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Rezensionen von Amena25:
Interessante Ermittlerin
Trauma - Kein Entkommen Katja Sands erster Fall, Thriller. Kartoniert. von Wortberg Christoph
Die Münchner Mordermittlerin Katja Sand untersuchen zwei Fälle, die auf den ersten Blick nach Suizid aussehen. Der eine Mann ist im Baggersee ertrunken, der andere in einem Kühlschrank erstickt. Doch Katja glaubt nicht an Selbstmord, erst recht nicht, als sie und ihr Kollege Rudi Dorfmüller herausfinden, dass beide Tote mit der Bundesmarine zu tun hatten.
Doch als sie weiter nachforschen wollen, wird dort gemauert und ihnen von ihrem Chef enorm Druck gemacht, die Fälle als Selbstmorde abzuhaken.
Bald stellt sich heraus, dass beide Tote bei Dr. Hanning, Psychoanalytiker und Spezialist für traumatisierte Patienten, in Behandlung waren. Beide Männer starben jeweils unter Umständen, die starke Parallelen zum Traumaerlebnis aufweisen.
Katja Sands Privatleben nimmt einen breiten Raum in der Handlung ein, was aber vor allem daran liegt, dass auch sie selbst an einem traumatischen Erlebnis leidet, das sie noch nicht verarbeitet hat, welches dem Leser aber in diesem ersten Teil nur angedeutet wird. Insofern gilt der Titel ,,Trauma – Kein Entkommen“ auch für sie. Dies erklärt auch Katjas oft schroffe und distanzierte Art, nicht nur ihren Kollegen, sondern auch ihrer Familie gegenüber.
Der Fall selbst und vor allem die schnelle Auflösung durch Katjas Instinkt konnte mich nicht so ganz überzeugen. Dafür war die Handlung zu vorhersehbar und der Täter zu offensichtlich.
Interessant erscheint mir aber Katja Sand und ihre Geschichte, die wohl auch im zweiten und dritten Teil eine wichtige Rolle spielen wird.
Der schwierige Weg ins Erwachsenenleben
Hard Land von Benedict Wells
Der Roman spielt zwar in Missouri, könnte meiner Meinung nach aber ebenso in einer deutschen Kleinstadt spielen.
Im Sommer 1985 nimmt der fünfzehnjährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Für ihn, der ein unscheinbarer Außenseiter ist, wird dieser Job zum Glücksfall. Er findet in Kirstie, der Tochter des Kinobesitzers und deren Kumpels, allmählich richtige Freunde, verliebt sich und wird zunehmend selbstbewusster.
Durch die Zeit mit seinen Freunden, die ihn zu Alkohol und gefährlichen Mutproben verleiten, ihn aber auch dazu bringen, Probleme auszusprechen und sich ihnen zu stellen, wird es ein ganz besonderer Sommer für Sam. So vergisst Sam auch hin und wieder die unheilbare Krankheit seiner Mutter und das Schweigen seines Vaters.
Die Geschichte ist an sich eine mehr oder weniger typische Geschichte des Erwachsenwerdens, die sowohl Erwachsene als auch ältere Jugendliche lesen können. Allerdings erzählt Wells sie auf besondere und sehr berührende Weise. Sams Geschichte geht zu Herzen, Tragik und Komik halten sich dennoch die Waage. Sprachlich ist der Roman ein wahrer Genuss. Poetische Wortschöpfungen wie Euphancholia bezeichnen treffend die Grundstimmung des Romans. Allerdings kann ich mit dem Ende des Romans wenig anfangen. Hier wird es vorhersehbar und kitschig, was mich im Vergleich zum restlichen Roman etwas enttäuscht zurücklässt.
Scheitern als Chance
Miss Bensons Reise von Rachel Joyce
Wie schon in »Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry« begibt sich auch hier eine zunächst wenig heldenhafte Figur auf eine außergewöhnliche Reise, die ihr Leben verändert.
