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Rezensionen von Karin_50:

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Ein schönes Wiedersehen mit Miss Marple

Mord im Grand Alpine Hotel von Lucy Foley; Agatha Christie

Als ich gelesen habe, dass es nach so vielen Jahren einen neuen Krimi mit Miss Marple gibt, war ich sofort neugierig. Ich kenne die Geschichten von Agatha Christie schon lange und mag besonders die Art, wie Miss Marple ihre Mitmenschen beobachtet und aus scheinbar unbedeutenden Kleinigkeiten die richtigen Schlüsse zieht.

Deshalb war ich gespannt, ob Lucy Foley diese besondere Figur ebenso gut darstellen würde.
Diesmal führt die Geschichte in die Schweizer Alpen, in das vornehme Grand Alpine Hotel. Dort verbringen ganz unterschiedliche Gäste ihren Aufenthalt, darunter ein Filmstar, ein Politiker und dessen Ehefrau. Doch mit der Ruhe ist es vorbei, als ein Gast während einer Gondelfahrt ums Leben kommt. Bald steht der Verdacht im Raum, dass jemand nachgeholfen hat, und plötzlich scheint jeder etwas zu verbergen.
Besonders gefallen hat mir die Atmosphäre des Hotels mit seiner verschneiten Bergwelt. Auch die vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten sind interessant beschrieben. Man erfährt nach und nach mehr über ihre Beziehungen und Geheimnisse und kann wunderbar miträtseln. Miss Marple hält sich zunächst eher im Hintergrund, aber gerade das passt zu ihr. Sie hört zu, beobachtet aufmerksam und lässt sich von Äußerlichkeiten nicht täuschen.
Anfangs brauchte ich etwas Zeit, um mich mit den vielen Personen und den wechselnden Erzählperspektiven vertraut zu machen. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass Miss Marple selbst noch etwas häufiger im Mittelpunkt steht. Trotzdem wurde die Geschichte zunehmend spannender und ich habe bis zum Schluss gern mitgerätselt.
Lucy Foley hat für mein Empfinden einen schönen neuen Fall für die bekannte Hobbydetektivin geschrieben. Natürlich ist es nicht ganz dasselbe wie ein Original von Agatha Christie, aber ich habe mich sehr gefreut, Miss Marple wieder bei ihren Ermittlungen begleiten zu dürfen. Und ich würde mich freuen, wenn es nicht bei diesem einen neuen Abenteuer bleibt.

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Ein schönes Wiedersehen mit Miss Marple
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Von wegen besinnliche Weihnachtszeit

Der Tote im Kutter von Denzil Meyrick

Schon das winterliche Cover mit den Fischerbooten hat mir gefallen. Es sieht so friedlich aus, dabei geht es in diesem kleinen englischen Küstenort alles andere als beschaulich zu. Kurz vor Weihnachten 1953 wird ein alter Fischer tot aufgefunden. Ermordet mit einem Weihnachtsstrumpf! Als dann noch ein zweiter Toter hinzukommt, haben Inspector Frank Grasby und sein Vorgesetzter Arthur Juggers alle Hände voll zu tun.

Ich lese gern Krimis, bei denen neben dem eigentlichen Fall auch die Menschen eine wichtige Rolle spielen. Und davon gibt es hier einige recht sonderbare Exemplare. Die Dorfbewohner sind verschlossen und lassen sich nur ungern etwas entlocken. Besonders Grasby habe ich dabei schnell ins Herz geschlossen. Er hat es weder mit seinem Vorgesetzten noch mit seinem eigenen Vater besonders leicht und gerät immer wieder in unangenehme Situationen. Manchmal hätte ich ihm gewünscht, dass er sich etwas mehr zur Wehr setzt.
Sehr gefallen hat mir der trockene englische Humor. Es gibt einiges zu schmunzeln, obwohl die Geschichte natürlich von ernsten Verbrechen handelt. Auch die Atmosphäre der fünfziger Jahre ist schön eingefangen. Die verschneite Küste, das kleine Dorf und die eigentümlichen Bewohner konnte ich mir gut vorstellen. Der Schreibstil passt zur damaligen Zeit, ohne schwer verständlich zu sein.
Mir war die ruhigere Erzählweise durchaus recht. Ich brauche nicht auf jeder Seite eine neue gefährliche Situation, solange die Geschichte interessant bleibt. Hier wollte ich vor allem wissen, was die Menschen in Uthley Bay verheimlichen und wie Grasby den Fall lösen würde.
Für mich war es ein vergnüglicher Weihnachtskrimi der etwas anderen Art. Besonders die vielen ungewöhnlichen Figuren und die humorvollen Bemerkungen haben mir schöne Lesestunden bereitet. Mit Inspector Grasby würde ich mich gern noch einmal auf Spurensuche begeben.

