Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Gelungener Trilogieauftakt
Das Kreuz des Pilgers von Petra Schier
„Das Kreuz des Pilgers“ ist der erste Band der Pilger-Reihe der Autorin Petra Schier.
Die Handlung beginnt im Juni im Jahre 1379 und Reinhild von Winneburg-Manten möchte mit ihrem Mann Gottfried gemeinsam mit einer Gruppe aus Pilgern und Kaufleuten aus der Schweiz in ihre Heimatstadt Koblenz zurückkehren.
Mit dabei sind auch ihre beiden Freunde Palmiro und Conlin, die sie seit Kindertagen kennt. Während ihrer Reise sind sie an ein silbernes Kreuz gelangt, das den Menschen in die Seele blicken und Gutes und Böses unterscheiden kann. Bei einem Überfall auf die Reisegruppe kommt Gottfried ums Leben und nun muss Reinhild allein für ihren fünfjährigen Sohn Hannes und sich sorgen.
Der Einstieg in die Geschichte war sehr angenehm. Bereits nach wenigen Seiten habe ich mich zeitlich zurückversetzt gefühlt und konnte mir das Leben der Menschen gut vorstellen. Der Schreibstil von Petra Schier ist unkompliziert und flüssig zu lesen. Die Dialoge machen alles sehr lebendig und auch authentisch. Der Zeitgeist wird hier gut eingefangen und ich konnte durch die detaillierten Beschreibungen der Schauplätze direkt in die Örtlichkeiten des 14. Jahrhunderts eintauchen.
In der Geschichte findet man immer wieder Querverweise zu anderen Romanen der Autorin und mir hat es gut gefallen diese hier, wenn auch nur als Nebencharaktere, anzutreffen.
Zu Beginn des Buches findet man eine Karte der Umgebung, durch die man sich sehr gut orientieren kann und so weiß man, wo sich alles abspielt.
Auch das vorgestellte Personenverzeichnis fand ich sehr hilfreich, da man sich so einen guten Überblick über die zahlreichen Charaktere verschaffen kann und den Überblick behält wer zu wem in welchem Verhältnis steht. Durch die detaillierten Beschreibungen, konnte ich mir von jeder Person ein gutes Bild machen.
Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung für Leser, die gut recherchierte Romane mit Spannung und interessanten historischen Hintergründen mögen.
Sehr persönlich - Teil des Lebens
Was bleibt, wenn wir sterben von Louise Brown
„Was bleibt wenn wir sterben“ ist ein sehr persönliches Buch der Journalistin und Trauerrednerin Louise Brown. Sie befasst sich hier mit einem Thema, dass wir im Leben nur zu gerne außen vorlassen, dabei ist es ein Teil des Lebens und gehört dazu: der Tod.
Nachdem Louise Brown in kurzer Zeit beide Elternteile verloren hat und sich zwangsläufig mit dem Thema Tod und Trauer auseinandersetzen muss, möchte sie etwas Sinnvolles mit ihren Erfahrungen machen.
Hier hat die Autorin ihre Erfahrungen und Eindrücke als Trauerrednerin zusammengefasst. Es ist keine Anleitung für Verbliebene wie man mit dem Thema umgehen muss/kann, es sind lediglich ihre persönlichen und beruflichen Erlebnisse. Mir hat es sehr gut gefallen wie offen Louise Brown mit dem Thema umgeht, da ich selbst das Thema schwierig finde und mir oft die richtigen Worte fehlen.
Wenn man einen geliebten Menschen verliert, sind es die Erinnerungen, die uns Trost spenden und die dabei helfen, die Trauer zu verarbeiten. Ich finde das Buch sehr tröstlich zu lesen und wenn man das Thema Tod, so wie die Autorin dies tut, in sein Leben lässt, ist es auch gar nicht mehr so beängstigend. Wenn wir den Tod als Teil des Lebens akzeptieren, wird der Umgang sowohl für die nächsten Trauernden als auch für die, die ein wenig weiter weg stehen, einfacher.
