Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Havers:
Sind wir nicht alle ein bisschen Laura?
Laura Clark ist dann mal weg von Helen Russell
Laura Clark ist gut organisiert, ist diejenige, die alles im Griff hat. Ehefrau, Mutter und Arbeitskollegin erfüllt sie klaglos tagaus, tagein sämtliche ausgesprochenen und unausgesprochenen Erwartungen, die ihr familiäres und berufliches Umfeld an sie hat. Bis zu dem Tag, an dem sie erwacht und die Reißleine zieht.
Verschwindet, einfach so, ohne eine Nachricht zu hinterlassen.
Ihr Mann, ihre Tochter, ihre Freundin, ihr Arzt, aber auch ihre Mutter, sind verblüfft, können sich nicht vorstellen, dass ihr spurloses Verschwinden ihre eigene Entscheidung war. Das passt einfach nicht zu Laura, die all die Jahre sprichwörtlich die Last der ganzen Welt auf ihren Schultern getragen hat.
Viele von uns kennen das. Familie, Mann, Kinder, Haushalt, Beruf. Lauras Geschichte ist kein Einzelfall, sind es doch meistens die Frauen, denen man die Care-Arbeit ungefragt aufbürdet. Mental Load? Klar. Mit der Zeit kaum mehr auszuhalten. Aber geht es nur mir so, oder findet ihr die Story auch etwas weit hergeholt?
Warum hat sie nicht früher rebelliert? Ihre Rollen reflektiert? Das Gespräch, ja, aber auch die Auseinandersetzung gesucht, ihren Standpunkt klar gemacht, denn wer solche Egoisten um sich hat, ihnen nicht Einhalt gebietet, muss sich nicht wundern, wenn sich deren Verhalten im Alltag einschleift.
Sorry Laura, aber weitestgehend bist du selbst für diese Zustände in deinem persönlichen Umfeld verantwortlich. Verantwortlich für den Blick deiner Nächsten auf dich. Verantwortlich dafür, dass sie dich erst dann wahrnehmen, als du verschwunden bist und sie endlich Verantwortung für sich selbst übernehmen müssen. So wie auch du..
Denn niemand ist ohne Schuld...
Sunshine Man von Emma Stonex
Achtzehn Jahre sind vergangen, seit Birdies Schwester Providence tot ist. Allerdings ist die damals Fünfzehnjährige keines natürlichen Todes gestorben, sondern wurde erschossen. James „Jimmy“ Maguire, der neunzehnjährige Täter, in schwierigen Verhältnissen groß geworden, wurde deshalb zu einer langen Haftstrafe verurteilt.
Diese hat er mittlerweile verbüßt, seine Entlassung steht bevor, weshalb sich Birdie, mit einer Beretta in der Tasche, auf den Weg macht. Schließlich hat sie hat noch eine Rechnung mit ihm offen…
Emma Stonex, bekannt durch ihren Erstling „Die Leuchtturmwärter“, fragt nach Gründen. Warum wird ein Mensch zum Mörder? Warum wird jemand gut, warum wird jemand böse? Sind es die Erbanlagen? Ist es das Milieu? Was geschieht mit einem Kind, dem die elterliche Liebe fehlt? Um das man sich nur halbherzig kümmert?
Sie lässt sowohl Birdie, die Jimmy quer durchs Land auf den Fersen ist, als auch Jimmy in wechselnden Kapiteln zu Wort kommen, wobei nicht immer die Gegenwart, sondern sehr oft die Vergangenheit im Fokus steht, was nicht nur den Blick der Leser schärft, sondern auch die Grenzen zwischen schuldig und unschuldig verschwimmen lässt.
Natürlich stellt sich die Frage nach dem Wer? und dem Warum?, obwohl die Beantwortung dieser Frage gegen Ende zunehmend in den Hintergrund tritt. Es sind die Bilder, die Stonex erschafft, die eine ganz besondere Atmosphäre kreieren, die sich im Kopf festsetzen. Und sie wirken auch dann noch nach, wenn man das Buch längst zugeklappt hat.
