Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Peachybookdreams :
Erwecke nicht die Ruhenden
And The River Drags Her Down von Jihyun Yun
-Ihr sucht noch nach einer schaurig-atmosphärischen Lektüre, die euch Gänsehaut bereiten und emotional packen wird … dann seid ihr hier goldrichtig.-
Wow, diese Geschichte hat mich aus einer monatelangen Leseflaute geholt und mich so gepackt, dass ich das Buch nicht mehr weglegen wollte. Der Schreibstil der Autorin ist einfach nur großartig.
Ich gehöre zu den Lesenden, die detaillierte Beschreibungen brauchen, damit auch Bilder im Kopf entstehen, und das ist Jihyun Yun mit ihrem atmosphärischen und poetischen Schreibstil mehr als gelungen. Ich hatte das Gefühl, einen Film zu sehen. Was mich am meisten begeistert hat, war, dass wirklich jedes Detail eine Rolle spielt. Selbst belanglose Alltagsgegenstände haben eine tiefgründige Bedeutung und enthüllen versteckte Gefühle und Gedanken der Protagonisten.
Die Geschichte wird durch den allwissenden Erzähler erzählt. Die meiste Zeit begleiten wir Soojins Sicht der Dinge, aber dazwischen gibt es auch Perspektivwechsel zu Mirae, Mark und anderen Nebenfiguren. Trauer ist ein langer Begleiter in Soojins Leben. Als dann auch noch ihre Schwester Mirae ums Leben kommt, hält sie es nicht lange ohne sie aus und nutzt ihre Gabe, die sie eigentlich niemals bei Menschen anwenden sollte. Die Beziehung der zwei Schwestern ging mir so unter die Haut. Es war eine ganz besondere Form von Horror, zu sehen, wie sehr Mirae sich langsam verändert, die tiefe Verbundenheit der beiden aber weiter besteht.
Wer Schwierigkeiten mit dem Thema Body-Horror hat, sollte eher vorsichtig an die Geschichte rangehen, da die Autorin sich nicht vor detaillierten und grausamen Beschreibungen scheut. Ich hatte wirklich an einigen Stellen Gänsehaut, aber es war so unglaublich spannend und trotzdem immer mit poetischen Elementen verwoben, was das Leseerlebnis einfach einzigartig gemacht hat. Auch die koreanische Mythologie und Kultur fand ich faszinierend. Besonders die Rückblicke zu Soojins Ahnen zeigen parallel zur Hauptstory die Konsequenzen, welche die ständige Wiederbelebung auf Dauer hat.
Ich hatte ein bisschen Sorgen, als ich bemerkt habe, dass es auch einen romantischen Plot gibt. Doch diese waren völlig unbegründet. Die Autorin hat auch die zarte Romanze perfekt in die Handlung einbezogen, ohne dass ich das Gefühl hatte, dass es von der Spannung ablenkt.
Fazit: Es ist schon ironisch, dass ich nach einer Geschichte, welche die fatalen Folgen des Nicht-Loslassens zeigt, nicht loslassen kann. Dieses Buch wird noch lange in mir nachklingen und ich drücke jetzt ganz fest die Daumen, dass das nächste Buch der Autorin „Good Creature“ auch eine deutsche Übersetzung bekommt. Für mich war dieses Buch ein absolutes Jahres-Highlight. 5 Sterne
Stellenweise eine Nacherzählung des Films
K-Pop Academy 1: Tanz der Dämonen von Mina Finch
– Als K-Pop und K-Pop Demon Hunter Fan war ich sehr gespannt auf die Geschichte, leider bietet sie aber nur wenig eigene Ideen. –
Ich habe mir die Hörbuchversion angehört und hier möchte ich ein Lob für die Produktion aussprechen. Am besten gefallen hat mir der eigene Titelsong, der Ohrwurm-Potenzial hat, auch wenn ich ihn jetzt nicht als K-Pop definieren würde, da er komplett auf Englisch ist.
Auch die Synchronsprecherin Friedel Morgenstern – die Zoey aus Kpop Demon Hunters gesprochen hat – hat die Geschichte großartig vertont und die zur Situation passenden Soundeinspieler haben für Immersion gesorgt. Das war aber leider für mich auch schon das Positive.
