Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra Sch.:
Spannung und samische Kultur vor kalter arktischer Kulisse
RAVNA – Tod in der Arktis von Elisabeth Herrmann
4,5 Sterne
Norwegen, November 2019, weit über dem Polarkreis: die 18-jährige Samin Ravna beginnt ihr Praktikum bei der Polizei in Vardø. Die Zeiten mit Tageslicht werden immer kürzer, denn die Polarnacht steht bevor.
Da wird Olle Trygg tot aufgefunden, ein reicher Same mit viel Grundbesitz, der bei seinem Volk aufgrund seiner Art nicht sonderlich beliebt ist, und auch noch die von allen genutzten Winterweiden an eine Gasfirma verkaufen will.
Ravna, die von ihren Kollegen wegen ihres Geschlechts und ihrer Herkunft nicht akzeptiert wird, erkennt, dass es nicht nur irgendein Mord war, sondern nach samischen Ritualen erfolgt ist.
Der aus Oslo angereiste Ermittler Rune Thor macht Ravna aufgrund ihres samischen Hintergrunds zur Partnerin und gemeinsam gehen sie auf die Suche nach dem Täter, der sich mit samischen Traditionen/Riten auskennen muss.
Meine Meinung:
Das Setting ist so gut gewählt, die Arktis zur Zeit der Polarnacht, es ist den ganzen Tag dunkel und die ganze Atmosphäre somit noch düsterer, die Beschreibungen von Wetter und Landschaft sind sehr eindrucksvoll und lebendig. Der Schreibstil ist packend und detailreich, aber teilweise auch humorvoll.
Die Charaktere jedoch polarisieren, denn Ravna - einerseits starke Frau, andererseits anfangs etwas unsicher - nimmt sich später mMn zu viel heraus. Man hat das Gefühl, SIE ist die Leiterin der Mordermittlung. Man merkt aber ganz deutlich ihre innere Zerrissenheit zwischen ihrer samischen Abstammung und der modernen Welt, zu der sie eigentlich lieber gehören würde. Ihre besondere Begabung ist ihr Blick für Details und Kleinigkeiten und natürlich ihre Kenntnisse über samische Bräuche, die in diesem speziellen Mordfall äußerst hilfreich sind.
Ravnas Urgroßmutter Léna ist eine sympathische, jedoch mystische Figur, die nach alten Traditionen lebt und versucht hat, ihre Weisheiten an Ravna weiterzugeben, die sich aber dagegen gesträubt hat.
Thor ist alkoholabhängig, hat eine schwere Vergangenheit zu bewältigen und überlässt die Ermittlungen und Vernehmungen hauptsächlich Ravna, was ich etwas daneben fand.
Und die Polizisten in Vardø werden als unfähig dargestellt. Schön war jedoch die Entwicklung dieser, als sie Ravna nach und nach akzeptiert haben, als sie merkten, dass sie mit dem samischen Bestattungsritual recht hatte.
Dass Olle Trygg umgebracht wurde, konnte man gut nachvollziehen, denn eigentlich hätten alle Samen einen Grund dafür gehabt. Im Laufe der Geschichte stellt sich dann heraus, dass es noch ein weit schwerwiegenderes Motiv als den Grundstücksverkauf gibt...
Die Auflösung bzw. der Grund für die Morde waren authentisch und nachvollziehbar, und den Täter hatte ich dann zwar schon recht früh auf dem Schirm, aber der eigentliche Grund für die Taten hat sich dann erst herauskristallisiert.
Die Hintergründe und Infos zur samischen Kultur fand ich sehr interessant, die Details zu Bräuchen, Riten und Mythologien sowie der Schamanismus waren schwungvoll und lebendig in der Geschichte integriert.
Sehr interessant fand ich auch, wie viele verschiedene Bezeichnungen für Schnee es bei den Samen gibt ;)
Und dass es traurigerweise für Samen kaum Chancen auf "normale" Berufe in Norwegen gibt. Wer nicht in der Rentierzucht arbeiten will, kann höchstens einen Beamtenjob bekommen.
