Persönliche Lese- tipps
Robert Renk empfiehlt:
María Cecilia Barbetta „Nachtleuchten“
Nachtleuchten von María Cecilia Barbetta
María C. Barbetta hat sich in die deutsche Sprache verliebt und das kann man lesen. Das alleine spricht schon für den neuen Roman. In ihren Geschichten entführt sie uns dennoch in ihre Heimat Argentinien. Genauer nach Buenos Aires, in das Einwanderungsviertel Ballester. Wie sich die Rückkehr von Peron darauf auswirkt, wie sein überraschender Tod und wie politische Spannungen das Land schier zerreißen, davon erzählt sie mit feinem Gespür für die Poesie des Alltags.
Eine Hommage an Argentinien als Einwanderungsland!
Robert Renk empfiehlt:
Ta-Nehisi Coates „Der Wassertänzer“
Der Wassertänzer Roman. Gebunden. von Coates Ta-Nehisi
Ein Leben in Ketten, das kennt Hiram Walker, genannt Hi, und das hat er vor sich. Er ist zwar belesen und gebildet, da der Plantagenbesitzer sein Vater ist, dennoch wurde seine Mutter verkauft und er bleibt Sklave. Doch sie hat ihm eine besondere Gabe vererbt, die ihm vor dem Ertrinken rettet und Hi beschließt endlich zu fliehen.
Ein sprachlich wuchtiger Roman über Selbstermächtigung und das – noch immer währende – dunkle Kapitel der USA.
Ein Leseerlebnis zwischen Colson Whitehead & James Baldwin. Nicht versäumen!
Robert Renk empfiehlt:
Karin Peschka „Putzt euch, tanzt, lacht“
Putzt euch, tanzt, lacht von Karin Peschka
Es beginnt mit einem stillen Ausbruch. Fanni, die wir schon aus einem früheren Roman von Karin Peschka kennen, lässt mit 57 ihr altes Leben zurück. Das Gefühl, in einem normalen, festgefahrenen Leben einbetoniert zu sein, lässt sie ausreisen. Sie trifft ihre Jugendliebe, schließt neue Freundschaften und landet in einer ungewöhnlichen Wohngemeinschaft auf einer Pinzgauer Alm.
Ein intensiver, lebensechter Roman mit untergründigem Humor und gekonntem Sprachwitz! Unbedingte Leseempfehlung!
Robert Renk empfiehlt:
Ernst Hofacker „Die 70er – der Sound eines Jahrzehnts“
Die 70er von Ernst Hofacker
Der Reclam-Verlag und Ernst Hofacker legen hier ein wunderschön gestaltetes Buch über die 1970er vor. Vorwiegend geht es auf wunderbar subjektiven Wegen straight durch das Jahrzehnt, mit viel Wissen und Charme, ohne je besserwisserisch rüber zu kommen. Deutschland, England und die U.S.A. stehen im Mittelpunkt und feine Überraschungen begleiten den Leser, die Leserin.
Wer weiß noch wie Mitte der 1970er Jahre von München aus die Clubmusik revolutioniert wurde (Stichwort Donna Summer & Giorgio Moroder)?
Robert Renk empfiehlt:
Sibylle Berg „Nerds retten die Welt“
Nerds retten die Welt von Sibylle Berg
Im Zuge ihres Romanprojektes „GRM - Brainfuck“ hat Sibylle Berg zahlreiche Gespräche geführt. 17 Interviews mit renommierten internationalen Wissenschaftler*innen sind nun als neues Buch erschienen. Und dabei ist es wesentlich mehr, als nur ein Zusatzband zu „GRM“. Alle Themen des radikalen No-Futur-Romans werden hier wissenschaftlich abgeklopf, fundiert erläutert und mit scharfen Witz erhellend beschrieben.
Und das auf die unnachahmliche Art und Weise, in der eben nur
Robert Renk empfiehlt:
Deepa Anappara „Die Detektive vom Bhoot-Basar“
Die Detektive vom Bhoot-Basar von Deepa Anappara
In eine fremde, exotische, bitterarme und dennoch so bunte Welt entführt uns dieser Romanerstling von Deepa Anappara, der auf einer wahren Begebenheit beruht. Eine Gruppe von indischen Slumkindern, rund um den neunjährigen Jai, der zu viele Polizei-Dokus schaut, machen sich selbst auf den Weg, um das Rätsel von verschwunden Kindern zu klären.
Denn in der Welt von Jai, interessiert sich niemand für verschwundene Kinder. Die Figuren sind herzzerreißend geschildert, das Leben am Bhoot-Basar schonungslos. Grandios!
Mariam Kühsel-Hussaini , „Tschudi“
Tschudi von Mariam Kühsel-Hussaini
1896 wird Hugo von Tschudi Direktor Der Berliner Nationalgalerie. Er geht bei zeitgenössischen Künstlern aus- und ein und sorgt mit seinen modernen Ausstellungen für Aufregung in der Szene. Das Leben könnte wunderbar sein, wäre da nicht noch eine Hautkrankheit, die Tschudi quält. Milderung erfährt der Direktor nur im völligen Aufgehen in der Kunst.
Die farbenreiche Sprache, in der Mariam Kühsel-Hussaini erzählt, ist selbst wie ein Gemälde, das sich im Lauf des Romans facettenreich fortmalt.
Andrea Scheiber empfiehlt:
Nicholas Sparks: Wenn du Zurückkehrst
Wenn du zurückkehrst Roman. Gebunden. von Sparks Nicholas
Trevor war Chirurg in Afghanistan, nach einer Verletzung kehrt er zurück nach North Carolina. Er erbt das alte Cottage seines Großvaters mitsamt den Bienen, und wird begeisterter Imker. Als er Nathalie eine Polizistin kennenlernt, findet er gleich gefallen an Ihr, Sie anscheinend auch an Ihm, aber immer wieder geht Sie auf Distanz.
Da ist die quirlige Callie ganz anders, sie liebt das Leben, weiß aber auch einiges über seinen verstorbenen Großvater. Wieder ein gelungener Nicholas Sparks.
Sebastian Stuertz: Das eiserne Herz des Charlie Berg
Das eiserne Herz des Charlie Berg von Stuertz Sebastian
Es sind die 90er, die Mutter ist am Theater und der Vater bekifft im Aufnahmestudio. Charlie muss die Familie zusammen halten und eigentlich wollte er ausziehen. Er hat Pläne, Zivi im Leuchtturm und sein Roman. Dann passiert auch noch der Jagdunfall mit seinem Opa.
Der Klappentext zum Buch verspricht eine schräge Geschichte mit viel Charme und gutem Witz.
Es gibt Bücher wo dieses Versprechen nicht gehalten wird, bei diesem Debüt schon.
Andrea Scheiber empfiehlt:
Jodi Picoult: Der Funke des Lebens
Der Funke des Lebens Roman. New-York-Times-Bestseller Nr.1. Gebunden. von Picoult Jodi
Ein sehr Brisantes Thema greift Jodi Picoult in Ihrem neuen Buch auf, nämlich das Recht auf Leben von ungeborenen Kindern. Eines Tages wird Hugh McElroy zu einer Geiselname in eine Frauenklinik gerufen. Während der Verhandlungen mit dem Geiselnehmer, der fanatischer Gegner für Abtreibung ist und Vater einer Tochter, bekommt er Nachricht dass sich auch seine Tochter sich unter Ihnen befindet.
Der Wettlauf mit der Zeit beginnt. Ein Buch das sicher für Diskussionsstoff sorgt. Ein mutiges Buch.











