Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Heimweh ist´s, wenn´s daheim weh tut
Bülent Rambichler und der störrische Karpfen von Anja Bogner
Wie schon beim ersten Teil hat mich auch hier wieder das Cover magisch angezogen, aber leider muss ich eingestehen, der Rambichler und ich, wir werden einfach nicht richtig warm miteinander.
Die Grundidee (türkisch-fränkischer Ermittler, vegane Kollegin, fränkisch-dörfliches Umfeld) finde ich nach wie vor gut, die Umsetzung ist aber einfach nicht meins.
Die völlig überzeichneten Figuren, die sehr derbe Ausdrucksweise und der fehlende Spannungsbogen sind meine großen Kritikpunkte. Allerdings liest sich Buch sehr leicht und zwischendrin gibt es durchaus auch Sprüche und Szenen, die mich zum Grinsen gebracht haben. Die Kapitelüberschriften hatten auch etwas (z. B. "Helene und andere Fischer") und wenn dann noch so wie auf S. 153 "Die Legende lebt" auftaucht, dann macht das doch fast einen Stern wett.
Irritiert hat mich etwas die Verwendung des Wortes "Weißbier" - sagt man in Strunzheim denn nicht Weizen?
Insgesamt einfach "too much" für mich - und eher Provinz als Krimi, aber das ist ja Geschmacksache. Neugierig genug auf einen evtl. Band 3 bin ich immer noch.
Raffinierte Rezepte, aber nur bedingt alltagstauglich
Bülent Rambichler und der störrische Karpfen von Anja Bogner
Das Buch ist nach den vier Jahreszeiten gegliedert, das gefällt mir sehr gut, da man - wie der Titel verspricht - saisonal kochen kann.
Außerdem arbeitet es mit dem WW-Prinzip, genauer gesagt mit dem neuen Programm "meinWW" und differenziert nach dem "Grünen" "Blauen" und "Lila Plan".
Ich kenne das Prinzip nicht, das schadet aber auch nichts, da alle Rezepte auch noch die klassische Kalorienangaben haben. Und die Zahlen dahinter sind wirklich klein - so wie man es bei einer Diät auch erwartet.
Die Aufmachung ist sehr hübsch, großformatige Fotos der Rezepte sowie klare und verständliche Kochanleitungen.
Leider hat mir die Auswahl nicht so gut gefallen, es sind oft eher ungewöhnliche Zutaten, ich wüsste gar nicht, wo ich Herbsttrompeten, Kerbelwurzel oder Borretschblüten kaufen könnte, um mal ein paar Beispiele zu nennen.
Fairerweise muss ich aber sagen, dass oft auch Alternativen bei den Zutaten genannt werden.
Auf der anderen Seite macht es das Buch natürlich auch spannend, denn bis dato wusste ich nicht mal, was Herbsttrompeten sind - es ist ja schon schön, wenn man auch etwas Neues entdecken kann.
Aber abgesehen von den Zutatendetails haben mich viele der Rezepte einfach nicht angesprochen.
Aber nun genug genörgelt, hier mal die Auswahl der Rezepte, die ich gerne nachkochen würde, da gibt es schon auch einige:
Tagliatelle mit Lachs und Erbsenpesto
Kohlrabispaghetti mit Tomaten und Hirse
Zucchini-Ziegenkäse-Lasagne
Kürbissüppchen mit Buttermilch (sehr, sehr fein, das habe ich schon ausprobiert; leicht und trotzdem fein und gar nicht fad wie befürchtet)
Shiitake-Zitronengras-Suppe mit pochiertem Ei
Und dann kommt Salbei-Creme-Brulee und ich gestehe dann doch "was der Bauer nicht kennt..."
