Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Kate:
Spannung trifft auf privates Chaos
Aschermittwoch von Beate Winter
Nach einem Rosenmontagsball wird Romy Seifert ermordet aufgefunden. Kommissar Frommelt ermittelt und stößt auf mehrere Verdächtige. Eifersucht, alte Liebe und eine geheimnisvolle Frau, machen den Fall immer komplizierter.
Ich bin gut in den zweiten Fall rund um Kilian Frommelt gestartet. Da mir einige Personen bereits aus dem ersten Band bekannt waren, fiel der Einstieg etwas leichter.
Die Geschichte ist von Anfang an mysteriös und geheimnisvoll und hat mich schnell weiterlesen lassen.
Kilian Frommelt ist dabei alles andere als ein glattgebügelter Ermittler. Beruflich weiß er durchaus, was er tut, privat wirkt er dagegen oft ziemlich orientierungslos. Ich möchte ihn manchmal wirklich schütteln, wenn er sich wieder so unbeholfen benimmt.
Sein Privatleben nimmt in diesem Buch stellenweise sehr viel Raum ein, sodass ich zwischendurch das Gefühl hatte, der eigentliche Kriminalfall müsse regelrecht gegen Frommelts Privatleben um Aufmerksamkeit kämpfen.
Der Fall selbst hat mir gut gefallen, auch wenn viele Spuren lange ins Leere liefen. Besonders wichtig ist mir bei einem Krimi nicht nur das „Wer?“, sondern vor allem auch das „Warum?“.
Die Auflösung war für mich nachvollziehbar und stimmig, auch wenn sie mich nicht mehr ganz überraschen konnte.
Solide aber ohne großen Wow-Effekt
Toter Schatten von Leo Born
Kommissarin Mara Billinsky ermittelt mit ihrem Kollegen Jan Rosen im Mordfall einer Prostituierten. Ein Schmetterling auf ihrem Bein führt zu einem acht Jahre alten Mordfall. Während die Ermittler den Zusammenhang suchen, tobt in Frankfurts Unterwelt ein brutaler Bandenkrieg.
„Toter Schatten“ war mein erstes Buch von Leo Born und gleichzeitig mein Einstieg in die Reihe.
Deshalb hatte ich keinerlei Vorkenntnisse zu den Figuren und konnte ganz unvoreingenommen in die Geschichte starten.
Leider hat mir bei der Geschichte etwas die richtige Thriller-Atmosphäre gefehlt. Zwar geht es stellenweise ziemlich blutig zur Sache, aber trotzdem kam bei mir nicht das Gefühl von echter Spannung und Nervenkitzel auf. Ein bisschen mehr Atmosphäre hätte dem Buch meiner Meinung nach gutgetan.
Sehr gut gefallen haben mir dagegen die unterschiedlichen Perspektiven. Die Wechsel haben für mich ordentlich Dynamik in die Geschichte gebracht und waren einer der Punkte, die mich beim Lesen bei der Stange gehalten haben. Auch die Kapitellängen fand ich angenehm. Der Schreibstil ist klar, verständlich und abwechslungsreich, sodass sich das Buch insgesamt sehr flüssig lesen lässt.
Mit Mara Billinsky und Jan Rosen musste ich zunächst ein wenig warm werden. Mara ist eine Kommissarin mit Ecken und Kanten, die sich nicht so schnell unterkriegen lässt und hartnäckig an den Fällen dranbleibt. Rosen hat wiederum mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. Das war mir persönlich manchmal ein bisschen zu viel, trotzdem haben die beiden als Team gut funktioniert.
Obwohl ich die Reihe bisher nicht kannte, hatte ich keine Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Die Figuren werden gut eingeführt und auch ohne vorherige Bände konnte ich der Handlung problemlos folgen.
Beim Inhalt selbst hatte ich allerdings etwas mehr erwartet. Die Gangster-Thematik ist einfach nicht ganz mein Fall und wirkte auf mich stellenweise etwas oberflächlich. Außerdem konnte ich einige Zusammenhänge schon recht früh erahnen, wodurch für mich einiges an Spannung verloren ging.
Die Aufklärung am Ende hat mir dann wieder ganz gut gefallen, allerdings blieb der große Wow-Effekt leider aus.
schuldig oder unschuldig
Blauäugig von Beate Winter
Richard Wehmeier wird nach seiner Haftentlassung erneut in einen Mordfall verwickelt. Ein Fremder lockt ihn in ein Haus, in dem später die Leiche der fünfjährigen Lisa gefunden wird. Da Wehmeiers Spuren am Tatort entdeckt werden, gerät er wieder unter Verdacht. Nun muss geklärt werden, ob er unschuldig ist und ob der Mord mit dem früheren Fall der getöteten Betti Hein zusammenhängt.
Der kurze, aber intensive Prolog sorgt direkt für Gänsehaut und hat mich neugierig auf die Geschichte gemacht. Der Schreibstil ist flüssig, lebendig und bildhaft, sodass ich schnell in die Handlung hineingekommen bin. Auch die kurzen, immer wieder wechselnden Kapitel haben mir gut gefallen.
