (KYSS / Rowohlt Taschenbuch, Januar 2022) gleichzeitig auch das erste Buch aus der Feder von Bestsellerautorin Helen Hoang. Über ihre außergewöhnliche, auf Figuren mit Autismus fokussierte Buchreihe hatte ich bereits viel Positives gehört.
Das traumhaft schöne, in zarten Farben gehaltene und mit Blumen verzierte Cover sowie der Klappentext hatten mich auf eine romantische Love Story hoffen lassen. Mein großes Glück war, dass ich vorab zufällig auf eine Triggerwarnung des Verlags gestoßen war, die es mir ermöglichte, meine Erwartungshaltung noch rechtzeitig dementsprechend anzupassen und mit einer gänzlich anderen Einstellung an das Werk heranzugehen; andernfalls wäre ich sicher enttäuscht gewesen, denn tatsächlich war die Geschichte um Anna und Quan, aus deren Sicht abwechselnd in der Ich-Form erzählt wird, ziemlich harter Tobak.
Auf das Thema Autismus war ich selbstverständlich vorbereitet gewesen, Autistisches Burnout sowie Pflege und Tod eines nahen Familienangehörigen hätten mich allerdings kalt erwischt, deshalb war ich sehr dankbar für die Triggerwarnung.
Ich würde das Werk als modernen erotischen Tragikroman beschreiben. Explizite Szenen sind ebenso zahlreich vorhanden wie Momente, in denen mir das Herz blutete. Neben Depressionen, Scham, Komplexen, Panikattacken und Selbstmordgedanken war es vor allem die hochgradig toxische Beziehung zwischen der weiblichen Hauptfigur und ihrer 15 Jahre älteren Schwester (sowie teilweise ihrer Mutter), die mir wahrscheinlich meine ersten grauen Haare beschert hat, so sehr habe ich mich aufgeregt über Priscillas unverfrorene Respektlosigkeit, ihre Boshaftigkeit und den Mangel an Empathie, insbesondere im Hinblick auf Annas Diagnose. Geschwisterliebe: Fehlanzeige! Stattdessen gab es wüste Beschimpfungen, Gaslighting und emotionale Erpressung vom Feinsten.
Selten habe ich mich so schwergetan mit einer Rezension, da ich unbedingt die richtigen Worte finden möchte, um diesen besonderen Roman fair und nachvollziehbar zu bewerten. Ich muss zugeben, hätte ich die Triggerwarnung früher entdeckt, hätte ich das Werk nicht unbedingt lesen wollen. Inhaltlich war es absolut nicht mein Fall - zu düster, zu deprimierend für meinen Geschmack. Es müssen nicht ausschließlich rosarote, fluffige Wölkchen an meinem Lesehimmel sein, doch eben auch keine permanenten Gewitterwolken, die schwer und grau über mir hängen.
Unabhängig vom Inhalt haben mir die intensive Figurenzeichnung und der direkte, von Sarkasmus, trockenem Humor und viel Feingefühl geprägte Schreibstil sehr gut gefallen. Alles wirkt so greifbar und echt! Ich hatte noch nie zuvor etwas über Masking gelesen und fand die Darstellung der inneren Zerrissenheit Annas grandios – sie will, aber sie kann nicht. Sie weiß, sie sollte, aber der Widerstand in ihr ist zu groß.
Die in meinen Augen wichtigste Message des Romans ist Self-Love. Es ist okay, anders zu sein. Man darf NEIN sagen im Leben zu Dingen, die man nicht tun möchte und zu Menschen, die einen schlecht behandeln. – "Wenn ich nicht für mich eintrete, macht es auch sonst niemand."
Im berührenden Nachwort der Autorin wird deutlich, dass dieses Werk kein x-beliebiges Projekt für sie darstellt, sondern dass sie mit dem Schreibprozess ihre ganz persönlichen Erfahrungen verarbeitet hat. Vor dem Mut, diese privaten Emotionen mit der Welt zu teilen, habe ich größten Respekt.
Fazit: Rundum authentisch, enorm aufwühlend, inspirierend und sexy. Ein sehr spezielles Buch, das ich allen interessierten Lesern und Leserinnen mit ausdrücklichem Verweis auf die Triggerwarnung empfehle.
