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Rezensionen von nessabo:

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Gut geschriebene Geschichte, aber die Protagonistin hat mich leider einfach nur deprimiert

Was glänzt, verschwindet mit uns von Caro Reichl

Ich bin voller Erwartungen in diesen Roman gegangen und er hat sich zu Beginn auch vielversprechend gelesen. Dann aber fand ich die Hauptfigur so unfassbar deprimierend und wenig nachvollziehbar, dass ich mich eher geärgert habe.

Nola ist Psychotherapeutin und kommt mit dem Tod ihrer älteren Schwester nicht gut zurecht.

Sie flüchtet sich in ihre Arbeit, verleugnet die Realität, entwickelt eine regelrechte Obsession für einen ihrer Patienten (den sie schon zu Schulzeiten kannte und gut fand) und befindet sich zunehmend in einem hochgradig depressiven Zustand, den ich persönlich schwer auszuhalten fand. Ihre Partnerschaft erscheint auch einfach grundlegend furchtbar, distanziert und unnötig, ich konnte sie null nachvollziehen. Besonders über ihre Rolle als Therapeutin habe ich mich sehr geärgert, weil sie meiner Meinung nach komplett unverantwortlich mit ihren Patient*innen umgeht und sich im Verlauf der Handlung auf kontrollierende und manipulative Art in deren Leben einmischt. Auch die Katze ihrer Schwester, um die sie sich kümmern wollte, vernachlässigt sie auf die verheerendste Art und Weise.

Der Roman ist sehr zugänglich und leicht lesbar geschrieben, ich habe mich auch nicht großartig gelangweilt. Doch für mich persönlich war Nola als Hauptfigur einfach zu problematisch, zu selbstbemitleidend, zu übergriffig. Ein Trauerprozess ist natürlich extrem individuell, aber ich komme mit derartigen Charakteren, die sich auch völlig von anderen isolieren, einfach nicht zurecht. Und über meinen Ärger hinaus konnte ich mich leider auch nicht in die Protagonistin einfühlen und entsprechend kein Mitgefühl für sie aufbringen. Dennoch finde ich, dass der psychische Extremzustand authentisch beschrieben wurde.

Menschen, die genau solche schwierigen Figuren mögen und sich gerne von ihnen herausfordern lassen, könnten in diesem Buch etwas sehr Passendes finden, denn literarisch finde ich es durchaus gut. Und sicherlich ist es auch hilfreich mit einer mutmaßlich schwer depressiven Hauptfigur umgehen zu können. Mich hat der Roman leider sehr runtergezogen und er wird mir damit vermutlich auch nicht im Gedächtnis bleiben.

2,5 Sterne

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Gut geschriebene Geschichte, aber die Protagonistin hat mich leider einfach nur deprimiert
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Krimikomödie voller emotionaler Situationskomik und mit einer herzzerreißenden Relevanz

Ein Mann zum Vergraben von Alexia Casale

[TW: häusliche Gewalt]

Ich war zu Beginn etwas unsicher, ob mir das Buch mit seiner Krimi-Komponente zu viel ist, weil ich bzgl. Gewaltverbrechen extrem sensibel bin. Und obwohl es natürlich um Totschlag geht, bin ich beeindruckt davon, mit welchem Humor ein so relevantes Thema hier behandelt wird.

Eigentlich geht es Alexia Casale nämlich vor allem darum, das Thema häusliche Gewalt, ganz besonders im Kontext der Corona-Lockdowns, niedrigschwellig an die Menschen zu bringen. In ihrer Arbeit hatte sie nämlich oft das Gefühl, nicht genügend zu erreichen, weil Menschen die patriarchale Gewalt an Frauen und Mädchen (bzw. natürlich FLINTA) zu sehr als „Privatsache“ ansehen und weniger als ein strukturelles Problem. Besonders diese Einordnung im Nachwort der Autorin hat mich emotional noch einmal extrem erschüttert und macht den Roman zu einer klaren Empfehlung.

In „Ein Mann zum Vergraben“ begleiten wir vier Ehefrauen (und zum Teil deren Töchter) verschiedener Schichten und race. Zwei waren einmal befreundet, alle anderen kennen sich gar nicht. Bis sie alle ihre gewalttätigen Männer umbringen und zufällig aufeinanderstoßen. Es formt sich ein ganz besonderer Club, der geprägt ist von bedingungsloser Solidarität und Freundinnenschaft. <3

Begleitet von allerlei Widrigkeiten, die an Situationskomik kaum zu übertreffen sind, müssen sie nun nicht nur vier Leichen beseitigen, sondern sich auch einen plausiblen Grund für das Verschwinden ihrer Männer einfallen lassen.

