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Rezensionen von Christina P.:

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Die Gangsterwelt wird neu aufgemischt

Im dritten Teil der Trilogie ist das Ehepaar Simmel, bestehend aus Frauke und Bernhard Sommerfeldt, auf der Flucht vor Gut und Böse. Nicht nur Willi Klempmann bietet ein hohes Kopfgeld auf Sommerfeldt, auch die BKA-Ninjas schrecken vor drastischen Methoden nicht mehr zurück. Doch Sommerfeldt hat vorgesorgt, und so begleitet man das untergetauchte Ehepaar auf einer gemütlichen Flucht, während sie die Polizei mit echten und falschen Tipps in Bewegung halten.

Was natürlich gewisse Streitigkeiten befeuert zwischen dem Team um Ann-Kathrin Klaasen von der Norder Polizei und den BKAlern, die ebenfalls vor Ort mitmischen wollen. Selbst die Interne Ermittlung versucht, Ann-Kathrins Team Steine in den Weg zu legen. Und auch andere Profi- und Hobbykriminelle bekommen so einiges ab. Zeit für Sommerfeldt, zu handeln.
Bei den Spin-offs der Ostfriesenkrimis ist der Humoranteil etwas höher und auch diesmal gibt es wieder so manch amüsante Momente. Tatsächlich empfand ich einen Großteil des Krimis diesmal als gemütlichen Cozy-Krimi, bis zum Schluss nochmal alles gegeben wurde. Da war Schluss mit gemütlich. Neben viel Lokalkolorit ist es wieder die Sicht auf die Charaktere, welche ich so gerne mag. Klaus-Peter Wolf lässt die Leute Dinge sagen, denken und tun, was in anderen Krimis meist nicht zur Sprache kommt, weil es untypisch für Krimis ist. Aber eben typisch für Menschen, und dadurch wirken die Charaktere authentischer und unterhaltsamer, oftmals sogar herrlich unvorhersehbar.
Insgesamt kann ich sagen, dass mich auch der dritte Band wunderbar unterhalten konnte. Zwischendurch gibt es sehr viele kleinere Handlungen, bis es zu einem unerwarteten Finale kommt. Und dieses zeigt: Schluss ist mit Sommerfeldt noch lange nicht!
Wer die Möglichkeit hat, sollte sich ruhig die Autorenlesung gönnen. Das Hörbuch ist ungekürzt, es fehlt also nichts vom Inhalt und man bekommt sogar noch ein wenig Musik am Ende geboten. Klaus-Peter Wolf hat seine ganz eigene Art, seine Bücher zu lesen. Angenehm entspannt, kein anstrengendes Overacting. Am meisten gefällt mir, dass er seine Charaktere so herrlich glaubwürdig interpretiert: Wer trotzig ist, reagiert auch wirklich trotzig. Ebenso lassen sich andere Emotionen wunderbar heraushören. Wer, wenn nicht der Autor selbst, weiß, wie die Charaktere sich anhören? Dadurch wirken vor allem die komischen Momente so wunderbar amüsant, insbesondere wenn Rupert am Zug ist.

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Die Spionin war nur eine Marionette

A Dance of Lies von Brittney Arena

Nach zwei Jahren im Kerker ist die einstmalige Tänzerin Vasalie ein körperliches Wrack. Nun schlägt ihr König Illian, für den sie damals alles getan hätte, einen Deal vor: entweder arbeitet sie beim nächsten Treffen der Königreiche als tanzende Spionin für ihn, oder der Kerker ist weiterhin für sie gebucht.