Starker, wichtiger Roman
Eine Bibliothek in Paris von Janet Skeslien Charles
"Es ist wichtig zu lernen, über unsere Gefühle zu sprechen, bevor sie uns überwältigen. […] Dieser Roman soll eine Liebeserklärung an Bibliotheken und Bibliothekare darstellen." –Autorin Janet Skeslien Charles in einem Interview zu "Eine Bibliothek in Paris"
Romane mit dem Setting einer Buchhandlung oder einer Bibliothek habe ich bereits viele gelesen, aber in keinem davon war die Liebe zur Literatur so spürbar wie in diesem Werk.
Atemlos habe ich Seite um Seite umgeblättert, fand mich mit der jungen Odile zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs im von Deutschland besetzten Paris wieder und lernte sie als Witwe im amerikanischen Montana der 1980er Jahre noch einmal ganz neu kennen, gemeinsam mit dem Teenagermädchen Lily, welches von ihrer geheimnisvollen älteren Nachbarin fasziniert ist. "Alles an Odile war elegant, selbst die Art und Weise, wie sie ihr Sandwich aß. In Froid fiel sie auf wie ein bunter Hund […]. Ich wollte ihre Welt kennenlernen."
Sowohl Odile als auch Lily sind unheimlich facettenreich gezeichnet worden, haben ihre Schwächen und Vorzüge, machen Fehler und entwickeln sich weiter. Meine Lieblingsfigur war die rundum liebenswerte, sensible Engländerin Margaret.
Dieses vielschichtige, auf zwei Zeitebenen spielende Buch ist so viel mehr als nur eine gelungene Mischung aus historischen Fakten und Fiktion, aus emotionaler Tiefe und mitreißendem Schreibstil. – Es ist ein Mahnmal gegen das Vergessen, ein Loblied auf die heilende Kraft der Bücher, auf Courage und Menschlichkeit. Es zeigt, wie wichtig Kommunikation ist, handelt von Hoffnung und Verlust, von Verrat und Vergebung, von Familie und vom Erwachsenwerden, von Freundschaft und Liebe.
Im umfangreichen Anhang sind neben Anregungen für Lesekreise und einem Verzeichnis realer Personen auch ein Quellennachweis sowie ein Interview mit der Autorin enthalten. Ganz wundervoll fand ich die zahlreichen in die Handlung eingeflochtenen französischen Begriffe und bekam richtig Lust, mein altes Vokabelheft hervorzukramen.
Fazit: Voller atmosphärischer Beschreibungen und geprägt von passend gesetzten Perspektivwechseln, regt diese spannende Geschichte um die American Library und ihre Angestellten zum Nachdenken an. Uneingeschränkte Leseempfehlung für alle Fans von historischen Romanen!
Ganz eigen, aber nicht schlecht
Doppelt oder nichts, sagt das Glück von Liane Mars
Puh, ich weiß nicht, was genau ich von diesem Roman erwartet hatte - eine humorvolle, gerne vorhersehbare, gemütlich unterhaltsame Liebeskomödie à la ZDF-Herzkino-Abendprogramm vielleicht -, aber das vorliegende Werk von Liane Mars war absolut unvorhersehbar und ich hätte wohl mit jeder Vermutung danebengelegen.
Rein hinsichtlich der Thematik hätte ich mich eigentlich auf eine tragische Geschichte gefasst machen müssen, denn wenn zwei Schwangere im Geburtsvorbereitungskurs feststellen, dass es sich bei ihrem Partner Peter um denselben Mann handelt (- Emily und er sind seit 6 Jahren verheiratet, Leonie ist Peters Freundin‚ die nicht ahnt, dass er bereits vergeben ist -), dürfte klar sein, dass für mindestens eine von ihnen wahrscheinlich eine Welt zusammenbrechen wird. Die Lebensumstände für beide Frauen ändern sich drastisch und all diese Komplikationen fallen genau in jenen speziellen Zeitraum, in welchem jegliche Form von Stress dringend vermieden werden muss. Aber wie soll frau angesichts solch eines niederträchtigen Verrats noch eine – im wahrsten Sinne des Wortes – ruhige Kugel schieben?!
