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Rezensionen von Manfred Fürst:

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Genial

Bösland

BÖSLAND, ein weiter Thriller von Bernhard Aichner. Bestsellerautor beschreibt Aichner völlig unzureichend, als würden Verkaufszahlen dem wahren Wert des Autors gerecht werden. Der Plot, der Stil, die aufgebaute Spannung, die „Fesselung“ des Lesers, das hebt BÖSLAND, weit über das durchschnittliche Niveau anderer Thriller hoch hinaus.

Der Plot ist simpel, wie genial: Zwei Jugendliche, Kux und Ben mit unterschiedlicher Persönlichkeitsstruktur arbeiten ihre Vergangenheit nach fast 30 Jahren auf. Der Mord an Matilda von damals wird zum zentralen Aufhänger. Ben, der vermeintliche Mörder von damals wandelt sich vom Täter zum Opfer und wieder umgekehrt. Zwischen den beiden Freunden von damals entwickelt sich ein atemberaubender Psychokrieg. Die Spannung reißt bis zur letzten Seite nicht ab.
Auf 446 Seiten zieht Aichner seine Leser in Bann, erst danach kann der Leser aufatmen.

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Genial
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Psychothriller der Sonderklasse

Bösland

„Negatio“ von Julia Fürbaß ist ein Psychothriller der Sonderklasse. Für anspruchsvolle Leser, die sich gerne auf einen besondern Plot ein- und überraschen lassen. Die herkömmliche und allbekannte Struktur eines Thrillers/Krimis wird „über Bord geworfen“ und auf über 600 Seiten wird der Leser immer wieder auf die Probe gestellt und seine Phantasie angeregt, „was kommt als Nächstes?“.

Unverkennbar das österreichische Idiom, eindeutig der Autorin – wie könnte es anders sein – und ihrer Lektorin geschuldet. Während weniger Romantage wir dem Leser ein Alptraum nach dem anderen geliefert, mit einem 5 Jahresrückblick, bei dem die handelnden Personen schemenhaft erscheinen ahnt man die Zusammenhänge zwischen Kim und ihrem Bruder Sebastian. Sebastian, eine gespaltene von Alpträumen verfolgte Persönlichkeit wird in „Negatio“ eine Menge zugemutet, an denen er schlussendlich zerbricht. Sind auch manche Personen nicht im Detail gezeichnet, so spielen alle ihre Rolle und ergeben ein (nicht immer) schlüssiges Bild.
Hohe Anerkennung für das Erstlingswerk der jungen Autorin Julia Fürbaß in Erwartung ihrer nächsten Romane.

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Genial
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Brutaler Politthriller macht nachdenklich

Bösland

Der Roman/Thriller von Gert Nygårdshaug hat zum Inhalt ein aktuelles gesellschaftliches Problem. Ganz in der Tradition seiner skandinavischen Autorenkollegen, die ebenfalls ein aktuelles gesellschaftliche Thema zum Inhalt ihres Thrillers gemacht haben, beschreibt er die skrupellose Vertreibung und Tötung der Einwohner, die Abholzung des Regenwaldes und die Ausbeutung der Bodenschätze, diesmal die Erdölgewinnung und Bananenplantagen.

Später kommen sämtliche Bodenschätze, Baumwolle, Holz, ... dazu.
Der rote Faden ist Mino, der seine Familie als Kind durch eine unmenschliche Terrorattacke verloren hat. Allein, später mit Mágico durchstreift er Länder Südamerikas, deren menschenverachtende Politik/Polizei/Militär ihn zu einem Rächer werden lässt.
Gert Nygårdshaugs Stil ist subtil indem er Mino als eifrigen Schmetterlingssammler in einer unberührten Urwaldgegend zeichnet, als Gegensatz dazu die brutale Realität zeigt, die seinem Mágico den Tod kostet. Nygårdshaug hat sich mit Flora, Fauna und der Geographie sehr im Detail beschäftigt, das den Roman authentisch erscheinen lässt. Er gibt dem Leser Zeit sich der Problematik auf dem südamerikanischen Kontinent bewusst zu werden ohne mit dem „erhobenen Zeigefinger“ dir ins Auge zu stechen.
Ruhige Sequenzen, wie die Zeit Minos Erwachsenwerdens in seinem Haus am Meer und sein sexuelles Erwachen wechseln kontrastvoll mit der nächsten Katastrophe ab.
Rakı statt Raki.
Aus dem Dschungel auf die Uni in eine linksrevolutionäre Gruppe. Die Mariposa-Gruppe: Mino, Orlando, Ildebranda und Jovina. Die Geheimdienste kommen ihnen langsam auf die Spur. Nygårdshaug lässt Mino in die USA fliegen und durch das Land reisen. Er lässt kein antiamerikanisches Klischee aus. Mino braucht für die geplanten Attentate eine Rechtfertigung. Minos Rache in den USA ist grausam. Die Gruppe „pflügt“ mordend durch die Welt, ihre Ziele sind die Verantwortlichen für den Raubbau in Südamerikas Regenwald und dessen Folgen. Ihre Taten versuchen sie durch Manifeste in der Presse zu rechtfertigen.
Vieles liest sich wie ein Killeragenda mit Durchführungsbestätigung.
Auf Madeira kommen der Vierergruppe erste Zweifel. Showdown in Istanbul. Nur Mino wird nicht von der Polizei erschossen und „taucht“ ab. María Estrella bleibt alleine zurück.
Bin nicht der große Lesefreund von aktuellen gesellschaftlichen Problemen, die in einen Thriller verpackt werden. Dieser Thriller könnte genauso gut ein Sachbuch sein. Trotzdem ein Thriller mit Spannung, der seine Leserschar finden wird.