Toller Wiedererkennungswert für Großstadtkinder
Käthe, Band 1: Der Gorilla-Garten von Veenstra Simone; Loose Anke
Käthe zieht um - von Omas Apfelhof auf dem Land in die Großstadt Berlin. Und kämpft mit widersprüchlichen Gefühlen. Ist es in Ordnung, dass man einerseits seine Freunde vermisst und andererseits aber furchtbar gespannt ist auf all das Neue? Oma hat zum Glück immer einen lustigen und doch weisen Spruch parat, so auch in diesem Fall, aber lest selbst.
Mir hat an dem Buch besonders gut gefallen, dass es für Großstadtkinder so viele Anknüpfungspunkte gibt, sowohl in der Geschichte als auch auf den wunderschönen Illustrationen. Sei es die "Zu verschenken Kiste" auf der Straße oder den Büchertauschschrank oder der Wochenmarkt.
Überhaupt verdienen die Illustrationen ein extra Lob, da sie so farbenfroh, fröhlich und detailreich sind.
Den Wortwitz von Guerilla Garden zu Gorilla Garten hat das Kind allerdings nicht verstanden, das ist zwar für Erwachsene lustig, aber da es sogar der Titel des Buchs ist, fand ich es etwas schade, dass es so am Zielpublikum vorbeigeht. Dem Kind hat das Buch gut gefallen, aber das letzte Fünkelchen zur richtigen Begeisterung hat gefehlt, auch mit dem Ende war es nicht ganz glücklich, da es nur eine Aussicht, aber nicht die tatsächliche Realisierung beinhaltet.
Spannend und wohltuend "normales" Ermittlerteam
Wisting und der Tag der Vermissten von Horst Jørn Lier
Wisting ist ein eher unaufdringlicher, zurückhaltender Krimi.
Der Ermittler, Wisting, kann mit einem alten Fall einfach nicht abschließen. Seit 24 Jahren wälzt er die Akten, die er inzwischen mit nach Hause genommen hat und zum Jahrestag des Verschwindens von Katharina Haugen trifft er sich immer mit ihrem Ehemann.
..
Was zuerst gemächlich beginnt, steigert sich im Verlauf des Buches - der Spannungsbogen steigt ständig an, ohne unerträglich zu werden. Sehr angenehm zu lesen und absolut fesselnd.
Genauso wie der Verzicht auf Gewaltexzesse, die bei skandinavischen Thrillern irgendwie fast dazu gehören - hier nicht.
Zudem mochte ich sowohl Wisting als auch seine Kinder - alle zwar nicht ohne Schicksalsschläge, aber eben ganz "normal", also weder mit Suchtproblemen, Problemen mit Nähe und ähnlichem, wie es die Skandinavier (wenn ich das mal so plump pauschalieren darf) auch oft der Fall ist.
Für mich tatsächlich ein rundum gelungener Krimi, der auch noch mit einer plausiblen Auflösung aufgewartet hat. Ich freue mich schon auf Teil 2 der Cold-Case Reihe.
Sehr abwechslungsreich, aber mich reizt kaum ein Rezept
Quiches von Cora Wetzstein
Ich mag die handlich kleinen GU-Kochbücher sehr gerne, von diesem hier war ich ein wenig enttäuscht.
Unterteilt in drei Kategorien:
Quiches für jeden Tag
Quiches De Luxe
Quiches im Miniformat
gibt es trotz des kleinen Formats sehr viele Rezepte.
Allerdings habt mich bei den beiden erstgenannten Kategorien kein einziges Rezept angesprochen.
Geschmäcker sind verschieden, aber die Kombination waren alle nicht mein Fall (Rote-Bete-Cheesecake mit Knäcke-Walnuss-Crunch oder Endivien-Gorgonzola-Tarte, um mal zwei Beispiele zu nennen).
Die kleinen Minis im dritten Teil haben mir mehr zugesagt, hier fand ich immerhin fünf der zehn vorgestellten Rezepte toll (Birnen-Raclette-Küchlein und Camenbert-Törtchen sind meine Favoriten).
Alles in allem ist es kein Lieblingskochbuch, das ich ständig in die Hand nehme, aber wie gesagt, Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden.
