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Rezensionen von Piet1990:

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Eine Freundschaft, die lange nachwirkt

Red von Louise Kennedy

„Red“ hat mich wirklich sehr berührt. Róisín und Red lernen sich als Jugendliche in Irland kennen und sind beide auf ihre eigene Art Außenseiter. Obwohl beide aus völlig unterschiedlichen Familien kommen, entsteht zwischen ihnen eine enge Verbindung, die sie über viele Jahre begleitet. Auch dann, wenn sie eigentlich schon längst getrennte Wege gehen.

Besonders stark fand ich, wie ehrlich Louise Kennedy ihre Figuren zeichnet. Red rutscht immer tiefer in Alkohol und Drogen ab, während Róisín versucht, ihren eigenen Platz im Leben zu finden. Ihre Beziehung ist dadurch gleichzeitig schön, traurig, kompliziert und manchmal auch frustrierend. Aber gerade deshalb wirkt sie so glaubwürdig.

Auch das Irland und London der 80er-Jahre werden sehr lebendig. Die Hausbesetzerszene, die sozialen Unterschiede und die politischen Spannungen geben der Geschichte sehr viel Stimmung.

Manche Passagen sind schwer auszuhalten, vor allem weil Reds Selbstzerstörung immer wieder Thema ist. Trotzdem konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, wie es mit den beiden weitergeht.

Fazit:
Ein intensiver, melancholischer und gleichzeitig wunderschöner Roman über Freundschaft, Liebe, Abhängigkeit und das Loslassen. Eine Geschichte, die weh tut, aber genau deshalb lange im Kopf bleibt. Für mich ganz klar 5 Sterne.

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Eine Freundschaft, die lange nachwirkt
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Drei ganz unterschiedliche Leben

Schwestern. Trotz allem von Max Moor

„Schwestern. Trotz allem“ hat mich vor allem durch die Geschichte von Gerti, Rudi und Hansi berührt. Nach dem Verlust ihrer Eltern werden die drei Schwestern voneinander getrennt und wachsen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen auf. Besonders spannend fand ich, wie stark diese frühe Trennung ihr späteres Leben prägt.

Die drei sind sehr unterschiedlich und treffen nicht immer nachvollziehbare Entscheidungen, wirken dadurch aber umso menschlicher. Gleichzeitig bekommt man einen guten Eindruck vom Leben in Österreich in den 50er- und 60er-Jahren und davon, wie eingeschränkt die Möglichkeiten für Frauen damals noch waren.

An den österreichischen Sprachklang musste ich mich anfangs etwas gewöhnen, später fand ich ihn aber sehr passend. Schön fand ich auch das Motiv der drei Knöpfe als Verbindung zwischen den Schwestern.

Fazit:
Eine bewegende Familiengeschichte über Verlust, Zusammenhalt und drei Frauen, die ihren eigenen Weg finden müssen. Ruhig erzählt, aber emotional und sehr lesenswert.

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Drei ganz unterschiedliche Leben
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Düsteres London und echte Spurensuche

Four Heads Missing von Thorsten Schleif

„Four Heads Missing“ hat mich vor allem durch das historische Setting überzeugt. Im viktorianischen London werden mehrere kopflose Frauenleichen gefunden und William Berger und Irene Adams beginnen zu ermitteln. Besonders spannend fand ich dabei, dass der Fall auf historischen Ereignissen beruht und Thorsten Schleif echte Fakten mit einer fiktiven Geschichte verbindet.

Die Atmosphäre ist richtig gut gelungen. Die dunklen Gassen, die Armut auf der einen und der Luxus auf der anderen Seite sowie die Angst vor Jack the Ripper machen das London dieser Zeit sehr greifbar. Auch die Ermittlungsarbeit fand ich interessant, weil eben keine moderne Technik zur Verfügung steht. Stattdessen müssen Will und Irene beobachten, Menschen befragen und kleine Hinweise zusammensetzen.

Der Schreibstil liest sich flüssig und durch die eher kurzen Kapitel wollte ich meistens direkt weiterlesen. Besonders unangenehm - im positiven Sinne - fand ich die kurzen Einblicke in die Gedanken des Täters. Anfangs musste ich mich allerdings erst an die vielen Personen und Zeit-Sprünge gewöhnen, wobei das Personenverzeichnis wirklich hilfreich ist.