Sehr hilfreich fand ich die Karte im Buchdeckel, an der ich die handelnden Orte und Ravnas Route nachvollziehen konnte.
Fazit:
Ein spannender Jugendthriller, der in eisiger Kälte und Finsternis der Arktis spielt, und in dem man viel von der Samischen Kultur lernt. Ich würde mich auf ein Wiedersehen mit Ravna freuen.
lässt einen wunderbar wegträumen und den Alltag vergessen
Pension Herzschmerz von Christin-Marie Below
Louise unterstützt ihre Freundin Anna bei der Trennung mit ihrem Freund, wovon ihr eigener Freund nicht begeistert ist.
Als dann auch noch ihre andere Freundin Kim, die auf Norderney lebt, sich den Fuß bei einer nachspionier-Aktion ihres Schwarmes gebrochen hat und Hilfe braucht, ist es endgültig aus zwischen Lou und ihrem besitzergreifenden Freund.
Auf Norderney verlieben sich Lou und Anna sofort in die Insel und Lou hat eine Idee: wie wäre es mit einer Pension Herzschmerz, in der alle mit Liebeskummer Ablenkung finden können?
Jetzt heißt es, möglichst viele Insulaner für die Idee zu begeistern, damit die Drei die Pension übernehmen können - ob Lou auch den attraktiven Bürgermeister überzeugen kann?
Meine Meinung:
Die Geschichte lässt sich wunderbar lesen; der Schreibstil ist eher einfach und flockig gehalten, und die Geschichte lässt einen wunderbar vom Alltag ablenken - somit hat man das Buch in kürzester Zeit durch und fühlt sich aufgrund der tollen Inselbeschreibungen direkt auf Norderney versetzt.
Mit Unterstützung einer Karte habe ich den Weg der drei Freudinnen genauestens nachvollzogen und habe richtig Lust bekommen, Norderney mal zu besuchen.
Leider kam mir die Herzschmerz- und Liebesgeschichte etwas zu kurz, v.a. von Lou. Und die Mädels selbst, die ja Mitte 20 sind, kamen mir vom Verhalten her eher wie Teenager vor - wer stalkt mit Mitte 20 noch die Exfreunde oder möchtegern-Freunde und Liebschaften?
Außerdem hätte ich es schön gefunden, wenn schon neue Beziehungen, dann auch für die anderen beiden Mädels! Leider war für diese (noch) kein passender Mann vorhanden.
Die Freundschaft von Lou, Anna und Kim ist hingegen wunderbar dargestellt, die drei helfen und unterstützen sich in jeder Lebenslage. Und gemeinsam wollen sie sich ein Leben auf der schönen Urlaubsinsel und ein Einkommen mit der Pension aufbauen.
Die Suche nach Unterstützer*innen war humorvoll zu verfolgen, und unverhofft kommt oft! Ich habe mich sehr gefreut, dass so viele Insulaner die Idee gut fanden und helfen wollten.
Leider wurde hier mit keinem Wort erwähnt, wie die drei das überhaut finanzieren wollen. Klar, sowas hat in einer locker-flockigen Geschichte nichts zu suchen, aber dennoch ist das auch wichtig und hätte zumindest ein bisschen angerissen werden können.
Ich selbst finde die Idee einer solchen Unterkunft bei Liebeskummer eine gute Idee, denn welche Frau hatte nicht schon mal ein gebrochenes Herz?
Das Ende lässt auf eine mögliche Fortsetzung hoffen - ich würde jedenfalls gerne wissen, wie die drei Freundinnen mit ihrer "Pension Herzschmerz" zurechtkommen.
Fazit:
Eine leichte Unterhaltung, um sich vom Alltag auf eine wunderschöne Urlaubsinsel wegzuträumen.
ein außergewöhnlicher Roadtrip mit einem ungleichen Paar; leider sehr überzogen
Reise mit zwei Unbekannten von Brisby Zoe
3,5 Sterne
Maxine, Mitte 90, energisch und selbstbewusst, will nach Brüssel, um dort ihr Leben selbstbestimmt zu beenden.
