Kunden em pfehlungen
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Als die Welt uns gehörte
Als die Welt uns gehörte von Liz Kessler ist in der Hörbuchfassung von Fritzi Haberlandt, Julian Greis, Walter Kreye und Friedhelm Ptok gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch tatsächlich in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen.
Die Stimme der Sprecher:innen kann ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit waren diese noch sehr angenehm zu hören. Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt. Besonders gut fand ich, dass jede:r Protagonist:in eine:n eigene:n Sprecher:in hat, so dass hier besonders gut zwischen den verschiedenen Perspektiven unterschieden werden kann.
Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, war ich nicht auf dieses gewaltige und emotionale Buch gefasst. Mich hat der Tiefgang und die Härte, mit dem dieses Thema behandelt wurde, sehr überrascht. Alle drei Protagonist:innen, die drei Freunde Leo, Elsa und Max entwickeln sich in unterschiedliche Roichtungen, ihre Leben werden in unterschiedliche Bahnen gelenkt. Die Handlung beginnt in einer sehr fröhlichen und ausgelassenen Stimmung, die rasch kippt. Schnell ist es bedrückend und beklemmend. Das Setting ist feinfühlig und authentisch beschrieben. Ich konnte das Buch dennoch nur schwerlich unterbrechen, der flüssige Schreibstil hat mich völlig in den Bann gezogen.
Insgesamt ist dieses Buch ein sehr starkes, gut recherchiertes und realistisches Bild, das drei Verläufe von Jugend zu Zeiten des Nationalsozialismus aufzeigt.
Viel Wissen auf wenig Seiten
Das rätselhafte Universum von Ilja Bohnet; Thomas Naumann
Mit dem Buch "Das rätselhafte Universum - Die fundamentalen Fragen der modernen Wissenschaft" haben Thomas Naumann und Ilja Bohnet ein Werk geschaffen, das viel Wissen auf vergleichsweise wenig Seiten sammelt. Das bedeutet auch, dass mir nach gar nicht so langer Zeit der Kopf geraucht hat, vor so viel Informationsuafnahme.
Das hat mich zu Beginn auch etwas überfordert.
Dieses Buch ist daher eher eines, das man immer mal wieder zwischendurch aufschlagen und dann mit Muße ein Kapitel lesen kann. Sicherlich könnte man auch nach interessanten Themen durchblättern und entsprechend quer lesen. Zu Beginn des Buches findet sich ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis.
Insgesamt fand ich das Buch sehr lehrreich und die Therorien waren lebhaft und nicht zu trocken aufbereitet. Das hat mich sehr gefreut, denn noch ein trockenes Buch über Physik braucht die Welt vermutlich nicht ;-)
Ich empfehle auf jeden Fall sich für dieses Buch Zeit zu nehmen, immer mal wieder einige Auszüge zu lesen und mehr über unser rätselhaftes Universum zu lernen.
Dann rennen wir
Dann rennen wir,Audio-CD, MP3 von Paula McGrath
Dann rennen wir von Paula McGrath ist in der Hörbuchfassung von Franziska Hartmann gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch tatsächlich in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kan ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören.
Betonungen kamen gut heraus und haben den Inhalt unterstützt.
Schon der Klappentext hat mir gut gefallen und mich neugierig auf das Buch gemacht. Zu Beginn hatte ich allerdings einige Schwierigkeiten die verschiedenen Handlungsstränge auseinander zu halten. Mit der Zeit habe ich das besser hinbekommen. Jede der drei Geschichten wird aus der auktorialen Perspektive erzählt - das hat mir die Differenzierung nochmals ein wenig schwerer gemacht, da sich Schreibstil und Sprache nicht mehrklich ändern. Der Spannungsbogen hat mir jedoch gut gefallen und ich hatte nicht das Gefühl, dass unnötige Längen in der Story sind. Alle drei Protagonistinnen haben eine durchaus emotionale Geschichte, die nichts für schwache Nerven sind. Dieses Buch hat mich durchaus mitgenommen. Alle Protagonistinnen waren ausreichend gut porträtiert, auch wenn ich den Eindruck hatte, dass die Gewichtung ungleichmäßig war. Die Auflösung hat mir ebenso gefallen, sie gibt ein passiges Ende.
