Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ecinev:
Der Weg ist das Ziel
Sunbirds von Penelope Slocombe
Torran, Sohn von Anne und Robert wird seit nunmehr 7 Jahren vermisst. Er spazierte aus einem Hotel in Indien und ward nicht mehr gesehen. Während Robert sich inzwischen mit dem Tod des Sohnes abgefunden hat, gibt Anne die Hoffnung nicht auf ihren Sohn wieder zu finden. Sie ist inzwischen schon Monate selbst in Indien.
Die Cousine von Torran, Journalistin, hat dagegen neue Hinweise bekommen von einer ehemaligen Indien Aussteigerin. Sie reist ebenfalls nach Indien um mit Anne gemeinsam auf die Suche zu gehen. Doch möchte Torran überhaupt gefunden werden?
In den 70er Jahren haben sich viele junge Menschen auf den Weg in das Land gemacht und leben teilweise noch heute der Wirklichkeit entrückt ein glückliches Leben. Mit traumhaften Schilderungen wird die lange Wanderung in ein abgelegenes Tal im Himalaya geschildert und die vorsichtige Annäherung der beiden Frauen die sich nichts mehr zu sagen hatten. Es ist ein Buch der ruhigen Worte und einem offenen Ende. Denn ausgezogen den vermissten Sohn zu finden, findet Anne am Ende ihren eigenen Weg.
Beindruckende Frau
In uns der Ozean von Theresia Graw
Rachel Carsons größter Traum ist es am Meer zu leben und zu studieren. Doch kurz nachdem sie die Möglichkeit erhalten hat in Maine zu studieren, verändert ein Schicksalsschlag ihre Zukunft. Statt zu promovieren ist sie gezwungen zu arbeiten und die Familie zu ernähren. Durch ihre Arbeit bei der Fischereibehörde kommt sie an einen Job Geschichten fürs Radio zu schreiben.
Diese sind sehr erfolgreich doch als Frau im Jahre 1930 damit leben zu können undenkbar. Durch ihren für Laien verständlichen Schreibstil wird sie bekannt und veröffentlicht ihr erstes Buch. Der Erfolg wird jedoch durch den Beginn des Krieges ausgebremst.
Durch harte Arbeit gelingt es ihr am Ende in einem Haus am Meer zu leben und zu forschen obwohl sie es nie geschafft hat zu studieren. Ihre Bücher werden zu einem Welterfolg und rütteln letztendlich auch die Politik auf was zum weltweiten Verbot des Insektizits DDT führt.
Mir war der Name bislang nicht bekannt, das Buch jedoch hat mich vollends gefessekt. Lebendig in Romanform wird hier die beeindruckende Lebensgeschichte von Rachel Carson beschrieben, die nie aufgegeben hat für eine bessere Welt zu kämpfen.
Ein Buch als Medizin
Die geheime Sehnsucht der Bücher von Nina George
die 12jährige Frankie, so nennt sie ihre Mutter obwohl sie das gar nicht mag, muss in ihren jungen Jahren schon viel Verantwortung übernehmen denn ihre Mutter ist depressiv. Frankie flüchtet sich in Bücher und Lügen die sie Tagträume nennt. Eines Tages erfährt sie von Monsieur Perdu der mit seinem Bücherschiff wieder in Paris ist.
Sie sucht ihn auf und möchte beim ersten Mal am liebsten gleich wieder flüchten bis sie langsam Vertrauen zu Monsieur Perdu und der Auszubildenden Pauline findet. So erfährt sie dort Bücher als Heilmittel der Seele zu betrachten.
Monsieur Perdu gelingt es langsam Zugang zu Frankie und ihrer Mutter herzustellen und führt sie langsam wieder auf den richtigen Weg damit sie endlich wieder das Kind sein darf was sie sein möchte ohne Verantwortung. Auch er lernt vieles dabei und begibt sich auf digitale Abenteuer.
Ein Roman wie ein Heilmittel, eindrucksvoll und poetisch wird die Geschichte geschildert. Obwohl ich den ersten Teil nicht kenne, bin ich gut in die Geschichte hereingekommen. Auch der Humor bleibt nicht auf der Strecke.
Brandheiß
Devil's Kitchen von Candice Fox
Die New Yorker Feuerwache 'Engine 99' wird für ihre Einsätze wie Helden gefeiert. Was keiner ahnt, die Crew legt die Brände selbst um in dem entstandenen Chaos Einbrüche und Diebstähle zu begehen. Andy Nearland, eine freiberufliche Ermittlerin wird undercover eingeschleußt um den Machenschaften auf die Schliche zu kommen.
In der Männerwelt ist das nicht leicht, es gibt auch nur ein Mitglied zu dem sie Sympathie empfindet. Doch für ihre Ermittlungen ist das Spiel brandgefährlich.