Alex, Mitte 20, introvertiert und depressiv, will nach Brüssel, um dort eine Jugendliebe zu finden.
Die beiden finden einander auf einem Mitfahr-Portal im Internet.
Auf der langen Fahrt in einem uralten Twingo von Paris quer durch Frankreich lernen sich die beiden besser kennen, fassen Vertrauen zueinander, erzählen sich Geheimnisse, erleben jede Menge Abenteuer - und vor allem wollen sie sich gegenseitig das Leben wieder lebenswert machen.
Meine Meinung:
Der Beginn des Buches war total witzig - Alex glaubt aufgrund der Beschreibungen im Mitfahrportal, sein Mitfahrer ist ein kräftiger junger Kerl; Maxine glaubt, dass sie eine junge schüchterne Mitfahrerin bekommen wird. Humorvolle Missverständnisse.
Man lernt Alex und Maxine dann nach und nach immer besser kennen - Alex ist ein schüchterner Kerl, der starke Depressionen hat, weil seine Eltern ihn nicht richtig wahrnehmen und seine große Liebe diese nicht erwidert.
Und Maxine glaubt, dass sie Alzheimer hat, und will ihr Leben beenden, bevor ihr Hirn "Matsch" ist - sie hat diese Krankheit bei ihrem verstorbenen Mann miterleben müssen und will selbst nicht so enden.
Somit kombiniert das Buch ein ernstes Thema - zwei schwere Krankheiten - mit viel Witz und Esprit, und zwar hauptsächlich in Form von Maxines Aussagen. Diese Frau ist eine Wucht, sie überrennt alles wie ein Bulldozer, doch versprüht dabei Esprit und liebenswürdigen Charme. Besonders humorvoll ist natürlich auch ihre 'Gabe', sämtliche Sprichwörter zu verdrehen und falsch zu zitieren. Sie hat jedoch auch viel Lebenserfahrung und ihre Weisheiten sind oft sehr berührend.
Alex´ Verhalten hingegen kann ich nicht wirklich nachvollziehen - zum Glück, muss ich sagen, hatte ich noch nie Depressionen. Er wird hier jedoch als komplett unselbständig und 'lebensunfähig' dargestellt; Maxine hingegen kann und weiß alles.
Leider ist der Mittelteil der Geschichte so überzogen und unglaubwürdig, zb die "Entführung", aber auch was es mit Maxines' Krankheit auf sich hat, das macht die ganze schöne Geschichte zunichte. Humorvoll und witzig ja, aber derart skurril hätte es nicht sein müssen. Weniger albern wäre toll gewesen, denn das Buch begann sooo schön humorvoll.
Die Beziehung zwischen Alex und Maxine, bzw. wie diese sich entwickelt, und wie beide sich vom Sterben abhalten wollen, war aber total schön zu verfolgen und sehr emotional.
Der Schluss war mir dann irgendwie zu schnell abgehakt und zu glatt - aber dieses Buch brauchte ein Happy-End, und ich war sehr glücklich damit.
Fazit:
Wenn man nicht auf einer realistischen Geschichte besteht und es einen nicht stört, wenn vieles total überzogen dargestellt ist, dann kann man mit dem Buch unterhaltsame Lesestunden verbringen. Für mich war es leider too much - schade , denn der Plot und der Humor ohne die Übertreibungen waren richtig schön.
wieder das aktuelle Thema des Missbrauchs von Sozialen Medien, verpackt in einem fesselnden Thriller
Die Karte von Andreas Winkelmann
4,5 Sterne
Mitten in Hamburg wird eine junge Joggerin bestialisch ermordet - erstickt mit einem Hundehalsband; kurze Zeit darauf eine weitere Frau.
Der Ermittler Jens Kerner bemerkt, dass diese Frauen in einer Instagram-Laufgruppe sind, wo sie mittels Fitnesstracker ihre Strecken posten. Somit ist es für den Täter leicht sie abzupassen, so dass trotz der stets menschenvollen Metropole niemand etwas davon bemerkt.
Und er macht sogar ein Kunstwerk daraus: er trackt die Initialen seiner Opfer vor der Tat in die digitale Karte.