Ich mochte besonders, dass es hier überhaupt nicht darum geht, (tödliche) Gewalt als etwas Lustiges darzustellen. Stattdessen macht der Roman Raum für moralische Fragen. Welche Optionen haben Frauen, die unter der Gewalt ihrer Ehemänner leiden? Wenn die ihre Töchter zwangsverheiraten wollen? Oder sogar das Leben der Kinder bedrohen? Was, wenn aufgrund eines Lockdowns die sowieso begrenzten Hilfsangebote noch weiter beschränkt werden? Können wir als Leser*innen ihre Erleichterung nachvollziehen?

Der Humor des Romans ist ein schwarzer, doch er nimmt dem Thema nie die Ernsthaftigkeit. Casale ist es dabei gelungen zu transportieren, dass patriarchale Gewalt unabhängig von religiösen und kulturellen Einflüssen überall zu finden ist ohne dabei z. B. rassistische Stereotype zu bedienen. Ebenfalls schafft es die Autorin, die emotionale Ambivalenz der Frauen nach der Tat abzubilden. Die Krimi-Aspekte finde ich so reduziert beschrieben, dass der Roman auch von sensibleren Gemütern gelesen werden kann. Die deutsche Übersetzung war an einigen Stellen etwas holprig, das ist aber mein einziger Kritikpunkt.

Ich gehe bedrückt, aber auch bestärkt aus der Lektüre hervor. Mein Herz bricht für all die Gewalt, die FLINTA weltweit besonders in ihren Beziehungen ertragen müssen. Solange sich nichts grundlegend ändert, bleibt uns zumindest die Solidarität untereinander. Und das ist eindeutig die große Stärke des Romans.

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Krimikomödie voller emotionaler Situationskomik und mit einer herzzerreißenden Relevanz
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Eine Essaysammlung mit radikalen Gedankengängen, vielen Anekdoten und wichtiger Systemkritik

Potenziell furchtbare Tage von Bianca Jankovska

Dieses Sachbuch ist sicherlich nicht jedermenschs Geschmack, dafür ist die direkte Art Jankovskas wohl einfach zu unkonventionell. Wer in der Lage ist, die persönlichen Erfahrungen und Gedanken der Autorin von sich selbst zu trennen, kann hier aber gute Anstöße bekommen.

Ich mochte die etwas rotzige Schreibweise der Autorin, ebenso wie ihre fundamentale Systemkritik - auch, wenn ihre Lösungsvorschläge und -ideen sicherlich diskutiert werden können (nichts anderes sagt sie allerdings auch).

In essayistischer Art schreibt Jankovska über Leistungsdruck im Kapitalismus, die Benachteiligung von Menstruierenden und über mögliche Gegenmaßnahmen. Die vielen radikalen Ansätze zu Anti-Work fand ich sehr interessant und wohltuend. Mit ihrer grundlegend antikapitalistischen Einstellung trifft sie bei mir auch einen Nerv und ich denke, eine derartige sollte auch gegeben sein, damit das Buch ein angenehmes Leseerlebnis wird.

Rückblickend finde ich den Titel, der ein Werk über den Zusammenhang von Menstrual Health, Anti-Work und das gute Leben suggeriert, nicht so gut gewählt. Alle Themen werden zwar behandelt, aber oft unabhängig voneinander. Lesende sollten kein Problem mit Essays haben, die sich lose aufeinander beziehen. Denn einen roten Faden habe ich oft vergeblich gesucht.

Auch das Thema Mutterschaft/Abtreibung wird emotional recht intensiv behandelt. Mich persönlich hat das positiv angesprochen, ich kann mir aber vorstellen, dass Mütter bzw. Eltern gewisse Dinge persönlich nehmen. Das kann bei diesem Buch aufgrund der direkten Schreibart immer mal wieder passieren. Wer das nicht trennen kann, wird hier eher nicht glücklich werden.