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Genial
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Seelenstriptease

Feuerwerkskörper von Carmen Schnitzer

Der Plot ist bemerkenswert und außergewöhnlich. Wie der Schreibstil. Dazu kommt noch die Komponente „autobiographisch“. Das kann für bestimmte Lesergruppen und vor allem für die Autorin einen gewissen (gewünschten) Reiz haben. Warum exponiert sich die Autorin dermaßen? Mit Fortdauer des Lesens frage ich mich, ob die vorgegebene Autobiographie nur eine vermeintliche ist.

Das tut aber der Qualität nicht in irgendeiner Weise einen Abbruch. Als Einführungstext stünde in etwa „Inhalt frei erfunden, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig“. Ich kann aber völlig falsch liegen. Es wäre auch in einer anonymen Fassung ein Literaturhighlight entstanden. Es spielt überhaupt keine Rolle, wenn der Leser in Buxtehude weder die persönlichen Umstände der Autorin noch die handelnden Personen kennt.
Seelen- und Gefühlsstriptease der literarischen Sonderklasse. Mit viel Mut beschreibt die Autorin (C) selbsterlebte Glück- und Alptraummomente. Kein „pageturner“ im eigentlichen Sinn, außer für Katastrophenliebhaber; man kann Angst haben‚ ‘was kommt als Nächstes?‘. Trotzdem ist man gespannt wie es weitergeht, etwas Voyeurismus spielt mit. Wie C mit L umgeht, wie L mit C umgeht. C bemüht sich um eine ehrliche Analyse ihres Verhältnisses. Diese Paradoxie muss ein Psychiater erklären: Das Wegstoßen und nicht loslassen können. Aneinander gekettet zu sein, die krankhaften Symptome erkannt zu haben und eine (therapeutische) Gesundung abzulehnen. Masochistische Lust am Schmerz? C mit Retter- oder Samaritersyndrom.
„Alles muss GEWALTig sein bei dir“. Ein tiefer Sinn liegt in diesem Wort. In den GEDANKENSPLITTERn beschreibt C ihre Situation in unbestechlichen grandiosen Worten. Sie erkennt sich selbst. C’s Reflexionen sind POESIE. „... ein kurzer Anschein von Normalität“. Wieder tiefe Wahrheit in einem einfachen Satz. Das Unterbewusstsein schreibt mit und spricht ‚‘ein großes Wort gelassen aus‘: “Glück mit Handbremse“, wie treffend.
Vibrator-Geschichte selber lesen – Überraschung. SM (nicht Supermarkt). Bea, Bea. Das Leben dort scheint eine Performance zu sein, oder IST es eine?
Das Ausatmen am Schluss tut gut.

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Seelenstriptease
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Mystische, fantastische Realität

Die Runde der Raben von Bernd Desinger

Bernd Desingers letzter Teil seiner Trilogie „DIE RUNDE DER RABEN“ ist eine mystische Mischung aus Realität und Fantasy. Ein absolutes MUSS für Liebhaber dieses Genres.
Desingers exzellenter Schreibstil lädt zum genussvollen Lesen ein, ohne plumpe plakative Sätze; er ist ehrlich, gefühlvoll, manchmal romantisch.

