Kunden em pfehlungen
Rezensionen von drachenzahn:
Nicht jeder Mondstein glänzt
Die Bestimmung der Mondsteinkinder von Maike Harel
Dieser Fantasyroman ab zehn Jahren beginnt sehr stark. Man kann sich sehr gut mit der Hauptperson Meelo identifizieren und begleitet ihn allzu gern auf seiner Reise zur Königslese. Die Hauptidee ist wirklich interessant, die Flügelpferde begeistern sowieso und auch die kindlichen Charaktere Meelo, Ria und Bea wurden glaubwürdig sowie interessant dargestellt.
Allerdings wirken die Erwachsenen hingegen überzogen und teilweise kindisch. Selbst zunächst spannende Charaktere wie der Sommersprossenkrieger verkommen am Ende zu einer Karikatur.
Überhaupt ist der Plot eher naiv. Kinder werden sich daran wahrscheinlich nicht stören, aber einige Sachen waren schon sehr an den Haaren herbeigezogen und die aufgeworfenen Probleme wurden mir zu leicht gelöst. Insbesondere das letzte Drittel zog sich, da alles sehr vorhersehbar war und alle (wirklich so ziemlich alle) intensiv an einem Rettungsplan arbeiteten. Hindernisse gab es weitestgehend keine.
Aber ich schaue mit dem Blick eines Erwachsenen auf das Buch. Kinder werden sicher einige Logiklöcher und politische Schwächen übersehen. Die Botschaft als solche ist tatsächlich positiv hervorzuheben: Man selbst entscheidet, für was man bestimmt ist und was man mit seinem Leben anfangen möchte. Aufgrund dieser Message und den mutigen Kindern, die den Ungerechtigkeiten trotzen und ihren eigenen Weg gehen, kann ich das Buch dennoch empfehlen.
Meine Tochter war begeistert
Wieso? Weshalb? Warum? Meine Vorlesegeschichten, Band 3 - Wer ist hier im Einsatz? von Inka Friese
Wir haben bereits die beiden Vorgängerbände, aber keines traf auf so großen Zuspruch wie dieses. An sich interessiert sich unser Kind sehr für Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst, hier aber wurde die entsprechenden Themen so aufgegriffen, dass sie sich auch als Mädchen angesprochen fühlte. Ich schätze an der „Wieso? Weshalb? Warum?“-Reihe sowieso sehr, dass sie sich bewusst von Rollenklischees distanziert, ohne aber das selbst zum Thema zu machen.
Es wird als nichts Außergewöhnliches beschrieben, dass eine Frau bei der Feuerwehr ist oder als Rettungsschwimmer Leben rettet. Ein Kind hat zudem zwei Mamas. Das wird jedoch nie näher besprochen. Es ist halt so.
Der Detektivclub „Rabbits“ besteht aus den vier Kindern Lenny, den Geschwistern Kojo und Abena sowie dem Mädchen Toni. Wie bereits in den Vorgängerbänden drehen sich alle Geschichten um diese vier Kinder, die mal mehr oder weniger prominent vertreten sind. Man lernt auf diese Weise die einzelnen Charaktere sehr gut kennen und kann quasi eine Beziehung zu ihnen aufbauen. Auch Nebencharaktere wie Frau Heine oder die Eselsbrücke für 112 bleiben im Gedächtnis.
Die Geschichten sind zudem lehrreich und amüsant zugleich. So erfahren die Kinder mehr über Hornissen, die Froschwanderungen, Baderegeln, erste Hilfe, die Arbeit von verschiedenen Rettungsdiensten und so weiter. Es gibt nur wenige Stories, die wir bislang nur einmal gelesen haben. Meine Tochter und ich können das Buch allen Kindern ab 4 Jahren empfehlen, die an ihrer Umwelt im Allgemeinen und an Rettungseinsätzen im Speziellen interessiert sind, und gerne wissen wollen, wie alles zusammenhängt. Toll!
Geschichte neu erzählt?
Auf den Spuren unserer Vorfahren von Raksha Dave
Das großformatige Kindersachbuch „Auf den Spuren unserer Vorfahren“ lädt zu einer Reise durch vierzehn alte Kulturen von der Frühzeit bis zur Spätantike ein. Besonders die visuelle Gestaltung hat uns sehr gut gefallen. Die farbenfrohen, detailreichen Illustrationen von Kimberlie Clinthorne-Wong schaffen es, die verschiedenen Lebenswelten lebendig und abwechslungsreich darzustellen.