Die Geschichte fühlte sich in vielen Bereichen einfach nur von Kpop Demon Hunters abgekupfert an. Mir war natürlich klar bei dem Cover und Titel, dass es viele Parallelen geben wird, aber ich habe doch auf etwas mehr eigene Ideen gehofft. Vieles wird auch gar nicht genau erklärt und ergibt nur Sinn, wenn man die Welt von Kpop Demon Hunters bereits kennt. Viele Szenen werden viel zu schnell aufgelöst und man springt von einer Stelle zur nächsten, wodurch die Charaktere leider sehr flach blieben. Was mich besonders irritiert hat, war zum Beispiel, dass die Antagonistin ihre Meinung ohne wirkliche Charakterentwicklung einfach so geändert hat, und auch der plötzliche Umgang mit Waffen kam so aus dem Nichts. Das Buch ist natürlich primär an jüngere Leser*innen gerichtet, aber ich glaube, das hätte mich auch als Kind gestört.
Fazit: Die Hörbuchversion und der eigene Titelsong haben mich unterhalten, aber die Geschichte baut sehr auf dem Wissen von Kpop Demon Hunters auf und blieb an vielen Stellen ziemlich flach. 2,5 Sterne
Gefangen in der Tiefe
Be a Light in the Dark Sea 1 von Softcoral
– Eine fesselnde Dystopie mit einzigartigem Setting und einer unterhaltsamen Truppe –
Extreme Hitze und Umweltverschmutzungen machen das Leben an der Erdoberfläche langsam unmöglich. Ein Team aus Forschern und Ingenieuren testet nun die erste Unterwasserstation, ob das Leben in 3000 Metern Tiefe überhaupt möglich ist.
Das Setting war wirklich einzigartig und ich habe noch nichts Vergleichbares gelesen.
Der Schreibstil ist stellenweise sehr informationslastig, aber ich fand die ganzen wissenschaftlichen Fakten ziemlich interessant, weshalb es meinen Lesefluss nicht gestört hat. Trotzdem dauerte es ungefähr 100 Seiten, bis mich die Geschichte gepackt hat, da man zuerst viel über den Alltag von Park Muhyun auf der Station erfährt. Doch dann nimmt das Pacing rasant zu und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Zuerst ist da natürlich die aktive Bedrohung durch die Überflutung, die für ordentlich Nervenkitzel sorgt, und dann zeigt sich auch noch die Konkurrenz zwischen den verschiedenen Ländern, die sich die Station teilen, und das war noch nicht alles …
Park Muhyun ist bei seiner Flucht aber nicht alleine. Begleitet wird er von der gebäckliebenden Meeresbiologin Geumyi, dem verschlossenen Haeryang, der absoluten Kampfmaschine Aeyoung und dem energiegeladenen Jihyuk, mit dem es niemals still wird. Ich habe die Truppe echt ins Herz geschlossen. Manchmal hätte ich mir noch etwas Tiefe gewünscht, aber trotzdem hat mir die Dynamik zwischen ihnen sehr gefallen. Ich denke, dass sich das Ganze in den nächsten Bändern auch noch vertiefen wird.
Die letzten Kapitel waren so voller Action und haben mich teilweise echt sprachlos gemacht. Ich wusste nicht, in welche Richtung das Ende gehen wird, aber damit habe ich absolut nicht gerechnet. Normalerweise bin ich nicht so ein Fan von diesem Trope am Ende, aber hier hat es doch irgendwie gepasst und es macht mich nur noch neugieriger, wie der zweite Band ablaufen wird.
Fazit: Eine richtig actionreiche und spannende Dystopie voller Wendungen. Wenn einen viele wissenschaftliche Begriffe stören, könnte man hier etwas überfordert sein, aber ich fand sie interessant und die Spannung kam für mich deswegen nicht zu kurz. Ich bin sehr neugierig, wie die Geschichte im nächsten Band ablaufen wird.