Die etwas schrullige Hauswirtschaftslehrerin Margery Benson verbringt ihren Alltag mit dem Unterrichten von Schülerinnen, die sich nicht für ihr Fach und schon gar nicht für sie interessieren.
Auch in ihrem Privatleben gibt es wenig Abwechslung und kaum soziale Kontakte. Als sich aber eines Tages die Schülerinnen über sie lustig machen, packt sie die Wut. Sie schmeißt alles hin und beschließt, ihren großen, schon fast vergessenen Traum zu verwirklichen. Ihr Vater hatte ihr, als sie klein war, in einem Naturkundebuch den goldenen Käfer gezeigt, den es nur in Neukaledonien geben soll. Diesen Käfer will Margery Benson nun finden und sie macht sich auf zu einer Expedition ans andere Ende der Welt, ohne jegliche Reise- oder Expeditionserfahrung. Als Reisebegleitung muss sie mit der aufreizenden und ständig plappernden Enid Pretty Vorlieb nehmen, da alle anderen Bewerber nicht in Frage kommen und Margery ja schließlich eine Assistentin braucht. Schon auf der Schiffreise nach Australien gehen die beiden sich gehörig auf die Nerven, streiten sich, versöhnen sich aber auch wieder. In Neukaledonien angekommen lernt die eine von der anderen und zwischen den beiden sehr ungleichen Frauen entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft. Immer dann, wenn die andere den Mut verliert oder nicht mehr weiter weiß, ergreift die andere die Initiative und überrascht damit wohl nicht nur den Leser, sondern offenbar auch sich selbst.
Auch wenn man oft genug schmunzeln und sogar herzhaft lachen kann, gibt es auch reichlich nachdenkliche oder traurige Momente in ,,Miss Bensons Reise.“ Am Ende packt einen das wunderbare Gefühl, dass man seine auf Eis gelegten Träume schleunigst hervorholen und in die Tat umsetzen sollte.
Wilde Geschichte
Dark von Candice Fox
Die ehemalige Ärztin Blair Harbour, die wegen Mordes verurteilt wurde und erst vor kurzer Zeit entlassen wurde, ist gerade dabei, sich in Los Angeles ein neues Leben aufzubauen, da wendet sich ihre ehemalige Zellengenossin Sneak, eine notorische Diebin, an sie. Ihre Tochter, Dayly, ist verschwunden, nachdem sie sich offenbar mit den falschen Leuten eingelassen hat.
Blair Harbour, die sich wegen ihrer Bewährung von jeglichen illegalen Aktionen fernhalten muss, damit sie wenigstens hin und wieder ihren Sohn sehen kann, der bei Pflegeeltern aufwächst, wird von Sneak jedoch mehr oder weniger gezwungen, ihr zu helfen. Dabei kreuzen sie ausgerechnet den Weg der Polizistin Jessica Sanchez, die damals Blair Harbour verhaftet hat. Sanchez, die gerade eine 7-Millionen Villa geerbt hat und von ihren Kollegen deswegen gehasst und aufs übelste drangsaliert wird, verbündet sich mit den Frauen. Ihre zunehmenden Zweifel, ob sie Blair Harbour damals bei der Verhaftung eventuell Unrecht getan hat, sind ein weiteres Motiv für ihre Hilfe bei der Suche nach der verschwundenen Dayly. Mit ins Boot holen sie noch die ultraharte Gangsterin Ada Maverick, die ohne jegliche Skrupel handelt und für die Freund und Feind dasselbe ist, wenn es, so wie in diesem Fall, um sehr viel Geld geht.
Auch wenn die Personenkonstellation eine gänzlich andere ist, erinnern die vier Frauen in ,,Dark" doch ein bisschen an Ted Conkaffey und Armanda Pharell aus der Crimson-Lake-Reihe, da auch sie sich am Rande oder eher außerhalb der Gesellschaft bewegen.
Schuld an dieser Außenseiterrolle sind sie aber nur zum Teil.
