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Rezensionen von Christina P.:

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Der Unterschied zwischen falschem und echtem Glück

Das Freu

Mafalda bekommt von ihrem Vater das neueste Produkt der Firma "True Happiness Corporation" (THC) geschenkt: Den Fortunator VR, für eine "Verbesserte Realität". Eine mit vielen Sensoren ausgestattete Virtual Reality (VR) Brille, deren Glücks-Coach-Software das Glücksgefühl nachweislich steigern soll.

Und davon hatte Mafalda in letzter Zeit wirklich nicht viel. Nach dem Umzug fehlen ihr noch die Freunde, ihr Vater ist ständig auf Geschäftsreise und ihre Stiefmutter scheint sie auch nicht zu mögen, so oft, wie sie an Mafalda herumnörgelt. Anfangs macht ihr das Programm auch Spaß, eine virtuelle Katze erscheint und ermuntert sie zu diversen Aktionen, welche Mafalda glücklicher machen und das Leben erleichtern sollen. Nur so wirklich glücklich fühlt sie sich noch nicht. Das verspürt sie eher, wenn sie im Nachbargarten dieses mysteriöse blaue Tier beobachtet, welches sich verwandeln kann. Die Nachbarin nennt es "das Freu".

"Geteiltes Freu ist doppeltes Freu."

Ein wunderschönes Buch über das Verbeiten von Glück, ansteckender schlechter Laune sowie den gedankenlosen Missbrauch neuer Technologien. Bildhaft erzählt Karl Olsberg, wie sich Menschen blind auf Technologien verlassen, die ihnen Glück verheißen, bis sie wie Süchtige auf der ewigen Suche nach dem Glück sind, ohne es wirklich zu finden. Sehr schön gefiel mir, wie Mafalda den Fortunatoren misstraut, welche plötzlich wie eine Welle über alle hereinschwappen und von jedem in den höchsten Tönen gelobt werden. Mutig widersetzt sie sich dem Trend, wird ausgegrenzt, beschimpft und von den Eltern sogar zum Tragen des Glücklichmachers gezwungen. Dabei haben die Fortunatoren durchaus auch ihre Vorteile. Sehr lustig war, wie das Zähneputzen plötzlich zur Karaokeparty wurde. Aber macht das Vorgaukeln einer optimierten Realität wirklich glücklich?
Unterhaltsam und bildhaft sensibilisiert diese Erzählung, was wirklich glücklich macht, was das Glücklichmachen anderer bewirkt und wie ansteckend Wut und Ärger sein können.

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Der Unterschied zwischen falschem und echtem Glück
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Spannender Fall mit schockierenden Hintergründen

Zimmer 19

Eine Gewalttat erschüttert die Eröffnung der jährlichen Berlinale. Statt des angekündigten Films wird dem Publikum ein Snuff-Video präsentiert. Die Hauptdarstellerin: Sinje Keller, Tochter des amtierenden Bürgermeisters Otto Keller. Das Publikum ist schockiert. Ist das Ganze nur ein gut inszenierter Fake? Oder die junge Frau wirklich vor laufender Kamera ermordet worden? Die Prominenz fordert ein starkes Ermittlerteam.

Mit dabei: Tom Babylon vom LKA und Psychologin Sita Johanns. Schnell müssen sie feststellen, dass ihre Untersuchungen von ganz oben in bestimmte Richtungen gelenkt werden sollen, einige Machthaber etwas verschleiern wollen. Selbst, als weitere Menschenleben auf dem Spiel stehen, wird versucht, sie auszubremsen. Besonders, wenn es um die Bedeutung der Zahl „19“ in diesem Fall geht. Doch Tom und Sita lassen sich nicht aufhalten…
Spannend geht es weiter in der Reihe um LKA-Ermittler Tom Babylon. Wer den ersten Teil, Schlüssel 17, bereits kennt, wird vertraute Charaktere vorfinden, da das angeforderte Ermittlungsteam dasselbe ist. Hatte der erste Teil Toms Jugend zum Thema, wird nun die Vergangenheit von Psychologin Sita Johanns sowie Toms Jugendfreund Bene Czech beleuchtet.
Der gesamte Fall entwickelt sich spannend. Wie es scheint, haben einige Mächtige der früheren DDR noch so ihre Leichen im Keller versteckt, welche sie um jeden Preis verbergen wollen. Auch die Rückblenden sind sehr interessant, teilweise schockierend, und ergänzen die Ermittlungen nach und nach in einigen Punkten. Zudem gibt es erneut Anspielungen, dass Tom Babylon mit seiner Vermutung richtig liegt, im Grab seiner Schwester Viola läge eine andere Person.
Der Schreibstil des Autors ist dynamisch, es gibt keine unnötigen Längen oder Spannungslöcher in der Handlung. Auch thematisch kann sich der Roman sehen lassen und ist ein würdiger Nachfolger von „Schlüssel 17“. Bin schon gespannt, mit welchem Fall Tom Babylon als nächstes betraut wird.

