Kunden em pfehlungen
Rezensionen von rewareni:
Österreichische Humor
Marillen & Sauerkraut von Harald Jöllinger
,, Marillen und Sauerkraut´´- Gschupfte und grantige Geschichten, findet man bei Harald Jöllingers Debüt Roman. Darin sind 26 Kurzgeschichten enthalten, die die verführerische und köstliche Süße der Marille enthalten, sowie die sauren und grausigen des Sauerkrautes.
Der Autor hat sich nicht gescheut, alles und jeden auf die Schaufel zu nehmen und zeigt dabei immer wieder, seinen bissigen und auch zynischen Humor.
Man findet Geschichten, die herrlich amüsant sind, wo man wirklich lachen muss, wenn sich Schnecken darüber unterhalten, dass sie vom Wurstsalat fressen ,,blad´´ werden. Oder ein genervter Stadtführer, der nicht verstehen kann, wie man drei Mal in eine Hundesch.....steigen kann. Er legt seinen Protagonisten viele im Österreichischen Dialekt gesprochene Wörter in den Mund, die seine Geschichten sehr lebendig machen. Aber keine Angst, am Ende des Buches gibt es ein hilfreiches Glossar dazu.
Der Autor ist ein guter Beobachter und es gibt auch berührende Geschichten wie ,, Endlich schneit´s´´, wo aus der Sicht eines Obdachlosen berichtet wird, der sein Leben, so hart es auch ist, selbst bestimmen möchte und auf jede Hilfe verzichtet.
Immer wieder kommt auch das Thema Demenz darin vor, wo man als Leser sehr berührt ist.
Einsamkeit, Mordgedanken, Weltuntergangsstimmung oder Erinnerungen an früher werden vom Autor manchmal feinfühlig und dann wieder mit brutaler Offenheit erzählt. Die meisten Geschichte haben mir gut gefallen, weil sie zum Nachdenken anregen oder witzig originell sind, wie ,, Die Gelse´´, die lieber nicht zwischen den Zehen sticht, weil es dort stinkt.
Manche seiner Geschichten erzählt er auf seine eigene Art, wo es mir leider nicht klar war, was er damit sagen wollte.
Ansonsten ist es ein Buch, wo man einfach ein Auge zudrücken muss, wenn man über Trotteln, Blade und sonstige spezielle Menschen liest.
Wer ist der Mörder?
Endstation Herkules von Heike Susanne Rogg
Busfahrer Hannes hat sich den Ausflug mit dem saarländischen Kegelverein ,,Gut Holz´´ nach Kassel eigentlich anders vorgestellt. Aus einer gemütlichen Fahrt, wo Kunst und Kultur und natürlich kulinarische Leckerbissen auf dem Programm gestanden wären, muss es ausgerechnet er sein, der bei dem berühmten Wahrzeichen der Stadt Kassel dem Herkules, auf eine Leiche stößt und noch dazu ist es einer seiner Fahrgäste.
Gut, dass der saarländische Kriminalkommissar Klaus Robeneker Hannes beisteht, denn die Kasseler Polizei, allen voran Kriminalhauptkommissar Faubel, hat sich mit seiner ,, Soko Herkules´´, sofort auf Hannes als Täter eingeschossen. Faubel ist alles andere als begeistert, dass es mit dem Fall doch nicht so voran geht wie er gehofft hat, noch dazu, wo er es gar nicht leiden kann, dass der ,,ausländische´´ Kollege sich in seinen Ermittlungen einmischt. Bald stellt sich heraus, dass der Tote bei niemanden so wirklich beliebt war und er auch mit windigen Geschäften, einige Menschen finanziell ruiniert hat. Hannes und Klaus ermitteln heimlich weiter, bis es ihnen gelingt, die wahren Hintergründe des Mordes heraus zu finden.
