Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Goejos:
Vorhert
24 Sekunden ab jetzt von Jason Reynolds
Ein mehr als interessantes Buch für dieses Thema: Es geht um das "Erste Mal" aus männlicher Sicht. Auch der Aufbau dieser Erzählung ist etwas anders als sonst üblich. Sie fängt 24 Sekunden vorher an und springt immer im Takt aum die "24" herum zurück. Um Minuten, Stunden, Tage, Wochen und schlussendlich um Monate.
Dadurch erleben wir wie sich Neon und Aria kennen und lieben gelernt haben. Auch ihr privates Umfeld wird klar skizziert und beleuchtet. Da die Geschichte aber mehr auf Neon ausgerichtet ist, erleben wir ganz genau die Auswirkungen auf ihn. Auf seine Vorfreude, aber auch auf eine gewisse Angst, bzw. Unsicherheit. Auf sein Verlangen und gleichzeitig im Hinterkopf das Gefühl des Versagens. Dem Autor gelingt es aber hervorragend, dieses doch etwas heikle Thema anspruchsvoll und ohne reißerische Aspekte rüberzubringen. Eine mutige Sache meisterlich gelöst.
Unruhestand
Das letzte Kind hat Fell von Tessa Hennig
Die pensionierte Erzieherin Angelika zieht mit ihrem Mann Hans aus Augsburg in ihr neurenoviertes Haus an der Atlantikküste in Olhao. Die Feier ihres 70. Geburtstages steht bevor. Ihre Tochter Sandra ist Fernfahrerin, deren Sohn Finn wohnt in Schöneberg. Sie machen sich in ihrem Kleinwagen auf den Weg zu Ihnen.
Dort angekommen ändert sich ihr Leben von heute auf Morgen. Denn bei einem Ausflug von Angelika und Hans steht plötzlich ein abgemagerter Hund vor ihrem Auto, welcher sich nicht abschütteln lässt. Sie nehmen in mit nach Hause. Eine Entscheidung, welche ihr gemeinsames Leben voll auf den Kopf stellt. Der Hund, sie nennen ihn ab sofort Fellina, wird zum Mittelpunkt ihres Lebens. Neben der Geburtstagsfeier entwickeln sich persönliche Veränderungen und neue Beziehungen in nicht geahnten Ausmaßen. Humorvolle Geschichte in einer spannenden Umgebung, ungeplante Entwicklungen, und passendes Finale. Leicht und glaubhaft zu lesen.
Danehof lebt
Oxen. Interregnum von Jens Henrik Jensen
Als Neueinsteiger braucht man einige Zeit um sich um die angeblichen Geschehnisse einzufinden. 'Wenn man sich ein bisschen anstrengt kommt man allerdings bald dahinter. Man erfährt sofort, dass es drei Fanatiker gibt, welche die nicht gesetzeskonformen Vorgänge aufdecken wollen. Das das allerdings einige Zeit in Anspruch nimmt, ist vollkommen klar.
Das erklärt auch die sechshundert Seiten dieses Buches. Es ist nicht unspannend, vieles davon ist nachvollziehbar, aber nicht Alles. Ein alternder Vorsitzender, eine behinderts Mitarbeiterin, ein Elitesoldat, welcher plötzlich Gefühle für seinen Sohn entdeckt. Das Alles muss man erst in einem Buch verarbeiten, ohne dabei den Faden für das Vorangegangene zu verlieren. Ich hatte schon genug damit zu tun, als Erstleser irgendwie in die Handlung hineinzufinden, es ist mir dann gelungen. Glücklich war ich allerdings nicht. Vielleicht liegt es auch an meinem Späteinstieg. Kann allerdings nichts dafür. Sorry,
Bücher
Das Antiquariat am alten Friedhof von Kai Meyer
In Leipzig treffen sich in den 30iger Jahren vier Freunde, Felix, Vadim, Julius und Eddie, regelmäßig in einem Antiquariat. Sie bilden eine verschworene Gemeinschaft und beginnen seltene Bücher zu stehlen und zu verkaufen. Sie nennen sich "Club Casaubon". Nötig hätten sie es nicht, sie stammen aus guten Häusern.
