Kunden em pfehlungen
Rezensionen von 19cici95:
Ein Apfel als Zeichen der Rebellion
Wenn die Bienen schweigen von Caryl Lewis
In einer Mischung aus Tribute von Panem ohne Spiele und Der Report der Magd erzählt die Autorin Caryl Lewis vorliegend über das Ende der Welt und wie diese Katastrophe mal wieder auf dem Rücken von Mädchen und Frauen ausgetragen wird.
Das Buch ist insb. gut geeignet für eine jüngere Leserschaft.
Die Protagonistin Jess und auch die meisten aus ihrer Gruppe sind 13 bis 16 Jahre alt. Sie sind verantwortlich für die Bestäubung von Pflanzen und damit der Ernährung des ganzen Landes und natürlich auch für die Reproduktion der Menschheit selbst. Sie werden zwangsverheiratet und kommen von einem Leben harter Arbeit in ein vielleicht noch schlimmeres.
Jess und ihre beste Freundin Cass, die ich im Laufe der Geschichte sehr lieb gewonnen habe, stellen sich nicht nur dem Regime entgegen, sondern auch den gemeinen Mädchen aus ihrer Gruppe. Doch müssen sie feststellen, dass jede mit ihren eigenen Dämonen, eigenen Problemen und der eigenen Vergangenheit zu kämpfen hat.
Vereint sind sie alle nur in den Bildern, die Jess malt. Durch einen glücklichen Zufall fallen ihr Farbe und Pinsel in die Hände und sie entfacht einen Funken Revolution und die Hoffnung auf ein besseres Leben.
Der Schreibstil von Caryl Lewis ist leicht und einfach verständlich, perfekt für die oben angesprochene Leserschaft. Die Geschichte verläuft sehr geradlinig, war mir am Ende aber ein bisschen zu schnell vorbei. Gerne hätten es noch bis zu 100 Seiten mehr sein dürfen. Vor allem weil so viele wichtige Themen angesprochen werden: Klimawandel, Bücherverbrennungen, Frauenrechte, um nur einige zu nennen.
Und am Ende bleibt man mit der Frage zurück, wie sich unsere eigene Welt entwickelt. Denn diese zeitlose Geschichte kann genauso gut in 15 oder 500 Jahren Wirklichkeit werden – je nachdem, wie die Menschheit sich heute entscheidet.
Feen-Action mit Molli Mandala
Die gute Fee mit der schlechten Laune (1). Der Wunschperlen-Auftrag von Emma Flint
Der Titel ist ein Eye-Catcher. Wer möchte denn nicht wissen, worüber eine Geschichte über eine schlecht gelaunte kleine Fee handelt?
Feen sind allgemein ja eher als gut gelaunte Wesen bekannt und so werden sie auf der Feenschule auch erzogen. Doch Molli kann mit der ganzen guten Laune und dem glöckchenhellen Lachen überhaupt nichts anfangen.
Nachdem Molli etwas Verbotenes aus einem Menschenbuch zaubert, wird sie mit dem titelgebenden Wunschperlen-Auftrag in die Menschenwelt geschickt. Alle anderen Feen dürfen dort richtig zaubern, nur Molli muss froh sein, dass sie überhaupt zu den Menschen reisen darf.
Doch nicht mal diesen einfachen Auftrag bekommt sie hin. Und ihre Laune wird immer schlechter.
Die Autorin Emma Flint schreibt sehr gut einfach und verständlich für junge Kinder. Obwohl das Cover und die Feen-Thematik wahrscheinlich eher Mädchen ansprechen wird, ist die Geschichte an sich auch für Jungs geeignet. Spätestens, wenn Molli in die Menschenwelt kommt und dort Fabio kennenlernt.