,, Endstation Herkules´´ von Heike Susanne Rogg ist eine Mischung aus Krimi und Reiseführer. Auf eine humorvolle Art und Weise lässt die Autorin Busfahrer Hannes einen Mordfall aufklären, wo man nebenbei als Leser über Sehenswürdigkeiten der Stadt Kassel etwas erfährt, wo kleine geschichtliche Ausflüge Land und Leute näher bringen. Dabei wird man auch mit dem saarländischen Dialekt konfrontiert, wo man genau lesen muss um ihn zu verstehen. Teilweise bekommt man von Klaus eine Übersetzung geliefert, wenn Kommissar Faubel so gar nicht versteht, was die Fahrgäste erzählen. Witzig hat dabei die Autorin, die beiden Mentalitäten zwischen den Saarländern und den Nordhessen gegenübergestellt, wo Kommissar Faubel nicht nur einmal knapp am Rande eines Nervenzusammenbruches gestanden ist. Es ist ein eher ruhiger Krimi, wo die Autorin viele Szenen und Handlungen sehr genau beschreibt, wo ich mir denke, dass es nicht so wichtig ist ob jetzt jemand aufs WC geht oder sich die Zähne putzt.
Besonders witzig sind die Protagonisten aus dem Kegelverein dargestellt, die sich herrlich über alles und jeden aufregen können. Wenn sie ihren saarländischen Dialekt auspacken, dann ist Chaos vorprogrammiert. Bis zum Schluss kann man miträtseln und man wird am Ende sogar überrscht von der Lösung des Falles.
Eine schicksalhafte Begegnung
Untermieter im Kopf von Angela Suter-Lattmann
Wieder einmal ist es für Emma so weit, dass sie ihren halbjährlichen Kontrolltermin in der Neurochirurgie hat. Obwohl ihre Zyste im Gehirn gutartig ist, hasst sie es, dass sie beim MRT still liegen muss, denn dieses Gefühl des Gefangenseins, kann die quirlige Emma gar nicht leiden. Doch dieses Mal passiert danach etwas, dass sie und ihr Leben verändern wird.
Der charmante Tim, der ebenfalls seinen Kontrolltermin hinter sich gebracht hat, begleitet Emma bei einem Spaziergang durch die Stadt und obwohl er ein Fremder ist, fühlt sie sich auf eigentümliche Weise zu ihm hingezogen und der Vorschlag, dass sie sich in einem halben Jahr hier wieder treffen um sich gegenseitig zu unterstützen, lässt beide mit einem angenehmen Gefühl zurück. Doch was dann beim neuerlichen Treffen passiert, damit hätte Emma nie gerechnet.
Die Autorin Angela Suter, hat mit ihrer Novelle ,, Untermieter im Kopf´´ eine berührende, traurige, aber auch hoffnungsvolle Geschichte geschrieben. Auf 94 Seiten taucht der Leser in das Leben von Emma und Tim ein, die beide ein ähnliches Schicksal teilen. Emma wird als witzige, sich selbst auf den Arm nehmende und kluge Frau beschrieben. Viele ihrer Gedanken sind es Wert über sein eigenes Leben nachzudenken. Oft hat man Wünsche und Sehnsüchte, die man immer auf später verschiebt, so wie Emma, die erkennt, dass sie im Hier und Jetzt lebt und nicht darauf warten sollte, wenn sie krank ist, eine ,, Wünscheliste´´ abzuarbeiten, denn irgendwann kann es dafür zu spät sein. Tim hingegen ist der stille Beobachter, der zuhört und spürt, dass hinter der manchmal herben Schale von Emma ein zutiefst sensibler Mensch steckt.Er zeigt eine unglaubliche Menschenkenntnis und setzt alles daran, dass es Emma gut geht. Die Autorin lässt den Leser teilhaben an vergnüglichen und humorvollen Momenten zwischen den beiden, bis es am Ende so emotional wird, dass sogar Tränen fließen. Was mir gefehlt hat war, dass es bei der wörtlichen Rede keine Satzzeichen gegeben hat und es so für mich nicht immer gleich zu erkennen war, ob geredet wird oder nicht.
Die Handlung ist geradlinig, schweift nie ab und hält eine gute Balance zwischen feinem und wohldosierten Humor und emotionalen Gedanken. Eine zu Herzen gehende Geschichte, die zeigt, dass man jede Minute seines Lebens genießen und vor allem leben sollte.
Unheimliche Geschichten
Untermieter im Kopf von Angela Suter-Lattmann
Der 7 Band der Zwielicht Classic Reihe beschert dem Leser 8 Geschichten aus dem Bereich des Horrors, des Übersinnlichen und diverse Artikel über für mich unbekannte Autoren und ihre Werke.
