Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
Unausgereift
Kaya Silberflügel - Das Geheimnis der magischen Federn von Nelly Möhle
Leider wurde ich mit diesem Buch ganz und gar nicht warm. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, dadurch und dass sich die Handlung nur langsam entfaltet, war ich drauf und dran das Buch zur Seite zu legen. Lange Zeit geschieht nicht wirklich etwas. Dazu ist alles etwas wirr. Kaya hat kaum Informationen über das Volk der Avanoste, aber agiert wie selbstverständlich in ihren Reihen.
Auch die anderen Charaktere wirken eher flach und unausgereift. Milan wechselt problemlos die Seiten, die beste Freundin hilft ohne zu hinterfragen. Ich weiß nicht recht… Und dann ist da dieses Amulett, das auf mich sehr stöhnend wirkte. Die Idee dahinter mag interessant sein, doch die Umsetzung ist seltsam. Warum bitte soll ein Vogel mit Amulett fliegen? Wie soll das gehen? Das ist doch alles sehr umständlich und auch auffällig. Ja, für mich ist diese Geschichte nicht ganz ausgereift und hat mich weder gut unterhalten noch beflügelt.
Wortschatz?
Die Butterbrotbriefe von Carsten Sebastian Henn
Die Idee mit Briefen die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten und auch damit die betreffenden Personen zu konfrontieren, klingt erst einsam recht spannend. Aber so ganz wird mir Kathis innerer Antrieb dies tun zu müssen nicht klar. Alles hinter sich lassen könnte sie auch ohne andere vor den Kopf zu stoßen.
Kathi hatte eine nicht gerade einfache Kindheit. Sie wird von der zwischenzeitlich verstorbenen Mutter abgelehnt, scheint dies aber nie wirklich begriffen zu haben. Wie sehr aber ihre Mutter ihr Leben wirklich bestimmt hat erfährt sie erst durch die eigenen Briefe und die Reaktionen der Leute.
Severin, ein Landstreicher aus eigenem Antrieb purzelt etwas plötzlich in Kathis Leben. Er, der selbst mit seiner Vergangenheit hadert verliebt sich in Kathi. Von dieser Liebe ist jedoch wenig zu spüren. Vielmehr begleitet er Kathis Suche nach sich selbst und bereichert die Geschichte mit seiner eigenen Vergangenheit.
Ich schwanke bei diesem Hörbuch sehr in meiner Meinung. Die Handlung wirkt auf mich schon etwas skurril und konstruiert und doch stößt sie tiefgründige Gedankengänge in mir an. Wirklich warm wurde ich mit den Protagonisten aber nicht. Da half auch Steffen Groths wunderbare Stimme nicht.
Wenig geheimnisvoll
Brynmor University - Geheimnisse von Dominik Gaida
So dark, wie ich dachte war dieses Buch gar nicht! Es ist vielmehr eine wunderschöne Liebesgeschichte, die zwar überschattet wird vom Unfall von Sams Bruder, aber dennoch einen großen Teil der Handlung einnimmt.
Sams Bruder verunglückte in seiner Zeit auf der Universität und liegt seither im Wachkoma.
Was genau vorgefallen ist, weiß niemand. Doch Sam lässt dies keine Ruhe. Er schreibt sich selbst in Brynmore ein um endlich Klarheit über den Unfall seines Bruders zu bekommen. Steckt womöglich eine dubiose Studentenverbindung hinter dem Unglück? War es überhaupt ein Unfall oder gar eine schief gelaufene Mutprobe? Stattdessen trifft er dort auf den überaus smarten Connor und Sam beginnt sein Leben wieder zu lieben. Und Connor.
Die Romanze zwischen den beiden Jungs ist sehr schön beschrieben. Sie wirkt wunderschön natürlich und weder aufgesetzt noch übermäßig dramatisch. Doch verliert sich dadurch der düstere Aspekt des Buches für mich zu sehr und auch das Ende war dann doch recht vorhersehbar.
Sieht man davon ab und sucht nur eine romantische LGBTQ+ Geschichte, kann ich aber dieses Buch nur sehr empfehlen.