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Ein Ort, an den ich gern zurückkehren würde

Oakfell Autumn Nights von Mimi Heeger

Es gibt Bücher, bei denen ich schon nach wenigen Seiten merke, dass ich mich in ihrer Welt wohlfühlen werde. Genau dieses Gefühl hatte ich in Oakfell. Die kleine Stadt mit ihren herbstlichen Traditionen, den vertrauten Gesichtern und dem bunten Treiben hat auf mich sofort eine besondere Ruhe ausgestrahlt.

Fast noch schöner fand ich allerdings die Menschen, die dort leben. Vor allem Everlees Familie hat mich immer wieder schmunzeln lassen. Es geht lebhaft zu, manchmal chaotisch, aber man spürt in jeder Begegnung, wie eng der Zusammenhalt ist. Solche Familien lese ich besonders gern, weil sie trotz kleiner Ecken und Kanten so herzlich wirken.
Die Geschichte von Everlee und Cooper entwickelt sich behutsam und lebt von ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Durch die Rückblicke konnte ich gut nachvollziehen, warum die beiden einander so viel bedeuten und weshalb ihre Begegnung nach vier Jahren so viele Gefühle auslöst. Dass die Geschichte auf zwei Zeitebenen erzählt wird, hat mir deshalb gut gefallen, weil nach und nach immer mehr Zusammenhänge sichtbar werden. Für mich entstand dadurch ein rundes Bild ihrer Freundschaft und ihrer Verletzungen.
Auch die herbstliche Atmosphäre hat ihren Teil dazu beigetragen, dass ich das Buch so gern gelesen habe. Die Feste, die geschmückten Straßen und die kleinen Traditionen verleihen Oakfell einen ganz eigenen Charakter. Beim Lesen konnte ich mir alles wunderbar vorstellen und hätte mich am liebsten selbst zwischen den Kürbislaternen und den Marktständen umgesehen.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und gleichzeitig sehr gefühlvoll. Er nimmt sich Zeit für die Figuren, ohne langatmig zu werden. Das Cover hat mich schon vor dem Lesen angesprochen und passt wunderbar zu der warmen Stimmung der Geschichte. Besonders schön fand ich, dass nicht nur die Liebesgeschichte im Mittelpunkt steht, sondern auch Familie, Heimat und die Frage, wohin das eigene Leben führen soll.
Mich hat dieser Roman mit einem warmen Gefühl zurückgelassen. Manche Geschichten brauchen keine großen Überraschungen, weil ihre Stärke in den Menschen liegt, die sie erzählen.

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Ein Ort, an den ich gern zurückkehren würde
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Zwischen Trauer und neuer Hoffnung

Rauhnachttage von Ina Bhatter

Von den Rauhnächten hatte ich schon gehört, aber mit den verschiedenen Ritualen und ihrer Bedeutung hatte ich mich bisher nicht näher beschäftigt. Deshalb fand ich es schön, sie hier innerhalb einer Geschichte kennenzulernen. Im Mittelpunkt steht die junge Ärztin Luise, die nach dem Tod ihres besten Freundes Felix kaum noch Vertrauen in sich selbst hat.