Wie immer gibt es verschiedene Geschichten die sich mit Horror, mysteriösen Zufällen oder wandelnden Toten beschäftigt.
Die Mischung zwischen sanften Humor bis unheimlichen Erscheinungen macht die Geschichten interessant.
Jeder Autor geht mit seinem eigenen Stil vor, wo sich der Leser seine Lieblingsgeschichte heraus suchen kann.
Während Andreas Gruber in ,, Ristorante Mystico´´seinen Protagonisten mit unglaublichen Zufällen konfrontiert, begleitet man in der Geschichte von Christian Weis
,, Die andere Seite´´ einen Wiedergänger in die Totenstadt, wo nicht einmal die Verstorbenen sich wohl fühlen.
Bis auf eine Geschichte haben mir alle recht gut gefallen und auch das Cover passt gut zu dem Horrormagazin.
Eine verbotene Liebe
Allein unter seinesgleichen von Christian Kurz
Die Welt hat sich verändert, nachdem die Nazis erfolgreich den Krieg gewonnen haben und sie gemeinsam mit den Verbündeten Italien und Japan über viele Länder herrschen. Wichtig ist dabei, dass deutsch als Weltsprache akzeptiert wird, dass Menschen, die nicht den Vorstellungen der Partei entsprechen ausgerottet werden.
Besonders hart trifft es hierbei die sogenannten Untermenschen, die Parasiten, also Männer, die sich mit ihresgleichen vergnügen. So fällt es dem Jugendlichen Wolfgang anfangs schwer, mit sich und seinen verbotenen Gedanken zurecht zu kommen. Er spürt, dass ihn sein Schulkollege Nils mehr interessiert als ein Mädchen, aber er weiß, dass es verboten sein muss, weil es die Partei sagt. Erst als er im Buchladen des alten Herrn Rommler zu arbeiten beginnt und dort Magazine findet, die Männer in eindeutigen Posen zeigen und er das erste Mal das Wort - schwul- kennen lernt, beginnt er zu begreifen, dass es sehr wohl Männer mit den gleichen Gefühlen gibt, wie er sie hat. Währenddessen muss Karl, der heimlich Geschichten für diese Magazine schreibt und von seiner Kollegin Ursula sexuell bedrängt wird erkennen, dass er hier nie seine Neigungen in Frieden ausleben kann. Ebenso ergeht es dem Ausbildungsoffizier Ludwig Bruckner, der zwar auf der einen Seite Schwule verachtet, aber auf der anderen Seite sich selbst im Geheimen Befriedigung bei Männern holt. Was nie passieren hätte dürfen, ist aber passiert. Die Staatspolizei ist ihm auf die Schliche gekommen und aus dem ehemals vorbildlichen und ehrenwerten Offizier ist plötzlich ein Abschaum geworden. Aber er kann seine Haut retten, wenn er die schändlichen Autoren aufspüren und ausliefern kann. Doch da erkennt Ludwig, dass er in seinem Leben niemals wirklich frei war und es wahrscheinlich auch nie sein wird und er fasst einen folgenschweren Entschluss.
,,Allein unter seinesgleichen´´ ist ein spannender und aufwühlender ,,Was- Wäre -Wenn´´ Roman des Autors Christian Kurz aus dem Himmelstürmer Verlag. Ein grausames Szenario wird hier auf brutale Weise beschrieben. Eine Weltmacht, die auf der Grundlage basiert, dass das Volk einheitlich denkt, spricht und auch fühlt. Jedes Land, das okkupiert wurde, ist seiner Sprache, seiner Kultur und seiner Gedanken gestohlen worden. Da lässst der Autor den anfangs unsicheren und unerfahrenen Wolfgang das erste Mal selber nachdenken, was ja eigentlich auch nicht erwünscht ist, ob es richtig ist, den Menschen all das zu nehmen, was ein Land ausmacht. Es ist manchmal erschreckend zu lesen, wie sich einzelne Szenen oder Handlungen in der fiktiven Geschichte mit denen ähneln, die uns von der jetzigen Politik vorgegeben werden und wie leicht man Menschen mit immer wieder kehrenden negativen Äußerungen , manipulieren kann.