Die beiden weiblichen Hauptfiguren, Emily und Leonie, sind grundverschieden. Emily plant gerne, ist sensibel und schüchtern, sie wagt es kaum, für ihre Meinung einzustehen; Leonie ist selbstbewusst, schlagfertig und direkt, lässt sich nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen. Emily ist begeistert von Geburtsmeditation, Leonie ist eher der Typ ‚wird schon werden‘. Emily ist verzweifelt angesichts Peters Betrug, Leonie brodelt vor Wut.
Die Darstellung der jeweiligen Gefühlswelt der Figuren ist der Autorin vortrefflich gelungen, ich habe mit Emily mitgelitten, war zusammen mit Leonie, die sich auch noch mit den anstrengenden Eskapaden ihrer getrennten Eltern befassen muss, aufgebracht. Handlungstechnisch passiert nicht wahnsinnig viel, es geht eher darum, wie die beiden Frauen fortan mit der delikaten Situation umgehen und dass sie wider Erwarten Freundinnen werden. Die Message, dass jede Schwangerschaft anders ist und jedes damit einhergehende Gefühl, jede Sorge, jede Angst, zugelassen werden darf und sollte, finde ich sehr wichtig.
Der lockere Schreibstil ist amüsant, umgangssprachlich und unkompliziert gehalten, in vielen Passagen war er mir persönlich einen Tick zu klamaukig und die Ereignisse einfach viel zu unrealistisch, sodass ich mich nicht mit vollem Herzen auf Emily und Leonie, aus deren beider Sicht abwechselnd erzählt wird, einlassen konnte. Ich kann mir das Werk allerdings super als Verfilmung vorstellen und glaube, dass dann gewisse überzeichnete Elemente witzig wirken könnten.
Fazit: Kein Highlight, aber nette Unterhaltung für Zwischendurch.
Entzückendes Hörbuch für Kinder
Die kleine Fledermaus Wegda,1 Audio-CD von Nanna Neßhöver
Ich habe die sechs niedlichen Kurzgeschichten um die liebenswerte, von Autorin Nanna Neßhöver geschaffene kleine Fledermaus Wegda in vertonter Form kennengelernt und bin ganz begeistert von diesem entzückenden, äußerst liebevoll gestalteten Hörbuch, in welchem typische Kinderthemen wie der Wunsch nach einem Haustier oder erste Freundschaften im Fokus stehen.
Auch kuschelige Bettgeh-Rituale werden zelebriert und Routinen verfestigt, vom Putzen der Eckzähnchen über den letzten Pipigang zum Klo vor der Nachtruhe bis hin zum gemütlichen Einmümmeln in die Kuschelsocken, in denen Wegda sich in den Schlaf schaukelt und leise bis 10 zählt. Und natürlich darf auch der Gute-Nacht-Schmatz von den Eltern nicht fehlen!
Das tollpatschige Fledermäuschen mit den großen Füßen hat es sich zur Gewohnheit gemacht, einen kleinen Warnruf verlauten zu lassen, wenn sie sich im Anflug befindet: "Weg da, ich komme!" Daraus hat sich mit der Zeit ihr ulkiger Name ergeben. Und noch etwas ist ganz besonders an Wegda: Im Gegensatz zu anderen Fledermäusen möchte sie nachts schlafen.
Die Stimme von Sprecher Thomas Nicolai ist so angenehm, dass man ihm ewig zuhören könnte; er trägt die einzelnen Geschichten herrlich animiert vor, sodass auch die jüngsten Zuhörer:innen gebannt dem Klang seiner Stimme lauschen.
Wegdas Abenteuer werden instrumental von allerlei Geräuschen untermalt, z.B. dem Schwirren von Glühwürmchen, Fußstapfen, Flügelflattern oder vorgelesenen Geräuschen wie "Rumms" oder "Boing". Es gibt anschauliche Beispiele und zahlreiche Fragen, die direkt an die Kinder gerichtet sind und sie somit in die Geschichte mit einbinden. Zu Beginn ertönt ein langes Musik-Intro, dessen Thema sich zwischen den Geschichten wiederholt und auch am Ende nochmal aufgegriffen wird. Diese sanften Melodien von Robert Neumann sind wunderbar entspannend und laden Groß und Klein zum Träumen ein.
Fazit: Diese tolle CD (Altersempfehlung: ab 3 Jahren, Laufzeit: ca. 1 Stunde) werden wir noch ganz oft anhören! Perfekt geeignet zum gemeinsamen Kuscheln vorm Einschlafen.