Vasalie geht auf die Erpressung ein und trainiert trotz ihrer Schmerzen hart, um als Künstlerin bei dem Event zugelassen zu werden.
Tanzende Spionin und königliche Intrigen, das klang für mich vielversprechend und zunächst ist es auch ganz spannend mitzuverfolgen, wie Vasalie mit ihren körperlichen Einschränkungen zu kämpfen hat und diese trickreich zu kaschieren versucht. Auch waren ihre Tanzaufführungen zunächst eine willkommene Abwechslung, allerdings wünschte ich mir schon bald, die Autorin hätte mit dem Rest des Romans ebenso überzeugen können.
Vasalie hält sich für eine starke Frau, und zunächst wirkt sie tatsächlich auch so, wenn man bedenkt, wie sie anfangs zu kämpfen hat. Leider entpuppt sie sich jedoch als eine Frau, die das macht, was ein Mann ihr sagt. Spionin? Von wegen, eine Marionette ist sie, die brav die Aufgaben ausführt, welche der König ihr zukommen lässt. Skrupel redet sie sich zwar ein, Widerstand konnte ich keinen erkennen. Ebensowenig kommt nicht einmal die Idee bei ihr, zu fliehen oder sich Verbündete zu suchen. Sie glaubt weiterhin an die leeren Versprecher, pardon, Versprechungen ihres Königs. Dem Mann, durch dessen Lügen sie überhaupt erst im Kerker landete! Jeder Mensch würde doch daraufhin dessen anderen Äusserungen ebenfalls mal infrage stellen. Vasalie nicht. Zu König Illian kann ich übrigens sagen, als Antagonist war er angenehm perfide, seine Pläne gut durchdacht.
Auch in anderen Punkten hakte für mich die Story schnell. Allem voran diese wochenlange Veranstaltung, bei der sich die Herrschenden der Nachbarländer samt Hofstaat und Soldaten an einem Ort versammeln, ihr Land führungslos zurücklassen. Und wofür? Für Dauervergnügungen? Gerade wenn ein Land sich steter Bedrohung durch Nachbarländer ausgesetzt sieht, wie es bei einem teilnehmenden Land der Fall ist, sehe ich ein derartiges Vorgehen als höchst fahrlässig. Stattdessen wirkt das Spektakel wie eine entspannte Sommerfrische, auf der König Illian seine intriganten Pläne verfolgen kann.
Am meisten ging mir recht schnell Vasalie selbst auf den Keks, sie ist naiv wie ein Teenager, lässt sich von Männern herumschubsen, verwechselt Aufmerksamkeit mit Liebe und wirft sich dem erstbesten an den Hals, unnötige Eifersuchtsgedanken inklusive. Wobei der Typ ihr mit seiner besitzergreifenden Eifersucht in nichts nachsteht. Als sie mit einem weiteren der drei Königsbrüder anbandelt, drei Narzissten mit unterschiedlich hohem Gewaltpotential übrigens, wirft sie ihm wie eine Schallplatte mit Sprung vor, er hätte sich einen Pseudoharem zusammengeraubt, weil dessen Bruder Illian das so behauptet. Was wieder der Punkt wäre, dass sie nichts hinterfragt. Auch gewisse Erinnerungen an ihre Stiefmutter werden bis zum Erbrechen wiedergekaut.
Mit der Zeit funktioniert die geplante Handlung hauptsächlich, weil gewisse Leute sich selten dämlich verhalten. Und am Schluss wird man, nach einer fantasyfreien Story, mit einem Fantasypart überfallen, der stilistisch nicht so recht zum Rest passt.
Wobei zum Thema Stil anzumerken ist, dass mir so manche Ausdrücke zu modern sind im Roman. Getoppt hat das die wiederholte Aussage, sie würden Champagner trinken. Ich bezweifle doch sehr, dass es in dieser Welt eine namensgebende, französische Champagne gibt.
Leider konnte sich Vasalie mit dieser Erzählung nicht vollständig in mein Herz tanzen, dazu war sie mir zu naiv und zu sehr Marionette. Ebenso weist der Roman hier und da einige Längen auf, wenn der Fokus sich detailreich auf Tänze und Kostüme verschiebt. Die Darstellung ihrer körperlichen Probleme war hingegen sehr gut dargestellt. Romantik oder das versprochene Liebesdreieck konnten mich überhaupt nicht abholen, dafür war sie zu sehr Mäuschen, dass sich von Kerlen dirgieren lässt. Die Gestaltung des Buch ist übrigens wunderschön passend an die Glaskunst angelegt, welche im Roman eine gewisse Rolle spielt.