Zu Beginn des Romanes musste ich ein paar Mal schlucken, weil die Sprache und die sexuellen Handlungen nicht immer leicht zu verdauen waren. Es ist eine harte und unmenschliche Welt in der die Geschichte spielt und der Autor lässt seine Protagonisten nicht immer zimperlich handeln. Mit der Zeit habe ich mich aber eingelesen und akzeptiert, dass es einfach dazu gehört. Was mich schon gestört hat, war, dass es immer wieder zu Wortwiederholungen gekommen ist, oft auch in einem Satz.
Seite 101: Aber es ist nur das Beste, wenn man sich im System befindet. Jeder, der außerhalb ist, muss leiden, und er muss leiden, damit diejenigen im System sehen, dass nur das System an sich vor Schaden bewahrt.´´
Christian Kurz lässt seine Protagonisten leiden, hoffen und sich auch weiterentwickeln, was eigentlich gar nicht erwünscht ist, da ja das Denken und Handeln, von der Partei vorgegeben wird. Es ist ein berührender Roman, der zwar manchmal grausam ist, aber auch viele schöne Gedanken bietet, die zum Nachdenken anregen. Obwohl mich die Wortwiederholungen schon immer wieder im Lesefluss etwas gestört haben, vergebe ich trotzdem noch 5 Sterne, weil das Thema ungewöhnlich, spannend und auch sehr emotional war.
Der Sinn des Lebens
Allein unter seinesgleichen von Christian Kurz
Nachdem die gut gemeinte Einladung von Thomas an Doris ihn zum Frühlingsfest seiner Firma zu begleiten in einer Katastrophe endete, herrscht nun auf beiden Seiten Funkstille. So weiß keiner, dass sie unbewusst die Rollen getauscht haben. Während der Chef der Bank, Oscar Goldmann, Doris als seine persönliche Beraterin eingestellt hat, arbeitet der arbeitslose Thomas nun in ihrem früheren Kiosk.
Obwohl sich zu Beginn keiner von den beiden so richtig wohl in seinem neuen Arbeitsumfeld fühlt, beginnen sie bald Spaß daran zu haben und sie erkennen in ihnen ein unbekanntes Potenzial, das es nun gilt auszunützen. Für Doris beginnt ein neues Leben, wo sie plötzlich eine Menge Geld verdient, wo sie sogar Freude daran hat Sozialpsychologie zu studieren und ihr Ziel noch schlanker zu werden konsequent durchzieht. Doch mit der Zeit merkt sie, dass es noch etwas anderes im Leben geben muss und die Gefühle zu Thomas auch noch vorhanden sind. Ebenso ergeht es Thomas, dem es nun gar nicht mehr stört, dass er ein paar Kilos mehr auf die Waage bringt und er sogar Spaß daran findet ein eigenes Geschäftsmodell für seine Kunden zu entwickeln. Neue Liebeleien, eine anstrengende Wanderung und so manch andere Überraschungen warten auf Doris und Thomas, bis sie endlich wissen, was sie wirklich wollen.
,,Doris Hausers bukolischer Almanach´´ ist die witzige und auch berührende Fortsetzung der Autorin Anna Veen rund um ihre Protagonisten Doris und Thomas.
Die Geschichte der beiden wird wie im ersten Band wieder flott und slapstick artig erzählt. Der Rollentausch birgt so manche für den Leser amüsante und auch unerwartete Wendungen. Die Autorin hat dabei witzige Einfälle und ihre Wortschöpfungen sind nicht nur interessante Kapitelüberschriften, sondern laden den Leser auch immer wieder ein, neue und eher unbekannte Wörter kennen zu lernen. Auch in diesem Band zeigt die Autorin, wie Vorurteile jeglicher Art, einem das Leben schwer machen können. Es sind durchaus Themen, die sowohl Frauen, als auch Männer ansprechen. Wie hat der Partner gewichtmäßig auszusehen? Muss ich mich verbiegen, damit mich die anderen akzeptieren? Auch wenn der Roman humorvoll ist, sind die ernsten Zwischentöne durchaus zu hören. So lässt sie auch Doris auf einen Selbstfindungstrip durch die Lande ziehen, damit diese über sich und ihr Leben nachdenken kann. Da hätte ich mir noch ein wenig mehr an typischen ,,Hoppalas´´ von Doris gewünscht.