Ich verstehe das Buch als ein persönliches mit vielen radikalen Ideen, die Aushandlungsprozesse anstoßen sollen und nicht den Anspruch haben, eine Lösung für alle Probleme darzustellen. Als ich mich von meiner Erwartung einer klaren Struktur getrennt hatte, habe ich die essayistischen Texte sehr gern gelesen. Aufgrund der anekdotischen Art lässt sich das Buch schnell lesen und ist dadurch auch kein klassisches Sachbuch. Ich konnte einige Impulse mitnehmen und habe mich phasenweise sehr verstanden gefühlt. Viele Sachen waren mir allerdings auch nicht neu, weshalb ich es in großen Teilen einfach als Unterhaltung gelesen habe.

3,5 Sterne

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Eine Essaysammlung mit radikalen Gedankengängen, vielen Anekdoten und wichtiger Systemkritik
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Auf die schmerzvollste Art schön

Die schönste Version von Ruth-Maria Thomas

TW: häusliche und sexualisierte Gewalt

Ruth-Maria Thomas hat hier ein unglaublich schmerzvolles und intensives Debüt geschaffen, mit dem ich mich in Teilen viel zu stark identifizieren konnte.

Jella und Yannick führen eine Beziehung, die gesellschaftlich gern als „leidenschaftlich“ bezeichnet wird.

Die Autorin zeichnet in „Die schönste Version“ auf zwei Zeitebenen eindrücklich die Dynamiken einer toxischen Beziehung. Wie konnte es dazu kommen, dass Jella trotz einer zu Beginn so wunderschön erscheinenden Partnerschaft eines Tages auf dem Polizeirevier sitzt und Anzeige erstattet - mit den Würgemalen noch am Hals?

Dabei behandelt der Roman nicht nur, warum Frauen in gewaltvollen Partnerschaften bleiben, sondern auch das Aufwachsen als Frau in einer durch und durch misogynen Gesellschaft. Das Setting einer Kleinstadt in der Lausitz während der 00er-Jahre setzt der Handlung für mich persönlich das Krönchen auf. Die Perspektivlosigkeit junger Menschen in dieser strukturschwachen Gegend aber auch die Verbundenheit mit ihr ist immer wieder spürbar.

Thomas zeichnet komplexe, ambivalente und nahbare Charaktere. Jella bemüht sich entsprechend der patriarchalen Erwartungen von Anfang an darum, Männern zu gefallen. Ihre ersten sexuellen Erfahrungen sind entsprechend so schrecklich wie sie nur sein können. Bei allen Fragen, die sie sich danach stellt, war mir schlecht vor Wut und Trauer. „Ist wirklich etwas passiert? War es denn überhaupt so schlimm? Hätte ich klarer kommunizieren müssen?“ In welcher Welt leben wir, dass Gewaltopfer sich diese Fragen stellen - und warum hat sich das einfach kein Stück verändert? </3

Doch Jella ist auch impulsiv, verletzt andere Menschen, während sie versucht, die Kontrolle über ihr Leben wiederzuerlangen. Das macht sie für mich als Figur unglaublich spannend und greifbar. Gleichzeitig schafft es die Autorin, niemals ernsthaft zu vermitteln, Jella sei auch nur in Teilen mitschuldig an dem, was ihr passiert. Das halte ich für ein großes Talent, denn die Protagonistin wird mit diesen Fragen ständig konfrontiert. Wieder und wieder zeigen sich außerdem ihre Traumata und das schiere Ausmaß derer hat mich zerstört. :(

Wir begleiten Jella während der 11 Tage nach der Tat. Ihren Freundinnen öffnet sie sich erst extrem spät und während auch dieser Punkt mir so unfassbar weh getan hat, war das Thema Freundinnenschaft immer wieder auf heilsame Art präsent.

Und so lässt mich der Roman auch zurück: mit schmerzendem, aber auch irgendwie geheiltem Herzen und der Frage, warum ich so viel Lebenszeit mit den unerreichbaren Idealen des Patriarchats verschwendet habe statt mit meinen Freundinnen eine gute Zeit zu haben. Ich bin beeindruckt vom Schreibstil der Autorin, auch wenn er phasenweise aufgrund seiner fragmentarischen Art herausfordernd war. Doch das passt meiner Meinung nach perfekt zum Inhalt, welcher ebenso Zeit und Raum zum Reflektieren braucht. Ein Text, der einfach weggeatmet werden kann, hätte dem widersprochen.