Hoffnung in der Not
Wie ein Stern in mondloser Nacht von Marie Sand
Vorsicht: Zu Beginn des Buches wird über Abtreibung und Entwicklungsstand des ungewünschten Kindes gesprochen. Auch Selbstmord, Armut, Not und häusliche Gewalt sind Teil der Handlung.
Die Buchbeschreibung suggeriert eine Geschichte der Entstehung der Babyklappe. Doch letztendlich ist es die um nur ein einziges Bettchen, aufgestellt für einen bestimmten Fall.
Und es ist Hennis Lebensgeschichte. Doch von ihrem täglichen Leben als Hebamme und ihren Patientinnen erfährt man erstaunlich wenig und nur eine Handvoll Frauen finden im Buch tatsächlich Erwähnung. Diese Frauen aber haben wesentlichen Anteil am Verlauf der Geschichte und Hennis Werdegang.
Henni ist ein sehr starker und bewundernswerter Charakter, der auch mal eigenmächtig handelt um zu erreichen was sie sich vorgenommen hat. Ihre Geschichte wurde sehr nahbar und mitreißend geschildert, so dass sie mich rasch gefangen genommen hat. Ich bin jedoch mit ganz anderen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Statt einer auf Wahrheiten beruhenden historischen Geschichte handelt es sich hier um einen emotionalen, fiktiven Roman. Nichts desto trotz ist es eine wunderbare und beeindruckende Handlung, die mir sehr gut gefiel.
So macht Wissen Spaß!
MENSCH! von Susan Schädlich; Michael Stang
Talis Großmutter feiert Geburtstag und möchte ihre gesamte Verwandtschaft hierzu einladen. Dies bringt Tali auf die Idee doch auch noch Vorfahren des Menschen hierzu einzuladen. Dank des zeitreisefähigen Medallions Xyzo gelingt dies auch mühelos. Daten eingeben und los geht es zu Toumai, Lucy und co.
Die Stärke dieses Comics ist definitiv das darin enthaltene Wissen, dass nicht nur interessant, sondern auch sehr anschaulich präsentiert wird. Nicht nur werden die Vorfahren in einem Steckbrief vorgestellt und deren Besonderheiten genannt, nein man erfährt auch von heutigen Forschungsmethoden und Meilensteine in der Evolution.
Zudem veranschaulicht ein Zeitstrahl am unteren Bildrand sehr schön wann sich was ereignet hat und wann die jeweiligen Vorfahren lebten.
Ein wirklich tolles Wissensbuch! Die Idee einen Comic zur Wissensvermittlung zu verwenden ist großartig! Das Design jedoch ist genauso ungewöhnlich wie toll. Die vorherrschende Farbe ist Gelb. Diese wird dazu genutzt Infokästen farblich hervorzuheben und Akzente zu setzen. Zwar ist die Handlung des Comics eher einfach gestrickt, dafür aber punktet das Buch mit seinem immensen Wissen. Schön finde ich, wie persönlich und wertschätzend die Vorfahren dargestellt werden. Dank Xyzo ist eine Kommunikation mit ihnen problemlos möglich. Eigenarten werden hervorgehoben aber keiner der Ahnen wird dabei geistig heruntergesetzt. Auch nicht beim Neandertaler. Hier wird zudem auf neuere wissenschaftliche Erkenntnisse hingewiesen, die dem Neandertaler seine Intelligenz, Sprache und Sozialverhalten nicht wie allgemein üblich aberkennt.
Ganz zum Schluss wird auch Tali als modernes Menschenkind ein Steckbrief gewidmet.
Dieser Umstand wirkt auf mich sehr sympathisch, da es uns moderne Menschen nicht über die anderen stellt.
Was mir im Buch fehlt ist Ötzi. Er hat steht vielleicht nicht für einen weiteren evolutionären Schritt in der Entwicklung, ist aber Kindern und Erwachsenen sehr bekannt.
Auch eine Zusammenfassung und Gegenüberstellung der einzelnen Entwicklungsstufen wäre schön gewesen. Und sei es nur in Form des allseits bekannten Bildes der Evolution des Menschen.
