Kunden em pfehlungen
Rezensionen von angelique.sauerbrey@gmx.de:
Traumatische Erinnerungen ? vergessen oder verarbeiten?
Dark Memories - Nichts ist je vergessen von Walker Wendy
*Inhalt*
Dr. Alan Forrester erzählt von seiner Arbeit mit der 16jährigen Jenny Kramer. Sie wurde brutal vergewaltig und anschließend wurde ihr ein Medikament verabreicht, dass sie diese Tat vergessen lässt. Trotzdem kommt sie nicht zur Ruhe und will sich das Leben. Nach ihrem Selbstmordversuch beauftragen ihre Eltern den Psychiater Dr.
Alan Forrester, sich ihrer anzunehmen. Seine These ist "Nichts ist je vergessen!", er ist gegen dieses Medikament und versucht mit Hilfe verschiedener Ansätze Jennys Erinnerungen zurückzuholen.
Kann ihm das gelingen? Kann durch Jennys Erinnerungen der Täter geschnappt werden?
*Meine Meinung*
"Dark Memories - nichts ist je vergessen" von Wendy Walker ein spannungsgeladener psychologischer Roman, der mich zum Nachdenken anregt. Ihr Schreibstil ist fesselnd und flüssig, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Die Spannung ist von Anfang an präsent, anders als bei einem Thriller, wird hier die Geschichte von einem Außenstehenden, dem Psychiater Dr. Alan Forrester erzählt. Und es geht um die Heilung von Jenny und nicht um die Ergreifung des Täters, wobei die am Rande doch eine Rolle spielt.
Mir gefällt es, einen sehr guten Einblick in die Arbeit von Alan zu bekommen. Es ist interessant, mit was für psychischen Krankheiten er sich auseinandersetzen muss. Am Anfang berichtet Alan sehr sachlich über Jenny und seiner Arbeit, aber je mehr er sich mit Jenny auseinandersetzt, desto persönlicher wird der Fall und auch der Schreibstil.
Die Charaktere entwickeln sich im Laufe des Buches, sie sind lebendig und authentisch beschrieben worden. Alan ist mir gleich sympathisch? bis er etwas tut, was mich an seinem Charakter zweifeln lässt. Bei Charlotte ist es genau umgekehrt, am Anfang kommt sie mir sehr distanziert und unnahbar vor. Im Laufe der Zeit versteht man ihr Handeln besser und sie sammelt ein paar Sympathiepunkte.
und dann sind da noch Jenny und Sean, deren beider Geschichte mich echt fasziniert. Ihnen ist großes Leid zuteilgeworden und beiden wurde die Erinnerung genommen, die sie nun zurückwollen. Mit beiden habe ich großes Mitgefühl aber auch Bewunderung, wie sie ihr Leben meistern. Die Autorin hat sehr viel Liebe in die "Entstehung" dieser beiden gesteckt.
*Fazit*
Dieses Buch spaltet die Nation in zwei Hälften, die einen lieben es und die anderen finden es total langweilig. Mir hat es sehr gut gefallen, es ist zwar kein typischer Psychothriller, dennoch war die Spannung extrem hoch und fühlte mich gut unterhalten. Er bekommt von mir eine klare Leseempfehlung und hat seine 5 Sterne verdient.
Rezensionen von Heyn Leserunde, Nico Strahl:
Zeit raubend
Das Geheimnis der verlorenen Zeit von John Wray
Ein langatmiger, spannungsloser Roman, der einem unwiederbringlich Zeit raubt.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Heyn Leserunde, Nico StrahlRezensionen von Arachnophobia:
Langweiler des Jahres
Dark Memories - Nichts ist je vergessen von Walker Wendy
?Thriller des Jahres?, sagten sie.
?Alles andere können Sie vergessen?, sagten sie.
?Ich möchte gerne dieses Buch vergessen, aus meinem Gedächtnis streichen!?, sage ich.
Auch wenn auf dem Buch statt ?Thriller? lediglich ?Roman? steht, alleine aufgrund der Beschreibung und vor allem der Werbung erwartet man natürlich schon ein gewisses Maß an Spannung.
Und grundsätzlich klang die Story auch interessant und versprach auch mal eine etwas andere Herangehensweise in der Tätersuche.
