Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Annaja:
Detektive unterwegs am Bauernhof
Miss Maunz & Sherlock Dusel - Wo ist die Torte? von Michael Mantel
Ein wunderschönes, buntes Cover wurde für das tolle Vorlesebuch für Kinder ab cirka 5 Jahren verwendet.
Maunz verteidigt das Detektivbüro, denn dort geht es wirklich nicht um "Kleinigkeiten", sondern um echte Fälle. Dusel gibt Maunz recht, es wird Zeit, sie müssen jetzt etwas unternehmen.
Langweilig wird es beim Lesen des entzückenden Kinderbuches garantiert nicht. Die Tiere am Hof sind alle aufgeregt, da allerhand Dinge verschwinden. Werden die beiden Detektive alle "richtigen" Fälle lösen können und die vermissten Sachen zuordnen? Man darf gespannt sein!
Lesen, rätseln, lachen!
Tolles Kinderbuch!
Geheimnisvolle Nachbarschaft
Die Nachbarin. Lass sie nicht in dein Haus. von Nova Winter
Der Thriller der Autorin Nova Winter, alias Svenja Diel wurde abwechselnd aus der Perspektive der Protagonisten geschrieben.
In kurzen Kapiteln verfasst und mit rasantem Spannungsaufbau kann man das Buch hier kaum aus der Hand legen.
Es geht darum, dass ein Paar an einen beschaulichen Ort in den Schwarzwald zieht.
Doch die neuen Nachbarn von Gegenüber wirken alles andere als vertrauenserweckend. Smilla rettet sogar deren kleinen Sohn vor dem Ertrinken aus einem See, doch Dankbarkeit kann sie hier nicht erwarten. Eisige Ablehnung und Misstrauen erfährt sie stattdessen. Doch Smilla ist neugierig und nach und nach kommen Geheimnisse ans Licht, die besonders für die beiden Frauen in der Nachbarschaft Smilla und Lou mehr als überraschend ist. Sie verbünden sich. Smilla forscht immer weiter nach, taucht tief in Abgründe ein, weiht auch ihren Ehemann in nichts ein und es wird gefährlich für sie, die Bedrohung ist gut spürbar.
Das Buch bietet einen fesselnden Lesegenuss von der ersten Seite an und unterhält
mit psychologischer Tiefe.
Lesenswert!
Freundschaft neu entdeckt
Umtausch ausgeschlossen!? Familienchaos mit Gina und Charly von Ilona Einwohlt
Das Cover mit den beiden Mädchen wirkt bunt und einladend.
Der Autorin ist hier ein wundervolles Buch gelungen, in der über die Freundschaft zweier Mädchen erzählt wird, die sich erst einmal gar nicht besonders mögen, aber durch Zufall dann dicke Freundinnen werden, bei denen noch das Schicksal eine ganz besondere Rolle spielt.
Ein kleiner Unfall und plötzlich ist alles anders, die Familie stimmt nicht mehr und die Umgebung, sie ist vertraut und doch jetzt fremd. Wie soll man damit umgehen und wie werden aus zwei so unterschiedlichen Mädchen beste Freundinnen? Das Leben bietet viele Überraschungen!
Ein moderner, lebendiger Schreibstil, viel Humor und Chaos, Rezepte, Weisheiten, kleine Zeichnungen und kluge Botschaften für junge Menschen, die gerade selbst auch im Gefühlsdschungel der Pubertät unterwegs sind, machen das Buch zu etwas ganz Besonderen.
Ein lesenswertes Buch, das mich begeistert hat.
Der Tod einer Kollegin
Kaltes Versprechen von Katharina Peters
Ein durchaus passendes Cover wurde für diesen Thriller gewählt.
Die beliebte Kriminalpsychologin Hannah Jakobs wurde tot in ihrem Elternhaus aufgefunden. Angeblich verunglückte sie beim einem Sturz über die Treppe.
Doch die Kollegen haben erhebliche Zweifel an der Unfallursache. Die neue Ermittlerin, Rebekka Just wird mit dem heiklen Fall betraut.
Der Spezialist Lone vom BKA wird der Ermittlerin zur Seite gestellt. Auch Krolle, ein Krimineller, der schon des Öfteren mit der toten Hannah Jakobs zu tun hatte und sie sogar ein wenig verehrt, will auf seine Weise die Todesursache klären. Er, der Tierliebende holt sich sogar heimlich ihren Hund Kotti. Was hat Hannah zuletzt gemacht, was hat ihr solchen Hass eingebracht, dass man ihren Tod wollte? In der Geschichte gibt es eine Menge an Widersprüchen, Verstrickungen und Unwahrheiten, dass die zu vielen Ermittler den Überblick zu verlieren drohen. Leider muss man auch beim Lesen sehr aufmerksam sein, um nicht den Faden zu verlieren. Die Rolle Krolles ist ein wenig zu sehr an den Haaren herbeigezogen, man muss schon sehr daran zweifeln, inwieweit die Polizei sich auf den Spürsinn und die Hilfe eines Ganoven einlassen könnte.
