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Rezensionen von Arambol:

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Bauchgefühl

Südlich von Porto lauert der Tod von Mariana da Silva


"Nur bei einem gemeinsamen Essen war man so richtig zusammen."

Eine olfaktorische und kulinarische Reise in das spätsommerliche Portugal.
Torreira, ein kleiner verschlafener Küstenort südlich von Porto, Ende September. Die Sommer Saison ist fast beendet, es wird ruhig: Jeder kennt in Torreira jeden, das Leben geht einen beschaulichen Weg.

Bis die Leiche einer Kunstgutachterin in einem Ferienhaus gefunden wird und diese sogleich wieder verschwindet: wo ist Raquel Martins de Souza? Was steckt hinter ihrem Tod?

Eine sehr entspannt und gemächlich erzählte Kriminalgeschichte vor einer Postkartenidylle fernab von Hektik und Stress. Mit sehr viel Gelassenheit und Ruhe wird die Handlung langsam entwickelt und die einzelnen, liebevoll gezeichneten Charaktere vorgestellt.
Der etwas naive Dorfpolizist João, die Stuttgarter Polizistin und Urlauberin Ria Almeida, sowie ihre Cousine Mariposa, der Inhaber des örtlichen Bestattungsinstituts Nuno, aber auch der cholerische Comissário Joaquim Baptista. Das emotionale Beziehungsgeflecht zwischen diesen Protagonisten wird vorsichtig geknüpft ist zeitweise aber durchaus auch gespannt.

Die Lektüre lässt direkt Urlaubsstimmung aufkommen: der Schreibstil ist äußerst unaufgeregt, flüssig und gut zu lesen, ohne jemals Langeweile aufkommen zu lassen.
Die Lösung des Falles kommt ohne größere Überraschungen aus und ist in sich schlüssig.

Auch das Buchcover mit den blau-weiß
gemusterten Keramikfliesen, der bunten Häuserfassade und den traditionellen Fischerbooten hat mich direkt sehr positiv angesprochen.

Ein lohnenswerter Trip an die portugiesische Atlantikküste: Leseempfehlung.

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Bauchgefühl
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Einfach mutig sein!

Der Morgen von Marc Raabe


"Aber hier drin", sie tippte ihm an die Schläfe, "da bist du immer noch der kleine arme Junge, der glaubt, dass er nichts wert ist."

Nach der überragenden Tom Babylon Reihe nun der Auftakt in eine neue Thriller-Serie: das ziemlich ungleiche Ermittlerteam Artur Mayer (ehemaliger Ex-BKA-Beamter) und Nele Tschaikowski (Kommissaranwärterin) arbeiten gemeinsam an ihrem ersten Fall.

Berlin im eisigen Winter kurz vor dem G20-Gipfel: An der Siegessäule wird eine Leiche gefunden und ein sehr konkreter Hinweis deutet auf den Kanzler der Bundesrepublik Deutschland...

Von Beginn an wird man mit enormen Tempo in eine ultra spannende Geschichte katapultiert. Man mag das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Spuren aus der Vergangenheit: Durch Rückblenden in ihre Jugendzeit erfahren wir viel zur Vorgeschichte der Protagonisten. Zunächst kann man aber nur rätseln wer aus der Jugend-Clique Jahre später wie in die aktuellen Entwicklungen verstrickt  ist.

Marc Raabe erschafft sehr glaubhafte Charaktere mit ihren ganz eigenen, individuellen Stärken und Schwächen.
Art und Nele haben mich vollends überzeugt, ein neues Ermittlerduo, das absolut authentisch und sympathisch daher kommt. Unterschiedlicher könnten die beiden eigentlich nicht sein und dennoch verbindet sie ein immer stärker werdendes emotionales Band aus Verständnis und gegenseitigem Vertrauen.

Eine fast 600 Seiten lange wilde Achterbahnfahrt; ein Buch, das schon jetzt einen der vorderen Plätze meiner Liste zum Buch des Jahres 2023 einnimmt. Die Lösung des Falles ist überraschend, lange nicht vorhersehbar und gipfelt in einem dramatischen Finale.

"Der Morgen“ ist der perfekt gelungene Start in Marc Raabes neue Thrillerserie.
Ich freue mich sehr auf die angekündigte "Dämmerung" im Frühjahr 2024.

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Einfach mutig sein!
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Jeder Mensch hat Fragen

Wo ist die Mitte des Weltalls? von Jorge Cham; Daniel Whiteson


"Nun ja  wir leben in einer seltsamen Realität..."

Es ist sehr lange her, dass ich das letzte Mal ein populärwissenschaftliches Buch in der Hand gehabt habe, das so viel Spaß gemacht hat. Selbst die Fußnoten sind extrem unterhaltsam und sehr witzig geschrieben.

In den 60er Jahre geboren, habe ich die Anfänge der Raumfahrt bis hin zur ISS miterlebt.

Deshalb interessieren mich Astronomie und Astrophysik von jeher.

Das Prinzip von Ursache und Wirkung: im Buch werden Fragestellungen behandelt, die wir uns sicherlich alle schon mal gestellt haben. Wieso sind Reisen in der Zeit nicht möglich? Wenn es unendlich viele Planeten gibt, auf denen intelligentes Leben möglich ist,  weshalb ist die Erde dann immer noch nicht von Außerirdischen besucht worden?

Die Themen sind alles andere als trivial (die Lektüre setzt ein gewisses Interesse im Fach Physik voraus), die Erklärungen erscheinen immer schlüssig; viele AHA-Momente inklusive. Natürlich liefert die Lektüre aber keine allumfassende Weltformel die unser Universum erklärt. Leider etwas zu oft lautet die Erklärung: was die moderne Physik nicht ausschließen kann, ist demnach faktisch möglich und somit sogar mehr als wahrscheinlich. Auch wird mir zu oft mit unendlich großen (alternativ unendlich kleinen)  unvorstellbaren Dimensionen und Zahlen argumentiert.

Trotzdem schafften es die Autoren mehrfach, mich bei der Erläuterung von komplexen Sachverhalten mit viel Wortwitz zu verblüffen. Es macht einfach Spaß den Gedankens zu folgen und sich auf die formulierten Thesen einzulassen.

Aber mal ehrlich: Spielen eigentlich ehrlich Bananen und eine sehr bekannte Nuss-Nougat-Creme eine so entscheidende Rolle bei der Erklärung unserer Welt? Und wie viele Liter Kaffee haben die Autoren beim Schreiben dieses Buches tatsächlich verschüttet?

Den mehr als 300 Cartoons hätte ich gerne - im wahrsten Sinne des Wortes - mehr Platz eingeräumt. Sie sind gut gelungen, nicht nur Zugabe, aber teilweise unscheinbar klein.

Eine Leseempfehlung für alle, die sich zumindest ansatzweise für Physik interessieren (sollten) und ganz weit über den Tellerrand hinaussehen möchten. Sie sollten bereit sein, viel Vorstellungsvermögen und Fantasie mitzubringen.

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Jeder Mensch hat Fragen