Besonders schwer wiegt für sie, dass sie ihm trotz ihrer medizinischen Ausbildung nicht helfen konnte.
Ihre Freundin Linh überlässt ihr über die Feiertage ihre Wohnung am Meer und hat sich etwas Besonderes für sie ausgedacht. Luise soll sich während der Rauhnächte jeden Tag mit bestimmten Aufgaben und Ritualen beschäftigen. Zunächst hält sie davon nicht besonders viel. Gerade dieser Gegensatz zwischen ihrer wissenschaftlichen Denkweise und den alten Bräuchen hat mir gefallen. Nach und nach beginnt sie trotzdem, sich darauf einzulassen.
Viele der Aufgaben drehen sich um Dinge, für die im Alltag oft wenig Zeit bleibt. Es geht um Wünsche, Dankbarkeit, Erinnerungen und darum, was man hinter sich lassen möchte. Dadurch wird die Geschichte sehr ruhig und nachdenklich. Gleichzeitig erfährt man einiges über die Rauhnächte, ohne dafür einen klassischen Ratgeber lesen zu müssen.
Die Atmosphäre am winterlichen Meer konnte ich mir sehr schön vorstellen und sie passt gut zu Luises Rückzug. Auch die Freundschaft zu Linh hat mir gefallen, denn obwohl sie nicht bei Luise ist, spürt man ihre Fürsorge immer wieder. Die Geschichte braucht keine große Spannung, sondern lebt vor allem von Luises Gedanken und ihrer langsamen Veränderung.
Mich hat besonders angesprochen, wie viel Raum die Geschichte für Trauer, Schuldgefühle und die Hoffnung auf einen Neuanfang lässt. Nicht jedes Ritual wäre etwas für mich, aber viele der Fragen dahinter fand ich durchaus bedenkenswert. Für mich ist es ein warmherziger und stiller Roman, der sehr gut in die Zeit zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr passt.

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Eine leise Reise zu sich selbst

Tokyo Seasons von Anne Pätzold

Schon der Schauplatz hat mich an diesem Roman besonders angesprochen. Das winterliche Tokio mit seinen Lichtern, verschiedenen Vierteln und kleinen Einblicken in den japanischen Alltag schafft eine ganz eigene Atmosphäre. Dabei ist Caitlyns Aufenthalt viel mehr als eine Reise durch eine fremde Stadt.

Sie sucht nach ihrem Vater, zu dem seit Jahren kein Kontakt mehr besteht, und hofft auf Antworten aus ihrer Vergangenheit.
Ungewöhnlich fand ich die Dating-App, über die Caitlyn zunächst glaubt, Will kennenzulernen. Jede Nachricht muss mindestens 75 Wörter umfassen, wodurch von Anfang an ausführlichere Gespräche entstehen. Als sich herausstellt, dass eigentlich Wills bester Freund Jude mit ihr geschrieben hat, ist ihre Enttäuschung verständlich. Trotzdem verbringen die beiden anschließend Zeit miteinander, denn Jude begleitet Caitlyn durch Tokio und unterstützt sie bei ihrer Suche.
Besonders gefallen hat mir, dass die Liebesgeschichte nicht alles andere verdrängt. Caitlyn und Jude kommen sich langsam näher und lernen dabei auch die verletzlicheren Seiten des anderen kennen. Gleichzeitig spielen Freundschaft, Familie und Zugehörigkeit eine wichtige Rolle. Die Freundesgruppe vermittelt dabei viel Wärme und zeigt, dass Familie nicht unbedingt nur aus Menschen bestehen muss, mit denen man verwandt ist.
Anne Pätzold erzählt ruhig und gefühlvoll und lässt der Entwicklung ihrer Figuren viel Raum. An einigen Stellen hätte die Geschichte für meinen Geschmack etwas mehr Tempo vertragen, denn manche Abschnitte ziehen sich ein wenig. Dafür konnte ich mich sehr gut auf die winterliche Stimmung und Caitlyns persönliche Suche einlassen.
Für mich ist es gerade diese Verbindung aus Tokio, Freundschaft und der Suche nach einem Platz im Leben, die den Roman besonders macht. Die zarte Annäherung zwischen Caitlyn und Jude fügt sich schön darin ein, ohne zu sehr im Vordergrund zu stehen. Ich habe die beiden gern auf ihrem Weg begleitet und mochte vor allem die ruhigen, zwischenmenschlichen Momente.

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Herbstliche Wohlfühlstunden im Café Klein Wien

The Sweet Chestnut Trouble von Sonja Kaiblinger

Schon nach den ersten Seiten habe ich mich im Café Klein Wien wohlgefühlt. Das etwas altmodische Kaffeehaus, seine Stammgäste und nicht zuletzt die beiden Papageien sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre. Dazu kommt das herbstliche Wien, das ich mir beim Lesen wunderbar vorstellen konnte.
Sehr gut gefallen hat mir der Gegensatz zwischen dem traditionsreichen kleinen Café und der modernen Konkurrenz direkt nebenan.

