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Rezensionen von rewareni:
Lieben und sterben auf Norderney
Im Schatten des Leuchtturms von Irene Scharenberg
,, Im Schatten des Leuchtturms´´ von Irene Scharenberg, wird geliebt, gehasst und vor allem gemordet. In 14 kriminellen Kurzgeschichten passieren auf Norderney viele Verbrechen aus Eifersucht, Geldgier oder jahrelanger Demütigung.
Die Autorin lässt dabei immer wieder den rauen Charme der Insel und seiner Bewohner durchblicken.
So kann eine Wattwanderung zu einer tödlichen Falle werden oder ein Testament der Auslöser für einen Mord sein.
Dass man seine ungeliebte und vor allem reiche Gemahlin nicht unterschätzen sollte, wird der untreue Ehemann zu spät merken.
In zwei Geschichten ,,ermittelt´´ zum Leidwesen seiner Ehefrau, Kommissar Pielkötter, der eigentlich auf Norderney Urlaub machen wollte. Von ihm gibt es bereits mehrere Kriminalromane aus dem Ruhrgebiet.
Die Geschichten sind zwar zumeist vorhersehbar, aber es gibt auch hin und wieder eine Überraschung am Ende.
Ein angenehmer und leichter Schreibstil lässt einem schnell durch die Kurzgeschichten fliegen.
Horror Geschichten
Im Schatten des Leuchtturms von Irene Scharenberg
Wieder einmal entführt das Horrormagazin Zwielicht in Band 6 den Leser mit 11 Kurzgeschichten und Artikeln zu diversen Autoren und ihren Lebensgeschichen, in eine Welt des Unheimlichen und sanften Horrors.
Es ist eine bunte Mischung der Genre, die den Charme der Zwielicht Reihe ausmacht.
Während bei Christian Weis ,, Kleiner Vogel flieg´´ die Protagonistin ihre Gedanken in eine Art ,,Schutzwelt´´ abtauchen lässt, so wird einem ,, Das letzte Müsli´´ von Henrike Curdt, sprichwörtlich im Hals stecken bleiben.
Dazu gibt es auch eine schöne Innenillustration wo ich mir vorstellen könnte, dass solche Bilder vor jeder Geschichte als kleine Einstimmung gut passen würden.
Aber auch herrlich zynische und blutige Geschichten sind zu finden wie bei Sascha Lützeler ,, Absurde Logik´´.
Schön ist auch wieder die Geschichte von Algernon Blackwood ,, Max Hensing´´, wo es der Autor schafft sich mit leisen Schritten an das Unheimliche heran zu schleichen und den Leser dabei Gänsehaut Gefühl beschert.
Ein gut gelungenes und düsteres Cover passt zu Zwielicht 6 und die Geschichten bieten wieder einiges an Abwechslung im Bereich des Horrors.
Tödliche Liebe
Im Schatten des Leuchtturms von Irene Scharenberg
Sina Brodersen lebt alleine und zurückgezogen auf einem Hof in Schleswig Holstein. Nur ihr kleiner Mops Boy und die Gartenzwerge, die ihr Nachbar Volker aus Polen besorgt und sie dann liebevoll restauriert, bereiten ihr die einzige Freude in ihrem Leben. Als sie eines Tages in einem Gartenzwerg einen versteckten Schlüssel entdeckt, ahnt sie noch nicht, dass sich von diesem Moment an ihr Leben verändern wird.
