Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Arambol:
Giftige Faszination
To Die For von Jedrzej Golecki
„Was dem einen Gift ist, ist dem anderen Heilung.“
Das dunkle Cover mit der roten Schrift passt wunderbar zum Thema und wirkt geheimnisvoll. Dazu kommt der schwarze Farbschnitt mit seinem lateinisch-deutschen Sinnspruch. Die hochwertige Gestaltung macht neugierig und stimmt auf den Inhalt ein.
In 17 Kapiteln widmet sich Jedrzej Golecki jeweils einem Giftpilz. Neben bekannten Vertretern wie dem Fliegenpilz oder dem Grünen Knollenblätterpilz lernt man dabei auch weniger bekannte Arten kennen. Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat, gefolgt von einer farbigen Illustration im Stil alter Lehrbücher und einem ausführlichen Steckbrief. Anschließend erzählt der Autor von historischen Begebenheiten und Menschen, die mit dem jeweiligen Pilz in Berührung gekommen sind – manchmal mit tödlichem Ausgang.
Überrascht hat mich, dass manche giftige Pilzarten früher als Delikatesse galten oder in bestimmten Teilen der Welt noch immer auf dem Speiseplan stehen.
Golecki verbindet fundiertes Wissen mit unterhaltsamen, mitunter makabren Geschichten, ohne dabei den Sachbuchcharakter aus den Augen zu verlieren. Die düstere Atmosphäre zieht sich durch das gesamte Buch und passt hervorragend zum Thema. Zahlreiche Quellenangaben unterstreichen, wie gründlich der Autor recherchiert und sich mit den verschiedenen Pilzarten auseinandergesetzt hat.
Eine ausführlichere Einführung in die Welt der Pilze hätte ich mir gewünscht, um gerade zu Beginn noch besser in die Thematik hineinzufinden. Auch mit der stellenweise verwendeten Frakturschrift bin ich nicht ganz warm geworden, wobei sie glücklicherweise nur vereinzelt zum Einsatz kommt.
To die for ist ein außergewöhnliches Sachbuch. Wer sich für Pilze interessiert und sich auch mit ihrer giftigen, mitunter tödlichen Seite beschäftigen möchte, dürfte hier einiges entdecken.
Weder cozy noch crime
Mord in Notting Hill von May Wellington
„Die Stimmung auf dem Filmset war von eigentümlicher Sensibilität und intensiver Konzentration.“
Bei den Dreharbeiten zu Notting Hill kommt es zu einem gefährlichen Zwischenfall, bei dem Hauptdarsteller Hugh nur knapp einem Unfall entgeht. Schnell steht der Verdacht im Raum, dass jemand gezielt versucht, ihm zu schaden.
Der ehemalige MI5-Agent Rick wird engagiert, um Hugh zu beschützen. Während die Dreharbeiten weitergehen, versuchen die beiden herauszufinden, wer hinter den Vorfällen steckt.
Von Mord in Notting Hill hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Die Geschichte ist dünn, die Charaktere bleiben blass und die Dialoge wirken hölzern und aufgesetzt. Vom angekündigten britischen Humor ist nichts zu spüren.
Spannung kommt auch nicht auf.
Die Handlung plätschert ohne überraschende Wendungen vor sich hin. Dass bei gerade einmal 220 Seiten Langeweile aufkommt, ist schon bemerkenswert.
Cozy Crime ist das für mich jedenfalls nicht. Doch auch als Krimi funktioniert die Geschichte nicht. Die Auflösung wirkt unglaubwürdig, das Motiv bleibt unverständlich und das Ende überzeugt nicht.
Unterm Strich bleibt ein Krimi, der weder Spannung noch Atmosphäre aufkommen lässt und mich nicht überzeugen konnte.
Hatte mehr erwartet
Guinness World Records - Gamer's Edition 2027 von Guinness World Records Ltd.
„Freut euch auf eine virtuelle Tour um die Welt.“
Als großer Freund von Videospielen hatte ich mich auf die „Guinness World Records Gamer’s Edition 2027“ gefreut. Vorgestellt werden bekannte Games, erfolgreiche Spieler und besondere Leistungen, ergänzt durch zahlreiche Fakten und Hintergrundinformationen rund ums Gaming.
Allerdings hatte ich mir von einer Weltrekorde-Ausgabe deutlich mehr abgedrehte, skurrile und wirklich erstaunliche Rekorde erhofft. Stattdessen ist das Buch vor allem ein abwechslungsreicher Streifzug durch die Geschichte und Gegenwart der Videospielwelt – mit vielen interessanten Fakten und Zahlen.