Doch wie hängen die Morde an den Frauen zusammen? Und kann der Täter rechtzeitig gestoppt werden?
Meine Meinung:
"Die Karte" ist der vierte Teil um Jens Kerner und Rebecca Oswald und wie im vorigen Teil stehen die Sozialen Medien am Pranger, bzw. der Missbrauch selbiger. Wenn Menschen zu viel von sich preisgeben, und andere Menschen dies ausnutzen, um zu töten - in diesem Fall die Laufstrecken, die via Fitnesstracker in digitale Karten von Instagram gepostet werden.
Der Fall ist in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Kurze Hinweise auf die vorigen Fälle sind geschickt in der Geschichte integriert.
Die private Entwicklung zwischen Jens und Becca hat mir auch sehr gut gefallen.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, packend - und durch den konstant hohen Spannungsbogen sowie die eher kurzen Kapiteln, die oft mit Cliffhangern enden, fliegt man nur so durch das Buch.
Spannend sind auch die kurzen Einschübe aus Sicht eines Mädchens, das von der Mutter missbraucht und vom Vater verraten wurde - man rätselt längere Zeit, wer das Mädchen wohl ist und wie diese Story mit dem aktuellen Fall zusammenhängt.
Und man blickt immer wieder mal hinter die Fassade des Übeltäters mittels kurzer Kapitel aus Sicht des Mörders in ich-Form.
Es gibt viele Stränge - zB auch der Tod eines Drogensüchtigen sowie die Ermordung des Kollegen Hagenah - die scheinbar nicht zusammenhängen, doch Jens beißt sich fest und folgt dem roten Faden.
Auch wenn ich nicht alle Motive des Täters nachvollziehen konnte, so war das Hauptmotiv für mich doch so unfassbar irrelevant für einen Mord, dass man diesen Menschen einfach nur schütteln könnte und fragen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat. Ich bin soo aggressiv geworden, als ich dessen Motiv las, und danach sooo traurig, denn es gibt leider tatsächlich solche Menschen, die sich immer im Nachteil glauben und denken, dass sie das Recht hätten, diese "Ungerechtigkeiten" (im schlimmsten Fall mit einem Mord) zu rächen...
Irgendwie hatte ich beim Lesen des Schlusses das Gefühl, das dies vielleicht der letzte Fall für Kerner und Oswald war - ich hoffe es jedoch nicht und würde mich auf ein baldiges Wiedersehen freuen!
Fazit:
Fesselnder unterhaltsamer Thriller, der wie der Vorgängerband die Sozialen Medien anprangert.
gelungener rasanter Abschluss der Vanitas-Reihe
VANITAS - Rot wie Feuer Thriller. Kartoniert. von Poznanski Ursula
4,5 Sterne
Caro Bauer ist von Wien nach Frankfurt gegangen, um sich dort ihrer Vergangenheit zu stellen. Sie hat es satt, ständig in Angst zu leben und sich verstecken zu müssen und will ihre Gegner angreifen, um sie zu zerstören. Alles oder nichts. Tief im Feindesland der Karpins muss sie alle ihren Mut zusammennehmen, um sich ihren Angreifern zu stellen, auch auf die Gefahr hin, getötet zu werden.
Meine Meinung:
"Rot wie Feuer" ist der dritte und letzte Teil um die Blumenhändlerin Carolin Bauer, die ihren Nachnamen in "König" verändert hat und nun endlich Schluss machen will mit dem Versteckspiel und der Angst, von den Karpins aufgespürt und getötet zu werden.
Der Schreibstil ist wieder rasant, fesselnd und atemraubend. Infos zu Caros Vergangenheit und den Vorgänger-Bänden sind in ausreichendem Maße in der Geschichte vorhanden, um seinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Um alles zu verstehen, sollte man die vorigen Teile auf jeden Fall gelesen haben!
Es gibt viel Action, viel Nervenkitzel, und auch wenn man Caro manchmal packen und schütteln will, ist es einfach atemberaubend und aufregend. Und man erfährt endlich Caros richtigen Namen.