Schön haben sich bis zum Schluss die verworrenen Wege von Doris und Thomas zusammen gefügt und man darf auf eine Fortsetzung gespannt sein.
Anna Veen hat mit ihrer Geschichte gezeigt, dass zwar der Verstand den Wunschpartner vor gibt, aber das Herz ihn letztendlich aussucht.
Das Ende naht
WIedervereinigungen von Alexander Meining
Brutale Bombenattentate erschüttern in den 80er Jahren Europa. In den 90er sind es Ausschreitungen gegenüber Asylwerberzentren. Rechtsextremistische Gruppen lassen gnadenlos ihren Hass freien Lauf. Für den Münchner Anwalt Albert Mehringer ist dies kein Grund zur Sorge, im Gegenteil. Er ist der Drahtzieher der Anschläge und er scheint seinem Ziel, durch Angst die Regierung und die Gesellschaft aus dem Gleichgewicht bringen zu können, immer näher zu kommen.
Nach der Wiedervereinigung ist es der ehemalige Stasi-Agent Göring, der gemeinsam mit dem früheren Skinhead Silvio die Menschen, die plötzlich arbeitslos sind und mit der neuen Freiheit nichts anfangen können, mit rassistischen Parolen auf seine Seite zu ziehen.
Inzwischen ist es der ehemaligen linksradikalen Terroristin Gudrun gelungen, Frieden mit ihrer
Familie zu schließen und lebt nun mit Simon, Evas Bruder, in Israel, wo sie immer wieder für den Geheimdienst tätig ist. Als Philipp, Ludwigs Enkel, gemeinsam mit seiner Freundin Tina, plötzlich verschwindet, ahnt noch niemand, dass sich auf grausame Art und Weise Ereignisse aus der Vergangenheit sich nun mit der Gegenwart verbinden werden.
,, Tartigrada – Wiedervereinigung´´ ist nach ,, Das Bärtierchen´´ und ,, Die fetten Jahre´´ der krönende Abschluss der Tartigrada Trilogie von Alexander Meining.
Auch hier hat es der Autor wieder geschafft tatsächliche Ereignisse wie z.B den Terroranschlag 1980 auf das Oktoberfest in München oder den Mauerfall 1989, in seine fiktive Geschichte rund um die Familie von Ludwig Hochberger, raffiniert miteinander zu verbinden. Man erlebt als Leser ein Wechselbad der Gefühle. Machen einem die feigen und brutalen Anschläge wütend, so leidet man mit Ludwigs Familie mit, die seit Jahrzehnten um ihr Familienglück kämpfen. Kaum glaubt man, dass endlich Ruhe und Frieden einkehrt, steht man schon wieder einem heimtückischen Gegner gegen über. Dem Autor gelingt es immer wieder den Leser für sich und seine Geschichte gefangen zu nehmen. Der Roman enthält alle Eigenschaften, die man sich nur wünschen kann. Spannung, die den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse aufzeigt. Emotionen, wo man lachen und auch weinen kann. Sympathische Protagonisten, wo man mit ihnen leidet und hofft, dass alles ein gutes Ende nimmt. Unsympathische Personen, die das sprichwörtliche Salz in der Suppe ausmachen. Und eine Geschichte, die originell und anders ist.
Mir haben alle drei Bände der Tartigrada Reihe sehr gut gefallen und es war schön Ludwig und auch seinen treuen Freund Bernhardt begleiten zu dürfen. Eine besondere Freundschaft, die selbst über den Tod hinaus noch besteht. Trotz aller Widerstände hat es immer Hoffnung gegeben, dass sich ein neuer Weg auf tut den man gehen kann.
Ich kann dem Autor Alexander Meining dazu gratulieren, dass er es geschafft hat klug, spannend und unglaublich interessant eine besondere Geschichte über drei Bände aufbauend zu schreiben. Als Leser durfte ich mit zittern, hoffen, neues kennen lernen und vor allem mich gut unterhalten.
Was bedeutet Glück?