Tali wird im Comic als geschlechtsneutral und versehrt dargestellt. Auch dies gefällt mir gut. Beides wird nicht explizit angesprochen und beides wirkt absolut natürlich. Das ist unglaublich toll!
Fazit: Ich bin trotz meiner kleinen Kritikpunkte absolut begeistert! So macht Wissen Spaß!
Wunderschön!
Dachs Naseweiß Phantastische Geschichten aus dem Wunderlichen Wald von Christian Wunderlich
Ja, wirklich phantastisches Waldgeschichten finden sich in diesem Buch. Und zwar gleich acht an der Zahl. Sie erzählen von Leben im wunderlichen Wald, aber auch von Freundschaft, Angst, vom Gewinnen und Verlieren und von Freude- von Gefühlen, die Kindern vertraut sein werden.
Zu Anfang des Buches richtet der namenlose Erzähler das Wort an die Leser und Zuhörer.
Dadurch wirkt das Buch wie ein Märchenbuch. Doch angestaubt sind die Geschichten ganz und gar nicht. Viele sehr liebenswürdige Charaktere sind darin enthalten. Dachs Naseweise ist dabei der Hauptcharakter. Er lebt in einer Höhle im Wald, die auf den ersten Blick sehr menschlich wirkt. Und tatsächlich tragen die tierischen Charaktere des Buches menschliche Wesenszüge. Dies hilft Kinder sich in die Charaktere hineinzuversetzen und diese zu verstehen. Was ich jedoch anmerken möchte ist, dass Naseweis‘ Vater in den Wald ging und nicht wieder kam, was auf sensiblere kleine Kinder vielleicht erschreckend wirken könnte.
Dennoch und auch wegen den wirklich wunderschönen Illustrationen, den liebevollen Charakteren und lebendigen Geschichten ist dies ein Buch, dass mir und den Kindern wirklich ans Herz gewachsen ist.
Familiengeschichte
Bei euch ist es immer so unheimlich still von Alena Schröder
Nach jahrelanger Sendepause macht sich Silvia auf in die Heimat. Zwischenzeitlich sie Mutter geworden. Doch der Vater möchte vom Kind nichts wissen und auch ihr Hausbesetzerleben in der DDR schien plötzlich unpassend. Sie schnappt sich das Auto ihres Mitbewohner und fährt. Fährt bis ins schwäbische Ildingen.
Ihre Mutter Evelyn nimmt sie tatsächlich mit offenen Armen auf. Doch vieles bleibt ungesagt. Alte Abgründe und Probleme tun sich auf und dennoch tut beiden die Gegenwart des anderen gut. Ein verarbeiten beginnt.
Ich bin beeindruckt wie bildlich mir hier die Geschichte dieser Familie geschildert wird. Das dörfliche Leben, die Ablehnung. Die Rolle der Frau und wie Evelyn gefangen zwischen dieser und die ihres Beruf ist. Vieles ist mir selbst vertraut, anderes sehr gut nachzuvollziehen. Auch wenn mir die ältere Evelyn in ihrer Art recht unfreundlich erschien, konnte ich mit der jüngeren Version von ihr mit empfinden und durch ihrer Vergangenheit erklärt sich auch ihr heutiges Verhalten. Silvia ist so ganz anders als ihre Mutter, und auch ihr Charakter gefällt mir sehr gut. Es ist schön zu lesen, wie beide Frauen sich während der Handlung weiter entwickeln und alte Wunden sich beginnen zu schließen.
Ein tolles Buch, das ich nur empfehlen kann! Es verbirgt sich zwischen den Buchrücken so viel mehr als Titel und Buchbeschreibung erahnen lassen.
Beginnt stark
Wellenkinder von Liv Marie Bahrow
Wellenkinder erzählt die Geschichten gleich mehrerer Personen. Anfangs noch unzusammenhängend, verflechten sich die Erzählstränge von Oda, Jan und Margit bis zur Mitte des Buches immer mehr und recht geschickt miteinander. Dann aber verändert sich der Charakter der Handlung. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und die ruhige Art des Erzählens, welche mir anfangs so gut gefiel, wird aufgeregter und etwas konfus.