Gefährlich wird es, als sie immer größeres Risiko eingehen. Dann kommt auch noch ein Mädchen hinzu, Eva. 1945, nach dem Krieg, kommt Felix zurück nach Leipzig. Er ist inzwischen Amerikaner und soll als Bibliothekar geraubte Bücher katalogisieren. Leipzig ist zerbombt und der Rest des Clubs ist verschollen. Auch droht die Übernahme der Stadt durch die Russen, also muss er schnell handeln. er macht sich auf die Spur seiner Ex-Kameraden und sucht auch nach Eva. Das Buch wechselt in die 30iger Jahre zurück und dann wieder nach Kriegsende. Es erzählt von Liebe, Loyalität, Hass und Schuldgefühlen aus einer bewegten Zeit. Dem Autor gelingt es, all das in die spannende Handlung zu verpacken und den Leser in diese Zeit hinein mitzunehmen. Grandioses Buch.
Ländervergleich
Prince of Germany von Jordan Prince
Ich habe mir ein humorvolles Buch über den Vergleich der beiden Länder erwartet. Auf der einen Seite der echte, in den Südstaaten aufgewachsene Amerikaner, auf der anderen Seite, der wegen der Liebe mach München Gekommene. Das müsste doch ein humorvolles Buch geben. Anscheinend habe ich den Südstaatler-Humor ziemlich überschätzt.
Jordan zieht Vergleiche zwischen den beiden Ländern und die fallen schon zu Ungunsten seines Heimatlandes aus. Allein schon die Frühstücksgewohnheiten lasen am Lebenserwartungsalter der Bewohner zweifeln. Dass er mit dem Erlernen der Sprache Schwierigkeiten haben wird, war vorauszusehen. Auch, dass ihm viele unserer Sitten und Bräuche wie spanische Dörfer vorkommen, ist verständlich. Aber, dass er mit seinem Verständnis für Humor auf Bühnen Erfolg hat, ds verwundert mich schon einigermaßen. Dieses Buch hat mich doch etwas enttäuscht, obwohl es zeitweise ganz gutgeschrieben war.
Wissenschaft humorvoll
Aus! Die Wissenschaft vom Ende von Science Busters
Was für ein Buch. Wissenschaft zu erklären ist an und für sich Laien gegenüber nicht einfach. Etwas humorvoll zu erklären ist auch nicht gerade einfach, um nicht ins Niveaulose abzugleiten. Doch die Science-Busters schaffen es mit diesem Werk grandios. Sie haben sich die Aufgabe gestellt, uns das "Ende der Welt" wissenschaftlich und verständlich zu erläutern.
Dass das kein Blockbuster wird, ist auch den interessierten Laien verständlich. Und doch ist es ihnen gelungen, dieses Vorhaben ansprechend, spannend und humorvoll unter die Leser zu bringen. Das mit vielen wissenschaftlichen Bezeichnungen und Thesen versehene Buch ist aber so angelegt, dass man es ungern aus Hand legt, obwohl man nicht alle Vorgänge und Zusammenhänge sofort kapiert. Aus Freude am Lesen hat man gar keine Zeit langeüber etwas nachzudenken. Wissenschaftlich, aber trotzdem interessant zu lesen. Das muss man erst einmal fertigbringen. Gratulation.
Eine wahre Geschichte?
Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels von Vea Kaiser
Vea Kaiser gelingt es hervorragend, in diesem Roman Geschichte und Erzählung so zu verweben, dass sich der Leser dreidimensional hinzuversetzten mag. Die Unterbrechung durch die Besuche in der Haftanstalt unterbrechen aber nicht die Wirkung der Erzählung. Kaiser gelingt es, die handelnden Personen so wirken zu lassen, dass wir uns mit ihnen freuen können, aber auch manchmal über gewisse Vorfälle den Kopf schütteln müssen.