Was der Klappentext allerdings nicht verriet: Die Geschichte wird ausschließlich aus der Perspektive von Jennys Psychiater erzählt. Dessen fachmännische Einblicke in die Psyche seiner Patienten und auch die vermutlich gut recherchierten Hintergründe (ich selbst habe keine Ahnung, aber es klang recht überzeugend :D) waren im Ansatz auch nicht uninteressant. Leider bringt auch dieser etwas andere Erzählstil nichts, wenn dabei wirklich sämtliche Spannung einfach auf der Strecke bleibt. Herr Psychodoc tendiert zu Zeitsprüngen und langatmigen Abschweifungen, die mehr als einmal dafür sorgten, dass ich beim Lesen eingeschlafen bin. Besonders nervig waren auch die ständigen Ankündigungen, dass etwa bald noch etwas passiert ? aber darauf käme er später noch zurück. Lächerlicher Clickbait in Buchform.
Was auch nicht zur Spannung zutrug, war die Tatsache, dass mir keine einzige der überhaupt erwähnten Personen, einschließlich des Erzählers, sympathisch war. Letztendlich war mir vor allem Jennys Schicksal und die Suche nach ihrem Vergewaltiger schnuppe, und das dürfte ja nicht Sinn und Zweck der Übung gewesen sein.
Insgesamt muss ich sagen, dass ich mich schon sehr lange nicht mehr so durch ein Buch durchquälen bzw. mich zum Weiterlesen zwingen musste. Wenn ich es nicht im Rahmen des Fischer-Leseclubs auf LovelyBooks gelesen hätte, hätte ich es definitiv abgebrochen, da es an Zeitverschwendung grenzte.
Vielleicht gibt es Leser, denen der Schreibstil zusagt und denen die nicht vorhandene Spannung nichts ausmacht. Jedem, der wirklich einen Thriller oder Ähnliches erwartet, würde ich von dem Buch abraten.
Rezensionen von rewa:
Wenn Mörder zornig sind
Dark Memories - Nichts ist je vergessen von Walker Wendy
In einer westfälischen Kleinstadt wird eine amerikanische Austauschstudentin ermordet aufgefunden, sie wurde gefoltert und brutal ermordet.
Für Kiran Mendelsohn und Bolko Blohm beginnen nun die schwierigen Ermittlungen, die Kiran sogar in die USA führen, wo es bereits zwei ähnliche Morde gegeben hat.
Für Kiran ist es auch eine Reise in die Vergangenheit da er bei einer Prüfung beim FBI einen Mann erschossen hatte und mit dieser Schuld bis heute leben muss.
Fieberhaft wird ermittelt und das Täterprofil lässt auf einen intelligenten, selbstsicheren und gefühlskalten Menschen schließen. Voraussetzungen, die es den Ermittlern nicht leicht machen.
Der Hass des Mörders richtet sich offenbar auf junge, sportliche und sozial selbständige Mädchen, die kriminellen Handlungen nicht abgeneigt sind.
Ein Puzzleteil fügt sich mit dem anderen zusammen, bis sich der Täter per Mail bei der Polizei meldet und sich mit Alenka, die für ihn eine ebenbürtige Kriegerin und Kämpferin ist, ein psychologisches Spiel spielt.
Kiran weiß nun, dass es jetzt an der Zeit ist, alles auf eine Karte zu setzen.
Der Autor Ilja Albrecht lässt die Kommissare sachlich kompetent agieren und sie wirken menschlich und sympathisch. Ein spannendes Katz und Maus Spiel zwischen dem Mörder und der Polizei bleibt bis zum Schluss erhalten und der Überraschungsmoment, wo man auf die richtige Spur kommt, ist gut gewählt.
Auch wenn man den ersten Band ,, Sibirischer Wind´´ nicht gelesen hat, kommt man gut mit den Protagonisten klar. Man erfährt welche Schuldgefühle Kiran belasten und er im Laufe dieses Romanes eine persönliche Wandlung durch macht, die für die Aufklärung der Morde nicht unbedeutend ist.
Flüssig zum Lesen und einfach ein Lesegenuss, wenn man das von einem blutrünstigen Thriller so sagen kann.
Ein spannungsgeladener Thriller ? KALTER ZORN!!!!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Dieses Geheimnis bleibt mir verborgen
Das Geheimnis der verlorenen Zeit von John Wray
Es ist schon lange her, dass mir die Lektüre so schwer gefallen ist wie diesmal. Von einer Familiengeschichte durch mehrere Generationen über Fragen zu Zeit und Raum, von der Physik zu den eingelegten Gurken von Znaim irrt der Autor zwischen seinen Themen umher und weiß offenbar nicht, wo er hin will.
