Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Man muss es mögen
Super-Dad und die explodierende Kacke von Arttu Unkari
Ich muss ja zugeben, dass mich die Bücher mit „Kacke“ im Titel etwas abschrecken. Da ich aber das Cover so witzig fand, habe ich es dann doch lesen wollen. Auf dem Cover ist Oona mit nachdenklichem Gesicht zu sehen. Ihr Dad wirkt etwas verunsichert und dann ist da noch eine alte Frau mit riesigen Augen hinter der Brille und einem eingefallenen Mund zu sehen.
Schon hier warnt sie vor dem Buch und rät vom Lesen ab.
Dieses Gesicht und die abfälligen Bemerkungen über das Buch und den Super-Dad begleitet uns durch das ganze Buch und bringen uns zum Lachen.
Da wird zunächst die Bildungsministerien, die nicht sehr gut lesen kann, buchstabierend vom Klo geschossen, denn ihre WC-Schüssel explodiert. Sofort ermittelt Super-Dad, der sich selbst für den besten und größten Ermittler hält. Eigentlich kann er alles, ganz egal um was es sich handelt, besser als alle anderen. Darauf weißt er auch immer wieder hin und macht sich damit total lächerlich. Denn seine Tochter Oona ist die, die letztlich den Fall durch ihre Cleverness löst. Aber es ist auch nicht ganz einfach so zu kombinieren, dass am Ende der alles auf ungewöhnliche Weise aufgeklärt wird.
Jedes Kapital ist farblich anders gedruckt und die comichaften Illustrationen sind so schrill wie das gesamte Buch.
Ich gebe zu manchmal tat mir der überhebliche Dad schon ein wenig leid in seiner Unbeholfenheit, aber natürlich macht das einen Teil des Reizes dieser Serie aus. Leser*innen ab der 3. Klasse werden sicher einen Heidenspaß an diesem Buch haben und an dem besagten Begriff werden sie sich sicher nicht stören, er wird ihnen gefallen.
Spannender Konflikt
Die schlechteste Idee in der Geschichte der schlechten Ideen von Herman van de Wijdeven
Das Cover besteht nur aus dem etwas sperrigen Titel und macht vielleicht gerade deshalb neugierig. Schlechte Ideen haben wir ja alle mal, aber hier werden wir nun mit der schlechtesten konfrontiert.
Der elfjährige Bent lebt mit seiner Mutter zusammen und er ist schon lange Zeit der beste Freund von Juri.
Doch als die Schule nach den Ferien wieder startet, setzt sich der neue Junge, Finn, neben Juri. Auch in die Pause gehen die beiden zusammen und Bent hat das Gefühl, dass die beiden über ihn reden. Er selbst verrät aber auch seinem Tischnachbarn, dass Finn eine Mädchenstimme hat. Zusammen mit Juri hat Bent während der Ferien einiges unternommen und die beiden haben so manche Mutprobe bestanden. Allerdings haben sie erkannt, dass manche Abenteuer zu gefährlich wären und deshalb lachend abgebrochen.
Bent befürchtet, dass Juri Finn sein peinliches Geheimnis verraten hat und fühlt sich oft überflüssig, wenn die beiden ihre Köpfe zusammenstecken. Trotzdem sind die drei immer wieder zusammen unterwegs und so spitzt sich die Lage immer mehr zu.
Da das Buch immer wieder in der Zeit springt, wird die Spannung immer größer und meine Angst als Leserin, was sich das wohl zusammenbraut, bekommt immer mehr Nahrung. Bents Gefühl der Eifersucht wird durch das Verhalten seines Freundes Juri angestachelt und so tut Bent Dinge, die er eigentlich gar nicht tun will.
Ein Buch, dass die Eifersucht in all ihren quälenden Fassetten schildert und zeigt, wie hilflos wir ihr ausgeliefert sind.
Witzige Schatzsuche in der Pampa
Bulettenbande - Zitronensaft und Ziegenköttel von Valentina Brüning
Die Berliner Kinder leben immer noch in der Uckermark oder der Pampa, wie sie es nennen.
Beim Renovieren des alten Bauernhofs finden Ellis, Bruno und Gustav hinter einer Tapete eine Schatzkarte. Für die drei ist es klar, dieser Schatz wartet darauf von ihnen entdeckt zu werden und machen sich sofort ans Werk.
Aber auch die Dorfkinder haben von der Karte erfahren und so kommt es zu einem Wettlauf der beiden Gruppen.
Da ich den ersten Teil gelesen habe, waren mir die teilweise verwandtschaftlichen Verhältnisse bekannt, deshalb rate ich auf jeden Fall zuerst den ersten Band zu lesen, sonst kommen doch einige Fragen auf, die zwar die Handlung nicht beeinflussen, aber doch Fragen aufwerfen.