Ein verbrecherisches Syndikat, unter der Leitung des ,,Barons´´, hat bereits seinen besten Mann losgeschickt, der den Schlüssel finden soll. Unter dem Namen Tom Enders, taucht in dem kleinen Dorf ein Mann auf, der nur ein Ziel hat- den Schlüssel zu finden. Er geht dabei skrupellos vor und seine scheinbare Freundlichkeit kann sehr schnell in Brutalität umschlagen. Doch was nie passieren dürfte tritt doch ein, er, der herzlose Killer, verliebt sich in Sina. Und auch sie, die kein Glück mit Männern hat und schlechte Erfahrungen gemacht hat, spürt bei Tom etwas, das sie bisher nie kannte. Eine tiefe Verbundenheit zu einem Menschen, der im Grunde eine Tötungsmaschine ist, aber tief im Herzen so wie sie einsam und stets auf der Suche nach einem Seelenverwandten ist. Beide wissen, dass es nur eine Liebe auf Zeit sein wird, denn Toms Mentor muss nun ihn, als ,,Abtrünigen´´ ausschalten.
,, Monstratorem´´, geschrieben von Anja Gust kann man schwer einordnen. So wie auf auf dem Klappentext steht: ,,Es gibt schwarz. Es gibt weiß. Und es gibt Dinge dazwischen´´. So ist es auch mit diesem Roman. Hier werden fast durchgehend Menschenschicksale beschrieben , wo Stück für Stück und von Kapitel zu Kapitel sich eine weitere Geschichte dazu findet. Die Autorin versteht es hier geschickt viele Charaktere mit einfließen zu lassen. Ein Dorf und seine Bewohner, von denen viele hinter verschlossenen Türen ihr Geheimnis bewahren. Alle Menschen haben ein ähnliches Schicksal, sie sind einsam, fühlen sich nicht geliebt und sie spüren eine Sehnsucht nach Anerkennung und Aufmerksamkeit. Dabei hat die Autorin gut beschrieben, wie diese Defizite kompensiert werden. Sind es heimliche freizügige Videos, die die Tochter ins Internet stellt oder ein Mann, der nur glücklich ist, wenn er mit seiner Eisenbahn spielt. Anja Gust hat dabei sehr schön die Emotionen und Gefühle beschrieben und greift dabei sehr oft in eine ,,philosophische Gedankenkiste´´.
,,Doch Rache ist niemals gerecht, sondern nichts weiter als einem blinden Gefühl folgende Willkür.Das kann nicht richtig und schon gar nicht gerecht sein. Niemals dürfen wir das zulassen. Es gleicht einer Kapitulation vor der Ungerechtigkeit.´´
An manchen Stellen wirkt es etwas zu viel und es klingt ein wenig seltsam, wenn ein kaltblütiger Mörder zu philosophieren anfängt.
Aber auch ihre Natur- und Landschaftsbeschreibungen sind sehr intensiv.
,, Ruhende Weißwangengänse wirkten wie kleine helle Inseln in den Grasmulden. Ein Flaum regungsloser Zirruswolken flockte über die Koppel, flauschig wie Baumwollblüten.´´
Der Schreibstil ist flüssig, erfordert aber immer wieder eine Lesepause, damit man die besonderen Gedanken der Autorin sacken lassen kann und man auch darüber nachdenken kann. Mich haben die oftmals traurigen und intensiven Gedanken und Wünsche der Menschen auch ein wenig betrübt werden lassen. Obwohl ich sagen muss, dass mir Tom, der von seiner Jugend an bereits in schlechte Kreise geraten ist und sich auch einfach nur nach echter und nach keiner Gegenleistung fordernden Liebe sein Leben lang gesehnt hat, nicht leid getan hat und ich ihn ob seiner ,, Arbeit´´ nicht symphathisch finden konnte. Auch fällt es nicht leicht Verständnis für Sina aufzubringen, die sich Hals über Kopf in Tom verliebt hat , obwohl sie erfährt, wer er ist, was er tut und bisher getan hat. Dass sie sogar ihr Leben für ihn riskiert kommt noch dazu.
Es ist eine besondere Geschichte, mit besonderen Charakteren und einer besonderen schriftstellerischen Aufmachung.
Es ist keine leichte Lektüre und wer für philosophische Ergüsse nichts über hat, sollte die Finger davon lassen. Wer aber abtauchen möchte in interessante Gedankengänge über Gott und die Welt, der wird mit ,, Monstratorem´´- Geschichte einer unbeschreiblichen Liebe- einen passenden Roman gefunden haben.