Ich finde das Buch mutig und mir gefällt der einfühlsame Schreibstil der Autorin sehr gut. Deswegen möchte ich es nicht nur Menschen empfehlen, die sich gerade in der Situation des Trauerns befinden, sondern allen, da das Thema auch alle betrifft.
Wichtige Themen wunderschön umgesetzt
Kasi Kauz und die komische Krähe (Kasi Kauz 1) von Oliver Wnuk
„Kasi Kauz und die komische Krähe“ ist ein schönes Kinderbuch über wichtige Themen des Schauspielers und Autors Oliver Wnuk.
Als im Wald ein fremder Vogel mit buntem Gefieder auftaucht, sind die einheimischen Waldtiere äußerst misstrauisch. Jedes der Tiere hat andere Bedenken und Vorurteile gegenüber dem Neuankömmling.
Lediglich Kasi Kauz steht dem Neuankömmling offen gegenüber und versucht Freundschaft zu schließen. Aber er nimmt auch die Ängste und Sorgen der anderen Tieren ernst und hört ihnen zu.
Die kurzen einfachen Sätze sind genau richtig für kleine Zuhörer ab fünf Jahren. Die Tiere haben eingängige Namen und ihre Vorbehalte werden anschaulich und altersgemäß erklärt. Es ist total schön zu erfahren wie Kasi Kauz ihnen ihre Ängste nimmt, die Vorurteile abbaut und so für Toleranz und Akzeptanz sorgt.
In dem Buch gibt es zahlreiche, liebevoll gestaltete Zeichnungen des Illustrators Matthias Derenbach, die die Handlung perfekt abrunden.
Ich kann das Buch nur empfehlen. Es eignet sich wunderbar, um schon mit den Kleinsten offen über das Anderssein, Toleranz und Akzeptanz zu sprechen.
Spannend und atmosphärisch
Der Sucher von Tana French
„Der Sucher“ ist ein atmosphärischer und spannender Roman der in Dublin lebenden Autorin Tana French.
Den Ex-Cop Cal Hooper hat es nach seiner Scheidung aus Chicago in den Westen von Irland gezogen. Dort hat er sich ein Haus mit einem großen Grundstück gekauft und möchte die Ruhe und das Leben genießen.
Ihm gefällt die Natur und das ruhige Dorfleben mit seinen freundlichen Einwohnern. Aber es bleibt nicht lange friedlich. In seiner Nachbarschaft kommen Tiere auf zu Tode und der zunächst zurückhaltende 13-jährige Trey benötigt seine Hilfe. Er möchte, dass Cal ihm bei der Suche nach seinem verschwundenen Bruder hilft.
Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und mag ihren Schreibstil sehr. Sie schafft es jedes Mal wieder mich mit nach Irland zu nehmen und sorgt dafür, dass ich die Atmosphäre spüre und die Landschaft vor Augen habe. Auch in diesem Roman ist ihr das wieder großartig gelungen, allerdings habe ich ihn als anders als ihre vorherigen Bücher empfunden. Es dauert ungewohnt lange bis sich Spannung aufbaut, stattdessen wird vieles in der Natur sehr bildhaft und detailliert beschrieben. Mir haben die ausgiebigen Landschaftsbeschreibungen sehr gut gefallen, da hierdurch eine tolle Atmosphäre geschaffen wurde.
Die Charaktere wirken authentisch und lebendig. Durch sie erfährt man viel über die Gesellschaft in der ländlichen Gegend, über ihre Gemeinschaft, Vorteile und Ängste.
Auch wenn dieser Roman ganz anders war als ich ursprünglich erwartet hatte, mich hat er gefesselt und ich empfehle ihn gerne weiter.
Eine zauberhafte, historische Liebesgeschichte
Das Parfum der Liebe von Hanna Caspian
„Das Parfum der Liebe“ ist einer von vierzehn Kurzromanen, die der KNAUR-Verlag anlässlich seines Jubiläums herausgegeben hat. Jeder wurde von einem anderen Autor geschrieben und dieser ist von der Autorin Hanna Caspian.
Dank ihres Onkels Nepomuk reist Viola von Leipzig nach Ecuador. Für ihren Onkel war die Reise schon lange geplant und da Viola sprachlich sehr begabt ist, gibt Nepomuk vor, dass er sie gerne zum Übersetzen und damit sie seine Pflanzen und Blüten aufzeichnet, mitnehmen möchte.