Es wird das Leben im Hotel von unten bis oben durchleuchtet, ebenso wird auch das Leben der Hauptdarstellerin mehr als plastisch abgebildet. Obwohl man es weiß, fragt man sich immer wieder, wann fliegt das Alles auf. Und doch folgt man gebannt der vorgezeichneten Geschichte, leidet und hofft mit den Protagonisten. Zum Schluss atmet man dann auf und ist etwas traurig, nicht über das Ende, sondern weil die Geschichte nunmehr aus ist. Ein Buch, welches man ungern vor dem Ende weglegt. Was kann man Besseres über ein Werk sagen. Meine einzige Kritik gilt dem Cover, dieses Buch hätte sich ein Besseres verdient.
Beruhigtes Grado
Alle weg von Stefan Maiwald
Ein wunderbares Buch, welches schon beim Lesen eine gewisse Ruhe ausstrahlt. Stefan Maiwald gelingt es hervorragend, das Flair von Grado nach dem Verlassen der Touristen in dieser Zeit zu beschreiben. Man spürt die Ruhe und Gelassenheit, auch in Pinos Bar, wo wir uns mit dem Verfasser öfters treffen.
Auch erfahren wir sehr viel über die Bräuche der Einheimischen zu der jeweiligen Jahreszeit. Maiwald berichtet aber auch von seiner persönlichen Verbindlichkeit zu dieser Gegend. Ob er seine Frau jemals im Tennis schlagen kann? Er verrät auch das beste Gulaschrezept des Einheimischen. Und auch über die Essgewohnheiten zu den Feiertagen und Festen werden wir informiert. Alle weg ist ein Werk, welches man in die Hand nimmt, zu lesen beginnt und ungern weglegt, bevor man fertig ist. Was kann man über ein Buch Besseres sagen. Auch das Cover passt sich dem Innenleben an.
Rückblick
Adlergestell von Laura Laabs
Chaline, Lenka und die Erzählerin wohnen in Ostberlin an der langen, geraden Ausfallstraße, dem Adlergestell. Die Erzählerin bringt uns die gemeinsame Jugend- und Schulzeit der Drei authentisch näher. Ihre Abenteuer und ihre Streiche, ihre Erlebnisse und ihre Niederlagen in der Zeit des Mauerfalles und danach.
Sie erleben das Verschwinden der Versprechungen und Ankündigungen nach der Wiedervereinigung. Aber die Drei lassen sich nicht unterkriegen und halten zusammen wie Pech und Schwefel. Hervorzuheben bei diesem Buch ist u.a. der Schreibstil der Autorin. Das Buch ist wunderbar und schnell zu lesen. Es werden die damaligen Eindrücke plastisch rübergebracht. Man hat das Gefühl, selbst mit den Dreien in die Schule gegangen zu sein. Doch so rational das Geschehen geschildert wurde, etwas verstört hat mich das Ende zurückgelassen. Ein großartiges Buch trotzdem, welches zum Nachdenken anregt.
Vergeltung
Asa von Zoran Drvenkar
700 Seiten pure Spannung, 700 Seiten Lesevergnügen, 700 Seiten rasante Handlung. Der Autor versteht es, diese Familiengeschichte über Jahrzehnte hinweg zu vermitteln. Auch die Sprünge über die einzelnen Abschnitte, sowie über die handelnden Personen und Zeitensprünge tun der Geschichte keinen Abbruch.
Und über all dem ragt die Hauptperson: Asa. Als sie nach sechs Jahren aus dem Gefängnis kommt. hat sie nur Eines im Sinn: Rache. Rache für die Geschehnisse an ihr und an ihrer Familie. In vielen Rückblenden wird das Geschehene dokumentiert und so im Nachhinein glaubhafter gemacht. Allerdings nicht für Asa. Sie lässt sich nicht von ihrem vorgegebenen Plan abbringen und hat nur ein Ziel: Diesen bedingungslos durchzuziehen. Und so folgt der geneigte Leser mit Staunen und zeitweise mit Grauen dem Handlungsablauf. bis zum großen Finale. Und es hat sich gelohnt. Ein geniales Werk eines genialen Autors.