Die Macht der Liebe
Im Schatten des Leuchtturms von Irene Scharenberg
Im 13. Jahrhundert, in dem Hexenverbrennung und Aberglaube eine große Rolle spielen, begegnen sich zwei Menschen, die beide eine tragische Lebensgeschichte hinter sich haben. Der Herzogssohn Alexander, der bei einem furchtbaren Brand, nicht nur Freunde bei seiner Rettungsaktion verliert, sondern auch schreckliche Brandnarben davon trägt, wird von diesem Moment an nur mehr der Kapuzenmann genannt.
Da kommt es seiner verhassten Stiefmutter Otilia recht, dass man ihn für die furchtbare Tragödie verantwortlich macht und ein jahrelanger Fluch wird von nun an Alexander begleiten. Sein Zufluchtsort ist eine verlassene Burgfeste, wo er ein einsames und zurück gezogenes Leben führt. Bis zu dem Tag als er im Wald Flötentöne hört, die sein Herz berühren. Die Flötenspielerin Leah ist selbst eine Vertriebene, der man als Kind, nachdem eine Frau bei der Geburt ihren Sohn verloren hat, den bösen Blick zugeschrieben hat und sie der Hexerei angeklagt werden sollte. Nach ihrer Flucht in dem Dorf gelandet, ist für sie das Flötenspiel ein Ausdruck für all ihre Empfindungen, egal ob fröhlich oder traurig. Zwei Menschen, die beide eine schwere Last tragen, finden langsam, aber sicher zusammen. Viele Ängste und Hürden müssen sie überwinden, wo die Schatten der Vergangenheit immer wieder drohen sie zu umhüllen. Kämpfe um Leben und Tod werden immer wieder ihr Begleiter sein, wo sich zeigen wird, dass die Kraft der Liebe ein starkes Schwert ist, das nie aufhört zu kämpfen.
Die Autorin Hilga Höfkens hat mit ,, Die Flötenspielerin´´ einen historischen Roman geschrieben wo man als Leser eintauchen kann in Turnierkämpfe, edle Ritter und Aberglaube. Es ist eine romantische Liebesgeschichte, wo man zwar schon Beginn weg weiß, dass sich die zwei Liebenden finden werden, aber es ist trotzdem schön zu lesen, welche Hindernisse sich ihnen in den Weg stellen. Fast schon märchenähnlich wird die Geschichte erzählt, wo man als Leser eintauchen kann in Empfindungen, die das Flötenspiel auslösen, wo es schöne Beschreibungen des Zusammentreffens der beiden gibt und wo man auch eine Einführung in die Kräuerkunde bekommt. Leah kennt sprichwörtlich für jede Krankheit und für alle Beschwerden ,,ein Kraut´´ , wo man selbst einen spannenden Einblick bekommt. Die Geschichte ist locker geschrieben und man kann für ein paar Stunden eintauchen in eine Zeit wo tapfere Ritter um die Gunst ihrer Dame buhlen, wo das Aderlassen eine gängige, aber kaum hilfreiche Methode war einen Kranken zu heilen und wo zum Glück das Gute über das Böse siegt.
Freunde fürs Leben
Im Schatten des Leuchtturms von Irene Scharenberg
,,Grashüpfer´´ und ,, Schmetterling´´, so bezeichnen sich die 8 jährigen Mädchen Nina und Jenny. Sie fühlen sich als ,,Blutsschwestern´´, die einen Lebenstraum haben: Jenny wird Desingnerin und Nina ihr Model. Jahre vergehen und ihre Freundschaft wird auf die erste große Probe gestellt, als mit 17 Jahren Nina von Charly schwanger wird.