Gut wieder da zu sein
Die Toten von morgen - Thriller (Berliner Schattenwelt 2) von Kim Koplin
Aktuell gibt es ganz genau drei deutsche Autoren, die mit entlarvendem Blick die Schattenseiten Berlins jenseits von Mitte, Grunewald und Prenzlauer Berg zeigen: Johannes Groschupf, Clemens Murath und Kim Koplin aka Edgar Rai, was Koplin bereits in dem genialen Vorgänger „Die Guten und die Toten“ unter Beweis gestellt hat.
Nun also „Die Toten von morgen“, die gelungene Fortsetzung der Geschichte um Nihal, Kommissarin in spe, und Saad, dem syrischen Flüchtling, immer noch auf der Flucht vor dem Marseiller Drogenkartell und Leila, seine kleine Tochter, die Nihal lieb gewonnen hat und in ihr eine Ersatzmutter sieht.
Der Tote in Charlottenburg aus Nihals neuestem Fall ist der Aufhänger für den Drogenkrieg, der die Handlung dominiert, die uns in die Berliner Parallelwelt mit ihren dunkelsten Seiten katapultiert, knallhart und dreckig. Mit jeder Menge Ironie vom Autor beschrieben, so dass man sich stellenweise das Schmunzeln nicht verkneifen kann.
Ein gut konstruierter, stimmiger Plot, spannende Handlung mit jeder Menge Tempo, getrieben von kurzen Kapiteln aus unterschiedlichen Perspektiven – alles vorhanden, was einen guten Thriller auszeichnet und damit jede Menge Lesespaß garantiert. Versprochen!
Der Albtraum jeder Mutter
Alles ihre Schuld von Andrea Mara
Der Albtraum jeder Mutter und sogleich ein Hinweis darauf, wer die Zielgruppe dieses Thrillers ist: Ein vierjähriges Kind verschwindet nach einem Playdate spurlos. Natürlich schellen dann alle Alarmglocken. Eine hektische Suche beginnt, Verzweiflung macht sich breit, schlimmste Vermutungen drängen sich auf.
Und alle sind verdächtig.
Aber listen wir mal alle Fakten auf: Die Verabredung wird per Textnachricht festgezurrt. Marissa, die betroffene Mutter, kennt den familiären Hintergrund des anderen Kindes nicht, weiß noch nicht einmal, wo, mit wem und wie es lebt. Die Verantwortung für „das andere Kind“ liegt einzig und allein bei dessen Kindermädchen. Tut mir leid, aber unter diesen Umständen würde ich mein Kind nicht aus der Hand geben.
Und natürlich werden dann auch im Verlauf der Suche nach dem vermissten sämtliche Kind die „dunklen Geheimnisse“ aller Beteiligten ans Licht gezerrt. Oh je!
Seit Freida McFadden scheint es offenbar momentan in Mode zu sein, übersichtliche und eher dünne Stories mit jeder Menge aus dem Hut gezauberten Twists aufzupeppen. Und natürlich speisen diese sich meist aus völlig unvorhersehbaren Quellen und Umständen, deren Hintergründe natürlich auch nicht offensichtlich sind.
Come on, das geht doch wahrlich besser.
Von Seethaler bin ich Besseres gewohnt
Die Straße von Robert Seethaler
Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber jetzt ist es passiert! Ich habe ein Buch des Autors, den ich über die Jahre schätzen gelernt habe, entnervt abgebrochen.
Seit Seethaler „Trafikant“ bin ich ein großer Fan des Autors, habe alle seine Romane nicht nur mit großer Freude, sondern auch persönlichem Gewinn gelesen.
Sie haben mich angefasst, weil er immer wieder die grundlegenden Themen der menschlichen Existenz, des Seins, des Miteinanders, in den Mittelpunkt gestellt hat. Absolut gelungen in „Das Café ohne Namen“.
Daran wollte er wohl mit „Die Straße“ anknüpfen, aber meiner Meinung nach ist ihm das hier nicht wirklich gelungen. Zu kurz die Einwürfe der jeweiligen Bewohner, zu wenig Das habe ich leider in diesem Porträt der Straße nicht entdecken können. Zu kurz die jeweiligen Einwürfe, eine Ansammlung von Banalitäten, nichtssagend in ihren Andeutungen einer Gesellschaftskritik.