Die vielen Perspektivwechsel und Figuren zu Beginn haben mich nicht gestört, auch wenn man dadurch aufmerksam bleiben muss.
Kommissar Kilian Frommelt hat mir gut gefallen. Seine eigenwillige, manchmal unbeherrschte und unstrukturierte Art macht ihn interessant, zusammen mit Hannah bildet er ein gutes Team. Spannend fand ich, dass Frommelt nicht einfach die offensichtlichste Lösung akzeptiert.
Es werden immer wieder neue Fährten gelegt und einige interessante Fragen aufgeworfen. Allerdings waren Täter und Motiv für mich etwas vorhersehbar und am Ende bleiben leider dann doch einige Fragen offen.
Besonders auffällig war für mich die unglaubliche „Blauäugigkeit“ mancher Figuren. Gleichzeitig zeigt die Geschichte sehr gut, wie gefährlich es sein kann, jemanden aufgrund von Vermutungen oder seiner Vergangenheit vorschnell als schuldig abzustempeln.
actionreich wie im Film
Todeskarussell von Patrick McGinley
Am Berliner Flughafen wird früh am Morgen eine schockierende Entdeckung gemacht. Statt eines Koffers erscheint die Leiche eines Mannes auf dem Gepäckband. Er wurde brutal getötet und hält einen Plüschteddy in der Hand. Die Kriminalkommissarin Kim Sperling übernimmt die Ermittlungen. Dabei stellt sich heraus, dass dieser Mord kein Einzelfall ist, sondern der Beginn einer grausamen Mordserie.
Ich bin bei Todeskarussell etwas hin- und hergerissen. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und auch das außergewöhnliche Setting fand ich spannend. Durch die kurzen Kapitel und das hohe Tempo liest sich das Buch schnell und stellenweise hatte ich tatsächlich das Gefühl, einen Film zu sehen.
Kim Sperling finde ich als Figur interessant und grundsätzlich sympathisch, allerdings wurde ich mit ihr nicht wirklich warm. Ihre ständigen Alleingänge und die vielen Situationen, in denen sie sich unnötig in Gefahr bringt, waren mir irgendwann zu viel. Risikofreudig kann sie gerne sein, aber manches wirkt einfach nur leichtsinnig und gefährlich. Von einer leitenden Kommissarin hätte ich erwartet, dass sie ihre Gefühle besser im Griff hat, vorher etwas gründlicher nachdenkt und dann handelt. Dass sie bisher immer wieder Glück hatte, macht es für mich nicht unbedingt glaubwürdiger.
Gut gefallen hat mir grundsätzlich die Mischung aus Ermittlungsarbeit und Privatleben. Gerade zu Beginn fand ich die beiden Bereiche noch sehr ausgewogen aber die Nebenstory war für mich teilweise sogar interessanter als der eigentliche Fall. Im Verlauf wurde mir die Ermittlungsarbeit allerdings zunehmend zu umfangreich und unübersichtlich. Es gibt unzählige Namen, Verdächtige, Spuren, mögliche Motive und Verbindungen zwischen den Opfern. Das Geflecht wird immer größer und verworrener, sodass ich zwischendurch tatsächlich überlegen musste, wer eigentlich wer ist und was im ersten beziehungsweise zweiten Abschnitt passiert ist. Irgendwann war gefühlt jeder irgendwie in den Fall verwickelt. Dadurch hat sich die Geschichte für mich auch etwas distanziert angefühlt.
Der letzte Abschnitt bringt noch einmal ordentlich Tempo und eine dramatische Auflösung. Einige Wendungen haben mich überrascht, anderes war mir wiederum etwas zu konstruiert und zu sehr auf den großen Effekt ausgelegt. Die endgültige Auflösung fand ich trotzdem gelungen
Den Hass des Täters konnte ich teilweise nachvollziehen, auch wenn das natürlich keine Rechtfertigung für seine Taten ist. Recht und Gerechtigkeit sind nicht immer dasselbe und nicht jedes Verbrechen wird so aufgeklärt, wie man es sich wünschen würde. Ob das Ende wirklich ein Happy End ist, muss letztlich jeder selbst entscheiden. Ich für meinen Teil bin etwas unzufrieden, da auch einige Fragen offen geblieben sind.
Gefangen in einem grausamen Spiel
Der Familienvater von Drea Summer
Tim erwacht gefesselt in einem fremden Haus und wird Teil eines gefährlichen Spiels. Gleichzeitig untersuchen Stefanie Teufel und Jan Graf den Mord an einer Familie. Die Ermittler entdecken Parallelen zu früheren Fällen und müssen den Täter schnell finden, bevor erneut eine Familie angegriffen wird.
Der Einstieg hat mir gut gefallen. Besonders die Perspektive des Täters fand ich spannend, da man direkt Einblicke in seine Gedanken und seine Vorgehensweise bekommt. Durch die unterschiedlichen Perspektiven und die kurzen Kapitel entsteht ein schönes Tempo, das die Spannung immer wieder steigert.