Vielleicht sollte es ein Jahrhundertbuch werden, die ganze Welt in einem Band, aber dazu reicht es bei weitem nicht. Es gibt durchaus auch spannende Episoden, aber dann kommen wieder viele Seiten, die man immer schneller überblättert. Insgesamt also: verlorene Zeit.
Rezensionen von Marion2505:
Mehr Psychologie als Thriller
Dark Memories - Nichts ist je vergessen von Walker Wendy
Inhalt:
Die 16-jährige Jenny Kramer erlebt den absoluten Horror: Sie freut sich auf eine Party, wo sie sich mit einem netten Jungen verabredet hat. Dieser erscheint allerdings mit einem anderen Mädchen zur Party und Jennys Enttäuschung ist groß. Sie betrinkt sich, fühlt sich gedemütigt und entfernt sich von der Party.
Dort lauert das absolute Grauen. Sie wird brutal vergewaltigt. Ihre geschockten Eltern entschließen sich, ihrer Tochter im Krankenhaus ein Medikament verabreichen zu lassen. Mit diesem Medikament sollen ihre Erinnerungen an das furchtbare Erlebnis ausgelöscht werden.
Leider wirkt das Medikament nicht wie erhofft und Jenny quält sich mit eigenartigen Gefühlen und Erinnerungen. Der Psychiater Alan Forster ist auf Fälle wie Jenny spezialisiert und versucht ihr mit einer neuartigen Behandlungsmethode zu helfen, ihre Erinnerung an den schlimmen Vorfall wieder zurückzuerlangen. Erst sieht alles vielversprechend aus, doch dann ändert eine Tatsache plötzlich alles ...
Cover:
Das Cover ist schlicht, strahlt aber etwas Bedrohliches und Geheimnisvolles aus. Mir gefällt die Farbkombination unheimlich gut.
Schreibstil:
Das Buch ist aus der Sicht von Alan Forster erzählt, der Jennys Therapeut ist. Für mich ist es ein ungewöhnlicher Schreibstil, der eigentlich viel Potential hätte. Leider wirkte auf mich die Geschichte eher wie ein Sachbericht, als wie ein Roman. Mir fehlte das Fesselnde, das mich dazu bringt, ein Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können. Zwischendurch kommen immer die Betroffenen zu Wort (z.B. Jennys Eltern), die bei Alan auch in Therapie sind, und so erfährt der Leser viel über die einzelnen Personen und ihre Vergangenheit. Leider kam mir Jenny immer etwas zu kurz. Über sie hätte ich gerne viel mehr erfahren.
Fazit:
Das Lesezeichen, das in meinem Buch enthalten war, trägt die Aufschrift: "Der Thriller des Jahres. Alles andere können Sie vergessen.". Ich muss leider gestehen, dass ich dieses Jahr schon weitaus spannendere Thriller gelesen habe, die mich deutlich mehr fesseln konnten. Wie schon erwähnt, hat das Buch einen - für mich bisher - außergewöhnlichen Schreibstil. Allerdings zog sich das Buch für mich an vielen Stellen sehr. Zum Ende hin wurde die Handlung allerdings doch sehr spannend und auch die Auflösung der Handlungsstränge hat mir gut gefallen.
Ich würde dieses Buch allerdings nicht unbedingt jedem weiterempfehlen!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Maria Dörfler:
Unlesbar
Das Geheimnis der verlorenen Zeit von John Wray
Dieses Buch ist für mich unlesbar - und das passiert mir selten.
Zweimal habe ich vorne angefangen, einmal hinten, einmal irgendwo in der Mitte - ohne irgendeinen Sinn in dem zu finden, was ich mit Mühe gelesen habe - eigentlich eine Zumutung in 700 Seiten.
Meine Zeit ist mir zu teuer, mich da durchzukämpfen.
...
Maria Dörfler
Rezensionen von Gudrun67:
Ein Roman der Poldark-Reihe kann bei Weitem nicht ausreichen, denn man wird gefesselt und will mehr davon
Das Geheimnis der verlorenen Zeit von John Wray
Obwohl ich mich zu Beginn etwas an den Schreibstil gewöhnen musste, war ich von Anfang bis Ende gefesselt von der Geschichte.
Die Erzählweise und der Ausdruck lässt den Leser in längst vergangene Zeiten eintauchen.