Ausgerechnet von dem Jungen, in den Jenny heimlich verliebt ist. Doch wirklich glücklich ist Nina nicht. Ihre Eltern halten nicht viel von Charly, der ständig betrunken ist und es auch mit der ehelichen Treue nicht ernst nimmt. Einziger Lichtblick ist ihr Sohn Tommy, den sie abgöttisch liebt. Von Nina belogen und enttäuscht, lässt sich Jenny in Wien heimlich mit Robert ein, der als ehemaliger ,,Knacki´´ Geldschulden hat und sich mit zwielichtigen Gestalten eigelassen hat. Doch kaum haben sich Nina und Jenny wieder angenähert, passiert das große Unglück. Ninas Kind stirbt bei einem tragischen Unfall, für den sie Jenny verantwortlich macht und diese von nun an jahrelang mit Schuldgefühlen hadert. Nach vielen schlimmen Dingen, die Nina und Jenny erleben und erdulden mussten, hätte sie nie gedacht, dass in Südfrankreich ihr großer Traum in Erfüllung gehen würde – Jenny hat sich als Desingnerin einen Namen gemacht und Nina präsentiert stolz ihre Kreationen. Doch die Schatten der Vergangenheit finden sie auch hier und wieder einmal ist ihre Freundschaft in Gefahr.
Die Autorinnen Victoria Suffrage und Elsa Rieger nehmen den Leser in dem Roman
,, Ohne Schuld´´, auf eine Achterbahn der Gefühle mit. Die Geschichte beginnt in den 60igern und endet 20 Jahre später. Abwechselnd lässt Victoria Suffrage ihre ,, Nina´´ zu Wort kommen und danach Elsa Rieger ihre ,,Jenny´´. Dadurch ist man stets hautnah am Geschehen und erlebt oft eine Situation, aus zwei verschiedenen Perspektiven. Beide Autorinnen sind in ihren Worten, die sie den Protagonisten in den Mund legen nicht zimperlich und man darf sich von derben Ausdrücken wie Arschloch, ficken…...nicht abschrecken lassen. Die Geschichte zwischen Nina und Jenny ist eine besondere, eine Freundschaft, die scheinbar alle Hürden des Weges überdauert. Man spürt in dem Roman alle Gefühle der beiden, egal ob es Verzweiflung, Hilflosigkeit, Wut oder Trauer ist. Aufgewachesen in einem kleinen Ort, wo jeder sein ,,Heile- Welt- Bild´´ pflegt und hinter verschlossen Türen nicht fähig ist dem anderen Zuneigung, Verständnis und Liebe zu geben, sind die beiden Mädchen von Beginn an auf sich alleine gestellt. Sehr schön wird dabei die Entwicklung von Nina und Jenny dargestellt. War am Anfang Nina die lebensfrohe und taffe Rebellin und Jenny, die unscheinbare und unsichere, die Nina stets bewundert hat, so wird sich spätestens nach dem Tod von Tommy, das Verhalten ändern. Man erlebt Schritt für Schritt, wie Nina am Verlust ihres Kindes zerbricht und ihr Leben sprichwörtlich den Bach runter geht. Während Jenny endlich ihre unsichtbaren Ketten sprengt und einen zwar steinigen, aber neuen Lebensweg einschlägt.
Man fliegt förmlich durch das Buch, das auch einen eigenwilligen Schreibstil aufweist, weil viele Sätze kurz und knackig sind, aber das hat auch seinen besonderen Reiz.
Seite 253: ,,Ich versuche, ihn wegzustoßen, mich loszumachen. Irgendwas. Er drückt weiter und weiter. Ein Knall. Bersten. Kann es nicht unterscheiden, schon zu dunkel in mir. Rutsche in ein schwarzes Loch, tiefer und tiefer.´´
Viele Szenen sind sehr berührend, vorallem, wenn man die Ohnmacht der Protagonisten spürt wenn sie einfach nur glücklich sein wollen. Doch die beiden Autorinnen lassen ihre Protagonisten nie aufgeben und zeigen, was wahre Freundschaft ausmacht.