Anders als alle Vorgängerbände der Reihe, aber trotzdem schön
Bridgerton - Ein hinreißend verruchter Gentleman von Julia Quinn
Diesem nunmehr 6. Band der Bridgerton-Reihe sah ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Alle Vorgängerwerke hatten mir unheimlich gut gefallen, doch nun würde es um Francesca Bridgerton gehen, die bereits im zarten Alter von 22 Jahren Witwe geworden war und obendrein ihr ungeborenes Kind verloren hatte.
Eine ziemlich ernste Thematik für eine Buchreihe, die bisher vor allem durch romantische Verwicklungen, Humor und Regency-Flair bekannt geworden war. Natürlich fragte ich mich, ob die Autorin ihre gewohnte Erzählweise voller Schalk und Ironie beibehalten oder ihren Ton den traurigen Handlungselementen anpassen, ihn abdämpfen, den Humor quasi herunterfahren würde. Tatsächlich ist die Geschichte um Francesca und Michael zwar deutlich ruhiger und insbesondere zu Beginn dramatischer, als man es vom Bridgerton-Universum kennt, aber nicht minder schön und im Endeffekt umso berührender.
Hinsichtlich des Inhalts verweise ich auf den Klappentext, der höchstens noch um den Punkt ergänzt werden sollte, dass der männliche Hauptprotagonist Michael, der Vetter von Francescas verstorbenem Gatten, schon seit Jahren in die hübsche junge Frau verliebt ist; bereits noch während Johns Lebzeiten hatten ihn deshalb heftige Schuldgefühle geplagt, denn er liebte ihn wie einen Bruder und schämte sich, dass er dessen Frau begehrte.
Unerfüllter Kinderwunsch, Trauer, Schuldgefühle, Neuanfänge…all dies findet sich in Francescas und Michaels Story. Zum Glück bleibt Julia Quinn ihrem Schreibstil treu und das Werk mutiert somit nicht zum deprimierenden Schmöker; vielmehr wird die Handlung regelmäßig durch amüsante Passagen, erotische Szenen sowie durch einfühlsame Mutter-Tochter-Momente aufgelockert. Insbesondere die Tatsache, dass wir Violet Bridgerton hier nicht nur in ihrer Rolle als Mutter von acht Kindern erleben, sondern auch als Witwe, die nach dem Verlust ihres Mannes nie wieder geheiratet hat, brachte mir ihre Figur deutlich näher, als dies in allen vorherigen Bänden der Fall gewesen war. Ich hatte schon immer mehr über sie erfahren wollen und hege große Sympathie für sie.
Die Emotionen und Gedanken von Francesca und Michael, aus deren beider Perspektive in der 3. Person erzählt wird, sind größtenteils nachvollziehbar ausgearbeitet worden. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich dieses Mal den Wandel zur Verliebtheit nicht 100%ig gespürt habe; zack, plötzlich herrschte sexuelle Anziehungskraft. Ich muss zugeben, dass mir die Beiträge aus Lady Whistledowns Gesellschaftsmagazin fehlen; die Kapiteleinleitungen in Form von Briefausschnitten sind allerdings ebenfalls ganz nett und wahrscheinlich passender für diesen ernsten Rahmen.
Fazit: Der wohl bisher tiefgründigste, leiseste und eventuell sündigste (?) Band der Erfolgsreihe! Klare Leseempfehlung für alle Bridgerton-Fans!
Netter Roman für Zwischendurch
Kein Isländer ist auch keine Lösung von Karin Müller
An diesem Roman hat mir vor allem das Setting gefallen; eine Crime Kreuzfahrt inklusive Schreibworkshop ist schon grandios und mal was ganz anderes, eine ausgesprochen kreative Idee! Und dann kamen auch noch die atmosphärischen Beschreibungen der einzigartigen Natur Islands sowie der Färöer-Inseln hinzu, toll!
Wie sehr hatte ich gehofft, dass dieses mit einem niedlichen Cover und einem humorvollen Buchtitel ausgestattete Werk mich begeistern würde! Ich liebe Feel-Good-Storys und gerade in Zeiten, in denen sich meine Reisen auf literarische Ausflüge beschränken, bin ich Feuer und Flamme für Geschichten, die mich träumen und fremde Orte erkunden lassen.