Obwohl der Bezug der Geschichten auch mit dem Meer zu tun haben, liegt der Fokus der Handlung klar auf den Machenschaften und Leben in der DDR und der Liebe zu seinem Kind, die einen alles überstehen lässt.
Jans Angst vor dem Meer, und auch einige andere Dinge gegen Ende des Buches wirken auf mich eher unrealistisch und auch Gesa als Nebenfigur war mir sehr unsympathisch. Weder ihr beharren auf Offenheit, noch Jans Fixierung auf sie waren für mich nachvollziehbar. Genauso wie das passive und sogar freundschaftliche Verhalten der Polizei. Odas Geschichte wiederum hat mich sehr bewegt, ich muss zugeben, dass mich ihre damalige Stärke und ihre Einstellung und Haltung in der Gegenwart sehr beeindruckt hat.
Gegen Ende verknüpfen sich dann auch die letzten noch losen Enden miteinander. Mir war das aber, ohne zu viel verraten zu wollen, dann doch etwas zu viel des Guten. Wenn auch es sich tatsächlich sehr logisch zusammenfügt. Vielleicht zu gut.
Nicht mein Fall
MP3 Der Trip Du hast dich frei gefühlt. Bis er von Strobel Arno
Nach einem spannenden Einstieg hat bei mir die Faszination die das Buch zu Beginn auf mich ausübte, rasch nachgelassen. Anfangs erfährt man von einem Jungen, der gefangen gehalten, gequält und missbraucht wird. Dann ändert sich das Setting. Das Ehepaar Jancke erleidet auf ihrer Urlaubsreise einen Unfall und gerät an dubiose Personen.
Zwei sehr unterschiedliche und atmosphärische geschilderte Ereignisse, die erst wenig miteinander zu tun zu haben. Mein Interesse war geweckt.
Die Spannung jedoch hielt sich nach dieses Ereignissen nicht.
Mit erstaunlich wenigen Protagonisten plätschert die restliche Handlung recht linear dahin. Der Täter schein rasch klar zu sein, Zufälle machen die Handlung unglaubwürdig und weder Evelyns noch Tillmanns Verhalten waren nachvollziehbar und teilweise sogar abstrus. Das Ende selbst schließt sich zwar logisch, doch überraschend ist auch dieses nicht. Schade.
Sascha Rotermund, der das Hörbuch vertonte, sprach mir zu hektisch und schnell. Sätze gehen ineinander über und die Stimme bleibt bei Dialogen gleich, was es schwer macht verschiedene Personen zu unterscheiden und dem Geschehen zu folgen.
schicksalhafter Moment
Das Chaos eines Augenblicks von Becky Hunter
Scarlett wird durch einen Unfall aus dem Leben gerissen. Zurück bleibt ihre Mitbewohnerin Evie. Gestern noch haben sie sich gestritten. Nun bleibt keine Zeit mehr für eine Versöhnung. Die beste Freundin und Begleiterin seit Kindheitstagen ist nicht mehr.
Das Hörbuch, wunderbar gesprochen von Mélanie Fouché und Nora Jokhosha, wird teilweise auch aus der Sicht der toten Scarlett erzählt.
Sie begleitet Evie weiterhin, springt aber auch in der Zeit. Man erfährt so von der Freundschaft der beiden Frauen, von der Trauerbewältigung, der Aufarbeitung von vergangenen Begebenheiten und der Krankengeschichte Evies. Auf mich wirkt diese Betrachtung von außen eher distanziert und ich hätte mir die Handlung allein aus Evies Sicht gewünscht. So aber scheinen Begebenheiten teilweise etwas oberflächlich abgehandelt zu werden. Ob MS, Tod, Selbstmord oder Trennung: Hier wäre weniger vielleicht wirklich mehr gewesen!
Dennoch findet dieses Buch einen stimmigen und schönen Abschluss indem auch Scarlett mit ihrem Leben abschließen kann.
Fazit: ein netter Roman, der zwar die Welt auch nicht neu erfindet, doch unterhaltsam geschrieben ist und für Kurzweil sorgt. Vom Hocker gerissen hat er mich aber nicht.