Utopische Geschichten
Die letzte Fahrt der Enora Time von Andreas Gruber
,, Die letzte Fahrt der Enora Time´´ bietet uns 11 utopische Kurzgeschichten, geschrieben von dem phantasievollen Autor Andreas Gruber. Der mit seinem seltsamen Vorwort gleich eine Schockstarre bei seinen Lesern auslöst und dafür aber im Nachwort dafür büßen muss!!!!
In seinen Geschichten kann man eintauchen in die Weiten des Weltraumes und hautnah dabei sein wenn der Bordcomputer mit seinem Raumschiff etwas anderes vor hat, als die Crewmitglieder.
Da bekommt man SF in seiner Reinkultur und Erinnerungen an ,,Raumschiff Enterprice´´ werden dabei wach.
Aber auch humorvoll gelingt es Andreas Gruber in der Geschichte ,, Heimkehr nach Algata´´ mit originellen Wortschöpfungen und Situationskomik eine SF Story seinen Lesern näher zu bringen.
Dass er aber auch düstere Dystopien auf Lager hat beschreibt er in der Geschichte
,, Ecke 57th Street´´, wo Kabeln, Datenleitungen, Glasfaserstränge… sich nicht mehr dort befinden, wo man sie eigentlich vermuten würde.
Schön ist wie immer bei seinen Erzählbänden, dass man vor jeder Geschichte eine kurze Einleitung findet, wo der Autor über die Entstehungsgeschichte, persönliche Erinnerungen…. berichtet.
So ist ,, Joyce´´ eine ,,zeitreisende´´ Liebesgeschichte, an deren Entstehung seine Frau nicht ganz unbeteiligt war.
Eine bunte Mischung also, wo man zu den Geschichten einmal mehr und einmal weniger Zugang findet, aber trotzdem gut unterhalten wird. Für Andreas Gruber Fans wieder ein weiterer Erzählband aus dem Luzifer Verlag.
Ein Kampf, um Leben und Tod
Amurante von Rico Forwerk
Kayleigh ist froh, ihre furchtbaren Erlebnisse, die sie vor Monaten in der Waldhütte erleben musste, so halbwegs verarbeitet zu haben. Ihre Sitzungen bei einem Psychotherapeuten helfen ihr dabei und ihr Arbeitskollege Max, der sich auffallend um sie bemüht, lassen sie endlich so etwas wie Normalität verspüren.
Doch plötzlich hat sie seltsame Träume, in der auch wieder der Vogelmann auftaucht, der ihr damals geholfen hat und ihre Traumreise führt sie in die Vergangenheit zu ihrem Vorfahren, der Andeutungen macht über schreckliche Dinge, die unterhalb in den Gänge von London passieren. Als Kayleigh erfährt, dass gerade in dieser Stadt plötzlich Menschen verschwinden, die sich zuvor krankhaft verändert haben, weiß sie, dass sie eine Aufgabe bekommen hat, die nur sie erfüllen kann. In London trifft sie auf ihre früheren Freunde Ben und Miranda und als diese ebenfalls verschwindet macht sie sich auf die Suche nach ihr. Das Tagebuch ihres Vorfahrens, das sie heimlich aus einem Grab gestohlen hatte, macht ihr nicht viel Mut, denn die Geschehnisse unterhalb Londons, sind für den normalen Verstand kaum greifbar. Aber Kayleigh ist bereit den Kampf aufzunehmen und sie erlebt Dinge, die keinem Menschen zu wünschen sind.
,, Amurante- Die Krankheit´´ ist ein 582 Seiten starker Wälzer aus der Feder von Rico Forwerk. Es handelt sie hierbei um den 2. Teil der Amurante Reihe. Man kann der Handlung problem folgen, auch ohne den ersten Teil gelesen zu haben. Wer sich natürlich für die voran gegangene Entführung von Kayleigh interessiert, dem kann ich den 1. Band ,, Amurante- Der Wald´´ auch empfehlen.