Ein typisches Buch für die australische Schriftstellerin Candice Fox mit ihren außergewöhnlich, schrägen Protagonisten. Leider konnte ich dieses Mal keine große Sympathie für Andy und Ben empfinden. Auch wirkt die Handlung etwas unglaubwürdig.
Der Schreibstil ist wie gehabt gut wirkt aber irgendwie nicht so lebendig und richtige Spannung kommt auch nicht auf. Schade, die anderen Bücher der Autorin haben mir mit ihren schrägen Charakteren eindeutig besser gefallen.
Verwirrend und spicy
Ruthless Creatures von J. T. Geissinger
Vor 5 Jahren verschwindet Nathalies Verlobter spurlos kurz vor der Hochzeit. Zurück bleibt die verwirrte Nathalie die das ganze noch immer nicht begreift und an der Vergangenheit festhält. Sie hat nie die Hoffnung verloren, dass er wieder auftaucht. Bei einem Mädelsabend mit ihrer Freundin Sloane 5 Jahre später lernt sie den geheimnisvollen Kage kennen und es knistert gewaltig zwischen den beiden.
Neben der prickelnden Liebegeschichte zwischen Nathalie un Kage und harmlosen Mädelsgesprächen geht es um Mafia, Schuldeneintreiber und Kopfgeldjägern. Eine verwirrende Mischung in einem recht tempreichen Roman die überwiegend aus der Sicht von Nathalie erzählt wird.
Der Klappentext hat mich angesprochen ich merkte jedoch recht schnell, dass ich eindeutig nicht zur Zielgruppe gehöre. Richtig spannend wird es erst zum Ende hin während es im Mittelteil etliche Längen gibt.
Abwechslungsreich
Die Bucht von Liz Webb
Nancy und ihr Freund Calder wagen einen Neuanfang auf einer abgelegenen schottischen Insel in dem alleinstehenden Cottage von Calders verstorbener Mutter. Das Klima ist rau, die wenigen Bewohner eher abweisend der Pfarrer erweist sich als anhänglich und geheimnisvoll. Nach kurzer Zeit erleidet Calder einen schweren Unfall und stürzt in die eiskalte Nordsee.
Wundersamerweise gelingt die Rettung und Calder kehrt buchstäblich von den Toten zurück. Doch er ist nicht mehr derselbe und die Beziehung gerät in Schieflage. Auch Nancy hat ein Geheimnis dass sie vor Calder verborgen hält.
Zu Beginn ist es eher eine ruhige Story mit den nötigen Spannungselementen rund um die dramatische Rettung von Calder. Nur langsam findet sich Nancy in der Dorfgemeinschaft zurecht wo scheinbar jeder eine Leiche im Keller hat. Zum Ende hin gibt es so viele Wendungen dass man am Ende fast den Überblick verliert. Für mich schon ein bisschen zu dick aufgetragen.
Der Schreibstil ist lebendig, die unwirkliche Landschaft der Insel wird gut dargestellt, die Personen wirken teilweise etwas hölzern. Aus dem ruhigen Beginn wurde zum Ende hin noch ein hochspannender Roman.
Sommer in Alaska
Kodiak Echoes – Hide me von Julia Pauss
Brynn Callahan arbeitete als Software Entwicklerin bei einem bekannten Tech Unternehmen bis sie entdeckt, dass ihr Chef in einem Menschenhändlerring verwickelt ist. Jetzt muss sie Hals über Kopf ihr bisheriges Leben, ihre Freunde, ihre Familie verlassen und wird zu ihrem Schutz in ein Zeugenschutzprogramm gesteckt.
Ausgerechnet die Kleinstadt Echo Grove auf Kodiak Island, Alaska soll ihrer neuen Identität Schutz bieten. Doch das Leben ist nicht leicht in der Kleinstadt, die Bewohner jedem neuen Einwohner skeptisch bis feindselig. Dazu kommen die häufigen Panikattacken die Blair, alias Brynn das Leben zur Hölle machen. Erst nach und nach gelingt es ihr ihren unsympatischen Nachbarn Archer Flint aus der Reserve zu locken und sich in ihn zu verlieben.
Der Einstieg ist nicht leicht und Blair kann einem schon leidtun. In einer fremden Kleinstadt, einer Bruchbude als neue Wohnung, einen Job in einem Cafe den sie noch nie ausgeübt hat und als angedachte Geschichte ein Geologie Studium von dem sie keine Ahnung hat. Außerdem ist sie noch immer in Sorge, ihr Ex-Chef könnte sie umbringen. Sie fühlt sich immer stärker zu ihrem Nachbarn hingezogen, eine Verbindung die nicht sein darf wenn sie ihren Schutz nicht aufs Spiel setzen will.