Fazit:
Ein spannender und atmosphärischer historischer Thriller, der True Crime und Fiktion gut miteinander verbindet. Vor allem das viktorianische London und die klassische Ermittlungsarbeit haben mir gefallen. Kleine Schwächen gibt es beim Einstieg, insgesamt hat mich der Fall aber sehr gut unterhalten.

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Düsteres London und echte Spurensuche
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Frech, traurig und ganz besonders

Eine kleine Schwindelei von Rosanna Pike

„Eine kleine Schwindelei“ war für mich mal etwas ganz anderes. Die Geschichte spielt in England um 1500 und begleitet Tibb Ingleby, eine junge Landstreicherin, die sich mit viel Mut, Witz und Überlebenskunst durchs Leben schlägt. Schon allein diese Perspektive fand ich ungewöhnlich, weil historische Romane sonst oft ganz andere Figuren in den Mittelpunkt stellen.

Tibb ist für mich ganz klar die Stärke des Buches. Sie ist frech, eigensinnig, manchmal auch ziemlich direkt, aber gerade dadurch wirkt sie lebendig und echt. Man merkt schnell, dass ihr Leben alles andere als leicht ist, trotzdem verliert die Geschichte nie komplett ihre Leichtigkeit. Diese Mischung aus Humor, Tragik und rauer Realität hat mir gut gefallen.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und hat einen eigenen Ton. Es gibt viele bildhafte Szenen, aber das Buch wirkt dabei nicht trocken oder schwer. Die Zeit, in der Tibb lebt, wird sehr anschaulich dargestellt, ohne dass man das Gefühl hat, eine Geschichtsstunde zu bekommen.

Nicht alles hat mich gleich stark gepackt, und an manchen Stellen war mir die Geschichte etwas zu sprunghaft. Trotzdem bleibt Tibb als Figur im Kopf, und genau das macht das Buch für mich besonders.

Fazit:

Ein ungewöhnlicher historischer Roman mit einer starken, frechen Hauptfigur und viel Herz. Wer Lust auf eine Geschichte abseits der üblichen historischen Romane hat, sollte „Eine kleine Schwindelei“ auf jeden Fall eine Chance geben.

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Frech, traurig und ganz besonders
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Leise Freundschaft in dunkler Zeit

Leuchtende Schatten von Iris Wolff

„Leuchtende Schatten“ ist ein sehr ruhiger, fein erzählter Roman über Freundschaft, Verlust und das Erwachsenwerden in einer schwierigen Zeit. Im Mittelpunkt stehen Ella und Harriet, deren Verbindung in Siebenbürgen während des Zweiten Weltkriegs entsteht. Gerade diese Freundschaft hat mir gut gefallen, weil sie nicht übertrieben dramatisch erzählt wird, sondern leise und glaubwürdig wächst.

Iris Wolffs Schreibstil ist sehr poetisch und bildhaft. Man muss sich auf die ruhige Art des Erzählens einlassen, dann entfaltet das Buch eine besondere Stimmung. Die Atmosphäre in Hermannstadt und die Unsicherheit der Kriegszeit sind deutlich spürbar, ohne dass die Geschichte zu schwer oder überladen wirkt.

Das Cover mit den Schattenmorellen finde ich sehr passend und schön gestaltet. Es verrät nicht zu viel, fängt aber die stille, etwas melancholische Stimmung gut ein.

Manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht, denn die Handlung bleibt insgesamt eher leise. Trotzdem hat mich das Buch berührt, weil es die großen Themen Freundschaft, Liebe und Verlust sehr fein erzählt.

Fazit:
Ein stiller, atmosphärischer Roman mit schöner Sprache und viel Gefühl. Wer ruhige Geschichten mit historischem Hintergrund mag, wird hier sicher eine besondere Lektüre finden.

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Cowboy-Vibes mit viel Humor und Gefühl

The Brave and the Reckless von Dilan Dyer

„The Brave and the Reckless“ hat mich vor allem durch das Setting neugierig gemacht. Eine Romance in einem Western-Themenpark? Das klang erst mal ungewöhnlich, hat für mich aber richtig gut funktioniert. Bravetown wirkt beim Lesen wie eine eigene kleine Welt mit Shows, Kostümen, kleinen Details und ganz viel Cowboy-Atmosphäre.