Der Autor schafft es mit seiner spannenden, unheimlichen und bildgewaltigen Geschichte den Leser von Beginn weg in Atem zu halten. Er hat einen angenehmen Schreibstil und verwendet oft auch Wörter, die im Sprachgebrauch selten vorkommen wie z.B. invatierend, erratisch, Invasor… Dadurch erzeugt er immer wieder eine ,,vornehme´´ und besondere Stimmung.
Seiner Protagonistin macht er wie schon im ersten Band, das Leben sehr schwer. Als Leser leidet man mit ihr, man begibt sich auf spannende Reisen in die Vergangenheit oder in die grauenvolle Unterwelt. Kaum denkt man, dass Kayleigh einen Schritt nach vorne geschafft hat, fällt sie schon wieder zwei Schritte zurück. Der Autor lässt seine Leser mit seiner detailierten Bildbeschreibung ein Kopfkino erleben, wo man sowohl die gruseligen Szenen, als auch die farbenprächtigen Bilder vor sich sieht.
Eine spannende Geschichte, die immer wieder mit Überraschungen aufwartet und ein Ende, mit dem man als Leser nicht rechnet.
Rico Forwerk hat sich schreibtechnisch gut weiter entwickelt und ich bin schon neugierig, wie die ,,Amurante Reihe´´ weitergeht.
Mord oder Unfall
Tote Bosse singen nicht von Vera Nentwich
Sabine Hagen, genannt Biene, wird immer noch nicht von allen ernst genommen, wenn es um ihre Arbeit in der Detektei geht. Umso begeisterter nimmt sie den Auftrag des Geschäftsmannes Herrn Gerhard an. Als bei einem Geschäftstreffen ein gewisser Herr Lehmann seltsame Andeutungen macht, dass der Tod ihrer Eltern doch kein Unfall war, ist bei Biene ihr detektivischer Spürsinn erwacht.
Noch dazu, als der plötzliche Selbstmord von Herrn Lehmann viele Fragen aufkommen lässt. Aber auch privat gibt es einiges zu klären. Ihre Oma weigert sich standhaft mit ihrer
,, Bettgeschichte´´ Karl eine Kreuzfahrt zu machen, mit ihrem Freund Jochen gibt es auch immer wieder Streit, weil er mit ihrer Arbeit nicht klar kommt und sich ständig vor seinen Kollegen rechtfertigen muss und Jagos Schwester Isabella möchte ihn nach Argentinien mitnehmen, da ihr Vater im Sterben liegt. Aber wer Biene kennt weiß, dass sie immer mit dem Kopf durch die Wand möchte und selbst Einbrüche, Unfälle und sogar ein weiterer Mord schrecken sie nicht ab weiter zu ermitteln. Dass sie und Jochen dabei selbst Zielscheibe eines Mordversuches werden, zeigt ihr, dass sie auf der richtigen Spur ist.
Die Autorin Vera Nentwich hat mit dem 4. Band ,, Tote Bosse singen nicht´´ eine spannende und humorvolle Geschichte rund um Sabine ,, Biene´´ Hagen und ihrer Oma und liebgewordenen Freunden geschrieben. Auch wenn man die Vorgänger Bände nicht kennt, kann man problemlos den Roman lesen, obwohl es natürlich interessant ist, wenn man die Entwicklung und Beziehungen der Personen untereinander kennt.
Man darf Biene wieder in ihrer unverkennbaren Art begleiten. Sie lässt sich von niemanden aufhalten, wenn sie einen interessanten Fall wittert. Dass sie dabei sehr oft von einer komischen oder gefährlichen Situation in die andere gerät, ist man als Leser schon gewohnt. Die Autorin beschreibt dabei die Szenen so bildhaft und lebendig, dass man beim Lesen einfach schmunzeln muss, weil man Biene und ihre Kamikaze Aktionen wie einen Kinofilm vor sich sieht. Ebenso werden für mich etwas zu viel, in jedem Kapitel Essenssituationen beschrieben und dass sich die Protagonisten immer wieder gegenseitig die Zunge zeigen, ermüdet auch ein wenig.