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Wer will kein cooler Ninja sein?

Dragon Ninjas, Band 1 - Der Drache der Berge von Michael Petrowitz

Eben noch wollte Liam die Kerzen auf seiner Geburtstagstorte auspusten, und kurz darauf findet er sich im Ninja-Internat Chipanea wieder, wo er als Drachenblut zum Dragon Ninja ausgebildet werden soll. Doch die feindlichen Tiger Ninjas, angeführt vom bösen Drachen O-Gonsho, wollen die Macht an sich reißen.

Hierfür benötigen sie die vier magischen Waffen, welche von Drachen bewacht werden. Das will Liam um jeden Preis verhindern und macht sich mit seinen neugewonnenen Freunden Sui und Pepp auf, den Tiger Ninjas zuvor zu kommen.
Dragon Ninjas ist ein gelungenes Abenteuer für junge Leser. Obwohl Liam neu an der Ninjaschule ist, ist er natürlich ungeduldig und möchte am liebsten sofort mit Schwert und Wurfstern loslegen. Stattdessen bekommt er ein Holzschwert zum üben - wie öde. Trotzdem stürzt er sich in ein gefährliches Abenteuer und versucht, das Geheimnis um die erste der vier magischen Waffen zu lösen: Wo ist es versteckt und wie bekommt man es?
Das Buch ist spannend und pfiffig, es geht schnell voran und man lernt nebenbei einige Ninjabegriffe kennen. Die drei Freunde haben jeweils ihre besonderen Fähigkeiten, wodurch sie sich recht gut ergänzen und ein super Team bilden. Sehr schön sind auch die vielen Graphiken im Buch, welche im Stil des Covers gehalten sind und das Buch wundervoll aufpeppen. Da es vier magische Waffen gibt wird es für jede Waffe einen eigenen Band geben, wodurch sich je Buch auch eine angenehme Länge für die jungen Leser ergibt. Für Ninja-Fans und junge AbenteurerInnen zu empfehlen.

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Wer will kein cooler Ninja sein?
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Was vor 50 Jahren wirklich geschah

Die unsichtbare Hand von Julie Clark

Olivia Dumont ist eine Ghostwriterin, die sich durch einen Karriereknick samt Geldproblemen kämpft. Retten könnte sie die neueste Jobanfrage, welche ihre Agentin ihr vorschlägt: Der berühmte Autor Vincent Taylor hat sie angefragt, um ein Buch für ihn zu schreiben. Ein Mann, um den sich Gerüchte ranken, er hätte in seiner Jugend seine eigenen Geschwister ermordet.

Was kaum jemand weiß: Dieser Mann ist Olivias Vater, dem sie vor langer Zeit den Rücken kehrte.
Der Roman begleitet die Leserschaft auf zwei Zeitebenen: In der Gegenwart versucht Olivia nicht nur, ihr Leben und die Beziehung zu ihrem Vater auf die Reihe zu bekommen, sondern entwickelt ein Interesse daran, die Wahrheit über die Morde vor rund 50 Jahren aufzuklären. In der Vergangenheit kann man einige Szenen sowohl aus Vincents als auch auch als Poppys Perspektive erleben, seiner jüngeren Schwester, die ziemlich aufgeweckt und mit einer kleinen Videokamera durchs Leben lief. Dabei sind die Szenen so geschickt angeordnet, dass sich Details in der Gegenwart, wie z. B. aus Vincents Erzählungen oder anderen Aufzeichnungen, mit den damaligen Ereignissen ergänzen.
Durch das Buch zieht sich eine gewisse Distanziertheit. Einige mag dies stören, ich empfand es als passend zu den Charakteren von Olivia und Vincent. Getragen wird die Handlung vor allem durch das Geheimnis, was vor 50 Jahren wirklich geschah. So ab der Hälfte des Romans hatte ich eine erste Vermutung, doch schafft es die Autorin geschickt, bis zum Schluss ein Detail nach dem nächsten zu enthüllen.
Das Buch ist kein Krimi, sondern ein Roman mit Krimi- und Drama-Elementen. Stärke und Schwäche zugleich, denn dadurch hing der Spannungsbogen einige Male etwas durch. Dafür gibt es eine gelungene Auflösung des Geheimnisses um den Cold Case.