Spannend und auch das Ermittler-Team fand ich richtig gut
Knochengrab von Ellison Cooper
Was zuerst "nur" nach einem Cold Case aussah - ein Knochenfund von größerem Ausmaß, entwickelt sich rasch zu einem sehr aktuellen Fall.
Der Band ist der zweite Band der Reihe, ich kenne den Vorgängerband nicht und hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass ich deshalb nicht so gut folgen kann.
Man kann also sehr gut auch quereinsteigen.
Die Story ist spannend und stellt auch eine gruselige moralische Frage, die wir alle hoffentlich nie beantworten müssen.
Allerdings hatte ich relativ schnell eine dumpfe Ahnung, wer denn der oder die Böse bzw. die Bösen sein könnte(n), dies hat sich im Lesefortschritt zunehmend verdichtet und war dann auch richtig. Also keine superüberraschende Wendung, dafür nachvollziehbar und entwickelt, das ist mir immer noch lieber als so eine völlig aus der hohlen Hand gezogene Abschlusslösung.
Richtig gut hat mir das Ermittlerteam gefallen - samt Chefin. Alle haben (wie fast immer in Thrillern) ihr Päckchen zu tragen, sind aber eine sehr sympathische Truppe.
Nachdem der aktuelle Fall zwar geklärt wurde, die Rahmenhandlung aber noch einige Fragen offen lässt (aber nicht als grässlicher Cliff Hanger, das kann ich nämlich gar leiden), wird es bestimmt bald eine Fortsetzung geben, darauf freue ich mich schon.
Zwar nicht der größte Spaß, den ich je hatte, aber...
Der größte Spaß, den wir je hatten von Claire Lombardo
Ein richtig schöner, dicker Familienroman, der einmal eine andere Perspektive einnimmt.
Marilyn und David sind vierzig Jahre verheiratet und wir dürfen sie über 700 Seiten lang begleiten. Es ist ein eher ruhiges, aber keinesfalls langweiliges Buch und die beiden verbindet eine so tiefe Liebe, dass eine der Tochter sogar die These aufgestellt hat, dass die Liebe zu ihren Kindern niemals die Dimension der ehelichen Liebe erreicht hat.
Nun solle man vermuten, dass bei so einer Basis im Elternhaus auch alle vier Töchter glücklich wurden, doch weit gefehlt. Alle vier sind im Erwachsenenalter weit davon entfernt - auch davon lesen wir.
Verwirrend waren die ständigen Zeitsprünge im Buch - ich war dadurch etwas orientierungslos, habe das aber irgendwann einfach ignoriert.
Mir hat besonders gutgefallen, dass einmal eine glückliche, langandauernde Ehe im Mittelpunkt steht - und die harte Beziehungsarbeit, die das aber auch bedeutet.
Ihr Kinderlein kommet - alle Jahre wieder
Die Weihnachtsgeschwister von Alexa Hennig von Lange
Driving home for Christmas - im Gepäck Kindheitserinnerungen an eine längst verlorengegangene gute alte Zeit.
So auch diese Jahr, die drei Geschwister Elisabeth, Tamara und Ingmar kommen mit ihren Familien im Elternhaus an und das Drama beginnt. Nun ja, eigentlich kündigt es sich schon während der Anreise an.
Die ersten Seiten der Leseprobe haben sofort die angespannte Atmosphäre transportiert - und bei mir den "lesen-wollen-Reflex" ausgelöst.
Leider hat mich der weitere Verlauf des Buches nicht mehr so begeistert, die Charaktere haben ihre jeweilige Position beibehalten, um dann einen sehr plötzlichen Schwenk in Richtung Weihnachts-Happy-End vorzunehmen.
Es war mir insgesamt einfach zu wenig Entwicklung und auch der Klappentext "Über das Wunderbare, das unsere Familien zusammenhält - und wie wir es wiederfinden können" hat sich für mich nicht erfüllt, der Bogen nach all den Verletzungen war für mich nicht überzeugend.