Die Aufmachung des Buches ist zudem hochwertig, das Layout übersichtlich und nicht zu überladen.
Jede Kultur wird auf zwei Doppelseiten vorgestellt. Die erste Doppelseite vermittelt einen Überblick über das Leben und die Besonderheiten der jeweiligen Gesellschaft, die zweite präsentiert archäologische Fundstücke, die das zuvor Erzählte greifbar machen sollen. So soll gezeigt werden, dass im alten China auch Frauen kämpften, schwarze Pharaonen das alte Ägypten regierten oder Frauen (indirekt) bei den antiken Olympischen Spielen gewannen.
Dabei verfolgt das Buch das Ziel, neue Perspektiven auf die Geschichte zu eröffnen. Es stellt Kulturen vor, die in klassischen Geschichtsbüchern oft vernachlässigt werden, thematisiert Geschlechtergerechtigkeit, nachhaltige Lebensweisen (wobei das in einer nicht-technischen Welt wahrscheinlich auch nicht anders zu erwarten ist) und kulturelle Vielfalt. Das Buch möchte einladen, unsere bisherigen Vorstellungen über die Vergangenheit zu hinterfragen.
So lobenswert dieser Ansatz auch ist, inhaltlich bleibt das Buch hinter den Erwartungen zurück. Besonders beim Vorlesen fallen schnell die vielen Wiederholungen auf. Häufig werden dieselben Informationen mehrfach aufgegriffen, ohne sie vertiefend auszuführen. Auch die Auswahl und die Erklärungen der archäologischen Funde wirken nicht immer überzeugend. Teilweise fällt es mir auch schwer, einen echten Zusammenhang zwischen der getroffenen Aussage und den gezeigten Fundstücken herzustellen. Zumindest ist mir nicht klar, warum Harpunen und Kleidung die Gleichberechtigung bei den Inuits beweisen sollten.
Das Buch ist an sich für Kinder ab 7 Jahren gedacht. Doch für Leseanfänger eignet es sich schon wegen der kleinen Schriftgröße nicht, aber auch einige Fremdwörter wie „rasterförmig“, „Shang-Dynastie“, „Ingenieurskunst“ oder Eigennamen wie „Cahokia“, „Chunkey“, „Ibrahim Ibn Yaqub At-Tartûschi“, „Haithabu“ erschweren das eigenständige Lesen. Das Glossar am Ende erklärt einige Begriffe wie „Schmelztiegel“, „heidnisch“, „soziales Geschlecht (Gender)“ oder „Zitadelle“ knapp, aber recht verständlich.
Insgesamt ist „Auf den Spuren unserer Vorfahren“ ein visuell beeindruckendes und thematisch ambitioniertes Kindersachbuch, das wichtige Impulse setzt und zum gemeinsamen Lesen und Entdecken in der Familie einlädt. Inhaltlich bleiben die Erklärungen jedoch stellenweise zu oberflächlich, und einige der Fundstücke wirken willkürlich ausgewählt. Wer sich fundiertere Zusammenhänge oder wirklich neue Erkenntnisse erhofft, könnte hier etwas enttäuscht sein.
Trotz dieser Schwächen ist das Buch ein schöner Einstieg in die Archäologie und zeigt Kindern, dass Geschichte bunt, vielfältig und alles andere als langweilig ist.
Moderner Kunstunterricht
Mein magisches Museum und Vincent van Gogh von Anne Funck
Dieses Buch probiert einen neuen innovativen Weg, um Kindern sowohl Kunst als auch das Leben und Wirken von van Gogh nahezubringen. Es verbindet die Biografie dieses beeindruckenden Malers, mit verschiedenen Kunsttechniken und konkreten Mitmachaufgaben. Auf diese Weise können sich junge Künstler nicht nur theoretisch mit dem Thema auseinandersetzen, sondern auch selbst kreativ werden und das Gelernte umsetzen.
Das Besondere daran ist, dass man aufgefordert wird, direkt auf die Seiten zu zeichnen und zu malen. Auf diese Weise werden die Kinder bzw. ihre Bilder Teil dieses Buches und vervollständigen es. So soll sie ihren Fußabdruck zeichnen, Erdfarben herstellen und damit Kartoffeln (aus)malen. Man erhält die Möglichkeit, sein Traumland zu malen, am besten in der beschriebenen Technik, warme und kalte Farben zu kombinieren und so zum Strahlen zu bringen. Es gibt auch eine Aufgabe, bei der zerteilte Sätze durch Verbinden wieder zusammengefügt werden oder auch Schatten mit dem entsprechenden Gegenstand.