Daraus entstehen einige unterhaltsame Situationen und natürlich spielt auch Finn dabei eine wichtige Rolle. Ihn fand ich anfangs nicht immer sympathisch, doch nach und nach zeigt sich, dass mehr hinter ihm steckt.
Anja mochte ich grundsätzlich ebenfalls gerne, auch wenn sie mir zwischendurch etwas zu schroff war. Andererseits konnte ich verstehen, wie sehr sie an dem Café und den damit verbundenen Erinnerungen hängt.
Besonders gelungen fand ich die Nachrichten, die immer wieder in die Handlung eingebaut werden. Sie bringen eine ganz andere Seite der Figuren zum Vorschein und haben dafür gesorgt, dass ich neugierig geblieben bin, wie sich alles entwickeln wird.
Der Schreibstil liest sich angenehm und leicht, ohne dass die Geschichte für mich zu kitschig wurde. Dazu kommen sympathische Nebenfiguren und immer wieder humorvolle Momente. Insgesamt war es für mich eine schöne, herbstliche Wohlfühlgeschichte mit Wiener Charme, bei der ich bis zum Schluss gerne weitergelesen habe.

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Die eigene Kraft nicht vergessen

Nebel im Kopf - Blei in den Knochen von Vanessa Salzberg

Im Alltag denkt man häufig zuerst daran, was alles erledigt werden muss und wer einen gerade braucht. Dabei kann es leicht passieren, dass die eigenen Bedürfnisse immer weiter nach hinten rutschen. Dieses Buch hat mich deshalb an einigen Stellen sehr nachdenklich gemacht.
Besonders gefallen hat mir, dass Erschöpfung nicht einfach mit Müdigkeit gleichgesetzt wird.

Die verschiedenen Zusammenhänge werden verständlich erklärt und das Ampelsystem fand ich eine sehr anschauliche Möglichkeit, einmal auf die eigene Situation zu schauen. Auch ohne medizinische Vorkenntnisse konnte ich den Ausführungen gut folgen.
Sehr hilfreich fand ich anschließend die vielen kleinen Anregungen für den Alltag. Nicht alles muss gleich eine große Veränderung sein. Kleine Pausen, Bewegung, frische Luft und verschiedene Mini-Routinen lassen sich viel eher ausprobieren, wenn der eigene Tag bereits gut gefüllt ist. Gerade dieser Gedanke hat mir gefallen.
Für mich persönlich war außerdem das Thema Selbstfürsorge wichtig. Wenn man sich viel um einen anderen Menschen kümmert, vergisst man manchmal, dass die eigene Kraft ebenfalls nicht unbegrenzt ist. Das Buch erinnert daran, auch sich selbst Aufmerksamkeit zu schenken und Veränderungen Schritt für Schritt anzugehen. Für mich ist es ein verständlicher und hilfreicher Ratgeber, aus dem ich einiges für meinen eigenen Alltag mitnehmen konnte.

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Stimmen, die Hoffnung geben

Wellenlänge von Wolfgang Böhm

Radio hatte früher einen ganz anderen Stellenwert als heute, und genau das hat mir an diesem Roman besonders gefallen. Wolfgang Böhm verbindet die Geschichte des Rundfunks mit einer persönlichen Geschichte und einem ernsten Kapitel unserer Vergangenheit.
Im Mittelpunkt stehen Felix und die Radiosprecherin Eva.

Zu Beginn der Geschichte ist Felix elf Jahre alt und lebt in Aachen bei seinem Vater, nachdem seine Mutter früh verstorben ist. Er liebt Musik und das Radio und ist besonders von Evas Stimme bei Radio Luxemburg fasziniert. Doch während der Zeit des Nationalsozialismus wird das Hören der sogenannten Feindsender für ihn zunehmend gefährlich. Trotzdem sucht er immer wieder nach Evas Stimme.
Sehr interessant fand ich, wie viel man über die damalige Bedeutung des Radios erfährt. Es war nicht nur Unterhaltung, sondern auch eine wichtige Verbindung zur Außenwelt und bot die Möglichkeit, andere Stimmen als die der nationalsozialistischen Propaganda zu hören. Auch die Verfolgung jüdischer Menschen und der damalige Umgang mit Homosexualität werden thematisiert.
Die Verbindung von Felix und Evas Geschichte mit den historischen Ereignissen ist für mich gut gelungen. An einigen Stellen hätte ich mir bei den Figuren und ihren Entwicklungen allerdings noch etwas mehr Tiefe gewünscht.
Trotzdem ist es ein interessanter und nachdenklich stimmender Roman, der persönliche Schicksale mit Zeit- und Radiogeschichte verbindet. Besonders die Bedeutung, die eine vertraute Stimme in schweren Zeiten haben kann, ist mir im Gedächtnis geblieben.