Das Ende von Caros Geschichte hat mich glücklich gemacht, es war durchgehend spannend und ich habe mitgefiebert. Hat mir also sehr gut gefallen, auch wenn mich zwei, drei kleine Sachen gestört haben.
Zum Beispiel als Caro Boris' Handy an sich genommen hat - ich dachte sofort daran, dass sie jetzt geortet werden kann - doch sie wunderte sich, als plötzlich ein Auto der Karpins auftauchte und hat das erst danach gecheckt. Und das, obwohl sie wohl sehr technik-affin ist.
Weiters die Szene am Friedhof, wo Caro von Andreis Bodyguards nicht gefunden wurde-aber plötzlich waren zwei weitere Personen da, die zuvor nicht entdeckt wurden, obwohl diese alles genauestens abgesucht haben?! Und dass Caro ständig unbemerkt verfolgt wurde, wo diese doch angeblich immer so panisch nach Verfolgern Ausschau gehalten hat.
Aber das waren wie gesagt Kleinigkeiten, die im Plot nicht allzusehr gestört haben, und die Hochspannung, der Nervenkitzel, das Mitfiebern machten das wieder wett.
Somit ein gelungener Abschluss der Vanitas-Reihe, von dem ich sehr gut unterhalten wurde.
Fazit:
Gelungenes und äußerst spannendes Finale der Vanitas-Reihe, das mich glücklich zurückgelassen hat, mit wenigen kleinen übersehbaren "Mängeln".
eine fantasievolle Feen-Vampir-Geschichte mit wichtigem Inhalt: Umweltschutz
Bazilla - Feen-Internat in Gefahr von Schmidt Heike Eva
Bazilla, die Fee, die eigentlich eine Vampirin sein will, hat sich im Internat für Feen und Alben schon recht gut eingelebt.
Bis eines Tages Menschen in der Nähe des Feen-Gartens erscheinen, Bäume des Parks gefällt werden und Häuser gebaut werden sollen - ganz nah am Feen-Internat!?! Die Feen sind in Gefahr und unterbrechen die Vorbereitungen für den alljährlichen Feen-Ball, um dieses Übel abzuwenden.
Bazilla hat eine Idee: wer wäre besser geeignet, die Menschen zu vertreiben, als ihre Vampir-Familie samt den anderen gruseligen Bewohnern von Burg Morchelfels?
Meine Meinung:
"Feen-Internat" in Gefahr ist der zweite Teil um die Feempirin Bazilla. Ihre Entwicklung schreitet voran, denn sie kann sich nun schon etwas mehr als Fee akzeptieren, wenn auch noch nicht so ganz. Klar, dass sie über die Tanzstunden für den Ball alles andere als erfreut ist!
In diesem Abenteuer muss das Feen-Internat unbedingt gerettet werden und vor allem die jahrealten prächtigen Bäume!
Natürlich hat Bazilla eine tolle Idee zur Rettung: die Mission des Grauens! Ihre Eltern, die Vampire sind, sowie der Wasserspeier Aquila, der kopflose Ritter Sir Toby mit seinem Pony Rosinante und die Ratten-Armee sollen die Menschen vertreiben. Doch es ist heutzutage gar nicht so einfach, Menschen zu erschrecken!? Die Lösung für die Rettung fand ich sehr fantasievoll, gelungen und niedlich :D
Der Schreibstil ist wirklich schön zu lesen, kindgerecht, sehr witzig und leicht zu verstehen.
Ganz besonders toll fanden wir, dass die Autorin immer wieder das Wort "Fee" eingebaut hat, zB feertanzt, Feerbot, Feerzeihung und der Ausruf "feerflixt" hat uns besonders gut gefallen.
Die Story ist übrigens brandaktuell, denn immer mehr Natur wird zerstört, um Wohnraum zu schaffen (wobei es genug Wohnungen/Häuser gibt, die leer stehen-sowas ärgert mich immens.) Das Thema Naturschutz wird hier spannend und humorvoll in die Geschichte verpackt, aber regt dennoch zum Nachdenken an
Auch, dass Bazilla zu ihren Vorlieben steht und andere sogar 'überreden' konnte, mal was neues auszuprobieren und über ihren Tellerrand hinauszuschauen, fand ich sehr toll, kann doch jeder auf sich als Individuum stolz sein und ein Anders-Sein ist kein Mobbinggrund. Somit finde ich Bazilla klasse als Vorbild für Kinder.