Obwohl die beiden Parteien ihre Fede nicht ganz begraben möchten, unterstützen sie sich doch bei der Suche. Und das lässt mich doch als Städterin hoffen, dass es ein Zusammen mit der Landbevölkerung geben kann und nicht nur ein gegeneinander.
Die Protagonist*innen sind wieder sehr lebensecht beschrieben und irgendwie sind alle liebenswert. Auch der Geißbock, den wir auf dem Cover sehen, trägt seinen Anteil zur Handlung bei und da wird es wieder richtig lustig.
In den Gegensätzen wird sich so manche Leser*in wiedererkennen können, denn in fremder Umgebung stellen wir uns alle nicht so clever an,
Ein witziges Buch über Streit und Freundschaft, in 10 Kapiteln erzählt und mit einigen scharz-weiß Bildern ergänzt.
Wie schön sieht es aus, wenn die Blume erblüht
Mein Pop-up-Buch zum Staunen. Wo kommst du her, kleiner Löwenzahn? von Sandra Grimm
Mit einem Vierzeiler über ein Samenkorn beginnt das Buch und nach der Frage „Was geschieht dann?“ klappen wir eine Seite herunter und können dreidimensional sehen, wie das Korn in der Erde zwischen allerlei Getier liegt. Ein kurzer Satz erklärt, wie es mit dem Samenkorn weitergeht. Eine schöne blühende Wiese und mittendrin unsere Pflanze, die schon einige Blätter hat.
Nach dem Aufklappen der Seite strecken sich die Blätter in die Luft. Danach können wir uns an den wunderschönen gelben Blüten erfreuen. Schmetterlinge und Bienen trinken den süßen Nektar und dann kann der Wind wieder die Schirmchen über die Wiese pusten und wir können das Buch wieder von vorne beginnen.
Neben den Reimen gibt es Sachinformationen, aber das Faszinierendste an diesem Pop-up-Bilderbuch sind die dreidimensionalen Blumen, die aus den Seiten wachsen.
Da das Bich aus fester Pappe gemacht ist, können auch die kleinen Fingerchen schon die Seiten umblättern, ohne etwas kaputt zu machen.
Ein wundervolles Buch zum Staunen, das diese Serie sehr schön ergänzt.
Entdeckungen am Strand
Toni & Lou. Auf Schatzsuche am Meer von Jonny Lambert
Der Bär Toni und der Vogel Lou machen heute einen Ausflug zum Strand. Auf der ersten Seite sehen wir Toni mit Strohhut, Eimer und Schaufel, Lou flattert am Himmel und wir sehen den Vogel durch ein Loch, obwohl er auf der nächsten Seite abgebildet ist. Am Bildrand sehen wir einige Dinge, die wir auf dem Bild suchen können.
Zusätzlich kann noch die Frage „Worauf freuen sich Toni und Lou?“ anhand des Textes beantwortet werden. Da Flut ist können die beiden keine Sandburg bauen, aber sie werden Forscher und entdecken einiges. Diesmal lautet die Frage „Warum ist Toni enttäuscht?“ Auf der nächsten Seite entdecken die Freunde eine große glitzernde Muschel. Am Ende des Buches legen die beiden ein Bild aus den Entdeckungen des Tages und auf der letzten Doppelseite sind alle Sachen noch einmal abgebildet.
Ein ereignisreicher Tag wird in diesem Buch beschrieben, jede Doppelseite zeigt uns eine neue Szene und auf jeder Seite können wir Gegenstände suchen und eine Frage beantworten. Wenn wir einen Urlaub an der See planen, ist es besonders schön in diesem Buch Anregungen zu bekommen, aber auch nach der Reise hilft es zu erinnern. Aber man kann es sicher auch in den Bergen oder zu Hause lesen und anschauen, denn es macht einfach Spaß den Tag mit Toni und Lou zu verbringen.
Mitbestimmung üben
Die Forscherbande - Mitmachen und Zukunft gestalten mit Sofia Valdez von Andrea Beaty
Sofia Valdez, die wir schon von der Wahl des Klassentieres kennen, möchte uns mit diesem Heft zeigen, wie wir selbst uns einbringen können und unsere Umgebung mitgestalten können. Auf dem Cover hält sie ein Schild mit dem Peace-Zeichen hoch.
Schon am Anfang werden wir aufgefordert ein Bild von uns ins Buch zu zeichnen, dann erfahren wir, wie Sofia auf die Idee kam sich „politisch“ zu engagieren.