In Wahrheit ist Violas Verlobung geplatzt und sie braucht dringend einen Ortswechsel. Direkt zu Beginn lernt sie den Hamburger Apotheker Adrian de Vries kennen, den es aus beruflichen Gründen nach Ecuador verschlagen hat. Kurz darauf trifft auch seine Verlobte Florence ein.
Die Handlung des Romans ist einfach, dafür ist das Setting mit seinem exotischem Flair umso raffinierter. Viola, Adrian und Nepomuk sind sympathische und interessante Charaktere, während ich Florence mit ihrer leicht überheblichen und unzufriedenen Art eher anstrengend fand.
Die Beschreibung der Pflanzen, Blüten, Öle und der daraus entstandenen Düfte hatte ich nicht nur bildlich vor Augen, sondern konnte sie regelrecht riechen. Viele der genannten Pflanzen waren mir unbekannt, aber mir hat es Spaß gemacht während des Lesens nachzuschlagen und so mein Wissen zu erweitern.
Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr angenehm und die Geschichte ist leicht und flüssig geschrieben.
Mir hat dieser kurze Roman sehr gut gefallen und ich kann diesen historischen Liebesroman mit exotischen Flair nur empfehlen. Er ist perfekt, um kurz in eine andere Welt einzutauchen und dem Alltag zu entfliehen.
Emotionaler und mitreißender Trilogie-Auftakt
April & Storm - Stärker als die Nacht von Karen Ashley
„April & Storm - Stärker als die Nacht“ ist der erste Band der „Forever Us“-Reihe der Autorin und Journalistin Karen Ashley .
Nachdem die 27-jährige April den Krebs besiegt hat, braucht sie Abstand von ihren Helikoptereltern und ihrem bisherigem Leben. Gemeinsam mit ihrem Freund Jan, den sie im Krankenhaus kennengelernt hat, zieht sie aus einem kleinen Dorf in Deutschland nach San Francisco.
Kurz darauf geht ihre Beziehung zu Jan in die Brüche. Dennoch ist April fest entschlossen ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und sucht einen neuen Mitbewohner für die WG, in der sie mit Jan wohnte. Neben vielen merkwürdigen Bewerbern meldet sich auch der Musiker Storm, zu dem sich April mehr hingezogen fühlt, als sie sich selbst eingestehen möchte. Storm hat eine Menge sichtbarer Narben, aber es sind nicht nur die sichtbaren Narben, die ihn besonders machen. Glücklicherweise lebt auch Aprils Tante Maggie mit ihrer Lebensgefährtin Lydia in Nob Hill in Kalifornien und steht April stets zur Seite.
Der Schreibstil von Karen Ashley ist mitreißend und leicht zu lesen. Die Ereignisse werden im Wechsel aus der Ich-Perspektive von April und aus der dritten Person von Storm berichtet. Durch diese Wechsel bekommt man einen guten Einblick in die Gefühlswelt der beiden Protagonisten. Beide gefielen mir ausgesprochen gut. Sowohl April als auch Storm haben eine Vergangenheit, in der sie einige Hindernisse zu überwinden hatten. Beide haben dadurch einen Schutzwall um sich herum aufgebaut, der sich bei April dadurch äußert, dass sie stets die Kontrolle behalten möchte und bei Storm kommt ab und an eine leicht arrogante Seite durch. Ich mochte die beiden trotzdem sehr, ebenso wie Aprils abgedrehte Tante Maggie und ihre liebenswerte Nachbarin Mrs. Wolowitz mit ihrem lebhaften Hund Sky.
Die gesamte Handlung ist sehr emotional und intensiv. Die Autorin hat schwierige Themen wie Tod, Drogen und Krebs in eine mitreißende Story eingebaut, die mit einem Cliffhänger endet, der mich ungeduldig auf die Fortsetzung warten lässt.