Das klingt jetzt sehr negativ - so soll es aber auch nicht herüberkommen, die Autorin kann sehr gut schreiben und die Familienstreitigkeiten und die Empfindlichkeiten der Charaktere waren sehr überzeugend beschrieben, fast so, als wäre man dabei, es hat mich regelrecht mit heruntergezogen und ich wollte allen drei Geschwistern am liebsten die Meinung sagen.
Aber als Weihnachtsgeschichte, nein, das war nicht mein Weihnachtsbuch 2019.
Basisbackbuch mit dem gewissen Etwas
Von Oma mit Liebe von Katharina Mayer
Das "Oma-Backbuch", wie es bei uns im Haushalt nun heißt, ist ein richtig dicker Wälzer.
Es ist ein Basiskochbuch mit allen Rezepten, die man so liebt, vom Marmorkuchen und Zitronenkuchen bis zur Sachertorte.
Aufgeteilt in vier Kategorien
* Kleine Leckerbissen
* Lieblingskuchen für jeden Tag
* Torten für jeden Anlass
* Trendig & aus aller Welt
hat es aber auch für erfahrende Bäcker*innen noch einige unbekannte Rezepte im Gepäck.
Was es für mich zu einem besonderen Buch macht, ist die liebevolle Gestaltung. Schon das Vorsatzpapier wird mit den Porträts der Backomas und Backopas verziert und auch die jeweiligen Rezepte zeigen ein skizziertes Bild mit einem Zusatztipp.
Dazu jeweils auf einer Doppelseite ein übersichtliches (für mich sehr wichtig) Rezept und ein großflächiges Foto.
Dazu eine richtig schöne Rezeptauswahl aus Klassikern und Neuentdeckungen.
Einziger Wermutstropfen: bei den Gradangaben der Rezepte steht nicht, ob Umluft oder Ober/Unterhitze, das finde ich schwierig, weil es schon einen Unterschied macht. Da musste ich tatsächlich mit der Stäbchenprobe gut aufpassen, sonst wäre mein erster Testkuchen verbrannt.
Davon abgesehen hat das Buch aber auch den Praxistest bestanden, ein köstlicher Marmorkuchen war das Ergebnis.
Das Buch ist m. E. das perfekte Geschenk für den ersten eigenen Haushalt genauso wie für erfahrene Bäcker*innen, die schöne Backbücher sammeln.
Einfach loskochen
Studiküche von Sandra Schumann
Das schlanke GU Kochbüchlein "Studentenküche" ist eine schöne Rezeptsammlung für alle, die schnell, unkompliziert und günstig kochen möchten. Es ist eine Rezeptsammlung, die Anregungen für die flinke Alltagsküche oder auch Kochen für eine etwas größere Runde bietet, durchaus nicht nur für Studenten.
Was es definitiv nicht ist: ein Grundkochbuch, mit dem man das Kochen lernt, dafür ist es logischerweise viel zu dünn.
Mir gefällt die Rezeptsammlung, ausprobiert habe ich bereits die Hähnchen-Tacos mit Salsa (etwas aufgehübscht mit zusätzlich Guacomole und SourCream), ist ruckzuck auf dem Abendessen-Tisch und das Chili-Erdnuss-Hähnchen vom Blech (dauert wegen Kürbis schnippeln etwas länger).
Noch auf meiner Nachkoch-Liste stehen definitiv
*Chai-Porridge mit karamellisierten Früchten
*Curry mit Süßkartoffeln
*Reissalat mit Mango und Limette
*Nudelsalat mit Kichererbsen und Ziegenkäse
*Grüne Soße mit Kartoffeln
*Tomaten-Kokos-Curry
*Schokokuchen mit Salzbrezeln
Ich mag das Buch sehr, weil es einfache Rezepte ohne viel Schnickschnack sind, die trotzdem etwas Neues bieten.