Gespickt mit liebenswerten Nebencharakteren und netten Zeichnungen auf jeder Seite, die immer genau zum jeweiligen Text passen, macht dieses Buch Spaß zu lesen. Für mich eher nervig waren die vielen zusammengesetzten Ausrufe der Feen, „Mucksmäuschenachtschattenstill“ zum Beispiel. Doch da diese Begriffe auch in einer anderen Schriftart geschrieben wurden, trägt es zu der wunderlichen kleinen Feen-Atmosphäre auf jeden Fall bei.
Das Ende fand ich ein bisschen schnell, auch dass es für Molli nach der Rückkehr in die Feen-Welt keinerlei Konsequenzen für ihr nicht regelkonformes Handeln gibt. Und so schlecht gelaunt ist Molli alles in allem auch gar nicht. Ich fand sie im Vergleich zu den Nebencharakteren eher langweilig und nervig und hätte lieber mehr von Pepito gesehen. Oder mehr von anderen Feen außer ihre Beschreibungen mit bunten Haaren. Da es ja aber noch mehr Bücher in dieser Reihe gibt, habe ich noch Hoffnung auf mehr Feen-Action.
Weniger wäre mehr gewesen
Das letzte Buch von Marceau Miller von Marceau Miller
Als Spannungsroman betitelt und mit Thriller-Elementen bestückt, erzählt Marceau Miller auf der Meta-Ebene von seinem eigenen Tod.
Die Geschichte startet sofort mit dem Tod des Autors. Anfangs sind die Kapitel noch mit Zeitangaben überschrieben, das verliert sich jedoch im Laufe des Buches erscheint mir daher etwas redundant.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Marceaus Frau Sarah erzählt, die wir bei der Aufklärung des Falles begleiten. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und macht Spaß. Stellenweise haben wir Gedankeneinschübe von Sarah, die aber sehr umgangssprachlich klingen und ich persönlich etwas störend empfand.
Sarahs Handlungen sind nicht immer nachvollziehbar, was sich zwar bis zu einem gewissen Grad auf die Ausnahmesituation, in der sie sich befindet, zurückführen lässt, sich aber teilweise auch einfach als nicht durchdachte Übersprungshandlung nur für Plot liest.
Im Verlauf der Geschichte erfahren wir, dass sich das heile Familienleben der Familie Miller nicht als ganz so perfekt darstellt, wie ursprünglich gedacht. Wir erfahren von der Freundesgruppe der Millers und besonders von Marceaus Schwester Jade, die jung verstorben ist.
Zeitweise erhalten wir Kapitel aus einer anderen Sicht als Sarahs, sowie Kapitel aus dem titelgebenden letzten Buch.
Je weiter man in der Geschichte vorankommt, desto abgedrehter und vollgepackter wird das Buch. Es wird so viel Plot aufgemacht, gerade bei den Kindern der Millers und den besten Freunden, der dann aber einfach im Sande verläuft.
Die Twists, die das Buch bereithält sind leider relativ offensichtlich. Der Autor ergeht sich hier zu viel in Andeutungen. Dazu gehört auch das Tattoo von Sarah und die Bunkerszene, die auf verschiedene Weisen nichts zum Plot beitragen. Hier gäbe es noch mehrere Dinge zu erwähnen, die aber leider die Geschichte spoilern würden. Es scheint fast so, als hätte der Autor viele Ideen gehabt und einfach alle in dieses Buch gestopft (weil es sein letztes ist?).
Marceau als Charakter suhlt sich in Selbstmitleid, spricht immer wieder vom Bösen, doch das ist für die geneigte Leserschaft leider nicht erkennbar. Es hätte alles (sämtliche Tragödien, die letztendlich zum Tod von Marceau geführt haben) leicht verhindert werden können.
Doch vielleicht ist das genau das, was uns der Autor sagen will. Manchmal scheint der Weg im Leben klar vorgegeben zu sein, und doch entscheidet man sich für den zugewachsenen Trampelpfad.
Internet-Tipps zusammengefasst
Nimm den Zwängen die Macht von Ulrich Voderholzer; Rebecca Schennach; Stefan Koch
Normalerweise mag ich die Bücher der Stiftung Warentest, doch dieses hier hat mir eher weniger gefallen.