WIedervereinigungen von Alexander Meining
Paulo McComen lebt als Dachdecker in Dublin ein eher bescheidenes und einfaches Leben. Doch dann passiert das unglaubliche, das sein Leben von Grund auf verändern sollte. Ein Lotto Gewinn in Millionen Höhe lässt ihn plötzlich all die Dinge besitzen, von denen er bisher nur träumen konnte. Eine riesige Villa mit unzähligen Räumen, die er nicht einmal alle benutzen kann, teure Autos in der Garage, Feste und Partys bis zum totalen Black Out.
Langsam aber sicher merkt Paulo, dass der unerwartete Reichtum auch seine Schattenseite hat. Hat er früher als Dachdecker mit seinen eigenen Händen etwas erschaffen und einen Erfolg gesehen, so fühlt er sich nun gelangweilt, unsicher ob seine neuen Freunde wirklich an ihm als Mensch interessiert sind, oder ob es die kostenlosen Getränke sind, die er immer spendiert. Als auch noch seine geliebte Mutter stirbt, verliert er immer mehr den Boden unter den Füßen. Seine täglichen Alkoholexzesse, seine körperlichen Zusammenbrüche und seine seltsamen Träume von einem Mönch, lassen ihn immer mehr an seinem Verstand zweifeln. Schon bald ist er so tief gesunken, dass er selbst die letzten
Menschen, die ihm noch zur Seite gestanden sind vertrieben hat und er unaufhaltsam, dem Abgrund zusteuert.
Der Autor Gerrit C. Paulson hat mit seinem Debütroman ,,Notizen eines Gewinners´´ einen philosophisch angehauchten Roman um trügerischen Reichtum, wahres Glück und Werte, die für einen Menschen wichtig sind, geschrieben. Er lässt seinen Protagonisten schnell aufsteigen mit seinem Geld, mit seinem Größenwahn und langsam, aber sicher lässt er ihn aber danach auf tragische Art und Weise immer tiefer sinken, bis es zum totalen Zusammenbruch kommt. Schön sind dabei immer wieder die ,,Notizen´´ die sich Paulo dabei in sein Notizbuch macht, wo man als Leser immer wieder, ob der klugen, berührenden und auch zum Nachdenken anregenden Sätze, in die Geschichte unweigerlich hinein gezogen wird.
Seite 80 ,,Ein bestimmter Moment des Glücklichseins ist unwiederbringlich, denn wenn er mir
bewusst wird, ist er schon wieder vorbei.´´
Seite 130 ,, Nur der, dem die Erwartungen anderer egal ist, ist wirklich frei´´.
Der Autor hat einen angenehmen Schreibstil und lässt den Leser an vielen interessanten Gedanken Paulos teilhaben.
Was bedeutet Glück wirklich, woran erkennt man, dass man glücklich und zufrieden ist?
Sehr gut werden auch die Menschen und deren Reaktionen auf den Reichtum beschrieben. Woran bemerkt man wer ein wirklicher Freund ist? Haben sich die anderen plötzlich verändert oder
ist es nur meine eigene Wahrnehmung?
Eine emotionale und berührende Geschichte wo man sieht, dass der Reichtum des Lebens nicht vom finanziellen abhängig ist.
Das dritte Ausbildungsjahr
WIedervereinigungen von Alexander Meining
Benjamin Bayer, der eigentlich schon tot ist, aber als sogenannter Sammler, sowohl in der irdischen, als auch in der Zwischenwelt, wo er die Seelen von Verstorbenen zu ihrer Weiterentwicklung begleitet, lebt, bekommt es in seinem dritten Ausbildungsjahr, mit vielen gefährlichen Situtionen und Lebewesen zu tun.
Zuerst bereitet es ihm Sorge, dass rothaarige Mädchen in seiner Umgebung plötzlich verschwinden. Noch dazu wo er sowohl in der irdischen Welt mit Brigitte befreundet ist, als auch mit Klara in der Zwischenwelt und beide ebenfalls rothaarig sind. Zum Glück helfen viele Freunde mit, die auf Brigitte aufpassen, aber Benjamin spürt, dass es einen Verräter ganz in seiner Nähe gibt, den er schnellstens finden muss, wenn er Klara beschützen möchte.