Die beiden weiblichen Hauptfiguren, die 38-jährigen besten Freundinnen Steffie ("kinderlos, […] Karrierefrau, von Beruf Chefin eines florierenden Spielwarenladens") und Merle ("alleinerziehend, Single, unterbezahlt und überbeschäftigt"), haben eine Gruppenreise gebucht; mit der Fähre soll es bis zu ihrem Sehnsuchtsreiseziel gehen: Island. Im hohen Norden wohnt übrigens auch eine Onlinebekanntschaft von Merle: ihr Sprachlernpartner Hannes, von dem sie allerdings noch nie ein Foto gesehen hat. Es soll ein Mädelstrip werden, Merle ist vom Vater ihrer Teenagertochter zu sehr verletzt worden und daher nicht auf der Suche nach einer neuen Liebe – Steffie hingegen findet, Merle sei durchaus bereit für etwas Neues und mischt sich prompt fleißig in das Liebesleben ihrer besten Freundin ein.
Mit fortschreitender Handlung wurden mir die Damen zunehmend unsympathischer – Merle, an sich eine herzensgute Person, die dazu neigt, das Wohl anderer über ihr eigenes zu stellen, rutscht in die Rolle eines naiven, wankelmütigen Teenagers und Steffie beweist regelmäßig, dass sie in erster Linie nur an sich selbst denkt. Ihre Freundschaft wirkte auf mich nicht ausgeglichen; Merle gibt und geht Kompromisse ein, Steffi nimmt und macht, was sie will. Beide bleiben blasse Figuren und werden mir nicht so sehr im Gedächtnis bleiben wie die Nebenfiguren, die zum Teil echte Unikate und enorm liebenswert sind, speziell Lasse und Einar.
Der Schreibstil ist umgangssprachlich und unkompliziert. Humor ist allgegenwärtig und manchmal kam er mir etwas arg herbeigezwungen vor, vielleicht lag dies auch an der mal flapsigen, mal over-the-top-möchte-gern-lustigen Ausdrucksweise in den Dialogen, die eher zu zwei Teenagern auf einer Klassenfahrt gepasst hätte als zu fast 40-jährigen Frauen. Es sollte sicher zeigen, wie ulkig, junggeblieben und modern die Damen sind; mir wurde es schnell zu anstrengend. Vor allem erschien es mir nicht glaubwürdig. Interessanterweise beschränkt sich dieser Eindruck der in meinen Augen unpassenden Wortwahl nur auf die Dialoge zwischen Merle und Steffi.
Sehr lobenswert hervorzuheben ist der Spannungsaufbau in der ersten Hälfte des Buches; ich habe gerätselt und gerätselt – wer ist der ominöse Hannes?
Meine 3 Sterne beruhen auf der Storyidee, dem ausgefallenen Setting (inklusive der wirklich schönen Landschaftsbeschreibungen) und der Gesamtaufmachung des Werkes (niedliches Cover, Vokabelübersicht zu Beginn).
Fazit: Mein Herz habe ich zwar nicht verloren an die Hauptfiguren, dennoch bietet "Kein Isländer ist auch keine Lösung" Fans von locker-flockigen Frauenromanen gewiss unterhaltsame Lesestunden und lädt zum Miträtseln ein; und da jeder Mensch einen anderen Sinn für Humor hat, wer weiß – vielleicht treffen die Dialoge genau euren Geschmack. Mein Highlight waren ganz klar die Landschaftsbeschreibungen, weswegen ich das Werk zudem allen Island-Begeisterten empfehlen kann.
Der Buchtitel ist Programm
Bridgerton - Penelopes pikantes Geheimnis von Julia Quinn
Für meine Rezension des 4. Bandes der international gefeierten und für Netflix verfilmten Bridgerton-Reihe von Bestsellerautorin Julia Quinn orientiere ich mich ausnahmsweise mal am Stil der legendären, mysteriösen Lady Whistledown. Die scharfzüngigen Beiträge in ihrem Gesellschaftsjournal sind bei der klatschsüchtigen Londoner Upper Class der frühen 1820er Jahre gleichermaßen beliebt wie auch gefürchtet; niemand möchte in den Fokus der anonymen Schreiberin geraten, da sie - welch Skandal! – in ihren Artikeln keine schmeichelhaft allgemeinen Namens-Abkürzungen verwendet, sondern stets den vollen Namen der betreffenden Personen nennt.
