Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daffodil:
Verworrene Fantasy
Ich fürchte, Ihr habt Drachen von Peter S. Beagle
Beagles Stil ist blumig, romantisch, märchenhaft und zielgenau.
Die Idee ist originell: Drachenbefall im Schloß, wie fantastisch! Aber zuerst geht es um die eigentlichen Schlossbewohner, Königs als Erziehungsberechtigte für die zu verheiratende Prinzessin. Alles mit ein wenig Zuckerguss überzogen, allerdings mit versteckter, unterschwelliger Kritik an adeligem Benehmen.
Robert, ein einfacher Bauernsohn, ist Drachenbekämpfer wider Willen. Der hochverehrte Königssohn Reginald ist ein zunächst eher ein Schöngeist und soll nach Vater Königs Wunsch ein echter Ritter werden und Heldentaten vollbringen. Die Prinzessin fällt total aus dem Rahmen. Adlige sind immer Analphabeten. ? Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Das zeigt sich auf der „Bewährungsprobe“.
In Art von Fabeln werden Taten gewollt zu Analogien, die Geschichte auf andere Art und Weise aufarbeiten.
Eine fantastische Story mit vielen Twists ist entstanden. Ein wenig Humor, romantische Liebe, Mut und der Willen, Vorherbestimmtes nicht immer zu akzeptieren, bestimmen die Handlung. Die Story wirkt auf mich konfus ( mal sind Drachen nette Haustiere, mal werden sie getötet - warum?), inkonsequent, auf keinen Fall so witzig und unterhaltsam, wie erwartet. Nicht wirklich meins, aber interessant. 3,5 Sterne von mir.
Spannend
Five Broken Blades von Mai Corland
Fünf Klingen sollen Gottkönig Joon zur Strecke bringen: ein Leibwächter, eine Diebin, eine Meuchelmörderin, ein Fürst ohne Königreich und der Geheimdienstchef des Königs selbst. Alle haben sehr, sehr gute Gründe für diesen Auftrag.
Die Protagonisten wechseln sich ab mit ihren Geschichten. Die sind gut erzählt, der Schreibstil ist spannend und unterhaltsam.
Allerdings ist das ständige Umschwenken mühsam, der Lesefluss wird gestört. Wer war das nochmal …? Aber man liest sich ein. Die Vorbereitung auf den Anschlag sind aufwändig, gefährlich, geprägt von Vorsicht und Misstrauen. Drei Paare finden sich als Gefährten, alle sympathisch mit nachvollziehbaren Absichten. Aber sind auch alle ehrlich?
Durchgängig packend, abwechslungsreich, man fiebert mit den Helden mit. Phantasievolle und sehr unterhaltsame Lektüre von Mai Corland. Leseempfehlung!
Bemerkenswertes Quartett
Five Broken Blades von Mai Corland
Vier tolle Frauen, die aus dem Leben gegriffen scheinen, finden gemeinsame Interessen. Sie haben sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht, sind jetzt auf der Suche: nach Erfüllung, nach etwas Glück, nach sich selbst. Sehr verständlich nach all ihren Enttäuschungen. Darunter treulose Partner, unverschämte Anbieter, betrügerische Ehemänner, nervige und/ oder nassauernde Verwandte.
Auch Verlust durch Tod muss verarbeitet werden. Bei verschiedenen Anlässen fallen durchaus kritische Worte. Bewundernswerte Ehrlichkeit hilft allen weiter.
Ellen Martin hat einen angenehmen Schreibstil, flüssig, unterhaltsam, lebendig.
Geschickt steuert sie ihre Truppe durch Höhen und Tiefen, der Leser freut sich oder leidet mit. Die Autorin erzählt mit viel Feingefühl, glaubhaft, lösungsorientiert. Wie geht es weiter? Ich hoffe auf „Fortsetzung folgt“.
Schimmerhorns Problem
Sternenschweif, Wimmelbuch, Abenteuer im Einhornland von Linda Chapman
Wunderschöne Einhörner in zarten, pastelligen Farben begegnen uns auf der ersten Seite. Blumenelfen, schimmerndes Wasser, ein Regenbogen und … . Hier und auf den folgenden Zeichnungen gibt es viel zu entdecken. Fohlen Schimmerhorn aber hat ein Problem. Jetzt darf gerätselt werden: was könnte es sein? Kann man eine Lösung finden? Laura und ihr Pony Sternenschweif, welches in Wahrheit ein verzaubertes Einhorn ist, helfen gern.