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Dreht sich inhaltlich zu viel um die Autorin

Kokoro von Beth Kempton

Zu Beginn erhält man von der Autorin und Japanologin eine recht lange Einleitung zum Begriff Kokoro (was man für sich übersetzen kann mit Bedeutungen wie Herz/Herzlichkeit, Achtsamkeit, Instinkt) und den 12 Prinzipien für ein gelungenes Leben, inspiriert von japanischer Weisheit (Zitat). Verteilt auf die Besuche der drei Berge Hagurosan, Gassan und Yudonosan (deren Bedeutung erklärt sie kurz im Buch), denen sie drei Abschnitte des Buch mit jeweils vier Prinzipien widmet.

Entsprechend hatte ich erwartet, Gedankenanreize zu einem achtsameren Leben sowie zu Perspektivenwechseln zu erhalten.
Ich sag es mal ganz direkt: Ein Großteil des Buches wirkte auf mich wie eine Art Schreibtherapie der Autorin, um über den Tod der eigenen Mutter hinweg zu kommen. Weder gibt es einen Warnhinweis, dass es über mehrere Kapitel um den Tod geht (was nicht jede Person seelisch grad vertragen könnte), noch wirklich viele Gedankenanreize. Ab und zu hat sie ein paar Fragen oder Übungen formuliert, doch im Großen und ganzen dreht es sich in dem Buch viel zu sehr um sie. Es gibt natürlich auch schöne oder interessante Erlebnisse und Begegnungen, welche das Buch bereichern. Dem gegenüber stehen leider seitenweise Abschnitte, in denen sie über ihre Mutter, ihre Familie und ihre Trauer erzählt. Ich konnte fast den ganzen Mittelteil auslassen, weil sie da gefühlt fast nur auf der Stelle trat. Ich empfand das Buch über Längen eher als belastend denn als bereichernd zu lesen.
So schade, denn optisch macht das Buch einen gelungenen ersten Eindruck, nur der Inhalt will m.E. nicht so recht zum Titel passen.

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Zwei Familien und ein Schicksal

Beeren pflücken von Amanda Peters

Diese Erzählung handelt von zwei Familien, welche über das Schicksal eines Mädchens miteinander verbunden sind.
Jeden Sommer kommen Familen der Mi'kmaq aus Nova Scotia zur Beeren-Ernte auf die Felder Maines. So auch im Jahr 1962. Mit dabei der sechsjährige Joe, der auf seine vierjährige Schwester Ruthie aufpassen soll.

Doch plötzlich ist Ruthie verschwinden, wie vom Erdboden verschluckt. Die Polizei ist den Fremden keine große Hilfe. Zurück bleibt eine trauernde Familie.
Ungefähr zur selben Zeit hatte die jetzt über 50-jährige Norma damals in ihrer Kindheit merkwürdige Träume, welche ihre Eltern mit irgendwelchen Ausreden erklärten. Norma wuchs als Einzelkind einer gutsituierten, weißen Familie auf, das Verhältnis zu ihren Eltern war teilweise erdrückend.
Die Verbindung zwischen den beiden Familien lässt sich schnell erahnen, da gleich zu Beginn erwähnt wird, dass die kleine Ruthie auffällig helle Haut besitzt im Vergleich zu ihrer Familie. Zumal die Handlung auch zu einer Zeit beginnt, als den Natives von den Weißen die Rechte beschnitten und die Kinder weggenommen wurden, natürlich alles für den guten Zweck einer wohlfunktionierenden Gesellschaft. Entsprechend ist die kindliche Perspektive des kleinen Joe zu Beginn, der vom damaligen Leben der Mi'kmaq sowie den Erlebnissen berichtet, umso erschütternder. Ein Junge, der sich den Verlust seiner Schwester über Jahre hinaus sehr zu Herzen nimmt, sich für den Verlust die Schuld gibt. Ein Gefühl, welches ein Kind in dem Alter nie haben sollte. Genaugenommen geht es also um zwei Schicksale, die von Joe und Norma. Aus deren Perspektiven erlebt man die Schicksale dann auch. Das geschehene Unrecht ist einem wie bereits erwähnt schnell klar, der Weg der beiden aufeinander zu ist in diesem Buch das Ziel. Bewegend, vielleicht mit einigen Längen. Dennoch ein Thema, was nicht vergessen werden darf und hier symbolhaft erzählt wird. In meinen Augen ein überzeugendes Roman-Debut der Autorin.