Achtet auf die Triggerwarnungen, aber lest dieses Buch, wenn ihr könnt. Ich denke, es kann ganz viele Menschen erreichen. Ob mit oder ohne Gewalterfahrung, ob Millenial oder nicht. Die grundlegenden Dynamiken haben sich leider nicht merklich verändert. 2023 waren 70,5 % aller Opfer häuslicher Gewalt weiblich. Jeden Tag versucht ein Mann, seine (Ex-)Partnerin zu ermorden, jeden 3. Tag gelingt es ihm. Wir müssen Betroffenen glauben und dürfen ihnen keine Schuld zusprechen, denn kein Mensch hat das Recht, einem anderen das Leben zu nehmen oder es zu bedrohen. Genau das vermittelt der Roman auf die schmerzvoll-schönste Art. <3

4,5 Sterne

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Auf die schmerzvollste Art schön
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Besonderer Beziehungsroman, sprachlich anspruchsvoll und in seiner Komplexität schmerzhaft

Für uns gibt es keinen Namen von Gaia Manzini

Das schlichte Cover hätte mich im Laden nicht angesprochen, der Klappentext hat mich aber sehr neugierig gemacht. Und ich wurde wirklich positiv überrascht, auch wenn ich das Buch in mehrerlei Hinsicht nicht einfach fand.

Gaia Manzinis Sprache empfinde ich durchaus als anspruchsvoll. Sie ist zwar schnörkellos und klar, doch durch etliche Sprünge und relativ wenige Dialoge fiel es mir phasenweise schwer, nicht gedanklich abzuschweifen.

Einmal wirklich im Lesefluss kam ich aber auf eine unerwartet tiefe Emotionsebene und das bewerte ich als sehr positiv. An einigen Stellen war die Übersetzung etwas holprig oder fehlerhaft, da dürfte also nachjustiert werden.

Wo genau die Handlung hingeht, ist eigentlich an keiner Stelle klar. Ada ist zerrissen, gehört scheinbar nirgends so recht hin und mindestens genauso schwierig ist die Einordnung ihrer zwei Haupt-Beziehungen: die zu ihrem Kollegen Alessio und zu ihrer Tochter Claudia. Während sie zu Alessio in Mailand eine enge und emotional tiefe Bindung aufbaut, ist die Beziehung zu ihrer Tochter sehr distanziert. Wenig verwunderlich, war diese schließlich auch nicht gewollt und wächst bei Adas Mutter am Lago Maggiore auf. Auch die Beziehung zwischen Ada und ihrer Mutter ist keine klare oder leichte.

Ich bin zwischen Mitgefühl und Unverständnis hin- und hergesprungen. Die Autorin hat ein großes Talent für die Ambivalenzen im Leben. So fand ich es einerseits total verständlich, dass Ada aufgrund der Schwangerschaft im Jugendalter keine gute Bindung zu ihrer Tochter aufbauen konnte/wollte. Andererseits empfand ich den Umgang mit ihr phasenweise auch als ziemlich hart. Die romantische Liebe zu Alessio scheint aufgrund dessen Homosexualität nicht möglich zu sein, was ich ehrlicherweise nicht so recht nachvollziehen konnte. Wo Liebe ist, kann doch auch eine Beziehung möglich sein, oder? Diktiert das Label hier nicht ein bisschen zu sehr das reale Leben? Aber auch das sind Fragen, die lange bei mir als Leserin nachwirken. Und ich würde auch sagen, dass der Roman alle Lesenden herausfordert, darüber nachzudenken, ob wir fremde Beziehungen überhaupt einordnen und bewerten sollten oder ob wir sie nicht einfach in ihrer Komplexität und Individualität wertfrei betrachten können.

Das Buch hat mich nach Startschwierigkeiten aufgrund der fragmentarischen und sprunghaften Sprache wirklich positiv überrascht. Ich empfehle es allen, die besondere Beziehungsromane mögen, Lust auf Fühlen haben und gern den eigenen Reflektionsprozessen Raum geben. Weiterhin denke ich, dass es sinnvoll ist, das Buch in einem Rutsch zu lesen, weil dann erst die dem Text inhärenten Emotionen wirken können. Kein leichter, aber ein umso bemerkenswerter Roman.