Viel Spice und unbeantwortete Fragen
The Poison Daughter von Sheila Masterson
-Nachdem ich so viel zu diesem Buch gehört habe und der Klappentext mich sofort gepackt hat, musste ich diese Geschichte lesen … Am Ende war ich leider erleichtert, fertig zu sein.-
Die Geschichte startete super vielversprechend und das Worldbuilding hatte Potenzial. Tagsüber spielt Harlow Carrenwell die brave Tochter der bedeutendsten Familie in Lunameade.
Ihre Familie ist für die Erhaltung der Mauer verantwortlich, welche die Menschen vor gefährlichen Blutleeren schützt. Bei Nacht ist sie die giftige Versuchung, die gewalttätige Ehemänner mit ihren giftigen Lippen niederstreckt. Harlow hat mir anfangs sehr gut gefallen. Sie lässt sich nichts sagen und kämpft für andere Frauen. Doch nachdem sie Henry trifft, lässt sie sich langsam immer mehr von ihm herumkommandieren.
Am Anfang dachte ich noch, ich könnte Henry mögen, doch die Rituale und Bräuche seines Volkes sind darauf ausgelegt, dass sich Frauen unterwerfen und gejagt werden müssen. Irgendwann fand ich seine Parole “Sei ein braves kleines Frauchen” einfach nur noch unangenehm. Es gibt einige Stellen, bei denen ich mich gefragt habe, wie Harlow ihm das einfach so verzeihen konnte. Die ganze Beziehung ist nur auf sexuelle Gefälligkeiten ausgerichtet, weshalb ich kein romantisches Knistern gespürt habe.
Das Magiesystem, die Blutleeren und die Mysterien um den Quell waren richtig interessant, nur jedes Mal, wenn es spannend wurde, kam erstmal eine Spice-Szene. Hätte man die meisten Spice-Szenen gekürzt, hätte das Buch vielleicht 400 Seiten an Handlung gehabt. Spätestens als Harlow mit ihrem Ehemann nach Mountain Haven kehrt, dreht sich gefühlt alles nur mehr darum und es vergeht kaum ein Dialog, der nicht voller sexueller Anspielungen ist. Die derben Formulierungen haben für mich überhaupt nicht in ein Fantasy-Buch gepasst (fxcken, gefxckt etc.). Mir war klar, dass die Geschichte spicy werden wird, aber ich finde trotzdem, dass die Handlung Priorität hat und nicht darunter leiden sollte. Denn hier blieben einige angefangene Plotpunkte bis zum Ende noch immer offen und das nach fast 900 Seiten.
Leider war auch die Übersetzung nicht wirklich gelungen. Unzählige Rechtschreibfehler, angefangene und nicht beendete Sätze, zu wörtliche Übersetzungen. All das hat sich bei mir negativ auf den Lesefluss ausgewirkt.
In den letzten hundert Seiten nimmt die Geschichte endlich an Fahrt auf. Den wichtigsten Plottwist konnte ich aber vorher schon erahnen. Trotzdem hat mich diese eine Stelle dann doch noch emotional packen können.
Fazit: Eine Romantasy, in welcher der Spice überwiegt. Das Worldbuilding war so interessant, aber am Ende bleibt vieles ungelöst. Leider konnte mich die Geschichte nicht überzeugen und hätte ich das Buch nicht in einer Leserunde gelesen, hätte ich es mit Sicherheit abgebrochen. 2 Sterne
Langatmige Trainingseinheiten
The Flamebearer Trilogy 1: The Witch in the Dead of Night von Charlotte Buckley
– Ich habe mich so sehr auf dieses Buch gefreut und hatte hohe Erwartungen. Leider wurde ich extrem enttäuscht … eines der langweiligsten Bücher, das ich je gelesen habe –
Die ersten Kapitel haben mir noch richtig gefallen und das Setting klang so vielversprechend. Das Worldbuilding wird hauptsächlich durch Gespräche aufgebaut, was mir schon mal nicht so gefallen hat, da die Dialoge darunter gelitten haben.
Die Geschichte erfindet das Rad nicht neu, vieles hat man schon so gelesen, was bei der Unmenge an Büchern auch völlig verständlich ist. Aber dann sollte es trotzdem einen Spannungsbogen geben, der hier aber leider durch das Pacing für mich nicht vorhanden war.
