Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Gefahr im Riff
Survivors - Die Flucht beginnt von Boris Pfeiffer
Das Buch wendet sich an junge Leserinnen und Leser ab neun Jahren, ist aber auch noch für erwachsene Leser wichtig und interessant aufgearbeitet. Ein Buch, das sich gut als Ausgangspunkt für Diskussionen anbietet über die Themen Umwelt- und Klimaschutz, Verschmutzung der Meere, Gefahren für das Meer, Korallenriffe und vieles mehr.
Der Protagonist des Buches ist liebevoll ausgestaltet worden. Es handelt sich hier um Zacky, einen kleinen Leoparddrückerfisch, der in einem Riff lebt, das normalerweise hell und voller Leben ist. Doch als er erwacht, ist es dunkel. Das Riff stirbt und damit nicht genug, es gibt auch nicht mehr genug Essen für seine vielfältigen Bewohner. Und darum startet die Aktion der Survivors. Denn Zacky und seine Freunde brauchen einen neuen Lebensraum und müssen darum fliehen. Ein wichtiges Buch, das auch noch super unterhält und die schwarz-weiß Zeichnungen lockern den Text wunderbar auf.
Aus der Sicht von Telemachos
Der Sohn des Odysseus von Annika Thor
Die griechische Mythologie und besonders die Odyssee sind sicherlich vielen Menschen ein Begriff und gerade in den letzten Jahren sind diese immer wieder Gegenstand von Romanen, sei es nun für Jugendliche, Kinder oder eben Erwachsene. Doch dieses Buch habe ich als anders empfunden, denn es erzählt die Geschichte des Odysseus aus der Sicht seines Sohnes Telemachos.
Der trojanische Krieg ist endlich beendet, alle Helden, die ihn überlebt haben, kehren heim. Und auch Telemachos erwartet die Ankunft seines Vaters. Doch Odysseus kommt nicht nach Hause. Telemachos wird älter, aber ist noch nicht alt genug, um die Herrschaft auf Ithaka zu übernehmen. Seine Mutter Penelope will sich wieder verheiraten, ist überzeugt vom Tod des Ehemannes, doch Telemachos zweifelt nicht. Über die Abenteuer des Odysseus erfahren wir hier in diesem Buch aus den Träumen von Penelope und von der Kinderfrau. Doch im Zentrum steht die Entwicklung von Telemachos vom kleinen Kind bis hin zum jungen Erwachsenen. Kindgerecht und modern erzählt, eine wahre Bereicherung. Zudem wunderbar bebildert.
Bildgewaltiges Science-Fiction Spektakel
Skyward - Der Ruf der Sterne von Brandon Sanderson
Brian Sanderson war mir bisher nur von seinen Fantasy-Büchern ein Begriff, doch mit diesem ersten Teil einer Dilogie beweist er, dass er auch in der Science-Fiction wunderbar brilliert. Wer dieses Buch einmal begonnen hat, dem fällt es schwer, es zur Seite zu legen und die Seiten fliegen nur so dahin - und trotz der vielen Seiten war das Buch viel zu rasch ausgelesen und nun warte ich gespannt auf den nächsten Teil.
Die junge Spensa muss sich in einer Welt behaupten, die seit hunderten von Jahren von den Krell angegriffen wird. Spensas größter Traum ist es, eine jener Pilotinnen zu sein, die ihre Welt verteidigen gegen die Aliens. Doch der Verrat ihres Vaters lässt dies einen Traum bleiben, bis es jedoch zu einer unerwarteten Wendung kommt. Ein funkensprühendes, bildgewaltiges Spektakel mit vielen unerwarteten Wendungen und eine Welt, die gekonnt beschrieben wird. Mit Spensa hat Sanderson eine tolle Protagonistin geschaffen. Und natürlich ihr Raumschiff M-Bot - da kommt auf die Leser so einiges zu, doch mehr möchte ich nicht verraten.
Auf dem Dritten Kreuzzug
Krone des Himmels,3 Audio-CD, 3 MP3 von Juliane Stadler
Die Autorin Juliane Stadler ist Historikerin und Archäologin und somit merkt man an vielen Stellen des Romans, dass ihre profunde Sachkenntnis mit in die Geschichte eingeflossen ist, ohne jedoch den historischen Kontext zu sehr zu betonen und darüber das Romangeschehen zu vergessen. Im interessanten Nachwort - gesprochen von der Autorin - erläutert sie noch einige interessante Details zu den historischen Gegebenheiten und der historischen Forschung sowie zu den Personen des Romans, seien sie nun fiktiv oder nicht.