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Zwei Familien und ein Schicksal
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Suche nach verschollenen Heiligtümern der Unterwelt

Guardian 1. Seelenwächter von Priest

Endlich gibt es Guardian auch als deutsche Version, da war ich sofort dabei.
Guardian ist eine Danmei Light Novel, also ein chinesicher Roman mit Boys-Love, und spielt in diesem Fall in unserer Welt, also quasi vergleichbar mit Urban Fantasy. Zu einigen kulturellen bzw. mythologischen Besonderheiten gibt es ein Glossar, ebenso wie eine Übersicht zur Aussprache der Hauptcharaktere.

Zhao Yunlan (auf dem Cover rechts) ist ein sexy Chaot, besitzt das Dritte Auge und leitet als Seelenwächter des Seelenschutzordens die Abteilung für Sonderermittlungen, Kontakte zur magischen Unterwelt inklusive. Neben einer Gruppe mehr oder minder ausgefallener Angestellter hat er einen dicken schwarzen Kater namens Daqing (gesprochen: da tsching) an seiner Seite, der sowohl magisch als auch sarkastisch so einiges auf dem Kasten hat. Gemeinsam mit dem jungen, soziophoben Guo Changcheng, der überraschend einen Job in dieser Abteilung zugeteilt bekommen hat und nun zu seinem ersten Tag dort antritt, lernen wir diese Leute nach und nach kennen.
Der erste Fall, in dem der junge Mann mit seinem Direktor ermitteln muss, lässt ihn Geister und gruselige Schatten sehen und bringt ihn echt an seine Grenzen. Dabei lernen sie den Uniprofessor Shen Wei kennen (links auf dem Cover), einen unterkühlten Typen, der sofort Zhao Yunlans Jagdinstinkt erotischer Natur weckt. Die Andeutung, dass der Prof den Ermittler bereits kennt, lässt natürlich auch die Leser hellhörig werden und, ja, da kommt noch so einiges an Überraschungen.
Im Großen und Ganzen geht es ansonsten um vier magische Artefakte, sogenannte Heiligtümer der Unterwelt, mit deren Hilfe sich so einiger Schaden anrichten ließe und die vor langer Zeit verschwunden sind. In diesem ersten Band der Trilogie sind die ersten beiden von insgesamt 4 Teilen enthalten, wobei es jeweils um eines der Heiligtümer geht. Den ersten Teil fand ich deutlich knackiger, im zweiten Teil hatte ich zwischendurch einen argen Spannungsknick. Das wäre inhaltlich das einzige, was mir nicht so gefiel, die Charaktere an sich sind herrlich ausgefallen und der Humor kommt auch nicht zu kurz.
Von der Aufmachung des Buches bin ich in einigen Punkten etwas enttäuscht. Ja, der Buchschnitt ist klasse und die beiliegende Charakterkarte gefällt mir ebenfalls sehr. Dafür Daumen hoch! Das Covermotiv entspricht der englischen Version, ebenso sind die Illustrationen im Buch dieselben. Nur dass diese in der deutschen Version leider nicht so schön ausfallen, da das Papier recht grob und leicht graustichig ist. Nicht grad die perfekte Wahl für Illustrationen. Und der silbern aufgedruckte Titel hat sich leider während des Lesens vom Softtouch-Cover gelöst und ist nun vorne nur noch anteilig lesbar. Davon abgesehen kann ich das Buch allen empfehlen, die auf Danmei/BL und/oder Urban Fantasy mit Fernost-Mythologie stehen.