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Spannender Fall mit schockierenden Hintergründen
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Über Träume und die Magie, die ihnen innewohnt

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte von Laini Taylor

Waise Lazlo arbeitet nach seiner Kindheit im strengen Kloster als städtischer Bibliothekarsgehilfe. Auch wenn sein älterer Kollege ihn ständig drängt, endlich mal die Nase aus den Büchern und Papieren zu nehmen und sich stattdessen um eine Freundin zu bemühen, treibt ihn eine ganz besondere Sehnsucht voran: Weep! Die vergessene Stadt hinter der großen Wüste, einst bekannt für Wissenschaft und Kultur und Ziel jeder Handelskarawane.

Bis von 200 Jahren die Karawanen ausblieben. Einer der alten Möche erzählte Lazlo früher heimlich von dieser faszinierenden Stadt und ihren aussergewöhnlichen Bewohnern. Genaugenommen hat die Stadt einen ganz anderen Namen, doch das Merkwürdige ist: Vor 15 Jahren verschwand dieser Name von einem Moment auf den anderen aus dem Gedächtnis aller, selbst Lazlo kann sich nicht mehr daran erinnern, sosehr er sich auch bemüht. Seitdem versucht er, alles über diesen magischen Ort heraus zu bekommen – und da ist die Bibliothek mit seinen alten Handelspapieren einfach perfekt. Selbst in den alten Märchenbüchern entdeckt Lazlo geschickt versteckte Hinweise.

„Was Märchen betraf, so hatte er begriffen, dass sie die Gedankenwelt ihrer Schöpfer wiedergaben und mit kleinen Wahrheiten gesprenkelt waren – Körnchen von Wirklichkeit inmitten der Fantasie … wie Toastbrösel im Bart eines Zauberers.“ (Zitat Kapitel 4)

Überraschend taucht eine Gruppe Tizerkan, Krieger der Vergessenen Stadt, im Ort auf, dessen Anführer nach Freiwilligen für eine Mission in Weep sucht. Lazlo sieht seine Chance gekommen, seinen Traum endlich mit eigenen Augen zu sehen. Was ihn jedoch erwartet, damit hätte Lazlo selbst in seinen kühnsten Träumen nicht gerechnet…

Diese Buch ist einfach ein Traum! Laini Taylor lässt den Leser an Lazlos Abenteuer teilhaben und eine Welt erleben, welche auf ihre ganz eigene Art fasziniert. Dabei bedient sie sich fantastischen Wesen ebenso wie einer Magie, welche einzigartig sind für die Vergessene Stadt hinter der Wüste. Zugleich hat sie einen bildhaften Schreibstil, welcher es ermöglicht, komplett in die Welt einzutauchen.
Zu Beginn verwirrten mich zwar ein wenig die Rückblenden in Lazlos Leben, welche das ein oder andere erzählen und erläutern sollten. Sie waren spannend, keine Frage, brachten aber die Linearität der Erzählung etwas unangenehm durcheinander. Ohne allzuviel zu verraten kann ich sagen, dass sich noch eine weitere Perspektive im Laufe der Erzählung zu Lazlos dazugesellt, welche wichtig für die Mission der Gruppe ist. Und auch wenn Lazlo bisher glaubte, nur ein einfacher Bibliothekarsgehilfe mit der Neigung zu Phantastereien zu sein, entdeckt er an sich plötzlich eine ganz besondere Fähigkeit.
Die ganze Erzählung ist märchenhaft schön, sowohl inhaltlich wie auch von Erzählstil her. Einziger Wermutstropfen ist, dass der erste Teil des Originals im Deutschen auf zwei Bände gesplittet wurde und somit die Handlung unschön mittendrin abbricht. Das tut mir sehr leid für die Autorin, da der Zauber dadurch gebremst wird, bevor er sich so richtig entfalten kann. Wen das nicht stört, den erwartet auf jeden Fall eine ganz besondere Erzählung mit fantastischen neuen Ideen.

