Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Dagmar Pfleger:
Starker Anfang - "starke" Spannung - starker Abfall
Popóm von Johanna Sebauer
Sebauer katapultiert die Lesenden mit einem starken Anfang in die Handlung, sodass man das Buch gar nicht mehr weglegen möchte. Gleich auf der ersten Seite ist ER da. Hendrik meint, sich in diesem "ER" als älteres Ich wieder zuerkennen - und hofft auf Hilfe, die er als in einer Lebenskrise steckender junger Mann dringend nötig hat.
Die Fragen, die sich mir stellten, waren: hatte Hendrik die Erwartung, dass "ER" seine Probleme lösen könnte? Oder war es vor allem Neugierde? Oder doch eher Hilflosigkeit, Orientierungslosigkeit? Oder alles? Er wirkt verloren, auch antriebslos. Und was passiert letztendlich? Eigentlich recht wenig! Auf der lesenden Suche nach einer ebenso starken Lösung für mich als Lesende fühlte ich mich dann doch etwas im Regen stehen gelassen. Am Beginn so spannend ... und dann doch eher gelangweilt könnte man vielleicht über Folgendes nachdenken: wer war "ER" wirklich? Eine imaginäre Vorstellung von Hendrik? Phantasie? Ein Gedankenkarussell? Welche Gedanken hatte Sebauer selbst noch? Wie würde sie über diese Überlegungen denken? Ich hätte doch einige Fragen an sie. Tatsache ist: am Ende hätte ich mit einfach mehr erwartet.
Im Regen stehen gelassen
Die Namen von Florence Knapp
Können unterschiedliche Namen, die ein Neugeborenes bekommt, aus diversen Gründen verschiedene Lebensverläufe "provozieren"? Diese Frage tat sich mir nach dem Lesen des Titels und des Klappentextes auf. Diese Vorstellung machte mich neugierig - welche Idee hatte die Autorin dazu? Ausgangspunkt: eine Familie mit einem Neugeborenen und einem höchst gewaltbereiten Ehemann und Vater.
Dass die Ehefrau dieses Mannes den Mut aufbrachte, sich in zwei dieser drei ineinandergeschachtelten Lebensgeschichten den Anweisungen des Mannes zu widersetzen und dem Kind einen anderen Namen als den von ihrem Mann "befohlenen" zu geben, ließ mich auf ein wirklich gutes Buch hoffen. Nach einem zufriedenstellenden ersten Drittel begann es mich zu langweilen, weil ich mich irgendwie wie im Regen stehen gelassen fühlte. Jede der drei Lebensentwürfe war spannend, weswegen es mich störte, immer nur Auszüge dieser unterschiedlichen Leben "zu bekommen" - ich wollte jeweils mehr von den einzelnen Geschichten, die wirklich Potential haben, erfahren. Und die sieben Jahre dazwischen hätten mich auch wirklich interessiert. Die Namen standen für mich letztendlich gar nicht mehr im Fokus, weil Namen das familiäre Gewalt- System nicht beeinflussen. Außerdem tut sich für mich die Frage auf: wenn eine Frau so mutig ist, sich unter Voraussicht lebensbedrohlicher Gewalt den Anweisungen ihres Mannes zu widersetzten, warum hat sie nicht den Mut zu gehen? Fazit: vielleicht ist es ein gutes Buch, um das Thema der familiären Gewalt in die Öffentlichkeit zu bringen und zu diskutieren - für mich wars jedoch kein großer Lesegenuss.
Beeindruckend - erschütternd - lesenswert
Im ersten Licht von Norbert Gstrein
Sehr gut geschrieben, beeindruckend, erschütternd - ein wirklich lesenswertes Buch, aber für mich in der heutigen politischen und gesellschaftlichen Zeit fast nicht zu ertragen! Das "richtige" Buch zur "falschen" Zeit - so könnte ich es für mich bezeichnen.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von HEYN Leserunde, Dagmar PflegerWelch intensive Sprache!
Die Passantin von Nina George
Als ich den Klappentext gelesen hatte, dachte ich mir sofort: welch geniale Idee ist denn Nina Georges Kopf da entsprungen! Der Einstieg in die Geschichte gelang wirklich wunderbar, machte mich neugierig und fesselte mich von Beginn an. Die Autorin arbeitet mit einer für mich sehr intensiven Sprache, mit der sie mich immer wieder auf besondere Art und Weise berühren konnte.