Kurze Tiergeschichten, süß illustriert mit schönen Botschaften
April & Storm - Stärker als die Nacht von Karen Ashley
In dem Buch „12 kleine Tiergeschichten“ von dem Autor Paul Reinker findet man 12 kurze und ganz unterschiedliche Tiergeschichten, die sich schon für junge Zuhörer im Kindergartenalter eignen.
In jeder der Geschichten geht es um andere Tiere. In einfachen Sätzen erfährt man etwas über sie und ihre Leben.
Dabei geht es um Mäuse, Igel, Bienen, Löwen, Tiger, Pferde, Pinguine und viele andere. Es geht um Freundschaft, Hilfe, Mut, Anderssein, Neues entdecken, Gefühle wie Freude, Angst, Glück und Situationen, die Kinder so oder in ähnlicher Form beim Großwerden erleben. In jeder Geschichte sind kleine Botschaften versteckt, die sich auch gut für weitere Gesprächsgrundlagen mit den Kindern eignen.
Die Seiten sind mit tollen passenden Zeichnungen illustriert, so dass das Buch schon beim Durchblättern Freude bereitet.
Insgesamt ist es ein wundervoll illustriertes Buch mit vielen kleinen wichtigen und lehrreichen Botschaften, das ich nur empfehlen kann.
Ein Erbe und Familienstreitigkeiten
April & Storm - Stärker als die Nacht von Karen Ashley
„Der Nachlass“ ist eins spannender Thriller des Autors und Journalisten Jonas Winner.
Hedda Laurent möchte ihre Vermögen nicht einfach an ihre Familie weiter vererben. Sie möchte, dass ihr Mann, ihr Bruder und ihre vier Kinder samt Familie darum spielen. An drei Tagen sollen je neun Spiele stattfinden und der Gewinner erhält alles.
Es dauert nicht lange und es wird gefährlich, da die Spiele vollkommen außer Kontrolle geraten.
Zu Beginn des Buches findet man einen kurzen Stammbaum, der mir einen guten Überblick über die wichtigsten Charaktere verschafft hat.
Die vier Geschwister Theo, Sophia, Patricia und Jannick haben sich seit Jahren nicht gesehen und hatten keinen Kontakt. Nun - nach dem Tod der Mutter - kommt es zu dem Treffen, bei dem sie, Heddas Mann und ihren Bruder Ruben, der bereits zu Beginn stirbt, wiedersehen. Über drei Tage sollen sie dem Testament nach bei insgesamt 27 Spielen gegeneinander antreten.
Die Atmosphäre in der Familienvilla auf der Insel Sandwerder im Tegeler See in Berlin, wo das Treffen stattfindet, ist gut eingefangen und es wird spürbar wie sich nach den ersten harmlosen Spielen die Stimmung verschärft. Durch wechselnde Perspektiven, Orte und Zeiten musste ich mich beim Lesen ein wenig konzentrieren, gleichzeitig wird das Buch dadurch sehr abwechslungsreich und spannend. Nach und nach erhält man Einblicke in die Kindheit der Geschwister und die Konflikte zwischen den Familienmitgliedern werden immer deutlicher.
Die Spiele, die Hedda sich für ihre Familie ausgedacht hat, sind ebenso verstörend wie die familiären Hintergründe. Mit jeder Aufgabe steigt die Spannung und die Charaktere der einzelnen Personen treten von Seite zur Seite mit allen Facetten zum Vorschein.
Abgesehen von guter Unterhaltung und einem fesselndem Plot, stellt sich natürlich die moralische Frage. Was macht man alles, um an ein Erbe zu gelangen und was wäre man dafür bereit, seiner Familie anzutun ?
Ich fand das Buch unglaublich fesselnd und kann diesen ungewöhnlichen und raffinierten Psychothriller - der sich hintergründig mit der Frage nach der Moral beschäftigt – nur empfehlen.
Ein beeindruckendes Debüt
Greta und Jannis von Sarah Kuratle
„Greta und Jannis - Vor acht oder in einhundert Jahren“ ist das Debüt der Autorin Sarah Kurate, die mich mit ihrem wundervollem Schreibstil zutiefst beeindruckt hat.