Und leider lässt auch die (einmal mehr) gewählte Erzählstruktur, ob ihrer kurzen Beiträge und permanent wechselnden Perspektive, ein unbefriedigendes Gefühl zurück, wird der Leserin/dem Leser doch damit nicht nur die Möglichkeit genommen, eine wie auch immer geartete Verbindung zu dem Leben der Sprechenden aufzubauen, ganz zu schweigen davon, eine Vorstellung des Lebensraums dieser Menschen zu bekommen.
Leichte Kratzer an der Oberfläche ohne Empathie und Handlung. Von Seethaler bin ich Besseres gewohnt.
Unter die Haut
Breakup Season von Sophie White
Der irischen Autorin Sophie White ist mit „Breakup Season“ (im Original „Such a good couple“) ein unterhaltsamer Sommerroman gelungen, der nicht mit ernsten Zwischentönen spart. Sie wirft darin einen entlarvenden Blick auf die Langzeitbeziehungen und Lebensumstände dreier Freundespaare, die seit Collegezeiten miteinander befreundet sind:
Clara und Ollie, 3 Kinder, verkörpern die „Normalen“.
Das Häuschen ist eng, das Geld ist ständig knapp. Es ist Clara, die durch Alltag, Job und Familie kaum mehr Land sieht. Und dann ist da auch noch das nagende Gefühl, seit sie die Nachricht auf dem Handy Ihres Mannes gesehen hat…
Annie und Conor, ungewollt kinderlos, waren auch ohne Trauschein glücklich, bis Annies Sehnsucht nach einem Kind, die Beziehung an den Abgrund führt.
Maggie und Fionn, das Glamourpaar, 2 Kinder. Seit Fionns Schauspielkarriere zu Geld gekommen, das sie bereitwillig mit ihren Freunden teilen. Sie machen ihnen teure Geschenke und finanzieren diesen gemeinsamen Luxusurlaub auf Cape Cod. Einst von der Kritik als „frische, vielversprechende Stimme“ als Drehbuchautorin gefeiert, wird sie von Selbstzweifeln und Minderwertigkeitskomplexen, angefeuert durch Meldungen der Klatschpresse, geplagt, was sie schließlich in verhängnisvolle Muster ihrer Vergangenheit zurückfallen lässt.
Aber der Scheintrügt. Viele Jahre wurden bei allen drei Paaren die Probleme unter den Teppich gekehrt, bis sie im Urlaub schließlich implodieren, und plötzlich ist nichts mehr, wie es war.
Sophie White legt den Finger in die Wunden, hat ein ganz besonderes Talent dafür, diese bekannten Muster der Paarbeziehungen mit der richtigen Dosis Humor zu beschreiben, scheut sich aber auch nicht, uns vor der Tragik, die hinter den Einzelschicksalen steht, zu verschonen. Und das ist stellenweise hochemotional und rührt das Innerste ihrer Leserinnen an.
Eine Story zum Lachen und Weinen. Für alle, die einen unterhaltsamen, aber auch zu Herzen gehenden „summer read“ jenseits von Sonnenschein und Schirmchendrinks suchen. Große Leseempfehlung!
Gut gemacht, Frau Hellberg!
Vega Varg - Das Schweigen der Insel von Åsa Hellberg
„Das Schweigen der Insel“ ist der Auftaktband einer neuen Reihe, in der Vega Varg die zentrale Rolle spielt.
Schon das Cover unterscheidet sich deutlich von dem, was man üblicherweise bei skandinavischen Krimis gezeigt bekommt. Kein farbenfrohes Häuschen am strahlenden blauen Wasser, sondern eine abgerockte Bretterbude in the Middle of nowhere.
Gelb-braun-schwarze Düsternis.
Und auch Vega Varg, die Polizeichefin von Koster (zwei dünnbesiedelte Inselchen zwischen Schweden und Norwegen), unterscheidet sich deutlich von den Ermittlern/Ermittlerinnen, mit denen man es üblicherweise in den skandinavischen Krimis zu tun hat. Keine durchtrainierte Superwoman, sondern eine 62jährige Frau mit scharfem Verstand, die wenig Wert auf Äußerlichkeiten legt und mich schon nach den ersten Seiten an Ann Cleeves „Vera“ erinnert hat, obwohl Vega wesentlich empathischer mit ihren Mitmenschen umgeht.