Esra war mir schnell sympathisch. Sie ist selbstbewusst, manchmal etwas impulsiv, aber gerade dadurch auch sehr lebendig. Noah mochte ich nach und nach immer mehr, auch wenn ich nicht jede seiner Handlungen sofort verstanden habe. Die Dynamik zwischen den beiden hat mir gut gefallen: viele Sticheleien, Wortgefechte und dieses typische Enemies-to-Lovers-Knistern.

Der Schreibstil ist locker, humorvoll und sehr flüssig. Ich bin schnell durch die Seiten gekommen und hatte Spaß beim Lesen. Besonders die Dialoge haben für mich gut funktioniert. Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass mir der Spice gegen Ende stellenweise ein bisschen zu viel geworden ist

Fazit:
Ein unterhaltsames, witziges und romantisches Buch mit tollem Western-Setting und sympathischen Figuren. Nicht perfekt, aber ein schöner Wohlfühlroman für alle, die Cowboy-Vibes, Humor und eine ordentliche Portion Knistern mögen.

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Melancholisch, warm und sehr gefühlvoll

Dem Meer entgegen von Lidija Hilje

„Dem Meer entgegen“ ist für mich kein typischer leichter Sommerroman, auch wenn Cover, Titel und das kroatische Setting das zunächst vermuten lassen. Die Geschichte rund um Ivona ist viel ernster und emotionaler, als ich erwartet hatte. Sie steht Ende 30 an einem Punkt, an dem vieles in ihrem Leben anders gelaufen ist als erhofft: ihre Ehe mit Vlaho ist gescheitert, alte Gefühle sind trotzdem noch da, und auch der Wunsch nach Familie spielt eine große Rolle.

Besonders gut gefallen hat mir die Atmosphäre. Kroatien, das Meer, die Hitze, der Olivenhain und die Familiengeschichte wirken sehr lebendig, ohne dass es überladen ist. Man spürt beim Lesen diese Mischung aus Sehnsucht, Schmerz und Hoffnung.

Der Schreibstil ist ruhig, poetisch und sehr einfühlsam. Die Geschichte nimmt sich Zeit, was gut zu Ivonas innerem Weg passt. Manchmal war es mir ein kleines bisschen zu langsam, aber insgesamt hat mich gerade diese leise Art berührt.

Fazit:
Ein gefühlvoller, melancholischer Roman über Liebe, Verlust und die Frage, ob man sich selbst noch einmal neu finden kann. Wer ruhige Geschichten mit viel Gefühl und schönem Setting mag, wird hier sicher gut abgeholt.

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Melancholisch, warm und sehr gefühlvoll
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Ein schönes Buch über das Anderssein

Die Anderen von Kobi Yamada

„Die Anderen“ ist ein wirklich besonderes Bilderbuch, das ein wichtiges Thema sehr ruhig und kindgerecht erzählt. Zwei Kinder stehen an einer hohen Hecke und machen sich Gedanken darüber, wer wohl auf der anderen Seite lebt. Sind „die Anderen“ wirklich so anders? Oder haben sie vielleicht ähnliche Gefühle, Ängste und Wünsche wie wir?

Mir hat besonders gut gefallen, wie einfach die Geschichte erzählt ist und wie viel trotzdem dahintersteckt.

Das Buch spricht über Vorurteile, Ausgrenzung, Neugier und Empathie, ohne belehrend zu wirken. Gerade dadurch eignet es sich super, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen. Man kann gemeinsam überlegen, warum wir manchmal vorschnell über andere urteilen und warum es sich lohnt, genauer hinzuschauen.

Auch die Illustrationen fand ich wunderschön. Sie sind liebevoll, hochwertig und passen sehr gut zur Stimmung des Buches. Die große Hecke als Symbol finde ich sehr gelungen, weil sie sofort verständlich macht, worum es geht: um Grenzen im Kopf und darum, sie zu überwinden.