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Leider nicht so spannend wie erhofft

The Beasts We Bury (Band 1) von D. L. Taylor

Auf dieses Buch hatte ich mich so gefreut, allein schon das Cover sieht vielversprechend aus, so voller Energie. Todbringende Magie reizt mich deswegen, weil diese Gabe stets zwei Seiten der Medaille aufweist und herrlich viel Potential bietet. Trotzdem, oder deswegen (?), wurden meine Erwartungen leider nicht erfüllt.

Erzählt wird die Handlung aus zwei Perspektiven, jeweils aus der Ich-Perspektive. Auf diesen Personen liegt auch primär der Fokus der Handlung, ein richtiges Worldbuilding gibt es nicht. Es gibt Mancella, eine Herrschertochter, die eine Art Nekromanten-Gabe abbekommen hat und nun von ihrem Vater gezwungen wird, Tiere zu töten, damit sie diese anschließend beschwören kann. Erinnert in der Grundidee stark an Solo Leveling. Und dann gibt es Silver, so eine Art Waisen-Straßenkid, der unter der unfairen Regierung von Mancellas Vater leidet und nun einen Auftrag angenommen hat, für den er in die Burg von Mancellas Familie einbrechen muss.
Grad bei Mancella wunderte ich mich schnell, warum sie sich von ihrem Vater dazu zwingen lässt, große Raubtiere barhändig umzubringen, wobei sie selber fast draufgeht. Zwar werden die Hintergründe nach und nach erzählt, doch da fehlte mir umso mehr ein Teenager-rebelliert-gegen-die-Eltern. Stattdessen nichts, weder Rebellion noch eine Flucht ins Nachbarland, die sich angeboten hätte. Dafür bekam ich eine entsprechende Kampfszene präsentiert, auf die ich gern verzichtet hätte. Machte es nicht besser. Wobei sie auch an anderer Stelle erschreckend naiv handelt. Und warum der Vater das Ganze verlangt? Nunja, es wirkte schnell, als hätte dieser (oder die Autorin) sich von Solo Leveling inspirieren lassen. Aber nicht mal das hinterfragt die brave Tochter. WARUM?!
Silver als mutmaßlicher Love Interest war mir zu sehr von sich selbst überzeugt, wie ein Fantasy-Sunnyboy, und das Slow Burn hat bei mir so gar nicht ge-burn-t.
Auch stilistisch war ich schnell enttäuscht. Nicht nur übertriebene oder völlig unnötige Kampfszenen, die mich einmal sogar an eine alberne Schulhofrangelei unter Pubertieren erinnerte. Die Autorin ist zudem völlig auf übertrieben poetische Darstellungen von Augenfarben fixiert, lässt ein Boot zwischendurch zu einem Schiff werden, verleiht Sonnenschein einen Duft, lässt die Kids bei einem Einbruch erstmal eine gefühlte Ewigkeit am Tatort rumdiskutieren statt schnell zu verschwinden und so einiges mehr. Nicht selten hab ich gedanklich die Augen verdreht beim Lesen. Zum Ende hin gibt es zwar noch eine (vorhersehbare) Überraschung, mit einer Anspielung für eine Fortsetzung, doch an der habe ich gar kein weiteres Interesse mehr. In sich würde ich das Buch bis auf ein kleines Details als in sich abgeschlossen bezeichnen, kein fieser Cliffhanger.
Mir ist das Buch zu oberflächlich, zu unlogisch, zu vorhersehbar und den Romance-Anteil konnte ich auch nicht nachvollziehen. Loben möchte ich hingegen die Aufmachung mit dem schönen Cover, der Illustration in der Buchklappe und dem schönen, dreiseitigen Farbschnitt.

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Langatmige Familiengeschichten

Great Big Beautiful Life von Emily Henry

Der Aufhänger der Story ist schnell zusammengefasst: Eine Autorin und ein Autor im einmonatigen Wettbewerb, wer von ihnen die Biographie der Nachfahrin einer einflussreichen Mediendynastie schreiben darf. Neben dem Interesse am Job haben die beiden auch irgendwann Interesse aneinander.
So kurz wie die Beschreibung ist auch das anfängliche Knistern zwischen den beiden.