Aber auch wie in den vorherigen Ausbildungsjahren gibt es wieder 7 Aufgaben, die nur er lösen kann und muss, denn an ihm liegt es zu sorgen , dass es für alle Wesen in der Zwischenebene und der irdischen Ebene nicht zu einem Krieg kommt, wo der König der Zwerge über alle herrschen möchte. Viele Abenteuer muss Benjamin bestehen, wo sein treuer Hund Schnitzel ein wichtiger Begleiter ist und selbst ein Kobold, rettet Benjamin aus so manch gefährlicher Situation. Verwirrend für Benjamin ist jedoch, dass es viele Personen gibt, die wissen, dass er eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat und mehr in ihm steckt, als er bisher noch ahnt. Mutig und unerschrocken gelingt es ihm sich gegen Jäger, Gnome und sonstige unbekannte Lebewesen durch zu setzen. Aber wirklich glücklich und zufrieden kann er auch dieses Mal sein Ausbildungsjahr wieder nicht beenden.
,,Benjamin Bayer- Kampf um Klara´´ ist der dritte Band aus der gleichnamigen Reihe des Autors Helmut Giesinger. Auch wenn es hier eine eigenständige Geschichte ist und es zu Beginn eine kurze Erklärung der Ereignisse der beiden vorherigen Bände gibt, empfehle ich die ersten beiden Bücher zu lesen, weil sich so ein Quereinsteiger schwer tun wird mit den verschiedenen Begriffen und Aufgaben der Sammler, Jäger, Ebenen des Seins......
Es gibt wieder 7 spezielle Aufgaben, die Benjamin zu erledigen hat und es ist interessant ,,live´´ dabei zu sein und ihn zu begleiten. Der Autor hat in diesem Band eine sehr bildhafte Beschreibung der Ereignisse geliefert, vor allem die von ihm erdachten unheimlich aussehenden Lebewesen und Landschaften hat er sehr ausführlich beschrieben. Obwohl es ein Jugendbuch ist macht es auch als Erwachsener Spaß die abenteurlichen Geschichten der Protagonisten zu lesen. Man darf sich aber keine Dialoge erwarten, die der heutigen Jugendsprache angepasst sind, sondern es sind eher vornehm gehaltene Gespräche, wo Benjamin eine Antwort erbittet oder einen Wunsch höflich seinem Gegenüber äußert.Ich bin diese Ausdrucksweise schon gewohnt und es stört mich auch nicht.
Mir gefallen immer wieder die Ideen, die der Autor hat. Sind es auf der einen Seite die verschiedenen Aufgaben, die Benjamin immer gestellt bekommt so sind es auf der anderen Seite die phantasievollen Beschreibungen wie die Sammler und Jäger agieren und was sich in den diversen Ebenen so abspielt. Es kommen immer neue Widersacher dazu, gegen die Benjamin ankämpfen muss und es ist immer interessant, was sich der Autor dazu einfallen lässt.
Es gibt hier auch wieder ein offenes Ende, wo es abzuwarten heißt, welche Aufgaben und Abenteuer Benjamin im vierten Ausbildungsjahr erwarten.
Der Horror kommt
WIedervereinigungen von Alexander Meining
Der erste Band der Zwielicht Reihe beschert dem Leser 15 Geschichten aus dem Bereich des Horrors, des Übersinnlichen und diverse Artikel über für mich unbekannte Autoren und ihre Werke.
Wie immer gibt es verschiedene Geschichten die sich mit sanften Horror oder sogar mit blutiger Brutalität beschäftigen.
So findet man bei N.T. Neumann ,, Das unterste Fundbüro´´ sogar eine Geschichte, die ein sanftes Schmunzeln ins Gesicht zaubert.
Torsten Scheib lässt in seiner ,, Götterdämmerung´´ ein gewaltiges Bild mit einer Weltuntergangsstimmung herauf beschwören.
Hingegen sollte man die Geschichte von Peter Nathschläger ,, Die Wölfe von Nebraska´´ nur dann lesen, wenn einem eine brutale und blutrünstige Beschreibung der Handlung nichts ausmacht.
Es waren gute und weniger gute Geschichten dabei, wo ich mir manchmal nicht sicher war, ob ich die Handlung und die Absicht des Autors wirklich verstanden habe und sich leider manche in die Länge gezogen haben. Wie immer kann sich jeder seine Lieblingsgeschichte aus einer großen Auswahl heraussuchen.