Wenig gefallen hat mir die Gestaltung. Das Layout wirkt auf mich hektisch, zu bunt und überladen. Zwischen den vielen Bildern, farbigen Textflächen und teilweise recht klein gedruckten Texten musste ich auf manchen Seiten erst einmal herausfinden, wo ich überhaupt anfangen soll. Für mich ist das auf Dauer anstrengend.
Auch die Spieleauswahl passt so gar nicht zu einer Ausgabe, die sich an Leser ab 8 Jahren richtet. Einige Inhalte und Spiele empfinde ich dafür als eher ungeeignet. Zudem habe ich mich bei Aussagen wie den angeblich beliebtesten Freizeitaktivitäten in Deutschland – Wandern und Oktoberfest – gefragt, wie genau diese Auswahl zustande kommt.
Unterm Strich hat mich die Gamer’s Edition 2027 deshalb enttäuscht. Für Videospiel-Fans gibt es einiges zu entdecken, aber von einer Weltrekorde-Ausgabe hätte ich mir deutlich mehr kuriose Rekorde, skurrile Fakten und überraschende Geschichten gewünscht.
Ruhig erzählt
Rotwein im Blut von Georg Torres
„Schöne Sätze sind manchmal nur eine elegante Art, etwas anderes nicht auszusprechen.“
Mallorca, Sonne, Meer, Weinberge und eine dramatisch in Szene gesetzte Leiche: Der Winzer Nadal Diaz wird brutal ermordet in seinem eigenen Weinkeller aufgefunden. Inspectora Ana Banderas und ihr Kollege Donis Nuñez ermitteln und merken schnell, dass in der scheinbar idyllischen Welt des mallorquinischen Weinbaus einiges im Argen liegt.
Dann geschieht ein weiterer Mord, und mit ihm kommen immer mehr dunkle Geheimnisse, alte Konflikte und dubiose Geschäfte ans Licht.
„Rotwein im Blut“ ist ein Krimi, der sich Zeit lässt. Georg Torres erzählt ruhig und ohne unnötige Hektik, hält dabei aber trotzdem die Spannung hoch.
Die mallorquinische Umgebung wird sehr stimmungsvoll eingefangen. Weinberge, Weinkeller, Land und Leute gehören ganz selbstverständlich zur Geschichte und verleihen dem Kriminalfall eine besondere Atmosphäre. Der Gegensatz zwischen der sonnigen Insel und den dunklen Geheimnissen, die nach und nach ans Licht kommen, funktioniert dabei sehr gut.
Inspectora Ana Banderas und Donis Nuñez sind sympathische und glaubwürdige Ermittler. Auch die Nebenfiguren sind interessant und überzeugend gezeichnet. Einige haben mich durchaus überrascht – allen voran Sonia, die für mich zu den interessantesten Charakteren der Geschichte gehört.
Der Schreibstil ist angenehm; insgesamt macht dieser Regional-Krimi einfach Spaß.
Für mich ist „Rotwein im Blut“ ein sehr atmosphärischer Mallorca-Krimi, der Spannung mit einer kleinen Reise durch die Welt des Weinbaus verbindet. Ein etwas anderer Krimi, der gerade durch seine ruhige Erzählweise überzeugt.
Klare Leseempfehlung.
Ich bin schon neugierig und gespannt auf den nächsten Fall. Die Leiche auf dem Golfplatz ist ja bereits gefunden...
Komplexe Handlung
Alles wird Asche von Nele Neuhaus
"Die perfideste Form von Macht bestand inzwischen gar nicht mehr darin, die Wahrheit zu verbergen, sondern darin, beliebig viele Wahrheiten erzeugen zu können."
Seit Jahren lese ich die Taunus-Krimis um Pia Sander und Oliver von Bodenstein und freue mich immer wieder auf einen neuen Fall.
„Alles wird Asche“ ist inzwischen der 12. Band der Reihe und erzählt erneut eine abgeschlossene Geschichte. Trotzdem empfehle ich, die Bücher in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen, denn nur so lassen sich die vielen Verknüpfungen zu früheren Fällen und die persönliche Entwicklung der Charaktere richtig einordnen.
In einer brennenden Villa im Taunus stirbt eine Frau, wenig später kommt ein Bauunternehmer in einem Frankfurter Rohbau ums Leben. Die Ermittlungen führen Pia und Oliver zum verstorbenen Milliardär Patrick Brinkhoff, seiner Familie und seiner Firma, die einen revolutionären KI-Chatbot entwickelt hat. Je tiefer die Ermittler in ein Geflecht aus Gier, Loyalität und alten Konflikten eintauchen, desto näher kommen sie dem Täter.