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Über Träume und die Magie, die ihnen innewohnt
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Ausdrucksstark gelesenes Ende eines gewaltigen Fantasy-Epos

CD Die Rabenringe 3 - Gabe von Pettersen Siri

Nach ihren Abenteuern in Ymsland und der Menschenwelt ist Hirka nun durch durch den Steinkreis in Dreysil gelandet, der Welt der Umpiri, bisher bekannt als "Blinde" oder "Totgeborene". Als Tochter des Graal, Blut von seinem Blut sowie zur Hälfte Mensch, wird sie von der Herrscherklasse, den Dreyri, als schwach angesehen und soll doch zugleich den Sieg über Ymsland gewährleisten, um dem Volk die Gabe zurück zu bringen, welche Naiell ihnen einst raubte.

Doch Hirka lässt sich nicht unterkriegen. Sie trotzt der rauen, eisigen Welt, den groben Sitten sowie den Ritualen des Sehers und schmiedet ihre eigenen Pläne. Dazu muss sie sich ihrem Vater entgegen stellen. Doch der hat Schwarzrock Rime An-Elderin, Hirkas große Liebe, in seiner Gewalt, nachdem dieser den Schnabel nahm. Und auch von anderer Seite drohen Rime Gefahren in Ymsland.
Wer bereits die ersten beiden Bände der Rabenringe-Trilogie kennt, wird den dritten Band nicht missen wollen. Endlich erfahren wir mehr über die Totgeborenen, die Nábyrn, welche über tausend Jahre alt werden können und von sich behaupten, als Volk der Umpiri einst vor den Ymsländern deren Welt bewohnt zu haben. Gemeinsam mit Hirka erfährt man mehr über die Brüder Graal und Naiell, über deren Familie und die gesellschaftlichen Strukturen in Dreysil. Auch diesmal findet sich Hirka erstaunlich schnell zurecht, passt sich an und nutzt ihre Instinkte, um sich an die richtigen Personen zu wenden, statt alten Vorurteilen zu folgen.
Parallel dazu nehmen die Machtkämpfe in Ymsland eine erschreckende Wendung. Rime, der Hirka in die Menschenwelt folgte und dadurch seinen Platz im Rat der Zwölf verwirkte, sieht sich tödlichen Intrigen gegenüber, während er zugleich den Wünschen Graals dienen muss, der über den Schnabel aus der Menschenwelt mit ihm verbunden ist.
Mir hat das Ende der Trilogie sehr gut gefallen. Spannung, Gewalt, Intrigen und uralter Aberglaube halten die Spannung hoch, bis es zu einem unerwarteten Showdown der Welten kommt. Zwischendurch wurde es zwar für meinen Geschmack etwas sehr magisch, aber das sei diesem grandiosen Fantasy-Epos verziehen.
Das Hörbuch wird auch im dritten Band wieder erfolgreich von Konstantin Graudus gesprochen, der sowohl die Atmosphäre wie auch die Charaktere hervorragend interpretiert und die Geschichte zu einem unschlagbaren Hörerlebnis werden lässt.

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Ausdrucksstark gelesenes Ende eines gewaltigen Fantasy-Epos
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Unterhaltsamer Ermittlerspaß in Comicform

CD Die Rabenringe 3 - Gabe von Pettersen Siri

Scotland Yard bittet Meisterdetektiv Sherlock Holmes um Hilfe: Zehn Jahre nach den ungeklärten Morden von Jack the Ripper wird erneut eine Ermordete gefunden, welche in dessen Profil passt. Ein Nachahmungstäter? Oder ist etwa der mysteriöse Mörder wieder zurück gekehrt?
In diesem Spielecomic wird man selbst zum Ermittler, schlüpft wahlweise in die Rolle von Sherlock Holmes oder Dr.