Auch die Nähe zu den Ermittlungen und den Gedanken der Figuren hat mir gefallen. Mit Steffi bin ich allerdings nicht ganz warm geworden. Sie ist beruflich sehr engagiert und verfolgt ihre Arbeit mit großem Einsatz. Oft hatte ich allerdings den Eindruck, dass alles nach ihrer Nase gehen muss und sie ungehalten wird, wenn etwas nicht nach ihren Vorstellungen läuft. Auch Steffi und Jan konnte ich in ihrer Art, an den Fall heranzugehen, nicht ganz für mich gewinnen.
Die Rückblenden waren sehr traurig und emotional. An manchen Stellen fehlten mir allerdings Details, wodurch mir etwas Tiefe gefehlt hat.
Das Ende hat mich dann wirklich überrascht, mit dieser Wendung hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Gleichzeitig bleiben einige Fragen offen, weshalb sich die Geschichte für mich ein wenig unfertig angefühlt hat. Der Showdown sorgt noch einmal für Spannung und Dramatik.
Der kleine Ausblick auf den nächsten Fall, am Schluss des Buches, macht definitiv neugierig.
Das Rätsel des Leuchtturms
Windiges Grab (Zwischen Mord und Ostsee - Küstenkrimi 7) von Nele Bruun
Am Leuchtturm Falshöft wird der Standesbeamte Ole Hansen erschossen aufgefunden. Die Kommissare Birte Lohse und Rainer Speckmann ermitteln und stoßen dabei auf ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit des Leuchtturms.
Der Einstieg hat mir sehr gut gefallen. Der spannende Prolog verrät nicht zu viel, aber der Mord schon zu Beginn sorgt dafür, dass man direkt in die Geschichte eintaucht.
Auch das Ermittlerteam hat es mir schnell angetan. Birte und Rainer sind als Ehepaar und gleichzeitig als Kollegen ein interessantes Duo. Beide sind sehr unterschiedlich, ergänzen sich dadurch aber hervorragend. Während Birte die Ermittlungen eher ernst und gewissenhaft angeht, hat Rainer gern eine große Klappe und bringt mit seinem trockenen Humor immer wieder eine gehörige Portion Ironie in die Geschichte. Gerade die kleinen Neckereien und die humorvollen Dialoge zwischen den beiden haben mir sehr gefallen. Man merkt ihnen an, dass sie sich schon lange kennen und oft gar nicht viele Worte brauchen, um zu verstehen, was der andere meint. Diese humorvollen Momente lockern die Spannung angenehm auf, ohne die Krimihandlung zu stören.
Auch die detailreichen und atmosphärischen Beschreibungen der Schauplätze haben mir gut gefallen. Man kann sich alles sehr gut vorstellen und ist schnell mitten im Geschehen.
Der Schreibstil ist flüssig und kurzweilig, die Spannung baut sich schnell auf und bleibt bis zum Schluss erhalten.
Der Showdown im Leuchtturm und die anschließende Auflösung haben mir sehr gut gefallen und waren für mich stimmig und gelungen. Mit diesem Täter hatte ich wirklich nicht gerechnet. Ich mag es bei Krimis, wenn man nicht sofort weiß, wer hinter allem steckt und die Geschichte einen bis zum Schluss auf die falsche Fährte locken kann.
Tödliche Meisterwerke
Blutleere Mädchen (Thriller) von Gunnar Schwarz
In Köln werden zwei Frauen ermordet und wie berühmte Kunstwerke inszeniert. Die Ermittler Kat Winkler und Sebastian Fischer jagen einen Serienmörder, der seine Opfer als makabre Kunstwerke präsentiert. Als eine weitere Tat angekündigt wird, geraten sie in einen Wettlauf gegen die Zeit und der Fall wird persönlich.
Wieder ein richtig spannender Thriller von Gunnar Schwarz, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat.
Kat und Sebastian ergänzen sich perfekt: Kat ist sehr empathisch und emotional, während Sebastian mit seiner gradlinigen, analytischen Art und seiner sozialen Unbeholfenheit oft unabsichtlich komisch wirkt. Gerade diese Eigenart sorgt immer wieder für kleine Schmunzler, ohne der Spannung etwas zu nehmen. Im Gegenteil, seine besonnene Art verhindert häufig, dass er und Kat von den Abgründen ihrer Fälle mitgerissen werden. Besonders schön finde ich, dass Sebastian sich zwischenmenschlich langsam weiterentwickelt und, wenn auch zunächst vorsichtig, Freundschaften zulässt. Auch Lilly bringt dabei frischen Wind in die Geschichte.
Die Geschichte startet direkt rasant und hält das Tempo bis zum Schluss. Es gibt viele Verdächtige, überraschende Wendungen und immer wieder falsche Fährten, sodass ich bis zum Ende nicht wusste, wer der Täter ist. Besonders die Kapitel aus der Sicht des Täters fand ich spannend und verstörend.
Auch die Einblicke in die Kunstszene haben mir sehr gut gefallen und verleihen der Geschichte eine interessante zusätzliche Ebene.
Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und bildhaft. Das Finale ist noch einmal richtig packend und rundet die Geschichte perfekt ab.