Es wird spannend, eine Reise durch ein Zauberland beginnt. Die Behausung der Trolle ist in kräftigen Farben, man kann sich ganz toll über Wohnbedingungen unterhalten. Zauberblumen, fliegende Drachen und andere magische Dinge regen die Phantasie an, bieten Sprechanlässe. Auch eine Erweiterung des Wortschatzes ist möglich.
Laura Chapmann hat eine fantasievolle Geschichte in schönen Bildern verfasst, geeignet für Leserinnen ab vier.
Gruselig
Der Salon der kühnen Frauen von Clare Pollard
Marie d’Aulnoy lädt monatlich in ihren Salon ein. Zu Gebäck und Naschereien gibt es märchenhafte Geschichten. Klingt ungefährlich! Nein, da die Frauen ihre Märchen wie Fabeln erzählen, fühlen sich die Männer am Hof von Ludwig dem XIV. bedroht, erkennt sich doch mancher als wenig schmeichelhafter Charakter wieder.
Für die Frauen jedoch sind sie Erleichterung, fördern ihren Zusammenhalt und geben ihnen Mut. Allen bekannte Märchen wie das von der Gänsemagd, Blaubart, Rotkäppchen oder vom gläsernen Pantoffel entstanden dort.
Clare Pollard erzählt detailreich, blumig, stattet ihre Geschichten mit viel Phantasie opulent aus. Mitunter geht ihr Sarkasmus ins Ordinäre, sie beschönigt die Zustände nicht. Eindrucksvolle Beschreibungen des Schlosses von Versailles, des Lebens des Königs gehören dazu. Bekannte Namen erkennt man. Ebenso die Entstehungsgeschichte der Salons. Sehr ausführlich. Und mit vieldeutigen, nein, eindeutigen Anspielungen gespickt. Das Leben der Frauen ist stets in Gefahr. Schreckliche Zeit.
Willkommen in Absurdistan
Long Live Evil von Sarah Rees Brennan
Rae ist todkrank, es gibt keine Hoffnung mehr. Ihre Schwester ist oft an ihrem Krankenbett zu finden, liest ihr eine phantasievolle Geschichte vor. Eine Tages steht eine Unbekannte im Klinikzimmer und macht Rae ein Angebot: Rae wird die zum Tode verurteilte Hauptfigur in einem Kitschroman und kann mit der Blume des Lebens ihr Leben retten ODER sie stirbt im real Life.
Natürlich nimmt Rae an und findet sich in der vorgelesenen Story als Schurkin wieder. Zu gern füllt sie diese Rolle aus, spinnt Intrigen und nutzt andere Figuren, um an die begehrte Blume zu gelangen.
Es folgt eine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte. Abstruse Gedankenstränge verzweigen sich, es wird völlig verdreht. Rae arbeitet mit allerlei Tricks, findet Verbündete, trifft auf klischeehafte Charaktere. Die Sprache wechselt zwischen kitschigen und Seifenopern ähnelnden Beschreibungen und normalem Stil. Man erkennt immer wieder Raes Kampf gegen die Krankheit, sogar in den unglaublichsten Szenen. Mir ist die Story zu abgedreht, streckenweise zu albern, selten spannend. Es war mein Wunschbuch, mit Spannung erwartet. Jedoch dann doch nicht mein Geschmack.
Unerwartet
Letzte Lügen von Karin Slaughter
Der Rückblick enthüllt die Geschichte einer mehr als toxischen Familie. Despotismus, Brutalität, Duckmäusertum, Geldgier und Ungerechtigkeit sind an der Tagesordnung. Die Situation spitzt sich zu, es kommt zu einer Katastrophe, zu einem Mord. Macht absolut keinen Spaß zu lesen.
Gerichtsmedizinerin Sarah Linton und Ermittler Will Trent sind zufällig vor Ort und beginnen mit den Ermittlungen.
Das ist nicht ungefährlich; so hatten sich die frisch Verheirateten ihre Flitterwochen in einem idyllischen Ressort nicht vorgestellt.
Über die Familie des Opfers kommen immer mehr gräßliche Sachen ans Tageslicht. Motive gibt es mehrere. Können Sarah und Will rettend und aufklärend eingreifen? Das Ende ist unerwartet.
