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Rezensionen von HEYN Leserunde Silvia Grutze:

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Ein Mensch der lacht ist schwierig zu küssen.

Am Beispiel des Affen

Ein affiger Ein- und Auswanderungsroman. Die Hauptfigur Kailash dieses Romans, der in der Ich-Form geschrieben ist, ist ein Einwanderer... von Indien nach New York.  Zum Studieren ausgewandert nach Amerika lässt er uns teilhaben an schwierigen Zeiten...der Distanz zu seinen Wurzeln aber auch am Heranreifen zu einem Mann.

Was wir aus Bravo oder Rennbahnexpress erfuhren, lernt K.  zuerst von einem Jugendfreund aus Indien und dann durch Dr. Ruth und Dr. Wasta. In seinen Beziehungsgeschichten schildert er ausführlich sein Leben. Nachdem man sich an die vielen Fußnoten und die wechselnde Schrift (was für mich sehr anstrengend war) gewöhnt hat, liest es sich. Und auch das anführen einiger Fotos im Roman finde ich auflockernd. Die Liebeleien sind sehr amüsant beschrieben und nicht kitschig- und seine anfängliche Zurückhaltung gefällt mir obwohl es in seiner Vorstellung bereits ein Kopf-Kino gibt. Es ist aber zeitweise sehr verworren und wechselt ziemlich schnell an Eindrücken- von Vergewaltigung zu erlebtem erfüllten Sex – Eifersucht- Zweifel – kleinen Lügen… Es war – es ist – es wird...
Obwohl es auch witzige Anmerkungen gibt wie z. B. der Wortwechsel zwischen Charles und Camila auf Seite 160 – wo es wiederum humorvoll wird in den Redewendungen. Cool fand ich auch den Namen der Katze von Maya „Frida Kahlo“
Der Roman hat sehr viele geschichtliche und historische Anmerkungen, was mich zeitweise so gelangweilt hat, dass ich das Buch öfters zur Seite legen musste. Trotzdem hat mich die Skurrilität mitgerissen den Roman fertigzulesen.
So zum Ende hin –frage ich mich: Ist es ein Liebes- oder Geschichtsroman im Sachbuchstil? Eine journalistische Erzählung? Von mir 2 Sterne weil ich es fertiggelesen habe und Kailash seine Masterarbeit fertig geschrieben hat. ;-)

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Ein Mensch der lacht ist schwierig zu küssen.
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Verdammter Garten - Volltreffer

Am Beispiel des Affen

Robert Kramers (Witwer, Ehemann, Vater)...sein Schrebergarten ist der Mittelpunkt und Ursprungsort seines Lebens... und dort endet auch sein Glück. Findet er alleine einen Weg seine Traurigkeit zu besiegen!? Sein Sohn Finn erlebt ein sehr tragisches Ende, sehr mysteriös und brutal und ein Ende welches ich wirklich nicht vermutet habe in eben diesem Schrebergarten.

Die Geschichte ist anfangs so verworren, dass ich mich schwer in die Geschichte hineinfinden konnte, doch dann fügen sich die einzelnen Erzählungen immer mehr zu einem großen Ganzen zusammen. Schockierende Ereignisse, übertriebene Handlungen – was ist richtig? Während des Lesens werde ich neugieriger und doch bleibt für mich irgendwie unverständlich weshalb eine so schreckliche Erzählung mich derart in ihren Bann ziehen kann. Der Autor setzt immer wieder neue Impulse, die der Spannung des Romans gut tun und verliert sich dabei nie im Kitsch. Sind es nur Hirngespinste oder die Verbindung zu den Toten die „Sophie“, Finns Halbschwester, nicht zur Ruhe kommen lassen? Ist es die pure Angst keine richtige Familie mehr zu sein? Fragen über Fragen. Bei Kapitel 30 –letzte Zeile, wurde mir ganz flau in der Magengegend. Ich frage mich, was machen Eltern falsch, was hätte anders geschehen müssen oder können? "Man sollte sich auf alle Fälle Hilfe holen"... der Gedanke kreist mir immer wieder im Kopf herum! Am Ende tun mir alle Personen leid. Ich weiß nicht mehr genau welcher Person in dieser Geschichte ich zuerst helfen wollte um ihr einfach nur zu sagen „Mach doch so“. Es ist sehr viel Hass in dieser Geschichte! Irena, Roberts Frau, nützt die Gelegenheit als ihre Kollegin stirbt und Robert Kramer mit der Situation überfordert ist und gewinnt ihn für sich. Wäre die Entscheidung Finn selbst großzuziehen besser für Robert gewesen? Streit, Gewalt, Brutalität, Hass auf die freie Partnerwahl und mittendrin der Glaube an den Teufel, Dämonen und Exorzismus. Zwischendurch für mich nicht mehr nachvollziehbar ob es nun ein Krimi, ein Märchen oder ein Mix aus beidem ist. Aber lies selbst. Vielleicht bist du am Ende des Romans ebenso schockiert wie ich es war?

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Ein Mensch der lacht ist schwierig zu küssen.
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Dieser Tote. Selbst er hat es schon längst vergessen

Eine allgemeine Theorie des Vergessens von José Eduardo Agualusa

Ich finde das Buch hervorragend erzählt. Anfangs kommt man schnell in die Geschichte und denkt es geht dabei ausschließlich um das Leben von Ludovica. Ich war neugierig, schon alleine aufgrund der Ankündigung am Cover, wie man 30 Jahre alleine bzw. mit einem Toten isoliert in einer Wohnung, hinter einer selbst errichteten Mauer, überleben kann.

Doch rund um Ludovica ist im Laufe der 30 Jahre natürlich auch außerhalb der Mauer zu ihrer Wohnung viel passiert. Ich bin anfangs durch die einzelnen Erzählstränge, die ich teilweise schon als sehr skurril empfunden habe, ein bisserl gestolpert und musste mich erst wieder ins Gesamtbild hineinfinden. Doch am Ende hat sich alles zu einem großen Ganzen zusamnengefügt und war für mich sehr stimmig. Ein wahres Lesevergnügen in ansprechenden wortmalerischen Bildern erzählt! Sollte auf jede Lesewunschliste !

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 Dieser Tote. Selbst er hat es schon längst vergessen