Ihr Großvater, den die Abuelo nennt, verletzte seinen Knöchel, weil es einen Müllberg in der Stadt gibt. Deshalb fordert Sofia „Weg mit dem Müllberg! Her mit einem neuen Park!“ Zunächst wendet sie sich an die Bürgermeisterin, die meint ein Kind könne so eine Forderung nicht stellen, rät ihr aber zu einer Unterschriftensammlung. Auf der nächsten Seite sehen wir, was Aktivisten alles an Hilfsmitteln benötigen. Ein Suchsel aktiviert dann uns Leser*innen. Danach gibt es viele Denkanstöße und viel Platz für eigene Bilder. Informationen zum Rathaus, zur Regierung werden durch viel Fragen ergänzt. Den eignen Wohnort malen und dann in einem neuen Bild Verbesserungen einzuzeichnen, ist sicher eine tolle Idee. Glorg ist ein erdachter Planet, den wir mittels Zeichnung zum Leben erwecken, hier sollen viel Wünsche erfüllt werden. Aber für uns wird es nicht ganz einfach alles für den Planeten zu planen. Dann geht es wieder um die „echte Welt“ und war wir dort erreichen können und wie wir es anstellen können.
Das Buch zeigt viele verschiedene Ansätze auf und bindet uns sehr ein. Manches finde ich für die Altersgruppe noch etwas schwierig. Da das Buch in den USA entstanden ist, bezieht sich z.B. die Geschichte des Wahlrechts auf die USA, da hätte ich mir einen neuen Text für in Deutschland lebende Kinder gewünscht.
Demokratie lernen
Die Forscherbande - Sofia Valdez und die Wahl des Klassentiers von Andrea Beaty
Diesmal lernen wird Sofia Valdez kennen, ebenfalls ein Mitglied der Forscherband. Zusammen mit ihren Freundinnen sehen wir sie an der Wahlurne, die muss sich zwischen Vogel und Schildkröte entscheiden.
Sofia wohnt bei ihrem Großvater, den sie Abuelo nennt und der ein wunderbarer Bäcker ist. Ständig versorgt er die Kinder mit neuen Plätzchen.
Sofia geht in die Grundschule in Bad Blaubach und ihre Lehrerin kündigt eine Überraschung für die Klasse an. Frau Greer möchte ein Klassentier anschaffen und die Kinder sollen sich überlegen, was sich eignen könnte.
Zunächst werden viele, auch abwegige Vorschläge gemacht, aber dann läuft es auf eine Wahl zwischen Vogel und Schildkröte hinaus. Sofia wird zur Wahlleiterin bestimmt und die hat es nicht einfach, da die beiden Tiere von ihrem besten Freundinnen vertreten werden und die Klasse in zwei gleich große Lager gespalten ist. Sofia muss ihre persönlichen Gefühle außen vor lassen und neutral bleiben. Viel Unterstützung bekommt sie von Abuelo, in Worten und in leckerem Gebäck.
In dem Buch wird sehr kindgerecht geschildert, wie so eine Wahl abläuft und welche Probleme mit sich bringt. Da feinden sich die beiden Mädchen an, so dass beinahe ihre Freundschaft zerbricht. Da möchte Sofia einer Freundin helfen ihren Vogel unterzubringen, darf aber die anderen nicht beeinflussen. Aber auch für sie ist die Entscheidung nicht so einfach.
Das Buch ist amerikanischen Ursprungs und am Ende des Buches erfahren wir etwas über den Weintrauben-Streik von dem der Abuelo erzählt. Aber es gibt auch Informationen zur Kanzlerwahl und zur Wahl des US-Präsidenten. Gerade in Zeiten wie diesen, sollten wir den Kindern erklären, was Demokratie bedeutet und wie sie funktioniert.
Wundervolles Bilderbuch mit wichtige Botschaften
Die Möwe Vagabundus von Jörg Bernardy
Vor der grauen Kulisse des Hafens sehen wir die Möwe, die eine kleine rote Strickmütze trägt, vor ihr eine Angel an deren Harken eine PET-Flasche hängt.
Ganz am Anfang des Buches sehen wir „Fotos“ von ganz vielen unterschiedlichen Möwen, Vagabundus von dem hier erzählt wird, ist eine Lachmöwe und er „lebt zu der Zeit, als 9 Milliarden Menschen die Erde bevölkern.
“ Das Bild zeigt auch ganz viele Menschen, die sich auf dem Platz knubbeln. Ich musste mir ein wenig Zeit nehmen alle anzuschauen und habe sicher noch nicht alles entdeckt. Täglich war Vagabundus in der Luft über der Stadt unterwegs, am liebsten war er auf dem Fischmarkt, ihr könnt euch denken warum. Wer Hamburg kennt, wird sich sicher zurecht finden, denn das Luftbild zeigt viele markante Gebäude. Die nächste Seite zeigt den Fischmarkt und viele betriebsame Menschen, auch den „streng riechenden Flaschensammler Bodo und die laute Fischverkäuferin Katja. Manchmal bringen die Möwen Bodo leere Flaschen, die sie im Wasser finden. Doch dann veränderte sich etwas, die Menschen kamen nicht mehr in die Stadt und die Möwen wunderten sich darüber.