Karen Slaughter verfasst ihren Thriller gewohnt tiefgründig, beschreibt ihre Protagonisten ausführlich, verleiht ihnen gut vorstellbare Züge. Das ist nicht immer spannend, entstanden ist dennoch ein solider Krimi für ihre Fans.
Gegen Gewalt
Letzte Lügen von Karin Slaughter
Diese Ehemänner sind das Letzte! Herrschsüchtig, gewalttätig, bevormundend - sie erleiden einen Unfall. Einen tödlichen. Endlich keine Schläge, Tritte, Demütigungen mehr für ihre Frauen. Aber wohin mit den toten Kerlen? Austrocknen mit Katzenstreu? Verbrennen? Vergraben? Ist nicht so einfach. Sally trifft auf Ruth, die genau das gleiche Problem hat.
Alexia Vasale schildert eindringlich, was sich viele Frauen von manchen Männern antun lassen. Aus welchen Gründen auch immer. Gefängnis droht. Sie sind nicht allein in der Situation. Was wird geschehen? Gibt es vielleicht doch eine Lösung, die im Guten endet?
Die Frauen sind gut beschrieben, sind individuell verschieden; als sehr interessant empfinde ich die Figur der Edwina. Aus den zu Beginn eingeschüchterten und ängstlichen Personen werden geschickt agierende Figuren. Der Zufälle sind mir ein wenig zu viele, allerdings wird die Botschaft klar und anschaulich vermittelt.
Einzig das Anliegen der Autorin, mit Humor Aufmerksamkeit zu erringen, verstehe ich nicht. Humorvoll finde ich bei diesem Thema gar nichts.
Auf der Suche
Wolke Sieben ganz nah von Kirsty Greenwood
Delphie ist tot! Mit siebenundzwanzig an einem Burger erstickt. Das Jenseits ist unerwartet skurril, sogar mit Partnervermittlung. Da ist er, der Seelengefährte! Leider ist der aber noch nicht tot. Delphie darf weiterleben, wenn sie ihn in London findet und er sie küsst. Zehn Tage hat sie Zeit, aber kennt nicht einmal seinen vollen Namen.
Daniel, ja, aber wie weiter? Na denn, viel Glück!
Eine abenteuerliche Suche beginnt. Delphie gerät in einige peinliche Situationen, man könnte direkt Mitleid mit ihr haben. Und natürlich wünscht man ihr Glück, hängt doch einiges davon für sie ab.
KIrsty Greenwood schreibt locker und unterhaltsam. Ihre Heldin kann man gut verstehen, auch die anderen Figuren sind überwiegend sympathisch. Manchmal erst auf den zweiten Blick.
Schöner Wohlfühlroman mit ganz viel Liebe. Gern mehr davon.
Männer vom Dachboden
Ehemänner von Holly Gramazio
So witzig! Würde mir das passieren - ich würde durchdrehen! Ein völlig Fremder ist plötzlich der eigene Ehemann, kennt alle Eigenheiten. Wie geht das? Lauren (eigentlich Single) versucht zu ergründen, wer er ist, was geschehen ist. Ganz pragmatisch und darum für den Leser umso amüsanter. Ihr Mann ist also Architekt.
Guter Beruf. Ein Gemüsebeet? Vielleicht hat er das ja mitgebracht. Ihr Verhalten: Na gut, dann ist das so. Herrlich!
Aber: das war nur der erste fremde Mann. Nach dem Dachbodenbesuch kommt der zweite Fremde die Treppe herab, der erste ist weg. Huch! Dann der dritte. Und noch einer. Es wird immer bizarrer. Die Männer sind jeweils in der Situation, Lauren muss erst einmal herausfinden, wer/was/wie sie und der Mann sind.
Nach dem sechsten oder siebenten fängt sie an, auszusortieren.
Holly Gramazio schreibt genial, die Situationen sind ungewöhnlich, das Sujet ist originell - mir gefällt das Buch gut. Die Vorstellungskraft wird angeheizt; ein amüsantes Gedankenspiel wird in Gang gesetzt. Anschaulich werden Laurens Gedanken geschildert, sie selbst ist ein interessanter Charakter.
Holly Gramazio schreibt mit viel Humor und noch mehr Phantasie von Ehemännern und was-wäre-wenn Situationen. Hat mich gut unterhalten!