Der Anfang war interessant, es gab unerklärliche Mordfälle, auf die ich gespannt war. Jedoch verläuft das Thema im Sand und wird zum Schluss einfach abgewickelt. Fast 200 Seiten drehen sich ausschließlich um Finns Krafttraining mit Enhart. Ich mag es, wenn Charaktere ihre Fähigkeiten erst erarbeiten müssen, aber das war einfach zu viel, da sonst kaum etwas anderes passiert ist, als dass sich Finn und Enhart dabei zanken.
Mit Finn bin ich überhaupt nicht klar gekommen. Sie lebt in einer Welt, in der Menschen sich dem Leben der Vampire anpassen müssen, und hat tagtäglich im Schloss mit Vampiren zu tun. Dafür kennt sie sich erschreckend wenig über Vampire aus. Sie weiß nicht, dass Vampire einen ausgeprägten Gehörsinn haben. Generell scheint sie von nichts eine Ahnung zu haben. Fast jeder zweite Satz, den sie äußert, ist nämlich eine Frage. Für mich wirkte es so, als wäre sie nicht fähig, Schlüsse zu ziehen oder eine eigene Meinung zu haben. Sie fragt ständig, was sie tun soll. Oder wie andere die Situation empfinden. Mir kam es so vor, als ob die Autorin den Lesern das Wissen über die verschiedenen Fantasy-Elemente nicht zutraut und durch Finns ständige Fragen alles erklären wollte. Wenn es eigene neue Elemente wären, dann würde ich das ja noch verstehen. Aber es sind Dinge, die jeder Fantasy-Leser kennt (Pentagramme, Runen, Vampirkräfte etc.).
Die beiden Vampirbrüder haben die Sache leider auch nicht besser gemacht. Die Gefühle zwischen Mordric und Finn gingen mir viel zu schnell und statt der Spice-Szenen wäre mir die Ausarbeitung einiger Plots viel lieber gewesen. Enhart hat mir besser gefallen, aber die Schlagabtäusche wurden mit der Zeit auch eintönig. Das Ende war für mich einfach vorhersehbar und ich hatte nicht das Gefühl, dass Finn eine Entwicklung hatte. Ich glaube nicht, dass ich den nächsten Band lesen werde.
Fazit: Für mich leider eine der langweiligsten und langatmigsten Geschichten, die ich je gelesen habe. Keine der Figuren hatte eine herausstechende Persönlichkeit. Besonders Finn wirkte wie eine Marionette, die alles mit sich machen lässt. Leider ein 2-Sterne-Buch.
Ein warmes Licht für den eisigen Winter
Kian und das Erbe des Lichts von Caryl Lewis
Hauptprotagonist Kian wächst gut behütet bei seinen Eltern auf. Fast schon zu gut behütet, wenn es nach Kian geht. Sein Vater lässt ihn nichts Spannendes erleben, aus Sorge, dass ihm etwas zustoßen könnte. Doch die Sorgen seines Vaters sind nicht unbegründet. Es herrscht ein nicht endender Winter und das Überleben wird immer schwieriger.
Doch als Kian von einer Gestaltwandlerin erfährt, dass er die Rettung sein könnte, bekommt er endlich sein ersehntes Abenteuer.
Kian war ein liebenswerter Protagonist. Zuerst ist er mit seiner neuen Situation natürlich überfordert, doch im Laufe der Geschichte gewinnt er immer mehr an Mut und Selbstvertrauen. Besonders waren die Momente, in denen er lernt, dass Wut und Frustration ihn nicht weiterbringen und es einen anderen Ansatz braucht, um zu anderen durchzudringen.
Das Worldbuilding hat mir wirklich am besten gefallen, besonders die Darstellung des Kreislaufs des Lebens. Das Thema Tod und Verluste spielt im gesamten Buch eine große Rolle, wird aber sensibel und einfühlsam dargestellt. Kinder, die große Ängste vor diesem Thema haben, sollten vielleicht trotzdem eher vorsichtig an die Geschichte rangehen. Auch die Drachen und Solas, das geflügelte Pferd aus Wasser haben die Geschichte spannend gemacht.