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Besonderer Beziehungsroman, sprachlich anspruchsvoll und in seiner Komplexität schmerzhaft
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Ein wohltuendes Plädoyer für Gemeinschaft, Zusammenhalt und Naturverbundenheit

Forgotten Garden von Sharon Gosling

„Forgotten Garden“ war mein erstes Buch von Sharon Gosling, ein anderes stand aber bereits auf meiner Leseliste. Und ich hatte eine wunderschöne Lesezeit mit diesem Roman, der mir viel Hoffnung in die Menschheit geschenkt hat.

Luisa hat sich nach dem traumatischen Tod ihres Mannes von ihrer Leidenschaft als Landschaftsarchitektin zurückgezogen, bekommt aber die Chance, im abgelegenen Collaton einen Gemeinschaftsgarten aufzubauen.

Dort trifft sie nicht nur auf den Boxlehrer Cas, sondern auch auf die Schülerin Harper, die sich mit Unterstützung von Cas gegen die Widrigkeiten ihres Lebens zu stellen versucht.

Alle Figuren fand ich wundervoll geschrieben und haben mein Herz erwärmt. Ich finde es so wichtig, gerade in strukturschwachen Gegenden Gemeinschaftsprojekte aufzubauen und genau darum geht es auch in diesem Roman. Die anfängliche Skepsis der Anwohner*innen weicht irgendwann der Freude an Gemeinschaft und das hat mich sehr berührt. Der Roman hatte für mich ein gutes Maß an Drama und wird vor allem getrieben von Menschen, die aneinander glauben und füreinander einstehen. Der kleine Küstenort ist authentisch und sehr greifbar beschrieben. Und die Schilderungen über den Gemeinschaftsgarten haben mir richtig Lust auf’s Gärtnern gemacht. :)

Ich würde das Buch vor allem Menschen empfehlen, die eine leichte Geschichte suchen, welche trotz allem erstaunlich viel Tiefgang hat und wichtige Themen wie Jugendkriminalität, Trauma und Naturverbundenheit aufgreift. Sicherlich sind einige Elemente der Handlung etwas sehr optimistisch und unrealistisch, aber wenn mensch so etwas sucht, ist der Roman perfekt. Der Romance-Aspekt hätte für mich stärker ausgeprägt sein können, das ist aber meine einzige Kritik.

4,5 Sterne

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Ein wohltuendes Plädoyer für Gemeinschaft, Zusammenhalt und Naturverbundenheit

Forgotten Garden von Sharon Gosling

„Forgotten Garden“ war mein erstes Buch von Sharon Gosling, ein anderes stand aber bereits auf meiner Leseliste. Und ich hatte eine wunderschöne Lesezeit mit diesem Roman, der mir viel Hoffnung in die Menschheit geschenkt hat.

Luisa hat sich nach dem traumatischen Tod ihres Mannes von ihrer Leidenschaft als Landschaftsarchitektin zurückgezogen, bekommt aber die Chance, im abgelegenen Collaton einen Gemeinschaftsgarten aufzubauen.

Dort trifft sie nicht nur auf den Boxlehrer Cas, sondern auch auf die Schülerin Harper, die sich mit Unterstützung von Cas gegen die Widrigkeiten ihres Lebens zu stellen versucht.

Alle Figuren fand ich wundervoll geschrieben und haben mein Herz erwärmt. Ich finde es so wichtig, gerade in strukturschwachen Gegenden Gemeinschaftsprojekte aufzubauen und genau darum geht es auch in diesem Roman. Die anfängliche Skepsis der Anwohner*innen weicht irgendwann der Freude an Gemeinschaft und das hat mich sehr berührt. Der Roman hatte für mich ein gutes Maß an Drama und wird vor allem getrieben von Menschen, die aneinander glauben und füreinander einstehen. Der kleine Küstenort ist authentisch und sehr greifbar beschrieben. Und die Schilderungen über den Gemeinschaftsgarten haben mir richtig Lust auf’s Gärtnern gemacht. :)

Ich würde das Buch vor allem Menschen empfehlen, die eine leichte Geschichte suchen, welche trotz allem erstaunlich viel Tiefgang hat und wichtige Themen wie Jugendkriminalität, Trauma und Naturverbundenheit aufgreift. Sicherlich sind einige Elemente der Handlung etwas sehr optimistisch und unrealistisch, aber wenn mensch so etwas sucht, ist der Roman perfekt. Der Romance-Aspekt hätte für mich stärker ausgeprägt sein können, das ist aber meine einzige Kritik.