Die Autorin hat jedoch hier einen guten Spannungsbogen eingebracht, die Sprache ist klar und verständlich. Es bleibt aufregend bis zum Finale.
Lesenswert!
Mutter-Tochter Beziehung
Luft nach unten von Tamara Stajner
Die Protagonistin Iva fährt zur Beerdigung ihrer Bezugsperson Marija, nach Ohrid in Nordmazedonien, wo sie selbst aufgewachsen ist und ihre Eltern leben. Sie ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Heimat, der Familie, die dort lebt und dem jetzigen Leben in Wien als Geigerin, verheiratet mit Felix, einem Schauspieler.
Beide versuchen seit einiger Zeit, ein Kind zu bekommen, was nicht gleich zu klappen scheint. Iva vergleicht sich unentwegt mit ihrer Mutter, verachtet diese, erkennt in ihr aber auch den gleichen, impulsiven, zerstörerischen Charakter. Die Konflikte zwischen Mutter und Tochter, die ungelöst bleiben, Hass und Liebe, intensiv und so nah beieinander.
Iva liebt ihren Mann Felix, ist jedoch gleichzeitig auch die Geliebte eines verheirateten Mannes, sie kann nichts loslassen.
Als sie ein kleines Mädchen, die Enkelin einer Bekannten aus Ohridsee bei sich in Wien aufnimmt, öffnet sich ihr Herz.
Der Roman ist so facettenreich und der Schreibstil dieser Autorin liest sich angenehm, leicht und verständlich, man kann die Gefühle und diese Zerrissenheit der Hauptfiguren sehr gut spüren.
Alles verändert sich
Sommerrauschen von Christiane Adlung
Die Protagonistin Judith verbringt mit ihrer Familie die Sommerferien, wie jedes Jahr in Medoc, an der französischen Küste. Die Mutter Oda weilt ebenfalls dort. Judiths Mann Robert möchte das leerstehende Nachbarhaus dort erwerben, doch sie ist dagegen. Die Erinnerungen daran tun ihr nicht gut. Sie hat mit vielen Spannungen zu kämpfen, ihre aufdringliche Mutter mit dem ausschweifenden Lebensstil, aber auch die eigene Vergangenheit lässt sie nicht ruhen.
Als Bildhauerin kommt sie gerade beruflich nicht voran, doch jetzt im Sommer verdrängt sie ihre Gefühle. Der wundervolle Robert will eine glückliche Frau sehen und er ist es, der für Beständigkeit sorgt. Als im Nachbarhaus plötzlich die Jugendfreunde Natascha und Simon aufkreuzen, ist es mit den Kaufplänen für das Haus vorbei, aber auch mit der Ruhe. Trotz einiger unbeschwerter Erlebnisse und Sommertage mit Mutter, den Töchtern, dem Ehemann und den Freunden, drücken die Erinnerungen auf ihr Gemüt. Judith ist für mich nicht greifbar, nicht einfach zu verstehen, sie will ja keine Grenzen überschreiten, tut es aber längst. Sie ist verletzlich und verletzt zutiefst selbst. Auch Odas Geständnis zum Schluss ist verstörend, erklärt aber vieles an dieser Geschichte.
Ein Buch, mit besonders feinem Schreibstil, einer psychologisch hochkomplexen Familiengeschichte über Schuld und Sühne, wirkt auf mich tiefgründig, beklemmend und düster. Trotzdem ein hervorragender Roman, den ich weiterempfehle.
Plötzlich zu viel Ruhe
Alleinruhelage von Eva Menasse
Ein schönes, beschauliches Cover.
Die Protagonistin erzählt hier vom einstigen Erwerb des Wochenendhauses für die Familie inmitten der Natur an einem See gelegen. Der einstige Erholungsort und Treffpunkt für Familie und Freunde, die aus der Stadt raus wollten. Jahrelang geht alles gut und nur manchmal nerven nachbarliche Datschenbesitzer mit kleinen Konflikten, doch es gibt auch Gemeinschaftssinn und Hilfsangebote.
Als dann allmählich im Laufe der Jahrzehnte die Familie auseinanderbricht und nur mehr sie allein übrig bleibt, die das Ferienhaus zu erhalten hat, nur gelegentlich Freunde zu Besuch kommen, wo Reparaturen aller Art anfallen, der Garten zu pflegen ist und den überbordenden Wühlmäusen der Kampf angesagt werden muss, kommen Zweifel über die Sinnhaftigkeit des Besitzes. Es fällt schwer, sich zu trennen, hängen doch so viele Erinnerungen und Emotionen daran. Als auch ihr letzte Liebhaber das Weite sucht, werden fleißige Bauhelfer engagiert, die das Anwesen auf Vordermann bringen sollen.