Meine Hoffnung, dass sie als Rivalen zunächst voneinander lassen und es dadurch spannender wird, zerschlug sich, als die beiden wirklich nach kurzer Zeit schon spitz wie Lumpi am liebsten übereinander her gefallen wären. Spannung weg. Stattdessen erzählen sie sich gegenseitig ihre Familienprobleme, welche sie noch aufarbeiten sollten, gähn. Das, was die Auftraggeberin erzählt, zieht sich auch stark in die Länge, da sie bei ihrem x-ten Vorfahr beginnt, bis sie zu ihrem Ehemann kommt, der als berühmter Sänger bei einem Unfall viel zu früh starb. Diverse Male wirkte es so, dass andere sie rein über diesen Typen definieren, weil es wie ein anfixiertes Ziel dargestellt wird. Das war jetzt auch nicht so spannend, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte, eher im Gegenteil. Zum Schluss wartet die Dame mit einer Überraschung auf, die doch sehr an den Haaren herbeigezogen ist. Und was ich auch nicht mag ist, wenn die Handlung zum Ende über Monate ausfaded mit dem Ziel, da noch ein Happy Ever After dranzuhängen. Von der überzogenen Dauer-lockerflockig-fröhlichkeit der Autorin ganz zu schweigen. Generell blieben die Charaktere hier größtenteils zweidimensional
Wer auf ein langatmiges Sammelsurium an Familienproblemen steht mit ein wenig Bettgeschichten könnte das Buch mögen, ich fand des langweilig.

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Ein Kronanwalt ermittelt in den eigenen Reihen

Der Tote in der Crown Row von Sally Smith

Das Leben des Kronanwalts und Barristers Sir Gabriel Ward läuft in unauffälligen Bahnen im Londoner Temple Bezirk. Die Aussenwelt erlebt er nur über seine vielen Bücher, gern bei einem Glas Sherry. Dies hätte auch weiterhin so bleiben können, nur leider liegt die Leiche des Lordoberrichters Lord Dunning vor seiner Kanzlei und Sir Gabriel Ward wird dazu verdonnert, im Temple Bezirk die Leute zu befragen, bevor die Polizei offiziell ermitteln darf.

Unterstützung erhält er von einem jungen Polizisten, der begeistert ist von den neuen Untersuchungsmethoden der Spurensicherung.
Der Krimi ist in mehrfacher Hinsicht interessant. Zum Einen spielt der Fall im Temple Bezirk, in dem eine eigene Gerichtsbarkeit herrscht. Dann ist Sir Gabriel zwar intelligent und fast schon ein wandelndes Lexikon, allerdings auch ein wenig soziophob und hat zunächst seine Schwierigkeiten, aus sich und dem Temple Bezirk herauszukommen. Neben dem Mord an dem Richter bearbeitet er zudem einen ganz besonderen Fall, in dem es um ein erfolgreiches Kinderbuch geht und die Frage, wer das Buch in Wahrheit geschrieben hat.
Die etwas eigene Welt im Temple Bezirk zur Zeit Londons 1901 empfand ich als sehr interessant, eine Karte im Buch hat es mir erleichtert, mir die Szenerie vorzustellen. Auch Sir Gabriel ist ein sympathischer Charakter, auf eine gewisse Art hat ihm der Fall gut getan ebenso wie der Umgang mit dem jungen Polizisten. Und sein aktueller Rechtsstreit war nicht minder spannend zu verfolgen.
Die Autorin hat einen angenehm fokussierten Schreibstil, der es mir ermöglichte, mir die Orte und Gegebenheiten ebenso gut vorzustellen wie die im Buch vorkommenden Personen. Die Handlung bietet ausreichend Spannung und die beiden Fälle ergänzen sich hervorragend. Bei Sir Gabriels nächstem Fall bin ich gern wieder dabei.

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