Die Krimihandlung ist komplex, wild und spannend. Etwas gefehlt haben mir jedoch die Leichtigkeit und die ironisch-sarkastischen Dialoge, die in Crimson Lake einen großen Teil des Lesevergnügens ausgemacht haben.
Fällt aus der Reihe
Baskische Tragödie von Alexander Oetker
Als an einem Strand des Aquitaine ein Paket angespült wird, gefüllt mit reinstem Kokain. geschieht ein tragischer Unfall. Ein Kind probiert die Substanz und fällt ins Koma. Bald werden weitere Pakete angespült. Kommissar Luc Verlain lässt sofort die Strände sperren und ermittelt in dem Fall.
Mit seiner hochschwangeren Kollegin und Lebenspartnerin ist ihm derzeit ein glückliches Privatleben vergönnt, bis ihn eine geheimnisvolle Postkarte aus dem Baskenland erreicht.
Schon in den vorigen Bänden gab es immer wieder Andeutungen auf einen geheimnisvollen Fall in der Vergangenheit und einen alten Feind, der sich an Luc rächen will. In diesem vierten Band geht es nun ans Eingemachte. Luc macht sich auf den Weg nach Sebastian. Der Schauplatzwechsel von der französischen Atlantikküste nach Spanien tun der Reihe um den sympathischen Luc Verlain gut. Immerhin darf er nun in einer Stadt, die an einer der schönsten Buchten der Welt gelegen ist, inmitten einer lebendigen und malerischen Altstadt mit urigen Tapasbars ermitteln. Doch Luc wird verhaftet, wegen des Verdachts auf Drogenschmuggel und dringendem Mordverdacht. Sein alter und offenbar sehr mächtiger Feind zieht alle Register, um an Luc Verlain Rache zu üben. Als französischem Kommissar sind Luc natürlich in Spanien die Hände gebunden, und niemand weiß, wo er sich gerade aufhält, nicht einmal Anouk....
Mich konnte dieser 4. Band trotz des durchaus gelungenen Schauplatzwechsels nicht so recht überzeugen. Zu viele Zufälle, zu viele Personen und Ereignisse, die plötzlich aus dem Hut der Vergangenheit gezaubert werden, lassen die Handlung zum Teil unrealistisch und wenig glaubwürdig erscheinen. So manche überraschende Wendung wird dem Leser durch Rückblicke erklärt, was das Lesevergnügen doch deutlich schmälert.
Schade! Hoffentlich ermittelt Luc nächstes Mal wieder in gewohnter Manier und so, dass man als Leser mitgenommen wird.
Lost ist angekommen
Schwarzer August von Gil Ribeiro
Sein Name ist Programm - Leander Lost wirkt immer etwas verloren in der normalen Welt. Er als Asperger versteht weder Ironie noch Zwischentöne, wodurch er zu Beginn seines Austauschaufenthalts bei der portugiesischen Polícia Judicária in Faro ziemlich angeeckt ist und was auch jetzt noch zu teils aberwitzigen Dialogen führt.
Inzwischen haben sich die Kollegen aber an seine Merkwürdigkeiten gewöhnt und ihn als brillanten Ermittler schätzen gelernt. Dazu hat auch Soraia, die Schwester von Losts Kollegin Graciana Rosado entscheidend beigetragen. Sie hat sich unsterblich in den seltsamen Deutschen verliebt und kann sein Verhalten akzeptieren und verstehen. Aus diesem Grund ist sie zu Beginn des nunmehr 4. Bandes in Losts Villa eingezogen und die beiden Verliebten genießen ausgiebig ihre Zweisamkeit. Doch da explodiert im Hinterland der Algarve eine Autobombe, was es in der Region noch nie zuvor gab. Eine kleine Bankfiliale wurde in die Luft gesprengt, glücklicherweise aber an einem Sonntag, sodass niemand zu schaden kam. Merkwürdigerweise wurde die Bank aber auch nicht ausgeraubt. Kurz darauf werden drei Thunfisch-Trawler in die Luft gesprengt. Wieder kommt niemand zu Schaden. Allerdings taucht ein Manifest auf, das sich unter anderem gegen die Ausbeutung der Meere richtet. Lost und seine Kollegen ermitteln und stoßen auf einen Täter, der mit seinen rätselhaften Bekennerschreiben die Polizei herausfordert. Offensichtlich geht es dem Täter um Gerechtigkeit, Bloßstellung von Ausbeutern und deren Gier. Immer wieder kreuzt dabei der Journalist Julio Moreno die Wege der Ermittler. Obwohl er verdächtig ist, fühlt sich Graciana Rosado unwiderstehlich zu ihm hingezogen....