Ein flotter und spritziger Schreibstil lässt einem die spannende Geschichte angenehm lesen. Schön ist auch, dass nicht immer alles sofort klappt und es durchaus auch ernste Gespräche gibt, wo die Protagonisten mit ihren Alltagsproblemen oder mit schwierigen Beziehungen zu kämpfen haben.
Ein humorvoller Roman wo man sicher weiß, dass man von Biene und ihren detektivischen Geschichten sicher noch einiges zu lesen bekommt.
Herz oder Verstand
Tote Bosse singen nicht von Vera Nentwich
Die junge Studentin Esther, lernt den charmanten Lysander, genannt Lys, kennen und beginnt sich in ihn zu verlieben. Der sportbegeisterte Lys merkt auch sehr schnell, dass er sich zu ihr mehr hingezogen fühlt, als es für ihn gut ist. Unbeschwerte Tage und Wochen vergehen, wo aber Esther merkt, dass Lys ein Geheimnis hat und seine ständigen Ausreden, dass er weg muss, weil sein Mitbewohner Jörg ihn braucht, machen sie mit der Zeit misstrauisch.
Auch wenn sie sich deswegen immer wieder streiten, so kommen sie doch voneinander nicht los. Als ein Bombenanschlag auf einen rechtsradikalen Verein auch unschuldige Opfer fordert, beginnt Lys ernsthaft über das, was er und Jörg getan haben, nach zu denken. Esther spürt immer mehr, dass Lys eine schwere Last mit sich trägt, aber aus Angst vor der Wahrheit, traut sie sich nicht mit ihm zu reden. Als er ihr sogar verbietet auf das Volksfest "Pützchens Markt" in Bonn zu gehen und sie diese Aufforderung aber negiert, ahnt sie noch nicht, welche weitreichende Folgen diese für ihre Zukunft haben wird.
Die Autorin Tatjana Flade hat mit dem Roman ,,Herz im Fadenkreuz´´ eine beängstigende Geschichte geschrieben, die aktueller nicht sein kann. Der Leser wird in dem Roman Zeuge, wie eine scheinbar heile Welt, wo jeder seine alltäglichen Dinge erledigt, plötzlich und unvermutet aus den Angeln bricht. Unschuldige Menschen, die man einfach unter Kollateralschaden abhacken muss, geraten zwischen terroristische Fronten. Sehr gut kommt bei der Geschichte heraus, dass es bei diesem Kampf niemals einen Sieger geben kann, denn Gewalt, erzeugt immer wieder Gegengewalt. Die Protagonistin Esther ist eine junge, naive Frau, die entscheiden muss, zwischen Herz und Verstand. Man merkt ständig, wie sie Angst vor der Wahrheit hat und hofft, dass das was sie befürchtet einfach nicht sein kann.
Lys, ist der nette junge Mann von neben an, der gerne sprtlich tätig ist und für seinen Kampfsport lebt. Hierbei muss ich sagen, dass die sportlichen Tätigkeiten viel Raum in den Roman eingenommen haben, was mich mit der Zeit schon gestört hat.
Die Autorin zeigt mit ihren ,,Attentätern´´ dass im Grunde niemand erahnen kann, welche Gedanken in diesen freundlichen, unscheinbaren Menschen schlummern und dass keiner weiß, wann die tickende Zeitbombe explodiert.
Der Roman ist leider sehr nahe an der Wirklichkeit, wo Terroristen alles daran setzen Menschen zu verunsichern und Angst zu erzeugen. ,, Herz im Fadenkreuz´´ ist aber auch eine Liebesgeschichte, wo die Vernuft der Liebe weicht und die Geschichte zwischen Esther und Lys im nächsten Band ,, Hass im Fadenkreuz´´ weitergeht.