Zum Schluss bleiben noch einige meiner Fragen offen und ich bin sicher, dass es einen zweiten Teil geben wird. Für meinen Geschmack waren mir die letzten Kapitel aber doch etwas zu schnell abgewickelt und ein paar kleine Logiklücken gab es auch.
Fazit: Ein aufregendes Kinderbuch mit einem richtig packenden Setting in der Unterwelt. Auch mit ein paar kleinen Kritikpunkten hat mir die Geschichte insgesamt trotzdem sehr gefallen. Durch das offene Ende bin ich schon sehr gespannt, wie es im nächsten Band weitergehen wird.
Konnte mich nicht mit der Hauptprotagonistin anfreunden.
If Books Could Kill von Kate Eberle
-Das Konzept der Geschichte hatte sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen und ich musste dieses Buch lesen. Leider hat es aber nicht ganz meine Erwartungen erfüllt.-
Zu Beginn möchte ich sagen, dass ich ein schwieriges Verhältnis mit Romcoms habe. Es gibt wirklich nur ein paar, die mir bis jetzt richtig gut gefallen haben.
Denn bei den meisten ist mir der Humor zu sehr überspitzt. Auch hier war das leider an einigen Stellen der Fall. Es gab lustige Momente, bei denen ich auch lachen musste, aber die Stellen, bei denen der Humor von Roxie ausging, waren leider überhaupt nicht mein Fall.
Roxie war eine Protagonistin, mit der ich irgendwie nicht klargekommen bin. Sie wirkte für mich andauernd schnippisch und genervt, was nach einer gewissen Zeit echt anstrengend war. Natürlich ist es klar, dass sie nach ihrem Wunsch, der schiefgeht, nicht gerade erfreut ist, in einem Thriller gelandet zu sein. Als sich dann aber eine Chance für eine romantische Gelegenheit ergibt, wirkt sie trotzdem genervt und stellenweise auch echt gemein zum Love Interest, und ich habe mich beim Lesen gefragt, warum sie sich überhaupt so was wünscht, wenn sie dann allergisch auf alles Romantische reagiert. Als sie Grants Katze als dumm bezeichnet hat, war sie bei mir leider unten durch.
Grant als individueller Charakter fand ich wiederum toll und sympathisch. Er wird durch Roxies Chaos aus seinem ruhigen Leben als angehender Autor herausgerissen. Er ist zwar ein Besserwisser und kann es nicht lassen, Fehler anderer zu korrigieren, aber er wirkte dadurch nicht hochnäsig. Ich fand ihn sehr sympathisch und ich hätte mir gerne noch mehr Einblicke in sein Leben gewünscht. Die Dynamik zwischen den beiden fand ich ok. Durch Roxies Verhalten konnte ich dieses Prickeln zwischen ihnen nicht so fühlen.
Die Krimi Anteile waren actionreich und unterhaltsam, auch wenn man ganz klar sagen muss, dass viele Szenen extrem unrealistisch und absurd sind, und eine Einführung von zwei Nebenfiguren war wirklich mehr als seltsam. Gemeinsam müssen die beiden das Oberhaupt eines Serienmörderrings, der sich als Buchclub tarnt, entlarven. Aber zuerst müssen sie sich der Vielzahl unterschiedlicher Mörder stellen. Die Plot Twists waren manchmal vorhersehbar, aber einer hat mich schon sehr überrascht und in die Irre geführt.
Hörbuch Fazit: Dem Hörbuch würde ich aber alleine wegen der Sprecherin 5 Sterne geben. Viola Müller entpuppt sich langsam zu meiner Lieblingssprecherin. Ich habe deutlich mehr Spaß an der Geschichte gehabt, als ich zum Hörbuch gewechselt habe. Wie sie die Charaktere vertont hat, war wirklich unterhaltsam.
Fazit: Ich habe das Konzept der Geschichte so geliebt und ich wollte es echt mögen, aber leider bin ich überhaupt nicht mit der Art von Roxie warm geworden. Der Krimi Anteil war unterhaltsam, auch wenn manches sehr an den Haaren herbeigezogen war. Ich glaube, dass ich einfach nicht so der Romcom Fan bin.