Weiters behandelt das Buch auch die Wichtigkeit des Zusammenhalts als Familie und natürlich das Thema Freundschaft.
Tja, und über Elvis braucht man nichts mehr zu sagen als: bitte noch vieeel mehr von diesem zuckersüßen, niedlichen und knuddeligen Flederhamster!!! ♡♡♡
Am Ende des Buches gibt es noch das Rätsel der sprechenden Chronik sowie das Rezept für Elvis' Lieblingsdessert: Rote-Bete-Schokoladenkuchen.
Fazit:
Gelungene Fortsetzung um die Feempirin Bazilla und ihrem süßen Flederhamster Elvis mit wichtiger Botschaft zum Naturschutz. Hat uns noch besser als Teil 1 gefallen und wir fiebern schon Band 3 entgegen!
packender Auftakt: geht ein abergläubischer Serienmörder im historischen Wien um?
Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1) von Oliver Pötzsch
Wien, 1893. Der neu aus Graz nach Wien gezogene Polizeiagent Leopold von Herzfeldt braucht die Hilfe des Totengräbers vom Zentralfriedhof, Augustin Rothmayer, denn dieser schreibt gerade an seinem "Almanach für Totengräber" und kennt sich sowohl mit allen Todesarten und Verwesungsstadien aus als auch mit dem Aberglauben der Menschen, denn es wurden mehrere junge Dienstmädchen bestialisch ermordet und gepfählt sowie Leichen geköpft - was uralte Methoden sind, um Untote zu bannen.
- Geht in Wien ein abergläubischer Serienmörder um?
Und dann gibt es noch geheime "Schwarze Walzer" von einflussreichen Hohen Tieren, zu denen junge Mädchen gekarrt werden...
Meine Meinung:
"Das Buch des Totengräbers" ist der Auftakt der Reihe um den Polizeiagenten Leopold von Herzfeldt und den Totengräber Augustin Rothmayer.
Der Schreibstil braucht anfangs ein bisschen, um sich einzugewöhnen, doch dann ist man mittendrin im Wien des Jahres 1893.
Was mir besonders gut gefällt, sind die Wiener Ausdrücke, die immer wieder vorkommen. Wenn man sie versteht, ist das auch einfach - ich denke jedoch, dass zumindest ein Glossar am Ende des Buches für deutsche Leser hilfreich gewesen wäre.
Es ist spannend zu verfolgen, wie Leopold sich als "Piefke" aus Graz in Wien zurechtfindet (Hier gefiel mir die Aussage seines Chefs: "Und, zum Teufel, arbeiten Sie an Ihrem Wienerisch, Herzfeldt! Der Wiener mag nun mal keine Ausländer, glauben Sie mir, auch wenn hier eigentlich nur Ausländer leben.")
Interessant fand ich die Fortschritte für die damalige Kriminalistik mit dem "Handbuch für Untersuchungsrichter" sowie dem neuen "Tatortkoffer" und natürlich den technischen Fortschritt. Der Autor hat humorvoll immer wieder kleine Spitzen eingebaut, zB als man nur kopfschüttelnd meinte, dass es irgendwann Telefone geben wird, die in die Hosentasche passen.
Lehrreich und spannend fand ich auch das damalige Bestattungswesen, die große Angst der Wiener vor dem lebendig-begraben-Werden und natürlich den Wiener Zentralfriedhof.
Herzfeldt war mir etwas zu überheblich, doch ich mochte seinen Grips, seine Kombinationsgabe und seinen Biss, den Fall unbedingt lösen zu wollen - und seine charakterliche Entwicklung gegen Ende des Buches.