Dieses Bilderbuch spricht viele aktuelle Themen auf sehr verständliche Weise an. Die Verwaisung der Innenstädte, die wir überall erleben. Die Menschen bestellen über das Internet und kommen nicht mehr auf die Märkte, wo sie sich treffen und unterhalten können. Menschen wie Bodo, die wir meiden und die Vermüllung der Meere werden hier angesprochen. Wie schön, dass die Möwen dann doch noch alles zum Guten wenden können. Neben den gut verständlichen Texten sind es die Illustrationen, die dieses Buch so besonders machen. Eine philosophisches Bilderbuch, dass auch uns Erwachsenen etwas zu erzählen hat.
Herzerwärmend
Die kleine Glitzerblume von Heidi Leenen
Schon auf dem Cover können wir die kleine Blume mit den bunten Blättern glitzern sehen. Ihre beiden Freunde, der Rabe und das Eichhörnchen schauen liebevoll auf sie herab.
Mit einem „Plopp!“ öffnet die Blume ihre Knospe und das sie so schön glitzert kommt gleich das Eichhörnchen gelaufen und sagt ihr „Du bist wunderschön!“ und da können wir nur zustimmen.
In der Mitte schaut uns ein kleines Gesicht lächelnd an und die bunten Blätter glitzern Ein wenig Glitzer-Blütenstaub schweb durch die Luft. Magisch! Die Blume will nicht gepflückt werden, sondern den Sommer auf der Wiese verbringen und „den Glitzerstaub verschenken.“ Als der Rabe dazu kommt, bewundert er die Blume und findet sie „einzigartig.“ Die Glitzerblume findet, dass jeder besonders ist und so werden die drei Freund.
Wir erleben mit den Dreien den Sommer, aber im Herbst verändert sich die Blume und lässt ihre Freunde traurig zurück. Im Winter denken die beiden an ihr glitzernde Freundin und auf der letzten Doppelseite können wir uns auf eine bunte Blumenwiese mit vielen neuen Glitzerblumen freuen.
„Glitzerglück“ heißt das Lied, dessen Text und Noten wir hinten im Buch finden. Miit dem QR-Code können wir es uns anhören.
Die Einzigartigkeit von jeder und jedem von uns wird in diesem wundervollen Bilderbuch in den Vordergrund gestellt. Das stärkt das Selbstvertrauen und zusätzlich erfahren wir, wie schön Freundschaft ist.
Die kurzen Texte sind gut verständlich und die Illustrationen zeigen niedliche, aber nicht kitschige Szenen, voller Gefühl und immer mit einem zarten Glitzer.
Dieses zauberhafte Bilderbuch wärmt die Herzen der Lesenden und bringt sie einander näher.
Humorvoll und spannend
Der Lehrerinnendrucker von Christian Seltmann
Das Cover zeigt uns schon den Drucker mit der Silhouette der Lehrerin und den Eigenschaften, die sie haben sollte. Ober stehen Fritz und Carl, die Philipp, den Erfinder dieser Maschine unterstützen.
Fritz und Carl gehen in die vierte Klasse und sind sehr glücklich mit ihrer Lehrerin als die ihnen erzählt, dass sie schwanger ist und der Mutterschutz beginnt.
Jetzt gibt es immer wieder nur Vertretungen, die die Schüler*innen nicht kennt und völlig falsch einschätzen. Ständig gibt es langweilige Arbeitsblätter oder zu leichte Aufgaben. Alle wünsche sich so sehr eine neue Lehrerin. Da bietet sich der Biodrucker den Papa-Philipp ihn im Keller hat eine gute Lösung an. Zusammen mit ihren Mitschüler*innen machen sie eine Liste der Eigenschaften, die eine gute Lehrerin ausmachen und schon macht sich Papa mit Hilfe von KI ans Werk.
Eine herrlich verrückte Geschichte, die sich der Autor, dank der wirklich existierenden Freunde Fritz und Carl, ausgedacht hat. Zum einen ist es interessant zu hinterfragen, was macht eine richtig gut Lehrerin aus? Wenn man eine hat, ist man zufrieden und denkt nicht darüber nach, aber wenn es dann nur Vertretungen gibt…
Fritz macht sich auch Gedanken über die ethischen Folgen eines Retortenlebewesens und der Folgen seiner Existenz. Aber trotz dieser ernsten Gedanken ist die Geschichte einfach witzig und der Ende mit ganz anders als erwartet.
Das Buch sollten alle Lesen, die mit Schule zu tun haben, insbesondre die Lehrer*innen.