Als Kinder hatten Greta und Jannis ein freundschaftlich-geschwisterliches Verhältnis zueinander, das irgendwann dem der ersten Verliebtheit wich, die nicht gewünscht war und nicht sein durfte.
Jannis zieht in die Stadt und Greta lebt mit ihrer Großtante Serverine in einem schwer erreichbaren Gebirgsdorf. Dort kümmern sie sich gemeinsam um unerwünschte Kinder.
Die Handlung beginnt mit der Reise in das Gebirge und endet mit dem Reise aus dem Gebirge. Die Kapitel dazwischen beziehen sich zeitlich immer auf einen Zeitpunkt nach der Apfelernte bzw. handeln vor acht Jahren. Zunächst fand ich das ein wenig verwirrend, aber im Nachhinein gut durchdacht, um dem Roman noch atmosphärischer zu gestalten.
Greta und Jannis sind sympathische Protagonisten, man erfährt aber ebenso viel über den Nachbarn Cornelio und die Kinder, um die sich Greta und Serverine kümmern.
Viel mehr als die Handlung hat mich jedoch der schöne poetische und melodische Schreibstil der Autorin für sich eingenommen. Die Beschreibungen sind nicht nur bildgewaltig, so dass beim Lesen direkt Bilder vor meinen Augen entstanden sind, sondern auch voller Düfte und Gerüche, so dass ich im Wechsel den Duft von Zimt, Frühling und Lavendel, den Geruch von Natur, Kühen und Kälbern und den Gestank von verwesenden Tieren in der Nase hatte. Ich denke, dass dies das erste Buch war, in dem mich der Schreibstil dermaßen beeindruckt hat, dass ich der Handlung weniger Bedeutung beigemessen habe als der Art wie diese transportiert wurde.
Das ist kein Buch für schnelle Leser, sondern für solche, die Sprache lieben und sich gerne ein wenig Zeit zum Lesen nehmen.
Was bleibt nach 30 Jahren Ehe ?
Der Brand von Daniela Krien
„Der Brand“ ist ein vielschichtiger Roman der Autorin Daniela Krien.
Rahel und Peter wohnen in Dresden, sind Mitte 50, seit fast 30 Jahren verheiratet und haben zwei erwachsene Kinder und zwei Enkelkinder. Im Laufe der Zeit ist die Liebe im Alltag untergegangen. Ein gemeinsamer Sommerurlaub soll eine Bestandsaufnahme ihrer Beziehung und für ihre Zukunft werden.
Aber ihr Ferienhaus brennt ab. Stattdessen ergibt sich kurzfristig die Möglichkeit in die Uckermark zu fahren, um sich um den Hof einer Freundin von Rahels verstorbenen Mutter zu kümmern, die ihren Mann nach einem Schlaganfall zu einer Reha begleiten soll.
Das Buch ist nur ein kurzer Auszug aus dem Leben von Rahel und Peter, aber man erfährt eine Menge über ihre Vergangenheit und ihre Familie. Da ist ihre Tochter, mit ihren beiden recht wenig erzogenen Kindern, die ebenfalls Eheprobleme hat, die früh an Krebs verstorbene Mutter von Rahel, ihr unbekannter Vater und viele andere. Rahel und Peter geht es von außen betrachtet sehr gut. Peter ist Literaturprofessor und Rahel ist Psychologin. Sie führen ein gesellschaftlich angesehenes Leben und sind gut aufgestellt.
Die Geschichte ist sehr einfühlsam geschrieben. Der Schreibstil von Daniela Krien lässt sich angenehm leicht lesen. Obwohl die Situation zwischenzeitlich recht bedrückend ist, gibt es auch immer wieder humorvolle Stellen. Die Charaktere sind allesamt sehr vielschichtig und die Atmosphäre der Uckermark wird bildhaft und lebendig beschrieben. Besonders interessant fand ich, dass die Autorin immer wieder Bezug auf aktuelle Themen wie z. B. die Coronakrise und die Genderdebatte nimmt und gleichzeitig auch leichte Gesellschaftskritik einfließen lässt, die zum Nachdenken anregt.
Mir hat das Buch gut gefallen und ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin.