Wie nebenbei erhält man dazu spannende Einblicke in das Leben van Goghs und in seinen Entwicklungsprozess. Es befinden sich zahlreiche Abbildungen seiner Werke im Buch. Als Rahmenhandlung dient eine geplante Ausstellung, bei der jedoch einige Bilder durch die Farbwichtel ruiniert wurden. Indem sich die Kinder mit den Farben van Goghs beschäftigen, sollen sie sozusagen den Wichteln das Handwerk legen.
Die Idee ist prinzipiell toll. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob es perfekt auf die angestrebte Altersklasse von 6 Jahren zugeschnitten ist. Während sich die Inhalte meiner Meinung nach eher für ältere Grundschüler eignen, passen die Aufgaben selbst mehr zu Kindergartenkindern, da sie überwiegend zu einfach sind. Es ist aber nicht schwer, sich selbst ein paar anspruchsvollere Aufträge zu überlegen, die gut zum Text passen.
Mir persönlich widerstrebt es auch, direkt in das Buch hineinzumalen – insbesondere mit selbst angerührten Farben. Das Papier scheint zwar recht dick zu sein, aber die Gefahr, am Ende das Buch komplett ruiniert zu haben, ist sehr groß. Wahrscheinlich würde ich die Seiten vorher lieber kopieren, was bei diesem Format aber gar nicht so einfach ist.
Junge Künstler werden von diesem Werk sicher angesprochen werden. Ich denke, auch oder vor allem für den Kunstunterricht lässt sich gut die eine oder andere Idee aufgreifen und adaptieren. Zumal die einzelnen Aufgaben wirklich sehr gut mit dem Leben und Schaffen van Goghs abgestimmt wurden.
Finale mit Schwächen
Tale of the Heart Queen von Nisha J. Tuli
Der abschließende Band der Reihe hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Ich hatte mich sehr auf die Fortsetzung gefreut und war gespannt, wie der fiese Cliffhanger vom letzten Mal aufgelöst werden würde, aber über weite Strecken hat mich das Buch eher enttäuscht. Das Tempo war gerade zu Beginn eher zäh und es gab endlose Gedankenmonologe, die immer wieder das aktuelle und vergangene Geschehen analysierten.
Die Geschichte kam einfach nicht vorwärts.
Insbesondere die erste Hälfte hat mich gelangweilt und genervt. Das lag aber hauptsächlich an Zerra, die zu einer unrealistischen und albernen Karikatur verkam. Auch die Auflösung des Cliffhangers war eher flach. Erst als der eigentliche Feind sich offenbarte, wurde das Geschehen deutlich interessanter, und Antagonisten wie der Aurora-König bekamen eine vielschichtigere Darstellung. Letztlich wurden auch alle Handlungsstränge zu einem befriedigenden Ende gebracht.
Wer bisher mit Lor und Nadir mitgefiebert hat, kommt auf jeden Fall nicht um diesen letzten Band herum. Die Handlung als solche ist nicht uninteressant, hätte aber noch etwas kompakter erzählt werden können.
Wie eine Seifenoper
Der Kindersuchdienst von Antonia Blum
Dieses Buch hat mich mit seiner Thematik sofort angesprochen, doch leider wurden zu viele Schicksale gleichzeitig bearbeitet und ein Zufall bzw. Ereignis jagte das nächste, sodass es mir teilweise schwerfiel, mit den Charakteren mitzufühlen. Einige Entwicklungen empfand ich zudem als kitschig und unrealistisch.
Man sollte zudem wissen, dass Buch bewusst offen endet. Der Folgeband ist aber bereits in Planung.
Die Idee hinter dieser Geschichte ist durchaus interessant. Es geht darum, dass der Kindersuchdienst Hamburgs durch Krieg und Armut zerrissene Familien wieder zusammengeführt werden. Dabei wird das Leben von Waisen als auch von verzweifelten (Adoptiv-)Eltern geschildert. Die zwei Hauptcharaktere Annegret und Charlotte setzen sich engagiert ein, um ihnen zu helfen.