Papierpalast
Der Papierpalast von Miranda Cowley Heller
Der Papierpalast von Miranda Cowley Heller wird als Familiendrama und Geschichte einer Frau am Scheideweg vermarktet. Diese Beschreibung trifft absolut zu. Anhand des Klappentextes hätte ich hier eher eine etwas seichtere Unterhaltung und weniger Tiefgang erwartet. In dieser Hinsicht hat mich das Buch definitiv überrascht.
Die Handlung springt zwischen mehreren Zeitachsen hin und her, meistens sind diese Sprünge auch entsprechend gekennzeichnet. Dadurch waren die Wechsel gut zu überblicken, auch wenn ich ab und an nicht hinter dem rasanten Tempo hinterher gekommen bin. Die klare Sprache hat mich überzeugt.
In dem Buch werden immer wieder sexuelle Handlungen geschildert, dabei ist die Sprache beinahe derb - geschönt wird nichts. In diesem Buch werden viele traumatische Dinge thematisiert, die Personen sind beinahe alle von Einschnitten im Leben gekennzeichnet. Die so gezeichnete Familiengeschichte ist für einen vermeintlichen Sommerroman sehr erdrückend und hat mich kalt erwischt - vorbereitet war ich darauf definitiv nicht.
Insgesamt hat mich das Buch mitnehmen können, vieles hat mich überrascht, einiges war mir beinahe schon zu viel des "Guten". Ein Buch, das intensiver ist als das pastellige Cover und der Titel es vermuten lassen.
Leider eine Enttäuschung
Mongo von Harald Darer
Titel und Cover sind sehr präsent, laut und zumindest der Titel durchaus provokant. Meine erste Reaktion war Verwunderung, dass dieses Wort als Titel genutzt wurde. Das Hawaii-Hemd auf dem Cover passt sehr gut zu dem Buch und greift den Inhalt auf.
Dies ist mein erstes Buch des Autors Harald Darer und vermutlich auch mein letztes.
Der Schreibstil, der in der Leseprobe noch eher unverfänglich wirkte, hat sich in diesem Buch zu einer sehr langatmigen und stockenden Erzählweise entwickelt, die mich nicht mitreißen konnte. Die Sätze waren mir insgesamt viel zu lang, waren inhaltlich redundant und somit für mich ermüdend. Schade, denn die Grundthematik des Buches ist wichtig und interessant, mein Interesse war schnell verflogen.
Grundsätzlich finde ich die Haltung, die dieses Buch mitbringt sehr relevant, die Umsetzung - auch inhaltlich - konnte mich nur nicht überzeugen. Ich arbeite mit Menschn mit Behinderungen, auch mit vielen Menschen mit dem Down-Syndrom. Die angesprochenen Themen waren durchweg lebensnah und für Betroffene relevant, dabei dann aber oberflächlich und zu Teilen wenig facettenreich runtergeschrieben. Leider hat mich dieses Buch wirklich enttäuscht, ich habe mir mehr erwartet. Die emotionale Zerrissenheit, die der Klappentext andeutet, konnte die Story nicht rüberbringen.
Eine Frage der Chemie
Eine Frage der Chemie von Bonnie Garmus
Eine Frage der Chemie von Bonnie Garmus ist in der Hörbuchfassung von Luise Helm gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, da mir Hörbücher meist zu langsam eingesprochen sind. Die Stimme der Sprecherin kan ich daher nur bedingt einschätzen. Aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören, die Emotionen und Hervorhebungen haben den Inhalt gut unterstützt.