„Alles wird Asche“ ist erneut ein überaus aktueller und brisanter Roman. Dabei stehen Themen wie die Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz, der fahrlässige Umgang mit sensiblen Daten in sozialen Netzwerken und die scheinbar sorglose, unzureichende Absicherung von Smart-Home-Systemen im Fokus.
Die Figuren sind glaubwürdig und individuell charakterisiert. Auch bei einigen bekannten Charakteren gibt es interessante und teilweise schicksalhafte Entwicklungen im Privatleben.
Durch zahlreiche unterschiedliche Erzählperspektiven gibt es viele mögliche Spuren und Verdächtige. Allerdings ist die Handlung sehr komplex angelegt und zieht sich dadurch stellenweise etwas in die Länge. Der Kriminalfall ist interessant konstruiert, hätte für meinen Geschmack aber deutlich mehr Spannung vertragen können.
Fazit: „Alles wird Asche“ ist ein gut konstruierter und thematisch aktueller Krimi, der mich insgesamt überzeugt hat. Für mich nicht der stärkste Band der Reihe, da es stellenweise an Spannung fehlt – trotzdem unterhaltsame Krimikost auf hohem Niveau.
Gnadenlos abgründig
Totensee von Sophie Czerny
„Hör gut zu. Dein größter Feind wird nicht da draußen warten. Er steckt in dir…“
Die suspendierte Kommissarin Ada Sabel ist verzweifelt auf der Suche nach ihrer entführten 14-jährigen Tochter Mara. Als eine kopflose Leiche gefunden wird, auf deren Rücken Adas Name eingeritzt wurde, glaubt sie an einen Zusammenhang mit der Entführung.
Auf eigene Faust beginnt sie zu ermitteln und stößt dabei auf immer mehr dunkle Geheimnisse. Die Spuren führen sie schließlich tief in ihre eigene Vergangenheit.
Hamburg, Berlin, München, Wien und Salzburg, dazu mehrere Zeitebenen und zahlreiche Handlungsstränge: „Totensee“ verlangt dem Leser zunächst einiges ab. Der Einstieg ist überaus anstrengend und verwirrend. Selbst nach knapp 100 Seiten hatte ich noch keine wirkliche Vorstellung davon, welche Geschichte hier eigentlich erzählt werden soll. Das hat mir zunächst überhaupt nicht gefallen.
Auch mit den Figuren wurde ich anfangs nicht warm. Alle Charaktere, einschließlich Ada, wirkten auf mich unsympathisch oder zumindest schwer zugänglich. Ich musste mich tatsächlich dazu zwingen, das Buch an dieser Stelle nicht einfach abzubrechen.
Und was soll ich sagen: Das Durchhalten hat sich gelohnt.
Sobald die einzelnen Erzählstränge allmählich zusammenlaufen und die Geschichte ihren Rahmen findet, nimmt der Thriller deutlich an Fahrt auf. Es entwickelt sich eine rasante Achterbahnfahrt, die es stellenweise ordentlich in sich hat. „Totensee“ ist ein äußerst harter Thriller, der auch vor drastischen Details und expliziter Gewaltdarstellung nicht zurückschreckt. Definitiv kein Lesestoff für zart besaitete Seelen!
Je mehr Zusammenhänge sich erschließen, desto spannender wird die Geschichte. Auch Adas zunächst verstörendes Verhalten bekommt nach und nach einen nachvollziehbaren Hintergrund. Ihre Handlungen kann man zunehmend verstehen, sodass ich schließlich doch mit ihr mitgefiebert habe.
Die oftmals extrem kurzen Kapitel treiben die Handlung zusätzlich voran. Irgendwann möchte man das Buch kaum noch aus der Hand legen: nur noch ein kurzes Kapitel … und dann noch ein allerletztes.
Wer sich von der zunächst verwirrend komplexen Handlung nicht abschrecken lässt und gnadenlos abgründige Thriller mag, liegt mit „Totensee“ durchaus richtig.
Recht vorhersehbar
Der Prätorianer von Tobias Bukkehave
„Die Welt von Monstern zu befreien, war so, als würde man versuchen, einen Sandstrand zu fegen.“
In einer kalten Novembernacht wird in Kopenhagen eine tiefgefrorene Leiche gefunden, deren Augen mit antiken Goldmünzen bedeckt sind. Kommissarin Sara Levin und ihr Partner Janus West erkennen schnell, dass es sich um den Auftakt einer ganzen Serie von Ritualmorden handelt.