Erzählt wird die Geschichte von Aveline und Étienne, die sich beide auf den Kreuzzug begeben, aus unterschiedlichen Motiven. Man lernt die beiden vorher kennen. So ist Étienne, geboren mit einem verkümmerten Fuß, immer ein Dorn im Auge seines Vaters und leidet, da er nie als vollwertig angesehen wird, auch wenn er gar nicht mal schlecht im Bogenschießen ist. So bricht er eines Tages auf zu neuen Abenteuern und trifft auf den Wundarzt Caspard, der ihm das Leben rettet und mit ihm gemeinsam ins Heilige Land reist. Aveline hingegen begibt sich auf den Kreuzzug, weil sie eine schreckliche Tat büßen möchte. Es dauert einige Zeit, bis die beiden einander treffen und so ergeben sich zwei ganz unterschiedliche Geschichten. Später gibt es auch immer wieder kurze Abschnitte aus Sicht der Sarazenen, die gut die Gegenseite und ihre Motive, Bedenken und Lebensweise zeigen. Zwischendurch gab es zu wenig "Bewegung" im Roman, aber am Ende zog die Handlung wieder deutlich an. Interessante Romanpersönlichkeiten, ein gut recherchierter Roman und eine faszinierende Zeit. Ich habe dem Vortrag von Tobias Kluckert sehr gerne zugehört, der mit seiner Stimme gut die unterschiedlichen Personen variantenreich wieder gegeben hat.
Ronnefeldt
Die Teehändlerin von Susanne Popp
Der Untertitel des Buches heißt "Die Ronnefeldt-Saga" und somit hatte ich bei diesem Buch erwartet, mehr über die Anfänge dieses Tee-Geschäfts oder dieser Tee-Firma zu erfahren oder zumindest mehr über die unterschiedlichen Teesorten, die Modeerscheinungen und den Ankauf des Tees, da der Firmengründer Tobias Ronnefeldt immerhin zu einer weiten Reise nach China aufbricht, um dort Teepflanzen zu "stehlen" (denn der Export war nicht erlaubt).
Darüber erfährt man auch etwas, allerdings geht es hier in diesem Buch viel zu wenig um Tee und das Teegeschäft. Im Mittelpunkt steht Friederike Ronnefeldt, die Frau von Tobias Ronnefeldt und Mutter seiner fünf Kinder. Als ihr Mann auf Reisen geht, gibt es Probleme im Geschäft und so springt sie ein, dann gibt es noch eine amouröse Anziehung, wenn auch keine Liaison. Zwischendurch geht es auch mal um Friederikes Schwester Käthe und um Tobias' Bruder Nicolaus. Dann wieder um andere Personen, den Alltag in Frankfurt,... Insgesamt bleibt der Roman aber leider etwas zu oberflächlich.
Eine schwierige Reise
Reise durch ein fremdes Land von David Park
Es ist kurz vor Weihnachten, die Witterungsverhältnisse sind schlecht, es gibt keine Flüge mehr. Und so macht sich der Fotograf Tom auf eine lange Reise, um seinen kranken Sohn mit dem Auto nach Hause zu holen. Auf der Reise begibt sich Tom auch auf eine innere Reise in die Vergangenheit, auf die wir als Leser_innen mitgenommen werden.
Tom ist Fotograf und das wird bei seinen Beschreibungen auch immer wieder deutlich, die so anschaulich sind und der Autor David Park vermittelt das sehr anschaulich, wie auch die Kälte. Ein intensiver Roman, der nur auf ungefähr 200 Seiten eine so dichte, gewaltige Geschichte bietet. Ein unglaublich guter Schreibstil, ein Roman, bei dessen Lektüre ich immer wieder innegehalten habe, um ihn besser auf mich wirken zu lassen. Am Ende verstehen wir dann, warum diese Reise so schwer ist und welcher Schmerz und welche Schuldgefühle dahinter stecken.
Zu klischeehaft
Der Schwur der Göttin, Band 1: Beyond Eternity von Greta Milán
Bereits seit einigen Jahren ist es bei Jugendbüchern in Mode gekommen, sich mit den Göttern der griechischen und/oder römischen Antike zu befassen und diese in ein modernes Setting zu "packen" oder zu verlegen. So auch bei diesem Buch. Es beginnt im kurzen Prolog in Karthago im Jahr 759 vor Christi.