Das Thema an sich interessiert mich sehr und einen Einblick in die Hintergründe von Personen mit Zwängen zu erhalten war durchaus aufschlussreich. Es wurde viele Zwänge angesprochen, von denen man noch nicht inbedingt etwas gehört hat.
Auch der Leidensdruck, der für die Betroffenen damit einhergeht, wurde gut dargestellt. Doch schlussendlich kam das Buch nicht über eine mittelmäßige Handlungsanweisung heraus, die man so ähnlich auch einfach im Internet recherchieren könnte.
Der größte Tipp des Buches, natürlich neben: Suchen Sie bitte eine Ärztin oder Arzt auf, war die Expositionstherapie, die man gerne auch schon ohne ärztliche Begelictung ausprobieren soll. In sehr vielen Wiederholungen werden detaillierte Anweisungen gegeben, wie man sich damit selbst therapieren kann. Das mag einigen Leuten mit Sicherheit helfen, doch glaube ich, dass es auch Betroffene gibt, die damit ggfs. tiefer in ihre Zwänge fallen. Immerhin wurde auch auf den Fall aufmerksam gemacht, dass sich der befürchtete schlechte Ausgang durchaus einmal einstellen kann und wie man dann damit umgeht.
Zudem fiel auf, dass sich der Schreibstil im Verlauf des Buches merklich ändert und das nicht unbedingt zum Besseren. Gerade in mittleren Teil liest es sich fast umgangssprachlich., was im restlichen Buch nicht der Fall war. Gerade bei mehreren Autor:innen wäre es mir wichtig einen einheitlichen Schreibstil zu haben.
Was mir zudem sehr negativ aufgefallen ist, war das Beispiel einer Person mit Waschzwang, die Angst vor der Ansteckung mit HIV hat und dadurch im Supermarkt Berührungen mit Einkaufswägen etc. vermeidet. Hier wäre unbedingt ein Hinweis darauf nötig gewesen, dass sich HIV nicht über die bloße Berührung über Oberflächen verbreitet. Dieser fehlt leider völlig.
Gut gefallen haben mir dagegen die vielen Kontaktmöglichkeiten zu Hilfestellen, die sowohl im Verlauf des Buch, als auch am Ende nochmal angegeben waren. Auch das Kapitel für Angehörige der Betroffenen fand ich exemplarisch gut erklärt. Der erste Impuls als angehörige Person, die Zwänge niederschwellig zu vermeiden, stellt sich dabei als überhaupt nicht hilfreich dar.
Hilfreich sind bestimmt auch die vielen Grafiken, in denen Körperfunktionen verständlich erklärt werden und Seiten zum Selbstausfüllen.
Schlussendlich wäre mein Tipp die 20,00 € lieber in Therapie zu investieren und ansonsten einmal die Online-Suchmaschine zu benutzen.
Traumhaftes Setting, aber Albtraum-Ehe?
Wenn Liebe tötet von Nalini Singh
Die eher unbekannte fidschianische Autorin Nalini Singh schreibt in einem eher selten gesehenen Setting (Fidschi und Neuseeland) über bekannte Themen.
Die Flitterwochen des frisch verheiratete Paar Diya und Tavish nehmen ein jähes Ende, als Diya und ihre Familie in einen schrecklichen Hausbrand geraten.
Diyas Eltern sterben, der Verbleib ihres Bruders ist unbekannt. Nur Diya und ihre Schwägerin überleben und Tavish gerät ins Visier der Ermittlungen.
In zwei Zeitsträngen, die sich allmählich einander annähern wird erzählt, wie Tavish selbst die Ermittlungen aufnimmt und gleichzeitig dessen Vergangenheit aufgearbeitet. Denn Tavish hat bisher nicht nur eine, sondern gleich drei Frauen auf dem Gewissen. Ist Diya die vierte?