Die Story rund um Chemikerin Elizabeth Zott ist in einem sehr eingängigen und leicht zu lesendem Schreibstil verfasst. Elisabeth ist eine überaus interessante Protagonistin. die sich gegen das Patriarchat der Gesellschaft in den frühen 60er Jahren stellt. Das Buch ist durch und durch feministisch - stellt immer wieder klar, dass vermeintliche Rollen- und Familienbilder aufgebrochen werden können. Das hat mich überrascht, denn erwartet habe ich es nicht.
Protagonostin Elisabeth ist sehr geradlinig, ab und an beinahe hölzern, dennoch entwickelt sie sich im Laufe des Buches. Insgesamt ist sie durchaus realistisch, wenngleich schon durchaus etwas stilisiert beschrieben. Die weitere Charaktere sind insgesamt weniger facettenreich aber dennoch vollkommen ausreichend beschrieben, besonders habe ich den Hund "Halb sieben" ins Herz geschlossen!
Der Plot hat mir gefallen, es gab für mich keine Längen, ich wollte durchweg wissen, wie es weiter geht und konnte mich nur schwer von dem Buch trennen.
Schallplattensommer
Schallplattensommer von Alina Bronsky
Auf nicht einmal 200 Seiten nimmt uns Autorin Alina Bronsky mit in einen besonderen Sommer. Der Schreibstil ist klar und knapp, liest sich angenehm und zügig. Ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden ausgelesen. Die Handlung konnte mich einerseits durch die außergewöhnliche Protagonistin Maserati fesseln, andererseits blieb mir einiges unklar, anderes wurde nur oberflächlich angesprochen.
Vielleicht passt aber auch diese Schnelllebigkeit gut zu dem beschriebenen Sommer. Die Handlung bleibt meist im Hier und Jetzt, nur ganz vereinzelt gibt es Ausschweifungen zu einem Früher, die den Hintergrund der drei Jugendlichen beleuchten. Insbesondere Maseratis Situation wird nach und nach deutlicher, viele Dinge kommen nur kurz zur Sprache, sind eher zwischen den Zeilen zu finden und werden nicht aufgebauscht. Es gibt viele leise Töne.
Die Charakterdarstellungen ist nur selten mehrdimensional und tiefgehend, bei der Kürze des Buches finde ich das gerade noch passend und auch authentisch, auch wenn ich mir manchmal mehr Facettenreichtum gewünscht habe.
Insgesamt konnte mich das Buch gerade mit seiner Kürze überraschen. Die Handlung habe ich gern verfolgt, auch wenn es großer Aufmerksamkeit bedarf, um alle Facetten zwischen den Zeilen herauszulesen. Ein angenehmes Buch.
Sommerschwestern
Schallplattensommer von Alina Bronsky
Die Sommerschwestern von Monika Peetz ist in der Hörbuchfassung von Ilka Teichmüller gesprochen. Ich höre Hörbücher meist in einer schnelleren Geschwindigkeit, bei diesem Buch tatsächlich in doppelter Geschwindigkeit. Mir sind Hörbücher meist zu langsam eingesprochen. Die Stimme der Sprecherin kan ich daher nur bedingt einschätzen, aber auch bei höherer Geschwindigkeit war diese noch sehr angenehm zu hören.
Der Schreibstil der Autorin hat mir auch gut gefallen. Die Story verging leicht und kurzweilig, wenngleich die Themen nicht gerade leichte Kost sind. Das ist wahrscheinlich auch mein größter Kritikpunkt an diesem Buch: Es sind sehr schwere Themen, die sehr seicht behandelt werden, da sie nicht im unweigerlichen Fokus der Handlung stehen, Dafür werden sie sehr beiläufig und beinahe oberflächlich erwähnt und dann wieder fallen gelassen. Konflikte kommen auf und gehen genauso schnell wieder. Hier hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht, auch wenn es dann sicherlich kein leichtes Sommerbuch mehr gewesen wäre. Die Beschreibungen von Holland und den dort lebenden Menschen war sehr lebendig, ich habe mich direkt an die Küste hineinversetzt gefühlt.