Besonders hervorzuheben sind die überaus detaillierten Beschreibungen der jeweiligen Landschaften und Gegenden, man liest wie in einem Reiseführer der Extraklasse.
Zu den vier Protagonisten: Jannifer, Lance, Falk und Eric. Kurz zusammen in einer Rockband (mit einem unsäglichen Titel) geht jeder seinen individuellen fantastischen Weg, treffen und verlieren sich in verschiedenen Zeitzonen, Zwischenwelten und Erteilen. Am Ende finden alle in Desingers Lieblingsland Norwegen zu einem glücklichen Ende zusammen. Arthur hält mit einem sehr dünnen Faden nur kurz die Geschichte des Romans in der Hand.
Die Deutung der Raben überlasse ich dir, lieber Leser. Auf ein Leseerlebnis.

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Entsetzlicher Politthriller

Der Patriot von Pascal Engman

DER PATRIOT von Pascal Engman ist ein Politthriller. Bei aller folgender Kritik muss man Engman für sein Erstlingswerk zu gute halten, dass er sich als ehemaliger Journalist einem sehr brisanten und gefährlichen Thema und einem Berufsumfeld gewidmet hat, dem er früher selber angehört hat.
Engman hat in der Tradition seiner skandinavischen Krimikollegen, wie Jussi Adler Olsen oder Jo Nesbø ein aktuell brisantes Thema, wie zB.

9/11 in NY oder die kriminelle Bettlerorganisation in Dänemark aufgegriffen: Eben das Flüchtlingswesen in Schweden, vereinfacht ausgedrückt: Aus der Sicht der Opfer und Täter. Beim Lesen merkt man, dass dieses Thema Engmann „unter den Nägeln gebrannt“ hat, es war ihm eine
Herzensangelegenheit diesen Politthriller zu schreiben.
Der Thriller mit seinen fast 470 Seiten lässt sich grob in vier Handlungsstränge gliedern: 1. August, 2. Ibrahim der Taxifahrer, 3. Madelaine und 4. Carl.
Ein wesentliches Merkmal des PATRIOT ist seine exzessive Brutalität und ich vermute, dass es Engman mit dieser massiven Häufung von Tötungen um eine stilistische Verstärkung seiner Aussage gegangen ist. Für mich ist es eher abschreckend, dass jedes Problem mit einer „Kopfschuss“ gelöst werden kann. Zur Frage, wie realitätsnah oder -­‐fern ist der PATRIOT? Da
ich die übliche Klausel „...die beschriebenen Personen, Begebenheiten, Gedanken und
Dialoge sind fiktiv“ nicht gefunden habe, nehme ich einen sehr hohen Realitätswert an. Das ist sehr erschreckend. Tickt Schweden oder die Schweden so? Aus meiner eigenen Erfahrung aus einem Aufenthalt in Ystad in Südschweden: Eine schwedische Familie (der Mann) wollte sich in einem Restaurant nicht von einer weißen Kellnerin (Mitteleuropäerin), die kein Schwedisch spricht bedienen lassen. Ihr Deutsch und Englisch reichten dem Mann nicht aus,
sprechen doch alle Schweden von klein auf Englisch als Zweitsprache. Was macht die
deutsche Gastronomie ohne die Massen aus China? Es gibt keinen Chinesen, der sich nur
von einem Chinesen bedienen lässt.
Alle Klischees der Rechtsextremisten werden bedient. Es liest sich wie ein Handout „Wie
werde ich ein Rechtsextremist?“ Carl ist krank im Kopf. Carl ist ein "aufrechter Schwede", er fährt einen VOLVO. Vielleicht sollte er wissen, dass VOLVO den Chinesen (gelb und schlitzäugig) gehört.
Meine Kritik bezieht sich auf manch dumpfe Dialoge wie „... wir finden sie und bringen sie um“, „... in zwei Wochen haben wir mehr für dieses Land getan als jeder Politiker, ... aber ich muss kurz aufs Klo“, „... damit uns die Muslime nicht umlegen“, „...die letzten Tage waren für jeden Einzelnen aufreibend gewesen“ (Carl) Na das Killen kann einen schon aufreiben.
Journalistentussis quatschen von Arbeiter-­‐ und Oberschicht. Sie glauben doch nicht etwa sie gehörten zur Oberschicht.
Die arme Madeline ist völlig aufgelöst, und das kann einer "echten Schwedin" nun mal
passieren.
Der Schluss bringt Spannung, aber das Ende ist wahrlich konstruiert. Der Held stirbt den
Heldentot, wie in einer griechischen Tragödie.
Im Normalfall hätte ich das Buch nach 100 Seiten im Altpapiercontainer entsorgt. DER PATRIOT wird auch keinen Platz in meiner privaten Bibliothek finden, sondern ich werde das Buch in einer öffentlichen
Buchsammlung „ablegen“.
Kann das Buch nicht empfehlen. Denis Scheck würde das Buch über die schräge Rutsche in
den Abfalleimer gleiten lassen.

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