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Winterzauber und erste große Gefühle

Falling Like Snowflakes von Misty Wilson

Schon das Cover versetzt einen mit Schnee, Lichtern und der winterlichen Gestaltung in die passende Stimmung. Auch die Geschichte selbst fängt diese gemütliche Atmosphäre von Bramble Falls sehr schön ein. Im Mittelpunkt steht Sloane, die eigentlich am liebsten ihre Rom-Coms schauen würde, stattdessen aber mitten in den Vorbereitungen für das Schneeflocken-Festival steckt.

An ihrer Seite sind ihre Cousine Ellis und ihr bester Freund Asher, den sie schon seit ihrer Kindheit kennt. Als dann der charmante Eishockeyspieler Micah Interesse an ihr zeigt, gerät nicht nur Sloanes Gefühlswelt durcheinander. Mir hat besonders die langjährige Vertrautheit zwischen Sloane und Asher gefallen. Die beiden kennen sich so gut, dass ihre Nähe ganz selbstverständlich wirkt, und gerade deshalb ist es schön zu verfolgen, wie Sloane langsam beginnt, ihre Gefühle zu hinterfragen. Asher mochte ich dabei besonders gern. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen gewünscht, dass die beiden offener miteinander sprechen. Das Hin und Her um Micah und die eigenen Gefühle zieht sich stellenweise etwas und Sloane hätte für meinen Geschmack manches früher erkennen dürfen. Diesen Eindruck hatten auch mehrere andere Leserinnen und Leser. Sehr schön fand ich die winterliche Stimmung, die sich durch die Geschichte zieht. Das Schneeflocken-Festival, die verschiedenen Veranstaltungen und das gemeinschaftliche Leben in Bramble Falls schaffen eine Atmosphäre, in die man sich gerade in der Vorweihnachtszeit gern hineinversetzen kann. Der Schreibstil ist leicht und angenehm zu lesen und passt gut zu dieser jungen Liebesgeschichte. Für mich ist es eine warmherzige Friends-to-Lovers-Geschichte über Freundschaft, erste große Gefühle und die Unsicherheit, die entsteht, wenn aus einer vertrauten Beziehung plötzlich mehr werden könnte. Trotz kleiner Längen habe ich Sloane und Asher gern begleitet. Gerade die winterliche Atmosphäre und ihre besondere Verbindung haben mir schöne Lesestunden beschert.

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Ein Kinderbuch, das mich selbst überrascht hat

Das Fundbüro der verlorenen Schätze - Geisterspuk von Mascha Matysiak

Durch meine Enkel habe ich im Laufe der Jahre schon viele Kinderbücher kennengelernt, aber ein Buch nach diesem Prinzip war für mich tatsächlich etwas Neues. Hier wird nicht einfach Seite für Seite gelesen. Die Kinder dürfen mitentscheiden, welchen Weg Paul einschlägt, springen dafür an eine andere Stelle im Buch und können zwischendurch kleine Rätsel lösen.

Diese Idee hat mir ausgesprochen gut gefallen, weil die Kinder beim Lesen immer wieder selbst gefragt sind.
Die Geschichte rund um das verschwundene Geistermädchen Luzi passt wunderbar in die Halloweenzeit. Gemeinsam mit Paul geht es durch den Freizeitpark auf die Suche nach ihr. Dabei wird es zwar ein wenig gruselig, aber die vielen bunten und humorvollen Illustrationen nehmen dem Ganzen für mich viel von seinem Schrecken. Gerade auf den Bildern gibt es einiges zu entdecken. Auch die kurzen Textabschnitte und die große Schrift finde ich für junge Leser sehr angenehm.
Besonders schön ist für mich, dass man das Buch nicht unbedingt nach einem Durchgang zur Seite legen muss. Durch die verschiedenen Möglichkeiten kann man noch einmal einen anderen Weg ausprobieren und schauen, wohin dieser führt. Etwas schade finde ich lediglich, dass es nicht noch häufiger solche echten Entscheidungsmöglichkeiten gibt. Gerade die haben für mich den besonderen Reiz dieses Buches ausgemacht. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dieses ungewöhnliche Leseabenteuer gemeinsam mit meinen Enkeln zu entdecken und dabei wahrscheinlich genauso neugierig auf den nächsten Weg zu sein wie sie.

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Ein Kinderbuch, das mich selbst überrascht hat