Gemeinsam mit Saras Bruder Adam, einem Profiler, versuchen sie, den offenbar von der römischen Symbolwelt besessenen Täter zu stoppen. Dabei führt eine Spur auch zu Saras Vater und zwingt Sara, sich mit der dunklen Vergangenheit ihrer Familie auseinanderzusetzen.
Der Einstieg in „Der Prätorianer“ ist mir zunächst schwergefallen. Es werden recht viele Personen eingeführt und gleichzeitig verschiedene Handlungsstränge eröffnet, sodass ich erst einmal Zeit gebraucht habe, um mich zurechtzufinden. Gerade in der ersten Hälfte war mir die Geschichte deshalb zu langatmig, da die Handlung nur langsam vorankommt. Das ändert sich ungefähr zur Mitte des Buches: Dann nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf und die Spannung steigt spürbar.
Gut gefallen haben mir die Bezüge zur römischen Geschichte und Mythologie. Man spürt, dass Tobias Bukkehave sich intensiv mit den historischen Hintergründen beschäftigt hat, ohne dass diese wie ein Fremdkörper in die Handlung eingebaut wirken.
Die meisten Charaktere konnten mich überzeugen. Sara Levin und Janus West sind ein sympathisches Ermittlerduo, das gut miteinander harmoniert. Auch Saras Bruder Adam ist ein interessanter Charakter. Als Profiler bringt er eine ganz andere Sichtweise in die Ermittlungen ein. Saras persönliche Auseinandersetzung mit ihrer Familie verleiht der Geschichte eine zusätzliche emotionale Ebene. Die Figuren sind sympathisch genug, um mit ihnen mitzufiebern, besitzen aber gleichzeitig ihre Ecken und Kanten.
Bei dem Täter, seinen Motiven und der Auflösung hätte ich mir allerdings mehr Tiefe gewünscht.
Der Schreibstil ist insgesamt angenehm und flüssig zu lesen. Einige Wendungen waren für mich recht vorhersehbar, und durch die vielen Handlungsstränge wurde das Tempo immer wieder ausgebremst. Insgesamt hätte ich mir eine überraschungsreichere Handlung gewünscht. Besonders der Cliffhanger am Ende hat bei mir leider nicht die gewünschte Wirkung erzielt.
„Der Prätorianer“ bietet einige interessante Ansätze, trotzdem war mir die Handlung stellenweise zu langatmig und zu vorhersehbar. Das Buch bleibt für mich hinter seinen Möglichkeiten zurück. 3,5 Sterne.
Teufelszeit
Septembermord von Chris Chibnall
"Alles würde in sich zusammenfallen. Wie konnte sich ein Leben so schnell zerschlagen?"
Im Küstenort Fleetcombe erschüttert der Mord am Wirt des örtlichen Pubs die Dorfgemeinschaft. Detective Nicola Bridge kehrt für die Ermittlungen in ihre alte Heimat zurück und stößt gemeinsam mit ihrem Kollegen Harry Ward auf ein Geflecht aus Geheimnissen und alten Konflikten.
Mit jeder neuen Spur wächst die Zahl der Verdächtigen, doch handfeste Beweise sind Mangelware. Um den Täter zu finden, müssen die beiden hinter die Fassade des scheinbar idyllischen Dorflebens blicken.
„Septembermord“ von Chris Chibnall ist ein klassischer britischer Krimi, der von der ersten Seite an eine geheimnisvolle Atmosphäre aufbaut. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt. Immer wieder lenkt der Autor den Verdacht in eine andere Richtung, sodass ich meine eigene Vermutung mehrfach revidieren musste. Die zahlreichen Wendungen wirken dabei nicht konstruiert, sondern fügen sich stimmig in die Handlung ein und sorgen dafür, dass die Auflösung lange unvorhersehbar bleibt.
Auch die Figuren sind überzeugend gezeichnet. Nicola und Harry bilden ein interessantes Ermittlerduo, das sich erst zusammenraufen muss und dabei angenehm menschlich wirkt. Beide bringen ihre eigenen Erfahrungen und Unsicherheiten mit, wodurch die Ermittlungen glaubwürdig und authentisch wirken.
Eine besondere Rolle spielt außerdem das kleine Mädchen Shannon, das sich auf einem Spielplatz versteckt und unbemerkt Dinge beobachtet, die sich später als wichtige Hinweise für die Ermittlungen erweisen.