Eine Leiche wird gefunden. Es ist Fredde, ein Kindheitsfreund ihrer beiden Söhne (beide auch bei der Polizei), der als Kind regelmäßig bei ihnen am Tisch saß, wenn es in seinem Zuhause mal wieder dicke Luft war. Und dann verschwindet auch noch eine Person aus der Gruppe derjenigen, die den Toten gefunden haben, was zur Folge hat, dass Unterstützung aus Oslo anrückt. Lepold Posse, nicht nur Kollege sondern auch bester Freund...
Ja, es dauert etwas, Åsa Hellberg lässt sich Zeit mit ihrer Geschichte, was aber bei einem Reihenauftakt nicht ungewöhnlich ist, muss der Leser/die Leserin doch sowohl die Personen als auch das Setting erstmal kennenlernen. Ihre Erzählweise ist völlig unaufgeregt, fast schon entspannt, und dass sie Routine hat, merkt man. Hat sie ja bereits erfolgreich bewiesen.
Gelungen sind die Perspektiven der verschiedenen Beteiligten, die zur besseren Unterscheidung mit dem jeweiligen Namen kenntlich gemacht sind, was Zuordnungschaos vermeidet. Aber auch die Familienkonstellation Vegas ist interessant, denn wann hat man das schonmal, dass eine ganze Familie bei der Polizei beschäftigt ist und sich der Verbrechensaufklärung widmet?
Ich lese seit Jahrzehnten Krimis und freue mich immer wieder, wenn mich ein/e Autor/in mit Wendungen überrascht, die ich nicht vorhersehen konnte. Und auch die Perspektiven der verschiedenen Beteiligten, die zur besseren Unterscheidung mit dem jeweiligen Namen kenntlich gemacht wurden, fand ich gelungen, weil damit das Zuordnungschaos vermieden wird.
Gut gemacht, Frau Hellberg, und ich freue mich schon auf weitere Fälle mit Vega Varg!
Homo homini lupus est
Insel der Ratten von Jo Nesbø
Wenn alle Gesetze ihre Gültigkeit verloren haben und der Kampf um die Ressourcen auf der Zielgeraden ist, was geschieht dann? Werden wir in einer Welt enden, in der jeder gegen jeden kämpft? Wo Egoismus und Rücksichtslosigkeit für das Überleben unabdingbar sind, das Recht des Stärkeren gilt? In der der Mensch des Menschen Wolf ist?
Die Pandemie und das große Sterben sind vorüber.
Jetzt geht es drunter und drüber in der Stadt ohne Namen: Brennende Autos, Maschinengewehrsalven, angsterfüllte Schreie, Sirenen, marodierende Banden. Ein Dschungel, beklemmend aktuell, weil vor dem inneren Auge sofort Bilder aus den amerikanischen Megacitys aufploppen. Nicht umsonst hat Nesbø die Westküste Amerikas zum Handlungsort gewählt, verbindet man doch gerade mit Kalifornien Wohlstand, Easy Living und Toleranz. Nichts davon zu sehen. Und es wird noch furchterregender, weil die niedersten Instinkte der Menschen an die Oberfläche drängen.
Nesbø arbeitet mit zwei Perspektiven. Zum einen Colin, steinreicher Unternehmer, der bereits das Weite gesucht hat, zum anderen Will, ehemals Anwalt und sein Freund, dessen Tochter von Colins Sohn entführt wurde. Und ja, es ist vorhersehbar, dass es zwischen diesen beiden zum Showdown kommen wird…
Wollen wir in einer Gesellschaft leben, in der die alten Werte und Regeln ihre Gültigkeit verloren haben, Anarchie die Oberhand gewinnt und der der Kampf ums Überleben die Gesetze des Zusammenlebens außer Kraft setzt? Das ist die Frage, die man sich stellt, wenn das schmale Büchlein zuklappt.
Rau, und mehr als drastisch in den Beschreibungen, konfrontiert uns Nesbø mit dieser Frage und lässt uns damit auch in unser Innerstes blicken.