Eine packende, stürmische Flut.
The Sea Spinner von Julie Johnson
– Es gibt einige Reihen, die vom Fluch des zweiten Buches betroffen sind, doch diese Geschichte hat mir sogar noch besser gefallen als Band 1. –
Der Schreibstil und das Worldbuilding waren einfach wieder grandios. Wie die Inselstadt Hylios mit den vielen Zitrusbäumen, Kanälen und dem schwimmenden Markt beschrieben wurde, war einfach traumhaft schön.
Die Geschichte ist deutlich ruhiger am Anfang, da sie sich sehr um die Charakterentwicklung dreht, aber genau das hat die Figuren nochmal so viel greifbarer und authentischer gemacht. Im ersten Band war die Stelle mit den Riesen-Tausendfüßlern eine meiner liebsten. Auch hier gibt es wieder einige neue Kreaturen, die einem die Haare zu Berge stehen lassen.
Was einem sofort auffällt, ist, wie sehr Rhya die Fyrenacht plagt. Sie versucht, so gut es geht, den Bewohnern mit ihrem Heilwissen zu helfen. Gerade in dieser schweren Zeit bräuchte sie selbst jemanden, der ihr zur Seite steht, aber Pen schirmt sich immer weiter ab bei dem Versuch, alles wieder geradezurücken. Viele Glaubenssätze haben sich in ihren Kopf eingenistet, wenn es um ihre Fähigkeiten geht. Doch sie spürt, dass Pens Ansatz für sie nicht die Lösung sein kann. Gemeinsam mit Soren versucht sie endlich, keine Angst mehr vor ihrer Macht zu haben. Was mir wirklich gefallen hat, war, dass man das Erlernen und Beherrschen von Rhyas Fähigkeiten auch wirklich miterleben konnte. In vielen Fantasy-Büchern können die Protagonisten einfach alles gleich, ohne wirklich dafür etwas machen zu müssen. Das war hier definitiv nicht der Fall. Auch wenn sie natürlich etwas Unterstützung von Soren bekommen hat, musste sie sich trotzdem vieles selbst erkämpfen.
Soren… Ich muss mich wirklich zwingen, mich kurz zu halten, denn ich könnte viel zu lange über diesen Mann schreiben. Ich war schon im ersten Teil Team Soren, und meine Liebe zu ihm und den beiden hat sich nur noch vertieft. Ich habe die neckenden Dialoge der beiden so geliebt und teilweise beim Lesen mit den Füßen gekickt wie ein verliebter Teeny, haha. Ich habe das wirklich selten, dass mich das Knistern zwischen zwei Figuren so mitreißt. Schon im ersten Buch hatte er das, was mir bei Pendefyre gefehlt hat … Er sieht Rhya als ebenbürtig und traut ihr ihre Kräfte zu, anstatt sie kontrollieren zu wollen.
Pendefyre hat es mir wieder nicht leicht gemacht. Stellenweise wollte ich am liebsten die imaginäre Wand durchbrechen und ihn mal kräftig schütteln. Wie schon aus dem ersten Teil bekannt, kämpft er noch immer damit, Rhya ihre eigenen Entscheidungen treffen zu lassen und sie nicht dauerhaft beschützen und verstecken zu wollen. Seine innere Zerrissenheit ist so spürbar und es wurde auch erklärt, warum er sich so verschließt. Es ist irgendwie auch nachvollziehbar. Trotzdem lösten manche seiner Sprüche bei mir eine Abneigung ihm gegenüber aus. Auch wenn er natürlich auch gute Eigenschaften hat.
Die Nebencharaktere haben einfach mein ganzes Herz. Durch sie ist die Reise so viel emotionaler geworden. Die Found Family aus Farley, Jac, Mabon, Cadogan und Carys bekommt aber noch Zuwachs. Einige der neuen Charaktere waren einfach zum Knuddeln. Besonders Vaughn hat es mir angetan. Was mir auch sehr gefallen hat, war die diverse Repräsentation der Figuren, denn es gab auch eine stumme Nebenprotagonistin, weshalb auch Zeichensprache in der Geschichte eine Rolle spielt.