Dieser Einstieg gefiel mir gut in der Leseprobe und darum war ich auch gespannt, wie das Götterthema hier weiter verfolgt wird. Doch leider gerät der mythologische Aspekt viel zu sehr zur Nebensache und spielt im weiteren Verlauf eher eine untergeordnete Rolle. Protagonistin Nayla überlebt wundersamer Weise einen Autounfall fast ohne Verletzungen. Was ist mit ihr? Eigentlich ist sie doch ein ganz normales, ähm überaus klischeehaftes Mädchen. Naja, und nach dem Unfall - angeblich konnte sie ausweichen, doch sie weiß, dass sie das andere Auto mit voller Wucht gerammt hat - kommen zwei neue Typen an ihre Schule. Und ja, sie entsprechen dem typischen Klischee. Warum nicht mal etwas Neues? Und warum keinen größeren Fokus auf die angekündigte römische Mythologie? Das Buch war mir leider zu klischeehaft, schade. 2,5 Sterne
Sophies Geheimnis
Keeper of the Lost Cities – Der Aufbruch (Keeper of the Lost Cities 1) von Shannon Messenger
Diese neue, magische und phantastische Buchreihe, wurde groß angekündigt und hat im englischsprachigen Raum wohl schon viel positive Beachtung gefunden. Der Haupthandlungsort dieses Buch ist eine Elfenschule. Sophie wusste lange nichts von ihrer Zugehörigkeit zu diesem Volk und hat ihre Fähigkeit Gedanken zu lesen für sich behalten.
Bis sie auf Fitz trifft und dann geht es los zur Elfenschule. Allerdings muss sie dafür ihre menschliche Familie verlassen. Und auch auf der neuen Schule ist sie anders und es stellt sich die große Frage, warum sie überhaupt in der menschlichen Umgebung geradezu versteckt wurde. Hier an der Schule gibt es tolle Fächer, es geht manchmal hoch her und recht actionreich, dann gibt es wieder ruhigere Momente; eine gute Mischung, um alles kennen zu lernen. Aber natürlich gibt es auch Geheimnisse aufzudecken. Ich fand es gut, dass der Band nicht mit einem allzu gigantischen Cliffhanger endet, sondern dass hier schon viel geklärt wurde. Aber ich bin schon gespannt auf weitere Abenteuer aus dieser Reihe.
Ninas Bemühen
Das Versprechen Løftet von Steffen Jacobsen
Nina wird überraschend vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen, doch das geht ihr gehörig gegen den Strich, denn sie fühlt sich verantwortlich für die junge Gabriela, die gemeinsam mit ihr verhaftet wurde. Selbst eine spontane Aktion am Vorabend der Entlassung reicht nicht aus. Und so kommt sie bei der Familie ihrer Schwester unter, die sie seit Jahren nicht gesehen hat.
Ihr Neffe und ihre Nichte wussten noch nicht einmal von ihrer Existenz. Die Vergangenheit von Nina wird erst nach und nach gelüftet und so hat man das Gefühl, ein Puzzle wird nach und nach zusammen gesetzt. Zwischendurch geht es recht brutal zur Sache. Insgesamt gesehen fehlte es mir jedoch manchmal ein wenig an Spannung; vielleicht lag es auch an der Kürze des Hörbuchs oder daran, dass einige Seitenstränge auch noch recht viel Platz einnahmen. Doch immer wieder geht es um die Befreiung von Gabriela. Der Sprecher Josef Vossenkuhl gefiel mir gut, auch wenn ich ihn bisher noch nicht kannte. Ich konnte seiner angenehmen Stimme gut folgen.
Paula ermittelt
CD Die stumme Tänzerin von Glaesener Helga
Hamburg, 1928. Paula Haydorn, Tochter aus gutem Hause, möchte aber selbstständig sein und arbeiten. Eher zufällig kommt sie zu ihrer Arbeit als Sekretärin bei der Weiblichen Kriminalkommission. Und hier ist sie nicht nur Sekretärin, sondern ist bald mittendrin bei den Ermittlungen zu einem bestialischen Mord an einer Frau, deren Leiche auf einem Friedhof gefunden wurde.
Martin Broder gefällt es gar nicht, dass er hier mit Frauen zusammen arbeiten muss. Paula geht unkonventionelle Wege und es kommt bald zu weiteren Mordfällen. Doch was ist das Motiv und vor allem wer steckt hinter den Morden? Kennt Paula etwa den Mörder? Neben den Mordermittlern lernt man viel über das Leben in Hamburg mitten in der Weimarer Republik; die politische Situation verschärft sich langsam, die Rechten lassen mehr von sich reden. Doch neben der Politik erhält man auch Einblicke in das Familienleben und die Stadt und vieles mehr. Helga Glaesener beweist wieder einmal Geschick, eine interessante Geschichte mit historisch fundierten Fakten zu verbinden und wartet mit einer überraschenden Aufklärung auf. Ich würde sehr gerne weitere Fälle mit Paula, Caro und Co lesen oder hören. Christiane Marx macht aus diesem Buch ein ganz besonderes Hörvergnügen und ich höre immer wieder gerne ihre Stimme.