Ich fand es besonders interessant, welche Strategien Annegret bei ihrer starken Lese-Rechtschreibschwäche einsetzt. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen und hat einen unehelichen Sohn, für den sie alles tun würde. Charlotte hingegen flieht vor einer ungewollten Verlobung und muss als Tochter einer wohlhabenden Familie erst einmal lernen, wie man auf eigenen Beinen steht.
Die Ausgangsidee ist wirklich toll, aber die zahlreichen Erzählstränge und deren teilweise doch etwas albernen Wendungen haben die Geschichte für mich letztlich verdorben. Es war mir einfach zu viel und auch zu kitschig. Dasselbe gilt für die Liebesbeziehungen. Ständig dieses Hin und Her. Die Figuren reden nicht wirklich miteinander und dann wieder lösen sich bestimmte Probleme plötzlich in Luft auf bzw. neue tauchen auf.
Eine kompaktere Erzählweise hätte dem Buch gutgetan. Die Figuren selbst sind vielschichtig und interessant, die emotionale Tiefe geht aber durch die vielen verschiedenen Handlungsstränge und die häufigen Wendungen verloren.
Der Lesespaß geht weiter
Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer, Band 8 - Ein Hai im Badesee von Cally Stronk
Der achte Band der witzigen Rätselreihe ist wieder ein gelungener Spaß für Freunde der Zwillinge und der diebischen Verwandlungskünstler Topf und Deckel. Allerdings befindet sich inzwischen deutlich mehr Text auf den einzelnen Seiten und der Bildanteil ist deutlich zurückgegangen im Vergleich zu den Vorgängerbüchern.
Vielleicht weil man davon ausgeht, dass die Leser mitgewachsen sind und nun mehr Futter bekommen können.
Ansonsten ist die Geschichte natürlich sehr empfehlenswert. Man muss auch nicht die Vorgänger kennen, um diesen Band genießen zu können. Die Kinder reisen mit ihren Eltern und den Tieren Brötchen, Pfötchen und Sokrates an einen Badesee. Doch was ist das? Ein Hai im Badesee?! Wie kann das sein? Tatsächlich taucht die viel erwähnte Tante Gundula erstmals persönlich im Buch auf.
Die Geschichte ist wie gewohnt in einem humorvollen und kindgerechten Ton geschrieben. Die große Fibelschrift ist perfekt für Erstleser geeignet. Zudem unterstützen die farbigen Abbildungen das Verständnis. Allerdings würde ich es aufgrund des höheren Textanteils eher schon für geübtere Leser empfehlen. Insgesamt handelt es sich um eine tolle Ergänzung der Reihe.
Unsere Welt verstehen
Was ist arm und was ist reich? von Kristina Scharmacher-Schreiber
Die meisten Kinder haben keine wirkliche Vorstellung davon, was es bedeutet, arm oder reich zu sein. Vor allem fehlt ihnen Vergleichsmöglichkeiten und auch Vergleichspunkte. Zählt denn nur der Kontostand oder sind vielleicht andere Werte mindestens ebenso bedeutsam.
Dieses Buch nähert sich in verschiedenen Kapiteln und Fragestellungen diesem wichtigen Thema, etwa „Absolut arm?“, „Wie war das früher?“, „Warum hat man wenig Geld?“, „Viel Arbeit = viel Geld?“, „“Was ist Hunger?“, „Was tut die Weltpolitik?“ … und viele mehr.
Dabei werden politische, faktische und philosophische Betrachtungen weltweit mit einbezogen.
Kleine witzige Comics lockern das sachliche Thema dabei auf und bieten zahlreiche Beispiele, in denen sich der Leser wiederfinden kann bzw. eine andere Perspektive erhält. Das Buch ist zudem so geschrieben, dass es nie belehrend oder anmaßend herüberkommt. Man erhält vielmehr kindgerechte Erklärungen aus verschiedenen Blickwinkeln, mit denen man sich selbst eine Meinung bilden kann.
Ich finde dieses Sachbuch tatsächlich sehr wichtig und kann es jedem empfehlen, der Antworten auf schwierige Fragen sucht. Das Buch eignet sich ab dem Grundschulalter und bietet jede Menge Gesprächsanlässe für zu Hause oder auch in der Schule.
Märchenhaft und tiefgründig
Anis von Rowan Foxwood
Die Geschichte um das Mädchen Anis vereint kunstvoll Motive aus Volksmärchen verschiedenster Kulturen. Figuren wie die geheimnisvolle Hexe erinnern an Baba Yaga, während andere Wesen beinahe einem Ghibli-Film entsprungen scheinen. Besonders „Prinzessin Mononoke“ kam mit beim Lesen in den Sinn.