In den letzten Kapiteln nimmt die Spannung noch einmal extrem zu und wird düster. Das Ende ist einfach absolut böse. Es bleibt so vieles offen und bei manchen Figuren weiß man wirklich nicht, wie es ihnen im nächsten Band ergehen wird.
Fazit: Nach diesem Buch ist mir klar, dass diese Reihe einen großen Platz in meinem Herzen hat. Wer Found Family liebt, wird mit den liebenswerten Nebencharakteren eine Freude haben. Dieser Band ist zwar nicht so kampflastig, aber trotzdem gibt es genug spannende Momente für meinen Geschmack. Die knisternde Romanze war für mich das Highlight. Rhya lernt viel Wichtiges über sich selbst und ihre Kräfte kennen, und so wie das Buch aufgebaut worden ist, habe ich das Gefühl, dass der letzte Band richtig episch werden wird. Ich kann und will gar nicht mehr länger warten, das nächste Buch lesen zu können.
Mein erster Danmei Roman
Dinghai Fusheng Records. Buch 1 von Fei Tian Ye Xiang
-Als großer Fan queerer Liebesgeschichten war ich sehr neugierig auf dieses Buch. Ich habe schon viel von Danmei gehört, aber selbst noch keines gelesen. Als kompletter Neuling im Genre war das Buch stellenweise nicht leicht für mich.-
Am meisten Schwierigkeiten hatte ich mit dem Erzählstil der Geschichte.
Ich glaube, 60–70 % der Dialoge bestehen nur aus der Lore des Worldbuildings, was mir persönlich zu viel war. Es hat mich eher aus der Geschichte herausgerissen, als mein Verständnis für die Welt zu vertiefen. Die Orte werden kaum beschrieben. Da ich optisch mit dem antiken China vertraut bin, konnte ich es mir trotzdem einigermaßen vorstellen. Wer aber gar kein Bild dazu hat, wird sich hier mit der Immersion deutlich schwerer tun. Eine große Stärke hatte der Schreibstil aber, und zwar der Humor, ohne den ich die vielen Hintergrundinfos nicht überstanden hätte.
Beide Protagonisten haben mir sehr gefallen. Chen Xing ist Exorzist und auf der Suche nach seinem Schutzpatron, den er unbedingt braucht, um die Menschheit vor einer drohenden Dämonenkatastrophe zu schützen. Er besitzt ein Artefakt, die Herzlampe, die ihm den Weg zu seinem Schützling weist, und diese führt zu einem mageren, verwahrlosten Gefangenen namens Xiang Shu. Chen Xing sorgt für die meisten lustigen Momente. Er ist an einem Glückstag geboren worden, deshalb sucht ihn das Glück regelrecht heim. Nur für alle anderen scheint es eher das Gegenteil zu bewirken: Wo Chen Xing auftaucht, ist Chaos vorprogrammiert.
Xiang Shu ist das komplette Gegenteil von Chen Xing. Er ist anfänglich wortkarg und launisch. Dass er der Schutzpatron des Jüngeren sein soll, passt ihm gar nicht. Außerdem scheint er etwas Wichtiges über sich vor ihm zu verbergen. Doch es bleibt den beiden nichts anderes übrig, als zusammenzuarbeiten, als die Dämonen angreifen. Xiang Shu war ein Charakter, den ich anfangs überhaupt nicht einschätzen konnte. Seine Entwicklung hat ihn dann Stück für Stück greifbar gemacht.
Die Dynamik zwischen den beiden ist wirklich der langsamste Slow Burn und man freut sich über jeden kleinen Moment, den man bekommt. Da Chen Xing erst 16 ist, fand ich das auch angemessener, dass noch nichts passiert ist. Trotzdem fand ich es schön zu sehen, wie langsam die Mauern zwischen den beiden zu bröckeln beginnen und eine Vertrautheit entsteht.
Es gibt einige Intrigen und natürlich auch Kämpfe, auch wenn diese teilweise schnell abgewickelt worden sind. Beide Protagonisten sind so stark, dass ich nicht das Gefühl hatte, um sie bangen zu müssen. Deshalb war es manchmal nicht ganz so spannend, wie erhofft.