Das grundlegende Thema des Buches wird leider erst im letzten Drittel so richtig klar. Die Übergriffigkeit, die eine Familie darstellen kann, Ehr- und Schuldgefühl eben jener Familie gegenüber, sowie die Frage, ob man zu seinen Fehlern steht oder eben stattdessen eine ganze Familie auslöscht.
Dabei bleibt Charakterisierung aller Charaktere aber leider eher flach. Man kommt mit den vergangenen Beziehungen von Tavish durcheinander, weil man die einzelnen Personen so schlecht unterscheiden kann. Vielleicht hätten zwei statt drei Ex-Freundinnen auf diese Länge des Buches ausgereicht. Diyas Familie lernt man nur durch Rückblenden kennen und auch dann nur oberflächlich. Man erfährt zwar viel über die Kultur der Familie und warum sie den Mann ihrer Tochter erst nur als deren Verlobten der Öffentlichkeit vorstellen oder die Tochter selbst als erwachsene Frau noch ihren Eltern Rechenschaft über ihren Verbleib ablegen muss, doch ganz nachvollziehen kann man deren Beziehungsstruktur eher nicht.
Das Setting dagegen hat Spaß gemacht, auch wenn ich einige Handlungen von Tavish nicht so ganz nachvollziehen konnte. Mit einem von Papa finanzierten Anwalt und einer reichen aber emotional abwesenden Mutter kann man dann auch viele Probleme einfach mit Geld lösen.
Wer einen durchaus unterhaltsamen Thriller in einem außergewöhnlichen Setting sucht, der dazu noch wichtige Themen anschneidet, ist mit Wenn Liebe tötet gut beraten.
Pretty mid
Bachelorette Party von Camilla Sten
Eine einsame Insel in den rauen Gewässern der Nordsee. Eine Gruppe Freundinnen, von denen jede etwas zu verbergen hat. Eine Podcasterin, die denkt, schlauer als alle Ermittler zu sein.
Die Prämisse ist so generisch wie griffig. Podcasterin mit schwieriger Vergangenheit bekommt endlich die Chance einen Cold Case aufzuklären, um ihre Reputation wiederherzustellen.
Das Hotel auf der einsamen Insel ist natürlich voller Luxus und Schnickschnack (nicht falsch verstehen, ich liebe Hotel-Settings – allein das hat das Buch für mich gerettet) und der einzige Mann auf der Insel wird wohl der Mörder sein.
Wem das unwahrscheinlich vorkommt, der hat vermutlich schon mehr als einen Thriller gelesen und wird von der Auflösung wenig überrascht sein. Aufmerksamen Lesenden fallen die Hinweise schon direkt zu Beginn ins Auge.
Die Figuren haben mich zwischendrin alle genervt. Sowohl in der vergangenen als auch der aktuellen Zeitlinie werden wir mit Figuren und Namen überhäuft, die teilweise nur sehr schwer auseinanderzuhalten sind. Die Protagonistin versinkt im Selbstmitleid und geht nicht nur den anderen Urlauberinnen auf den Keks, sondern auch mir. Die große Überraschung, was sie in ihrer Vergangenheit alles Schlimmes gemacht hat, war mir am Ende einfach nur noch egal.
Der Schreibstil ist leicht verständlich und gut zu lesen. Die Geschichte an sich war unterhaltsam, doch wenn man sie nicht liest, hat man auch nichts verpasst. Unglücklich fand ich auch, dass einst aufgemachte Plotstränge einfach nicht mehr weitergeführt werden, z.B. Carolines Halskette, die zwei mal erwähnt wird, am Ende aber keinerlei Bedeutung hat. Ein zu sehr gewolltes erotisches Knistern wird ein Mal erwähnt und dann einfach wieder ignoriert, als hätte man es bei der Überarbeitung vergessen.
Das Buch ist nett für zwischendurch, mehr aber auch nicht.