Das Buch überzeugt mit klarer Sprache, klug und voll Wortwitz und es zeigt auf, wie schwer manche Entscheidungen fallen.
Philippinische Vergangenheit
5000 Pesos von Jens Kastner
In dem autobiografischen Roman holte den Deutschen Emilio seine Vergangenheit ein.
Vor 10 Jahren war er als junger Tourist in Manila unterwegs, lernte dort ein einheimisches Mädchen kennen und verbrachte eine kurze Zeit mit ihr, ohne weiterer Versprechungen oder Vereinbarungen.
Als er jetzt einen Anruf eines gemeinnützigen Vereins erhält, der Väter aufspürt, die als Sextouristen Kinder auf den Philippinen gezeugt haben und die nun ihrer Zuständigkeit und Verpflichtung zugeführt werden sollen, fällt er aus "allen Wolken", als er erfährt dass er Vater von Zwillingen sein soll und hält es für einen Betrugsversuch.
Er hat doch schon eine Familie und ein geordnetes Leben in Deutschland. Kann sich Emilio seiner Verantwortung entziehen und wie wird er sich entscheiden? Als er vom Schicksal eines Freundes erfährt, der im Leben nicht mehr die Möglichkeit hatte, alles Persönliche zu ordnen, kommen ihm Zweifel und Schuldgefühle.
Der Autor macht ein offenherziges Geständnis, erzählt eine aus dem Leben gegriffene Geschichte, die uns eindringlich unsere Moral vor Augen führt. Gleichzeitig ist das Buch auch ein Fremdenführer und man erfährt viel vom Smog und der Dichte dieser riesigen Metropole Manilas.
Sowjetisches Ballett und ihre Schüler
Maja & Natascha von Elyse Durham
Ein hübsches, farbenfrohes Cover mit den schwebenden Ballettfiguren passt hervorragend zum Inhalt des Buches.
Die Geschichte erzählt vom Leben zweier Schwestern, die als Zwillingsmädchen 1941 in Leningrad (St.Petersburg) als uneheliche Töchter einer Balletttänzerin geboren wurden, die sich nach deren Niederkunft das Leben nahm.
Die Waisenmädchen wuchsen bei der Freundin ihrer Mutter auf und kamen dann in ein Ballettinternat. Sie träumten von einer großen Karriere und Auftritten in Amerika. Beide waren sehr talentiert, wenngleich sie sehr ungleich waren. Ihre Konkurrenz, die Beziehung zueinander und ihre Unterschiedlichkeit sind in der gesamten Story greifbar.
Wie schwer es athletische TänzerInnen hatten und noch haben, welche enorme Leistung und Fitness hier erforderlich ist, welche Entbehrungen es auszuhalten galt und gilt und welchen Druck man ständig aushalten muss, damit es überhaupt jemals zum Erfolg führen kann, ist hier Mittelpunkt der Erzählung.
Die politische Lage der damaligen Zeit, die Situation zwischen den Mächten Russland und den USA, die extrem unsichere Lage, kann man ebenfalls ganz deutlich spüren.
Ein einfühlsames, wie atmosphärisch gut getroffenes Buch mit angenehmen Schreibstil, lässt wunderbare wie unterhaltsame Lesestunden zu.
Ein großer Familiengenerationenroman
Ein weites Leben von M. L. Stedman
Blauer Himmel über roter Erde verkörpert hier Australien, ein passendes Cover.
Eine Familiengeschichte, die sich über drei Generationen hinweg zieht. Im westaustralischen Outback befindet sich die Schaffarm der Familie Mac Bride. Ihr gepachtetes Land verfügt über einen riesige Fläche.
Es beginnt mit einem Unfall, bei dem der Vater und der ältere Sohn ums Leben kommen.
Der jüngere Sohn Matt überlebt, schwer verletzt und benötigt längere Zeit, bis er wieder ein normales Leben führen kann und sein Gehirn weitgehend normal funktioniert. Die Mutter und Schwester Rose helfen ihm bei der Rehabilitation. Nachdem Rose nach der Geburt ihres Sohnes Andy Selbstmord begangen hat, müssen Matt, seine Mutter und Andy die Farm alleine weiterführen.
Man erfährt viel über das harte, recht einsame und entbehrungsreiche Leben auf der Schaffarm, die Rückschläge durch Naturereignisse, die naturbelassene Landschaft, Hitze und Dürre, das oft fehlende Wasser, das mühsam hochgepumpt werden muss, damit die Tiere überleben können und über die geringe Bevölkerkungsdichte in dieser Wildnisregion. Ebenso wird über die geologischen Untersuchungen berichtet, um eventuelle Bodenschätze aufspüren zu können.
Ein atmosphärisch wunderbar konstruierter Roman mit Tiefgang, der sehr packend und mit Intensität geschrieben wurde und mit seinen familiären Verstrickungen für Spannung und gute Unterhaltung bis zum Ende sorgt.