Der Totengräber hingegen war mir sofort sympathisch, obwohl er so ein knurriger Kauz ist, doch mit dem Herz am rechten Fleck - besonders, als er die kleine Anna bei sich aufnimmt, obwohl er das zuerst gar nicht wollte. Verwundert hat hier zuerst dessen Intellekt - kennt er sich mit lateinischen medizinischen Begriffen aus, liest medizinische Fachlektüre und schreibt an einem "Almanach für Totengräber", erlag ich doch dem Klischee, dass Totengräber mit nur wenig Intelligenz gesegnet sind.
Ich hätte nur gern mehr Zusammenarbeit von Herzfeldt und Rothmayer gesehen, eigentlich "wurschtelt" jeder für sich herum und sie tauschen sich nur über ihre Erkenntnisse aus.
Sämtliche andere Charaktere haben Ecken und Kanten und bedienen alle möglichen Klischees, geben aber ein rundes Bild der damaligen Einwohner von Wien ab.
Spannungsreich fand ich den Fall selbst, der eigentlich aus drei Fällen besteht - die Pfahlmorde, die Enthauptungen und die "Schwarzen Walzer", die augenscheinlich zusammenhängen und dann wieder doch nicht - ich tappte erst lange im Dunklen, wurde aber dann gegen Ende einerseits überrascht, andererseits auch nicht - mehr kann ich leider nicht verraten ;)
Einerseits traurig, andererseits authentisch war, dass die "Hohen Tiere" mit Einfluss und Geld ihrer Bestrafung entgehen können. Das war damals schon so und wird es wohl leider immer bleiben...
Fazit:
Außergewöhnlicher und unterhaltsamer historischer Krimi mit zwei gegensätzlichen Protagonisten, viel schwarzem Wiener Humor und spannungsreichen Fällen.
Hase und Igel finden ein Ei: eine Freundschafts- und Frühlingsgeschichte
Wir zwei und das Ei von Michael Engler
Endlich Frühling! Hase und Igel toben über die Wiese und finden dabei einen seltsamen runden Stein. Die Krähe berichtet, dass das ein Ei von einem Vogel ist. Und wenn das Ei warm gehalten wird, schlüpft daraus ein Küken.
Das fasziniert die beiden. Doch woher kommt das Ei? Und können sie dem Küken helfen zu schlüpfen?
Meine Meinung:
Die Geschichte ist liebevoll und kindgerecht geschrieben und nicht nur zum Vorlesen geeignet, sondern aufgrund der kurzen, leicht verständlichen Sätze auch perfekt für Leseanfänger.
Auf jeder Doppelseite gibt es eine großflächige färbige Illustration, die liebevoll gezeichnet ist. Diese detailverspielten Bilder, auf denen es jede Menge zu entdecken gibt, verstärken den Charme dieses warmherzigen Kinderbuchs.
Hase und Igel sind einfühlsam und wollen selbstlos helfen, dass das Küken schlüpfen kann.
Somit werden nicht nur diese Werte, sondern auch Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Geduld und Verantwortung vermittelt - denn bis sich was tut, dauert es einige Zeit, wo die beiden das Ei nicht alleine lassen dürfen. Gleichzeitig wird das Wunder der Natur im Frühling nähergebracht.
Fazit:
Bezauberndes Bilderbuch über Freundschaft, Hilfsbereitschaft und ein geheimnisvolles Wunder der Natur. Mit wunderschönen färbigen Illustrationen.
eine Mutmach- und Freundschaftsgeschichte
Humboldt und Beaufort (Band 1) von Michael Engler
Der kleine Pinguin Humboldt liebt es, verschiedene Steine zu sammeln. Als er von einem Stein mit Ecken träumt, wird er von den anderen Pinguinen ausgelacht. Doch dann trifft er den Wal Beaufort, der ihn ermutigt, seine Träume nicht aufzugeben und ihn mitnimmt und ihm hilft, einen eckigen Stein zu finden.
..
Meine Meinung:
Die Geschichte ist liebevoll und kindgerecht geschrieben.
Man fühlt mit dem kleinen Pinguin mit, denn oftmals wird man belächelt oder sogar ausgelacht, wenn man anders denkt oder außergewöhnliche Träume hat. So wie eben Humboldt mit seinem eckigen Stein.