Auch in diesem 4. Fall verknüpft der deutsche Autor mit portugiesischem Pseudonym einen spannenden und abwechslungsreichen Fall mit der leicht melancholischen Atmosphäre der Region und setzt familiäre und freundschaftliche Bande zwischen den Kollegen der Polícia Judicária geschickt in Szene. Ein wunderbarer Krimi, der gut unterhält, Lust auf ein Glas Vinho Verde und Urlaub an der Algarve macht.
Achtung: Hochspannung!
Schwarzer August von Gil Ribeiro
,,Beute" ist ein hochspannender und geschickt konstruierter Thriller des erfolgreichen südafrikanischen Autors Deon Meyer.
Bennie Griessel von der südafrikanischen Polizei möchte seiner Lebensgefährtin endlich einen Heiratsantrag machen. Doch nicht nur der neue Fall macht ihm dabei Probleme, sondern auch die pure Panik, dass seine Freundin den Antrag womöglich ablehnen könnte!Mit seinem Partner Cupido muss Griessel in einem Fall ermitteln, der von den Sicherheitsbehörden möglichst schnell abgeschlossen werden soll.
Ein Mann, ein ehemaliger Polizist, der nun als Personenschützer arbeitete, ist mitten in der Einöde aus einem Luxuszug geworfen worden. Da die Sicherheitsbehörden alles dafür tun, den Fall als Selbstmord zu den Akten zu legen, wird das Misstrauen Griessels und seines Partners geweckt. Als sie dann auch noch feststellen, dass der Mann vor seinem ,,Fall" aus dem Zug erstochen wurde, ermitteln sie im Geheimen weiter und stoßen auf zwei verdächtige Passagiere, beide weit in den Siebzigern, die unter falschem Namen mitreisten. Können die beiden Alten verantwortlich für den Mord sein?
Parallel zu den Geschehnissen in Südafrika lernt man Daniel Darret kennen, der seit Jahren unter falschem Namen in Bordeaux lebt. Er, der früher mit allen Mitteln für die Befreiung Südafrikas gekämpft hatte, wird erneut angeheuert, um den korrupten Präsidenten Südafrikas zu ermorden. Darret alias Tobela weigert sich zunächst, als aber ein alter Freund und Mitstreiter in Gefahr schwebt, lässt sich Tobela erneut auf seine Vergangenheit ein...
Sowohl Bennie Griessel als auch sein Partner Cupido dürfen ein gewisses Maß an Privatleben aufweisen, allerdings bleibt immer der Fall im Vordergrund. Auch der angeheuerte Killer Tobela wird menschlich, mit Ängsten und Schwächen, durchaus sympathisch dargestellt, was ich sehr interessant und spannend fand. Die verschiedenen Handlungsebenen werden aus der Perspektive der jeweiligen Protagonisten geschildert und bewegen sich immer schneller aufeinander zu, sodass Spannung und Dynamik zum Ende hin stetig zunehmen.
Wer sich für die Geschichte Südafrikas, aber auch für die heutigen politischen Strukturen des Landes interessiert, wird mit diesem aktuellen und spannenden Thriller bestens unterhalten. Hilfreich ist außerdem das Glossar mit Erklärungen zu Afrikaans und anderen wichtigen Begriffen der südafrikanischen Kultur und Geschichte.