Mord in Mainz
Im Schatten der Arena von Mara Pfeiffer
Für die Journalistin Jo bricht eine Welt zusammen, als ihr Freund und Kollege Jonas plötzlich bei einem Autounfall stirbt. Ihr einziger Halt ist dabei ihr kleiner Sohn Luca und der Kater Obama. Dass ihre Oma Nonna ihr auch noch Vorwürfe macht, weil sie zu oft trinkt, hilft ihr auch nicht weiter. Zum Glück hat sie ihre Freundin Anda, die auch gleichzeitige ihre Chefin ist und die ihr immer wieder den Rücken freihält, wenn sie nicht zur Arbeit erscheint.
Da Jo nicht an einen Unfall glaubt, beginnt sie selbst Nachforschungen anzustellen. Sie stößt dabei auf Jonas´ Recherchen, die sich rund um den Verein und die Spieler von Mainz 05 beziehen. Dass dabei auch immer wieder der Name des Beraters Claus Hopfen auftaucht, macht sie mit der Zeit stutzig. Jo lernt auch den sympathischen Hauptkommissar Hans Ostermann kennen, der sich auffallend um ihre Nähe bemüht. Immer tiefer dringt Jo in interne Belange des Fussballvereins´ ein und als auch noch ihr kleiner Sohn Bekanntschaft mit einem Unbekannten macht, merkt sie, dass es nur mehr eine Frage der Zeit ist, bis sie die wahren Hintergründe für den angeblichen Autounfall herausgefunden hat. Fast zu spät muss sie aber erkennen, dass die verantwortliche Person alles daransetzt, sie von ihren Nachforschungen abzuhalten.
Die Autorin Mara Pfeiffer hat mit ihrem Roman ,, Im Schatten der Arena´´ einen Mainz 05 Krimi geschrieben, der viel an Lokalkolorit zu bieten hat. Die ,,Wortpiratin´´ beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem 1. FSV Mainz und hat dadurch viel an Herzblut und an Hintergrundinformationen mit einfließen lassen. Kenner der Materie werden dabei einige reale Namen von Spielern etc. wiederfinden. Mara Pfeiffer hat sich in ihrem Roman der Homophobie im Profi-Fußball angenommen und daraus eine spannende und humorvolle Geschichte gemacht. Mit ihrer Protagonistin Jo ist ihr eine Person gelungen, die es mir nicht immer leicht gemacht hat sie zu sympathisch zu finden. Auf der einen Seite ist sie sehr stur und stößt oft Menschen, die sie mögen vor den Kopf. Sie hat ihre eigenen Vorstellungen und handelt auch danach, ohne nachzudenken, ob sie nicht vielleicht jemanden damit schadet oder verletzt. Dass sie dabei auch manchmal zu tief ins Glas schaut, bekommt ihr auch nicht immer gut. Auf der anderen Seite lernt man aber Jo als liebevolle Mutter kennen, die eine besonders intensive Beziehung zu ihrem Sohn hat. Diese Szenen und Dialoge, die die beiden führen sind so herzlich, emotional und wunderschön, dass einem wirklich dabei das Herz aufgeht.
Mara Pfeiffer hat einen angenehmen und erfrischenden Schreibstil, sodass man schnell und gut die Geschichte lesen kann. Eine angenehme Mischung zwischen Spannung und Humor lassen keine Langeweile aufkommen. Dass man auch ein heikles Thema, das gerne unter den Teppich gekehrt wird sehr wohl ansprechen kann und soll, zeigt sie in ihrer Geschichte.
Auch wenn man kein Fußballfan ist, kann man sich mit dem Roman gut unterhalten. Da es ein eher offenes Ende gibt würde ich mich freuen von Jo, Luca, Obama und Co. wieder einmal etwas zu lesen.






