Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Romy:
Zufall, Schicksal oder Magie?
Monoloco von Susann Blum
Auf etwas unkonventionelle Art und Weise lernt die Hauptfigur Mailyn in der Bahn Aron kennen. Sofort wird klar, dass das Interesse aneinander gleichermaßen auf beiden Seiten besteht und das, obwohl Mailyn verheiratet ist. Zufällig treffen die Freundesgruppen der beiden in der Bar „Monoloco“ aufeinander und aus zwei kleinen Cliquen wird eine große.
Nachdem Aron auf mysteriöse Art verschwindet, macht sich die ganze Gruppe auf, ihn zu finden.
Ich fand das Buch aufgrund des lockeren Schreibstils und der kurzen Länge sehr kurzweilig zu lesen. Leider blieben die meisten der Charaktere für mich eher blass. Nichtsdestotrotz hat mir die Dynamik in der Freundesgruppe sehr gut gefallen. Nachdem mich das Kennenlernen von Mailyn und Aron ganz zu Beginn zum Lachen gebracht hat, war ich auf eine lockere, humorvolle Lektüre eingestellt. Die Geschichte hat sich jedoch in eine andere Richtung entwickelt, als ich es erwartet hatte. Statt locker und humorvoll, war die Handlung eher dramatisch. Wie mit dem Thema häusliche Gewalt und Untreue umgegangen wurde, fand ich leider zu sehr „an der Oberfläche gekratzt“. Ehrlich gesagt hat mich auch die Spiritualität in dem Roman ein wenig gestört. Ich persönlich fand es in dem Gesamtkonzept der Geschichte nicht so stimmig und es hat einfach nur unrealistisch auf mich gewirkt. Vielleicht hätte das Buch auch einige Seiten mehr benötigt, um diese Idee weiter zu entwickeln. Auch der Höhepunkt und das Ende kamen für mich etwas zu unvermittelt. Als ich das Nachwort der Autorin zum Hintergrund des Romans las, konnte ich Ihre Motive jedoch besser nachvollziehen und ihre persönlichen Erfahrungen haben mich berührt. Angesichts dieser autobiographischen Elemente konnte ich die Geschichte nochmal aus einer anderen Perspektive sehen. Außerdem konnte ich vor allem zum Ende des Buches hin einige tiefgründige Gedanken zu Freundschaft und dem Leben allgemein mitnehmen.
Das Cover des Buches finde ich persönlich auch nicht so gut getroffen. Abgesehen von dem Zug im Hintergrund konnte ich auch keinen Bezug zu der Geschichte herstellen.
Fazit: Ich hätte mir ein paar (hundert) Seiten mehr gewünscht, da ich glaube, dass die Geschichte dadurch noch ein wenig ausgereifter hätte sein können. Dennoch haben mir der Schreibstil und auch einige Lebensansichten aus dem Buch gut gefallen.
Das fehlende Puzzleteil...
Das größte Rätsel aller Zeiten von Samuel Burr
Clayton Stumper wird als Säugling vor der Tür einer Gemeinschaft von schrulligen Rätselmachern ausgesetzt und von deren Vorsitzenden, Pippa Allsbrook, wie ihr eigenes Kind aufgezogen. Fünfundzwanzig Jahre später, nach Pippas Tod, wird Claytons Bedürfnis, seine wahre Herkunft aufzudecken, immer größer.
Anhand der Rätsel, mit denen Pippa ihm den Weg leitet, macht er sich auf die Suche nach seinen Wurzeln und lernt dabei besondere Menschen und vor allem sich selbst kennen.
In abwechselnden Kapiteln wird die Geschichte einerseits in der Vergangenheit aus Pippa Allsbrooks Sicht und andererseits in der Gegenwart aus Clayton Stumpers Sicht erzählt, bis beide Handlungsstränge gemeinsam Stück für Stück das fehlende Puzzleteil von Claytons Herkunft offenlegen. Auch wenn das Buch aus meiner Sicht keine rasanten Wendungen oder einen großen Spannungsaufbau hat, haben mich die kurzen Kapitel aus wechselnder Sicht und die liebevoll gestalteten Charaktere davon abgehalten das Buch aus der Hand zu legen.
Während einige Charaktere der Rätselgemeinschaft eher blass bleiben, habe ich die Hauptcharaktere Pippa und Clayton sowie ein paar Nebenpersonen sehr schnell liebgewonnen. Mit seinem besonderen, kreativen und präzisen Schreibstil hat es Samuel Burr geschafft, mir stets ein plastisches Bild der Charaktere vor Augen zu zaubern.
Wie ein roter Faden ziehen sich die kleinen Rätsel durch das Buch und sind durchaus auf einem Niveau, dass man sie als Normalsterblicher (und ohne ein Rätselmacher zu sein) lösen kann. Falls man selbst nicht direkt auf die Lösung kommt, werden die Rätsel innerhalb der Geschichte aufgelöst. Sehr schön fand ich auch, dass die Kapitel aus Claytons Sicht mit einem Worträtsel aus Pippas Kreuzworträtsel beginnen und die Antwort immer mit dem aktuellen Kapitel und Claytons Erfahrungen und Erkenntnissen in Verbindung stehen.
Fazit: eine atmosphärische, cozy Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe, die meine Erwartungen nach spannungsvollen und mysteriösen Elementen jedoch nicht ganz erfüllt hat.