Geraubte Heimat
Ich bleibe hier von Marco Balzano
Ich muss gestehen, auch ich war bisher einer der Touristen, die den Reschensee mit seinem halb versunkenen Kirchturm fotografierten und anschließend Urlaub im wunderschönen Südtirol gemacht haben. Zwar war mir die Geschichte des Orts im Großen und Ganzen bekannt, die wahre Geschichte aber über ein fiktives Schicksal vermittelt zu bekommen, geht doch deutlich unter die Haut.
Erzählt wird aus der Perspektive Trinas, die Lehrerin werden möchte und ein ruhiges und beschauliches Leben mit wenig Abwechslung in Graun verbringt. Doch mit der Machtergreifung Mussolinis wird die Lebenssituation der deutschsprachigen Südtiroler komplett umgekrempelt. Die deutsche Sprache wird verboten, Namen werden italianisiert, nur italienisch sprechende Lehrer an den Schulen zugelassen, die die Schüler nicht verstehen.
Trina, die sich zum Unterrichten berufen fühlt, lernt die fremde Sprache, in der Hoffnung, doch noch eine Stelle zu bekommen. Doch diese Hoffnung erfüllt sich nicht. Stattdessen unterrichtet sie in den Kriegsjahren heimlich in einer sogenannten Katakombenschule Deutsch, was für sie, aber auch für ihre Schüler ein großes Risiko darstellt.
Mit ihrem Mann Erich, der nie aus Graun fort will, bekommt sie eine Tochter und einen Sohn. Die Tochter verlässt später ohne Abschied die Familie, worunter Trina ihr Leben lang leidet.
Erzählt wird auch die leidvolle und entbehrungsreiche Zeit, in der Erich als Deserteur heimkehrt und die beiden in die Berge fliehen, um nicht verhaftet und getötet zu werden.
Eine sehr wichtige Rolle spielt immer der Staudamm, der über Jahrzehnte hinweg geplant, verworfen, letzten Endes aber doch gebaut wird. Das ganze Tal wird geflutet, die Dörfer Graun und Reschen verschwinden und die Menschen werden für immer ihrer Heimat beraubt.
Trina erzählt ihr Schicksal in einer nüchternen, schnörkellosen Sprache, was das unsagbare Leid und die Ungerechtigkeit, die den Bewohnern der Region zugefügt wurden, aber auch ihr persönliches Leid, fast dokumentarisch wirken lässt und einen dennoch tief berührt.
Für mich ist ,,Ich bleibe hier" ein sehr trauriges, aber starkes Buch, das man unbedingt lesen sollte.
Schade - Trilogie abgeschlossen
Die Herren der Zeit von Eva Garcia Saenz; Eva Garcia Saenz
Auch im 3. Band mit Inspector Ayala alias Kraken wird durch ein Verbrechen die Gegenwart auf geheimnisvolle Weise mit der Vergangenheit verknüpft.
Nicht nur Inspector Ayala, sondern fast alle Bewohner Vitorias im spanischen Baskenland sind begeistert von einem gerade erschienen historischen Romans, dessen Titel ,,Die Herren der Zeit" lautet.
Mysteriös ist allerdings, dass der Autor trotz des riesigen Erfolgs unbekannt bleiben will. Nicht einmal der Verleger kennt seinen wahren Namen oder seine Identität!
Als die Stadt Vitoria durch eine Serie von Morden erschüttert wird, die dem Vorbild düsterer mittelalterlicher Ritualen folgen, stellt Inspector Ayala bald fest, dass alle diese Tötungsarten in dem erfolgreichen historischen Roman beschrieben werden. Auch mit Ayalas eigener Vergangenheit und der Geschichte seiner Familie scheint der Roman - und dadurch auch die jetzigen Verbrechen - zusammenzuhängen. Für Inspector Ayala, der seit dem letzten Fall (,,Das Ritual des Wassers") mit seiner Chefin Alba und seinem kleinen Töchterchen sein privates Glück gefunden hat, ist dieser Fall höchst gefährlich und bringt auch seine Familie in große Gefahr.