Watson und versucht, zwei Mordfälle zu klären. Hierbei hat man es selbst in der Hand, Beweismittel zu entdecken, Verdächtige zu finden und ihnen die richtigen Fragen zu stellen. Je nach gewünschtem Schwierigkeitsgrad hat man eine andere Anzahl an Fragen, welche man den Personen stellen darf. Seine Ermittlungsnotizen notiert der Ermittler sich auf seinem Ermittlungsbogen. Ein ebenfalls im Buch vorliegender Stadtplan ermöglicht es, zu jeder Zeit an die verschiedenen Orte zurück zu kehren. Zwischendurch sind ein paar zusätzliche Rätsel eingebaut. Wer diese lösen kann, wird mit zusätzlichen Informationen belohnt.
Während des Spieles wechselt man zwischen verschiedenen, durchnummerierten Comic-Panels. Oftmals befinden sich in den Bildern Zahlen, welche zu weiteren Panels führen. Um wieder zurück zu finden, ist das Buch mit einem Lesebändchen ausgestattet.
Am Ende des Spieles hat man die Möglichkeit, seinen Tipp abzugeben, wen man glaubt, ermittelt zu haben. Je nach Ermittlungsergebnis führt der Comic zu einem anderen Ende, bevor man die Möglichkeit hat, sich von Sherlock Holmes die Auflösung der Kriminalfälle erklären zu lassen.
Ein wunderschön gezeichneter und aufgemachter Ermittlercomic. Man kann in eigenem Tempo ermitteln und selbst wenn man nicht den richtigen Täter überführt hat, wird man mit einem unterhaltsamen Ende belohnt.

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Ausdrucksstark gelesenes Ende eines gewaltigen Fantasy-Epos
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Grandioses Ende eines aussergewöhnlichen Fantasy-Epos

Die Rabenringe - Gabe von Siri Pettersen

Nach ihren Abenteuern in Ymsland und der Menschenwelt ist Hirka nun durch durch den Steinkreis in Dreysil gelandet, der Welt der Umpiri, bisher bekannt als "Blinde" oder "Totgeborene". Als Tochter des Graal, Blut von seinem Blut sowie zur Hälfte Mensch, wird sie von der Herrscherklasse, den Dreyri, als schwach angesehen und soll doch zugleich den Sieg über Ymsland gewährleisten, um dem Volk die Gabe zurück zu bringen, welche Naiell ihnen einst raubte.

Doch Hirka lässt sich nicht unterkriegen. Sie trotzt der rauen, eisigen Welt, den groben Sitten sowie den Ritualen des Sehers und schmiedet ihre eigenen Pläne. Dazu muss sie sich ihrem Vater entgegen stellen. Doch der hat Schwarzrock Rime An-Elderin, Hirkas große Liebe, in seiner Gewalt, nachdem dieser den Schnabel nahm. Und auch von anderer Seite drohen Rime Gefahren in Ymsland.
Wer bereits die ersten beiden Bände der Rabenringe-Trilogie kennt, wird den dritten Band nicht missen wollen. Endlich erfahren wir mehr über die Totgeborenen, die Nábyrn, welche über tausend Jahre alt werden können und von sich behaupten, als Volk der Umpiri einst vor den Ymsländern deren Welt bewohnt zu haben. Gemeinsam mit Hirka erfährt man mehr über die Brüder Graal und Naiell, über deren Familie und die gesellschaftlichen Strukturen in Dreysil. Auch diesmal findet sich Hirka erstaunlich schnell zurecht, passt sich an und nutzt ihre Instinkte, um sich an die richtigen Personen zu wenden, statt alten Vorurteilen zu folgen.
Parallel dazu nehmen die Machtkämpfe in Ymsland eine erschreckende Wendung. Rime, der Hirka in die Menschenwelt folgte und dadurch seinen Platz im Rat der Zwölf verwirkte, sieht sich tödlichen Intrigen gegenüber, während er zugleich den Wünschen Graals dienen muss, der über den Schnabel aus der Menschenwelt mit ihm verbunden ist.
Mir hat das Ende der Trilogie sehr gut gefallen. Spannung, Gewalt, Intrigen und uralter Aberglaube halten die Spannung hoch, bis es zu einem unerwarteten Showdown der Welten kommt. Zwischendurch wurde es zwar für meinen Geschmack etwas sehr magisch, aber das sei diesem grandiosen Fantasy-Epos verziehen.