Im weiteren Verlauf überschlagen sich die Ereignisse und werden teilweise etwas wirr mit all ihren Wendungen. Der Schreibstil im späteren Teil aus Sicht von Brynn und Archer ist packend und lebendig. Die Personen, auch die indigene Bevölkerung Alaskas werden gut beschrieben.
Interessante Mischung
Nowhere Heart Land von Emily Marie Lara
Rosa hat es nach der Schule nach London verschlagen sie arbeitet bei einer Agentur. Als sie bei einem Vortrag den sie gemeinsam mit einem Kollegen hält diesem voller Wut ins Gesicht schlägt, wird sie beurlaubt. Gleichzeitig erhält sie einen Anruf der deutschen Pflegeeinrichtung in der ihre demente Oma lebt.
Also reist sie nach Deutschland um das Haus der Oma zu Geld zu machen. Dort stößt sie auf viele Erinnerungsstücke ihrer eigenen Kindheit in einem Klosterinternat in dem auch ihre Mutter war die leider schon früh verstorben ist. Ihre beste Freundin ist in den sozialen Medien sehr stark, behandelt Rosa jedoch als jemand völlig Fremden.
Eine eigenartige Mischung die in diesem Buch beschrieben ist. Insgesamt springen die Themen in diesem Buch sehr stark was es nicht einfach macht den Überblick zu behalten. Der Schreibstil ist ruhig und einfühlsam. Trotz der überschaubaren Seitenzahl hat das Buch etliche Längen und die Sprunghaftigkeit der Themen machen die Lektüre nicht leicht.
indigene Familiensaga
Beeren pflücken von Amanda Peters
Im Sommer 1962 kommt eine Familie der Mi‘kmaq in Maine an um auf den Feldern Blaubeeren zu pflücken. Einige Tage später verschwindet die 4-jährige Ruthie spurlos. Die Familie zerbricht an dem Verlust des Mädchens und später auch an dem Tod des ältesten Bruders nach einer Auseinandersetzung.
In dieser Zeit wächst das Mädchen, Norma, wohlbehütet bei einer einfachen Familie auf.
Sie hat oftmals Träume und fragt sich, warum ihre Hautfarbe so anders ist wie die ihrer Eltern. Lange ist sie mit den Antworten, etwa einem südländischen Großvater zufrieden. Wenn eine Lüge solange erzählt wird, wird sie zur Wahrheit.
Erzählt wird diese Familiensaga aus Sicht des jüngsten Sohnes der Mi‘kmaq Familie, Joe, der nach Jahren der Abwesenheit sterbenskrank zur Familie zurück kehrt und aus Sicht von Norma die sich langsam gegen die übermäßige Behütung ihrer Familie wehrt. Schnell wird klar, wer Norma wirklich ist was der Erzählung jedoch nicht schadet. Man hofft auf ein Happy End.
Der Schreibstil ist ruhig, die Personen und Gegebenheiten der 1960er Jahre an der amerikanischen Ostküste mit den Benachteiligungen der indigenen Bevölkerung werden gut beschrieben. Man ist gleich mitten im Geschehen und fast traurig wenn das Buch fertig ist.
Ein eindrucksvolles Debüt der kanadischen Schriftstellerin Amanda Peters die selbst vonMi‘kmaq stammt. Ich hoffe auf weitere Bücher von ihr.
Altersweise
Flusslinien von Katharina Hagena
Die 102 jährige Margrit lebt in einer Hamburger Senioren Residenz. Jeden Tag läßt sie sich von dem jungen Fahrer Artur zu den Römischen Gärten am Elbufer fahren und sinniert dort über ihr langes erfülltes Leben als Stimmbildnerin und ihre verstreute Familie.
In weiteren Abschnitten geht es um den Fahrer Artur der Sprachen für Phantasie Filme erfindet und das Verschwinden seines Zwillingsbruders Theo nie verwunden hat.
Außerdem gibt es da Luzie, die 18 jährige Enkelin von Margrit die nach einem traumatischen Erlebnis in Australien bei ihrem Vater zurück nach Hamburg zur Mutter geht und oft bei Margrit weilt.
Luzie hat gerade die Schule abgebrochen und möchte Tätowiererin werden. Margrit bietet ihr an, an ihr zu üben. Da die Ewigkeit die so ein Tattoo auf dem Körper bleibt bei ihr eher überschaubar ist.
Die Themen des Buches sind breit gefächert und irgendwie von jedem nur ein bisschen. Breiten Raum nimmt das Altern und Erinnern ein, aber auch Verlust und Trauma Bewältigung. Der Schreibstil ist ruhig, über manche Teile des Buches fast zu ruhig. Die Personen werden gut beschrieben und das zunächst etwas merkwürdige Detail des Tätowierens gewinnt zum Ende hin an Bedeutung.