4,5 Sterne

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Ein wohltuendes Plädoyer für Gemeinschaft, Zusammenhalt und Naturverbundenheit
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Klassische Romance ohne große Überraschungen und mit einigen Klischees, aber gutem Lesefluss

Weil ich an dich glaube - Great and Precious Things von Rebecca Yarros

Da ich Fourth Wing und Iron Flame vor diesem Buch gelesen habe, „Weil ich an dich glaube“ ja aber im Original davor rauskam, wundert mich mein Eindruck nicht, dass hier einige Tropes weniger gut bereits verwendet wurden. Bad Guy trifft Good Girl, mit der er früher eng befreundet war und sich dann von ihr abwendete, weil er sie nicht „haben“ konnte.

Ich persönlich bin einfach wirklich keine Freundin dieses Tropes. Auch spricht sich Cam in einem Konflikt mit Willows Vater gegen Besitzansprüche aus und dafür, dass sie ihre eigenen Entscheidungen treffen sollte. Dabei spricht er wiederholt davon, dass sie nun „seine“ ist und spricht ihr zumindest am Anfang wiederholt ab, selbst entscheiden zu können, ob sie eine Beziehung mit ihm eingehen möchte oder nicht. Ich muss wirklich sagen, dass ich diesen Handlungsstrang ziemlich platt fand. Und dabei geht es mir nicht darum, dass das Ende vorhersehbar ist. Das ist bei dem Genre völlig in Ordnung. Aber es wirkte eben wie eine x-te Fassung der immer gleichen Erzählung vom bösen Jungen, der „sein Mädchen“ vor einfach allem beschützen möchte. Mir ist bewusst, dass das in der Empyrean-Reihe nicht anders ist. Wahrscheinlich hat für mich der Fantasy-Aspekt den Unterschied gemacht.

Was ich wiederum sehr mochte, war die Thematisierung von Alzheimer und dem Recht auf körperliche Selbstbestimmung in Bezug auf lebenserhaltende Maßnahmen. Das hat mich deutlich mehr emotional gebunden und besonders den Gerichtsprozess fand ich unheimlich fesselnd geschrieben. Im Laufe der Handlung wurden mir die Charakteristika und Selbstvorwürfe der Figuren wiederum echt ein wenig zu penetrant wiederholt. Die ganzen Enthüllungen am Ende kamen mir zudem überstürzt vor und schienen nur der Besserstellung eines Charakters zu dienen. Hätte ich persönlich nicht gebraucht.

Ich habe das Buch gut und flüssig lesen können, es haben mir jedoch einfach Besonderheiten gefehlt und da gibt es für mich bessere Bücher des Genres. Daher 2,5 Sterne.

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Klassische Romance ohne große Überraschungen und mit einigen Klischees, aber gutem Lesefluss
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Klassische Romance ohne große Überraschungen und mit einigen Klischees, aber gutem Lesefluss

Weil ich an dich glaube - Great and Precious Things von Rebecca Yarros

Zum Hörbuch: Für mich waren beide Stimmen sehr angenehm, Martin Krah hat aber lebensnaher gesprochen. Bei Lisa Cardinale wirkten Extremsituationen oft zu aufgesetzt. Mir ist an einigen Stellen bei beiden allerdings auch aufgefallen, dass der Text eine bestimmte Leseweise vorgab, die dann aber so nicht umgesetzt wurde - z.

B. wenn Rose ein Wort extra langsam ausspricht. Soundeffekte gab es keine, die ich bewerten könnte. Durch die Abwechslung der beiden Stimmen waren die Übergänge immer ganz klar und so war mir immer bewusst, wessen Perspektive gerade dran ist. Ich habe also ein paar Kritikpunkte, konnte im Großen und Ganzen aber trotzdem gut zuhören.