Fazit: Da ich noch nie ein Danmei gelesen habe, hat mich die lange Diskussion über die Welt und andere Herrscher teilweise echt überfordert. Trotzdem sind mir aber die Charaktere sehr ans Herz gewachsen, besonders Chen Xing habe ich lieb gewonnen. Es gab einige Stellen, an denen ich so gelacht habe, weil ich den Humor echt toll fand. Deshalb liegt meine Sternebewertung genau in der Mitte, die positiven aber auch negativen Aspekte halten sich genau die Waage. Ich bin neugierig, wie es weitergehen wird. Ich habe schon die Hoffnung, dass es im nächsten Teil nicht ganz so viele Hintergrundinfos geben wird, da so viel in diesem Band erklärt wurde.
Eine Geschichte, die mich gesehen fühlen lässt
Violet - Die Wasserhexe und der Totengott von I. B. Zimmermann
– Nachdem ich Mona und Boris absolut geliebt habe, war meine Vorfreude auf diese Geschichte immens. Und was soll ich sagen … noch nie habe ich mich von einem Buch so gesehen gefühlt –
Die Geschichte ist deutlich düsterer als Mona, trotzdem gibt es humorvolle und schöne Momente, so dass es nicht zu extrem erdrückend wurde.
Den ganzen Charakter-Cast habe ich wieder so sehr ins Herz geschlossen.
Violet ist eine Wasserhexe. Mit ihren Kräften hilft sie im taumaturgischen Notdienst bei übernatürlichen Angriffen. Die Zombie-Attacken häufen sich immer mehr und das kollektive Bewusstsein der Untoten scheint sich weiterzuentwickeln, was eigentlich nicht passieren dürfte. Gemeinsam mit dem Gott der Toten muss sich Violet noch so viel mehr als Untoten stellen.
Wie Violets Autismus und ADHS repräsentiert und porträtiert wurden, ist so realistisch, dass ich das Gefühl hatte, dass hier gerade meine Geschichte erzählt wird. Ich bin ehrlich, mir sind nicht nur einmal die Tränen gekommen, weil der Autor das Leid meines Alltags mit den genau richtigen Worten erfasst hat. Violet liebt das Leben und trotzdem beinhaltet es so viel Leid und Schmerz, einfach nur zu existieren. Freude kann sie nur durch andere spüren, indem sie ihnen hilft. Bei diesen konstanten Bemühungen ist ein Burnout vorprogrammiert.
Und Athan, ahhh, mein Herz schlägt ebenso für ihn. So ein knuffiger, lieber und verständnisvoller Gott/Mensch. Aber auch er hat es nicht leicht, da die Verantwortung für so viele Seelen auf ihm lastet. Ich finde es so toll, dass in diesem Buch nicht nur Mental-Health-Probleme von weiblich gelesenen Personen dargestellt werden, sondern auch von männlichen.
Die beiden Protagonisten treffen sich am Tiefpunkt ihres Lebens. Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich schnell, da sie endlich jemanden gefunden haben, der hinter die aufgebauten Mauern und Masken blicken kann. Die Dynamik zwischen den beiden war wirklich zuckersüß. Ich bin normalerweise kein Fan von Insta-Love, aber hier hat es für mich geklappt.
Im zweiten Abschnitt nimmt die Nachforschung zu den Zombies an Fahrt auf und das Ende habe ich nicht kommen sehen. Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass mir die Lore zu den Zombies zu oft wiederholt wurde und es mich aus manchen Szenen etwas aus dem Lesefluss gebracht hat. Andererseits passt dieser Erzählstil perfekt zu Violets ADHS. Es gibt auch noch ein paar Zeichnungen und einen Shortcomic in Isaacs wunderschönem Zeichenstil.
Fazit: Mein Quote-Heft ist voll gefüllt, da es so viele Stellen gab, die mir aus der Seele gesprochen haben. Danke, Isaac, für dieses Buch und diese wunderbaren Charaktere, die sich immer wie eine zweite Familie anfühlen. Für mich war es heilsam. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band.