Für sehr kleine Kinder braucht es vielleicht etwas Begleitung, damit die Botschaft wirklich ankommt. Aber genau das macht das Buch für mich auch wertvoll: es lädt zum gemeinsamen Lesen und Reden ein.

Fazit:

Ein wunderschön gestaltetes Bilderbuch mit einer wichtigen Botschaft. „Die Anderen“ zeigt auf einfache, aber berührende Weise, dass Unterschiede oft kleiner sind, als wir denken. Eine klare Empfehlung für Familien, Kitas und alle, die Kindern Empathie und Offenheit näherbringen möchten.

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Ein schönes Buch über das Anderssein
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Gefühle spielerisch entdecken

Play+ Mein lustiges Spielbuch Wut im Bauch - ab 2 Jahre von Maria Höck

„Play+ Mein lustiges Spielbuch – Wut im Bauch“ ist ein wirklich schönes Mitmachbuch für kleine Kinder. Das Thema Gefühle finde ich gerade in dem Alter super wichtig, weil Kinder oft noch gar nicht richtig benennen können, was in ihnen los ist. Genau da setzt das Buch gut an: Es zeigt verschiedene Gefühle auf einfache und spielerische Weise.

Besonders gut gefallen hat mir die interaktive Idee mit den Chips. Kinder können nicht nur zuhören oder Bilder anschauen, sondern selbst mitmachen und Gefühle zuordnen. Das macht das Buch lebendig und sorgt dafür, dass man ganz automatisch miteinander ins Gespräch kommt. Auch die Illustrationen sind sehr süß, bunt und kindgerecht, ohne zu überladen zu wirken.

Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich, dass die Umsetzung an manchen Stellen noch etwas runder hätte sein können. Teilweise hätte ich mir noch ein bisschen mehr Erklärung oder Tiefe gewünscht, damit die Gefühle noch klarer greifbar werden. Trotzdem funktioniert das Buch insgesamt sehr gut und macht Kindern Spaß.

Fazit:
Ein liebevoll gestaltetes, interaktives Buch über Gefühle, das Kindern hilft, Wut und andere Emotionen besser zu verstehen. Nicht perfekt, aber sehr sinnvoll und schön gemacht – besonders zum gemeinsamen Anschauen und Besprechen.

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Gefühle spielerisch entdecken
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Ruhiger Krimi mit tollem Ermittler

Ein unglücklicher Tod von Peter Grainger

„Ein unglücklicher Tod“ ist kein Krimi, der mit viel Action oder brutalen Szenen arbeitet. Und genau das fand ich angenehm. Im Mittelpunkt steht DC Smith, ein Ermittler, der eigentlich schon Richtung Ruhestand geschoben werden soll, aber noch lange nicht fertig ist. Als ein 17-jähriger Junge bei einem vermeintlichen Badeunfall stirbt, sieht zunächst alles nach Alkohol, Drogen und jugendlichem Leichtsinn aus.

Doch Smith merkt schnell, dass an der Sache etwas nicht stimmt.

Mir hat besonders gefallen, wie ruhig und gründlich ermittelt wird. Es geht viel um Akten, Gespräche, Beobachtungen und kleine Ungereimtheiten. Das klingt vielleicht unspektakulär, liest sich aber sehr gut und es macht Sinn. DC Smith ist für mich die große Stärke des Buches: eigenwillig, scharfsinnig, manchmal trocken im Humor, aber auch sehr menschlich. Auch das Zusammenspiel mit seinem jungen Kollegen Chris Waters fand ich gelungen, weil sich daraus nach und nach ein interessantes Team entwickelt.

Der Schreibstil ist angenehm, klassisch und unaufgeregt. Man muss allerdings wissen, dass die Spannung eher langsam aufgebaut wird. Wer rasante Thriller erwartet, könnte das Buch zu ruhig finden. Für mich passte dieses Tempo aber gut zur Geschichte.

Fazit:
Ein klassischer, intelligenter Krimi mit einem starken Ermittler und viel altmodischer Ermittlungsarbeit. Nicht reißerisch, sondern ruhig, glaubwürdig und sehr lesenswert. Besonders für alle, die britische Krimis mit Köpfchen mögen.

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Ruhiger Krimi mit tollem Ermittler