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Rezensionen von vorlesepate:
Dramatische Liebesgeschichte über die Grenze hinaus
Der geheime Apfelgarten: Getrennte Welten von Rebekka Eder
Der neue Roman von Rebekka Eder erzählt in wunderbarer Weise vor allem die dramatische Liebesgeschichte zwischen Kea und Kristen ab dem Jahr 1887. Es trennen sie nicht nur die Grenze zwischen Preußen und Hamburg, die durch Finkenwerder verläuft, sondern auch ihre Herkunft. Kea kommt aus einer gut situierten Familie und Kristen ist ein einfacher Knecht, was zur damaligen Zeit auf Schwierigkeiten stoßen muss!
Außerdem geht es um Keas Apfelgarten und dem Lieblingsapfel ihrer Mutter, dem
sie zu neuem Leben verhilft, als sie einen Sämling keimen lässt und Hilfe von Kristen bei dem Aufbau des Apfelgartens erhält.
Allerdings steht dieser Sämling genau auf der Grenze zwischen Preußen und Hamburg und den Ländereien der Familie Rentfeld, mit der sie verfeindet sind.
Im Laufe der Erzählung erfährt man mehr über diese Verfeindung und den Familienmitgliedern, sowie auch anderen wichtigen und teils sehr starken Charakteren, wie z.B. Keas Cousine Rosa, die ein Geheimnis mit sich trägt.
Im Jahr 1892 bricht dann die Cholera in Hamburg aus und auch Finkenwerder bleibt nicht verschont und die Cholera fordert viele Opfer. Dieser Teil der Geschichte ist dramatisch geschrieben und nimmt auch einen großen Teil der Erzählung ein, passt aber hervorragend. Es bleibt immer spannend und interessant.
Mir hat diese Geschichte sehr gut gefallen und ich finde sie sehr lesenswert, außerdem ist der Schreibstil flüssig gehalten, so das man das Buch zügig durchlesen kann, ohne dass es langweilig wird. Besonders schön und erwähnenswert finde ich die Illustrierung gleich am Innenteil des Buches, die vor allem die Grenze zwischen Preußen und Hamburg zeigt. Das Cover ist mit den Apfelbäumen und der jungen Frau im Vordergrund, passend zur Geschichte, wunderschön gehalten. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil.
Schwieriges Zusammenleben
Wildboden von Constantin Lieb
Der Roman Wildboden von Constantin Lieb erzählt von der Liebe und dem Zusammenleben des berühmten Malers Ernst Ludwig Kirchner und seiner Lebensgefährtin Erna Schilling ab dem Jahr 1936. Sie leben abgeschieden und alleine in dem Wildbodenhaus in Frauenkirch, einem Ort in den Schweizer Alpen. Das Zusammenleben der beiden ist geprägt von Einsamkeit und psychischen Belastungen, vor allem für Erna, die diese Belastungen oftmals kaum aushalten kann, da auch die Abhängigkeit Kirchners zu Morphium eine sehr große Rolle im Alltag spielt.
Außerdem machen die politischen Umstände des Nationalsozialismus ihr Leben zusätzlich schwer. Im Laufe der Erzählung spürt man immer mehr die Zerrissenheit beider Protagonisten, aber auch die Stärke Ernas. Das Cover fand ich im Vorfeld nicht so gut, bis ich das Buch zu Ende gelesen hatte. Nun finde ich es absolut stimmig, da es das Wildbodenhaus, die schöne Landschaft der Schweiz und auch den Sessel beinhaltet, der im Roman auch eine Rolle spielt. Der Schreibstil, der ruhig und flüssig gewählt wurde, lässt ein zügiges Durchlesen zu. Das Buch ist vor allem interessant für diejenigen, die sich für Ernst Ludwig Kirchner interessieren, da es eine mögliche Perspektive bietet zu dem was man bisher über den Maler an Informationen finden kann.