Mit ihren Worten, Beschreibungen, Schilderungen gelingt es ihr das ganze Buch hindurch, in das Erlebte und die Gefühle der Protagonistin Einblick zu geben, die Lesenden spüren zu lassen, wie es denn sein könnte, diesem Mann zu verfallen, unter ihm zu leiden, gefangen zu sein in einer ihr fremden Identität, sich nicht zu wehren, (nicht) zu sterben, vor Sehnsucht nach den Kindern fast zu zerbrechen, sich aber dann dem Leben zu stellen und "zurück" zu kommen. Ja, das Thema an sich ist nichts Neues ... und ja, das Buch hatte im Mittelteil seine Längen. Aber das ist für mich Jammern auf hohem Niveau. Deshalb meine Empfehlung: bitte lesen.
Ein Buch für alle!
Himmel ohne Ende von Julia Engelmann
Ein Buch nicht nur für junge Leser*innen sondern für jung UND BESONDERS für "alt". Man taucht in die Welt des Erwachsenwerdens ein, wird möglicherweise daran erinnert, wie es "damals" war und dass dieser Prozess und Wandel von jungen Menschen viel abverlangt. Ich denke mir, dass dieses Buch Erwachsenen auch durchaus helfen kann, Pubertierende in ihrem Sein besser zu verstehen.
Prädikat lesenswert!
Unterschiedliche Facetten der Psychiatrie
Botanik des Wahnsinns von Leon Engler
Ich finde dieses Buch auf Grund seiner unterschiedlichen Facetten der Darstellung und Zugänge zum Thema Psychiatrie sehr interessant. Die Verquickung einer Familiengeschichte mit dem Fachlichen und der Reflexion, dem
Blick eines Psychologen auf unterschiedliche Störungsbilder lässt mich das Buch verschlingen.
Viel mehr interessant als spannend und im positiven Sinne sehr besonders.
Easy-Going-Literatur
Wie Risse in der Erde von Clare Leslie Hall
Wie muss/kann/soll ein Buch sein, dass man gerne liest? Manchmal kommt es auf die Situation drauf an, ob man es lesen möchte oder nicht. Sie suchen ein anspruchsloses, sehr leicht lesbares Buch für den Strand? Dann könnte dieses Buch durchaus passen. Eine, man könnte es Dreiecks-Geschichte nennen, erzählt in drei Strängen (Jetzt, Damals, Prozess) die Geschichte von Frank, Gabriel und Beth, wobei ich diesen Aufbau der Geschichte
gut finde.
Im Garten, ein Glas Rotwein am Beistelltisch unter Anwendung von wenig Konzentration kann man durchaus kurzweilige Stunden verbringen, aber kein Highlight erleben.
Sätze wie spitze emotionale Pfeile!
Wild wuchern von Katharina Köller
Ich kann dieses Buch als ein unglaublich starkes und kraftvolles Buch beschreiben, das mich bereits auf den ersten Seiten durch die "knappe" Sprache vollkommen überzeugt hatte. Kurze Sätze und prägnante Formulierungen wirken wie spitze Pfeile, die Emotionen und Bilder aufpoppen lassen ..
. als durchlebe man gerade selbst die Situation.
Köller schildert die Geschichten zweier völlig unterschiedlicher Frauen/Cousinen, die beide Gewalt erlebten - die eine psychisch in der Kindheit, die andere physisch im Erwachsenenalter. Items wie "Braves" versus "diverses" Mädchen und "Anpassung" versus "Rückzug und einen eigenen Weg suchen und finden" unterstreichen die unterschiedlichen Charaktere und Zugänge im Umgang mit ihren Situationen. Ein sehr gutes Buch - man sollte es unbedingt lesen!
Besonders ... und schön ... und besonders schön!
Für Polina von Takis Würger
I
ch liebe es einfach, ein Buch in die Hand zu nehmen und es in einem Satz durchlesen zu wollen. Diese Geschichte hat einfach für mich so viele wunderbare Facetten, nahm mich gefangen und begeisterte mich sehr. Ist es die mich manchmal an ein Märchen erinnernde Sprache? Ist es die Persönlichkeit von Hannes, die Würger so genial skizziert hat und mich an Menschen mit ASS erinnert? Ist es die in der Villa herrschende und so fein beschriebene Geborgenheit, die jeder der dort wohnenden Personen Schutz gibt? Einfach wunderbar! 6 von 5 Sternen!
Suche nach Freiheit und Selbstbestimmung
Sing, wilder Vogel, sing von Jacqueline O'Mahony
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, weil es der Autorin so wunderbar gelungen ist, die Gefühle, das Innere der Protagonistin zu Papier zu bringen, wodurch ich mich in einem regelrechten Lesesog befand. Honoras irisches Drama verwoben mit dem Mut, dem Glauben an die Zukunft und ihrer beeindruckenden Resilienz konnten von O‘Mahony für mich beeindruckend in diese Geschichte gepackt werden.
Unbedingte Leseempfehlung!