Gefühlsüberdosis
Freunde fürs Leben von Fredrik Backman
Du weißt, dass ein Buch gut ist, wenn du schon bei unter 100 Seiten mindestens einmal geheult hast.
Fredrik Backman schafft es mit jedem Buch aufs neue, meine Gefühlswelt völlig zu zerstören. Bereits der erste Absatz ist so treffend, dass mir da schon klar war: das wird ein Fünf-Sterne-Buch.
Die junge künstlerisch begabte Louisa ist seit ihrer schwierigen Kindheit geradezu besessen von einem Bild vom Meer.
Durch den größten Zufall, den ein Teenager erleben kann, kreuzt sich ihr Weg mit dem des Künstlers und Louisa macht sich auf eine Reise, die Geschichte des Bildes zu erfahren, die sie und alle mit denen sie in Kontakt kommt, vollständig verändern wird.
Dabei wird sie begleitet von einem netten mittelalten Herrn, der auf Louisa erstmal so gar keine Lust hat, doch nach und nach, entspinnt sich zwischen ihnen eine Freundschaft, die mehr ist, als es ein menschliches Herz ertragen kann. Wer auch das Erstaunliches Leben des A.J. Fikry von Gabreielle Zevin und Mr. Parnassus Heim für magisch Begabte von T.J. Klune mochte, wird auch dieses Buch lieben. Dass daneben noch Donna Tartts Distelfink erwähnt wird, macht es nur noch besser.
Der Schreibstil von Backman ist so grandios wie immer. Mit einzelnen Sätzen reißt er dir das Herz heraus, noch bevor du bemerkst, dass jetzt gerade wieder ein ernster Ton angeschlagen wird. Denn trotz aller Kindheitstraumata ist es ein sehr lustiges Buch. An mehreren Stellen kann man nicht anders als zu lachen. Doch Freud und Leid liegen auch hier nah beieinander.
Es sind so viele Emotionen zwischen diesen zwei Buchdeckeln, dass es sich wie ein Stück eigener Geschichte anfühlt. Ich habe so viele Post-its in diesem Buch verwendet, an Stellen, die mich so tief getroffen haben und zu denen ich gerne wieder zurückkehren werde.
Wer von Anfang an ein Fünf-Sterne-Gefühl haben möchte, dem sei dieses Buch sehr ans Herz gelegt. Es wird es zerbrechen und wieder zusammenfügen.
Für Fans von Herland
Ich, die ich Männer nicht kannte von Jacqueline Harpman
Ich, die ich Männer nicht kannte ist eine Dystopie aus dem Jahr 1995, die nach nunmehr 30 Jahren noch genauso aktuell ist, wie damals.
40 Frauen werden von Männern in einem Bunker gefangen gehalten. Keiner weiß wo, keiner weiß warum. Wer hofft, am Ende eine Antwort darauf zu bekommen, wird leider enttäuscht werden.
Doch auch wenn die Frauen untereinander rätseln, so ist es doch für die Geschichte völlig irrelevant, ob sie sich noch auf der Erde oder einem Alien-Planeten befinden.
Viel wichtiger sind die Erkenntnisse, die die Frauen durch das jüngste Mitglied ihrer Truppe erhalten. Sie, die niemals Männer kannte, wirft einen völlig unverstellten Blick auf das alte Leben der Frauen. So stellt sie zB die Frage, ob sich Frauen nur für Männer schön gemacht hatten. Eine Frage, die sich heute immer noch gestellt wird.
Durch die junge Frau erhalten die anderen aber auch Stück für Stück ihre Autonomie zurück. Erst durch die Erfindung der Zeit im Bunker, dann durch die Flucht daraus.
Sie, die niemals Männer kannte, ist teils selbst eine Art Alien. Sie hinterfragt alles und wirft damit Fragen über die Liebe und das alte und neue Leben im Allgemeinen auf. Teilweise werden diese beantwortet, teilweise auch nicht. Doch immer weiter hinterfragen sich auch die anderen Frauen. Und vielleicht am Ende auch wir.