Trotz dieser vertrauten Elemente entsteht eine ganz eigene, faszinierende Erzählung, die vor allem die Gegensätze von Tradition und technischem Fortschritt ins Zentrum rückt.
Anis lebt seit ihrer Kindheit in einem Flickwerkhaus im sagenumwobenen Weißwald. Als sogenannte Herzseherin kann sie Dinge wahrnehmen, die anderen verborgen bleiben, darunter auch Naturgeister wie ihren treuen Begleiter, den Geisterhund Wolf. Doch als ihr Vormund ihr droht, alles zu nehmen, was ihr am Herzen liegt, macht sie sich auf den Weg in die Hauptstadt. Dort hofft sie, ihren Bruder zu finden und den König um Hilfe zu bitten. Auf ihrer Reise begegnet sie nicht nur wundersamen Kreaturen, sondern wird auch von einem düsteren Tintenwesen und dem habgierigen Herrn Biedermann verfolgt.
Dieses Buch ist ein echtes Kleinod. Es entführt die Lesenden in eine zauberhafte Welt voller Magie und Poesie, in der man schnell versinkt. Besonders die Darstellung der Naturwesen ist vielschichtig, oft anrührend und immer mit großer Fantasie gestaltet. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob ein Leben im Einklang mit der Natur auch in einer sich wandelnden, technisierten Welt möglich ist. Die Autorin erzählt mit viel Herz, Wärme und einer tiefen Verbundenheit zur Natur.
Ich empfehle dieses Buch allen, die fantasievolle Geschichten mit Tiefe lieben und gerne in andere Welten abtauchen. Es vereint Folklore mit aktuellen Themen wie Nachhaltigkeit und das Verhältnis zwischen Mensch und Natur auf kluge und gefühlvolle Weise. Es ist ein stilles, aber kraftvolles Märchen für Jung und Alt, das zum Träumen, Nachdenken und Staunen einlädt.
Gothic Games mit Herzklopfen
Phantasma - Spiel um dein Leben, fürchte die Liebe von Kaylie Smith
Phantasma ist eine ungewöhnliche, aber spannende Mischung aus „Hunger Games“, Gruselgeschichte und Romantik. Das Buch konnte mich schnell in seinen Bann ziehen und überzeugte überwiegend. Lediglich die Liebesgeschichte wirkte am Ende etwas platt und vorhersehbar. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen.
Es gibt jedoch einen Nachfolgeband Enchantra, in dem es aber vordergründig um Genevieve geht.
Nachdem Ophelias Mutter unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, musst Ophelia das magische Erbe der Familie Grimm übernehmen. Doch als wäre das alles nicht schon schlimm genug, droht die Bank, ihnen das Haus wegzunehmen. Kurz darauf verschwindet ihre Schwester Genevieve. Ihre Spur führt Ophelia zu den tödlichen Spielen des Hauses Phantasma. Um sie zu retten, stürzt sie sich ebenfalls in dieses waghalsige Turnier und geht einen fragwürdigen Deal mit dem charismatischen und unberechenbaren Phantom Blackwell ein.
Die Spiele sind teilweise recht originell und überraschend. Das Leben im Haus Phantasma wird zudem sehr atmosphärisch geschildert, sodass man schnell in diese Gothic-Umgebung eintauchen kann. Die Beziehung Ophelias zu ihrer Schwester wirkt sehr echt, mit Ecken und Kanten. Lediglich das Ende der Geschichte war mir dann doch etwas zu kitschig, einfach und offensichtlich gewesen. Es fehlt der Biss und der Überraschungseffekt. Genial fand ich hingegen die Schattenstimme, die in Ophelias Kopf herumspukt, und die ihr immer wieder mit schrecklichen Ereignissen droht, wenn sie nicht augenblicklich irgendeine Zwangshandlung ausführt, wie zum Beispiel dreimal an eine Tür zu klopfen oder ähnliches.
Phantasma ist trotz des kitschigen Endes ein atmosphärisches Leseerlebnis mit viel Spannung, knisternder Romantik und ein paar kreativen Einfällen. Ein wunderbarer Tipp für alle, die romantische Mystery-Geschichten mit düsterem Flair lieben.