Diese spielen in diesem Band der mehrteiligen Reihe in Cornwall von 1783 - 1787 und zeigt die Nachwirkungen von Kriegswirren auf.
Ausserdem wird der Unterschied zwischen Arm und Reich sehr deutlich hervorgehoben.
Der Autor erschafft die Bilder mit tiefen Emotionen, die die düsteren wie auch die hellen Momente aufleben lassen.
Das erste Buch der Poldark-Saga dreht sich um Ross Poldark, der nach dem Krieg in Nordamerika gebeutelt in seine Heimat zurückkehrt. Zuhause muss er erkennen, dass kaum mehr etwas so ist, wie er es verlassen hat. Es scheint fast so, als ob er an der ganzen Last, die ihm das Leben aufzwingt, zu Boden gestreckt wird. Wird er das Ruder noch wenden können??
Die Gewalt und Tiefe dieses Buches fesselt und bestürzt zugleich. Die harte Zeit wird schonungslos dargestellt.
Mein Fazit: Ein Roman der Poldark-Reihe kann bei Weitem nicht ausreichen, denn man wird gefesselt und will mehr davon
Rezensionen von rewa:
Bargeschichten
Das Geheimnis der verlorenen Zeit von John Wray
Eine Bar in Managua. Antonio, der Barkeeper weiß, was seine Besucher wollen. Nicht nur hochprozentige Getränke, sondern auch jemanden der zuhören kann. Und die Geschichten, die Antonio zu hören bekommt, die haben es in sich.
Der Leser wird nun Zeuge von Geschichten, aus vier Kontinenten, wo es um Mord, Liebe, Verzweiflung und Hoffnung geht.
Kaltblütige Mörder, die ihr Unwesen treiben. Vom Leben desillusionierte Menschen, die für Geld schon mal ein krummes Ding drehen. Verbrecher, die sich mit der Polizei Straßenschlachten liefern. Oder Frauen, die von den Männern nur als billiges Anhängsel betrachtet werden.
Der Autor D.B. Blettenberg lässt seine Protagonisten in einer zynischen und leicht bissigen Art und Weise agieren. Enttäuscht vom Leben, sind sie wie Gestrandete, die nicht wissen, wo sie hin gehören. Kurz und bündig werden die Lebensgeschichten erzählt und man kann sich bildlich vorstellen wie diese an der Bar erzählt werden. Die Atmosphäre ist ähnlich wie in den Kriminalfilmen in den 40igern. Düstere Stimmung, zwielichtige Gestalten und das eine oder andere Glas mit hochprozentigen Getränken wird über den Tresen gereicht.
Obwohl die Handelnden nicht immer sympathisch sind, hat es der Autor trotzdem geschafft Leben und menschliche Züge in sie zu bringen. Aus ihrer Sicht handeln sie immer logisch auch wenn es nicht dem Gesetz oder der Moral entspricht. Die Geschichten aus Deutschland, ehemalige DDR, Bespitzelungen?. die doch sehr klischeehaft waren, haben für mich nicht so ganz in die ansonsten interessanten Erzählungen gepasst.
Rezensionen von Janine2610:
Schreiben als Überlebensnotwendigkeit
Anne Frank Tagebuch von Anne Frank
Das Tagebuch der Anne Frank zählt zur Weltliteratur und wird als eines der eindringlichsten Dokumente über die Judenverfolgung während des 2. Weltkrieges beschrieben. Alleine durch diese Beschreibung wollte ich zu dem Buch greifen und mir selbst ein Bild von den Gedanken eines jungen jüdischen Mädchens über ihr Leben im Amsterdamer Hinterhaus-Versteck machen.
Gelesen habe ich das Buch schlussendlich mit zwei Bloggerinnen in einer gemeinsamen Leserunde, denn dass es zu der Thematik viel zu besprechen gibt, davon war auszugehen ...
~ Es ist für jemanden wie mich ein eigenartiges Gefühl, Tagebuch zu schreiben. Nicht nur, dass ich noch nie geschrieben habe, sondern ich denke auch, dass sich später keiner, weder ich noch ein anderer, für die Herzensergüsse eines dreizehnjährigen Schulmädchens interessieren wird. ~
(S. 18)
Als ich dieses Zitat gelesen habe, habe ich mir gedacht: Anne, wenn du damals nur gewusst hättest, dass dein Tagebuch eines Tages millionenfach verkauft und gelesen wird ...