Der Schreibstil liest sich flüssig und erzeugt die typisch düstere Atmosphäre eines britischen Dorfkrimis. Lediglich das Finale konnte mich nicht vollständig überzeugen. Die Auflösung selbst ist zwar schlüssig, doch die Beweggründe des Täters / der Täterin und die emotionalen Hintergründe hätten für meinen Geschmack etwas ausführlicher beleuchtet werden können.
„Septembermord“ ist ein spannender und atmosphärischer Krimi mit starken Figuren, zahlreichen falschen Fährten und einer interessanten Handlung. Wer klassische britische Dorfkrimis mit glaubwürdigen Charakteren und überraschenden Wendungen mag, wird hier bestens unterhalten.
Ojemine!
Juli im Land der Zeitgeister von Wieland Freund
„Klar, große Angst war großer Mist, aber es schien auch eine kleine Angst zu geben, die einfach dazugehörte, wenn etwas so richtig aufregend war.“
Plötzlich und völlig unvermittelt bleibt die Zeit stehen. Es ist 14:30 Uhr.
Mit „Juli im Land der Zeitgeister“ ist Wieland Freund ein fantasievoller Kinderroman gelungen, der mich mit seiner originellen Welt und den vielen kreativen Ideen rund um das Thema Zeit begeistern konnte.
Die Geschichte ist spannend erzählt und entwickelt schnell ein hohes Tempo, sodass man am liebsten sofort das nächste Kapitel lesen möchte, um zu erfahren, wie es weitergeht.
Die beinahe elfjährige Protagonistin Juli ist mutig und sympathisch. Zusammen mit ihren neuen Freunden erlebt sie gefährliche Abenteuer und beweist dabei großen Mut sowie viel Einfallsreichtum. Gemeinsam mit ihren ungewöhnlichen Begleitern wächst sie über sich hinaus. Alle Charaktere sind liebenswert gezeichnet und vermitteln auf eindrucksvolle Weise, wie wichtig Vertrauen, Zusammenhalt und ein aufmerksamer Blick für die kleinen Dinge im Leben sind.
Das wunderschön gestaltete Cover sowie die detailreichen Illustrationen und die übersichtliche Landkarte im vorderen Buchdeckel erleichtern das Eintauchen in die Welt der Zeitgeister. Auch die liebevoll gestalteten Kapitelüberschriften machen immer wieder neugierig auf den nächsten Abschnitt.
Der flüssige Schreibstil und die kurzen Kapitel eignen sich hervorragend zum Vorlesen oder für Kinder, die bereits selbst lesen und zwischendurch gerne kleine Lesepausen einlegen.
Einzig an manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Zeit für einzelne Figuren gewünscht – besonders der alte Uhrmacher hätte aus meiner Sicht noch etwas mehr Raum in der Geschichte verdient.
Fazit: „Juli im Land der Zeitgeister“ ist ein abwechslungsreiches und ideenreiches Abenteuer, das mit viel Fantasie, sympathischen Charakteren und einer spannenden Handlung überzeugt. Das Buch eignet sich besonders für Kinder ab etwa neun Jahren, die magische Welten und spannende Abenteuer lieben.
"Hopp, hopp, zack, zack!"
Riskier was!
Flip 7 von Wieland Freund
Eher durch Zufall bin ich auf FLIP7 gestoßen. Ein älterer und gleichzeitig ungemein sympathischer Spielehändler aus einem winzigen Spiel- und Bastelgeschäft hat es mir wärmstens empfohlen.
Seine Begeisterung für dieses Spiel hat mich schließlich überzeugt, es zu kaufen. Und was soll ich sagen? Er hatte absolut recht.
FLIP7 ist ein äußerst unterhaltsames Kartenspiel, das schnell erklärt ist und sofort für Spannung sorgt.
Die Spielanleitung ist kurz, verständlich und übersichtlich. Die Regeln sind leicht zu erlernen, sodass man unmittelbar losspielen kann. Aufwendige Vorbereitungen gibt es keine – man benötigt lediglich Stift und Papier sowie jemanden, der ein wenig rechnen kann.
FLIP7 funktioniert mit bis zu 18 Spielern; meiner Erfahrung nach sollten es jedoch mindestens vier sein, damit das Spiel sein volles Potenzial entfalten kann. Besonders gelungen ist die Mischung aus Glück, Risiko und der ständigen Frage, ob man weitermacht oder lieber auf Nummer sicher geht.
Die insgesamt 94 Spielkarten sind sowohl optisch als auch haptisch hervorragend gestaltet.
FLIP7 gehört für mich in jeden gut sortierten Spielschrank.
Uneingeschränkte Kaufempfehlung!