Doch dann lernt er den Wal Beaufort kennen, der schon die ganze Welt bereist hat, und der sagt zu ihm: "Auf dieser Welt gibt es nichts, das es nicht gibt." - und macht ihm somit Mut, seinem Traum zu folgen und nach diesem Stein zu suchen.
Die Geschichte vermittelt somit, dass man furchtlos sein soll, seinen Horizont erweitern und neugierig auf Neues sein, niemals aufgeben soll und vor allem, seinem Herzen zu folgen und seine Träume versuchen zu verwirklichen! Und sich nicht von den Meinungen anderer traurig machen zu lassen.
Wichtig ist auch Freundschaft und Hilfsbereitschaft, denn ohne Beaufort hätte Humboldt nie seinen Wunsch realisieren können!
Natürlich gibt es ein schönes Happy-End :D
Die Geschichte ist aufgrund der kurzen, leicht verständlichen Sätzen nicht nur zum Vorlesen geeignet, sondern ist auch perfekt für ungeübte Erstleser.
Auf jeder Doppelseite gibt es ein großflächiges färbiges Bild, das liebevoll gezeichnet ist.
Ebenso gibt es jeweils einen Satz in anderer Schriftart, der gewellt abgedruckt ist. Dies animiert Leseanfänger zum Weiterlesen.
Fazit:
Liebevolles Bilderbuch über Freundschaft, Hilfsbereitschaft und den Mut, seine Träume zu verwirklichen. Mit wunderschönen färbigen Illustrationen.
eine liebevolle Geschichte über eine außergewöhnliche Freundschaft
Humboldt und Beaufort (Band 1) von Michael Engler
Auf dem Schulweg steht plötzlich ein kleines Schwein mit braunen Löckchen vor Toni. Sie ist gleich verliebt und will es behalten. Da es gerne Erdnussflips frisst, nennt sie das Schwein Flips.
Doch wie werden ihre Eltern reagieren? Oder die Vermieterin Frau Reimann, die Tiere gar nicht leiden kann?
Der neu eingezogene Nachbarsjunge Jonte, den Toni seltsam findet, will ihr jedoch helfen.
Und dann sind da noch die Tricks, die Flips draufhat. Woher hat er die bloß?
Meine Meinung:
Die Geschichte ist sooo niedlich, Flips schließt man gleich in sein Herz!!
Es ist humorvoll und leicht verständlich geschrieben. Viele schwarz-weiß Illustrationen, die wunderschön sind, untermalen das Gelesene.
Das Buch beinhaltet nicht nur eine tolle Geschichte, sondern vermittelt auch die Werte Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und jemandem eine zweite Chance geben, auch wenn man denjenigen anfangs nicht so sehr mag. Und natürlich ganz besonders Tierschutz und Tierwohl.
Nur dass Flips eben mit Erdnussflips und Schokolade gefüttert wurde, hat mir hier so gar nicht gefallen - auch wenn der Vater dem Schwein immer Salat und Gemüse gegeben hat.
Zu sehen, wie Toni mit Flips umgeht und im Umgang mit ihm dazulernt, ist einfach wundervoll zu beobachten.
Der Wunsch vieler Kinder, ein eigenes Haustier zu besitzen, wird hier in einer schön verpackten Geschichte mit einer hier passenden Lösung geliefert. Im echten Leben ist es natürlich immer individuell, aber ich finde, Haustiere bereichern unser Leben und Kinder lernen Verantwortung.
Auch die Auflösung, woher Flips kommt und seine Tricks kann, war spannend zu lesen.
Und - wie es sich meiner Meinung nach für ein gutes Kinderbuch gehört - gibt es ein Happy-End, aber nur mit Kompromissen, so wie im echten Leben auch! :D
Fazit:
Ein wunderschönes Buch über ein niedliches Wollschwein, das die Werte Freundschaft, Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und natürlich Tierwohl und Tierschutz vermittelt. Mit zuckersüßen schwarz-weiß Illustrationen.