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Gefährliche Abenteuer über und unter Wasser

Das Erbe der Macht - Band 20: Seelensplitter von Andreas Suchanek

Das Cover lässt es bereits erahnen: Die Monster kommen! Versorgt mit jeder Menge Hintergrundwissen aus Band 19 (Blutzeit) startet man als Leser in spannende und gefährliche Abenteuer. Jen und Alex versuchen, ihre Freunde aus dem versiegelten Reich der Aquarianer zu retten, in welchem sie mit Kapitän Nemo festsitzen.

Die Zeit drängt, denn die Monster aus der Zeit vor dem Anbeginn warten nur darauf, die schützende Hülle zu durchdringen und über Nikki, Nemo und all die anderen herzufallen. Die Situation scheint auswegslos, die Freunde dem Tode geweiht. Doch da bietet sich Hilfe von unerwarteter Seite.
Währenddessen bereist Grace Humiston ein weiteres, ihr bisher unbekanntes Splitterreich. Dort gerät sie nicht nur selbst in tödliche Gefahr, sondern erhält auch erste Hinweise auf mögliche Schwachstellen Merlins.

»"Vor uns liegen so viele Herausforderungen. Ein Problem nach dem anderen." Und prompt betrat eines die Küche.« (Zitat Kapitel 1)

Band 20 ist definitiv wieder eine der actionlastigen Folgen, wobei man diesmal gleichzeitig wieder recht viele Informationen geboten bekommt. Auf wenige Handlungsstränge beschränkt, geht es dadurch zügig voran und die Spannung bleibt entsprechend hoch. Neben Spannung und Action dürfen natürlich auch diesmal freche Sprüche und Überraschungen nicht fehlen. Definitiv ein Pageturner!

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Gefährliche Abenteuer über und unter Wasser
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Raffiniertes Verwirrspiel rund um einen unlösbar scheinenden Mord

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle von Stuart Turton

Wer bin ich? Wo bin ich? Und wie komme ich hier her? Diese Fragen stellt sich der Protagonist gleich zu Beginn des Romans, als er sich ohne jede Erinnerung in einem Wald wiederfindet und einen vermeintlichen Mord beobachtet. Mühsam findet er heraus, dass er einer der geladenen Gäste auf dem Anwesen der Familie Hardcastle ist, die zu einem Maskenball geladen hat.

Doch steht ihm eine ganz besondere Aufgabe zu...

"Während des Balls heute Abend wird jemand ermordet werden. Es wird nicht wie ein Mord aussehen, und man wird den Mörder daher nicht fassen. Bereinigen Sie dieses Unrecht, und ich zeige Ihnen den Weg hinaus." (Zitat S. 106)

Fortan in einer Zeitschleife gefangen, erlebt er den besagten Tag täglich aus einer anderen Perspektive neu. Wem kann er trauen? Wer will die Tochter des Gastgebers umbringen? Und warum? Das Ganze entpuppt sich schnell zu einem Verwirrspiel - und zu einem wahren Lesevergnügen!