Aus Lady Furbaby Moms Buchjournal:
Wie meiner geschätzten Leserschaft mittlerweile aufgefallen sein dürfte, bedarf es lediglich einer romantischen, im England der Regency-Zeit spielenden Geschichte voller sympathischer Protagonisten, um mich in Verzückung zu versetzen. Ich kann Ihnen mit Freude versichern, dass – auch wenn ich von Julia Quinn ohnehin nichts Geringeres als ein erfolgreiches Anknüpfen an ihre vorherigen schriftstellerischen Glanzleistungen erwartet hatte - das vorliegende Werk ebendiese Anforderungen vortrefflich erfüllt und mich in meinem Wunsch bestärkt hat, mir alle weiteren Bände der Bridgerton-Reihe zu Gemüte zu führen.
Amüsiert verfolgte ich die von Situationskomik und Wortwitz strotzenden Dialoge während der Annäherung unseres allseits hochgeschätzten, für seinen Charme berühmten – und, wie sich erst kürzlich herausgestellt hat, nur scheinbar hartnäckig auf sein Junggesellendasein bedachten - Mr. Colin Bridgerton und dem wohl noch am wenigsten dummen Mitglied der Featherington-Familie, dem freundlichen, bisher höchst unscheinbaren, stets mit gequältem Gesichtsausdruck am Rande der Tanzfläche anzutreffenden Mauerblümchen Miss Penelope Featherington. Wer beim Durchforsten seines Gedächtnisses nach Erinnerungen an besagte - mit ihren inzwischen schon 28 Jahren nicht mehr ganz taufrische - junge Dame erfolglos bleiben sollte, der rufe sich das Bild einer überreifen Zitrusfrucht vor Augen. Bis heute ist es der Verfasserin dieser Zeilen unbegreiflich, welche Mutter ihre bedauernswerte Tochter in einem solch unvorteilhaften Farbton debütieren lassen kann – wenn Sie mich fragen, war diese Gedankenlosigkeit eine willkommene Vorlage für die wie üblich gehässigen Bemerkungen von Lady Cressida Twombley, die ihre als Besorgnis getarnte Boshaftigkeit seit jeher hinter ihrem makellosen Teint zu verstecken versucht. Glaubt sie denn, wir alle seien Narren? Aber diese niederträchtige Person soll hier nicht weiter erwähnt werden, da Miss Penelope Featherington ein weitaus lohnenswerteres Gesprächsthema abgibt.
Die Tatsache, dass es nun ausgerechnet jener - meines Erachtens bezüglich ihrer Intelligenz hochgradig unterschätzten - Dame gelungen sein soll, den bezaubernden, wenn auch bedenklich oft hungrigen dritten Sprössling der Bridgerton-Brut von seiner Sehnsucht nach monatelangen Reisen zu kurieren und zur dauerhaften Heimkehr in heimatliche Gefilde zu überreden - womöglich gar von den Vorteilen einer längst überfälligen Eheschließung zu überzeugen -, dürfte zweifellos für die ein oder andere, der heftigen Enttäuschung geschuldeten Ohnmacht unter den jungen Damen der Londoner Gesellschaft (und wahrscheinlich nicht minder unter ihren noch ehrgeizigeren Müttern) gesorgt haben. Wie mir zugetragen wurde, hatte nicht einmal die beste Freundin Penelopes, Colins Schwester Eloise, diese in meinen Augen ebenso unterhaltsame wie begrüßenswerte Entwicklung kommen sehen.
Als einziges Manko der ansonsten formidablen, aus der Perspektive von Penelope und Colin geführten Erzählung erachte ich lediglich den unglücklich gewählten Klappentext, welcher den in der reizenden Geschichte selbst treffsicher platzierten Überraschungsmoment grausam ruiniert - ein beklagenswerter Makel, über den die für ihren guten Geschmack bekannten Bridgerton-Sympathisanten jedoch gewiss milde lächelnd hinwegsehen werden. Abschließend erlaube ich mir die persönliche Anmerkung, dass es auch für Neulinge der Reihe nie zu spät ist, diesem erlauchten Kreis beizutreten und dass sich "Penelopes pikantes Geheimnis" diesbezüglich hervorragend als Einstiegslektüre eignet.