Sehr interessant ist, wie Eva García Sáenz den historischen Roman und die Perspektive der Protagonisten aus dem 12. Jahrhundert mit der Gegenwart verwebt. Durch diese beiden Zeitebenen entsteht ein spannungsreiches Handlungsgeflecht, das durch den fiktiven ,,Roman im Roman" und die Frage nach der Autorenschaft noch komplexer wird.
Auch wenn die private Verwicklung Ayalas in die Geschehnisse, wie auch in den vorigen Bänden, etwas übertrieben wirkt, tut dies der Spannung jedoch keinen Abbruch.
Sehr anschaulich lässt uns die Autorin Eva García Sáenz an den mittelalterlichen Geschehnissen teilhaben, doch auch das moderne Leben in der baskischen Stadt wird dem Leser bildhaft vor Augen geführt.
Sehr schade, dass die Trilogie mit dem sympathischen und interessanten Ermittler und seinen Kollegen damit abgeschlossen ist!
Unkonventionelle Ermittlerin
Doggerland. Tiefer Fall von Maria Adolfsson
Weihnachten stellt für Karen Eiken Hornby eine besondere Herausforderung dar. Nach dem letzten Fall ist sie noch nicht wieder ganz auf der Höhe und noch immer krank geschrieben. Zu den Festtagen hat sie das Haus voller Leute, neben einigen guten Freunden auch ihre anstrengende Mutter und deren neuer Partner, außerdem Sigrid Smeed, die schwierige Tochter ihres Chefs, die sich Karen nach dem letzten Fall als eine Art Ersatzmutter ausgesucht hat, und den früher wohnsitzlosen Leo.
,,Wann wurde aus meinem Zuhause ein Zufluchtsort für alle Heimatlosen?", fragt sich Karen entnervt. Doch dabei erkennt man schon ihr gutes Herz für schwierige oder unangepasste Menschen, aber auch ihr eigenes Problem, Menschen nah an sich heranzulassen.
Als dann ihr Chef, Jounas Smeed, sie zu einem Fall auf Noorö, der nördlichsten Insel von Doggerland, ruft, da fast alle anderen Kollegen erkrankt sind, ist Karen sehr erleichtert und froh, dem Weihnachtsrummel bei sich zu Hause entkommen zu können.
Auf Noorö wurde der ehemalige Lehrer Fredrik Stuub tot aufgefunden und bald wird deutlich, dass es kein Unfall war. Für Karen bedeuten die Ermittlungen auf Noorö auch eine Reise in die Vergangenheit, da sie als Kind sehr häufig die Ferien bei der Verwandtschaft ihres Vaters verbracht hat. Doch auch Tante Ingeborg und ihre Söhne scheinen in den Fall verwickelt zu sein, sodass Karen zwischen privaten und polizeilichen Entscheidungen abwägen muss.
Als ein weiterer Mord geschieht, wird deutlich, dass es eine Verbindung zur örtlichen Whiskydestillerie gibt, die gerade dabei ist, kräftig zu expandieren.
Neben dem originellen Schauplatz, den fiktiven Doggerlands, die englisch-skandinavisch-niederländisch geprägt sind und durch den Inselstatus einen besonderen Charakter aufweisen, ist Karen Eiken Hornby in ihrer teils etwas harschen, coolen, aber immer auch sympathischen Art das große Plus dieser Reihe. Durch ihre tragische Vergangenheit wird ihr teils unsoziales Verhalten nur allzu verständlich. Karens Ungeduld und Sarkasmus spiegeln sich in den, wie ich finde, sehr unterhaltsamen Dialogen wider. Der Fall ist gut konstruiert, Spannung und Dynamik werden zwar langsam, zum actionreichen Ende hin aber deutlich aufgebaut.
Unbedingt empfehlenswert!