Gütesiegel Fitzek
REM von Annika Strauss
Das Buch REM von Annika Strauss wäre in der großen Menge an Neuveröffentlichungen wahrscheinlich untergegangen. Das Buch REM von Annika Strauss mit Sebastian Fitzek verkauft sich wie warme Semmeln und schon prangt ein Spiegel-Bestseller-Sticker auf dem Cover.
Ich bin ein riesiger Fitzek-Fan und das war ehrlicherweise auch der einzige Grund, warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte.
Auch wenn seine letzten Bücher mal mehr, mal weniger gut waren und gerade die weniger guten immer abgedrehter wurden, sind diese kein Vergleich mit REM.
Während die erste Hälfte noch spannend und in Fitzek-Manier geschrieben ist (junge Protagonistin aus Berlin mit dringendem Problem, das sie gemeinsam mit einem Freund lösen muss), wird es zunehmend und gerade im letzten Drittel einfach nur noch wirr.
Die Charaktere waren mir bis zum Ende eigentlich alle total egal, warum werden sämtliche Themen (von Organhandel über Missbrauch bis Torture-Porn) angeschnitten und dann im Sande verlaufen lassen, und wieso ist das Ende viel zu plötzlich und Sci-Fi-mäßig erklärt. Dass es paranormal wird, wird relativ schnell klar, doch die Ausführung ist weder psychothrilling noch Horror.
Hier wurde viel versucht und wenig gekonnt. Man könnte zu der Annahme kommen, dass Fitzeks Leserschaft dieses Buch in der Luft zerrissen hätte, hätte er es alleine geschrieben. So kann man der Horror-Queen die wirre Story anlasten.
In den Danksagungen wird ein weiteres Buch der beiden angeteasert. Da bin ich dann wohl raus.
Eine gute Idee ist noch kein gutes Buch
Beth is dead von Katie Bernet
Die Prämisse des Buchs finde ich klasse. Die Autorin verpackt einen alten Klassiker in ein neues Thriller/ Mystery-Gewand.Die Ausführung fällt dagegen leider etwas ab.
Anfangs ist es relativ schwierig die vier Schwestern auseinanderzuhalten, besonders wenn man das Original nicht kennt, doch nach ein paar Kapitel und je mehr Hintergrund die Charaktere bekommen, desto leichter fällt es.
Die titelgebende Beth wird tot aufgefunden und jede der verbliebenen drei Schwestern hat ein Geheimnis. Der Klappentext suggeriert, dass eine von ihnen etwas mit Beth' Tod zu tun hat.
Durch die drei Protagonistinnen fällt der einzelne Anteil des Buches pro Schwester leider etwas gering aus. Einzelne Szenen und die Enthüllung der Geheimnisse kommen daher etwas abgehackt daher. Durch die zwei Zeitlinien vorher und nachher, in denen dann auch Beth zu Wort kommt, verbleibt dann noch weniger Zeit.
Schade fand ich, dass die Mutter der vier so überhaupt nicht vorkommt. In den paar Szenen, in denen sie da ist, scheint sie seltsam passiv zu sein.
Der Schreibstil war flüssig zu lesen, die Charaktere haben mich jedoch nicht vollständig überzeugt. Die Schwestern trauern meines Erachtens nicht so, dass es für die Lesenden nachvollziehbar rüberkommt, sondern beschuldigen sich lieber gegenseitig und ermitteln auf eigene Faust. Von der Mutter und ihrer Trauer bekommen wir gar nichts mit.
Die Storyline des Vaters, der nach der Veröffentlichung von Little Women einfach abhaut wird am Ende für mich gar nicht zufriedenstellend aufgelöst. Das Ende an sich war dann auch einfach sehr langweilig und vorhersehbar.
Man hätte viel draus machen können, aber eine gute Idee ist halt noch kein gutes Buch.