Das Schicksal der Anne Frank dürfte vielen wahrscheinlich schon bekannt sein: Sie starb im Frühjahr 1945 im KZ Bergen-Belsen, nachdem das Versteck, in dem sie und die anderen sieben Untergetauchten lebten, im Jahr davor von einem Lagerarbeiter an die Nazis verraten wurde. Diese Tatsache, die mir während dem Lesen natürlich ständig bewusst war, macht es schwer zu lesen, dass sich Anne Gedanken über die Zeit nach dem Krieg macht, Hoffnung hat und versucht, das beste aus der Situation im Hinterhaus zu machen. Wenn man weiß, dass sie nicht überleben wird, hinterlässt das einen trüben und traurigen Beigeschmack ...
~ Der Krieg stört sich nicht an unseren Streitereien, an unserer Sehnsucht nach Freiheit und Luft, und darum müssen wir versuchen, das Beste aus unserem Aufenthalt hier zu machen. ~
(S. 169)
Jedoch muss man sagen, dass derartige Gedanken nicht vorherrschend sind. Anne schreibt zwar hin und wieder in ihr Tagebuch, dass sie alle Angst haben und besorgt sind wegen dem, was draußen vor sich geht, aber die grundsätzlichen Themen sind eher die alltäglichen Probleme eines 13 bis 15-jährigen Mädchens mit ihrer Mutter, ihrer Schwester Margot oder den anderen im Hinterhaus lebenden Menschen. Anne verwendet auch viel Raum, um den ewig ähnlichen Tagesablauf zu beschreiben, über ihre Helfer zu sprechen, oder dass sie oft still sein mussten, wenig abwechslungsreiches Essen zur Verfügung hatten und dergleichen. Das habe ich so nicht ganz erwartet und fand ich manchmal etwas trocken zu lesen. Generell hätte es mich mehr interessiert, wenn Anne mehr über die derzeitige politische Lage, die derzeitige Kriegssituation bzw. das, was das in ihr ausgelöst hat, geschrieben hätte.
~ Aber das Lachen haben wir fast verlernt. Manchmal habe ich Angst, dass ich vor lauter Ernst ein starres Gesicht und Falten um den Mund bekommen werde. ~
(S. 137)
Anne ist ein charakterstarkes, lebensmutiges Mädchen mit ausgedehnter Energie. Sie kann ihren Willen durchsetzen und ist unbeeinflussbar, weswegen sie im Hinterhaus auch immer wieder angeeckt hat. Und da genau das das war, was sie am meisten beschäftigt hat, wurde es auch lang und breit thematisiert.
In meiner Taschenbuchausgabe kam durch die vielen Fotos, die immer wieder zwischendrin abgebildet waren, aber glücklicherweise etwas Abwechslung zustande. Und dann gab es von Zeit zu Zeit auch mal Situationen, in denen es für Anne und ihre Familie brenzlig wurde, weil sie beispielsweise unvorsichtig im Hinblick auf die Lautstärke waren - also, es war auch Spannung und Aufregung beim Lesen vorhanden, keine Frage!
~ Dieses Gerede höre ich den ganzen Tag. Invasion vorne, Invasion hinten. Dispute über Hungern, Sterben, Bomben, Feuerspritzen, Schlafsäcke, Judenausweise, Giftgase und so weiter. Alles nicht erheiternd. ~
(S. 179)
Es ist am Ende des Buches erschreckend, dass die Tagebucheinträge so plötzlich aufhören, ohne Vorwarnung. Man weiß zwar, dass die acht Hinterhäusler nun gefasst wurden, aber es lässt einen doch irgendwie fassungslos zurück, weil es von Anne ja nun keine Einträge mehr gibt und von ihr nicht mehr erfährt, wie es ihr weiterhin ergangen ist, was sie persönlich noch alles bis zu ihrem Tod durchstehen musste ... Ich war aber trotzdem sehr dankbar für das Nachwort in dieser Ausgabe, das zwei Seiten umfasst und die Schicksale von den acht Untergetauchten thematisiert - die wirklich alles andere als rosig sind! Besonders lesenswert empfand ich im Anschluss darauf dann noch Mirjam Presslers Text über Anne Franks Leben und die Geschichte der Familie von Anne Frank, der insgesamt etwa 24 Seiten lang war. Ein äußerst interessanter Abschluss, wie ich finde!