Historischer Roman oder Krimi?
Die Queen von Mayfair von Alex Hay
Wir befinden uns im viktorianischen London, ein Setting, das wir bereits aus dem vorherigen Roman des Autors Alex Hay kennen. Dort treffen wir auf Quinn Le Blanc, eine geniale Trickbetrügerin, eher bekannt als die „Queen von Mayfair“, die hier den ganz großen Coup im Visier hat. Der dicke Fisch, den sie zu fangen gedenkt, ist der Duke of Kendal, vermögender Spross einer wohlhabenden Adelsfamilie.
Unterstützt wird sie dabei von Silk, einem Gauner, mit dem sie schon lange zusammenarbeitet. Fünf Tage haben sie Zeit, um ihren wasserdichten Plan, der aus fünf Schritten besteht, durchzuziehen. Aber ganz so einfach, wie gedacht ist es dann doch nicht, haben sie doch den fatalen Fehler begangen und die Gegenseite unterschätzt.
Hay erzählt multiperspektivisch, lässt in alternierenden Kapiteln die Beteiligten zu Wort kommen. Aber leider macht er dennoch den gleichen Fehler, den ich bereits im Vorgänger moniert habe, er konzentriert sich zu sehr auf die Vorbereitungen plus entsprechender Twists, was leider zu Lasten der Charakterentwicklung der Hauptfiguren geht. Das mag ja in Ocean’s Eleven funktionieren, aber „Die Queen von Mayfair“ ist in erster Linie ein historischer Roman, kein Krimi. Aber in den Beschreibungen des viktorianischen London plus seiner adligen Gesellschaft brilliert der studierte Historiker. Diese sind außerordentlich gut gelungen und erzeugen in der Tat die entsprechenden Bilder im Kopf des Lesers.
3,5 von 4, wohlwollend aufgerundet, verbunden mit der Hoffnung, dass die Gewichtung bei seinem nächsten Roman besser klappt.
Leseempfehlung mit Einschränkungen
Schlafende Vulkane von Michael Hjorth; Bjarni Thorsson
Michael Hjorth ist ein Autor, der gerne und erfolgreich im Tandem schreibt, man denke an die mehrbändige Sebastian Bergman Reihe mit Hans Rosenfeldt. Nun also ist Bjarni Thorsson, ein isländischer Regisseur und Autor, sein „Partner in Crime writing“, was durchaus Sinn macht, ist ihre Co-Produktion „Schlafende Vulkane“ doch in Island verortet.
Obwohl…typisch für Island ist vor allem das Cover des Buches, die Landschaft könnte, mit Ausnahme der Vulkane, überall im Norden Europas sein.
Und auch das Thema des Thrillers wurde bereits von anderen Autoren weitaus einfühlsamer, gelungener bearbeitet, obwohl ich mich dennoch frage, warum immer wieder Frauen die Opfer sind und man mit den Beschreibungen der Misshandlungen so ins Detail gehen muss. Andeutungen würden durchaus genügen, aber offenbar verlangen die Leser*innen danach.
Überzeugen konnte mich lediglich die Dreierkonstellation der Ermittler, deren Dynamik der Zusammenarbeit besonderen Schwung verleit: Helga, die „Schwedin“, eher unerfahren bei ihrem ersten Fall, Yvette, die clevere Kriminaltechnikerin mit ihrer bisher noch unbekannten Backstory und Bjarki aka „Grettir, der Naturbursche, auf den – wie könnte es anders sein - beide Frauen ein Auge geworfen haben.
Der Handlungsverlauf ist, insbesondere durch die Zwischenkapitel aus Sicht des Täters, vorhersehbar und demzufolge recht unspektakulär, was leider auch auf Kosten der Spannung geht und vor allem in der Schlusssequenz unnötig in die Länge gezogen wird. Wir wissen doch alle, dass in den üblichen Krimis/Thriller das Gute siegen und der Mann im Team die Kollegin aus den Fängen des Täters befreien wird.
Leseempfehlung mit Einschränkungen. Mal schauen, was der nächste Band bringt.