Zum Buch selbst: Da ich Fourth Wing und Iron Flame vor diesem Buch gelesen habe, „Weil ich an dich glaube“ ja aber im Original davor rauskam, wundert mich mein Eindruck nicht, dass hier einige Tropes weniger gut bereits verwendet wurden. Bad Guy trifft Good Girl, mit der er früher eng befreundet war und sich dann von ihr abwendete, weil er sie nicht „haben“ konnte. Ich persönlich bin einfach wirklich keine Freundin dieses Tropes. Auch spricht sich Cam in einem Konflikt mit Willows Vater gegen Besitzansprüche aus und dafür, dass sie ihre eigenen Entscheidungen treffen sollte. Dabei spricht er wiederholt davon, dass sie nun „seine“ ist und spricht ihr zumindest am Anfang wiederholt ab, selbst entscheiden zu können, ob sie eine Beziehung mit ihm eingehen möchte oder nicht. Ich muss wirklich sagen, dass ich diesen Handlungsstrang ziemlich platt fand. Und dabei geht es mir nicht darum, dass das Ende vorhersehbar ist. Das ist bei dem Genre völlig in Ordnung. Aber es wirkte eben wie eine x-te Fassung der immer gleichen Erzählung vom bösen Jungen, der „sein Mädchen“ vor einfach allem beschützen möchte. Mir ist bewusst, dass das in der Empyrean-Reihe nicht anders ist. Wahrscheinlich hat für mich der Fantasy-Aspekt den Unterschied gemacht.

Was ich wiederum sehr mochte, war die Thematisierung von Alzheimer und dem Recht auf körperliche Selbstbestimmung in Bezug auf lebenserhaltende Maßnahmen. Das hat mich deutlich mehr emotional gebunden und besonders den Gerichtsprozess fand ich unheimlich fesselnd geschrieben. Im Laufe der Handlung wurden mir die Charakteristika und Selbstvorwürfe der Figuren wiederum echt ein wenig zu penetrant wiederholt. Die ganzen Enthüllungen am Ende kamen mir zudem überstürzt vor und schienen nur der Besserstellung eines Charakters zu dienen. Hätte ich persönlich nicht gebraucht.

Ich habe das Buch gut und flüssig lesen können, es haben mir jedoch einfach Besonderheiten gefehlt und da gibt es für mich bessere Bücher des Genres. Daher 2,5 Sterne.

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Ein unglaublich emotionales Werk mit viel Feingefühl für die Ambivalenzen des Lebens

Man sieht sich von Julia Karnick

Ganz ehrlich hätte ich nicht gedacht, dass das Buch mich so mitreißen würde. Ich hatte die Befürchtung, dass ich mit den älteren Protagonist*innen nicht so gut mitfühlen kann. Aber Julia Karnick hat hier vielmehr einen Coming-of-Age-Roman mit einem unglaublichen Talent für emotionale Szenen ohne Pathos geschrieben.

„Man sieht sich“, gleichzeitig auch die Catchphrase der beiden Hauptfiguren, begleitet Robert und Frie abwechselnd über einen Zeitraum von 1988 bis 2023. Es geht um die Freund*innenschaft und Beziehung der beiden, die mal näher und mal distanzierter ist. Zwischen den beiden ist viel Liebe, die aber scheinbar nie gleichzeitig gleich stark zu sein scheint, weshalb sie einfach nie den richtigen Zeitpunkt für eine romantische Beziehung erwischen. Diese Beschreibung legt irgendwie eine große Portion Pathos nahe, was dem Roman aber überhaupt nicht gerecht wird.

Stattdessen ist die Geschichte lebensnah, emotional extrem aufwühlend und politisch. So webt Karnick subtil Themen wie Beziehungsgewalt, mentale Gesundheit, chronische Erkrankungen, Klassen- sowie Ost-West-Unterschiede nach der Wende und patriarchale Unterdrückung in die Handlung ein. Besonders beeindruckend finde ich die jeweiligen Reflektionsprozesse der Figuren, die je nach Alter unterschiedlich ausgeprägt stattfinden - auch hier zeigt sich Karnicks Talent, die Lebensrealitäten verschiedener Altersstufen authentisch zeichnen zu können.

Im Verlauf der Zeit entwickeln sich die Charaktere mal gemeinsam, mal getrennt voneinander weiter. Dabei regt die Geschichte eigene Überlegungen zu Privilegien an und dazu, wie schnell sie sich auch umkehren können. Verschiedene Lebensrealitäten reiben sich aneinander, ohne zu viel Drama zu verursachen.

Die Handlung spielt zu großen Teilen in den 80er/90ern, was mich neben dem Fakt, dass auch dieses Buch emotional enorm herausfordernd ist, sehr an „Morgen, morgen und wieder morgen“ von Gabrielle Zevin erinnert. Und das ist meinerseits das größtmögliche Kompliment!

Ein herausragender Beziehungsroman, in dem es um so viel mehr geht als romantische Liebe. Herzzerreißend, lebensnah und mit viel Tiefgang. <3

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