"Es geht doch nichts über eine Maske, um die wahre Natur eines Menschen zu offenbaren." (Zitat S. 190)

Mit diesem Roman hat der Tropen-Verlag mal wieder einen Glücksgriff gemacht. Es gibt wohl kaum einen, der nicht "Und täglich grüßt das Murmeltier" kennt. Auch hier durchläuft der Protagonist mehrere Stadien, wie er mit dieser Zeitschleife zurecht kommt. Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass er jeden Tag in einem anderen Körper der Gäste verbringt. Inklusive deren Eigenschaften und Neigungen. Und es scheint jemanden zu geben, der das Auflösen des Mordfalls unbedingt verhindern will.
Das Buch weicht definitiv vom klassischen Krimi ab. Hier ist es einfach nicht möglich linear zu ermitteln, wenn Personen, die ihm an einem Tag noch Sympathie entgegen bringen, dem Protagonisten am Folgetag die kalte Schulter zeigen. Es gilt also, sich in der jeweiligen Rolle zurecht zu finden und durch die richtigen Fragen und Aktionen an richtiger Stelle Antworten zu erhalten. Fast wie bei einem Rollenspiel. Und das ist es, was diesen Roman auch ausmacht, die Unvorhersehbarkeit und der Versuch, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Mir hat das Lesen viel Spaß gemacht. Durch die vielen Wechsel der Persönlichkeiten kam es immer wieder zu Überraschungen, die mindestens ebenso spannend waren wie der Versuch, den Mord aufzuklären. Oder was hinter dieser mysteriösen Zeitschleife stecken könnte. Wobei der Krimi-Anteil erst etwas später stärkere Gewichtung erhielt. Eine Karte des Anwesens und der Raumbelegung im Haupthaus sowie eine Einladungskarte zum Maskenball mit einer Übersicht der wichtigsten Personen sind ebenfalls dabei, welche ich als sehr hilfreich empfand.
Ein ausgefallener und angenehm komplex gestalteter Krimi, in welchem der Ermittler unfreiwillig in verschiedene Rollen schlüpft und einen unlösbar scheinenden Fall zu entwirren versucht.

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Raffiniertes Verwirrspiel rund um einen unlösbar scheinenden Mord
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Mailin im Wunderland

One True Queen, Band 1: Von Sternen gekrönt (Epische Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau) von Jennifer Benkau

Seit Jahren liegt Mailins ältere Schwester Victoria im Wachkoma. Wenn sie ihr nicht aus Büchern wie "Alice im Wunderland" vorliest, holt die junge Irin sich Kraft beim Kendo-Training. Bis ein Sog sie erfasst - und Mailin in einem fremden Wald erwacht, belebt von merkwürdigen Kreaturen wie "Killer-Kaninchen" und nicht jedem freundlich gesinnt.

Dort trifft sie auf einen jungen Mann, welcher sie charakterlich spontan an Peter Pan erinnert und der ihr nur widerstrebend hilft, in die Hauptstadt zu gelangen. Dort erhofft sie sich Hilfe, um nach Hause zurück zu kehren. Die Entdeckung, welche sie dort macht, übertrifttt jedoch alle ihre Erwartungen. Und was sie noch nicht weiß: Sie soll zur nächsten Königin des Landes gekrönt werden. Nur deswegen ist sie in dieser Welt gelandet. Doch haben Königinnen hier nur eine sehr kurze Lebensdauer...

"Was ist das Schlimmste in diesem Wald?", flüstere ich, obwohl ich nicht weiß, ob ich die Antwort hören will. (...) "Das Schlimmste hier, ja?", fragt er schließlich. "Das bin ich." (Zitat S. 97/98)