Die vier Schwestern und ihre Mutter sind ein interessanter Haufen Frauen, jede Schwester ist individuell und ausreichend facettenreich charakterisiert, Die vielschichtigen Beziehungen aller zueinander konnten hier nur ansatzweise beschrieben werden, für einen groben Überblick reichte es.
Verlust
Das Fundbüro der verlorenen Träume von Helen Frances Paris
Bei diesem Buch hat mich der Klappentext sofort neugierig auf das Buch gemacht, das Cover ist ebenso stimmig. Dot scheint eine interessante Protagonistin zu sein, über die ich sofort mehr erfahren wollte.
"Das Fundbüro der verlorenen Träume" von Helen Frances Paris wurde für das Hörbuch von Julia Meier gesprochen.
Julia Meier hat den angenehmen Schreibstil der Autorin lebendig und authentisch eingesprochen. Ich habe ihrer Stimme gern zugehört, sogar bei leicht erhöhter Hör-Geschwindigkeit. Die Vertonung hat die Story vor meinem inneren Auge lebendig werden lassen.
Die Handlung des Buches hat mir gut gefallen, auch wenn ich zeitweilig nicht ganz wusste, wo es hingehen soll. Ab und an ist der rote Faden verloren gegangen. Das passt dann gut zu Protagonistin Dot, die auch den roten Faedn in ihrem Leben verloren hat. Insebesondere das letzte Viertel des Buches konnte mich packen und hier wurde dann auch einiges aus der bisherigen Geschichte klarer, vieles, das verschwommen und nicht ganz greifbar war, wurde aufgedeckt. Im Umkehrschluss ist jedoch besonders die erste Hälfte des Buches ein wenig unrund, Dot und ihre persönlichen Beziehungen sind schwer fassbar und nachvollziehbar. Die Stimmung ist, wie der Klappentext schon sacht andeutet, eher trüb. Das große Thema "Verlust" zieht sich nicht nur durch die Beschreibungen des Fundbüros.
Dieses Buch ist eine Reise, die einige Umwege nimmt, um ans Ziel zu gelangen. Der Weg lohnt sich, trotz der Längen.
Die Diplomatin
Die Diplomatin von Lucy Fricke
"Die Diplomatin" ist mein erstes Buch der Autorin Lucy Fricke. Besonders gefallen haben mir die knackigen kurzen Kapitel und der eingängige Schreibstil. Ich war sehr schnell mitten in der Story und habe mich mit Protagonistin Fred sehr wohl gefühlt.
Als Leser:innen begleiten wir Fred in drei Stationen: Montevideo, Istanbul und Hamburg.
In Montevideo ist Fred deutsche Botschafterin, in Istanbul Konsulin. Zugegebenermaßen sind mir die genauen Unterschiede dieser Jobs nicht geläufig. Für die Story ist es meines Erachtens aber auch nicht zwingend essentiell das im Detail zu wissen. Es wird gut herausgearbeitet, wo die Hürden und Schwierigkeiten liegen. Nicht selten werden die Diskrepanzen zwischen Freds offizieller Stellung und ihren persönlichen Einstellungen deutlich. Ein interessanter Zwiespalt, der für die Story essentiell ist und nicht selten mit trockenem Humor dargestellt wird. Die Darstellungen des diplomatischen Dienstes als solches habe ich mit meinem Laienwissen als sehr authetisch und interessant wahrgenommen.
Fred ist mir als Protagonistin nicht sehr nah gewesen, dennoch habe ich mir für dieses Buch auch nicht mehr Nähe und Facetten gewünscht. Die Erkenntnisse, die die letzten Kapitel liefern kann ich (noch) nicht gut in den Gesamtkontext einordnen. Insgesamt hardere ich auch mit dem Ende an sich - ich hätte mir einen runderen Abschluss gewünscht. Wenngleich der Roman mit guten 250 Seiten eher kurz ist, habe ich mich gut unterhalten gefühlt und konnte vollkommen in die Story eintauchen.