"One true Queen" erinnerte mich stark an Alice im Wunderland: Auf magische Art landet Ich-Erzählerin Mailin in Lyaskye, wo es Magie ebenso gibt wie seltsame Lebewesen. Und wo sie auf schmerzhafte Weise lernen muss, dass sie dort längst nicht allem und jedem über den Weg trauen darf. Bis hierhin klingt es noch wie ein Fantasyroman von vielen, doch was den Wunderland-Touch ausmacht sind viele kleine, gestreute Details, welche einen beim Lesen immer wieder zweifeln lassen: Ist Lyaskye wirklich real? Oder vielleicht doch nicht?
Dieses zweifelnde Gefühl hat sich mir beim Lesen erst so nach und nach eingestellt, denn zu Beginn geht es doch eher abenteuerlich zu. So benötigt Mailin rund 100 Seiten, um überhaupt erst in die Hauptstadt zu gelangen. Von da an geben sich Abenteuer, Magie und Intrigen fast schon die Hand. Etwas ausgebremt wurde die Spannung zwischenzeitlich von einer Liebesgeschichte, dafür nahm die Story nach einem überraschenden Twist umso stärker an Fahrt auf, wurde endlich wieder spannend und vor allem herrlich verworren: Wer verfolgt welches Ziel, wem ist zu trauen?
Mailin war mir als Charakter größtenteils sympatisch, auch wenn ich ihre Romanze nicht nachvollziehen konnte. Die hat mich jetzt nicht überzeugt und zog den Roman unnötig in die Länge. Auch war sie für ihre 17 Jahre stellenweise etwas naiv, wenn auch eine Kämpfernatur mit dem Herz am rechten Fleck. Mehr hätte ich mir von der magischen Welt Lyaskye gewünscht, was die Welt so besonders macht. Sehr gut gefielen mir die subtil gestreuten Details, welche mehrfach meine Vermutungen durcheinander würfelten, inwiefern Lyaskye nur Mailins Form des "Wunderlands" ist, zumal es doch einen gewissen Märchen-Charakter mit Überschneidungen zur Realität hat.
Die Geschichte hat auf jeden Fall Potential, auch wenn dieses noch nicht so ganz ausgeschöpft wurde.

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Neuinterpretation eines Shakespeare-Klassikers

Der Wächter der Winde von Oliver Plaschka

Während eines Sturms an der amerikanischen Westküste gelangen mehrere Personen in eine fantastische Welt, der "Welt unter dem Winde". In dieser ist Erfinder Ross Perrault der König. Ein Mann, welche vor zwölf Jahren spurlos verschwand. Und mit ihm seine damals siebenjährige Tochter Mira.

Unter den Neuankömmlingen befinden sich u.a. seine frühere Frau ebenso wie sein damaliger beruflicher Rivale. Was sie jedoch noch nicht wissen: Es war keinesfalls ein Zufall, der sie zu Ross führte. Denn Ross sehnt sich nach Genugtuung...

"Sie wissen genau, welchen Eisberg ich meine", sagte Swaine, deutlich ernster. "Das Eis ist unsere Angst. Und der Berg wird immer größer, je tiefer Sie tauchen." (Zitat)

Mit diesem Buch hat Autor Oliver Plaschka sich an den Versuch gewagt, Shakespeares "The Tempest" (Der Sturm) als zeitgenössische Fantasy wiederzugeben. So orientiert sich der Roman inhaltlich auch sehr am Original mit einigen mehr oder weniger fantastischen Abweichungen. In erster Linie wäre dies z. B. die Fantasiewelt statt einer Insel.
Geschrieben ist das Buch aus der Sicht einiger Charaktere, welche sich, zum Teil aus unterschiedlichen Zeiten stammend, in der Welt unter dem Winde zusammenfinden. Es gibt mehrere Erzählstränge, welche recht lang ausfallen statt ineinander zu greifen. Dadurch geraten die anderen Handlungen derweil etwas ins Hintertreffen. Auch wirkt der Stil oft eher wie berichtend statt erzählend, wodurch sich mir beim Lesen alles emotional zu sehr auf Distanz hielt. Interessant war hingegen, immer mal wieder Aussagen zwischen den Zeilen zu entdecken.
Der Schwerpunkt liegt stark auf Antonia "Toni" Perrault, der früheren Frau des Erfinders, sowie Konzernbesitzer Alexander King, von welchen Ross sich einst verraten fühlte und deren frühere Handlungen nach und nach aufgerollt werden. Einblicke in die Welt unter dem Winde erhält man hauptsächlich durch Mira, der mittlerweile fast erwachsenen Tochter, welche ebenfalls seit zwölf Jahren in dieser Welt lebt, sowie von zwei weiteren dort lebenden Charakteren.
Die Idee, den Klassiker in die Welt unter dem Winde zu transferieren, gefällt mir an sich recht gut und ist in meinen Augen auch inhaltlich sehr gelungen. Etwas ausgebremst wurde meine Begeisterung jedoch von dem oftmals eher berichtenden Stil sowie dem durch sehr lang ausfallende Kapitel fehlenden durchgängigen Spannungbogen.

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